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— Kissingen. Das £t>fer eines Heiratsschwindler s wurde in Waldfenster ein Mädchen mit seinen Angehörigen. Das Mädchen bändigte dem Schwindler 300 Mark aus, ebenso der Bruder. Der Vater verkaufte eine Kuh, damit der Bräutigam die Möbel bezahlen konnte. Es stellte sich heraus, daß der Schwindler keine Möbel bestellt hatte. Der Polizei gelang es, den Betrüger am Kissinger Bahnhof zu verhaften. Von den 1000 Mk. hatte er nur noch 62 Pfg. in der Tasche.
= Aus dem Rheingau. Die Stadt St. Goarshausen begeht am Sonntag die Crinne- rungsfeier an die Uebertragung der Stadtrechts durch Ludwig von Bayern vor 600 Jahren. Am Mrrmittag findet feierlicher Festgottesdienst statt. Nach dem Festzug am Nachmittag wird Archivdirektor a. D. Dr. Wagner aus Wiesbaden, einer der besten Kenner nassauischer Geschichte, über die geschichtliche Entwicklung der Stadt sprechen.
— Eisenach. Der Kreisobstbauverein für den Stadl- und Landkreis Eisenach und für das Rhöngebiet und die Obst- und Gartenbauvereine veranstalten zur Hebung und Förderung der heimischen Obst- und Erwerbe Obstzucht vom 11. bis 13. Okt. ds. Js. in Eisenach eine Obstausstellun g.
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Sozialpolitik von einander abhängig sind, daß sie in enger Wechselbeziehung-stehen und stehen müssen, daß eine weitgehende Sozialpolitik eine leistungsfähige Wirtschaft vorausfetzt, daß wir, um tragbare, sich allgemein günstig auswirkende fokale Gesetze schaffen zu können» zuerft eine gute und gesunde Wirtschaftspolitik treiben müßen, über all diese Dinge dürften sich heute verständige Unternehmer und einsichtige Arbeit- nehmer klar sein. Die Meinungen gehen auseinander, wo es sich um Grad und Maß dieser Sozialpolitik handelt, ferner um die Formen, in denen sie sich bewegen und vollziehen." Grad und Maß sowie die Formen dieser Sozialpolitik müssen eben in Gemeinschaftsarbeit gemeinsam gefunden werden. Er ist der Meinung, daß die 1918 gegründete Arbeitsgemeinschaft weder von Unternehmern noch von Arbeitern in ihrem tiefsten, organischen, wirtschaftsausbauenden und gesellschaftsbildenden Wesen erfaßt worden ist und daß es sich jetzt darum handeln müße, »die industrielle Gemeinschaftsarbeit so zu betätigen, auszugestalten und innerlich zu vertiefen, daß chre Anwendung nicht lediglich aus der bloßen Erwägung ihres praktischen, geschäftlichen Nutzens erfolgt, sondern daß sie zu einem Instrument des sich voll seiner Verpflichtungen der WirtsAift lmd der Allgemeinheit gegenüber bewußten Verantwortlichkeitsgefützls des einzelnen sowohl bei den Unternehmern als den Arbeitern und Angestellten wird." Er hält ohne eine vertiefte, aus der Einsicht ihrer inneren Notwendigkeit quellende Gemeinschaftsarbeit keinen erfolgreichen, wirtschaftlichen, sozialen und nationalen Wiederaufbau unseres Vaterlandes für Möglich.
Wir möchten mit Dr. van den Boom hoffen, baß die Sozialpolitik, die in der Nachkriegszeit die Würde vielfach verloren hatte, diese wieder erhält Md daß es wieder eine Volksgemeinschaftssache and darum Ehre wird, eine. Sozialpolitik zu treiben, die sich der Wirtschaftspolitik organisch ein- sügt und dem Gesamtwohl zum Besten dient Das Büchlein müßte eigenüich jedermann, der auf das Wohl seines Volkes bedacht ist, lesen, insbeson- oere jeder Zentrumsmann.
WV" Unserer heutigen Stadtauflage liegt ein Prospe bstr. Blohcttroelf 6er Firma Ullstein & Eo. bei, wvrakt wir unsere Leser besonders aufmersiam machen. Bestuf langen werden von der Vehrkorn'schen vuchhcindlungel- j. Reinhardt, Fulda erledigt.
28. September 1924.
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Leben der hL Lioba nebst Gebeten und Liedern zu Ehren der Heiligen und den wichtigsten Andachtsübungen.
Von Pfarrer Rubsatn.
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Montag, 29. Sept. (Fest des Erzengel Michael.) Frauenberg. Levitenamt. fJm Monat Oktober wird jeden Tag eine öffentliche Rosenkranzandacht für die Anliegen der hl. Kirche abgehalten, und zwar an den Werktagen nachm. V-5 vor ausgesetztem Merheiligften, an den Sonn- und Feiertagen in der 8 Uhr-Messe.s — Mchaeirklrche. 7 Amt zu Ehren des HL Erzengels Michael. Vorher Kommunion-Austeilung.
kommenden Jahres im Südwesten der Reichshauptstadt den Bau eines Gebäudes zu beginnen, wie es an Art und Größe in Europa bisher seinesgleichen sucht. Man hat sich nach vorliegenden Meldungen entschlossen, ein bereits seit langer Zeit bestehendes Projekt in die Wirklichkeit umzusetzen, und zwar handelt es sich hier um die Errichtung eines mit allen Mitteln moderner Technik ausgerüsteten Zirkus« baues. Der amphitheakerartige Raum wird unge- führ 15 000 Menschen aufnehmen können. Vor allen Dingen beabsichtigt man, das Gebäude auch sportlichen Zwecken zur Verfügung zu stellen. Aus diesem Grunde werden gleichzeitig in dem Zirkus eine Bahn für Leichtathletik, Bassins für Schwimmen, Turnflächen usw. errichtet werden. Ebenfalls find Wohnungen für 200 Angestellte, Ställe für mehrere hundert Tiere usw. in Aussicht genommen. Es bleibt abzuwarten, wieweit sich die Meldung über diesen Bau bestätigt.
* Feldmarschall Löveß f. Feldmarschall Hermann Köveß von Köveßhaza ist in Wien im Alter von 70 Jahren infolge eines Herzschlags gestor- ben. Er galt als der befähigste der österreichischen Feldherren des Weltkrieges. Kaiser Karl hatte ihm in der Nacht auf den 3. November 1918 nach seiner Abdankung den Oberbefehl über die gesamte bewaffnete Macht übertragen. Köveß hatte Serbien, Montenegro und Albanien niedergeworfen und dann gegen Brussilow in der Abwehrschlacht in den Karpathen die Lage wieder hergestellt und schließlich im Jahre 1917 Czernowitz entsetzt.
* Die Katastrophe in Tessin. Die Zahl der Opfer in Someo beträgt 8 Tote und mehrere Verletzte. Die Talstraße befindet sich in einem fürchterlichen Zustande. Unter den zerstörten Gebäuden befindet sich der Bahnhof und das Greisenheim, die von Schuttmassen umgeben sind. Ein Insasse des Heims starb während der Rettungsarbeiten. Im Centovalli-Tal ging ebenfalls ein Erdrutsch nieder und sperrte das Tal In der Gegend von Aquacalda hat ein Erdrutsch die Luck- manierstr. versperrt. Die Brücke zwischen Oclivero und Aquila ist fortgerifsen. Die Bahn zwischen Biasca und Olioerne ist auf einer Strecke von 60 Meter verschüttet. In Campe Valemaggia sind drei Häuser eingestürzt.
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ist meistens die Folge von unsachgemäßer Haarpflege. Die Poren der Kopfhaut werden durch Schweiß und Staub verstopft, es bilden sich Schuppen und Schinnen und das Haar wird in seinem Wachstum gehemmt. Da hilft nur eine regelmäßige Kopfwäsche, die den Haarboden gesund erhält. um-
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Katholischer Gottesdienst.
Sonntag, 28. Sept. Dom. */,6, 6, V«7 u. 7 hl. M.; vor u. nach denselben Austeilung der hl. Kommunion, 6 hl. M. u. Kom. d. MüttervereinS, 7 hl. M u. Kom. d. AgneSgruppen i. d. Marienkapelle u. d. chriftenlehrpfl. Jundfrauen i. Dom, 8 Pfarramt m. Pred. tPfltchtkom. der Kinder des 6. Schuljahres), ‘/,10 Kathedralamt m. Pr., »/dl Chr. f. d. Jütchl., Vd2 letzte hl. Dl m. Pr, k/12 A. z. Ehren b. hl. Erzengels Michael, 2 Ehr. f. d. Jungst., a/c3 Vers. d. ckristl. Müttervereins m. Br. u. Segen, 4 Pred. m. A. u. Segen, 7 A. i. d. Martenkapelle. Montag Fest d. hl. Erzengels Michael. Abends ‘/s8 And. m. Segen. — Stadtpfarrkirche. Beichtgelegenhett Samstag nachmitt. 3—7 u. Sonntag früh 5Vi—7Vi. Sonntag 5Vs hi. Kom., 53/« hl. M„ 6’4 hl. M. u. Kom. d. Frauen u. Mütter, 8 erster Scbulgd. u. Pred., 9 /, Pfarramt u. Pred., 11 zweiter Schulgd. u. Pred., 9y< Ehr. f. d. Jüngl. i. d. Severikirche, 1'/- Ehr. f: d. Jungst., 2V. feierliche Aufnahme i. d. Jünglings-Kongregation und Ansprache, 3'/« Mütterverein. — Pfarrkirche zum heiligen Geist. 7 Frühmeffe, 8 Hochamt u. Predigt, V=1O Sodalitätsmesse, abends Vi8 Andacht. — Sodalität. ft,10. — Severikirche. Sonntags V-7. werk- tags 6 hl. M. OderrealschulgotteSdienst: Sonntag 8, werktags 6'°. — Micha,lskirche. (Fest d. Erzengels Michael.) 7 hl- M. u. Austeil. d. hl. Kom., 10 Hochamt m. Pr., nachm. 2 A. m. Pred. u. Prozession um den Michaels, berg. — HSrz-Jtfu-Heim. 8 Amt u. Pred., nachmitt. 2 Segensandacht. Mittwoch abends 8'/« Sepenscmdacht. — Frauenberg. 5, l/26, 6, Va7 u. 7 hl. M., 8Singm. m. Pr., 9 Hochamt m. Pr., nachm. 2 Kreuzwegandacht m. Pr. (Kalvarienbergs. Abends *A8 Andacht zu Ehren des hl. Franziskus mit kurzer Predigt. — zriedhofrkaprlle am zranzosenwäldchen. Sonntag 6V« hl. M m. Ansprache. Montag, den 29. Sept. 6»/« Amt zu Ehren des hl. Erzengel Michael. Dien stag, den30. Sept. 6’/* hl. M.
Gktav der hl. Ltoda in Petersberg.
Sonntag, 28. Sept. (Fest der hl. Lioba.) ‘/«7 u 8 hl. M., 10 Levitenamt m. Pr., nachm. 2 A. Dte Liobagrust ist bis abends 7 Uhr geöffnet.
Maria Ehrenberg. S o n n t a g, 28. September wird das Fest des hl. Michael gefeiert. Morgens 6 ab Beicht, gelegenheit, 6*A—8 hl. Messen, 9 Predigt und Amt.
Die Kotierungen u er flehen sich In Billionen
Deutsche ZozialpoMik.
. . Durch die Annahme des Londoner Paktes hat »tfe Politik wieder einigermaßen festen Boden bs- Aunrnen und dadurch wird auch der Wirtschaft die «e seit Monaten beklemmende Unsicherheit roenig« fcns in etwa genommen werden. So ist es wieder möglich, Wirffchaftspolitik zu treiben, die in den nächsten Monaten und Jahren in überwiegendem Maße Handelsvertragspolitik sein wird. Wenn tnir uns so auch sehr stark wirtschaftlich einstellen piüsien, so dürfen wir dabei keinesfalls die So- glpolitik vergessen. Im Gegenteil, eine gute irtfchastspolitik ist ohne Sozialpolitik nicht möglich, wie auch umgekehrt. In dem großen Fragenkomplex der Sozialpolitik spielt das Problem der Arbeitsgemeinschaft eine hervorragende Rolle. Es erscheint ausgeschlossen, die ungeheuren Leistungen des Londoner Paktes zu erfüllen, wenn nicht Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen in dem festen Willen, Deutschland durch Arbeit aus der Unfreiheit zur Freiheit zu führen, in einer Arbeitsgemeinschaft zusammenstehen. Leider ist dieses Ziel heute noch nicht erreicht. Es muß aber Aufgabe aller um das Wohl unseres Volkes Bedachten fein, dieses Ziel immer wieder aufzuzeichnen und dahin zu streben.
Gerade aus diesem Gesichtspunkte heraus ist es besonders erfreulich, daß der bekannte Wirt- schafts- und Sozialpolitiker des Volksvereins für das katholische Deutschland, Dr. Emil van den Boom, in seinem neuesten Buch: „Werte und SBfirbe der deutschen Sozialpolitik" (Volksvereinsverlag, M.-Gladbach) zur sozialpolitischen Krise Stellung nimmt. In kurzen und prägnanten Ausführungen zeichnet er die Sozialpolitik vor dem Kriege auf, schildert den Umschwung zur Gemeinschaftsarbeit nach dem Kriege und geht dann näher auf die bald folgende Krisis ein. In einem Schluß- kapitel setzt er sich mft Thema: Wirtschaft und So- zialpolittk auseinander-und kommt zu einer Linie,
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