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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadl Julba.

51. Zahrg

Donnerstag, 16. Oktsder 1924

auswärts 080 Goldmark.

I!

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DerZeppelin" in Amerika!

alles wohl.

lieber Boston.

Am Wendepunkt der deutschen Politik

Nr. 242.

wtb 71 e tt> t) o t f, 15. Off. (Funksvruch.) 10 Uhr 20 2Itin. vormittags (M. E. Z.) ist Luftschiff Z. R. 3 über der Stadt Boston schienen.

Am das et-

Aureisen-Pretir: «teimeile (Colonel) lokal 0,15 Golomart auswärts 0,20 Goldmark; Reklamezeile lokal 0,60. Goldmark

Deutschland und der Völkerbund.

Die belgische Mitteilung.

wtb Paris, 15. Off. (Tei.) Der Brüsseler Berichterstalfer desEcho de Paris" glaubt zu misten, daß die belgische Antwort auf das deutsche Memorandum über den Eintritt Deutsch­lands in den Völkerbund gestern fettig gestellt wurde. Belgien sei der Ansicht, bafc man Deutsch­land keine bevorzugte Behandlung zuteil werden lasten könne. Denn aber die von andern Ländern befolgten Regeln von Deutschland ebenfalls befolgt würden, würde Belgien für seine Zulassung ein- tretea. Jedenfalls werde die Antwort heute der deutschen Regierung überreicht werden.

* Kabinettskrise in Schweden. Das Kabinett Trygger hat seine Demission eingereicht. Der König hat die Mitglieder des Kabinetts ersucht, vor­läufig die Regierungsgeschäfte weiter zu führen.

* Die Arbeitslosigkeit in England. Reuter zu­folge scheint die Zahl der Arbeitslosen weiier zu "wachse». Sie betrug am 6. Oktober 1 215 600, \ h. 16 284 mehr als 'n der Vorwoche

Seite mitgeteilt wird, ist die deutsche Anleihe um mehr als 500 Millionen Dollar über-

Berantwortiilb iür die Skdrittleittmg: Dr- Jo banne? «r am er. Anzeigen: I. Parretier. Fulda. Rotationsdruck und Berlag der f Fuldaer Settrndruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr- 9.

Monatlicher Bezugspreis: 1.50 Mk.

Newyork hat Z. R. 3 Sable Island mit einer "Geschwindigkeit von 80 Seemeilen überflogen.

Die Anpassung an die DindverhÄtniste.

wtb Washington, 15. Off. (ZeL)__In

einer weiteren Meldung des amerikanischen Kapi­täns Steele heißt es: Z. R. 3 hat während der Rächt seine Fahrt mit vier Maschinen bei einer Ge­schwindigkeit von 57 Knoten fortgesetzt. Das Lufi- schiff wurde aber durch südwestliche Winde aufge­halten. Mik RücksiO auf die ungünstigen örtüchen Wifferungsverhöltniste und Berichte über besseres Wetter nordwärts wurde der Kurs um 8 Uhr ge­ändert. Der DampferPräsident harding" hat uns in der letzten Nacht durch Funkspruch seine Hilfe angeboten. Dir danken dem Kapitän, wir brauchen jedoch keine Hilfe, da wir noch für 56 Stunden Brennstoff haben. Das ist die Hälfte des mitgenommenen Materials.

lieber Sable Island.

wtb Newyork, 15. Ott. (ZeL) Arn 6 Ahr morgens [2R. E. Z.f wurde bei Sable Island das Motorgeräusch des Z. R. 3 in der Dunkelheit ge­hört. Das Luftschiff ist damit etwa noch 600 Mei­len von Newyork entfernt.

Vor Neu-Schottland.

wtb Newyork, 15. Ott. (ZeL) Z. R. 3 ist um 5 Ahr 25 Min. vormittags (deutsche Zeit) s ü d- lich vor Neu-Schottland (die große Halb­insel an der Südostecke Kanadas) augelangL Die weitere Fahrt wird über Newyork, Balti­more, Washington nach Lakehurst erfolgen.

Die Küste erreicht.

wtb Newyork, 15. Ott. (ZeL) Am 9 Ahr vormittags sM. 6. Z.f ist Z. R. 3 70 M e i l e n östlich von Boston gesichtet worden. (Boston liegt nördlich von Newyork an der nordamerika­nischen Ostküste.)

Vor dem Hafen.

Wtb Newyork, 15. Ott. (Funkspruch.) Am 5 Ahr vormittags [2H. E. Z.s ist in Lakehurst ein Funkspruch vom I. R. 3 des Inhalts eingetroffen, daß das Luftschiff Lakehurst am Mittwoch vormittag zu erreichen gedenke. An Bord

Das Ergebnis der Anleihe.

Wie mNewyork von zuverlässiger tsche Anleih

Frankreich und Rußland.

Die PariserInformation" berichtet, daß jeden­falls die unter dem Vorsitz des Senators de Monzie stehende Kommission, die die Bedingungen für die Wiederaufnahme der Beziehungen mit Rußland ausarbeitet, eine Antwort fertig stellen wird, in der der Sowjetregierung die sofortige Anerken­nung mitgeteilt wird.

Das Blatt glaubt, daß sofort nach Wiederauf­nahme der Beziehungen Wirtschastsver- handlungen eingeleitet werden und daß zu diesem Zweck eine Begegnung von Delegierten vor­gesehen sei. Der zukünftige Botschafter Sowjet­rußlands in Frankreich werde jedenfalls Rakowsky fein und der französische Botschafter in Moskau der Senator de Monzie. DieInformation" glaubt ferner, daß es vor allem die außenpoliti­schen Beziehungen zwischen Paris und Moskau feien, auf die es ankomme, denn davon hänge es ab, ob die wirtschaftlichen und finanziellen Pro­bleme sich vereinfachen oder komplizieren werden. Aber wenn es sich darum handle, die politischen Be­ziehungen festzulegen, dann würden die Schwierig­keiten für die russische Regierung größer sein als für die französische. Jeder Franzose wisse, daß Sowjetruhland nirgends auf die Interessen Frank­reichs stoßen werde, aber die Diplomatie von Moskau habe besondere Sorgen, von denen manch­mal ihre Aktionen abhängen würden.

DieInformation" spielt hier auf die angeb­liche Absicht der Sowjetregierung an, die unab­hängigen Nationen im nahen Osten und in Mittel­europa zu schwächen, was nach ihrer Ansicht die russischen Interessen fördern könnte.

Millerands neue Partei.

Wtb Paris, 15. Off. (ZeL) DerMalin" berichtet aus 5 fr b ur g, der ehemalige Prä­sident der Republik, Millerand, werde am 21. No­vember in Straßburg feine Rückkehr ins poli­tische Leben dadurch vollziehen, daß er eine große politische Rede halten werde» um das Programm der republikanischen nationalen Partei, offenbar der Partei, die er zu gründen beabsichtigt, zu ent­wickeln.

Das Marokko Problem.

Nach dem Rückzug der Spanier in Marokko.

Havas berichtet aus Madrid über ein Jnteview, das General Primo de Rivera einem Redak­teur des BlattesEl Decate" gegeben hat. Hier­nach habe General Primo de Rivera erklärt, daß er vor allem zu einer möglichst wenig schlechten Lösung des Mcuokkvproblems zu kommen wün­sche, da die begangenen D u m m Heike n utw Torheiten niemals eine befriedigende^ Lösung finden könnten. Er glaube, daß die vaterländischen Vereine schon stark genug seien, um dem Konrg die Mittel zur Einsetzung einer zivilen Regierung zu verschaffen, ohne die Hilfe der politischen Par­teien in Anspruch zu nehmen. General Primo bt Rivera habe erklärt, nicht zu wiflen, zu welchem Zeitpunkt die Cortes einberufen würden, da die Instiative dazu ausschließlich in den Bereich der Regierung gehöre, die sich bilden werde.

Es wird übrigens noch gemeldet, daß General Primo de Rivera den Vorsitz der neuen Re­gierung übernehmen wird.

Neue Kämpfe.

wtb 2R a b r i b, 15. Oft. (ZeL) Ein amtliche, Beriäst melbef größere Kämpfe im Gebiet von Larasch, beten Ausgang noch unbekannt ist. Durch königliche Verorbnung würben bie Reserve- jahrgäuge bet letzten drei Jahre ein­berufen.

vom Kampfplatz in China.

Reuter meldet aus Schanghai, daß mehrere Tausend führerlose Soldaten der Tschektang- armee, die von der Front kamen, in die Chinesen» stadt Schanghai eingezogen find. Die Kiangsu- Slreitkräste haben Lung-Hnc eingenommen.

Der englisch-türkische Konflikt.

Das englische auswärtige Amt veröffentlicht folgende Mitteilung: Die Regierung hat die er­wartete türkische Antwort auf ihre Note betr die Frage der Grenzen des Irak erhalten. Der Hauptunterschied zwischen den Auffassungen der beiden Regierungen besteht darin, zu wissen, ob während der endgültigen Regelung der Erenzfrage durch den Völkerbundsrat der jetzige Zustand be- tehen soll ober nicht. Die beiden Regierungen sind ich in der Auslegung nicht einig, die dem vom Völkerbundsrat am 30. Sept, gefällten Entscheid in dieser Sache gegeben werden soll. Die türkische Regierung hat sich dahin ausgesprochen, daß diese Frage dem Rat zum Entscheid wieder vorgelegt werden möchte. Der Staatssekretär der Kolonien teilte in Abwesenheit des Ministerpräsidenten dem türkischen Gesandten mit, daß die Regierung bereit sei, dieses Verfahren anzuwenden. Es ist jetzt not­wendig, Schritte zu unternehmen, um das General­sekretariat des Völkerbundes davon in Kenntnis zu setzen. Es versteht sich von selbst, daß inzwi­schen keine der beiden Parteien ihre Kräfte über die jetzt besetzten Linien vor- rüden lassen.

Verschärfung bet Lage.

wtb C o n b o n, 15. Oft. (ZeL) kolonialsfaals- fefrelät Thomas hielt gestern abenb in London eine Rebe, in bet er sagte, es hätten sich im 3raf Ereignisse abgespielt, bie für bie Regierung fehtbeunruhigenb feien. Soweit es in ber Macht ber britischen Regierung siehe, werbe nichts unterlassen, um ben Krieg abznwenben.

Ex könig Hussein.

Wtb Paris, 15. Off. (ZeL) Eine Meldung aus Djiba besagt, baß ber ehemalige König Hus­sein gestern vormittag h e b s cha in Begleitung sei­nes Harems verlassen habe, ohne baß ber Be­stimmungsort seiner Reise befannf geworben sei. Die Abreise habe unter den Einwohnern Bewegung hetvorgerusen.

Die Lage in Mekka.

Reuter meldet aus Dschidda, über die Soge in Mekka lasse sich nichts Genaues berichten. Da die telegraphischen Verbindungen unterbrochen waren, weiß man nicht, ob die Wa Habiten in die Stadt eingedrungen sind. König Ali gibt bekannt, daß er die Regie'ung vorläufig nach Dschidda verlegte und mit allen Truppen Mekka verließ, um ein Blut­vergießen zu vermeiden. Hussein hat ebenfalls die Stadt verlaffen.

Austritte aus ber demokratischen Partei. Wn die demokratische Reichstagsfraktion mitteilt, ifl der Geschäftsführer des Deutschen Bauernbundes, aus der Deutschen demokratischen Partei und da­mit auch aus der demokratischen Reichstagsfraktion ausgeschieden. We dem Blatte zufolge verlautet, hat sich Dr. Böhm der Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei angeschlossen. Wie W. T. B. aus parlamentarischen Kreisen M, haben der Bauernbundführer und preuß. Land­tagsabgeordnete Westermann, das Mitglied des Reichswirtschaftsrats Schmidthals sowie Hart kort aus Ostpreußen, die bisher Mitglie­der der Deutschen demokrattschen Partei waren, ihren Austtitt aus der Partei erklärt und sich der Deutschen Volkspartei angeschloflen.

Die deutsche volksparlei

hat folgende Erklärung abgegeben:

Die ReichtagsfraMon der Deutschen Volksparlei Hai in ihrer Sitzung vom 14. Oktober von den B e s ch l üs s en des Zentrums und der Deutschem Demokrati­schen Partei Kenntnis genommen; sie kann diese nur als eine Ablehnung der Zustimmung zu einer Rechdserweiterung der Reichsrsgierung auffassen. Die Deutsche Volkspartei ist nach Prüfung der hierdurch geschaffenen Lage einstimmig M dem Ergebnis ge­langt, an ihrer bisherigen Stellungnahme fest, zuhalten. Die Voraussetzungen, die gemein-, sam mit dem Zentrum und der Deutschen Demokratischen Pattei für die Zuziehung der Deutschnatio­nalen Volkspartei nach den Maimahlen aufge­stellt wurden, sind erfüllt. Die vorbehaltlose Annahme der Richtlinien der Reichsregierung als geeigneter Grund­lage für die Regierungserweiterung durch die Verhand­lungsführer der Deutschnationalen Volkspartei, die Bei­behaltung der Kanzlerschaft und des Aus- wärtigen Amtes durch bewährte Führer sind Bürg­schaften für Fortführung der bisherigen Außenpolitik auch bei Zuziehung der DewfchnMonalen Volkspartei. Diese Zuziehung ist zugleich eine Notwendigkeit staatsi­cher Konsolidierung und parlamswtarischer Gesundung. Die Koalition der Mitte ist infolge chrer num­merischen Schwäche von einer parlcmrentattschen Krise in die andere geraten. Ihre Fortführung bietet keine Gewähr für eine Vermeidimg bi der Krisen. Die bis­herige KocEonsregierung würde im Gegenteil mit Sicherheit binnen kurzem zum Schaden der deutschen Außen- und Innenpolitik ik parlamentarische Verwicklungen geraten. We Deutsche Volkspartei hält infolgedesien die Fortführung der bisherigen Koalitionsregierung praktisch für unmöglich. Wenn sich aus der derzeitigen parlamentarischen Situation eine neue Krise ergibt, die zur Auflösung des Reichs­tages führt, so trifft nicht die Deutsche Volkspattei die Schuld. Die Annahme ihrer Vorschläge würde die Krise vermeiden und eine dauernde Konsolidierung der Regie- rtmg zur Fortführung ihrer Aufgaben ergeben. Äon diesen Gesichtspunkten ist die Pattei bei ihrer bishettgen Haltung ausgegangen. Aus diesen Gründen HM sie an ihrer Auffassung fest.

Später hat das Zentrum nochmals getagt und und über das Ergebnis folgendes mitgeteUt:

Nachdem die Beibehaltung der gegenwärtigen Regierung, die die Zentrumsfraktion einmütig ge­wünscht hatte, a b g e l e h n t ist, erklärt die Zen­trumsfraktion ihre Bereitschaft, einer Regie­rungserweiterung nach rechts auf dem Boden der vom Reichskan^er aufgestellten Richt­linien zuzustimmen, falls die Demokraten auch in ber Regierung blieben.

Die Demokraten werden zu diesem Be­schluß nunmehr endgültig Stellung nehmen und ihre Haltung gegenüber einer Rechtserweiterung klar zum Ausdruck bringen müssen. Der Kanzler wird Mittwoch vormittag die Führer der Regie­rungsparteien nochmals empfangen, um sie auf Len Ernst der Lage aufmerksam zu machen.

Der a t l a n ti s ch e O z e a n ist im Oktober des Jahres 1924 erstmals von einem deutschen Luftschiff überquert worden. Das wird in ber Weltgeschichte stehen! Jahrzehntelanges Gekläff über bie deutschenBarbaren" wird damit weg­gewischt wie armseliger Staub. Fern fei von uns gerade in solchen Augenblicken nationaler Freude und Genugtuung ruhmrediges Eigenlob über deutsche Tüchtigkeit. Die Tat spricht so wuchtig, daß diese Sprache genügt: Das deutsche Zeppelinlustschiff ist in 3 Tagen von Friedrichshafen am Bodensee nach Newyork geflogen.

lieber den Verlauf der Fahrt ist noch zu berichten: Das Luft-Schiff hat auf Grund ber Windverhältnisse, die es zwischen Azoren- und Bermunde-Jnseln vorfand, den ursprünglich süd­lich gerichteten Kurs aufgegeben und nach Norden gesteuert. Von einigen Blättern wurden auch Funkmeldungen gebracht über einen angeblichen Motorb efekt an Bord des Z. R. 3. Aus Friedrichshafen wird dazu erklärt, daß die Mel­dung wahrscheinlich von Dampfern stammt, die das Luftschiff angetroffen und beobachtet haben, daß nur drei bezw. vier Motore des Schiffes arbei­teten. Es ist jedoch anzunehmen, daß zwei der fünf Motore abgestellt worden sind, um Benzin zu sparen. Ferner werden die Motors wahrscheinlich in regelmäßiger Folge angehalten worden fein, um oon den sie bedienenden Monteuren auf Schäden untersucht zu werden. Es liege daher kein Grund zu irgendwelcher Besorgnis vor.

Der Nordkurs hat das Schiff nach der Südost- ecke von Kanada geführt. Von dort aus hat es dann die Fahrt nach dem im Süden liegenden Hafen angetreten. Es überfliegt dabei die großen amerikanischen Hafenstädte, als erste am Mittwoch, 10 Uhr 20 Min., Boston, etwas über 300 Km. nordöstlich von Newyork, in dessen Nähe sich ber Hasen Lakehurst befindet.

wtb Boston, 14. Oft. Das Luftschiff Z. R. 3, das von Nebel und Regenböen eingeschlossen war, wandte sich nach Norden und um 4 Uhr nach­mittags berichtete es, daß es gutes Wetter getrof­fen und mit 70 Knoten Geschwindigkeit in der Richtung auf Sable Island fahre. Dies würde das Luftschiff weit nördlicher von seinem ursprünglichen Kurs führen. Am späten Nachmit­tag von den Küstenstationen von Newengland aus- gefangene Meldungen besagen, daß das Luftschiff und die Maschinen in guter Verfassung seien.

wtb Berlin, 15. Ott. Nach einem nach Mitter- .iacht in Berlin eingetroffenen Funkspruch aus

zeichnet worden. _______

Kus dem besetzten Gebiet.

Westhofen geräumt.

Blättermeldungen zufolge haben die französischen Truppen den Eisenbahnknotenpunkt West­hofen, über den di« Linien FrankfurtHamburg, HamburgKöln und LeipzigKöln gehen, ge­räumt, nachdem bie französischen Zollbeamten bereits vor einigen Tagen zurückgezogen worden waren. Die Bevölkerung veranstaltete große Freudenkund. gedungen.

Das 23etL Tageblatt meldet aus Köln, daß General Degoutte nach Paris abgereist ist. Damit ist der Wechsel im französischen Oberkommando der Rheinarmee offiziell vollzogen. Der Nachfolger Degouttes soll in etwa 2 bis 3 Wochen in Mainz emtreffen. . ,

DerIntranfigeartt" berichtet, daß die fran­zösisch-belgische Eisenbahnregie, wie nun- mehr feststeht, am 16. November um 12 Uhr mittags ihr Ende erreiche. Das französisch- belgische Personal werde im Laufe dieses Tages ihre Arbeit einstellen. Was die 4800 Hilfsarbeiter (4000 Franzosen und 800 Belgier) anbetreffe, so sei vorgesehen, daß sie eine Entschädigung in Höhe eines Monatsgehaltes erhielten. Die ftanzösijchen und belgischen Eisenbabnarbeiter würden nach dem lieber« gong der Eisenbahnen in die Verwaltung der Reichs­eisenbahngesellschaft in die Heimat zurückkehren und wieder in ihre ehemaligen Stellungen eintreten.

. Der Qrientexpreß wird ab 4. 11. wieder über Süddeutschland fahren, und zwar Dienstags, Donnerstags und Samstags ab Paris und in der Gegenrichtung Montags, Freitags und Sonntags ib Bukarest.

Am Dienstag mittag wurde von Zentrumsseite folgende Darstellung der Lage gegeben:

Die Zentrumsfraklion des Reichstages hat am Dienstag, nachdem die Parteien nach kurzer Pause sich wieder zusammengefunden hatten, durch einen kraft­vollen Entschluß die Dinge nunmehr ins Rollen gebracht. Dieser Entschluß zeigt erneut die klare politische Linie der Zentrumspolitik, die trotz der Lockungen und Bedrohungen, an denen es in den letzten Tagen gegenüber dem Zentrum wahr­haftig nicht gefehlt hat, immer wieder unbeirrt durch alle Schwierigkeiten hindurch gehalten worden ist.

Der Zentrunisbefchluß vom Dienstag nachmittag hat folgenden Wortlaut:

Nachdem die Verbreiterung der Koalition nach rechts und links leider gescheitert ist, ist die Zent­rumsfraktion einmütig der Auffaffung, daß mit Rücksicht auf die gegenwärtige politische Sage, die bestehende Regierung beizube­halten ist."

Dieser Beschluß wird ebenso, wie derjenige, mit welchem sich ebenfalls einmütig die Zentrumssraktion zu Beginn der Krise für die Schaffung einer Re­gierung der Volksgemeinschaft unter Heran­ziehung aller schaffenden und positiven Kräfte auf dem Boden der Verfassung und im Rahmen der Fortführung der Politik der mittleren Linie nach innen und außen eingesetzt hat, ein bleibendes Doku­ment bilden. Dieser Beschluß dokumentiert, daß die Zentrumspartei einheitlich im Wollen und einheit­lich im Schaffen ist: an der klaren Linie der Politik nach innen und außen, wie sie mit so reichen Er­folgen und zum Segen des ganzen Volkes und Vaterlandes von der Regierung Marx geführt worden ist, kann und darf eben im ganzen Interesse des ganzen deutschen Landes nicht gerüttelt werden. Das Zentrum kann auf Der Basis eines solchen Beschlusses einem Wahlkampf, wenn er notwendig werden sollte, mit gutem Gewissen und mit größtem Vertrauen entgegenschauen. Alle Regierungsparteien sind der Meinung gewesen, daß die bisherige Politik die richtige war, und daß diese Politik auch weiterhin verfolgt werden muß. Da gab es ja gar keine andere Schlußfolgerung, als daß eine Umgestaltung oder gar ein Wechsel des Kabinetts im höchsten Grade überflüssig, ja aus innen- und außenpolitischen Gründen geradezu schädlich ist.

Die Zentrumswählerschaft im Lande wird diese klare Linie, die die Zentrumsfraktion durch den Strudel der Ereignisse der letzten Tage und Wochen hindurchgetragen hat, zweifellos mit größter Genug­tuung empfinden. Unsere Anhänger im Lande haben Verständnis für die Sage und werden aus allen Konsequenzen, die sich nunmehr entwickeln, die sich dann noiwendiaerweise ergebenden Schlußfolge­rungen ziehe -

_ d a MetmtmeMM (mit 3W. Beilege 15 Big.)

FuldaerZettunq