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Zur Unterhaltung
Spanien, wo die Verhältnisse von den bisher genannten
Völkern am ungünstigsten liegen, denn auf 1000 (Ein«
Es war schon ganz dunkel, als ste mir sagte: „Jetzt muß ich nach Hause, — leben — Sie — wohl."
Wir gaben uns beide Hände, schnell ging ich fort, ohne mich noch einmal umzusehen. Zwei, drei Sekunden — ste war nn Dunkel der Straße untergetaucht. Ich weiß nicht ihren Namen. Ein Zufall wäre es, wenn wir uns noch einmal begegneten. Aber, wenn ich ste sähe, — ich würde ihr Gesicht gleich wieder erkennen, — an den Augen würde ich sie wieder erkennen. . .
Am aller Welt.
— Do gibi es die meisten Analphabeten? Vorweg genommen: Den höchsten Bildungsgrad werfen die germanischen Völker auf. In Deutschland, Eng- land und den flaudinavischen Ländern gibt es so gut wie keine Analphabeten, auch in den Vereinigten ©tauten von Amerika ist die Zahl der weißen Bevölkerung die des Schreibens und Lesens unkundig ist, sehr gering. Es folgen dann die Firmen und Tschechen und die romanischen Völker in der Reihenfolge Frankreich, Belgien, Italien, Spanien. Zwischen ihnen rangieren Oesterreich, Ungarn und Pole». Polen steht Mischen Stollen und
Mholin- fu|tenilrt über Nacht trocken.
Meinverkani • WMtwiie Ma GemÄemarSt 2>
stehendem Regemvetter, so fressen auch die Almkuhe vor dem Regen viel rascher und fleißiger. Es liegt eben nn Instinkt dieser Tiere, für eine längere Zeit, wahrend welcher ste nicht weiden können, gleichsam vorzufressen. Erst recht künden die Wpenkühe bei bevorstehendem Hagel dem Senner das Wetter an. Sie schnuppern aks^inn mA ihren Nüstern in der Lust herum, stecken den Kopf in die Höhe und zeigen noch andere ähnliche Verrenkungen ihrer Giedrmchen. Kurz vor -intretendem Hagel- wetter flüchten sie alsdann inftinSro unter das Dach einer schützenden Wettertonne. In ähnlicher Weise spielen diese Tiere die Ankündiger eines bald «»tretenden Schnee- falles. Alsdann lachen und springen ste wie toll rmiher, als wenn ste schon im vorarw für Öte bevorstehende Kalte- temperatur ihrem Körper durch diese Bewegungen die nötige Warme verschaffen wollten.
Das Verhalten der Alpenschafe ist ähnllch dem der Kühe. ,Die Schafe fressen mit Begierde Gras und Wächter scharrt die Erde," so heißt's in Schillers „Tell, was in diesem Falle auch ach den plötzlichen Wetter- umschlag hindeuten soll. Steigen die anderen Alpenttere bei emttetendem Unwetter bergabwärts, so scheint das Schaf in seiner Angst in noch höher gelegenen Regionen Schutz suchen zu wollen. Es steigt immer höher und höher, sogar des Nachts bei beständigem Schneefall, wobei ihm Äs Schutzmantel gegen Schnee und Kälte fein warmer Pelz gut zchtatten kommt. Ohne diese natürliche Schutzhülle würde unzweifelhaft den Besitzern von Schaf- Herden in den Alpengebieten ein großes Mißgeschick zustoßen. So erlagen von 125 Schafen, die acht Tage hindurch bei der grüßten Kälte im Schnee auf der Alp Lütz steckengeblieben waren, nur einige wenige der Kälte. Auch die 700 Schafe, die drei Tage und Nächte hindurch unter den Unbilden des Schnees und der Kälte auf der Alp Franz zu leiden hatten, hat lediglich ihr warmer Pelz vor dem sicheren Tode bewahrt. Bei weitem ge- jährlicher als Kälte und Schnee ist für diese Tiere ein plötzlich eintretendes Ereignis, z. D. eine zu Tal gehende Lawine, ein Donnerschlag oder gar ein plötzlich herabfallender Stein. Hierdurch werden die Alpenschafe näm- llch so sehr bestürzt unb verwirrt, daß sie dem ersten besten Abhang zulaufen, um in die Tiefe zu stürzen. Infolge sÄcher Ereignisse hat schon nmncher Schafherden- besttzer beträchtliche Verluste erlitten.
Wie anders verhAt es sich dagegen rmt den klugen und gewandten Alpenziegen. In den höchsten Regionen, auf den einsamen, an ewigen Schnee grenzenden Tristen, wohin außer der Gemse kein anderes vierfüßiges Tier sich zu versteigen wagt, fühlen sie sich am wohlsten. Donner, Hagel und Vlltz flößt ihnen nicht die geringste Frucht ein. Im Klettern und Springen können sie es beinahe mit den Gemsen auftwhmen. Trotzdem kommt es bei ihnen viel häufiger als bei den Schafen und Kühen vor, daß sie sich in schwer zu erkletternde Felsköpfe und in schreckenerregende Abgründe und Schluchten versteigen. Dann ist es Sache der Gsißbuben, der Tag und Rächt die Aussicht über sie hält, die neugierige« Bergkraxler der drohenden Aeftchr des Todes zu entreißen.
MM
Abt.: Baumaterialien.
Petersbergerstr. 10/14.
Man verlange beim Einkauf von „Rahmabutterglek . gratisdie KkiderzeittiiUi »Der kleine Coco.“
Dir Fremde.
Don Earlheinz Htllekamps.
Ich hatte den ganzen Tag über buchstäblich nichts ge- g^sM. Zitzn ersten MÄ in meinem Leben lernte ich den Hunger kennen, ohne gleich hinterher das beruhigende Gefühl zu haben: Du kannst jetzt nach Hause gehen und Wh satt eflen; denn ich hatte ja kein Zuhause mehr und nach kein Geld, mir im Bäckerladen Brot zu kaufen. $ttr einen einzigen roten Pfennig besaß ich noch, bannt jonnte ich nicht einmal eine Semmel erstehen. Was HMe auch eine Semmel genützt! Ich hätte ste mit einem WM» vertllgt und nur größeren Hunger verspürt, nach mehr. Aber immerhin, ich bin gewiß — wenn ich zwei Mennige gehabt, hätte ich mir doch eine Semmel ge- kmift, ganz sicher — ttotzdem ich genau wußte, daß ich davon nicht satter würde. Ich hätte mich nicht bezwingen können, denn ich fühlte eine maßlose Gier, zu beißen, zu kauen, zu schlucken. Was halsts — ich hatte ja nur einen Pfennig!
An jenem Tage, welcher einer der furchtbarsten und __hinterher — einer der schönsten meines Lebens war, bin ich ziellos stundenlang durch die belebtesten Sttaßen non Berlin gebummelt; vom Potsdamer Platz durch Menschengewühl, Automobile und Straßenbahnwagen schob ich mich hindurch in die Budapester Straße, kam an einem Stück Tiergarten vorbei — gerade neben mir über den Reitweg ritten zwei vornehme Herren und eine feine DaMe, ich muß wohl stehen geblieben sein und sie angestmmt haben, denn alle drei sahen sich entrüstet nach mir um — bog dann durchs Brandenburger Tor in die Straße Unter den Linden ein und ging langsam stber die fonnenbestrahlte Allee inmitten der beiden lär- ,wenden Fahrstraßen. Es war sehr heiß, Mitte Juni. Die Lust stank nach Benzin und Staub. Der Asphalt war von der Hitze weich geworden: Die Automobile, die rechts und links — straßauf, straßab — an mir vorbei- rasten, nahmen jedes an ihren Reifen ein Stückchen der klebrigen Maste mit.
Ein Junge im mehlweißen Kostüm der Mckerlehr- llnge bot auf einer großen Platte, die er über der Schulter trag, Obsttörtchen feil. Ich wandte schnell das Gesicht weg, sah zu einem Baum hinauf und studierte toter« estiert das grüne Gewirre der Blätter. Aber den Dust des Backwerkes roch ich doch. Und fast hätte ich einen Seinen Skandal gemacht, mit einem herrlichen Griff eine Faust voll Gebäck errafft und wäre dann davongelaufen — in meinem Hirn spiegelten sich diese Möglichkeiten blitzschnell hintereinander, ich glaube wohl in der einen Sekunde, da ich den Geruch von Gebackenem einatmete —, indes ich tat nichts. Ich schämte mich, den Leuten meinen Hunger zü zeigen, drehte mich um und ging eilends fort.
Ich sah nicht rechts, nicht links, sondern immerzu gerade auf den Boden. Es war doch sehr heiß, mit einem« mal brach mir der Schweiß aus. Mir wurde schlecht, jch wollte mich hinfetzen und ein wenig ausruhen. Warum auch nicht? Ich hatte ja nichts zu versäumen. Ich fetzte mich auf einen der Gartenstühle, die zu beiden Seiten der Lindenallee in langen Reihen stehen. Aber kaum saß ich, als ein Mann zu mir tarn und sagte: »Sitte schön, mein Herr, wenn Sie sich hierher setzen wollen, hoben Sie 5 Pfennige zu zahlen. Können Sie denn nicht lesen?" Ich wurde verwirrt und stammette aufgeregt: „D verzeihen Sie tausendmal, das habe ich nicht gewußt. Ich werde sofort gehen —" and rannte fort, indeß der Wann mir gewiß sehr verwundert nachsah: Er wird geglaubt haben, ich sei nicht recht geschett. In dem kurzen Augenblick aber, der nötig war, ttm auszuspringen, die paar Worte zu murmeln und wegzulaufen, hatte ich noch gesehen, wie ein älteres Fräulein, das mir gegenüber saß, einem Spätzchen, welches zutraulich neben chren Füßen herumhüpste, eine ganze Semmel auseinanderbrockte und hinwarf.
elber reden, — und jetzt Sie? Warum laufen Sie nicht weg von mir, warum sagen Sie näht, ich sei irrsinnig. — warum bleiben Sie?" — Ich fuhr noch länger fort, in dieser höchst törichten Weise auf ste einzureden, und ie — ging nicht weg, sagte auch nichts, gab mir nur ihre Hand und sah mich groß an.
Dann habe ich ihr — ich weiß nicht, warum — mein ganzes Leben erzählt, die belanglosesten Dinge, hastig, hingeworfen, und selig, daß mir endlich ein lebendiges Geschöpf begegnet war, zu dem ich sprechen konnte, — wenn auch nur für eine halbe Stunde. Sie hat mir nichts entgegnet. Aber ihre Hand lieh sie in der meinen.
In PoM- Zement in stets frischer Ware vorrätig.
den Haushalt. , ,
Was der Lekchammel für die Schafherde ist, das tft Sie Leitkuh für die anderen Kühe. Sie gilt als Zierde des Sennentums, auf ste stad die Sennen und die Sennerin besonders stolz, und besten ist sie sich auch selbst genau bewM. Sie ist gleichsam ine Führerin und Beschützerin ihrer Genossen, majestätisch schrecket sie an der Spitze einher, weshalb sie auch „Leitkuh" oder „Heerkuh genannt wird. Wie sehr diese Tiere cm ihr Terram gewöhnt sind, ersieht Man am deullichsten daraus, daß sie, sobald man sie nach den Niederungen verkauft, beim Klange einer Glocke oder des Kuhreigens wie rasend umherlausem und kaum zu bändigen sind; so sehr äußert sich bei diesen Tieren der ihnen gleichsam von der Natur eingeimpfte Trieb nach den Triften der Hochalm.
Berlepsch, ebenfalls em vortrefflicher Kenner des Alpenoiehs, erzählt von der Leitkuh, daß sie, ihres Alters und chrer Untauglichkett wegen der Glock beraubt, mit chrer Amtsnachfolgerin nicht fetten einen heißen Kampf auf Leben und Tod unternimmt, einen Kampf, der sogar oft mit dem Tode der einen Streiterin endet, indem sie schwer verletzt ober einen Abhang hinmttergestürzt wird. Noch weck gefährlicher als bei den Leitkühen verläuft der Kampf, der sich biswellen zwischen den Zuchtstieren zweier Herden enffpinnt. Der etter (auch „Pfarr" und „Muni" genannt in der Sennensprache) hat auf der Trift natürlich die unumschränkte Gewatt. Nahen sich nun infolge Unvorsichtigkeit der Semen zwei Herden, so ist meistens ein Kampf zwischen den beiden Stieren unvermeidlich. Kein Sturzbach, kein Zaun, kein Graben hält alsdann die eifersüchtigen Tiere. Wutentbrannt stürzen die Könige der Herde aufeinander, bis einer von ihnen kampfunfähig geworden ist. In der Tat, ein ©tiertampf in des Wortes ureigenster Bedeutung, bei dem bestürzt die Herde und angstvoll die „Gaumer" unfreiwillige Zuschauer sind, nicht wagend, für den cmen oder andern Partei zu ergreifen oder sie auseinander zu treiben.
Wie die Talkühe und überhaupt alte Tiere, so gelten besonders die Almkühs als vorzügliche Wetterpropheten. Der Senne brauchst kein Thermometer, feto Vieh zeigt ihm durch sein Benehmen schon im voraus an, ob Regen, Schnee Gewitter ober Sonnenschein zu erwarten ist. Genau wie z. B. in der Mene die Hühner M bevor-
Das Almvieh.
Bon Dr. Heinrich Dellers.
Die Alpemvelt mit ihren unvergleichlichen Naturschön- hecken, ihren hochragenden, firnbekranzten Höhen, chren totensttllen Schluchten, ihren ewigen Schneefeldern und teste plätschernden Staubbächen erweckt alljährlich in den Herzen Tausender die Sehnsucht, hmaus zu fliehen aus dem Häusermeer der Großstadt, um sich draußen in der nervenstärkenden Bergluft Erholung und Erquickung zu verschaffen.
Hat der Zug die Reisenden dann glücklich bis cm den Rand des Vorgebirges gebracht, dann schon sie sich mit einem Male in eine andere Welt versetzt, die — wenigstens ist dies bei denen der Fall, die zum ersten Male die Schönheiten der Bergwelt genießen — auf ihre Sinne einen unvergeßlichen Eindruck macht. Daß zum Reisen mchr als eine volle Geldbörse und em halbes Dutzend Koffer nötig sind, wissen die meisten nicht; sie. haben teine Ahnung davon, daß das Resten eine Kunst stt, die sich mesttens nur nach langjähriger Hebung erlernen läßt. Nicht nur die Nattstschönhecken in sich aufzunehmen ist Sache des Restenden, er darf neben den erhebenden Eindrücken des Hochgebirges und der Romantik der landschaftlichen Umgebung vor allem nicht vergessen, sich einen Ueberblick — wenn auch nur einen flüchtigen — über die Eigenart der Sitten und Gebräuche, der Trachten und der ganzen Lebensweise desjenigen Dolksstammes zu verschaffen, zu dem ihn seine Reste gerade fuhrt.
Nur die wenigsten der Alpenbefucher dürsten eine Ahnung vcm der Lebensweste der „Aekpler" haben, und ebenfo stt es wohl den meisten unbekannt, daß die Alpen in der Tat einen wirtschaftlichen Faktor ersten Ranges bilden. Die „Alpenwirtschaft", die vom Frühjahr bis in den Spätherbst hinein währt, wirft alljährlich mehrere MillionM an reinem Gewinn ab, der für die Gebügs- gelter gleichsam soviel wie feln NaKonalrekchdmn bedeutet.
Den wichtigsten Faktor 'm Sem wirtschaftlichen Leben dieser Völker bildet unzweifelhast das Winnies von dem tot folgenden die Rede fern soll.
Wie die Menschen vom Klima und von den Boden- verhältnstfen abhängig sind, so nicht minder die Tiere, lind wie der Großstadtmensch sich schon in seinem Lerche- ren von der rrimflen Gestalt des BerKewohners stark nMerscheidet, so besteht auch zwstchen dem Mnwieh imd dem der Niederungen eto himmelweiter Unterschied. GarrotS, einer der besten Kenner der Alpen, sagt in einem feiner Alpend riefe von den Wmkühen: ^Das sind keine 5fr-.fr>, wie sie im Lande unten vor alle möglichen Fulp> werke gespannt werden, l»ß man an den Hüftknochen den Hut aufhängen könnte, — das sind Honoratioren, bewußt- voll sich fühlend, nicht Meh mehr, fonbern Tier. Das K Raffe, Schnitt, Charakter. Glaubst du, ein Talküh- lem würde Empfindung zeigen, wenn es die große Glock getragen und man ste ihm wieder atmähme? Gehe aber unb frage, wie die Lettkuh traurig wird und nicht mehr fressen mag, wenn man sie chrer Glocke beraubt."
Der Tag der Auffahrt zur Alm ist ein Freudenfest, je nach des Volkes Charakter stt der Zug aufgeputzt. Die Lettkuh und ein paar andere Kühe bekommen Dorschellen oder große Trychlen-Glocksn an breitem Halsbande, denen dann die blöcknd und meckernde Schar der Rinder, Kälber, Ziegen und der übrigen Tiere folgt. Der Zuchsttier oder Muni wird gewöhnlich scherzweise durch den. mit Blumen umwundenen Melkkessel zwstchen den Hörnern geschmückt. Der Senn und seine Begleitung, der Hand- btib, sowie der Hirte oder Gaumer, auch Kühlmb genannt, prangen im Sonntagsstaat. Den Zug besiyb.eßt ein Wägelchen mit den Gerätschaften für die Käserei und
Nr. 222 vom 23. Sept. 1924. ;
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3a so ein Glanz war nie da, sprach die Herrschaft zum Zimmermädchen, als sie sich im Zußboden spiegelte. 3da sagte, daß ist mein Geheimnis, denn ich gebrauche nur noch die neue
.BühsterNssseMritrSrokM' Sie hinterläßt keinen Geruch und erzeugt mühelos einen naßauswaschbaren Hochglanz. Allein zu haben in der bekannten
Drogerie zum Krokodil,
6. K. Sieger, llarlstraße 31.
Täuschte ich mich? Ich glaubte, jemand habe mich ongerodet. Wer das war doch unmöglich! Hier kannte mich doch kein Mensch! Ich drehte mich um. Hinter mir stand ein zerlumpter alter Bettler, hielt nur die dreckige Hand geöffnet hin und stammelte mit zahnlosem Mund nur: „Almosen — Almosen". Ich habe grell gelacht. Mir kam einen Augenblick der Gedanke, den Wen selber anzubetteln. Wer das wäre abgeschmackt gewesen. Mel bester war es schon, wenn ich in die Tasche griff und ihm --- meinen Pfennig in die Hand drückte. Das wäre doch eine hochanständige Gesinnung! Und ich tat's.
Ich nmßte zunächst ein wenig suchen, bis ich ihn fand. Dann hielt ich ihn mit zwei spitzen Finger in die Hohe und legte ihn feierlich dem Bettler in die hohle Hand. Der neigte den Kopf und sagte gewohnhetts- mäßig: „Danke schön, Euer Hochwohlgeboreni"
Im nämlichen Augenblick trat eine junge Dame auf tüts zu, nahm das Portemonnaie aus ihrem Handtäsch- chen und gab dem Bettler ein Fünszigpsennigstück (ich sah es genau). Unsere Blick trafen sich eine kleine Sekunde. Ich sah in ihre Augen und wußte, daß sie gut Mar. Ohne daß ich wollte, mußte ich sie anreden: „Haben Sie auch--", aber mitten tot Satz fiel mir
ein, daß ich etwas sehr Dummes sagen wollig und ich fand) ab.
verstand Sie nicht — wollten Sie etwas" „O, nichts, nicht", entgegnete ich schnell. Und als sie, nicht wiffend, was sie von mir halten sollte, langsam weitergehen wollte, war ich an ihrer Seite und blieb neben ihr, als verstehe sich bas von selbst.
Sie war nicht schön. Ihr Antlitz gehörte — ans den ersten Blick — zu jenen Gesichtern, die nicht aufsallen, die man übersieht. Aber ihre Augen waren, wenn sie ehren voll ansah, von einer wunderbar unberührten Reinheit.
Mir war zumute, als kännte ich sie schon lange, als hätten wir ganz früher in einer fernen Kindheit mitein« anber gespielt. Ich wollte ihr so gerne oon mir er« zählen, ich hatte ja tage«, wochenlang auf einen Menschen gewartet, den ich dürfe in mich hineinsehen lasten. Dabei war mir, als müsse ich sie immer fragen: „Weißt tot noch damals — weißt du noch?" Aber ich brachte kein Wort Wer meine Lippen. Auch sie tat keine Frage, um manchmal wandte sie den Kopf zu mir hin und blickte mich halb ungewiß, halb forschend an.
Mir erschien die ganze Sttuation nut jedem Schritt mehr, den mit gingen, unwahrscheinlicher, unwirklicher, Md ich glaubte förmlich, mich überzeugen zu mistsen, ob toe Gestalt neben mir nicht ein Traumbild fei; nach riner Weile begann ich zusammenhanglos zu sprechen, stur nm etwas zu sagen, und es werden wohl ungefähr diese Worte gewesen sein:
^Gehen Sie mm wirklich da an meiner Sette? Sind Sie ein lebendiger Mensch, der atmen, denken, sprechen, sprechen kann? Sogen Sie mir doch etwas, nur ein Dort . . . Immer, immer warte ich auf einen Mund, her Antwort gibt, auf ein Ohr, das Höri. Niemand kennt mich, niemand beachtet mich hier in dieser grenzenlos harten Stadt — die Menschen sprechen nur zu mir, wenn sie GÄd haben wollen, im Geschäft, ober wenn sie stch entrüBen, daß ich ihnen versehentüch auf die Füße fcqt, — rM der «EfcuM, Smmer muß ich Wt mir
Durchschnittszahlen, in denen nicht zum Ausdruck tommt, daß die Verhältnisse innerhalb der einzelnen sehr verschieden sind. So gibt es im Süden Ottens mehr Analphabeten als im Norden, rn Deutfchost^reich liegen die Behältnisse besser als m den übrigen Teilen der früheren Donau-Monarchie und m Ungarn wieder- um fallen die Angaben zugunsten der Volksstamme der Deutschen und Böhmen aus. Im allgemeinen ist weibliche Geschlecht am Analphabetentum starker ^beteiligt, als das männliche, was sich daraus erklären laßt, daß die Frauen die edle Kunst des fch^'bens mch Lesens int Leben nicht so benötigen wte ine Manner unb deshalb auch die Schreibfertigkeit leichter verlieren als die männliche Bevölkerung. st
_ Die Verwertung von Baumblättern unb
Die Natur bietet uns jedes Jahr von neuem tn Den Blättern und Nadeln der Bäume eine enorm gr^, Menge von Rohmaterialien, denn die Blatter enthalten annähernd an Mineralstoffen 14 bts Proz., Roh. protein 14 bis 17 Proz., Rohfaser 15 b» 20 Proz. Rofr fett 2 bis 4 Proz., ftitfftoffre.en Extraktstosten 43 tos « Proz. Nimmt man nun an, daß Deutschland 4 792 484 Hektar Laubwald unb 9 075 696 Hektar Nadelwald be- sitzt unb daß die Belaubung eines mittelftorfen Baumes etwa 50 Kilogramm beträgt, so daß auf einen Hektar normal bestandenen Laubwaldes 50 Zentner Frstchlaub kommen, so erhalten mir Mengen von »totiern toe in die Millionen von Tonnen gehen (5 990 605 Tonneu Laub). Nun hat man schon allerlei Verfahren ausge- dacht, um die Baumblätter zu »erarbeiten und als Dreh- futter zu verwerten, und namentlich hat man tja? out Anregung von Georg v. Hassel vielfach damit beschäftigt. Die Forstleute stehen aber der Entnahme von Laub ablehnend gegenüber, weil dadurch der Boden zu sehr verarmen würde. Man glaubt aber, daß es moghtfj mare, durch Kali unb anbere Düngemittel dem Waldboden einen ausreichenden Ersatz zu verschaffen, so bafj bann der technischen Ausnützung des Laubes kem Hindernis mehr im Weg stehen würde. ,
— Allerlei Weisheit. Der Eiffelturm in Paris ist im kalten Winter 22 Zentimeter niedriger als im heißen Sommer. Es ist dies eine Folge des Einflusses der Lufttemperatur auf das Eisen. — Die Eingeborenen in Persien backen das Brot heute noch auf genau dieselbe Weise wie vor 1000 Jahren. — Auf dem Markusplatz in Venedig wurde int 15. Jahrhundert der größte Skla- oemnarkt Italiens abgehalten. — Venedig ist auf 118 kleinen Inseln erbaut, die durch 378 Brücken mit em- ander verbunden sind. — Die Eier des Kolibris sind so groß wie kleine Bohnen.
Heileres.
Au« der Schule. Lehrer: „Nenne du mir einmal ein Wort, das mit „2" anfängt." Michel: „Kuhkäs!
Widerlegt. Abgeordneter (zu einem Kollegen): „3$ habe schon drei Reden in dieser Session gehalten. Me aber haben den Mund überhaupt noch nicht aufgetan! — „D, erlauben Sie, ich habe jedesmal — gegönnt, wenn Sie sprachst!"
Einmal genügt „Ja, liebe grau, Ihr Marrn braucht Ruhe, absolute Ruhe." — „Das sage ich ihm jeben Tag hundertmal." — „Run, dann sagen Sie's ihm von jetzt an nur noch einmal täglich."'
Unbewußte Selbstkritik. „Was haben Sie da rmeder für eine Dummheit gemacht, Müller. — Sie lernen jetzt schon zwei Jahre in meinem Geschäft, ich habe Ihnen alles beigebracht was ich kann, aber Sie haben immer noch keine Ahnung vom Geschäft."
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Die Werbung. Er: „Ich weiß wirklich nicht, was ich deinem Vater sagen kann." — Sie: „Ach, sage ihm ^einfach» daß vh mich entschlossen habe, dich zu heiraten.
künsllerehe. „Nun wie geht's euch denn? — „Danke, sehr gut, mein Mann malt, unb ich koche, nnd Ham» raten wir beide, was es sein soll!"
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Der kleine Georg. „Kleiner Georg, weißt Sui aud> schon, daß ich deine Schwester hettaten we.de? — „Lassen Sie mich bloß mit dem faulen Zauber juftreden. Das habe ich jetzt schon dreimal mitgemacht." _______
wohner komme über 600 Analphabeten. Ueberslügelt wird Spanien durch Rußland, Bulgarien, Portugal unb Serbien, wriche Länder 700 bis 800 Analphabeten (unter 1000 Einwohnern) aufzuweisen haben. Am allerungünstigsten liegen die Verhältnisse in Mexiko und Brasilien. In Mexiko können von 1000 Einwohnern 802 nicht schreiben und lesen, in Brasilien gar 852; mit anderen Worten: nur 198 bezw. 148 von 1000 stehen hinter unseren ABC-Schutzen nicht zurück. Natürlich sind dies
Zuldaer Zeitung
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