Samstag, 25. Oktober 1924.
Dr«rk der Fuldaer Actiendruckerei i« Fulda
Hus -em Uachbargebiet.
= Aevhof. Die kath. Jugendbewegung macht sich in unserem Dekanat stark bemerkbar. Neue Jugend- ynb Junarnännervereine wurden im lebten Halbjahr an mehreren Orten gegründet. Zum ersten Mal hatten sich die Dereinsvorstände am vergangenen Sonntag mit ihrem geistlichen Führern zu einer schön verlaufenen und hoffentlich auch fruchtbringenden Konferenz zusammengesunden. Vorstandsmitglied Vogler des Fuldaer dompfarr- lichen Jugend- und JunarnÄnnervereins sprach mit warmen Worten zu seinen Jugendfreunden in den Vereinsvorständen über das Thema: Wann bin ich ein gutes Vorstandsmitglied? Der Bszirkspräses, Herr Domkaplrn Becker, legte in anschaulicher Rede die Ziele der kath. Jugendbewegung dar. Herr Kreisjugendpfleger, Lehrer P a p p e r t, schilderte die Vorteile, die das Kreisjugend- amt den Vereinen bietet. Rach jedem Dortrage setzte lebhafte Aussprache ein. Der Tag schloß mit einem Lichtbildabend des Jugendvereins von Niederkalbach über das Thema: „Unser Zeppelin". Kreisjugendpfleger Pappert erläuterte die schönen Lichtbilder. Die Frucht der Konferenz zeigt sich schon darin, daß eine große Anzahl von Jungmärmern sich furchtlos für die Teilnahme an den Exerzstien gemeldet hat, die auf Allerheiligen in Fulda gehalten werden. Möge die kath. Jugendbewegung im Dekanat extensiv und intensiv weiter voranschreiten!
— Alsfeld. Der Stadtvorstand hat den Plan gefaßt, das ehemalige Gasthaus „Deutsches Haus" und das angrenzende Anwesen zu erwerben, um dort durch einen Neubau einen größeren Saal zu schaffen, der für die Bedürfnisse der Stadt erforderlich ist.
— Bad Orb. Seit ein men Tagen verkehrt auf dem Postkurse Bad Orb—Wegscheide — Oberndorf—Mernes — Marjoß ein neu er 12 sitziger Kraftomnibus. Abfahrt in Bad Orb 10 V. Rüchfahrt ab Marjoß 2.2, in Bad Orb 3.15 Uhr.
= Schweinfurt. Bei Mainberg wurde ein älterer Mann von einem vorüberrasenden Auto überfahren und so schwer verletzt, daß er kurz nach der Einlieferung in dos Krankenhaus verstarb:
— Kreuznach. In Biebernheim spielte eine Schar Kinder an einem Faß. Plötzlich schlug das Faß um und tötete ein fünfjähriges Mädchen auf der Stelle.
— Bad Homburg v. d. H. Oberbürgermeister Lübke, der nach 17jähriger erfolgreicher Tätigkeit im Dienst der Stadt in den Ruhestand tritt, hat sich in einem herzlich gehaltenen Anschreiben von dem Stadtverordnetenkollegium verabschiedet, lieber den Nachfolger Lübkes sind Entscheidungeu noch nicht ge- troffen worden. — Die Stadtverordnetenversammlung bewilligten gegen die Kommunisten 2000 Mark Beitrag an die Kur-Aktiengesellschaft zur iDurchführung des Winterbetriebs im Kurhause.
= Aus Thüringen. Die Landwirtschaftskam- mer Gotha veranstaltet am Dienstag, den 4. Nov. in 3ngerieben bei Neudietendorf ein Schaupflügen, bei dem mehrere Mowrpflüge in Bauart und Arbeitsleistung gezeigt werden sollen. — Der Schaden, der durch ein Großfeuer in der Mauxion- schen Schokoladefabrik in Saalfeld entstanden ist, wird aus 650 000 Mark geschätzt, er ist voll durch Versicherung gedeckt. Die tägliche Produktion betrug in den letzten Monaten 500 Zentner an Schokolade, Kakao, Praline und Konfitüren.
Heues aus Frankfurt.
— Massenkündlgungen. Nachdem die chemische Fabrik Griesheim-Elektron schon 300 Arbeiter entlassen hatte, beabsichtiqt sie weiteren 700—800 Arbeitern zu kündigen Gänzlich stillgelegt werden die Äerufsfeuerwehr, die Lager- und Reparaturwerkstätten für Fässer und Flaschen und die Mineralwasserbereitung. Zur teilweisen Stillegung kommen die Schlosserei- und Maurerbetriebe, zur erheblichen Einschränkung die kaui- männischen und technischen Büros. Als Begründung gibt die Direksion an, daß diese Betriebs nicht mehr lohnend seien. Die sttllaelegten Werke, die teilweise nach Bitterfeld verlegt werden, weil hier Kohlen und Straft billiger sind, sollen dann nach und nach umgestellt werben. Mit diesen Maßnahmen sinkt die Belegschast der Griesheim-Elektron auf unter 50 Prozent der Vorkriegs, zett herab. — Auch die chemische Fabrik Cassella in Mainkur schritt bereits zu größeren Arbetterentlasfungen.
— Die Lauarbeileraussperr.mg Die Aussperrung der Bauarbeiter im Wirtschastsbezirk Frankfurt-Mainz wird von vielen Unternehmern nicht mehr durchgesührt. Don 3600 ausgesperrten Frankfurter Arbeitern werden bereits wieder 2200 beschäftigt. Fast alle Firmen, die an der Aussperrung beteiligt finb, stellen ihre Arbeiten als dringlich hin und beschäftigen ihre Arbeiter weiter. Die Aussperrung dürfte wohl schon diese Woche endgülttg beigelegt werden, da sich die Stadtverwattungen von Frankfurt, Mainz usw. eingehend mit der Schlichtung des Streite- befassen. Freitag findet vor dem Schlichter von Hessen und .Hessen-Nassau die entscheidende Sitzung statt, die wahrscheinlich mit einem Vergleich enden wird, da beide Teile des Kampfes müde sind, die wirtschaftliche Sage aber auch keine weitere Kämpfe duldet.
Rus Gberhefien und den hessischen Remtern.
— Marburg. In körperlicher und geistiger Frische begeht am 25. Oktober Bahnwärter a. D. Franz Bührmann seinen 80. Geburtstag. Er ist Kriegsveteran von 1866 und 1870=71.
Rentnertagung.
A Marburg. In Anwesenheit von Regierungsoertretern aus Kassel und Wiesbaden, sowie zahlreicher Abgeordneten der Ortsgruppen tagte im Landgrafenhaus der Landesverband Hessen-Nassau des Deutschen Rentnerbundes. Auch der Hauptvorsitzende, Herr Funke aus Berlin, wohnte den Verhandlungen, die General a. D. Vogel aus Kastel leitete, bei. In dem Hauptoortrag, den Dr. Polligkeit aus Frankfurt hielt, behandelte dieser die Frage der Fürsorqe- verordnung und ihre Auswirkung mit besonderer Berücksichtigung der Kleinrentnerfürsorge. Er wies darauf hin, daß infolge der Verhältnisse in Deutschland rund 6 Millionen Menschen zu den Hilfsbedürftigen zu rechnen seien. Die Hauptaufgabe der Ortsgruppen liege darin, die Wohlfahrtsämter zu unterstützen. Seine Ausführungen wurden durch den Mitberichterstat- ter, Herrn v. Colomb aus Kastel, unterstützt. Frl. Schrader aus Kastel und der Vorsitzende sprachen über „Die private Fürsorge als Ergänzung der öffentlichen Fürsorge", Magistratsassesfor Voß aus Marburg über „Steuern und Fürsorge" und Rechtsanwalt Schönberg aus Kastel über „Den Stand der Aufwertung", die durch die Reichstagsauflösung wohl wieder hinausgeschoben sein dürfte. Am zweiten Verhandlungstage beschäftigte man sich in der Hauptsache mit den geschäftlichen Angelegenheiten und dem Stand der einzelnen Ortsgruppen, beren Vertreter eingehende Berichte gaben, lieber „Lan- besoerbanbsarbeit" sprachen Frl. Schrader aus Kassel und Dr. Kramer aus Frankfurt, während Fr. Butte aus
Kastel über die Kasteler Derkanfsstelle des Bundes berichtete. Während viele Berichte die Lage der Rentner als verbesserungsbedürftig bezeichneten, führte der Vertreter von Bad Homburg aus, daß man dort in vorbildlicher Weife ihren Wünschen und Nöten Rechnung trage. Ein geselliges Zusammensein und Besichtigungen, veranstaltet von der Marburger Ortsgruppe, schloß sich an die Tagungen. ___________ ____________
Technik und verkehr.
— Der Sesttzer der Schichanwtrft f. Wie die Danziaer Neuesten Nachrichten melden, ist in Elbing der Besitzer der Schichauwerft, Dr. ing. Karl Frisolf Carlson im Alter von 54 Jahren nach dreitägiger Krankheit an den Folgen einer Dlinddarmoperation gestorben.
Wissenschaft und Forschung.
--- Der diesjährige Nobelpreis für Physiologie und Medizin wurde Prosestor W. Einthoven in Lehden verliehen. ____
Gsttesdienftordnung.
Evangelischer Gottesdienst.
Sonntag, 26. Okt. Fnlda. Vormittaas 9'/, Uhr Sup. Ruhl. 11 Kindergottesdienst. Nachm. 2 Pfr. Weber. — Großenlüder. Vormittags SH» Pfarrer Weber. — Amtswoche: Sup. Ruhl.
Dienstag, 28. Oktober. Abend» 8 Kirchenchor.
Mittwoch, 20. Oktober. Fulda. 8 Uhr abends Bibelstunde Gemeindehaus (Kleinkinderschuie).
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Sonntag, 26. Okt. Abends 8 Evangelisation.— Montag 6 abends Kinderbund. — Dienstag abends 8 Bibelstunde (Pfarrer Weber). — Mittwoch abends 8 Gesangstunde. — Donnerstag abends 8 Jugendbund. Freitag abends 8 Bibel- und Gebetstunde.
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