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Und mit dem Edeln der Schuft, Reichtum vermischt das Geschlecht."

Theognis erkennt auch schon deutlich, daß auf 'diesem Wege eine Veredelung seines Volkes nicht möglich ist, sondern gerade das Gegenteil eintreten muß. In .diesem Sinne fährt er fort:

Darum wundere dich nicht, Polypardes, wenn ins Gemeine , ,...

Sinket der Bürger Geschlecht!" "

und fügt den Rat hinzu, bei Eheschließungen lieber auf gegenseitige Neigung und Gesundheit und Kraft zu sehen; nur dann sei auch ein gesunder Nachwuchs zu erwarten. Die Griechen verwerteten die Sammlungen des Theognis bereits vorbildlich auch im Jugendturnen! Diese Dichten worte aus alter Zeit sollten auch bei uns heute noch he» herzigt werdens '

Hellen nachts das große Gelände. Der moderne Geist ringt den Bergen ihre Schätze ab. Die Gewerkschaft Frielendorf beweist in gigantischer Weise, wie die mo­derne Technik Macht hat über Raum und Zeit und über die Berge. " Ns. im Kasseler Tagebl.

Ein- und Auskehr. Ein Fremder, welcher in einem Hotel eingekehrt war, geriet mit dem Hausknecht in Differenzen, während welcher sich letzterer unpassender Worte bediente. Da rief der Gast ihm zu:Schweig er, Grobian, die einkehren können reden, die auskeh- r e n haben sich ruhig zu verhaltens"

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Es ist nicht erlaubt, zu scheiden zwischen den Pflichten des Privatmannes und jenen des Staatsbürgers, derart, daß die kirchliche Autorität int Privatleben beachtet, im öffentlichen dagegen zurückgewiesen wird. Denn dies hieße Gutes und Schlechtes zusammen tun und den Menschen in Zwiespalt setzen mit sich selbst.

Leo XHL

hocherfreut meine Hände. Fast mein ganzer Körper lag in Binden und Wickeln, und es verging nach geraume Zeit, bis ich den Gebrauch meiner Glieder wieder er­langte. Ich erfuhr dann auch, auf welch wunderbare Weise der Herr mich im letzten Augenblick errettet und die Mörder gestraft hat. Als der Ueberfall auf mich im Dorfe bereits geplant wurde und noch vor meiner Ge­fangennahme hatte sich eines meiner Pfarrkinder, ein junger Mestize, auf sein Pferd gesetzt und war im Ga­lopp nach Puno gejagt, um Hilfe für mich herbeizu­holen. Diese wäre aber sicher zu spät gekommen, denn Puno liegt vier Tagereisen von hier, wenn Gott ihm nicht eine Steuererhebungs-Kommission in den Weg geführt hätte. Diese aus vier Beamten und drei Offi­zieren mit ihren Dienern bestehende Truppe war gerade im Begriff, nach Puno zurückzukehren, als sie mein junger Retter einholte und von dem beabsichtigten Ueberfall in Kenntnis f- ?. Leider kamen die Beamten nicht mehr zur rechten Zeit, um die armen Gefangenen vom Feuer- tode zu retten, wohl aber konnten sie mich vom Mar­terpfahl befielen. Ich lag damals fast zwei Wochen in langsamem Hindämmern und habe es nächst Gott nur der aufopfernden Pflege des Kaplans zu danken, der mit einem Arzt von Puno geholt wurde, daß ich heute noch lebe. Diesmal hatte das Strafgericht den Alkalden sehr schnell erreicht. Er wurde mit allen an den Greuel- taten beteiligten Männern gefangen genommen und in Puno hingerichtet, ihre Habe wurde vom Staate einge­zogen. Damals entkam keiner den Soldaten. Seitdem besucht mich von Zett zu Zett unverhofft eine Streif» Patrouille der Garnison in Puno, die sehr streng gegen die llebertreier der Gesetze vorgeht. Leider aber kommen hier noch sehr viele Mordtaten vor, denen man vor Gericht aber schlauerweise immer alte, rituelle Motive zugrunde legt und die deshalb unbegreiflicherweise in Puno nur mit Gefängnis bestraft werden. Damals trug ich außer den Armwunden noch acht Pfeilschüffe davon, die auf meinen bewußtlosen Körper abgegeben wurden, und zwar absichtlich so, daß die Wunden nicht sofort tödlich waren.»

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Der Pranger von Alt-verlin.

Don der zu Groß-Britannien gehörenden Kanalinsel Jersey kam kürzlich die Kunde, daß dort noch tüe bar­barische Sitte des Prangers im Schwünge sei. Eine Frau, die ein falsches Zeugnis abgegeben hatte, wurde durch Ausstellen in einem Käfig der öffentlichen Der- achtung preisgegeben. Das Anprangern hat sich in eini­gen Ländern bis in die Gegenwart hinein erhellten. In Wien wurden im Jahre 1917Prangertafeln" errichtet, an denen alle Krisgsausbeuter und Wucherer der Nach­welt überliefert werden sollen.

Einen regelrechten Pranger, bei dem der Gepönte in eigener Person büßen mußte, hatte Berlin bereits in der Mitte des 15. Jahrhunderts. DerRaat", wie der Pran­ger im Berliner Volksmund hieß, hatte seinen Standort am Rathaus. Er bestand aus einem hohen Pfahl mit einem schweren eisernen Halsband. An dieses Halsband wurde der Delinquent angeschlossen und durch den Büttel offentiid) gezüchtet. Ein großer Bolkshaufe, der sich nicht selten in derben Verwünschungen gegen den Verbrecher erging, bildete die OeffentlichkeÄ. Neben dieser off ent» lichen Prügelstrafe diente der Pranger noch der Besten- fang der Wortbrüchigen durch Verächtlichmachung. Der Genassührte konnte nach Anttag beim Magistrat und er­haltener Erlaubnis den Wortbrüchigen im wahrsten Sinne des Wortesabmalen". Vor versammeltem Volke durste er den falschen Freund in Wort und BUd sattrisch kenn, zeichnen. Der Berliner Humor zeigte sich bei dieser Ge­legenheit in schönster Blüte. Je witziger und derber der Geprellte densehr ehrenwerten Herrn" geißelte, desto größer war der Beifall des bei dieser Gelegenhett stets sehr zahlreich versammelten Publikums.

Das moderne Amt des Anprangerns jegücher Unlau. terkeit hat heute die Presse übernommen, und twe un­sauberen Elemente von heute werden diesen neuzeitlichen Pranger mehr fürchten als die Schnapphähne des Mittel- aüers ben ihrigen. mf.

neu Kohle befördert wurden, gelang es bis 1903 die Produktion allmählich bis auf 40 000 Tonnen zu er­höhen. 1903 wurde die Brikettfabrikation auf. genommen. Steil geht nun die Entwicklung aufwärts. Im Jahre 1913 betrug die Produktion bereits 210 000 Tonnen. Der Krieg, die Zwangswirtschaft mit Kohle, drückte naturgemäß die Leistungsmöglichkeit des Werkes allmählich wieder etwas herab, so daß 1918 ungefähr 150 000 Tonnen befördert wurden. Nunmehr aber be­sinnt eine rapide Aufwärtsentwicklung, die sich im Jahre 1923 bis auf 560 000 Tonnen Rohkohle steigerte. Ein großer Verkaufsradius wurde gewonnen. Süd­wärts bis Mannheim und nordwärts bis ins Westfälische hinein wurde Frielendorfer Kohle geliefert. Die gegen­wärtige Wirtschaftskrise macht sich naturgemäß auch im Kohlenbergbau sehr stark bemerkbar. Während die Gewerkschaft Frielendorf 1923 1500 Arbeiter als Maximum beschäftigte, hat die schlechte Wirtschaftslage diese Zahl allmählich bis auf 600 reduziert. Es ist selbst- verständlich, daß unter diesen Verhältnissen die Pro­duktion leidet.

Ties lagert die Kohle im Berg. Große Schichten von Lehm, Sand, Ton und Steinen überdecken die Kohle. Sie müssen erst weggeräumt werden. Dies besor­gen die großen Bagger. Da sind zunächst die Löffel­bagger, die mit einem giganten Söffet mechanisch in den

Friedrichstraße. [435

Berg h,neingreifen und große Stücke aus ihm heraus- . rechen, um sie auf die Waggons zu laden, durch die das abgeraumte Material weggefahren wird. Ist die Kohle freigelegt, so treten die Eimerkettenbagger in Bewegung, die die Kohle auf die Förderwagen laden durch die sie dann zur Berladestatton bezw. in die Sri« kettfabrik transportiert wird. Vor diesen Baggern haben die Bergleute eine große Hochachtung und eine gewisse Angst, weil diesereiserne Bergmann" gigan- tische Kräfte hat und wenig menschliche Aufficht erfor­dert. Die Förderwagen die sogen.Hund e" laufen auf einer großen Kettenbahn ihre Kreise. Nur auf diese Weise ist die Förderung von 2500 Tonnen täg­lich überhaupt denkbar geworden. Bemerkenswert ist, daß infolge der Modernisierung des Betriebes die Kopf­produktion zugenommen hat. Während gleich nach dem Kriege infolge der Blockade und der Entkräftung eine Tonne pro Gesamtbelegschaft gefördert wurde, stteg diese Zahl Ende 1923 auf 1,5 und momentan bis auf 2,2 Ton­nen. Die Kohle selbst enthält in der Form, wie sie aus der Erde kommt, etwa 50 Prozent Wasser und 3 bis 4 Prozent Asche. Das ist ein sehr günstiges Ver­hältnis, denn die Kohle liefert dadurch 24002600 Wärmekalorien. In endlosen Kettenbahnen, von denen die längste 1200 Meter mißt, wird die Kohle emporge- schafft, um zunächst getrocknet zu werden.

Interessant dürfte weiter sein, daß die Koh len- Vorräte, die in den Flözen lagern, gerade bet der Gewerkschaft Frielendorf eine sehr starke Ausdehnung Haden, wie schwierige Bohrungen an den verschiedensten Stellen des Geländes ergaben. Von der Kippe, das sind die Hügel, auf denen der Abraum adgeschüttet wird, überblickt man em weites Gelände, das größtenteils koh­lenhaltig ist und im Laufe der Zeit der Ausbeutung überliefert werden wird. Durch diesen Abraum wird das Gesicht der Gegend in relativ kurzer Zeit grund­legend verändett. Wo vor kurzem noch flaches Feld war, da heben sich bald kleine und große Hügel, die immer mehr aufwachsen. Ist die Aufschüttung an einem Teil beendet, so findet sich auch sehr schnell die Vege­tation ein, die diese künstlichen Hügel grün werden läßt, wie die natürlichen. Als erstes siedelt sich ganz von selbst der Husilattich und die Kamille an, dann folgen andere Pflanzen. Es ist natürlich, daß bei dieser Um­schichtung des Erdreiches auch mancherlei interessante Funde gemacht werden. Sa wurden vor einiger Zeit einige Jahrtausende alte Hünengräber gefunden, deren wertvoller Inhalt dem entsprechenden Institut der Uni­versität Marburg übergeben wurde. Weiterhin wird durch den Abraum die ganze Struktur des Berg­baues klargelegt der in den vergangenen Jahrhunder­ten an dieser Stelle getrieben wurde. Man findet noch die Stützung der Schollen des alten Unntertagebaues. Auch Gleisteile, teilweise recht merkwürdiger Struk­tur und daher vo großem historischem Wert, werden gesunden, auf denen die unterirdischen Wagen früher die Kohle an den Tag befördert haben.

Als wir dann von der Besichtigung Frielendorfs nachts heimfilhren, sahen wir noch lange die Lichter der Grube von der Landstraße aus leuchten. Es schien eine kleine Stadt für sich zu sein, soviel elektrische Lampen leuchteten auf. Denn Tag und Nacht bringen die Loko­motiven den Abraum auf die Rippe und Tag und Nacht arbeiten die großen Bagger und die Kettenbahnen. Regen und Dunkelheit vermögen das großartige Ge­triebe nicht zu behindern. Hunderte von Lichtern er»

Nr. 237 vom 10. Oki. 1924. |

die Weltmarke

bürgt für Qualität.........

Wahnsinniger, verzehrender Durst quälte mich. Meine Wunden waren durch das Gewicht meines zusammen­gesunkenen Körpers bis hierher aufgerissen hier zeigte Padre Jacinto die fürchterlichen, wohl 15 Zentimeter langen Narben. Meine Arme waren stark angeschwol­len und Tausende ekler Fliegen bedeckten die noch schwach blutenden Wundränder. Dabei peinigten mich uner­trägliche Schmerzen.

Der große Platz war leer. Keine Menschenseele wett und breit. Mit tiefem Schmerze sah ich unweit von mir die wenigen verkohlten Ueberrefte der auf so unmensch­liche Art gerichteten armen Gefangenen. Inbrünstig be­tete ich zum lieben Gott, daß er mich, wenn es fein heiliger Wille fei, bald von meinen Qualen erlösen möge; gleichzeitig bat ich ihn, mit den grausamen Henkern nicht zu streng ins Gericht zu gehen. Ich muß dann wieder das Bewußtsein verloren haben, denn als ich meine Gedanken wieder sammelte, war es Nacht. Ein fürch­terliches Gewitter ging über das Dorf nieder. Ich lag auf einer Decke und um mich her standen große Wasser­lachen. Brennende Schmerzen durchfluteten meinen gan­zen Körper. Eine Weile lag ich bewußtlos und suchte mich zurechtzufinden, dann brachten mir die heftig schmer­zenden Wunden meine hoffnungslose Lage zum Be­wußtsein und ich stöhnte laut auf. Da regte cs sich hin­ter mir. Eine Gestalt beugte sich über mich und fragte mich in spanischer Sprache, wie ich mich fühle. Ich kann Ihnen die Freude nicht ausmalen, die ich empfand, als ich diese erlösenden Laute härte. Eine ganze Weile war ich unfähig zu reden, dann betete ich laut zum lieben (Bott, der meine Bitten erhört und mich aus den Hän­den meiner grausamen Feinde errettet hatte. Ich war zu schwach, um meinen Retter es war ein Offizier, der neben mir stand Auskunft zu geben. Wie im Traume hörte ich mehrere Personen in spanischer Sprache reden; ich fühlte, daß man mich aufhob und davontrug.

Ms ich wieder zum Bewußffein kam, lag ich in mei­nem Bett. Ein junger farbiger Kaplan saß in meinem Lehnstuhl und las. Plötzlich erhob er sich und als er mich erwacht sah, eilte er auf mich zu und drückte

_ r - . . « ,. I Fliegen belästigt, die in ungeheurer Zahl m der Stube

int AI umherschwirrten.In Kuckucks Namen", rief er endlich SVVtVtfVItlUVH Illi UIIUIUIII. der Wirtin zu, als die Plage unerträglich wurde,denkt Der griechffche Dichter Theo gnis, welcher im 6. I sie, daß es angenehm ist, m solcher Gesellschaft zu speisen?! Jahrhundert vor Chrisü Gebirrt in Megara bet Korinth I Ich sag ihr, deck sie den Fliegen besonders!" Die Wirtin lebte, bezeugt, daß auch damals schon nur Reichtum I knickste und entfernte sich. Schnell richtete sie aus einem oft den Grund zur Ehe blldetr. Er macht dies aber nicht I Tischchen em Gedeck her, dann trat sie vor den Herzgo. nur den dmnaLgen Männern; sondern auch den damaligen I Sie knickste wieder.Gedeckt ist. Befehlen Etter Durch- Iungfrauen zum Vorwurf, Die Stelle in tzey Elvgten I taucht jetzt, daß sich die Fliegen setzen" des Theognis lautet: , ; :i| t

Als Padre Jacinto, geendet hatte, konnte ich nicht umhin, ihn zu fragen, ob er denn nicht die Lust ver­loren hätte, an der gleichen Stelle und trotz des tödlichen Haffes der Eingeborenen gegen ihn fein Bekehrungswerk fortzusetzen.Nein," erwiderte er,gerade darin, daß mich der Herr so wunderbar aus der Gewalt der Aymara gerettet hat, muß ich seinen Willen erkennen, daß ich auf meinem Posten ausharren soll. Ich habe auch später noch zweimal böse Wunden davongetragen, wo­für die Täter ohne mein Zutun die Strafe erlitten, aber ich verzage nicht. Mein Werk schreitet langsam, aber stetig fort; heute habe ich die Genugtuung, daß ich auf eine kleine, aber wirklich fromme Gemeinde blicken kann."

Welch hohe Geistesgröße spricht aus solchen Worten, und welch bewunderungswürdigen Heldenmut legt die­ser Bannerträger des Kreuzes an den Tag! Wohl ver­langt auch der Beruf des Forschers Mut und Opfer; aber wie klein fühlte ich mich an der Seite und im Vergleich mit einem Padre Jacinto, der nicht mit Waf­fen und reichen Mitteln an feine Aufgabe geht, nicht der Gefahr ausweichen kann, wenn der Dienst der Seelen oder der Gehorsam gegen feine Obern ihn an einen Ort gebunden hat. Wer solche Männer christlichen Helden­tums nicht achtet, dem muß der Sinn für echte Größe verschwunden sein. Und wahrlich, es schien mir, als ob selbst die blutgierigen Aymara-Räuber allmählich vor dem seltenen Mute des Padre Jacinto Respekt bekommen hätten. Solange wir dessen liebevolle Gastfreundschaft genossen, unterstand sich keiner, uns auch nur durch eine Miene die Feindschaft zu zeigen, die sie doch ohne Zwei­fel gegen uns hegten. Erst nachdem wir bie_ Mission verlassen hatten, wagten sie sich an unser Gepäck, doch bekamen sie nock rerfiheitig einen gesunden Denkzettel.

Der Abschic. -adre Jacinto droben in Chul» pamac wurde i. -)t leicht, und noch lange winkten wir uns gegenseitig ein Lebewohl zu. So Gott will, hat seine mutige Ausdauer und seine entsagungsvolle Arbeit den verdienten Lohn gefunden.

Fuldaer Zeitung

Werft Kielendors.

Eine Besichtigung.

Der tzeffische Braunkohlen-Bergbau ist einer der älte- ften Industriezweige Mitteldeutschlands. Zwar gibt es xraunkohlengebiete, deren Erschließung ein» facher und erträglicher ist, als derjenige Hessens. An Qualität aber dürfte die hessische Kohle kaum über­troffen werden, und die Qualität ist bei einer Kohle die Haupffache.

Gerade bei der Kohlen-Verforgung spielt ja augen­blicklich die Fracht der Reichsbahn eine sehr erhebliche Rolle. Um so mehr hat die heimische Industrie und der heimische private Verbraucher Veranlassung, seinen Be­darf an Kohlen und Briketts möglichst in nächster Nähe bei der heimischen Industrie zu decken.

Das größte Braunkohlenbergwerk Hessens ist die Gewerkschaft Frielendorf. Wenn man von Homberg her die Landstraße entlang wandert, sieht man schon lange vor Frielendorf die hohen Halden, auf die der Ab- i raum, der zur Gewinnung der Kohle erst abgefahren werden muß, abgeladen wird. Es sind stattliche Hügel von einer Hohe bis zu 60 Meter. Denn die Gewerk- schäft Frielendorf treibt einen Tagebau.

Ein derartiger Tagebau enthätt wesentliche Unter­schiede zur Tiefbaugwinnung der Kohle; während beim Tiefbau erst Schächte in die Erde getrieben werden müs­sen, wird beim Tagebau die über der Kohle lagernde Substanz, der sog. Abraum, erst weggeräumt, während hie Kohlenflöze bleiben. Die Frielendorfer Flöze zeich- neu sich durch ihr große Mächtigkeit und ihre dar­aus sich ergebende Wirischafllichkeit aus. Allerdings ist der Abraum durch den großen Prozentsatz von Basalt- blocken ziemlich schwierig. Wenn man von einem hohen > Punkt aus das ganze Getriebe der Gruben überblickt, so macht sie einen ganz gigantischen Eindruck. In einer . Grube von sehr weiter Ausdehnung sieht man die großen Bagger arbeiten, die den Abraum fortschaffen, und so die Kohlenflöze freilegen. Auf einer eigenen Eisenbahn von insgesamt 20 Kilometer Länge werden mit 26 Loko­motiven die Umschichtungen, das Wegfahren des Ab­raums besonders, vorgenommen. Neun große Löf­felbagger besorgen das Abräumen. Aber nicht immer hat Frielendorf eine so große Kohlengrube gehabt.

Der Braunkohlenbergbau in Hessen ist wie gesagt schon alt. In Frielendorf aber ist er in intensiver Weise erst 1821 aufgenommen worden. Ursprünglich war es ein reiner Tiefbau, der entsprechend den primitivern Ver­hältnissen relativ unproduktiv arbeitete. Meistenteils blieben bei dieser unwirtschaftlichen Arbeitsweise 60 Pro­zent der Kohle in der Erde. Die Gewerkschaft gehörte . anfänglich der bekannten hessischen Familie v. Baum- bad), ging dann später aber wiederholt in andere Hände über. Einen gewaltigen Aufschwung nahm die Gewerk- jchaft mit dem Bau der Eisenbahn Malsfeld-Treysa, wo- durch ein Anschluß an die Staatsbahn möglich und dem­gemäß die Verkehrsfrage einwandfiei gelöst werden konnte. Das hob die Produktivität des Unter­nehmens sehr stark. Während im Jahre 1865 5000 Ton-

Aus aller Welt.

Das Ende der Jazz-Tanz er ist unbestritten. I» Jahre 1915 erblickte er in einem Kaffeehaus in Chikago das Licht der Welt und hat sich seitdem die ganze Erde erobert. Damals waren die Vereinigten Staaten noch nichttrocken gelegt*. So trank man auch im erwähnten Kaffee nach Herzenslust, zumal dort eine Negerkapell« spielte, die mit den sonderbarsten Instrumenten auf« wartete und die Stimmung erhöhte. Die Darbietungen waren geradezu aufwühlend und setzten die Beine in eine merkwürdige Motion.Noch einmal, Jasbo*, rief man dem Neger-Direktor zu und kürzte seinen Namen bald inJazz* ab. Mister Jazz erhielt ein glänzendes Angebot nach New-Dork, wo fein Tanz ebenfalls schnell Furore machte. Mit den amerikanischen Soldaten kam der Jazz auch nach Europa und hielt hier seinen SiegeSzug. Er hat lange genug gelebt Drüben und hüben hat man ihn über und verlangt nach Abwechselung,

Zu freien die Tochter des Schuftes 11 ,

Kümmert den Edeln nicht, bringt sie mir Schatze I öeMn dn Mathematiker beschwipst ist. Proseffor der ihm Ui. I Mathematik:Ich glaube, ich habe gestern etwas zu viel

Auch nicht weigert rin Weib sich, des Schuftes Gattin 9etnmfen"- Kollege B.:Woraus schließen Sie das?" zu werden. I Professor der Mathematik:Auf dem Nachhauseweg

Ist er nur reich; wett vorzieU sie 8er Jugend das I ich die Feststellung, daß meine Vertikalachse in Geld! I ihrer Verlängerung den Mittelpunkt der Erde nicht traft"'

Schätze nur achtet man hoch, mit dem Schufte versippt sich die Edle,

M MWw OOH WlWMl.

Von Ferdinand Emmerich, (Schluß aus Nr. 236.) t Er gab Befehl, mich abseits zu führen, und verhan­delte lange mit den Stammesältesten. Plötzlich näher­ten sich mir vier der grausamsten Heiden, ergriffen mich und zerrten mich unter einen der Bäume, die vor dem Hause des Alkalden stehen. Dort riß man mir die Neider vom Leibe und warf sie in den brennenden Holzstoß. Ich sah ein Messer blitzen und fühlte einen heftigen Schmerz im linken Oberarm, und dann stieß Man mir den blutigen Stahl auch in den rechten Ober­arm. Das Blut strömte mir heiß an den Armen her­unter und in die klaffenden Wunden bohrte der Un­mensch seine Finger, daß ich sie bis an die Knochen hinunter fühlte. Der grimmige Schmerz drohte mich Zu überwältigen, doch kein Laut kam über meine Lippen, ober ich betete leise zu unferm Heiland, daß er mir Trost und Hilfe senden möge. Da näherte sich mir ein oberer Henker. Er nahm zwei fingerdicke Holzstäbe, zog sie durch die den ganzen Arm von Seite zu Seite durch­dringenden Wunden und schlang um diese Stäbchen Einen starken Bast, mit dem er mich an den Baum fef» fette. Bei der geringsten Bewegung rissen die Stäb­chen die Wunde weiter und losten das Fleisch von den «Nochen.

Während der Henker sich auf diese fürchterliche Art N mir rächte, drangen gellende, herzzerreißende Schmer- iensschreie an mein Ohr. Ich sah, wie man die armen gefangenen in den brennenden Scheiterhaufen warf ob wie die jubelnde Horde sich an den schrecklichen Skalen der unglücklichen Opfer ergötzte. Ich gab ihnen *oit lauter Stimme die Absolution. Während ich weiter Ni ihre Standhaftigkeit betete, wurde ich bewußtlos.

Als ich wieder zu mir kam, stand die Sonne schon hoch am Himmel und brannte unbarmherzig auf mich mrder.

Heiterer.

Die gescheite Wirtin. Der Herzog Kari von Würt­temberg speiste einmal in einem würternbergischen Stadt, chen zu Mittag. Er wurde bei dem Mahl stark von den