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Wuldaer Leitung

W-mrtag, 26. Oktober 1924.

ZX1

3. Blatt.

Druck der Fuldaer Actiendruckerei hi Fuld<

vermischtes.

Arand des Alkenberger Wanderheims. Nach- vor 3'/-Jahren, kurz nach Uebernahme durch ^katholischen Jun gmännerverband putsch!ands als Erholungs- und Exerzitien- das ehemalige Abteigebäude (Domhof) Alten- Ejmit seinem ganzen wertvollen Inventar (auf Mer unaufgeklärte Weise) in Raub der Flammen Mde, ist vergangene Woche das neben dem unter« wiedererstandenen Neubau liegende W a n - ^r-Ju gendheim niedergebrannt, wiederum Me daß bisher eine Erklärung hierfür gegeben gatt. Gott sei Dank, ist es nicht ganz durch den ?rand zerstört. Der Schaden ist aber doch sehr insbesondere da der Schlafraum mit etwa ^dert Betten dem Feuer zum Opfer fiel. Bis Wiedererrichtung stehen für Uebernachten von Zugendwanderern Räume also nicht zur Derfü- Mg. Im vergangenen Jahre beherbergte das Altenberger Wanderheim etwa 10 000 Jugend- jjanberer aller Jugendoerbände, im laufenden Zähre gegen 7000. Auf den Neubau hat das Feuer Kcklicherweife nicht übergegriffen, da die Bevöl­kerung in aufrichtiger Anteilnahme rafch herbei- (j[te und vor allem auch die Feuerwehr von Lever- fnfen rechtzeitig zur Stelle war. Wie wir hören, Hut sich wegen der Eigenartigkeit des Brandes ter Staatsanwalt mit ihm befaßt.

*Saftige Geldstrafen". Nach einer Meldung Ks Berl. Tageblatts aus Stuttgart haben die hkiaen Berliner Kaufleute Leopold und Friedrich Ä-b vom Amtsgericht Crailsheim wegen Hinter- «ftang von Ausfuhrzöllen für Textilwaren Geld« Men von insgesamt 1/a Million Goldmark erhalten.

von den Verurteilten eingelegte Berufung wurde tont Landgericht verworfen.

* Rätselhaftes Fifchsterben im Flensburger Ha­sch. Die Fischer klagen darüber, daß es ihnen in der letzten Zeit fast unmöglich ist, Fische, die sie in der Außenförde des Flensburger Hafens fangen, nur zwei Stunden in den Hütfässern im Binnen­hafen lebend zu erhalten. So starben einem Flens- hurgsr Fischer zwei Tage nacheinander die ganzen Fänge, und dieser Tage mußten wiederum 200 Uund Dorsch, die am Morgen lebend gefangen waren, am Bormittag, bevor sie verendet waren, iu einem Spottpreis verkauft werden. Eckern- örber Fischer, die mit ihren Fängen den Hafen ton Flensburg anliefen, sahen sich gezwungen, ihn wieder zu verlassen, weil sie die Fische nicht lebend erhalten konnten.

* Das größte Bad des Kontinents. In Wien wird gegenwärtig auf dem Bürgerplatz eine Bade­anstalt von riesigen Dimensionen gebaut, die nach ihrer Vollendung die größte Badeanlage des Kon- tinents fein wird. Der Bau erhält 7 Stockwerke, in denen medizinische Bäder, zwei große Heißluft- Md Dampfbadeanlagen, Einzelbraufebäder mit Sabinen und Brausebadeanlagen mit ge­meinsamen Ankleideräumen, Wannenbäder aller Krt, Kaltwasserkurabteilungen untergebracht wer­den. Die große Schwimmhalle ist 33% Meter lang 13% Meter breit. Das Bassin erhält eine Tiefe on 4,8 Metern, die Sprungbretter werden 3, 7 nd 10 Meter hoch. Da die Halle auch f p o r t - ichen Zwecken dienen wird, ist ringsherum ine Galerie für Zuschauer angebracht. Rund 1000 ierfonen können zusammen in der Halle schwim­men. Im Sommer kann das Dach der Schwimm­halle auf eine Länge von 30 Metern zurückgescho- en werden, so daß ein Freiluftbad entsteht. Für den Sommer sind in der Badeanstalt auch stift- und Sonnenbäder eingerichtet. Man rechnet nit einem Kostenaufwand von 98 Milliarden Kro­nen.

* (Eine 3unggefe0cnffeuer will die Ukrai­nische Sowjetregierung im ganzen Lande einfüh- ten, Sie hofft, hierdurch bedeutende Einkünfte zu «halten, da in der Ukraine die Anzahl der Jung- zesellen auffallend groß ist.

* Eine Bierflafchenetikettensammlung. In einem «glischen Buchhändlerblatt wurde angezeigt: «Eine Sammlung von 10000 Etiketten von Bierflaschen, ton nahezu allen Brauereien der Welt, in 15 Alben Mtergebracht, für 52 Pfund zu verkaufen."

* Was ein Kopf werk war. Die Kopfsteuer, die rüher üblich war, gibt einen trefflichen Anhalts- unkt für die Schätzung der einzelnen Stände in kicheren Zeiten. Der König zahlte für seinen vpf 4000 Taler jährlich, die Königin 2000, der Kronprinz 1000, die Prinzen 600 bis 300. Die Mi- tarperfonen und Beamten zahlten ein Monats­gehalt. Sehr viel weniger zahlten diekleinen ieute", z. B. die Handwerker 2 bis 3 Taler, die Handwerksgesellen 12 Groschen, die Bauern 8 bis 12 Groschen, Tagelöhner 6 Groschen, Tagelöhnerin­nen 4 Groschen.

Neue prähistorische Zünde in Hessen.

Wohl kein Wifsenschastsgebiet hat im Laufe der letzten hehre solche Bereicherung und Ausdehnung gefunden wie Ke prähistorische Forschung. In allen Teilen Europas hat die Wissenschaft des Spatens unter Führung namhaf­ter Gelehrter den Boden nach Ueberresten aus vorge­schichtlicher Zeit untersucht und überraschende Ergebnisse gezeitigt.

Für unfern engeren Heimatbezirk hat Prof. Dr. von- Heran m unermüdlicher jahrelangen Arbeit eine große Reihe von Siedlungen entdeckt und ein umfassendes Bild von der Siedlungsgeschichte des vorzeitlichen Menschen gegeben (vgl. Festschrift der Fuldaer Zeitung vom 1. 3a- pucr 1924). Nach dem Ergebnis feiner Untersuchungen ist bas Fuldaer Land von der jüngeren Steinzeit (vor etwa 2000 o. Ehr.) bis etwa 50 Jahre vor Gründung des Klosters Fulda besiedelt gewesen. Mehrere ausgefundene bteinwerkzeuge beuten auch bereits auf die ältere Stedr- tet; doch liegen hier abschließende Untersuchungen nicht lot.

Eine neue Entdeckung auf dem Gebiete der Prähi- ®>rie hat nun kürzlich der Prof der Geologie und Pa- ^ntologie an der Universität Gießen, Dr. H a r r a s s a- b i tz gemacht, insofern er zmn erstenmal bas Auftreten des ^iszeitmenscheft in Oberhessen nachgewiesen hat.

der Nähe von Treis war durch seine Mitarbeiter eine öiuerfteintlinge von nur 4 Zentimeter Länge gefunden ^vrden, die aus dieser Zeit stammt. Die Vermutung Gelehrten, daß Quarzit zur Herstellung von Werk­seigen benutzt worden sei, wurde durch weitere Jor- l Bungen bestätigt, lieber die Ergebnisse der Unter«

Der neue Industrie- u. Handelshafen der Stadt Hanau.

Q Hanau, 25. Oktober.

Der in den Jahren 1921 bis 1924 erbaute Jndustne- und Handelshafen der Stadt Hanau wird heute seiner Bestimmung übergeben werden. Aus diesem Anlasse ist eine vom Magistrat herausgegebene Festschrift erschienen, die reichen, mannigfaltigen Inhalt aufzuweisen hat und geschmackvoll ousgeftattet ist. Die verkehrspolitische Lage Hanaus wird von Oberbürgermeister Dr. Bla um in anschaulicher Weise durch längere Ausführungen darge­legt. Er bezeichnet die verkehrspolitische Lage der Stadt .Hanau als eine im deutschen und mitteleuropäischen Ver­kehrsleben nicht nur sehr glückliche, sondern auch äußerst wichtige. Dort, wo von Westen betrachtet, die Gebirge, die die Rheinebene umgrenzen, am meiteften bucht-artig zurücktreten, wo der grüßte Nebenfluß des Rheins, der Main, etwa 40 Kilometer vor feiner Mündung Ben Punkt erreicht, an dem feine Schiffbarkeit für bas 1000 Tonnen- Schiff, das der Rheinschiffahrt, anfängt, dort beginnt nach Osten zu der für den großen Eisenbahnverkehr hin­derliche nMeld.Gebirgsblock zwischen Main, Weser u.Elbe.

Hier mußte naturgemäß sich ein Eisenbahnkno­tenpunkt von außerordentlicher Bedeutung entwickeln. Die Stadt Hanau ist durch zwei Bahnlinien mit Frank­furt und damit dem links- imb rechtsrheinischen Mittel­und Oberrheingebiet verbunden; eine äußerst leistungs­fähige Nord-Süd-Berbindung zieht, aus dem Ruhrgebiet kommend, über Gießen, Friedberg, Hanau nach Aschaffen­burg und dem Donaugebiet, wie über Babenhaufen durch den Odenwald hindurch nach Heilbronn-Stuttgart weiter. Diese Linie, die jetzt hauptsächlich den Kohlenverkehr aus Westfalen nach Bayern führt, umgeht das große Ver­kehrszentrum Frankfurt mit feinen durch die räumlich engbegrenzten und durch die Verkehrsleistung vielfach überanspruchten Bahneinrichtungen. Dazu tritt mit der Bahnlinie Ha nau-Fulda-Debra der grüßten Verkehrslinie Deutschlands vom Mittelrhein nach dem ganzen deutschen Osten und Norden eine Bahnlinie, die von Bebra ab die Teilungen erfährt nach den Nord- und Ostseehäfen Emden, Bremen, Hamburg und Lübeck bezw. Kiel und nach dem sächsisch-schlefifchen und dem Magdeburg-Berlinifchen Industriezentrum.

Außerordentlich stark ist daher feit längeren Jahren der Güterverkehr über den Eisenbahnknotenpunkt Hanau, sowohl in der Richtung von Nordosten und Norden nach dem Mittel- und Oberrheingebiet, als auch dem übrigen SüDeutschland, und in der Richtung von Rordwesteu nach den Donauländern.

In solch hochbedoutendes Eisenbahnverkehrsnetz schiebt sich der östliche Punkt der großen Rheinschiflahrt mit seinen zunächst erreichten Endstellen Aschaffenburg und Hanau von Westen her hinein. Die Rheinschiffahrt als das natürliche Rückgrat des Maffenverkehrs in dem hoch­entwickelten Industrie- und Gewerbegebiet zwischen den Alpen, der Schweiz und den niederländisch-belgischen Hä­sen, aber auch als Ergämger des Stiickgutverkehrs der Eisenbahn hatte vor dem Weltkriege in Deutschland in ungeahnter Weise ohne gegenseitige Schädigung den Ver­kehr der Bahnen teils übernommen, teils gesteigert. Ein Hafen nach dem anderen routbe von weitblickenden Kom­munalverwaltungen ober großindustriellen Privatwerken geschaffen, die Nebenströme dem Großschiffahrtsverkehr des Rheins durch Regulierung eröffnet. So wurde auch der Main, früher nur bis Frankfu-rt von größeren Schü­fen befahrbar, noch während des Krieges durch Regulie­rung zum Seitenarm des großen Flußgebildes, und es gingen die Städte Frankfurt und Aschaffenburg wie Offenbach mit der Errichtung von Häsen weitblickend itoixm. Gerade die geschilderte Eisenbahnverkehrslage Hanaus ist nun aber von außerordentlich großer Bedeu-

fein wird, ein Weg, dessen Bedeutung ja nicht in dem Durchgangsverkehr vom Schwarzen Meer zur Nordsee liegt, sondern in dem Stasfelverkehr der Teile dieser Strecke, bann wird zu der Kohle des Niederrheins das Getreide der Donauländer hinzutreten als Schiffsfracht und auch hier im Hinterland dieses unteren Maingebietes reichen Absatz finben.

Die Verhandlungen über den Bau des Hanauer Hafens reichen weit zurück, sie waren von wechselvoller Gestalt, da stets auch die Weiterführung der Mainkanali­sation stark hineinspielte. Vielfach stockten die Verhand­lungen, bis endlich 1909 durch einen Beschluß der Kör­perschaften Hanaus der Hafenbau in Angriff genommen werden sollte. Wiederum traten Zwischenfälle ein, bann brach der Weltkrieg aus. Erst die nach Beendigung des Krieges eintretende Erwerbslosigkeit, welche für jjanau infolge der Auslösung der Pulverfabrik, die wäh­rend des Krieges ca. 7000 Arbeiter beschäftigt hatte, so­wie des Kriegsbekleidungsamtes und sonstiger Kriegs­betriebe, weiter aber auch infolge der vielen Crsatzkom- pagnien, welche von der Eifenbahnbrigade während des Krieges in Hanau ausgestellt und nun auch hier wieder aufgelöst wurden, befonders groß war, rief die Angele­genheit wieder ins Leben.

Um die immer noch sehr große Zahl von Erwerbs­losen weiter befchästigen zu können, gleichzeitig aber auch eine für die Stadt nutzbringende Arbeit auszuführen, entschlossen sich die städtischen Körperschaften Mitte des Jahres 1920, den bereits feit Jahren geplanten und auch schon beschlossenen Dau eines Hafens am Main ttotz der sehr ungünstigen Zett als Notstandsarbeit in Angriff zu nehmen. Nachdem die der Reichs- imb der Staats­regierung wegen Gewährung von Zufchüfsen aus Mitteln der produkttven Erwerbslofen-Fürsorge geführten Ver­handlungen zum Abschluß gekommen waren, wurde im Juni 1921 mit den Arbeiten begonnen.

Die Arbeiten sind nunmehr nach Ueberroinbung man­cher Schwierigkeiten sowohl technischer, wie finanzieller Art soweit gediehen, baß voraussichtlich der größere Teil der Anlage berste im Saufe des Herbstes dem Betrieb übergeben werden tarnt, während der Rest des gefeinten Ausbaues im Herbst erfolgen wird.

Der im Süden der Stadt in unmittelbarer Nähe des bebauten Stadtgebietes und Staatsbahnhofes Hanau- Ost gelegene Hafen erstreckt sich ziemlich parallel zum Main von Osten nach Westen und mündet rund 400 Meter oberhalb der Steinheimer Eisenbahnbrücke, welche im Zuge der Berlin-Frankfurter Eisenbahnlinie liegt, in den Main.

An der Besiedelung des Hafengeländes haben sich beteiligt die Firma Prester u. Co.-Frankfurt a. M. vom Rhenania-Schiffahrtskonzern, die Rhenus-Transportge- fellschaft, die Zement- unb Eisenbetonbau A. G. Wayß u. Freytag Neustadt a. H., die Hanauer Vertretungen der Kohlen-Großfirmen Raab, Karcher u. Co.-Mannheim. Matthias Sünnes unb Hugo Stinnes-Mühlheim a. Rh., die Kohlenfirma Karl und Friedrich Hauser-Hanau, die Eisenfirma Gebr. Stumm-Neunkirchen, die Steinkohlen- britettfabrit der deutschen Kohlenhandel A. G.-Düsseldorf. die Seifenfabrik I. Gioth, das v. Arnimsche Eisenwerk Marienhütte-Großauheim, die Eisenwarenfinna 21. Katz- Fulda, die Wickelformen- und Zigarrenkistenfabrik H. E. Deines-Hanau, die Chemikalienhandlung Gaquoin u. Reu­ter-Hanau, die Eisenhogdlung Jakob Himmler-Hanau, die Lebensmittel-Großhandlung C. Frohwein-Hanau, das Daiumaterialiengeschäst K. Wörner-Hanau, ble Aktien­gesellschaft für Industrie- und Baubedarf W. Kämmerer- Hanau, die Akt.-Ges. Peter Trapp-München, die Holz- hanlungen Gebr. Schaurer und K. Fuß aus Hanau, bas Baugeschäft Franz Hanau, die Metallfirmen E. G. Zim­mermann-Hanau, Berberich Söhne-Hanau unb C. Ull-

mann-Schweinfurt.

frisch im Anstich.

vürrützUche Mche. la. Weine offen u. in Flaschen.

hmg für den Umschlag von der Schiffahrt auf die Eisenbahn. Und wenn einmal der Groß-Schiff­fahrtsweg Rhcin-Main-Donau in Jahrzehnten ausgebaut

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und hiesige Biere

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suchungen berichtet Prof. Dr. Harrassowitz im Gießener Anzeiger (Sonderausgabe Gießener Familienblätter).

Die Niederlassung liegt an einem einfpringenben Winkel des Lumbdcttales, sodaß ein ausgezeichneter Ueberblick über die Niederung möglich war, der für ein Jägervolk notig ist. (Für die Besiedelung des Fuldaer Landes in der jüngeren Steingutzeit hat Bonderau nachge- rotefen, daß sich die Wohnungen gleichfalls in der Fcüh- 3eit auf den Höhen um Fulda befanden.) In einer leh­migen Schicht von 40140 Zentimeter liegen in einer Höhle die Geräte, das Abfallmaterial und Knochen durcheinander Eine ältere Kulturschicht ist zu unter­scheiden, der auf dem Vorplatz eine Menge Knochenreste unb -Werkzeuge beigemengt sind, während sich weiter hinten nur Quarzitwerkzeuge befinden. Ueber dem Gan­zen liegt eine Sage von Lößlehm. der in frischem noch nicht verlehmten Zustande durch Winde angeweht wurde. Diese Lehmlage wird im Ausgang der Höhle schräg ab- gefchnitten durch eine zweite, bisher nur unvollkommen untersuchte Kulturschicht, die sehr viel Basaligefchiebe, Ouar- zttabschläge und vor allem Feuer st ein betgemengi find. So sind aber zwei altersverschiedene Kuliurschichten zu unterscheiden-, bei der ersten handelt es sich offenbar um eine Werkstatt, die der Knochenbereitung und -be- nutzung auf dem Höhlenvorplatz gewidmet war, und um eine Steinwerkstätte, die weiter innen liegt. Auf dem Höhlenvorplatz befanden sich eine Menge von großen Steinplatten, die durch kleine Steine künsttich geslütz» waren unb offenbar primitive Tische bargestellt haben.

Die zahlreichen Knochen sind offenbar erst durch der Menschen an ihre jetzige Stelle gekommen. Es sind näm­lich nur Reste von Tierskeletten vorhanden. Der größte Tell der Knochen ist zerschlagen. Wan hat vermutlich nur bas Fell der erlegten Tiere mit den schwerer abzu- häutenden Gliedmaßen zur Höhle geschleppt, während der Körper schon draußen »erleru wurde.

Es handelt sich bei den Funden um die Reste eines wilden Pserdes, von dem Zähne, Schädclbruch- siücke, Fußknochen mit Huf in sehr großer Menge ge- funben wurden. Auch Zähne und Knochen von dem woll­haarigen Nashorn sind ausgegraben worden. Auch kam ein Rest vom Mammut, dem großen primitiven Elefanten der Eiszeit, aus der Kulturschicht heraus. Es handelt sich um den Zentimeter langen Backenzahn eines kleinen und jungen Tieres. Große Waffen haben die Steinzeitjäger nicht besessen, und so werden sie mit anderen Hilfsmitteln, wie Fallgruben oder Schlingen, kleine und junge Tiere erlegt haben. Ferner wurden noch andere, heute nicht mehr vorkommende Tiere wie der braune Bär, Auerochse (?) unb Löwe gefunden. Hirsch, Raub- und Nagettere kamen vereinzelt zur Be­obachtung. So entrollt sich ein ganz fremdartiges Bild. Die Landschaft sah damals anders aus als jetzt. Richt Wald war vorhanden, sondern eine kahle, stellenweise mit Bäumen besetzte Steppe, wie wir aus den Resten der Tiere gut schließen können.

Die Werkzeuge des Menschen finden sich bei Treis aus mannigfaltigem Material hergestellt. Am sel­tensten ist der weiche Basalt benutzt. Der Hauptteil der Werkzeuge ist aus Quarzit hergestellt, während Ba­salt und Lehmkiesel nur in wenigen Fällen benutzt sind.

Die Form der Werkzeuge erinnert zum Teil an be­kannte Typen, der Fundpunkt unterscheidet sich aber vollständig von andern durch die besondere Größe der Stücke. Die Werkzeuge sind allem Anschein nach durch Stein hergestellt worden. Bon gewissen Blöcken schlug man kleinere Stücke herunter und erzielte eine Rand­schärfe durch Schläge, falls nicht bei den Klingen und manche Schabern ein scharfer Druck vorhanden war.

Das ytter der Funde läßt sich geologisch gut ermitteln. Wir befinden uns in der Eiszeit und gerade das Bor- kommen von Pjerd. Nashorn unb Mammut zeigen an,

Wissenschaft und Forschung.

An der Universität London wurde durch eine Stis tung die Errichtung eines neuen Lehrstuhles füi fossile Pflanzenkunde ermöglicht und als Or­dinarius unter Ernennung zum Professor eine Dame berufen, die Doktorin der Philosophie und Naturwisien- schäften Mary C. Stolpes. Die Paläo-Botanik ist das Spezialfach der Same, die als Forscherin bereits einen ausgezeichneten Ruf genießt. Der neue Lehrstuhl ist insofern von Wichtigkeit, als durch die Bestimmung des Alters der Kohlen den Kohlen-Jndustriellen wertvolle Grundlagen für den Bergwerksbetrieb gegeben werden.

Fünfzig llahre niederdeutsche Sprachforschung. Der Verein für niederdeutsche Sprachforschung hat aus Anlaß seines 50jährigen Bestehens in Hamburg eine Jubi­läumstagung veranstaltet. Mit dieser war eine Aus­stellung niederdeutscher Archivalien ttn Rathaus unb nie- derdeutscher Drucke und Handschriften in der Staatsbib­liothek verbunden. Plattdeutsche Liederabende verschö- nerten das viertägige Fest, während dem die zahlreichen Gäste auch Besichtigungen von Denkmälern nieberbeut» scher Baukunst vornahmen. ______

Frankfurter Dörse

T)>t Rotierunaen u erflehen sich in Billionen Proient

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Gothaer Waggon

2,6

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Afthaffenb. Zetlfl.

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Kon!ervf. Braun

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Mainkraftw.

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Bing. IHetolh».

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Meauin Buhb.

8,5

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Breuer & Co.

6,5

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18,2a

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Brackhuer

4,0

4,0

Neckar!. Sahrz.

5,7

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Cement Karlftobt

7,5

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2,8

2,7

Chem. Griesheim

16,25

15,6

Schlickert Nba

15,375

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Daimler TTlot.

2,8

2,8

Schuhstoff Sulbo

2,9

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Deutscher Verlag

27,0

26,0

Schuht, fierz 5'-

2,5

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Dürkopp

Schuht. teanberOffb

0,9

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Siche! & Co.

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Elberfeld. Kupfer

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Siemens elektr. Betr.

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Clektr. Lief. 6ef.

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Watch & Sreyf

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Srankent Zucker 2,7- 8,875

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Affler Sarbm. 15,87

Kaflet Sebert. 8,75 8,0

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Malchin. Breuer 5,75 5,4

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Oberfchtel.i(enb.. 8,0 8,5

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Reishalz Papier 10,0 10,SS

Rheln.Braunkohl. 26,625 26,o Rambach-tzütfe 14,7 18,87?

Sarotti 1,4 1,4

Stallwerk Geb 20,25 20,0

Dogtl. mafth. St 2,0 2,1

Wetterregeln 13,0 18,*

Zeilflaff watbh 7,6 7,6

Arbeitsordnungen

für Fabrikbetriebe werden schnellstens hergestellt von der Fuldaer Äctzendruckerei.

daß wir uns zeitlich in einer Bereisung befinden. Mam­mut unb Nashorn waren durch einen dichten Pelz gegen die Kälte geschützt und lebten in einer kalten Grassteppe. Das Vorkommen von Hirsch unb Rinb weist aber auf Durchwaldung hin. Offenbar ist bas Eis erst im Sin­nigen begriffen. Nun zerfällt bie gesamte Eiszeit bes Diluviums wieder in mehrere einzelne Eiszeiten. Nach der Länge der Höhle kann es sich aber nur um die letzt« Vereisung handeln, da sich der Funbpunkt schon unter der Höhe der biliroiaten Hauptterrasse befindet, bie uns den früheren hohen Stand der Flüsse anzeigt.

Nun liegt bie Kulturschicht unter dem Löß, jenem kalk­haltigen Staub, der während der Eiszeiten durch Winds angehäuft wurde. Da sich auf dem Boden der Höhle kein Löß befindet, glaubt Prof. Harrassowitz annehmen zu bür- fen, bafj es sich um dem älteren Teil des jungen Löß handelt. Danach würde sich bann ergeben, daß unsere Fundschicht in den Höhepunkt der letzten Bereisung ge­hört, als wette Telle Norddeutschlands unter einer mäch­tigen Eisdecke lagen und sich im Bogelsberg auf dem da­mals vorhandenen Eisboden große Schutfftröme bildeten, die uns jetzt noch als Felfenmeere entgegentreteu. Prof. Harrassowitz faßt, das Ergebnis feiner Unter­suchungen dahin zusammen: Bor dem Höhepunkte bet leisten Eiszeit, als Wilbpferde in großen Scharen die kalte, spärlich burchmalbete Grassteppe durchstreiften, lebte in Höhlen des Lumdatales eine Jägerhorde, Ne ihre Jagdtiere draußen erlegten und nur das Fell mit anhängenden Gliedmaßen zur Wohnung brachte. Prof. Harrassowitz schätzt, baß bie Zett, um die es sich handelt, auf 20 00025 000 Jahre zurückliegt. Es ist noch viel Material auszugraben und der Gelehrte bittet alle, die für die Arbeiten Sntereffe haben, sich hilfbereit zu zeigen, um die weitere Durchführung der Grabungen zu ermög­lichen, die uns die älteste menschliche Kultur unserer Hei­mat aufbccken 6. ®