r~s«uae; z«H«n7~i Zur Unter h altung.
- Nr. 247 vom 22. OH. 1924
verirrt.
Von Ferdinand Emmerich, Weltreisender und Naturforscher.
Die Sonne stand im Zenith. Mühende Lichtmafsep zittert«, über der ausgedörrten, irsertosen Sandwüste. Ate bkaWosen Dornbüsche auf den sandigen Hügeln tanzten in wellenförmig wogenden, Umrissen, und eine nebel- artige Röte umhüllte den fernen Horizont.
Mühsam keuchte mein Maultier durch den staub- arSgeu Sand. Erschlafft, unfähig, die trockenen Lippen zu bewegen, hing ich im Sattel. Ein Gefühl grenzen- kofer Verlassenheit hatte sich meiner bemächtigt. Es nutete noch verstärkt durch die Todesstarre der Natur. Selbst die in den silbernen Krotvnbüschen lagernden EDechfen rührten sich nicht bei meiner Annäherung. Nur hoch oben im Aethermeer zog ein einsamer Geier feine Kreise über meinem Haupte, als wittere er in den Moppenden Gestalten sichere Beute. . .
Ich befand mich hier in einem jener trostlosen Landstriche, die eine Laune der Natur inmitten herrlichster Tropengegenden ausgestreut hat. Wie ein im heftigsten Wurme festgewordenes Meer dehnte sich die endlose Steppe vor mir aus. Wogenähnliche Hügel hoben sich Untereinander bis zu den Grenzen des Horizonts. Heber dem ganzen Landstriche flimmerte das unbarmherzige Sonnenlicht und deckte den Boden wie em riesiges Leichentuch.
Ich war zur Erforschung von anüken Toltekentempeln am ÄRangakileflusfe in Honduras unterwegs. Ws Mhr« und Träger hatte ich Indianer angeworben, die bei Weg zu kennen Vorgaben. Nur wenige Tagereisen |p$Ite der Muß entfernt fein, Wasser und Lebensrnittel st» Dörfern am Weg».
Deutsche Fachausdrücke des zmkdienftes.
Als das „Glückhaft Schiff von Friedrichshafen" in Amerika gelandet war, wies fein Führer Dr. Eckener mit anerkennenden Worten auf den Rundfunkdienst hin, der es ihm vor allem ermöglichte, fein Ziel ohne Unfall ja erreichen. Der Rundfunk gewinnt auch bei uns immer größere Bedeutung, und mancher Deuflche wird es schon unangenehm empfunden haben, daß gerade aus dem Gebiet des Funkwesens die Fremdwörterei sich so stark geltend macht. Es ist daher mit Freuden zu begrüßen, daß eine Verfügung im Amtsblatt des Reichspostministeriums dieser Unsitte mit Entschiedenheit ein (Ente bereitet.
Wie das neueste Heft der Zeitschrift des beut« fich^n Sprachvereins berichtet, hat sich die Post mit den übrigen Reichsbehörden und den Funkbetriebsgesellschaften über den gesamten Wortschatz der Funkerei geeinigt, ihn übersichtlich zusammengestellt und seine Verwendung nicht nur für den ganzen Bereich des eigenen Dienstes angeordnet, sondern auch dafür gesorgt, daß alle in Betracht kommenden Kreise, die Reichsbehörden, die Unterrichtsverwaltungen, die großen Funkfirmen und ^iachverbände, damit bekannt und veranlaßt werden, die Aemdfprachlichen Bezeichnungen fallen zu lassen.
Die Zusammenstellung der deutschen Fachausdrücke des Funkdienstes gibt weit mehr als 100 deutsche Wörter, von denen nur wenige als Beispiel angeführt werden sollen. Der viel umstrittene „Radioamateur" ist amtlich zum „Funkfreund", der „Radioklub" zum „Bersin der Funkfreunde" geworden; statt „funktelegraphische Ortsbestimmung" hat man den Mut, kurz und gut gu sagen „Funkortung", „atmosphärische Störungen" sind „Suftp5rungen“, statt „Antenne" heißt es „Luftleiter" oder „Luftdraht", und der „Detektor" macht der „Zelle" Platz. — Um die Funkerei hat sich vor allen anderen die deutsche Technik verdient gemacht, und sie mag drcher besonders der Post danken, daß diese es verstanden hat, deutsches Verdienst auch stxachüch zu schützen.
Die ziugmaschinen.
Eine gemeinverständliche Betrachtung von G. Fasbender.
1. Der Drache.
Ein in Städten und Dörfern gleich bekanntes und teßebtes Spiel ist es, einen Drachen steigen zu lassen. Hierzu ist der Herbst die geeignetste Iahreszett, denn er bietet freie Stoppelfelder, Wiesen und günstige Winde.
Schon der Kulturwelt des Allertums war der Drache betont. Seine eigentliche Heimat ist China. Hier schweben oft Hunderte von Drachen über den Häusern und Hausbooten und erfüllen die Luft mit Gebrumm. Dos Brummen, das dem einer entfernten Dreschmaschine gleicht, wird hervorgerufen durch ein an dem Drachen angebundenes hohles Bambusrohr, durch welches der Wind streicht. Der sehr abergläubige Chinese sucht sich durch diese musikalischen Drachen vor den bösen Geistern zu schützen. Die Drachen der Chinesen Haden rechteckige, ovale ober sechseckige Form, ost stellen sie auch phantastische Tiere wie Vögel und Ungeheuer dar «und sind teils in riesigen Maßen gebaut.
In seiner einfachsten, bei uns üblichen Form ist der Drache wohl allgemein bekannt; es fei nur auf einiges Beackttenswerte bei der Anfertigung hingewiesen. Zum Gerüst, dessen Gewicht möglichst gering sein soll, nimmt man eine dünne 1 Meter lange und 2 Zentimeter breite Leiste. Ein spanisches Rohr von 67 Zentimeter Länge schneidet die Leiste im ersten Achtel ihrer Länge, während ine Wage (Schnur) im zweiten und letzten Achtel zu befestigen ist. Zum Bekleben eignet sich am besten Pergamin, wegen seines geringen Gewichtes und größter Reißfestigkeit. Wichttg ist die Herstellung des Meich- gewichtes, zu dessen Regelung man die Papierquasten an den Bogenenten beliebig vergrößert oder wegschnei- bet Der Drachenschweif mutz mindestens dreimcll länger fein als die Mittelleiste. Die Steigeschnur wähle man fest, aber nicht zu schwer, damit ihr Gewicht nicht zu sehr belastet. Sie wird im obersten Drittel der Wage fest verknüpft; ihre Länge stillte nicht unter 60 Metern betragen.
Der Drache ist der älteste Flugapparat. Er ist schwerer als Lust und wird von der Kraft des Windes in der Schwebe gehakten. Wirst man bei bewegter Licht Grashalme oder Papierschnitzel in die Höhe, so trägt sie der Wind oft hoch in die Lüfte; hierauf beruht das Steigen der Drachen. Der Wind würde auch den Drachen mitnehmen, aber die Haltefchnur verhindert dieses. Weiterhin ist der Wind beftrebt, den Drachen so einzustellen, daß er den geringsten Widerstand bietet, also in die wagrechte Länge. Dem wirken jedoch die Art der Befestigung der Haltefchnur und das Gewicht des Schwanzes entgegen, der das hintere Ende des Drachen immer nach unten drückt. So stellt sich der Drache dem Winde also in schräger Stellung, in der sogenannten „Drachenstellung" entgegen. Der Wind trifft dem
nach schräg auf die Drachenfläche, findet ein Hindernis und muß nach unten ausweichen,'bezw. abfließen. Hierbei drückt er den Drachen ständig nach oben, sodaß derselbe stehen bleibt, solange ihn die Schnur hält. Er wird höher steigen, wenn man weitere Schnur zugibt.
In den letzten Jahrzehnten ist der Drache wesentlich verbessert worden, besonders durch den Australier Har - grave und verschiedene Amerikaner, weshalb man auch die gefundene neue Form als „amerikanischen Drachen" bezeichnet. Der amerikanische Drache ähnelt in der Form einer Zigarrenkiste, bereit beide Stirnwände herausgenommen sind. Zur Herstellung benötigt man 4 Cckstäbe von 70 Zentimeter Länge, die in einem Quadrat von 30 Zentimeter Seitenlange ausgestellt und unten und oben durch je einen Papierkranz von 20 Zentimeter Breite verbunden werden. Die Stäbe werden durch Einschnitte des Papiers gesteckt, wobei es sich empfiehlt, diese Stellen vorher durch Ueberfleben zu verstärken. Den nötigen Halt bekommt das Gefüge durch Einsetzen von Diagonalen, die oben und unten kreuzweise zwischen die Eckstäbe geklemmt werden. Die Schnur (Wage) wird an 2 Ecken, zn der Mitte eines Papierstreifens befestigt. Der Hargravedrachen stellt zwei über« etnanberliegenbe Drachenflächen dar: die senkrechten Felder sind Richtungsflächen und halten den Drachen stets in der Windrichtung. Diese Kastendrachen haben den Vorzug, schnell und sicher zu steigen und sind nach Entfernung der Diagonalen zusammenlegbar. Will man zwei solcher Kästen nebeneinander vereinigen, was bei größeren Exemplaren die Regel ist, so empfiehlt es sich, aus leichten Stäbchen ein Gerüst zu bauen und dieses zu bekleben.
Der Drache hat eine vielseitige wissenschaftliche Verwertung gefunden. Schon Franklin erforschte im Jahre 1752 mittels des einfachen Drachen die Luft. Es gelang chm, aus einem Schlüssel, den er am Ende einer durch Regen feuchten Drachenschnur befestigt hatte, elektrische Funken zu ziehen. Er wies so nach, daß die Luft auch ohne jegllche Gewitterneigung elektrisch ist.
Drachen nach der Bauart von Hargrave haben eine bedeutende Tragkraft. Versuche haben erwiesen, daß mehrere derartige Zellen vereint im Stande sind, einen Menschen zu tragen. Heute noch benutzt die Wissenschaft diese Drachen; mit meteorologischen Instrumenten versehen dienen sie zur Erforschung der Lust, finden Verwendung für drahtlose Telegraphie, Signalisieren und Rundfunk. In Einzelfällen gelang es, durch lieber« bringen von Notleinen mittels Drachen, die Mannschaften gescheitert« Schiffe zu retten.
$ «Mausens größter Sohn.
Zum 50. Todestage von Johann Heinrich Mojer;
gestorben 24. Oktober 1874.
Dor 100 Jahrn zog ein ISjähriger llhrmachergefelle, der Sohn eines Uhrmachers, von fein« Vaterstadt Schaffhausen aus in die Fremde. Seine Wanderschaft führte ihn auch nach Petersburg, wo « sich selbständig machte und in verhältnismäßig kurzer Zeit m eh r f a ch e r Millionär wurde. 1849 teerte « mit sein« Familie nach Schaffhausen zurück. In Neukmusen, am Rhein, ob«haib des Rheinfalls, gründete « eine große Eisenbahnwagen- und Waffonfatwik imb gab damit das erste Beispiel, wie die Wasierkvaft des Fknffes nutzbar $a machen fei. Dann ging « mit alter ZRadjt an die Derwärtüchrmg eines Unternehmens, welches man für die damalige Zeit als geratest stmsttsch bezeichnen darf. Er schuf die großartigen, heute noch unter dem Namen „Moserdamm" betonten Wasserbauten, welche die ganze Kraft des Rheinstrvmes in den Dienst d« Menschheit zwangen und natürlich in erster Linie fein« Vaterstadt zugute kamen. Am 9. April 1866 war das Werk vollen- bet und konnte d« öffentlichen Benutzung übergeben werden. Moser hat sein Wert noch 8 Jahre ätetfeät und von feiner hoch über dem Rheinfall gelegenen Villa Charloti enfels auf die Erfolge seines Lebens, zu denen noch die sogenannte „Rheinsullbaha" ergänzend genannt werden muß. herakffchauen können. Er starb am 24. Oktober 1874. Die „DDa ChartMeusels" ist von Mos«s einzigem, inzwischen gleichfalls verstorbenem Sohn ter Statut SchaMmHen in Form einer Stiftung geschenkt worden.
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llnd ich alter Tropenkenner hatte den Indianern geglaubt! Hatte di« Treulosigkeit der Kariben vergessen!
Schon bei der ersten Rast in der Steppe kam mir die Erkenntnis, daß die Indianer sich o«irrt hatten. 2b absichtüch oder nicht, konnte ich nicht herausbringen. Jedenfalls fand sich hier kein Tropfen Wasser und unsere Feldflaschen und Wassersäcke waren le«. Ich beschloß auf d« Hut zu sein. Mit dem Gewehr im Arm, den Sattel als Kopfkiffen, die Halfter am Handgelenk, legte ich mich in meine Decke gewickelt zur Ruhe. Als ich erwachte, war ich allein! Die räuberische Bande war mit dem gesamten Gepäck auf und davon! Dennoch setzte ich meine Reffe in der eingeschlagenen Richtung fort, hoffend den Fluß allein zu finden. Aber ich kam immer tiefer in die Steppe. Bon den waldigen Uf«n des Flusses schien ich noch weit entfernt zu fein.
Auf einem Sandhügel, d« eine weite Fernsicht bot, - zügelte ich endlich mein Maultier und hielt Umschau. Die glühende Tropensonne brannte unbarmherzig her- i nieder. Quälender Durst peinigte Roß und Rett«. Ich mußte bald Wasser finden, sonst . . .
Wett hinten im Nordwesten, in meinem Rücken, zog sich ein dunkler Streifen am Horizont entlang. Sonst verlor sich d« Blick nach jeder Richtung hin in endlose Ferne. Dorthin lenkte ich jetzt mein Tier.
Kraftlos stolperte der arme Schimmel den sandigen Hügel hinab, in das dürre, steinige Tal. Grenzenlose Gleichgülttgkeit überkam Mich. Ich vermochte kaum zu denken. Mechanisch griff die Hand zur Feldflasche oder zur leeren Satteltasche. Aber längst schon war der letzte Bffsen, der letzte Tropfen aufgezehrt . . . Mein verschwommener Mick irrte von Zeit zu Zeit zu dem bunt« ' len Streifen hinüber . . . dort lag die einzige Rettung, j Dort tanzte in wogenden Bewegungen, in dem rötlichen j Dunste der ersehnte Wald.
Aus aller wett.
— General und Dichter. Ms d« preußische Hosdich. ter Bester von König Friedrich I. zum Oberzeremonienmeister ernannt wurde, waren die Herren vom Adel darüber recht oerschimpf, da der Dichter in dieser Eigenschaft den Vortritt vor dem Adel hatte. Bei einem Einzug nun ritt Besser dicht hinter dem König und vor der gesamten Generalität. Ein« der Generale, den das schwer verdroß tat so, als wenn er sein Pferd nicht bändigen konnte, und jagte plötzlich seitwärts auf Besser zu, indem er ihm zurief: „Herr, auf die Sette, mein Gaul beißt!" Best« aber wich keinen Schritt und rief dem General zu: „Herr auf die Seite, mein Gaul schlägt!" Damit gab er seinem Pferd die Sporen, dieses schlug mit den Hinterfüßen aus und traf das Pferd des Generals dermaßen, daß es sich bäumte und der General alle Kraft zufammennehmen muhte, um nicht in den Graben geworfen zu werden Wutschnaubend ritt er unter dem Gelächter der Zuschau« an feinen Platz zurück.
— Der Silbermacher von Berlin. Im Jahre 1705 erschien am preußischen Hof in Berlin ein ^gewisser Ru- giero aus Neapel und kündigte dem König an, er sei imstande, Quecksilber in Silber zu verwandeln. Der König ließ ihn kommen, und er legte in seiner, des Kronprinzen und d« obersten Hofbeamten Gegenwart eine Probe feiner Kunst ab, die zur vollsten Zufriedenheit gelang. Der König nahm ihn daraufhin in feine Dienste, schenkte ihm das Fürstenhaus auf dem Friedrichswerder und überhäufte chn mit Ehren Dem andern aber war es mehr um Geld zu tun, und fo kam er bald mA Forderungen. Der König aber erwiderte darauf, daß ein Mann, der selb« Silber machen könne, sich doch kein Geld zu schenken laste« brauche, und gab ihm nichts. Da beschloß Rugiero. den unergiebigen preu- ßffchen Hof heimlich zu vergasten. Ab« « wurde abgefaßt, und da es sich erwies, daß feine Experimente Betrügereien gewesen waren, wurde er in einem silberfarbigen Kleide an einem mit Flittergold belegten Galgen gehängt.
— Ein bemoostes Haupt. Eine Fischereizettschrist berichtet, daß im See bei Kirchbarkau (Provinz Schleswig-Holstein) ein Karpfen an das Lcmd gebracht wurde, der bei einer Länge von nahezu einem Met« und einem Umfang von über achtzig Zentimeter ein Gewicht von üb« dreißig Pfund zeigte. Das Alter dieses Siefen« korpfen wird auf mehr als em Jahrhundert geschätzt. Man nahm davon Abstand, den Zeugen aus der Zeit, als d« Urgroßvater die Urgroßmutt« nahm, dem Schlachtsnest« zu üb«fiefem und gab den alten Knaben wieder feinem feuchten Element zurück. — Derartig starke, alle Fffche sind, rote noch bemerkt fein möge, für den mstschlichen Genuß nicht mehr sonderlich geeignet. Das Fleisch wird beim Kochen fest und trocken
— Aus d« Geschichte bet Cante. Wenn auch die Laute erst in jüngst« Zeit bei uns so volkstümlich geworden ist, so war sie doch schon in früheren Jahrhunderten in Deuffchland wohl bekannt. Ja sie bückt auf ein sehr hohes Ast« zurück, und es ist sehr lesenswert, was Niels Sörnjen in seinem eben erschienenen Werte „Meine Laute" darüb« mitteilt. Darnach wird das Vorhandensein der Laute in Aegypten schon durch uralte Bildwerke aus der 4. Dynastie, d. h. vor etwa 6000 Jahren, bzeugt. Die Araber bzetchnen die Laute als „Schale" mit Aloud, was von dnn Spaniern in Land, von den Deuffchen in Laute um gebildet wurde. Die mit« telatterlichen Minnesänger in d« Provence fangen schon zur Saute. Mit dem Minnesang kam auch die Laute nach Deutschland. Bon einem Lautenmach« Heinz Heft in Nürnberg wird aus dem Jahre 1413 berichtet. Man gebrauchte die viel imb gern gespielte Saute aud) im Zusammenhang mit Streich- und Blasinstrumenten. Die Krone all« Lautenfetz« war I. 6. Bach, selbst ein treff« licher Lautenschläg« und Lautenlehrer, besten Sauten- Vertonungen aber den Schwanengefang des edlen Tonwerkzeugs bedeuten, da man ihm seich« das verbesserte Klavi« vorzog. Erst in nuferen Tagen hat die Laute dank der WanteroogÄtewegung mied« eine fröhliche Auferstehung gefeiert, und es bereitet einen seltenen Genuß, einen Meist« der Saute wie Niels Sömfen zu hören oder wenigstens über fein Liebftngstnftrument plaudern zu hören.
— D« Katzenbuckel. Weshalb macht tue Katze einen Buckel, wenn sie sich z. B. txm einem Hund bedroht steht? Manche Zoologen glauben, durch diese Haltung wolle sie größer, stärk« und furchtbarer erscheinen. Run vermindert diese Haltung ater ihre Sprungbereitschaft ganz erheblich. D« Grund fft auch em anderer, und Konrad M. v. Unruh erklärt ihn in feinem „Leben mit Tieren" wie folgt: Jede Kampfbereitschaft wirft erregend auf alle Hautnerven und Muskeln. Die Katze fühlt in» sttnktiv, daß ihr Racken die einzige Stelle ist, wo sie rasch imb fast gänzlich wehrlos gemacht ro«ben kann. Wird sie dort gepackt, so nützen ihr web« die Zähne, noch Vorderpfoten, unb die Hinterkrallen können dorthin nur mit geringer Kraft erhoben werden. Diese gefährdetste Stelle ihres Körpers kann die Katze also nur dadurch einigermaßen dem Angriff entziehen, daß sie Kops und Rücken hebt und den Nacken dazwischen herabziehend verdeckt. Alle Katzenfeinde richten aus ererbter Erfahrung ihren Angriff gegen das Genick der Katze, wie
War das auch wirtlich ein Wald?
Ein Ruck riß mich zufammen. Ein Zittern fuhr durch meine Glieder. Warum zweifelte ich? Großer Gott, nur das nicht, nur keine Täuschung! Wenn ich dort keinen Wald, kein Wast« fand, was dann? Welch fürchterlicher Tod stand mir bevor? Allein, am Ende meiner Kräfte, ohne Master in dieser mörderischen Sonne, m dieser menschenleeren Wildnis! Kalter Schweiß brach mir aus allen Poren. Mir schwindelte, ich wankte im Sottet Verdursten! Der Gedanke allein brachte mich um die Bestmmngl
Mein Maultier war stehen geblieben. Es schnaubte leise. Jetzt empfand ich die lautlose Sttlle ringsum, wie einen körperlichen Schmerz. Ich suchte ängstlich ine Umgebung nach Lebewesen ab. Sogar den ominösen Geier sehnte ich jetzt herbei . ..
Mit Gewalt zwang ich mich zur Ruhe. Ich sprach laut mit meinem Maultier, um mich am Klange meiner Stimme wieder aufzurichten. Ich versuchte zu fingen, erschrak ober vor den rauhen Lauten, die aus mein« Kehle kamen.
Da wurde plötzlich mein suchendes Auge durch eine Beobachtung gefesselt, die mir neuen Mut gab. Die Sonne stand mir schräg gegenüber. Wett vor mir schien die Steppe rote eine Halbkugel anzusteigen. Große buntle Punkte fliegen auf unb schienen über dem Boden zu tanzen . . .
Dort mußte Master fein! Die lebhafte Lustbewegung konnte nur durch ungleiche atmosphärische Schichten hervorgebracht werden. Meine Angst wich. Ich faßte wieder Mut. Betete wieder: Großer Gott, Wasser — nur Wasser!
Langsam trottete mein Schimmel weiter. Keuchende rauhe Laute zeugten von den Qualen des armen Tieres, von Zett zu Zett strauchette es und blieb ermattet stehen.
auch sie im Kampf mit einem Hunde stets darauf aus- geht, ihm auf den Nacken springen zu können.
— Hunde als Traubensress«. Bekannt ist die Dor. liebe des Fuchses für Weintrauben. Auch unsere Hunde sind häufig Freunde davon. Bei Bordeaux haben die Winz« das Recht, jeden Hund, der sich ohne Maulkorb in den Weinbergen sehen läßt, auf eine beliebige Art zu töten. Man sieht daher dort viele Hundegalgen, an denen die Verbrecher aufgehängt werden. Auch in den ungarischen Weinbergen sollen die Haushunde erheblichen Schaden anrichten, weil dort die Trauben fast ganz bis auf die Erde herudhängen.
— Die Einwohnerzahl der italienischen Släbfe. Eine kürzlich stattgefundene Volkszählung in Italien hat fob gende Einwohnerzahlen italienischer Städte ergeben: Neapel 770 000 Einwohner, Mailand 701000 Ein. wohn«, Rom 663 800 Einwohner, Turin 499 800, Genua 304000, Florenz 247 000, Palermo 393 000, Venedig 165 000. In den neuen italienischen Gebieten wurden folgende Zahlen festgestellt: Südtirol 669 700 Einwohner, Görz und Gradiska 262 400, in den italienischen Teilen von Kärnten und Kram 64 688, Triest imb Istrien 558 000. Die gesamte Einwohnerzahl Ich, liens beläuft sich auf 39 943 500.
heileres.
.Hi«, Herr Lehrer?" Im Oldenburgifchen ist in* einer Dorfschule kürzlich eine niedliche Geschichte postiert. Auf dem Schulhofe war m der Pause, wie in dies« Iahreszett üblich, „Murmeln" gespielt worden. Ab« die dauernde Berührung mit den nicht sauberen Kugeln unb mit dem Erdboden versetzte die Hände in einen Zu- stand, den man mit dem Ausdruck „mohrenähnKch" nach sehr milde bezeichnet. Einer der kleinen Spieler, der besonders hervorragend schmutzige Hände bei dies« Angelegenheit bekommen hatte, wurde im der darauffolgenden Stunde vom Lehr« nach vorne zttiert, um für einige Dummheiten ein paar Klapse auf die Pfötchen zu bekommen. Schnell spuckte der Uebeltäter m seine rechte Hand, wischte sie provisorisch an seinen Hosen ab, bohrte die andere, die « nicht mehr reinigen konnte, in die Hosentasche und geht zmn Lehrer, ihm die rechte hin- streckend. „Junge", sagte der Lehr«, „wenn Du mir in d« ganzen Schule eine Hand zeigen tonst, die noch schmutziger ist, als die, die du mir da zeigst, so soll Dir Deine Strafe erlassen sein." Darauf grinst ter Bengel bloß, zieht seine untere Hand aus der Hosentasche und fagt fröhlich und unverfroren: Hier, He« Lehrer."
(Beobachter am Main.)
D« Geisterfeh«. Fremder: Hören Sie mal, guter Mann, ich habe gehört, Sie können Geister beschwören. Ist das wahr? Schäfer: Ja, natürlich!. Aber im Ver» trauen gesagt, sie kommen nicht!
So ein Heuchler. Einbrecher (ter vom Hausherrn Überrascht wird): Das ist wirklich ter Gipfel der Heuchelei! Sie hoben doch an Ihre Haustür geschrieben: „Bi» bis Montag verrestt."
Aus kochend« Seele. „Warum schimpfen S’ denn nacha so auf d' Regierung, He« Nachbar?" — „Ja segn S', dös is zwegn dem — fei dreißig Iohr zücht' ich farbige Kaninchen — un setz' frag' i Eahna: Wos Hot die Regierung bis heft für uns farbige Kaninchenzüchter getan?"
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Maliziös. „Er hat zu mir gesagt, ich solle ihn fürs ganze Leben glückllch machen!" „Und du hast ihn abge- roiefen?" „Allerdings." „Wie nett von dir, feine Bitte zu erfüllen."
Vor hm 25.
eines jeden Monats muß die
WMMli»e-3ewWezW
beim Briefträger (Postamt) erfolgen. Spätere Bestellungen nimmt die Post nur gegen Entrichtung einer Sondergebühr von 20 Pfennig an.
Deshalb bestellt die ßuldaer Zeitung
vor dem 25. Oktober!
— Da plötzlich spitzte es die langen Ohren. Witternd schoben sich die Nüstern in die Luft. Ein kurzes Wieh«n und dann fiel es in eine lebhaftere Gangart.
Eine Stunde später hielten wir vor einem Weiher, besten Oberfläche mit dünnem, zähem Schlamm überdeckt war. Mein Maultter bog gierig den Kops, drängte ober sofort wieder zurück, und blies zornig durch die Nüstern. Das Wasser war zum Trinken ungeeignet.
Qb' Wenigstens wollte ich dem Tier Nase und Maul abwaschen, um das quälende Durstgefühl etwas zu mildern. Wie ich aber die fingerdicke, grün- rote Decke zurückschob, erhoben sich Myriaden von Heinen Fliegen, die wütend über uns herfielen und uns zur schleunigen Flucht zwangen.
Dieser Zwischenfall hatte mir indessen die Spannkraft wied« gegeben. Ich empfand den Durst weniger, und auch dem Maultier schien die Ablenkung wohl getan ZU haben. Es fiel in einen anhaltenden Trab. Bald tauchte auch der dunkle Streifen deutlicher auf. Die Linien bekamen feste Form. Die Gegend wurde lebendig. Vögel zeigten sich, Insekten, Schmetterlinge flogen auf, und als die Sonne unter dem Horizont verschwand- zeigte sich der Wald in erreichbarer Nähe.
Der kurzen Dämmerung folgte eine pechschwarze Nacht. Noch eine Stunde verging, ehe ich die ersten Bäume streifte. Schon wollte ich ein befreiendes „Gott, fei Dank!" ausrufen, als ich eine neue Enttäuschung erlebte. Im Begriff abzusteigen, gab der Boden unter meinem Fuß nach. Schleunigst hob ich ihn wieder in den Bügel. Ich lenkte zurück, um auf festen Grund zu kommen. Dabei oeffehlte ich in der Finsternis die Richtung und. geriet nur um so tiefer in das schwammige Land.
Also wieder ein Sumpf! Und wieder ungenießbare» Wassert (Schluß folgt.)