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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Skadt Fulda.

51. Zahrg.

Samstag, 4. Oktober 1924

fir. 232

Der Angriff auf Macdonald.

Deutsches Reich

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hinter sich hatte, um dem Eremiten das Büchlein zu bringen, das er m der Tasche des Sattels trug. Aber selbst, wenn der Alte allein zu Hause war, wollte er er­gründen, wer das Mädchen war, das er nicht vergessen konnte Er dachte der Warnung des Vaters, aber er ver­lachte sie. Ach das Leben lag so lockend vor ihm. So lange er kein Unrecht beging, wollte er der heimlichen Stimme folgen, die ihm von der Liebe der schönen Töchter am Rhein erzählte. So kriegerisch auch sonst das Blut durch die Adern floß, heute wünschte er, daß Kamps und Fehde noch ruhen möchten, bis er wußte, oh sie ihn wieder liebte und wer sie war.

Rust dachte an den unglückseligen Dolch, den ihm der Knecht, ein blöder, unbeholfener Mann, gegeben hatte Es fchien, als ob dieser Punkt in 5er allgemeinen Auf­regung vergessen worden war, vielleicht aber auch hütete sich der Zeuge durch seine erneute Aussage die Burg­gesessenen aus sich zu ziehen. Er war nur vorüber­gehend in Diensten des Markus und schien kein Interesse daran zu haben, im Mittelpunkt eines hochnotpeinlichen Verhörs zu stehen.

Graf Ruft entließ den Boten und begab sich zur Ruhe, aber der Schlcrf floh ihn, denn er grübelte über das Schicksal des Bruders nach, dem er trotz allen Ltrei- tes doch herzlich zugetan war.

Am nächsten Morgen stellten Boten der umliegenden Burgen fest, daß die Stimmung in Agathen und den benachbarten Städten etwas ruhiger geworden war.

Zweifellos bemühten sich die Ratsherrn, die Menge davon zu überzeugen, daß mit verfrühtem Losschlagen alles verdorben werden konnte. Daß es über kurz und lang zum Kampfs kommen werde, bezweifelte auf beiden Seiten niemand, nur erhoffte man, daß die Gegenpartei anfangen möge, um nachher den Gegner als Anstifter beim Reiche anschwärzen zu können.

Der Städtebund, der sich gegen die Macht der Fürsten und Herren richtete, war schon so weit organisiert, daß man beim Beginn von Kämpfen, die die volle Freiheit mit sich bringen sollten, auf ein geschlossenes Vorgehen rechnen konnte.

Aber auch die Grafen und Herren waren nicht müßig gewesen, und manche Vereinbarung legte fest, daß man sich gegenseitig mit Rittern und Knappen, Knechten und Troß unterstützen müsse. Das wußte man in den Städten und es war daher wahrscheinlich, daß der Heerbann der Bürger und Bauern versuchen werde, de Burgen einzeln zu bezwingen, ehe sie sich gegenseitig Hilfe bringen konnten.

scheu Fahrplan, den die Regie beibehalten, vom Hauptbahnhof 12.16 Uhr abgcht, habe infolge der Dunkelheit und des Rauches im Tunnel den vor ihm stehenden Zug, zumal dieser nicht durch rote Lichter gesichert gewesen sei, nicht bemerken kön­nen. Die Ursache des schlechten Funktionierens der kunzeknorr-Lremfe habe noch nicht fest- gestellt werden können. Gegenwärtig scheine es, daß die ganze Verantwortung auf den deutschen Beamten falle, der den stehenden Zug durch rote Laternen habe sichern sollen. Der Material­schaden ist bedeutend. Der Gepäckwagen und die vier letzten Wagen des Zuges 670 find erheblich beschädigt, ebenso die Lokomotive des Personen­zuges. lieber die Zahl der Opfer hüllen sich di, Franzosen immer noch in Schweigen.

Es war im Juni geworden und Graf Siegfried rill mit einem Fähnlein Gewappneter in dn tauglitzernden Morgen hinaus. .Er wollte nach Vereinbarung mit dem

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Die Nacht war schon ziemlich weit vorgeschritten, als ein Bote die Zugbrücke der Bärenburg passierte, den Graf Rust gegen Abend nach Agathen in besonderem Auftrag gesandt hatte.

Die Menge war zerstreut worden und durch Nach­frage am Stadttor erfuhr der Mann, daß für morgen einige Ritter des Erzbischofs von Mainz erwartet wur­den, die im Auftrage des Kurfürstlichen Gerichtes den Ncmbanfall auf den Markus von Godesbepg unter­suchen sollten.

Auch war der Aufruhr der Städte zu Ohren seiner Kurfürstlichen Gnaden gedrungen. Dem Kaufherrn und seinem Knechte ging es besser und sie würden am Leben bleiben.

Graf Rust saß cm seinem Tisch, und die Kerzen flackerten im Nachtwind, der durch die geöffneten Fenster .hereinstrich.

Hat man noch immer nicht ermittelt, wer der Täter war?"

Der Knappe verneinte.

Ich habe mich heimlich durch die Gassen zum Hause des Herrn Stadtschreibers geschlichen, der Grüße bestellen läßt. Herr Markus glaubt einen Ritter erkannt zu haben, aber den Eid auf das Kruzifix will er nicht leisten. In der Stadt jedoch geht die Hetze gegen die i&urnherren weiter."

gerade in dieser Epoche großer Entscheidungen wieder einmal das Zentrum auseinander zu ma­növrieren und dieser Versuch wird, wie Dutzende andere, die wir aus Erfahrung kennen, ebenso klüglich scheitern.

Ausführung in Anspruch genommen wer­den Daher hält der Reichskanzler es für seine m-licht, sowohl die Deutschnationalen, wie aber auch die Sozialdemokraten zu veranlassen, der Reichsregierung gegenüber bei der Weiterführung Ser politischen Geschäfte sich zu verpflichten.

Die Reichsregierung geht bei ihren Bemühun­gen von dem Gedanken aus, daß die durch die Londoner Vereinbarungen erforderlich werdenden Verpflichtungen so groß und so umfassend sind, daß die Mitarbeit aller Volkskräfte als Pflicht erscheint. Wenn die Reichsregierung immer wie­der dieses Gutachten als die Grundlage für den Wiederaufbau Deutschlands betrachtet hat, dann muß sie auch Wert darauf legen, daß zur Aus­führung dieses Gutachtens sich ihr die breitesten Schichten des Volkes zur Verfügung stellen.

Vorstandsrat des Deutschen Museums hielt eine letzte Sitzung vor Eröffnung des Museums ab. Es wurde mitgeteilt, daß mit der Eröffnung des Museums im M a i sicher gerechnet werden könne; es würden noch etwa 270 000 Mark freiwillige Spenden erforderlich fein. Anläßlich der Eröff­nung des Museums wird eine Denkschrift heraus­gegeben werden. Zur Eröffnungsfeier am 6. und 7. Mai ergehen etwa 2000 Einladungen.

Die Hamburger Seewarie im Dienst des Z. R.3.

wtb Hamburg, 3. Oft (Tel.) Die Wet- kerberaiung bei der Amerikafahrt des Z. R. 3 hat wie beim Deulfchlandflug des Luftschiffes die deutsche Seewarte in Hamburg. Bisher standen nur Meldungen von den Azoren und Bermundas sowie wenige ausländische Schiffsmeldungen zur Verfügung. Infolge Entgegenkommens der Ham- burg-Amerika-Linie, des Lloyd und der Ham- burg-Südamerika-Linie hat die Seewarte seit dem 1. September einen deutschen Wetker-Rachrichren- dienft auf dem Ozean eingerichtet, für den zur zeit 19 Schiffe der genannten Reedereien mit Sendegerät ausgerüstet sind, die täglich ein­mal die Wetterbeobachtungen vom Atlantischen Ozean übermitteln.

KRZzand.

* An der russisch-polnischen Grenze. In Wol­hynien überschritt im Kreise Bilboray eine dreißig Mann starke Lande die russisch-polnische Grenze, raubte einen Gutshof von Vocianice aus und brach dann in das Dorf Jefsoba ein, wo die Räuber drei große Bauernhöfe in Brand setzten, um dann in den Wäldern zu verschwinden. Die polnischen Be­hörden haben eine Verfolgungsaktion ein­geleitet. .

* Das unsichere Mazedonien. Dieneue Freie Prelle" meldet aus Sofia, daß sich dort abermals ein politischer Mord ereignete. Der Mazedonier Wassilew wurde auf offener Straße nievergeschofsen; der Täter entkam unerkannt. Ferner wurde ein Anhänger von Schaulem getötet und in der Nähe von Molnrk der kommunistische Abgeordnete Gesikolow getötet.

Schule und Volksbildung.

Die Neuphilologen beim Reichspräsidenten. Der Reichspräsident gab zu Ehren des zur Zell, in Berlin versammelten 19. Allgemeinen Neuphilologentages und der gleichzeitig tagenden Gesellschaft für deutsche Bildung in {einem Hause einen Empfangsabend, zu dem außer, den etwa 300 Teilnehmern dieser Kongreße auch der Reichs­kanzler Marx, der preußische Ministerpräsident Brann, ReichMrimster Dr. Jarres und Dr. Hamm, Staatsminister Dr. Boelitz, Staatsmimister a. D. Dr. Horch, Geheimrat Prof. Dr. Brandl, Gerhard Hauptmann, Ludwig Fulda und andere führende Persönlichkeiten des geisttgen Lebens und des Schulwesens Deutschlands erschienen waren.

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Die Auffassungen des Reichskanzlers über die ,-aenwärtige Lage läßt sich dahin umschreiben, unter allen Umständen versucht werden muh, ___ htA hto 9fnnnhmt> hoc;

Wtb Mainz, 3. Oft. (Tel.) Hebet die Ur fache des Eisenbahnunglücks werden von fran­zösischer Seite folgende Angaben gemacht: Der Zug 670, der den Hauptbahnhos 12.14 Uhr verlassen sollte, sei mit einigen Minuten Verspä­tung abgegangen. Als er sich in langsamer Fahrt im Tunnel zwischen Mainz Hauptbahnhof und Main; Südbahnhos befand, sei er plötzlich durch ein Versagen der Kunze-Srwrr-Vremfe Stehen gebracht worden, wie das häufig vor- komme. Der Personenzug, der nach dem deut-

Der Krieg in Marokko.

Havas meldet aus Madrid, daß dort folgendes amtliches Kommunique über die Lage in Marokko verbreitet wurde:

Am 1. Oktober versuchte der Feind die Ver­bindungswege zwischen Tetuan und Tscheschuan abzuschneiden. Nach hartnäckigen Kämp­fen wurde der Feind zurückgeworsen. Er zog sich unter Zurücklassung von 128 Toten, zahlreichen Ausrüstungsgegenständen und Waffen zurück. Jetzt ist die Straße TetuanTscheschuan wieder vollkommen frei.

Vie pariser Verhandlungen.

Streng geheim!

In der ersten Arbeitssitzung der französischem und der deutschen Delegation für den Abschluss eines Handelsvertrags ist bestimmt und protokol­larisch festgelegt worden, daß von Freitag ab die Sitzungen streng vertraulich sind und daß keinerlei Mitteilungen an die Presse gehen mit Ausnahme der amtlichen Communiques, die vor, Zeit zu Zeit ausgegeben werden.

Herabsetzung der Militärdienstzeit in Belgien.

Wie demTernps" aus Brüssel gemeldet wird, hat der belgische Ministerrat beschlossen, sofort nach Beendigung der Ruhrbesetzung die Militärdienst- zeit von 14 auf 12 Monate berabgu» setzen, wie das Gesetz es vorschreibt. Auf die Jahresklasse 1923 soll diese Maßnahme bereits An» wendung finden.

Aus London wird gemeldet: ,

Die Frage der Wahlaussichten bildet weiterhin den Mittelpunkt der Presseerörterungen.Manchester Guardian" nimmt an, daß die Regierung vielleicht schon nächste Woche, sicherlich aber E n d e des Monats bei dem Zusammentritt des Parlamentes stürzen werde.Evening Standard" hält es für mag« lich, daß aus der augenblicklichen Krisis eine liberale Regierung hervorgeht, falls der König infolge des durch die Annahme des konservativen Mißtrauens- antragesveranlaßten Rücktritts der Regierung stattdas Parlament aufzuiösen, Baldwin zur Regierungsbildung auffordert, und dieser dies angesichts der irischen Lage ablehnt. Aber auch in diesem Falle könnten die Neuwahlen nicht lange hinansgezögert werden. .Die Liberalen würden nur so lange im Amte bleiben, die irische Vorlage angenommen sei und bis sie Programm aufgestellt hätten, mit denen sie vor Wählerschaft treten könnten.

Hochverräter. Der Staatsgerichtshof Schutze der Republik verurteilte den Handlungs­gehilfen Kurt Scharschmidt, Leipzig, wegen Bei­hilfe zur Vorbereitung eines Hochverrats in Tateinheit mit einem Vergehen gegen § 7 Zif­fer 4 des Republikfchutzgefetzes zu 9 Monaten Gefängnis und 100 Mark Geldstrafe. Der Gärt­nerlehrling Karl Fiedler, Stuttgart, wurde wegen der gleichen Vergehen zu 3 Monaten Gefängnis und 30 Mark Geldstrafe verurteilt.

* Das Deutsche Museum in München. Der

Ms die Sonne den mittäglichen Höhepunkt überschrit­ten hatte, ritten Anne Susanne mit dem Frieder und Heinz und einigen Knechten zur Mühle, die im Rheintal lag, znm Schreckenstein gehörte und sich an den Stadt­wald lehnte. Von hier aus war es nicht well bis zum Klausner Benignus. Während die Knechte die Weisung hatten, alle noch in der Mühte lagernden Vorräte zur Burg zu bringen und auch die gefährdeten Michlknappen heimzuetten damll sie die Besatzung verstärkten, sollte Anne Susanne mit Frieder und Heinz das Geld beim Klausner abllefern. Niemand von deni ahnte,

was die beiden Getreuen Murrners vor Sattel

hatten. Geflissentlich sprach der Frieder zu dell Genossen, daß man dem Klausner einige Lebensmittel bringen wolle. Und wie es Graf Wild angeordnet hatte, so ge­schah es. Die Knechte blieben in der Mühle, luden dort alles auf und erwarteten Anne Sufanne, die sich zur Einsiedelei begab. Die Pferde Halle man in oer Blühte gelassen, um kein Aufsehen zu erwecken. Schwer trugen die Männer an den Säcken, aber so lange die Augen der Genossen sie beobachteten, gingen sie anscheinend leicht, als ob sie nur Mehl auf der schütter hätten Sabina hatte das Geld sorgfältig gezählt. Es waren Gold- und Silbermünzen. Die Summe stand in einem Briefchep verzeichnet, das Aime Susanne im Mieder trug

iDottsetzung folgt..

Äenmtwortlich iür die Schrittleitung: Dr. So baitneS Kramer- Auseigeni I. P atseller. Fulda. Rotationsdruck und Verlag der .. Fuldaer Actieudruckerei in Fulda. Fernsprecher Rr- 9.

Monatlicher Bezugspreis: 1.50 Mk.

Der Abschluß in Genf.

Die Tagung des Völkerbundes ist geschloffen worden. Das Protokoll über die Abrüstungsfragtz das sog. Genfer Protokoll, fand einstimmig An­nahme. Ein Telegramm besagt:

wtb Paris, 3. Ott. (Tel.) Ministerpräsi­dent herriot hat der französifchen Delegation in Genf gestern abend den Dank der franzö­sischen Regierung für die Rolle ausgespro­chen, die sie während der Verhandlungen über das Genfer Protokoll gespielt habe.

Italien und der Achtstundentag.

wtb R o m, 3. Off. (Tel.) Mufsolini ha! den italienischen Vertreter beim internationalen Arbeitsamt des Völferbundes beauftragt, dem Sefretär des Arbeitsamts die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens über den Achtstun­dentag durch Italien mitzuteilen. Die Ratifizie­rung durch Italien werde jedoch, wiePopolo d'Italia" ausführt, in Kraft treten, sobald die In­dustriestaaten das Abkommen gleichfalls ratifizier^ haben. ______________________

Die Mainzer Zug-Katastrophe.

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In der Reichskanzlei fand die angekündigte üussprache zwischen den Führern der Regierungs­parteien und dem Reichskanzler statt. Die Ab­sicht des Reichskanzlers, zum Zwecke der Ver­breiterung der Reichsregierung Verhandlungen mit der Deuffchnationalen Volkspartei und der Sozialdemokratischen Partei aufzunehmen, wurde gebilligt. Von dem Ergebnis dieser Verhand­lungen wird der Reichskanzler den Führern der Regierungsparteien Mitteilung machen.

Die Lage in Preußen.

Im Zusammenhang mit den Erörterungen über die Regierungsumbildung im Reiche sind er­neut Pressemitteilungen aufgetaucht, denen zu- zufolge die jetzige preußische Regierungskonstella- tion aufgegeben werden soll. Wie wir dazu aus aus parlamentarischen Kreisen erfahren, ist das absolut unrichtig. Insbesondere sieht die preußische Zentrumsfraktion im gegenwärtigen Äugenblick keine Veranlassung, die Grundlage der preußischen Regierung auszugeben. Im übri­gen werden sich diese Dinge ja insofern bald Wären, als ja die preußischen Landtags­wahlen nicht mehr fern sind. Bis dahin dürste eine Aenderung in den preußischen Regierungs- verhültnissen nicht zu erwarten sein. Jedenfalls würde das Zentrum nicht die Hand zu gefährlichen Experimenten bieten.

Der preußische Landtag, der zurzeit oersammelt ist, hat in den bisherigen Sitzungen sich nur mit kleineren Vorlagen beschäftig:. Die Ver­handlungen drehten sich u. a. um das Vermögen der Hohenzollern, um Arbeitsstillegungen der Zechen und um Siedlungsfragen.

Spekulation!

Verschiedene Berliner Blätter lassen sich mel­den, daß innerhalb der Zentrumsanhängerjchaft im Lande eine sogenannte Alt-Zentrumsbewe- gung im Gange sei, mit dem Ziele, sich von der Richtung, wie sie durch die Namen Wirth und Fehrenbach gekennzeichnet werden, frei zu machen. Wir können demgegenüber mitteilen, daß unbeschadet verschiedener Auffassungen über Einzelheiten der politischen Taktik in der G r u nd- ausfassung der gesamten Politik nach innen und außen innerhalb der Zentrumspartei nicht die leiseste Unstimmigkeit obwaltet. Diese Meldungen sind ein allzu plumper Versuch,

7 zjxjenigen Parteikräfte, die die Annahme des Sachverständigengutachtens und der damit verbun-

I zenen Gesetze ermöglicht haben, nun auch für die

erZerlung

Der Burgschreck.

Roman von Felix Neumann.

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Und er ging nach herzlichem Abschied in sein hoch- Selegenes Turmgemach, das er sich ausbebungen hatte, weil er von hier aus den herrlichsten Blick genoß, und die Schwalben ihn morgens mit ihrem Zwitschern weck­ten

Den halbwelken Strauß aber stellte er in ein venezia­nisches Glas, das er von der Reise mit heimgebracht hatte.

RommunalpolWches.

flbbau von Kommunalbeamten. Dem amtlichen Preußischen Pressedienst zufolge geben die Vorkomm­nisse bet letzten Zeit dem Minister bes Innern und bem Finanzminister Veranlassung, in einer gemeinsamen Verfügung vom 23. 9. auf die Beachtung der nadjfolcenben Punkte bei ber Durchführung bes Per. sonalabdaues in der Kommunalverwaltung nochmal« hin. zuweifen. Zwingende Voraussetzungen für die Durchfüh­rung eines jebenPorsonalabbaus feien, daß bieAuswahl bet abzubauenden Beamten lebt gl id) nachsschlichen Gesichtspunkten getroffen wirb. Die Befugniffe, bte den Aufsichtsbehörden hinsichtlich der Wiederbesetzung frei, gemachter Planstellen zustehen, muffen unter allen Um­ständen gewahrt werden. Wenn der Stelleninhaber und nicht die Stelle abgebaut wird, ist die Genehmigung ber Aufsichtsbehörde zur Wiederbesetzung _ der Stelle vor deren Freimachung von bet Gemeinde­verwaltung einzuholen. Die Genehmigung zur Wiederbesetzung der Stelle kann seitens ber Aufsichts» behörbe, wenn die Umstände es rechtfertigen, und wenn insbefonbere die Zustimmung nicht vorher eingeholt worden ist, von der Bedingung abhängig gemacht wer- den, daß ber frühere Stelleninhaber toieber eingestellt wird. Vor der Versetzung in bett einst­weiligen Ruhestand ober der Entlaß'ung ist dem Beam­ten, auf seinen Antrag hin auch der Beamtenvertretung, Gelegenheit zur Aeußerung zu geben. Wie die,Voss. Ztg/ berichte , haben die Sozialdemokraten, Demokraten und das Zentrum im preußischen Landtag beantragt, die Personalabbauverordnung dahin abzuändern, daß der Beschluß, durch den ein Magistrats Mitglied in den einstweiligen Ruhestand versetzt wird, zu seiner Rechts- Wirksamkeit der Zustimmung ber Aufsichtsbe- hörbe bebarf. Versagt diese die Zustimmung, so ent- scheibet auf Antrag der Stabtverorbnekenversammlung bas Staatsministerium. Dieses Gesetz soll rück- wirkenbe Kraft vom 1. September 1924 er­halten. ________________

Gewerkschaftliches.

Nationalsozialistische Gewerkschaften. Eine neue Gewerkschaft ist in Nürnberg unter bem Namen Rcichsbunb gratzdeutscher Gewerkschaften für Bayern" und iyrn parallel für bas übrige Deutschland berReichsbunb für national« sozial! stischeGewerk schäften« gegrünbet worben. Batet die Vorwerke und Mühlen besuchen, um die dort Befindlichen zu warnen. <Äe sollten sich bei unoer- muteten Angriffen sofort zur Bärenburg oder, wenn dies nicht mehr angängig war, auf einen anderen festen Sitz her Nachbarschaft zurückziehen.

Gegenüber der Mehrzahl sollte kein Widerstand ge­leistet werden, der nur unnützes Blutvergießen bedeutete und die Beraubung der Siedlungen nicht hindern konnte.

Dieser erste Tag des Junimondes war berückend. Mit durstigem Bück feg Siegfried die Pracht des Rheintales in sich ein, und so oft er es auch schon gesehen hatte, deuchte es ihm doch nie so schön gewesen zu sein, wie in triefet Stunde, da er in geruhsamem Schritt die schnee­weiße Landstraße entlang ritt.

Er dachte dabei an vielerlei, und es störte ihn nicht, daß die Knechte, die in einiger Entfernung folgten, em ftöhliches Lied von Liebe und Treue, von Kampf und Sterben sangen.

Der junge Graf trug heute ein fein geflochtenes Pan­zerhemd, das hieb- und schußfest mar.

Sonst aber war er nur leicht bewaffnet und den Helm hatte er daheim gelaffen. Cs war nicht anzuneh­men, daß man schon heute zur Fehde kommen werde, wo man doch in Agathcn die Herren aus Mainz er­wartete.

Die Straße war ziemlich leer, denn bei der Unsicher­heit der Lage vermieden es die Kaufleute, über Land zu ziehen, und die Bürger gar blieben hinter den schützen­den Mauern der Städte.

Als Siegfried in der Frühe erwachte, galt sein erster Blick dem Blumenstrauß in der gläsernen Vase.

Welk ließen die bunten Frühingsboten die Köpfe hän­gen. Da nahm der Graf die Blumen aus dem Wasser und preßte sie in einen großen schweinsledernen Fo- : (tonten.

i Würde er heute am Nachmittag die schöne Unbe= 1 kannte wiedersehen? Er hegte ernste Zweifel, denn wenn sie aus Agathen war, würde sie kaum den weilen Weg zur Klausnerhütte zurückzulegen wagen. Trotzdem wollte er Benignus besuchen, wenn er alle anderen Geschäfts