Einzelbild herunterladen
 

FuldaerZertun

«3

Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Statik Fulda.

Verantwortlich lür die Schrittleitung: Dr- JobanneS Kramer.

_ Ä «e w .-----. '«ivuuunc» »tamei.

Hr 23/ Anzeigen: I. B arreller, Fulda. Rotationsdruck und Verlag der l u « .. Fuldaer Sctiendruckerei in Fulda. Fernlvrecher Nr- 9. >:

Zreitag. 10. Oktober 1924

d, 51. Zahrg,

Monatlicher »ezusrvreiS: 1.50 Mk.

3

Das

habt acht!

_ .-L. r r rr -- 11)HL U

oucp, fo hoffen mir, Gottes Segen ruhen.

ker zu seiner letzten Probefahrt ausge- stiegen. Das Luftschiff hat Kurs auf Süden ge­nommen. Die Fahrt soll zwei Stunden dauern.

Am Freitag soll voraussichtlich die Fahrt nach Amerika angetreten werden.

sozialdemokratische Fraktion hat die bisherige Haltung ihrer Unterhändler ein- mutig gebilligt und sie ermächtigt, in demselben Tmne weiter zu verhandeln.

*

1. Die Verfassung vom 11. August 1919 wird j[5 rechtsverbindliche Grundlage des staatlichen Lebens oaerkannt. Jeder Versuch, ihre Abänderung auf unge­setzliche, insbesondere gewaltsame Weise herbeizuführen wird demgemäß als Hochverrat zu verfolgen und zu be­strafen fern.

2. Die Richtung der A u ß e n p o l i ti k wird in erster Linie durch die Londoner Abmachungen bestimmt Die auf Grund derselben erlassenen Reichsgesetze sind loyal auszufuhren, ebenso wie wir die loyale Durchführung des Abkommens von unseren Vertragsgegnern erwar- ten. Die Regierung wird es sich angelegen sein lassen, die Auswirkung der übernommenen Verpflichtungen aufs sorgfältigste zu überwachen und die sich als notwendig erweisenden Abänderungen zu erreichen. Die Auf- nahme m den Völkerbund soll entsprechend der im deusichen Memorandum niedergelegten Auffassung er­strebt werden.

3. Bei der Lastenoerteilung in Ausführung der bezeichneten Gesetze sollen die Maßstäbe der Wirt- schaftsbeforderung und der sozialen Ge- r e ch t i g k e i t angewendet werden. Die bestehenden Fmanzgesetze sollen nach diesen Gesichtspunkten durch- gearbeiter werden.

Der Kufwertungsantrag Fleischer.

Man teilt uns aus dem Reichstag mit:

Der Aufwertungsausschuß des Reichstages hat erneut feine Arbeiten ausgenommen. Bekanntlich wurden die Zwischentage dazu benutzt, um einen ursprünglichen Aufwertungsantrag des Zentrums­abgeordneten Fleischer und über dessen finan­zielle Wirkungen sich zu unterrichten. Das Reichs- finanzminlsterium war beauftragt worden, einen Gesetzentwurf über die nach dem Plane Fleischers aufzubringenden Steuern aus Spekulationsgewin­nen zu veranlassen. Dieser Entwurf liegt noch nicht vor. Run hat der Abgeordnete Fleischer seinen Antrag erheblich umgeformt und auch im einzelnen die Lage für die Ausführungsmöglichkeiten um­schrieben. Im wesentlichen sollen danach die An­leihebesitzer die Hälfte der noch umlaufenden, nach dem Anträge auf 60 Milliarden im gesamten be­zifferten Anleihen des Reiches und der Länder dem Staate übergeben, der als Treuhänder dafür bestellt würde. Die andere Hälfte, also die dann im Publikum verbleibenden 30 Milliarden sollen mit 0,5 Prozent vom 1. Juli 1924 ab verzinst wer­den. Die Zinsen will der Antrag durch eine ein­malige Wertzuwachssteuer aufgebracht wissen, die bis zu 50 Prozent des Vermögens­zuwachses gehen soll.

Im einzelnen hat der Antrag, mit dem sich auch ernstlich die Reichsregierung befaßt, folgenden Wortlaut:

Anzeigen-Vreiie Kleimeile (Colonel) lokal 0,15 Goldmari auswärts OLO Goldmork: Reklamezeile lokal 0.60, Goldmari auswärts 0,80 Goldmark.

Sei Wiederbolungen Rabatt- DoMcheckkonw Frankfurt a. M. 4051'

Um einerseits für die Zeit des wirtschaftlichen Ueberganges einen bescheidenen Zinsendien st der R e i ch s a n l e i h e, andererseits erhöhte soziale Lei­stungen für bedürftige Anleihebesitzer zu ermöglichen, wäre folgender Weg einzuschlagen:

1. Nach amtlichen Angaben beziffern sich die noch aus/ietzenden Anleihen des Reiches und der Länder ohne die Reichseisenbahnanleihe auf rund 60 Milliarden nominal. Von diesen 60 Milliarden zieht das Reich zunächst 30 Milliarden zu treuen Händen ein. Die An- leihebesttzcr werden registriert. Ihre Ansprüche bleiben metier bestehen, lieber die Befriedigung dieser An­sprüche wird aber erst entschieden, wenn dies die finan- zielle Leistungsfähigkeit des Reiches gestattet und die Reicysfmanzen stabilisiert sind. Insbesondere wird dann zu erwägen sein, inwieweit die Anleihe teilweise bei der Auflegung einer neuen inneren Anleihe Verwendung iinoen kann. Auch wird zu prüfen fein, ob und inwie­weit eine Konvertierung der Anleihe und eine Ver­losung in Frage kommt.

2- ®*e im Publikum verbleibenden dreißig Milliarden Anleihen werden mit 0,5 Prozent verzinst. Da der Zmsgenufi am 1. Juli 1924 beginnen soll und die Zinsen erstmalig am 1. Januar 1925 gezahlt werden, ist hierfür ein Betrag von 75 Millionen Goldmark erfor- oerlich.

Trommelfeuer bei Schanghai.

Die Große Mauer durchbrochen.

| Nach vierundzwanzig stündiger star­ker Artillerievorbereitung griffen die Truppen Tschang Tso-lins am Morgen unter dem Schutz von Sperrfeuer im Abschnitt von Schang- harkwan an. Sie wurden zurückgeschlagen. Das Artilleriefeuer dauert an.

Aus Tientsin wird berichtet, daß die vordrin­gende Armee in ö er Mandschurei nördlich von Schanghaikwan dieGroße Mauer" durch­brochen hat.

Reuter meldet aus Schanghai, nach aus japa­nischer Quelle stammenden Nachrichten sei das Heer Tschantsolins nach einem heftigen Kampf am Abend des 7. Okt. in Schanghaikuan eingedrungen. Die gegenseitigen Verluste seien schwer. Ein Pekinger Telegramm sagt dagegen, daß der An­griff Tschangtsolins abgeschlagen wurde.

*

Wie Reuter aus Schanghai berichtet, schlichen sich Piraten in das Schiff, das zwischen Futschau und Schanghai den Dienst versteht, ein, hielten die Besatzung in Schach und plünderten 300 Passagiere aus. Sie brachten in der Nähe von Hongkong große Beute ans Land.

und Deutschland. Emer Meldung des Offervalore Romano" zmolge sp,ach der Papst'beim Empfang oberschlesischer Pilger seine Wunsche betrestend das Gluck Schlesiens und ganz Deutschlands aus.

* Unglückstage der franzischen Luftflotte. Wie Havas aus Le Bonrget berichlet, ist em Milttär- flugzeug, daß von Le Bourgel oufstieg, um an den Flugmanovern teilzunehmen, vom Smrm erfaßt worden und abgestürzt. Die beiden Militärflieger wurden gelötet. Am -Bortage hat sich ein ähnlicher Unglucksfall bei Marseille ereignet, bet dem drei

ihr SUIm «ruoebüßt haben

3. Ste Anleihe würde dadurch bei dem heutigen Reichsbankdiskont einem Kurswert von fünf Prozent entsprechen, der sich mit 10 Prozent verzinst.

4. Sie Zinsen werden durch eine einmalige C®.c LV " ch 5f euer aufgebracht, die angesichts der bedeutenden Steigerung des Kurswertes im Durch- Unitt fünfzig Prozent der Anleihe betragen soll. Die Wertzuwachssteuer beträgt also 15 Milliarden Mark nommeff, die m Form von Anleihestücken an das Reich

schd s Die Wertzuwachssteuer ist auf Grund des Vermogens der Anleihebesitzer zu staffeln.

-J"? ^Ersätze find, wie bereits bemerkt, so zu be- mH,en, daß die Wertzuwachssteuer insgesamt fünfzig 1

Der Sturz Macdonalds.

Konservative und Liberale stürzen die englisch» Aebeiterregierung.

Als Ergebnis der englischen Unterhausverhand- lungen ist der Sturz der Arbeiterregierung Mac­donalds zu melden. Nachdem der konservative Tadelsantrag mit 359 gegen 198 Stimmen abgelehnt worden war, wurde der liberale Antrag, der eine Untersuchung in einer an sich unwesentlichen Angelegenheit fordert, mit 364 gegen 198 Stimmen angenommen.

In der vorhergehenden Debatte hatte Minister- profitiert Macdonalti noch erklärt, daß, wenn das Haus dem konservativen oder liberalen Antrag zu­stimmen werde, die Regierung gehen würde. Es würde das Ende einer Regierung sein, die dem Laude viel Ehre gebracht habe. Kurz darauf aber werde die Regierung wieder zum Amte kommen.

Das Scho in Frankreich.

wtb Paris. 9. Oft (Test) Zum Sturz des Kabinetts Macdonalti schreibt das Echo de Paris:

Istik Macdonalti ist die s o z i a l i st i f ch e Dok­trin eine Waffe geworden, um gegen die 2 ri­te r e ss e n Frankreichs die Ansichten Englands zum Ziele zu führen. Das haben die Konservativen und Liberalen wohl begriffen. Sie haben Mac- donalti einWerk aussühren lassen, dessen Erfüllung sie wünschten, ohne daß sie selbst hierfür die Ver­antwortung übernehmen wollten, heute entdecken sie, daß Macdonalti, wenn er ein Programm aus- führle, das ihren egoistischen Absichten gedient hak, er mindestens ebenso sehr den Interessen seiner Partei diente. Sie bemerken, daß die gesamte soziale Ordnung bedroht ist. Es ist wahr, daß England niemals auch nur im entferntesten die Ge­fahr, fei es im Innern, fei es außerhalb feiner Grenzen, gekannt hat und daß es ihm immer ge­lungen ist, durch die großen Anstrengungen diesen Mangel an Voraussicht wieder gukzumachen. Wird ihnen das diesmal auch noch möglich fein? Eine nahe Zukunft wird hierauf eine Antwort geben.

Das »Petit Journal" stellt fest daß es der anti- sozialistischen Koalition, deren Schöpfer Churchill sei, gelungen fei, die Einheit der bürger­lichen Parteien gegen die Arbeiterpartei zu realisieren. Gewisse liberale Elemente, die unter Führung Lloyd Georges ständen, seien schon lang der Rolle der geduldigen Lämmer überdrüssig. Andererseits hätte die Arbeiterpartei durch gewisse Kundgebungen ihren Widerwillen gezeigt, aus den Händen der Liberalen wie gefütterte Tiere die Nah­rung entgegenzunehmen. Auch habe Macdonalti nicht ohne Schwierigfeilen die Ziele feiner Partei mit der nationalen Politik vereinen können, die er in 3 n ti i e n und gestern auch noch inA e g y p t e u fortgesetzt habe.

Der Lrzbergermörder wird nicht ausgeliesert.

wtb Budapest, 9. Oft (Tel.) Das ungarische Korrespondenzbüro meldet: Der 3 u st i z m i u i st er hat im Einflang mit dem Gutachten des Budapester Skaaksgerichtshofes die Auslieferung von Heinrich Schulz-Förster, dessen Ausliefe­rung von der deutschen Regierung wegen des Mor­des an Erzberger verlangt wurde, unter Hinweis auf die politische Natur der Straftat und wegen Mangel an Gegenseitigkeit verweigert.

wbt Ludwigshafen, 9. Oft (Tel.) Luftschiff A. R. 3 ist heute früh 8.25 Uhr im Bei­sein einer großen Menschenmenge bei klarem Wet-

' I Reichstagsabgeordneter schreibt an die [Germania": Seit Wochen wird die Frage her Regierungsumbildung in der Presse besprochen. : I Wie junge Hunde an einem ollen Rock reißt und

1 Zerrt die Links- und Rechtspresse an den Schlag- I Worten von der Rechts- und Linksregierung. Die I einen suchen das Zentrum dabei nach rechts, di- anderen nach links zu reißen. Vom Zentrum selbst

I wirb gesagt, daßsein linker und sein rechter Flü­gel erbittert miteinander ringen", wobei Sieger- wald und von Guerard nach rechts, Dr.

I -Wirth und Joos nach links ziehen würden. Die­ses Manöver der Rechts- und Linksparteien ent­springt einem gemeinsamen Ziel: Mißtrauen in die Wablerkreise des Zentrums zu ltragenundletztenEndesdieStellung

« L3e «trJZr?.5}7irtei 3" schwächen. Die Rechtspresse beschimpft zu diesem Zweck den Reichs-

I kanzler Dr. Wirth in der unanständigsten Weise, stellt ihn als einen Diener der Sozialdemokratie hm, der nur ein Ziel habe, dasBürgertum" an die Sozialdemokratie zuverraten". Und umgekehrt fuhrt die Linkspresse oen Kampf gegen Stegerwald mit der Behauptung, er sei ein gehorsamer Dien-r der Reaktion, der Lichts anderes wolle, als die

I alten Herrschaftsschrkhten des Hochatiels, der Groß- I Manz und der oberen Beamtenschaft wieder in den i

Sattel zu heben. Gestehen wir es offen zu: Diese I «eck wahren betriebene Methode, den einen Zen- | trunismann gegen den anderen auszuspielen, hat ] I 'n den Wählerkreisen des Zentrums da und dort bereits Wirkungen gezeitigt, die zu größter Acht-

chkest Veranlassung geben müssen. Wir haben fern Mittel, der Links- und Rechtspresse diese ihre, £uL?errei$un.9 i)er Zentrumspartei hinzielende zu verbieten. Aber eines können wir tun' Weisen wir jeden Versuch, den einen I Zentrumsmann gegen den anderen ! auszuspielen, entschieden zurück. Ich habe das Empfinden, daß das nicht immer mit dem I notigen Nachdruck geschieht.

Zu Lebzeiten Erzbergers begann es. Hätte sich damals die Zentrumspresse entschlossen gegen die Quertreibereien von rechts gewandt, es würde heute manches anders sein. Jetzt treibt es die Linkspresse nut derselben Unwahrhastigkeit gegen die angeb­lichen Rechtspolitiker im Zentrum und leider nicht vergebens. Ich bin in den Reichstagsferien viel durchs Land gekommen. Das eine Mal wird man von einem, um die Parteieinheit tief besorgten ^carte,fceuJlb bang gefragt: Sagen Sie mir ganz offen, ist der Stegerwald überhaupt noch ein Zen­trumsmann? Und wenn ich dann die Gegenfrage stelle, wie kommen Sie überhaupt zu einer solchen Frage, dann heißt es meistens:In den Zeitungen steht es! Ja, es steht in den Zeitungen, aber nur m der sozialdemokratischen Presse, in derFrank- ^rter - 'n derVossischen" und imBerliner - Sägeblatt, daß dieser Stegerwald ein Reak­tionär schlimmster Sorte ist. Und über Dr. W i r t h ! werden die gleichen Fragen gestellt. Nur im ande­ren Sinne:Wie lange dauert es noch bis Dr Wirth bei der Sozialdemokratie ist", frag mich letzthin einer, der mit allen Fasern seines Herzens b« der Zentrumssache ist. Diese Frage, stellte kein ^.Kapitalist, sondern ein armer Teufel. Diele Fragen, die einem da und dort begegnen, drücken nur die Feder in die Hand. Zentrumsleute habtacht! L a ß t E u ch n i ch t v e r wi r r en! i

Um die Richtung in der Innenpolitik

Reichskanzler D r. Marx hat bekanntlich den Fraktionen von den Deutschnationalen bis zu den Sozialdemokraten Richtlinien zur Verfügung gestellt, die in den Verhandlungen über eine Er­weiterung der Regierung die Grundlage bilden. Sie haben folgenden Woülaut:

sie, auf eine beschleunigteLösung der Fraae d b e g i e r u n g s e r w e i t e r u n g hinzuwirken."

Die Deutschnationale Volkspartei beendigte ihre Fraktionssitzung erst gegen 10 Uhr Sie will nach dem von ihr bekannt gegebenen Be- schluß u. a. die amtliche Verfolgung der Kriegsschuldsrage als gemeinsames Ziel einer Koalition angesehen wissen. Auch sie billigt das bisherige Verhalten ihrer Unterhändler und ermächtigt sie in Erneuerung des am 29 Septbr erteilten Auftrages zu weiteren Verhandlungen über die Regierungsbildung an der Hand der vor­gelegten, im einzelnen noch zu erörternden Richt­linien. J

Prozent der im Publikum befindlichen Anleihe, alfo 15 Milliarden Mark nominal beträgt, sodaß nach Er­hebung der Wertzuwachssteuer nur noch 15 Milliarden Mark nominal vom Reich zu 0,5 Prozent jährlich zu verzinsen wären, wofür eine Zinssumme von 75 Millio­nen Eoldmark in Betracht käme. Um diese 75 Millionen Goldmark aufzubringen, wird aus Sem Bestand der durch die Wertzuwachssteuer eingezogenen 15 Milliarden Nominale, die einen Kurswert von 750 Millionen Goid- mark repräsentieren, jeweils soviel auf den Markt ge­bracht, wie zur Abdeckung der Zinsen erforderlich ist. Auf diese Weise würde das Reich in die Lage versetzt, den Zinsendienst in Höhe von 0,5 Prozent minde­stens sechs Jahre lang be st reiten und weitere Mittel für die soziale Fürsorge zugunsten bedürftiger Anleihebesitzer bereitftellen zu können, ohne den Reichs- haushalt durch neue Steuern zu belasten. Innerhalb dieses Zeitraumes aber muß der Augenblick kommen, der es der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Staa­tes gestattet, die für die Verzinsung erforderlichen Mit- | teln durch Steuern aufzubringen. Der vorstehende Vor­schlag stellt deshalb keine endgültige Lösung des Pro­blems dar, sondern trägt lediglich dem derzeitigen lieber« gcmgscharakter unserer Wirtschaft und Finanzen Rech­nung.

Die technische Durchführung dieses Vorschlags müßte noch in den Einzelheiten unter Hinzuziehung berufener Fachleute ausgearbeitet werden. Ins­besondere ist darauf hinzuweisen, daß der Zinsen­dienst aus technischen Gründen später nicht halb­jährlich, sondern ganzjährlich durchzuführen wäre. Die Verwirklichung des vorstehenden Planes führt aber auch der kredithungrigen deutschen Wirtschaft neue bewegliche Mittel im Betrage von 750 Mill. Goldmark zu, aus der das Reich neue Steuern zu schöpfen vermag, die es für soziale Zwecke nutzbar machen kann. %

5n wirtschaftlichen Kreisen hält man den Antrag auch in dieser Form nicht durchführbar. Man macht geltend, daß dieser Plan praktisch nur einer Verzinsung von % Prozent gleichkäme und daß mit einer solchen Verzinsung die wirklich bedürftigen Anleihebesitzer insbesondere also die Zeichner selber, keinen besonderen Vorteil Hüften. Aber auch über die Möglichkeiten der vorgeschlagenen Steuer ist man an der Börse verschiedener Auffassung. Zu­nächst werden sich einmal die Parteien mit diesem Plan befassen müssen, und hierbei muß man be­rücksichtigen, daß die Stellungnahme gerade in der Aufwertungsfrage zuweilen weniger von wirt­schaftlichen, als speziell politischen Gründey beherrscht tpirti.__________ _ __________

r Streit auf dem Neckar. Das Personal der Schlepp, schnfahrt auf dem Neckar ist in Streik getreten, da die Arbeitsieber deren Forderung auf eine Erhöhung der Bezüge um 10% abgelehnt haben u

Leder praktische Politiker kann diese Mahnun­gen nur unterstreichen. Die Einigkeit der Zentrumspartei ist allen ein Dorn im Auge denen rechts von uns und denen links von uns. Wir Zentrumsanhänger werden doch nicht unseren Gegnern den großen Gefallen tun, aus ihre Treibe­reien hin auseinanderzulaufen? Das alte sturm­erprobte Zentrumsbanner muß aufgezogen bleiben. rcL Är Dampfer für Wahrheit, Freiheit und Recht blickt jetzt ängstlich nach rechts oder links, ob man uns da oder dort Beifall lächelt. Das Zen- Mimsprogramm, wie es von unserem Führer Dr. Marx |o erfolgreich in die Praxis umgesetzt wurde, ist unser Leitstern. Auf diesem Wege liegt tia

s" Alb ^inS.P±r Lästigsten Aufgaben der Regierung wird es betrachtet, die sozialen Leistungen dem Be-

-3U f{ei9.ern- sobald die finanzielle vage des Reiches es irgendwie zuläßt.

5. Wirtschaftspolitisch wird möglichste Stei- 3®ru*?g ber Produktion und des Nutzungsgrades der imhCILOw.e bie internationale Kredit-

und Wettbewerbsfähiakeit der deutschen Wirtschaft zu sichern, wie sie insbesondere auch unter dem Gesichts- punkt der Reparationsbelastung unerläßlich ist. Aus- h'ÄÄ wirtschaftlichen Freiheit wer­

den staatliche Eingriffe nur insoweit in Betracht kom- (TJs'fix 9 n ei erschienen, um eine wirtschaftr-

lchadliche Unterdrückung der Wirtschaftsfreiheit von ände- rer Seite abzuwehren. Bei Lösung der bevorstehenden außenhandelspolitischen Aufgaben wird mit der Stär- ^"8 der »ständischen Produktion gleichzeitig auf die möglichste Forderung der Ausfuhr auf dem Boden von -l^nststigkeit und Meistbegünstigung und die tunlichste Schonung des Verbrauchs hmgearbeitet werden.

Die Araktionsfihnng des Zentrums,

die am Mittwoch vormittag zusammentrat, um zu der politischen Lage Stellung zu nehmen, faßte einmütig folgende Entschließung:

Zentrumsfraktion des Reichstages hält fest an Überzeugung, Paß nur ein in innerer Einigkest gestärktes Volk Deutschland retten, der durch die An- d-s L°nd°ner Abkommens geschaffenen gesamt- politischen Lage gerecht werden und die uns auferlegten schweren Lasten unter tätiger Mitwirkung aller schaffen- /raste der Arbeit und der Wirtschaft tragen kann. Auch das ersehnte Ziel der baldigen völligen Be- besten^zu erreBm" CUf biefcm ^8- am

Die Zentrumspartei unterstützt daher nachdrücklich d-eser Grundaiflchauung beruhenden Bemühuw *5«311'5- die bestehende Koalition durch Hinzuziehung aller zu aufbauender Mitarbeit be- I

JPo.rte,1?on rechts und links zu erbreitern und bab^ starke und gesicherte Regierung zu schaffen.

Die Zentrumspartel erwartet von der vaterländischen Sefmnung und der Staatsoerantwortung aller zur Mit- ^'rkung berufenen Parteien bestimmt, daß sie sich unter Zurückstellung reglicher Parteiintereflen der dem Volks- |°"3ehn dienenden Arbeitsgemeinschaft zum Wiederauf­bau des Vaterlandes anschließen." 1

JDarmt hat die Zentrumsfraktion und zwar, wie mit Nachdruck hervorgehoben fei, einmütig die Hal- & ^ Reichskanzlers gebilligt, wie überhaupt öufe Entschließung eine einhellige und starke Ver­trauenskundgebung für den Kanzler darstellt. Es ist bemerkenswert, daß die Debatte, in welcher die verschiedensten Persönlichkeiten, unter anderem die Abgeordneten Dr. Bell, Stegerwald, von S ^""ster Brauns usw. eingriffen, "Etliche und geschlossene Linie des Zentrums k Augenblick außer Acht ließ. Die obige Entschließung der Zentrumsfraktion ist nicht nur em Zeugnis für die staatsfreudige und aufopfe- rmigsbereite Gesinnung des Zentrums dem Volks- ganzen gegenüber, sondern auch ein Dokument

Liebe zum Volke, die jegliche parteipolitischen Vorteile weit zurückweist, die wirttich das Vater­land über die Partei stellt.

Die Lehrerbildung.

W» der amtliche Preußische Pressedienst mitfeilt, StaatSmimsterium beschlossen, daß künftig i»,ir^^"?ehrer und Lehrerinnen ihre allgemeine Mnschaftliche Ausbildung auf den höheren h; Lvx n °.-L.tC2- erhalten sollen. Der Eintritt in

Pädagogische Aurbildung setzt künftig die Ablegung

Reifeprüfung an einer neunstufigen höheren taoitAo lieber die Gestaltung der päda»

Mschen Ausbildirng, die jedenfalls nicht auf dec Universität erfolgen soll, wird tiaS StaatS«:-^-^-» *och weitere

der Deutschen Volkspartei faßte folgenden Beschluß:

-D" Standpunkt der Deuffchen Volkspartei in der ora8e der Regierungserweiterung ist bekannt. Er har Nch nicht geändert. Die Richtlinien der Reichs-

rung mermt die Fraktion als eine brauchbare i 'N ""ler «eiqiem. Auf diesem Wege liegt das fUV°^I,llon5^ri,anbtunßen an- Sie billigt Wohl von Volk und Vat-rland Auf ihm wird

^»nutrg das Verhalten ihrer Unterhändler und ersucht 1 auch, so hoffen wir, Gottes Seaen ruber,