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Fuldaer Zeitung
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Zur Unterhaltung.
l Nr. 235 vom 8. Okt. 1924. | ;
ter Frauenberg in die Hand gelegt.
Die Sehn
unseres Herzens'
genommen wird. Die Legion ist groß.
mf.
im Eringertal liegt gar 2600 Meter hoch.
mf.
setzt haben.
Dr. 3. K.
Ms-
Wunsch — zum letzten Mal!
mf.
haben.
.Ich habe der Gegenseire
war denn das möglich?
50 Pfennig versprochen, wenn sie sich ergeben würde/
die
erregen die großen Ma«
den
Besondere Aufmerksamkeit schinenräwne auf der Werft.
Hier kommen die Früchte menschlichen Erfindungsgeistes
menschlicher Klugheit mch zur vollen Geltung
Fast wie Ehrfurcht mutet es den Beschauer an, wenn er sieht, wie weise und berechnend Ne Errungenschaften der Zeit in den Dienst der Menschheit gestellt find.
Da arbeitet der Dampfhamnier; eine gewaltige Kraft wohnt in der starken Eisemnasse, und wo der Hammer niederfällt, da glättet sich das weißglühende Metall wie Wachs; aber er gehorcht dem Fingerdruck eines Mannes, denn die Möglichkeit, seine Kraft zu zeigen, gibt ihm der
ein Rennpferd etwa 50 macht.
—- Vie hereingefallene
Mensch,
Mit Preßluft treibt man Nieten ein; sie werden gedrückt, legen sich glatt an; denn die Kraft, die sie und die Menschengeist erfand, ist stärker wie sie.
Funkensprühende glühend; Eiffenplatten. die
neue ersetzen, so schneidet man mit einemSauerstoffgebläse das fehlerhafte Eisenstück heraus und schweißt ein andere, genau so gut und jo stark hinein.
Ein großer Dampfer soll trockengesetzt und ausgebessert werden. Schleppdcunpfer ziehen ihn ins sogenaumt« Trockendock.
Di« Hauptstücke an diesem Trockendock sind ungeheure wassergefüllte Lehülter oder besser noch Kästen, zwischen denen das Schiss zu liegen kommt.
Hat es nun die richtige Lage eingenommen,, so tritt ein Preßluftapparat in Tätigkeit, der die wassergefüllten BehMer leerpumpt. Ist dieses geschehen, so tauchen die Behälter wie Schwimmkörper empor und heben die gewaltige Schiffslast, so daß der Dampfer bis zum Kiel hinab vollständig trocken liegt. —
breit, treibt
areaatisch ttrdattsgicbij.Silligim Varbraaoh erlagen In allen Stadtteilen
weniger in Afrika, er deserffcrte und trat als Karl Becker bei den elften Zuaven ein. Nach zwei Jahren bekam man durch einen Zufall heraus, daß er mit jenem Karl Reinke identisch sei, der seit langem als Deserteur gesucht wurde. Das Kriegsgericht verurteilte ihn sehr mllde und bald wurde er entlaflen.
Auf der Fahrt nach Calais wurden ihm seine Papiere gestohlen. Der Militärgouverneur der Stadt, an den er sich wandte, lieh ihn al; deutschen Spion verhaften und festnehmen, bis nach Wochen Aufklärung von seinem Zuaoenregiment kam. Nun begab sich Herr Becker nach Nizza, wo er das Pech hatte, einem Sergeanten der Fremdenlegion zu begegnen, der ihn sofort als De- ferteur erkannte und festnehmen ließ. Diese alte Geschichte war zwar schon verbüßt, aber man bestrafte ihn aufs neue, weil er „systematisch den Staat betrüge und seine Eigenschaft als falscher Deserteur benutze, um gratis sich verpflegen zu lassen und in Frankreich herumzureisen."
Es wird ihm nichts anderes übrig bleiben, al» zu seiner Legion zu reifen und dort Aufklärung zu schaffen, denn es kann ihm noch sehr oft passieren, daß er von einem alten Kameraden als Deserteur erkannt und fest
lautet fein Titel. Es
(Er weiß es. Lehrer: „Was ist auf dem Gebiete der Dampfkraft die beste Erfindung?" — Schüler: „Dis Dampfnudeln!"
— Die Schnelligkeit der Tiere. In Utah in Nordamerika hat man vor einiger Zeft Versuche angestellt, um die Schnelligkeit der Tiere zu meflen. Man hat Tiere eingefangen und sie in feiner sehr weiten flachen Ebene losgelassen. Durch bereitgestellte Automobile wurden dann die Tiere verfolgt. Die größte Geschwindigkeit erreichte eine Antilope. Sie lief mit einer Geschwindigkeit von 101 Kilometer in der Stunde. Da» Elentier machte 83 Kilometer in der Stunde, der Wolf 61 Kilometer. Doch ließ bei allen Tieren die Anfangsgeschwindigkeit sehr bald nach, zum Teil um 50 Prozent. Nur der Wolf behielt die Anfangsgeschwindigkeit längere Zett hindurch bei. Auch Vögel hat man durch Flugzeuge verfolgen lassen. Eine Wildente flog 80 Kilometer, ein Adler 74 Kilometer in der Stunde. Natürlich hängt die Geschwindigkeit der Vögel wesentlich vom Winde ab. Bei entgegenstehendem Wind ergaben sich sehr viel geringere Stundenleistungen. Zum Vergleich sei angeführt, daß
Aus der Geschichte der Obstes Die Heimat der Aepfel und Birnen. — Moden auch beim Obst. — Fortschritte in der Zucht.
Der Obstbau hat sich bei uns so eingebürgert, daß man meinen könnte, er sei von Anfang an in unferm Lande heimisch gewesen. Und doch ist das nicht der Fall Jahrhunderte langwieriger, mühsamer Arbeit haben dazu gehört, um den Obstbau in unferm Klima auf die heutige Höhe zu bringen. Und erst in jüngster Zeit find auch in Deutschland Sorten gezüchtet worden, die in Geschmack, Haltbarkeit und Fruchtbarkeit den Anforderungen genügen. So von den Apfefforten der ost- preußische Gravensteiner, der Mecklenburger Gelbe Richard, wohl die edelsten deutschen Apfelsorten, die es gibt. Die meisten Apfelsorten dagegen haben ihre Heimat im Auslande. Aus noch nördlicheren Regionen stammen der russische Klarapfel, der neuerdings so beliebte Sommerapfel, sowie der Signe T i l l i s ch, eine schwedische Sorte, die sich durchzusetzen beginnt. Aus England kommt einer der edelsten Aepfel überhaupt, der im Geschmack fast birnenartige Ribston Pepping. Amerikaner find der ratgefärbte Ionath an» apfel, sowie der sehr große, runde Ontario. Der Schöne von B o s k o o p soll ein Holländer fein. Die sogenannten Renetten find fast alle in Frankreich beheimatet, wenngleich man heutzutage die Bezeichnung Renette auch schon heimischen Aepfeln recht viel gibt (Landsberger Renette). Als eine der besten ist die Mus-
dachte, feit den Ereignissen seit 1914 aber als Wrack auf dem Strande liegt! — Und doch drängt es mich, trotz meiner dreiundsechzig Jahre, noch hinaus. Tibet, das mir 1914 einundzwanzig Begleiter verschlang, sollte mich noch zum drittenmal in seinen Grenzen sehen. Guayana, das von Schätzen gesegnete, herrliche Tropenland, harrt immer noch der Erkundung. Wer kennt das Innere Patagoniens? Borneo-Celebes bergen noch manches Unbekannte. Bhutan, das vermutliche Vaterland des sagenhaften Einhorn! Der einhornige Jack soll dort vorkommen, wie mir von Eingeborenen versichert wurde. — Vorbei! Ein Menschenleben ist zu kurz, um Gottes schöne Welt kennenzulernen ... Ich danke meinem Schöpfer, daß er mir so viel von seinem herrlichen Werke gezeigt hat und wünsche nur, daß er es mir ermöglicht, vor meinem Tode noch einmal in der unbetretenen Wildnis zu wandern. Wer weiß es?"
Durch die polittfchen und wirtschaftlichen Derhältniffe der Nachkriegszeit an die heimatliche Scholle gebunden, ging Emmerich alsbald an die literarische Auswertung feiner auf zahllosen Forschungsfahrten gesammelten Erlebnisse und Erfahrungen. Bilden letztere doch einen schier unerschöpflichen Born! Seine In zahlreichen Zeitschriften veröffentlichten Reisenooellen und Skizzen fanden eine dankbare Aufnahme. Von Ferdinand Emmerichs großem Reisewerk, das seit Beginn des vorigen Jahres unter dem Sammeltitel „Weltreisen und Forscher-Abenteuer" in Fr. Seybolds Verlagsbuchhandlung, München, erscheint, liegen bisher folgende sechs Bände in geschmackvoller Ausstattung vor: „Unter den Wilden der Südsee", „In mexikanischen Urwäldern", „Im Reiche des Sonnengottes", „Jenseits des Slequa- tors", „Streifzüge durch Celebes" und „Quer durch Hawaii". Reben dieser Reihe gelangt in demselben Verlage noch eine andere Sammlung unter dem Titel „Seybolds Volksbücher" zur Ausgabe. Die seither erschienenen Bändchen (je 80 Seiten), in denen der Verfaffer ebenfalls gefahrvolle Erlebnisse und Episoden aus den verschiedensten Erdteilen schildert, sind mit wirkungsvollem Umschlag des bekannnte Münchener Illustrators Fritz Bergen versehen.
In den vorliegenden Schöpfungen erweist Ferdinand Emmerich sich als ein stets fesselnder Erzähler, der alles, was er in einem Menschenalter an Naturschönheiten, an Sittenbildern, an Naturgeschichte stemder Länder und Völker gesehen und in sich aufgenommen hat, in meister- Hafter Weise darstellt. Seine Schreibweise ist schlicht und volkstümlich; seine feffelnden Schilderungen denkwürdiger Erlebnisse und Begebenheiten sind von jeder Selbstbewunderung frei, entsprechen der Wahrheit und bereiten daher jedem Leser einen ungetrübten Genuß.
üblich, auf Theaterzetteln die Wiederholung eines Stückes mitunter zu begründen durch einen „allgemeinen Wunsch". Die Wiener Volksoper kündigte nun einmal die Wiederholung einer Märchenaufführung „Königin Schneewittchen" mit den Worten an: „Auf allgemeinen
HI.
Auf 9er Schiffswerft.
Wenn man bet den St.-Pauli-Landungsbrücken
sind Reisegedanken eines Franziskaner-Missionars, der am 29. Juli vorigen Jahres vorn heimatlichen Kloster auf dem Frauenberge aufbrach, um mit feinen Gefährten über Rom die Seereise nach Nordjapan anzutreren, nach Sapporo, der Präfektur der Franziskaner-Mission. Rach achtwöchiger beschwerlicher Reise fft er in dem Lande feiner Sehnsucht, auf der Wirkungsstätte des Wiffionars angelangt. Der Provinz-Miffionsprokura- tor, P. Philippus Sauer, hat das Vorwort zu dem Büchlein geschrieben, das in der Druckerei des Klosters Frauenberg sauber und ansprechend herausgebracht, auch mit glücklich ausgewählten Bildern geschmückt worden ist. Man kann es gegen ein Miffionsalmosen von 1 <K bei der Miffionsprokuratur des Klosters Frauenberg erhalten.
Es ist ungemein feffelnd zu lesen, welche Eindrücke die Abschiedsfeier auf dem Frauenberg, die so viele von uns schon einmal erschüttert miterlebt haben, auf den jungen Miffionar selbst gemacht hat. Dann führt die Bahn die ausziehenden Jünger des hl. Franziskus durch deutsches Land nach dem Süden, nach Würzburg, nach München. Abschied von Deuffchland! Es geht nach Italien. Ueberall hat der Schreiber des Büchleins mit offenen Augen sich das, was am Wege sich zeigte, betrachtet und feine gesunden Gedanken darüber cmsge- ßirochen: Padua, Bologna, Florenz, Perugia, Assisi. Bm den dem Sohne des hl. Franziskus so besonders Heven Stätten geht es weiter nach Rom, zu St. Peter. Mtt dem Segen des Heiligen Vaters ziehen die Mif- fionare dann nach Genua, wo die „Weser", ein Schnell- dampser des Norddeutschen Lloyd, ste aufnimmt.
An der Hand des Büchleins begleiten wir die Reisenden aufs Meer, durch den Suez-Kanal, nach Port Said, fn das Rote Meer. Vorüber an Ceylon, an Singapore, zur chinesischen Küste, zum Jnselreiche Japan. In Kobe erfolgt die Landung und die Weiterreise wird in der Eisenbahn angetreten. Noch einmal Schifffahrt hinüber von der Hauptinsel nach Hokkeido, dem Missionsfelde der Franziskaner. Am 29. September waren sie in Sapporo.
Die Mitteilung des Reisewegs verrät nichts von der Fülle der Gesichte, die der Verfaffer des Büchleins vor unserem Auge erstchen läßt. Er fft kein trockener Reise- schilderer. Mit Begeffterung für Gottes schöne Wett malt er aus, was er gesehen hat auf seiner Fahrt. Und, was das schönste ist, alles sieht er im Lichte der göttlichen Meisterschaft, die aus den Wundern der Natur I spricht. In dieser ttefreligiösen Betrachtung der schönen Gotteswelt, gehoben durch den Gedanken an das große Missionswerk, in das er nun eintreten will, klingt auch in ihm der Lobgesang des hl. Franz auf, jener Sonnen- gefang, von dem alles erblaßt, was die Poesie hervor- gebracht hat.
Möge das Büchlein recht viele der Leser der Fuldaer Zeitung erfreuen und erbauen. Es kann nicht anders fern, als daß das Feuer der Begeisterung, das aus ihm loht, auch die Herzen aller anderen Chriftusfreunde I zur echten Liebestat entzündet und erwärmt und fo den I Zweck erfüllt, den chm Verfasser und Herausgeber ge- I
Pfahlgruppen, die aus 3 oder 4 baumstarken Pfahlen bestehen, tief in den Grund gerammt, durch starke Eisenbänder verbunden sind und einige Meter aus dem Wasser emporragen.
Auf dem eigentlichen Werstplatz und in den zahl- reichen Werkstätten und Arbettsräumen klirrt, poliert und kracht es sinnverwirrend.
Es fft kaum möglich, des Nebenmannes Wort zu verstehen. Aber jede Hand ist eifrig beschäftigt, unter Aufsicht geschulter Meister eines jener zahllosen Teile, die zu einem Schiffe gehören, anzufertigen oder zuzurichten.
Im stillen Büro sitzen inzwischen die Ingenieure und Zeichner, beständig Verbesserungen int Schiffbau erben- lend und ausarbettnb. Im Schiffbau trifft ja bas Wort: „Stillstand ist Rückgang" ganz besonders zu.
Für jedes Handwerk befinden sich auf der Werft besondere Abteilungen.
Da ist der Schmied, der bas unterste Hauptwerkstück des Schiffes, den Kiel, streckt und die gewaltigen Schiffs, rippen, die Spanten, biegt; der Schlosser und Maschinenbauer, der die Schiffsschraube, die Kessel, das Steuerruder usw. einbaut; der Tischler und Holzarbeiter, der die Schiffsblanken legt, die Masten setzt und aus schönem, gelbbraunem Teakholz die Kajütenrmune einrichtet; der Maler und Anstreicher, der den eisernen Schisfsrurrpf mit dauerhafter Farbe Überzieht, um das Rosten der Effenplatten und bas Ansetzen von Pfahlmuscheln und Seetang zu verhindern. Jedes Handwerk, vorn gröbsten bis zmn feinsten, liefert seine Arbeit zur Herstellung eines Schiffes.
Und jebe Arbeit wird mtt Sorgfalt ausgeführt. Wie j sollte auch ein Schiff den Weg über den Ozean finden, wenn es nicht mit genau rgufiertem Chronometer und unfehlbarem Kompaß ausgerüstet wäre!
Aber auch in der Werftarbeit fft nur selten ein Mißlingen zu verzeichnen. Da gibt es Mittel und Wege, jede Reparatur, mag sie noch so unmöglich erscheinen, auszuführen.
Ein Schiff hat beim Auslaufen die Kaimauer gestreift. Eine der eisernen Bugvlatten ist tief eingedrückt. Will man nun die beschädigte Platte nicht durch eine >
Etintfcmghöhe himcmffveigt, sieht man über das Hafenbecken hinweg die Elbinseln Steinmärber und Kleiner Grasbrook. Als der berüchtigte Seefahrer Klaus ©torte- bet er am 5. Juli 1402 von den Hamburger Kriegsleuten bei Kuxhaven geschlagen und gefangen genommen worden war, hat man ihn kurz darauf mit einer Anzahl feiner wilden Genossen auf dem Kleinen Grasbrook hingerichtet.
Auf Steinwärder und auf dem Grasbrook kommt Hamburgs reiches induftrieelles Leben zur vollen Entfaltung.
Hier befinden sich Schiffswerften mit Schwimm- und Trockendocks, sowie zahlreiche Anlagen in ununterbrochener Reihenfolge.
Wie das Klingen und Pochen einer gewaltigen Ar- beitsmelobie liegt es hier in der Lust.
Jeder der zahlreichem Werften hat ihre besondere Arbettstättgkett. Hier baut man Personen- und F^achi- bampfer von riesenhaftem Ausmaß; aber auch Hochseefischdampfer, Flußschiffe, Schleppdampfer, Barkassen, Bagger, Elevatoren und zerlegbare Dampfer, die meist Bi Afrika benutzt werden.
Di« bekannteste Schiffswerft fft ohne Zweffel die von Blohm u. Voß, die gegenwärtig 10—12 000 Arbeiter aller Berufe beschäftigt. Sie besitzt unter anderm Deutschlands größtes Schwimmdock, das imstande fft, die gewaltigsten Handels- und Kriegsschiffe mit voller Ausrüstung irockenzusetzen. —
Ein neuer Arbeitstag fft soeben angebrochen.
Schon regt es sich allenthalben in der Hafengegend. J)o^^bafm und Straßenbahn eilen vorüber, und auf den ßlbtunnet zu, um durch ihn zu ihrer Arbeitsstätte zu ge»
I fangen, strömen einzeln und in Trupps Tausende von kräftigen Männern.
Die Fahrstuhlmaschinerie des Elbtunnels ist m voller Tätigkeit; lautlos gleiten die mit je 80 Personen ober auch mit Autos oder Fuhrwerken angefüllten Beförde- rungsbehäkter in die Tiefe Es ist ein beständiges Auf und Nieder der großen Förderkörbe; doch kann man auch auf Treppen von insgesamt 133 Stufen aus den Grund des Tunnels hinabsteigen.
Der Tunnel selbst, der sich, wie schon erwähnt, unter I der Elbe hinzieht, besteht aus zwei gleichlaufenden, bogenförmig gebauten Durchgängen von reichlich 4 Meter Höhe und Brette. Die Wände sind mit Stempfatten aias- gefegt; zwischen ihnen sind hier und dort als Zierrat besondere Tafeln eingefügt, die Fische, Krebse und sonstiges Wassergetter zeigen.
Man macht ungefähr 600 Schritte, um den Tunnel zu durchmessen. Die Luft in chm ist nicht besonders gut, wie man sich ja auch wohl denken tarnt. Wenn man am jenseitigen Ufer im Fahrstuhl zum Sicht emporfahrt und sich wieder in Gottes freier Natur findet, atmet man unwillkürlich tief auf.
Als Bauwerk aber und Zeichen menschlichen Erfin- dungsgeistes ist der Elbiunnel bewunderungswürdig, was auch von allen Fremden und Ausländern, die Hamburg besuchen, anerkannt wird. —
Auf Steinwärder ist alles in voller Tätigkeit.
Die großen Speicher und Lagerhäuser geben ihren Inhalt ab ober nehmen neue Ladung aus aller Herren Länder entgegen.
Ruhig und gleichmäßig drehen sich zahlreiche Hebekräne, ' vom kleinsten, der 2 Tonnen (— 40 Zentner) hebt, bis zum vielbewunderten „Großen Kram", der, em Denkmal deutschen Könnens, 150 Tonnen (— 3000 Ztr.) trägt. Sie alle helfen Schiffe ein- und ausfaden. Gerade als ich zum „Großen Kran" hinüberblickte, sah ich, wie er eine Lokomotive wie spielend emporhob, eine Strecke durch die Luft führte und dann behutsam niederließ.
Schiffe und kleinere Fahrzeuge, die der Ausbesserung märten, liegen vor Anker oder sind befestigt an den sog.
Rmnpf eines Schiffes umkleiden sollen, werden beliebig gebogen oder mtt dem Sauerstoffgebläse wie Papier zerschnitten.
Don einer aufgenieteten Eisenplatte, die ein wenig zu breit ist und deren Rand zu wett vorfteht, soll ein Streifen abgetrennt werden. Dazu benutzt man den sogen. Reoolverhobel. Der Apparat knattert und faucht, aber der stählerne Hobel dringt glatt durch das Eisen und bringt eine Arbeit von peinlicher Genauigkeit zustande.
Kilometer in der Stunde mf.
Diener Volksoper. Es ist
i Glas, Ponellan, Haus- und Küchengeräte Cmd Wiesnai W„ Fulda Fernruf 778.
heiterer.
Der kleine Schlauberger. Onkel Paul beobachtet feinen kleinen Neffen, wie er mit einem Schulkameraden „Festung stürmen" spielt. „Höre," sagt er, „wenn du in einer halben Stunde die Festung genommen hast, bekommst du eine Mark von mir." — Nach fünf Minuten kommt der Kleine an: „Onkel, kann ich die Mark bekommen, ich habe die Festung genommen." — „Das ging aber schnell", sagt der Onkel anerkennend, „wie
Hunde der Eiszonen.
Als arktische Hunde sind besonders bekannt die Eskimohunde, die russischen Laiki, die sogenannten norwegischen Elchhunde und die Samojedenhunde. Alle diese angeführten Rassen sind mit dem hierzulande häufigen großen Spitz mehr oder weniger in Verwandtschaft zu bringen; jedoch sind alle arktischen Hunderassen bedeutend stärker, kräftiger und zäher als unsere Spitze. Die russischen, seßhaften Samojedenvölker, die im Archangelgebiet und teilweise in Sibirien wohnen, lassen sich die Zucht der nach ihnen benannten Hunde besonders angelegen sein. Die Samojedenhunde werden außerordentlich vielseitig verwendet. Sie sind gut auf der Jagd zu gebrauchen, leisten aber auch sogar beim Fischfang wertvolle Dienste Daneben sind sie treffliche Wachtiere und ziehen unermüdlich und ausdauernd die oft schwere Lasten tragenden, niedrigen Schlitten. Die Samojedenweiber verwenden auch das gegerbte Fest dieser Hunde als verbrämenden Besatz ihrer, gewöhnlich aus Renntierhäuten zubereiteten Kleidungsstücke. Man sieht, daß diese arktischen Spitze den Mongolenoölkern von großem Nutzen und Wert sind. Sie sind Gebrauchshunde im wahrsten Sinne des Wortes. Es sei noch erwähnt, daß in Großbritannien feit etwa einem Jahrzehnt Vereine bestehen, die sich der Zucht dieser Tiere besonders angenommen
von ßulda nach Sapporo.
Reisegedanken eines Franziskaner-Missionars.
Ein köslliches Büchlein hat uns dieser Tage das Klo-
Aus aller wett.
— hochgelegene Dörfer. Die höchsten, ständig bewohnten Dörfer finden sich etwa in einer Höhe von 2000 Metern. Das höchstgelegene Dorf in Europa ist wohl das Dörfchen C r e st a am Septimerpaß, das 1949 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Dann folgt das Dorf Chandolin in einem Tal des Ober-Wallis, 1936 Meter hoch. Lü in Graubünden liegt 1892 Meter hoch, St. Moritz im Engadin 1856 Meter und Pontere- fina 1803 Meter. Nicht ständig bewohnte Dörfer, die im Winter verlassen werden, kommen in noch Hähern Regionen vor. Am Findelengleffcher liegt das Sommerdorf I n f 2075 Meter hoch. Es wird dort in dieser Höhe noch Roggen gebaut. Ein anderes Sommerdors
_Dtr falsche Deserteur.
Tragikomisches Schicksal eines Aremdenlegionars.
Irrfahrten haben immer etwas an sich, was uns reizt, davon zu hören. Taufende haben schon auf solchen Reisen die ganze Erde hinter sich gebracht und ihre Schicksale mögen mannigfacher und vielseitiger sein als die des Fremdenlegionärs Karl Becker, dessen tragikomisches Geschick jüngst bekannt wurde. Er war naturalisierter Franzose und diente in der Fremdenlegion, wurde kurz nach dem Kriege entlassen und machte in Mühlheim im Elsaß ein Geschäft auf. Die Zeiten waren schlecht und so ging er wieder zur Fremdenlegion, ließ sich aber aus unbekannten Gründen unter dem falschen Namen Karl Reinke eintragen. Diesmal gefiel es ihm
Ws stolz die Wimpel flattern !
Bilder aus Hamburgs Hafenleben.
Von Hermann Weber.
I fatrenette bekannt. Die Calvillarten sind gleichfalls füd- I ländischer Herkunft; Frankreich, die Schweiz, teilweise I auch Norditalien sind ihre Heimatländer.
Fast durchweg aus dem Süden, aus Frankreich und I Italien, auch wohl Tirol und Oesterreich, stammen die Birnen. Die Namen weisen fast alle darauf hin. Die Bergamotte fft nach der italienischen Stadt Bergamo benannt, die Gute Luise heißt mit ihrem voll- ständigen Namen „Gute Luise von Avranches", und auch I die „Köstliche von Charneu" und „Napoleons Butter- birne", deuten schon durch ihren Namen ihre französische Heimat an. Die beliebte Williams Christbirne I dagegen ist englischen Ursprungs. Neuerdings macht I auch eine deutsche Züchtung, Diels Butterbirne, viel von I sich reden, und zwar mit Recht. Es ist eine der wohl- I schmeckendsten und edelsten Tafelfrüchte, die es gibt. Na- I türlich beruht sie auf ausländischen Stammformen.
Auch in der Obstzucht gibt es keinen Stillstand. Un- I ablässig werden neue Versuche gemacht, und bas Alte I muß allmählich dem Neuen weichen. Manche gute, alt- I bekannte Sorte geht habet mit dem Untergang entgegen, aber das fft nicht zu vermeiden, da auch die Obstsorten I dem „Abbau", d. h. einer im Laufe der Zeit eintreten- I den Verschlechterung, unterworfen sind. Nur durch immer neue Züchtung kann dem Verfall des Obstbaus
I vorgebeugt werden. mf.
Ferdinand Emmerich.
Ein deutscher Forscher und Reiserzähler
Von Franz Fethke.
In neuerer Zeit ist eine stattliche Reihe von Reffe- I erzählern auf den Plan getreten, die vor allem jugend- I liche Leser durch phantasieoolle, farbensprühende Schil- I berungen der Wunder und Schrecken fremder Länder in I hohem Grade fesseln. Unter diesen nimmt der bekannte I Forscher und Weltreisende Ferdinand Emmerich, dessen I spannende Erlebnisbücher eine wertvolle Bereicherung I unserer Forschungs- und Reifeliteratur darstellen, eine I hervorragende Stelle ein. Diesen verdienten deutschen I Mann in feinem Leben und Schaffen nuferen Lesern | näher zu bringen, sei die Ausgabe nachstehender Skizze.
Ferdinand Emmerich, ein Sohn des Rheinlandes, I wurde im Jahre 1858 zu Hamm (Niederrhein) geboren I und beschritt schon im frühen Alter die Laufbahn eines I Forschers. Als Schüler war es ihm vergönnt, den I Schilderungen eines berühmten Forschers zu lauschen. I Es war dies der bekannte Gelehrte Dr. Bastian, der auf den Entwicklungsgang des Knaben einen großen Einfluß ausübte und ihn für seinen späteren Beruf begeisterte. Zum Jüngling herangewachsen, sand Emmerich in dem bekannten Weltreffenden Friedrich Ger st äcker einen väterlichen Freund, her „mit be- wunderswerter Geduld dessen unzählige Fragen nach | den Wundern der Tropenwelt beantwortete". Im । Alter von 18 Jahren tarn Emmerich auf die Universität i Bonn. Als damals nach der Beendigung des deutsch- ' französischen Krieges im neugegründeten Deutschen Reiche die Rufe nach Kolonien immer dringender wurden, ha packte die Sehnsucht nach fernen Küsten.den jungen Studenten so mächtig, daß er den Hörsaal mit den Planken eines holländischen Seglers vertauschte. Das Schiff hatte keine gute Fahrt. In einem Taifun, dem gefürchteten Wirbelsturm in den südost-asiatischen Randmeeren, ging der .Lonink Willem" unter, und nach vielen Leiden wurde die Besatzung nach Hongkong gerettet
Von hier aus begann Emmerichs wissenschaftliche Wanderung, der er fast fünstmddreihig Jahre seines Lebens gewidmet hat. Teils zu Fuß, teils auf Reittieren durchzog er fast die ganze exotische Welt, und zwar jene Gebiete, die von den Europäern nie ober doch nur selten besucht werden.
Im eilten Jahrzehnt feines Wanderlebens, atfo von 1877 bis 1887, bereiste Emmerich die Südfee, Mexiko, Honduras, Peru, Borneo, Celebes und Hawai. In Südamerika besuchte er — feit Appun und Schomburgk — als erster Europäer das Gebiet um den Cujuni (Guayana), ferner den oberen Amazonas in peruanischem und bolivischem Gebiet, die Botokuden, und endlich durchquerte er als einsamer Reffender das weite Land vom Orinoko (Mündung des Apure) bis an den Rio Negro (Manaos) in zweihundertdreißigtägiger Fußreise. Seine letzte Forschungsreise unternahm Emmerich 1913= 14 hn Auftrage der deutschen Regierung nach Tibet. Das Werk über diese unsagbar beschwerliche, denkwürdige Unternehmung, der erst der Weltkrieg ein Ziel setzte, harrt noch der Veröffentlichung.
Daß es dem hochverdienten Forscher nicht leicht geworden sein mag, dem wohl die höchsten Anforderungen an die Zähigkeit, den Mut und die Kühnheit stellenden Forfcherberufe für immer zu entsagen, geht deutlich aus einem im April des Jahres 1922 an den Verfasser dieser Abhandlung gerichteten Briefe hervor, der auszugsweise hier Platz finden möge: „. . . Sie werden mich auf dem Bilde als den Greis finden, der noch fo viele Pläne im unerforschten Auslande durchzuführen ge-