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ein erbärmliches Fiasko bei seiner Beweisführung erleiden. Recht hatte er nur mit der Feststellung, daßfrüher wohl Fehler vorgekommen sind". Vielleicht hat er hierbei an die von seinem unver­geßlichen Vater herausgegebene DenkschriftZur Jahrhundertfeier der Vereinigung der Rheinlands mit Preußen gedacht, in der es auf Seite 72 u. a. heißt:

Die Tatsache, daß Freiherr v. Schorlemer- Lieser der erste katholische Oberprästdent ge­wesen ist, den diese zu vier Fünfteln katholische Provinz seit ihrer Einverleibung in den preußi­schen Staat aufzuweisen hatte, sagt auch für unsere Tage allzuviel".

Eine ähnliche unglaubliche Gehässigkeit gegen Zentrum und besetzte Gebiete leistete sich in einer Versammlung in Ratibor der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Schmidt-Stettin. Er ver­langte den Abbau der überflüssigen Reichsministe­rien und sagte:Es müsse ferner das lediglich für das Zentrum geschaffene Ministerium für die be­setzten Gebiete beseitigt werden." Fürwahr, ein starkes Stück! Das Ministerium für die besetzten Gebiete ist im ersten Kabinett Stresemann zu einer Zeit geschaffen worden, als nach dem Ab­bruch des Ruhrkampfes das Geschick der Rhein­lands an einem seidenen Faden hing; es wurde wahrhaftig nicht dem Zentrum zuliebe gebildet, sondern um die besetzten Gebiete dem deutschen Vaterlande zu erhalten. Zentrum und besetzte Ge­biet werden sich hoffenüich diese deutschnationale Dreistigkeit, die charakteristisch für die Einstellung des Gros dieser Partei zu den Fragen von Rhein und Ruhr ist, gründlich merken!

Schließlich noch ein kurzes Wort über die Partei, welche die Nachwahl in Oberschlesien ver­ursacht h«t, die Wirtschaftspartei des deut­schen Mittelstandes. Sie hat riesige Anstrengun­gen gemacht, um bei dieser Wahl die 11000 Stimmen herauszuholen, die ihrer Reichsliste noch fehlten, um zwei weitere Vertreter dieses Grüpp­chens in den Reichstag zu bringen. Sie hat die­ses Ziel nicht erreicht, obwohl sie ihre großen Ka­nonen, an der Spitze Profesior Dr. B r e d t, sämt­lich nach Oberschlesien gesandt hatte und in Wort und Schrift den Mund sehr voll nahm. Sie be­hauptete in ihrem Wahlaufruf kühn, daß, seitdem die Wirtschastspartei in den Reichstag eingezogen, der deutsche Mittelstand zum ersten Male an der gesetzgeberischen Arbeit teilgenommen habe". Daß es früher im Reichstage und im Landtage Männer wie Euler, Irl, Chryfant, Hermann-Reut­lingen, Jaud und manchen anderen bewährten Mittelständler gegeben hat, daß die Belange des Handwerks und des Einzelhandels auch im ersten Reichstage der deutschen Republik recht gut ver­treten waren siche unsere WahlbroschüreZen- trum und Mittelstand", wird von diesen poli­tischen Quertreibern glattweg geleugnet. Der oberschlesische Mittelstand gab ihnen dafür die Quittung. Sie brachten keine 9000 Stimmen auf auch ein erfreuliches Zeichen politischer Gesundung im deutschen Volke!

Der heutigen Ausgabe unferer Zeitung liegt eine An­kündigung der Firma Dr. med. Rod. Hahn & So., GmbH., Magdeburg, über ihr in vielen lausenden von Fällen be­währtes Nerven-Nährmitiel

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bei, auf welche wir unsere Leser hiermit ganz besonders htnwellen. Ein Versuch mit diesem Mittel dürste sich aus jeden Fall empfehlen.

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Sonntag, 5. Oktober 1924.

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für den Kreis Fulda.

Montag, den 6. Oktober er. findet um 8 Uhr in der Michaelskirche das

3. Blatt.

Druck der Fuldaer Actirrrdruckerei s« Fukd»

Die Reichstagswahl in Obrrfchlesien, über die jetzt di« endgMgen Ergebnisse vorliegen, bedeuten einen überlegenen Sieg des Zentrums. Die Zentrumspartei hat trotz des allgemeinen Rück­ganges der Wahlbeteillgung 192 821 Stimmen er­zielt (im Mai 198 689). Die Kommunisten, die im Mai mit 130306 di« zweitstärkste Partei waren, gingen auf 76 482 Stimmen zurück. Die Deutsch- naticmalen, als drittgrößte Partei, hatten im Ma, 103 744 Stimmen erzielt, jetzt nur 81342 Stirn- men.

Die Reichstagsnachwahl im Wahlkreise 9 (Oppeln), die am 21. September stattfand, hat an dem Besitzstand der Parteien nichts geändert. Le­diglich von dieser Tatsache aus betrachtet, kann man mit Recht fragen: War es wirklich nötig, das schwierige Grenzland Oberschlesien zum zwei­ten Male in kurzer Frist in die Erregung eines Reichstagswahlkampfes zu stürzen? Die Partei welche die Ungülligkeitserklärung der Wahl vom 4. Mm betrieben hat, weil ihr Wahlvorschlag da­mals vom Wahlvorstand nicht berücksichtigt wor­den war, die Wirtschaftspartei des deutschen Mit­telstandes, hat bei der zweiten Wahl herzlich schlecht abgeschnitten; der Erfolg blieb ihr versagt, llnd doch hatte dieser Wahlkampf kurz nach der schwerwiegenden Entscheidung des Reichstages vom 29. August eine fymptomattsche Bedeutung, weil er Kunde davon geben sollte, wie die Bevölkerung eines deutschen Grenzlandes über die Haltung der Parteien gegenüber dem Londoner Pakt urteilen werde. Daß die Parteien sich dieser Bedeutung bewußt waren, bewies das Eingreifen zahlreicher führender Hilfskräfte aus dem übrigen Reiche. Zu den Zentrumsabgeordneten, die zumeist aus dem fernen Westen herübergeeilt waren, gesellte sich in der letzten Woche als Hauptkraft der frühere Reichskanzler Dr. W i r t h, der in den fünf größ- ten Städten Oberfchlestens vor Riesenversamm­lungen sprach und nebenher die Zentrumspresse schneidig bediente. Er und seine Frakttonsfteunde vertraten mit allem Nac^>ruck die Auffassung der polittschen Lage, die in der Entschließung des Retchsparteioorstandes zum Ausdruck gekommen war: Ablehnung eines einseitigen Bürger­blocks, Festhalten an der bewährten Politik der Mitte, Heranziehung aller Kräfte der Ra­ttan, die guten Willens sind, zur verantwortlichen Mitarbeit im Dienste des Vaterlandes.

Das Ergebnis der Wahl hat bewiesen, daß die Zentrumspartei mit diesem Programm aus dem rechten Wege ist und von chren Wählern verstan­den wird. Man war sich in Oberschlesien darüber klar, daß ein Haupthindernis für einen außer­gewöhnlichen Erfolg in der Wahlmüdigkeit zu suchen sein werde. Tatsächlich war die Gesamt­beteiligung an der Wahl vom 21. September be­reutem) geringer als am 4. Mai. Aber die Zen- trumspartei hatte unter der Wahlflauheit am wenigsten zu leiden; sie konnte 42,1 Proz der Gesamtstimmen gegen 35 Proz. bei der letzten Wahl für sich buchen; sie brachte ihre drei Abge­ordneten durch und behauptete auch für die Wahl­kreise 7 und 8 zur Erhallung der Mandate Dr.

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Brüning und Wilkens die nötigen Reststtmmen. Die oberschlesischen Abgeordneten Ulitzka, Ehrhardt und Zipper werden demnächst in der Reichstags­fraktion des Zentrums wieder Mitarbeiten Ge­genüber diesem Erfolg des Zentrums erlitten die radikalen Flügelparteien starke Stimmverluste: die ?^o^§^^EEschen 37,3 Proz., die Kommunisten gar 41,9 Proz., ein Ergebnis, das auf eine allmählich einsetzende polittsche Gesundung unseres Volkes hoffen läßt. Von den übrigen Patteien haben nur die Deuffchnationalen in Oberschlesien größere Bedeutung. Sie entfalteten eine beispiellose Agi- tatton; sogar Dr. Hergt warf sich in den Kampf. Ergebnis: Sttmmenrückgang um 21,9 Proz. Die Politik der Mitte hat in dem oberschlesischen Wahl­kampf am besten abgeschnitten.

Rach diesem Gesamturteil über den Wahlaus­fall feien einige Einzelbilder herausgegriffen. Zu­nächst die Kampfesweise der Deutschnationalen. Das Auftreten Dr. Wirths in Oberschlesien hat auf sie geradezu alarmierend gewirkt. Es wurde mit schärfsten Mitteln gegen das Zentrum gekämpft. Unter den maßlosen Hetzereien gegen uns find fol­gende besonders für unsere rheinischen Partei­freunde bemerkenswert. In einer Versammlung in Beuthen setzte sich der deuffchnationale Lanü- tagsabgeordnete Dr. Bachem-Köln,der Sohn eines bewährten Zentrumsanhängers" wir fol­gen dem Bericht der deuffchnationalenOberschle- stschen Morgenzeitung",in durchaus vor­nehmer und fachlicher (!) Weife mit dem Zentrum auseinander" und frug:Warum die Liebe zu den Männern vom 9. November? Warum die fana­tische Abneigung gegen uns?" Dr. Bachem ant­wortete daraus nach dem Bericht:

Der Grund liegt aus dem Gebiete der Per­sonalpolitik; dort ist das Zentrum einen unzerreiß­baren Pakt mtt der Sozialdemokratte eingegangen. Es muß zugegeben werden, daß früher wohl Feh­ler vorgekommen sind, indem die polittschen Be­amten zu einfeitig ausgewählt worden find. Allein das alte preußische Beamtentum war in erster Linie Diener des Staates; hingegen heute sind die meisten Beauftragte polittscher Parteien, das bricht ihnen das Rückgrat und schädigt ifyr Ansehen. Was früher Fehler war, ist jetzt zum System er­hoben worden. Der Redner gab nun zahlreiche Fälle unglaublicher, parteipolittscher Krippenwirt- schast aus den besetzten Gebieten bekannt.' Ueberall hat hier das Zenttum die Hand mit im Spiele."

Soweit der Bericht. Soviel Behauptungen, so­viel Ungeheuerlichkeiten! Der Redner hätte als Rheinländer bedenken sollen, daß er mit seiner Kampfesweise fein eigenes Nest beschmutzt. Die Beamten des besetzten Gebietes, namentlich die in leitenden Stellen, haben im schweren Jahre 1923 wahrhaftig nicht als Beauftragte politischer Parteien, sondern als treue Diener des Staates gehandelt. Herr Dr. Bachem möge die zahl­reichen Fälle unglaublicher parteipolittscher Krip­penwirtschaft" im besetzten Gebiete öffentlich dar­legen, damit man sie an Ort und Stelle nachprüfen kann, namentlich daraufhin, ob das Zenttum Überall die Hand mtt im Spiele hat. Er würde

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Gottesdienstordnung.

Katholischer Gottesdienst.

Sonntag, 8. Oft. (Rosenkranzfest.) Dom. Roll eit» für die neue St. JosephSkirche. */i6, 6, */,7 u. 7 hl. M.; vor u. nach denselben jedesmal Austeiluna bet hl. Kommunion, */«7 6L M. m. Ansprache u. hl. Rom, f. d. Mitglieder d. Männerapostolats, 8 Pfarramt m. Pred. u. hl. Rom. (Pflichtkom. der Kinder des achten Schuljahres), */«10 Ratbebtalamt m. Pr., */<ll Ehr. f. b. Iünpl., */»12 letzte hl M. m. Pr., */»2 Rosenkranz.A., 2 Ehr. f. b. Jungfr., 4 Pr. m. A. u. Serien, 7 Rosenkranz. A. m. Segen i. b. Marienkapelle. Montag nachin. 8 Rosenkranz-A. m. Segen. Stadtpfarrkirche. Beicht-, Gelegenheit Samstag nachmittags 37 unb Sonntag früh 5Vi7Vi. Sonntag Toti es-quotieS,Ablaß. Kollekte für die Sturmiuskirche. 5*/i hl. Rom., 5/* M. M., 64 hl» M. u. Rom. b. MännerapostoiateS, 8 erster Schulgb. u. Pr., 9V« Pr., Hochamt m. Chor­gesang. 11 zweiter Schulgb. u. Preb., 91/. Ehr. f. d. Jüngl. i. b. Severikirche, 2*/i sakramentale Andacht, 7*/< Rosenkranz-Andacht. Pfarrkirche zum heilige« Geist. V«7 Beicht, 7 Frühmesse u. Beicht, 8 Amt m. Pr., darauf Chr., abends */i8 Rosenkranz-Andacht. Severikirche. Vi7 hl. M. Herz-Jesu-Heim. 6 hl. M., 8 Hochamt u. Pred., nachmitt. 2 Rosenkranz u. Segen. Mittwoch abends 7/« Rosenkranz mit Segen. Frauenberg. 5, V»6, 6, */t7 u. 7 hl. M., 8Singm. m. Pr., 9 Levitenamt, nachmitt. 2 Pr. u. Umg. f. d. Fünf-Wunden- Bruderschaft, 8 Novizenunterricht, abends 1,8 And. zu Ehren des hl. Franziskus mit kurzer Predigt. Zrledhofikapelle am Hranzosenwäldchen. Sonntag 6V« hl. Messe mit Ansprache. Montag u. Dienstag 6*/« hl. Messe mit Kommunion-Austeilung.

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Der Vorstand.

SB. Bei schlechter Witterung wird empfohlen, den MUtagszug zu benutzen.

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a§ 3 Uhr. Es lobet ergebenft ein

Der Vorstand.

Wissenschaft und Forschung.

= Ein ständiger Seitz-Planetarium in Jena. Die Karl-Zeitz-Werke in Jena werden in Jena ein ständiger Zeitz-Planetarium errichten. Das Planetarium wird' im Jenaer Prinzessinnen garten auf einem großen freien Platze erstehen. Der große Kuppelbau soll einen Durchmesser von 25 Metern und eine dementsprechende Höhe erhalten; als Vorbau erhält das Gebäude eine Säulenhalle. Das Planetarium wird sowohl in wissen­schaftlicher wie in baulicher Hinsicht eine außerordent­liche B ereicherung der thüringischen Univer- sitätSstadt bedeuten.

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