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FuldaerZertung

Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die Lkadk Aulda.

Nr. 222.

Verantwortlich iür die Schriftleitung i. Dertr.: Anton Wetzler. Anreisen: I. $ arreller. Sulbo. Rotationsdruck und Verlag der # Fuldaer Aetteudruckerri in Fulda. Fernivrecher Nr. ti. f- MonatNcker SemsSdreiS: 130 SH.

Dienstag, 23* September 1924.

Anreigen-Breils: Kleinzeile (Colonel) lokal 0,15 Goldmark, auswärts OLÜ (Soldmark: Reklamereile lokal 0,60, (Solümark

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51. Zahrg.

WM 80ö Oer Böltoimö.

Line Rede des Reichskanzlers. 3

»ch Radolfzell, 22. Sept (Icl) Zu dem hier stattfindenden Landespartei dec badischen Aeakrnmspartei, der bereits am Samstag mit einer Sitzung des Zentralkomitees und einer Delegrertenverfammlung begann, waren außer fast sarnttl^n badischen Zeutrumsabgeordneten auch Reichskanzler Marx, Staatspräsident Köhler, Iustizminister Trunk und der ehemalige Reichs- blnzler Fehrenbach erschienen. Der ehemalige Reichskanzler W lrth, der das Referat hallen sollte, konnte wegen der ReichslagswaU in Ober­schlesien der Tagung nicht beiwohnen. Der ehe­malige Reichskanzler Fehrenbach, der zum ersten Präsidenten gewählt wurde, hatte den Vorsitz. Er begrüßte die Erschieneneu. Reichskanzler Marx, der von der Versammlung mit langanhalkendem Verfall begrüßt wurde, sprach ü Ke re R e ich s- polilik.

Als er m den Saal getreten, fei es ihm wie ein Lichtstrahl gewesen, als er die Schlußworte der Ver­sammlung „Pro Deo et patria" gehört habe. Dieser Wahlspruch gelte nicht nur für die Zentrumspartei, son­dern auch für die Reichsregierung. Pro Deo! Möge ein jeder Reichsbürger, wenn er bei der Wahl seine Stimme abgibt sich die Frage vorlegen, ob die Art seiner Stimm­abgabe mit seinem Gewissen sich vereinbaren läßt. Die Reichsregierung stehe auf christlichem Boden. Aber auch im Lotterleben müsse sich der Gedanke der christlichen Moral durchsetzen. In dieser Richtung, in der Linie der gemeinschaftlichen Arbeit aller Völ­ker an der Wohlfahrt der Menschheit liege auch die Idee des Völkerbundes. In seiner praktischen Verwirklichung aber sei der Döllerbund zur Zeit noch unvollkommen und unvollständig. Zweifellos aber sei der Völkerbund ein geeigneter Weg zur Herstellung besse­rer Beziehungen zwischen den Völkern. Ob das deutsche Reichskabtnett am Dienstag zu einer Entscheidung über die Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund kommen werde, wiffe er nicht, das Kabinett werde aber alle Für und Wider des Beitritts in den Völkerbund reiflich und gewisienhaft abzuwägen haben und ab­wägen. Wenn hierbei die Gründe, die für den Eintritt sprechen, tatsächlich überwiegen sollten, dann dürfte wohl der Eintritt beschloßen werden. Das Zentnim habe keine Populraritätshafcherei betrieben, sondern unter Zurück- stellung der Parteiinteressen pro patria gearbeitet, damit Deutschland wieder hochkvmme und wieder zu Ansehen in der Welt gelange. Jene Parteien aber, die für sich allein beanspruchen, national zu sein und stets in natio­nalen Tönen daherreden, sollen doch einmal ihre Taten für das Vaterland aufweisen. Die Hauptforderung des Augenblicks sei, unser Volk wieder in die Höhe zu bringen; über andere Fragen können wir uns später auseinandersetzen. Nach der ganzen Einstellung unseres Volkes müße jede Reichsregierung den Weg der Mitte innehalten, wenn wir nicht wie­der in schlimme Zustände zurückgeworfen werden motten. Die Einheit des Reiches müße unter allen Umständen gewahrt werden. Wir dürften kein Stück deutschen Lan­des mehr verlieren, denn wir Hütten bereits viel zu viel verloren. Cs gebe heute keine irgendwie ernsthafte Rich­tung mehr, die die Trennung vom Reiche fordere. „Wir werden alles tun, um die Lasten des besetzten Gebietes zu erleichtern." Aber das ganze Deutschland müsse diese Lasten tragen, nicht nur Rheinland und West- feien, denn Deutschland und nicht Rheinland und West­falen hätten den Krieg vettoren.

Er wolle hier etwas sagen, was er im Reichstag noch nicht gesagt habe. Wenn er, der Kanzler, je das Walten der göttlichen Vorsehung erkannt habe, so sei es bei bett Londoner Verhandlungen gewesen. In wichtigsten Augenblicken, wo die deutschen Vertreter nicht recht wußten, welche Entscheidung die richtige sei, hätten wir handeln müssen, und es sei doch alles gut ausgegangen. „Wir haben ferner in London erkannt, daß diejenigen Männer, die jetzt in England und Frankreich das Heft in der Hand haben, aufrichtig den Frieden wollen, und da wäre es falsch gewesen, diese Hand zurückzuweisen. (Stürm. Beifall.) Wenn aber die anderen mit einem Sabel rasseln, der gar nicht da ist, so ßt das nichts anderes, denn eine Spielerei. (Er­neuter stürm. Beifall.) Er könne ruhig sagen, er werde den Tag begrüßen, wo er die Würde des Kanzleramtes niederlegen und als Oberlandesgerichtspräfident in einer deutschen Stadt ein ruhiges Lebert führen könne. Aber es gebe auch eine höhere vaterländische Pflicht, und diese verlange, daß er auf dem Posten, auf den ihn der Reichspräsident berufen habe, a u s h a r r e. Er, Marx, wolle fein Amt als Kanzler tragen pro Deo et patria. (Stürmischer, langanhaltender Beifall.)

Der Vorsitzende Fehrenbach sprach dem Reichs­kanzler den Dank des Parteitages für seine Rede aus. Nach Marx sprachen noch der Präsident der badischen Zentrumspartei, Landtagsabgeordneter Prälat Schofer über badische Parteifragen. Im Verlaufe der Diskussion kam cs nach der „Frkf. Ztg." zu einer Kundgebung für Groß­deutschland, insbesondere für den Anschluß Oesterreichs. Eine große Anzahl von Entschlie­ßungen im Sinne der Referate und Ansprachen fand Annahme. Mit dem Gesang des Deutsch­landsliedes wurde der Parteitag geschlossen.

Keichstagswahlen in Gberschlesien.

Die Reichstagsnachwahl in Oberschlesien Wahl­kreis Oppeln) hat am Sonntag stattgesunden; sie ist wegen eines Formfehlers notwendig geworden, weil rechtswidrig der Wahlvorschlag der Deutschen Wirtschastspartei nicht zugelassen worden war. Auch diesmal ist die Zakfl der zugelasienen Wahl­vorschläge wieder sehr groß, nicht weniger als zwölf Wahlvorschläge stehen den Wählern zur Auswahl, während nur halbsoviel Mandate in Frage kommen. Die Wahl vom 4. Mai ergab drei Mandate für das Zentrum, zwei für die Kommu- nisten und eines für die Deutschnationalen.

Rach den bis jetzt vorliegenden Nachrichten hat das Zentrum seine drei Mandate be­hauptet

26plozen1ige Abgabe aus die deutsche Einsuhr.

Französische „Verständigungspolitik". -

Durch Dekret des Präsidenten der Republik, das Ministerpräsident Herriot, der Finanzmini­ster, der Handelsminister, der Minister für die be­freiten Gebiete und der Minister des Innern gegengezeichnet haben, wird das Gesetz zum 21. April 1921, das die Einführung des Necovery-Akt für Frankreich vorsieht, ab 2 8. September in Kraft gesetzt. Nach diesem Dekret find 26 Proz. des Wertes der eingeführten deutschen Waren, ob sie direkt oder indirekt nach Frankreich eingeführt werden, an den Staat zu entrichten. Das Dekret bezieht sich auf die deutschen Waren, die von einem Kaufmann oder Industriellen in einem anderen Lande gekauft sind, oder auf Waren, die in einem anderen Lande fabriziert werden und bei denen die deutschen Rohmaterialien und die deutsche Ar­beit wenigstens 50 Prozent des gesamten Wertes der Waren darstellt "

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Die Einführung des sog. Recovery-Akt nach der Stabilisierung der deutschen Mark und nach­dem sich die Preise der deutschen Jndustrieerzeug- nisse zum Teil über dem Weltmarktniveau be­wegen, hat keinen logischen Sinn. Sie erklärt sich auch nur aus dem französischen Bestreben, bei den bevorstehenden deutsch-französischen Handels­vertragsverhandlungen einen Trumpf in den Händen zu haben. Ob man diesen fr anzösi- schen Schachzug als besonders geschickt bezeichnen kann, sei dahingestellt. Jedenfalls ebnet man nicht den Boden für eine wirtschaftliche Verständi­gung, die doch der Zweck der Handelsvertrags- Verhandlungen sein soll, indem man dem Ver­handlungspartner einen möglichst großen Scha­den zufügt. Daß die Ausfuhrabgaben eine starke Belastung des deutschen Ausfuhrhandels nach Frankreich, wenn nicht überhaupt eine Abdrosfe- lung des Verkehrs bedeutet, steht fest. Dazu kommt, daß das Transferierungsproblem durch die Abgaben neuerdings kompliziert und so dem Geiste des Dawes-Abkommens entgegengewirkt wird.

Einige Pariser Blätter betonen, daß die 26- prozentige Zollabgabe vom 1. Oktober ab durch die französischen Zollbehörden vom französi­schen Empfänger der deuWey Sendungen erhoben werde. ?

Die deutsch - französischen Wirtschaftsverhandkrngen.

Der deutsche Geschäftsträger Botschaftsrat Rieth wurde von Ministerpräsident Herriot empfangen, dem er im Auftrage der dertffchen Regierung mit* teilte, daß an der Spitze der deutschen Delegation, die über den deutsch-französischen Handelsvertrag verhandeln wird, Staatssekretär Dr. Trendelen- b u rg steheu wird.

Preisabbau und — doch Steigen der Preise.

Bei dem Bestreben der Regierung, eine allge­meine Verbilligung der Produktion zu erzielen, ist darauf hingewiesen worden, daß auch die p r i v a t e Wirtschaft die Folgerungen aus den Regie­rungsmaßnahmen ziehen müsse. Auf diesem Ge­biete liegt noch manches im Argen und eins große Zahl von Gegenständen, vor allem die deutschen Halbfabrikate stehen noch immer west über Frie­denspreisen und auch über den jetzigen Weltmarkt­preisen. Die Regierung selbst ist mit gutem Bei­spiel vorangegangen in der Ermäßigung des Fracht­tarifs, der Telephon- und Telegraphengebühren, der Kohlenpreife ufw. und eigentüch müßten fich Preissenkungen schon fühlbar machen, denn wir er­innern uns, daß Preissteigerungen mit Anziehen der Kohlenpreise stets Hand in Hand gingen. Mit einem gewissen Schrecken ficht indeflen die Bevöl­kerung, daß der Großhandelsindex in den letzten Woche wiederum nicht unwesentstch angezogen hat und daß sich gerade Lebensmittel, wie Getreide und Kartoffeln, nicht unbestächtlich im Preise gesteigert haben. Hier muß natürlich auch ein Ausgleich eiu- fetzen, denn sonst arbeiten die Verhältnisse gegen­einander und was auf der einen Seite an Ver­billigung erspart wird, wstd auf der anderen Seite durch notwendige Lohnerhöhungen wieder zunichte gemacht Die Regierung muß deshalb mit scharfem Auge darauf wachen, daß nicht die obigen tatsäch­lichen Verbilligungen an irgend einer Stelle durch­kreuzt werden, mtb sie muß die erforderlichen Maß­nahmen treffen, daß nun auch Wsttschaft und vor allem der Verbraucher die Erleichterungen ver­spüren, die mit der genannten Regierungsmaß­nahme bezweckt war.

Jedenfalls macht fich mit Recht in allen Kreisen der Bevölkerung eine lebhafte Beunruhigung dar­über geltend, daß auf mancherlei ©Mieten des täg­lichen Lebens eine steigende Tendenz der Preise zu beobachten ist. Das ist allerdings eine Wellenbsws- gung, die sich m allen Ländern der Welt, soweit sie für den Weltmarkt maßgebend sind, bemerkbar macht und die die Preise in Amerika wie in Eng­land, Italien und Oesterreich in gleichem Maße haben anziehen lasten. Aber Deutsihland steht hier vor der Entscheidung, roiö es endlich wieder dem Ausland gegenüber konkurrmizfähig werden, das heißt, seine Preise, 'die bis jetzt über Weltmarkt­preisen lagen, diesen zum mindesten angleichen. Solange das nicht gelingt, kann von einem Auf­schwung der deutschen Wirtschaft auch nicht die Rede sein.., -7-7

Sie Jinenui“ MlMr.

In London und mehr noch in Genf hat, ohne daß das in der Oesfentlichkeit stärker in die Er­scheinung trat, Frankreich die Frage seiner Siche­rung immer wieder in den Vordergrund aller all­gemeinen und Spezialdebatten, insbesondere der Erörterung zwischen den leitenden Staatsmännern zu stellen verstanden. Es ist heute ein offenes Ge­heimnis, daß der ftanzösifche Ministerpräsident zu dem „Entgegenkommen", bezw. der Räumung nur auf Grund des Londoner Ultimatums im besetzten Gebiet nur deshalb zu bestimmen war, weil ihm non Seiten des englischen Ministerpräsidenten ein Ausgleich bezw. der Garantie eines Sicherungs­vertrages zugunsten Frankreichs gegenüber Deutsch­land in Aussicht gestellt worden war.

Auch H e r r i 0 t verfolgt die von Poincare be­schriebene Linie der Erzielung eines von England garantierten Sicherungsvertrages mit Frankreich gegenüber Deutschland weiter. Wir wissen aus in­timen Besprechungen, die Herriot mit unseren Dele­gierten hatte, daß er immer wieder auf die Sorge der französischen Oeffentlichkeit gegenüber Deutsch­lands Revancheplünen hinwios, und daß er mit dem Hinweis auf diese Stimmung auch seine ganze andere Haltung, die unter anderen Umständen nicht zu verstehen war, zu rechtfertigen suchte. England betrachtet diese Garantie als einen gewichtigen Trumpf gegenüber Frankreich, mit dem es ander­wärts bestimmte Vorteile einzuhandeln vermöchte. Diese Vorteile sind zwar in erster Linie wirtschaft­licher, aber auch ausgesprochen politischer Natur. Gewiß hat E n g l a n d ein Interesse daran, Frank­reich vor einem Ueberfall durch Deutschland zu schützen, aber ebenso hat es daran ein Interesse, daß Frankreich nicht die Uebermacht auf dem Festlande bekommt, die England gefährlich werden könnte. Eine gewiffe Jnschachhaltung Frankreichs durch Deutschland ist England nicht einmal so unan­genehm, liegt sogar im innen- wie außenpolitischen Interesse Englands. Man wird vor einer vollen Klärung der durch den französischen Ruhreinbruch geschaffenen Situation und auch der aus dem Ver- saille' Vertrag sich ergebenden Machtfragen sicher­lich keine Geneigtheit Englands zur Sicherung der tontiner/ ">len Herrschaftsstellung Frankreichs sehen können.

Die künftige Abrüstungskonferenz.

Hebet die internationale Abrüstungskonferenz, die spätestens am 15. Juni 1925 einberufen weiden soll, erfährt man, daß ihr alle Staaten, auch die­jenigen, die nicht das Protokoll ratifiziert haben und nicht dem Völkerbunde angeboren, eingeladen werden sollen, also auch Deutschland, Rußland und die Vereinigten Staaten. Die Einberufung hängt aber selbstverständlich davon ab, ob eine genügende An­zahl von Völkerbundsmitgliedern und zwar auch eine genügende Anzahl von Großmächten vorher das Protokoll über das Schiedsverfahren und die Sank­tionen durch ihre Parlamente ratifizieren ließen.

vom Kongreß der Kriegsteilnehmer.

Der nunmehr beendigte fünfte Jahreskonqreß der ,Fidae" in London sagt in der Entschließung des Friedensausschusses, daß alle Vereini­gungen ehemaliger Kriegsteilnehmer die Vorbereitung ehret vollständigen Aeoerficht über die wichtigsten Ergebnisse des Krieges ermutigen und vollen Gebrauch von den zur Versügung stehenden Informationen machen sollen, um im Geiste der Gerechtigkeit und des Friedens bei der Feststellung der Wahrheit mit­zuhelfen. _________________________

Eine griechische Anleihe.

wtb Paris, 22. Sept. (Tel.) Rach einer DMtermeldung aus Athen begibt sich der griechi­sch Finanzmimsier nach London, um dort über eine griechische Anleihe z» verhandeln.

Deutsches Reich.

* Der Abbau des Sparkommissars ist, tote die „Köln. Volksztg." hört, so gut wie beschlossene Sache; der Posten des Sparkommissars wird in dem Etat für das Jahr 1925 nicht mehr aufgestellt werden. Ter Apparat des Sparkommissars beansprucht einen recht erheblichen Betrag. Für feine Berliner Bureaus sind 249 000 Mark und für seine Zweigbureaus 538000 Mark erforderlich, insgesamt also eine Summe von 787 000 Mark. Man hat ausgerechnet, daß diese Summe nicht einmal für eines der be- demendsterr Reichsministerien angefetzt ist.

Katholische Welt.

— Hxerziürickurr für Ranfieute. Aehnlich tote für Aka­demiker soll demnächst auch ein Exerzttienkurs für Kaufleute stattfinden und zwar vom 31. Okt. Abends 9 Uhr bis 4. Nov. Morgens im Herz-Jesu-Heim, Bad Lantzenschwalbach bei Wiesbaden, Badtoeg 9. Es sicht zu hoffen, daß dieser SonderkurZ, der vom Mitteldeutsche Gau des Verbandes kath. Kaufm. Ver­einigungen (K. K. B.) Frankfurt a. M." angeregt und vom Jesuitenpater (sieenaertS, Frankfurt, geleitet werden wird, zahlreiche Teilnehmer finden wird. Teilnehmer-Karten sind zu haben bei dem Gau- beiratKerrn Studienrat Prof. Manns, Frankfurt a. M., Eiserne Hand 2, unter gleichzeitiger Einsendung der Gebühren für die 4 Tage einschließlich Verpflegung von G.,Mark 20.— auf Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 61079 des Mitteldeutschen Gaues des K. K. V., Frankfurt a. M. Auch können die Anmeldungen an die Herren Getstl, Beiräte der Orts vereine des K. K. V. gerichtet werden. Anmeldungen frühzeitig, spätestens dis zum 25. Ott. d. Js. erbeten.

von den Nampsplützen.

Bulgarien vor der Revolution.

Nachrichten aus Sofia zufolge steht die bulgarische Hauptstadt im Zeichen des Terrors. So seien in Sofia zwei Personen ermordet, in Varna drei Attentate verübt worden. Neber ganz Bulgarien fei das S t a n d r e ch t verhängt worden. Zum größten Test handelt es sich bei den Attentaten um Racheakte der beiden feindlichen mazedonischen Org«ni> fationen, ber revolutionären mazedonischen Organi­sation des ermordeten Alexandrow und der fördera- listischen mazedonischen Organisation von Atanasix. Für Jugoslawien bedeutete der Tod Alexandrows eine gewisse Beruhigung. Im Zusammenhang mit seiner Ermordung ist festgestellt worden, daß am 15. September feine Gegner — der bolschewistische Flügel der mazedonischen Organisation — eine Sowjetregierung im Bezirke von Petritsch aufzurichten gedachten. Ein allgemeiner Auf­stand in ganz Bulgarien sollte folgen. Einige mit­schuldige Kommunisten und Anarchisten wurden verhaftet. Auch einige kommunistische Sobranje- mitglieder sind beteiligt. Die Hauptvertreter der bolschewistischen Propaganda waren der ermordete kommunistische Abgeordnete und ehemalige maze­donische Revolutionär Dimo Hadiidemow und 2p, Maksimow. Der letztere ist flüchtig.

Die Regierung hat alle Führer der Bauernpar­tei und zahlreiche Kommunistenführer verhaften lassen.

Der stampf zwischen Georgien und den Sowjets.

lieber die Kämpfe in Georgien liegen wider­sprechende Meldungen vor. Tort sind Ende August Unruhen ausgebrochen, nachdem Georgien von den Sowjets unter grobem Vertragsbruch besetzt worden ist, und seitdem unter abscheulichem Despotismus gehalten wird. Gegen die Gewaltherrschaft der Bolschewisten haben sich viele Bürger unter Führung des Fürsten Andronikow, eines illegitimen Sohnes des Zaren Alexanders HL, erhoben. Der Fürst soll gefangen und erschossen sein. Zunächst blieben bte, Bolschewisten Sieger, und sie sollen die Haupteisen­bahnlinien im Besitz haben; neuerdings flackert der Aufstand stärker auf. Es wird den Georgiern nicht möglich fein, das bolschewistische Joch abzuschütteln; der russische Einfluß im transkaukasischen Bund, dem, Armenien, Aserbeidschan und Georgien angehören, ist zu stark, und auch der Umstand, daß Georgien seine auswärtigen Angelegenheiten selbständig „unb unabhängig vom russischen Bundesstaat regelt, dürfte ihm nicht viel nützen.

Marokko.

Aus Madrid wird folgendes Comnuique über die Lage in Marokko verbreitet: Ostzone: in Ver­folg der Truppenzusammenziehungen des Feindes, die von der fcanzösischen Zone gemeldet werden, und um dem Feinde die Beweglichkeit der spanisches Truppen zu beweisen, hat eine Abteilung einen Vor­stoß gegen M'Talza gemacht. Die Streitkräfte Afsos nahmen bei dieser Bewegung teil. In der Westzone sollen gewisse Stellungen in verschiedenen Abschnitten angegriffen worden sein. Die spanischen Streitkräfte operierten bei Gorgeus und setzten ihren Vormarsch fort. Die spanischen Verluste, die zwar fühlbar seien, seien im Vergleich zu der Wichtigkeit der Operationen nicht so zahlreich.

" ' " Die Wirten in China.

Der Kampf der zweiten Armee Tschangtsolins bei Jeho! hat zur vollständigen Niederlage der ersten gemischten Tschili-Brigade ge­führt. Die Truppen Tschangtsolins halten gegen­wärtig die gesamte Front von Tschingtschau bis Tschaoyang.

Der Oberbefehlshaber von Tschili, W u Pei - fu, hat in einer Unterredung erklärt, die Regis- rung werde den Feldzug im Norden trotz des nahen Winters f 0 r t f e tz e n, bis Tfchang Tso-lin endgültig seine führende Stellung in der Mand­schurei verloren habe. Man erwartet, daß man mit den Schwierigkeiten in der Mandschurei bin­nen zwei Monaten fertig werde. An der Expe­dition gegen Mukden würden 200 000 Mann mit vier Flugzeuggeschwadern teilnehmen.

Die verstärkten Tschekiantruppen haben die Front zwischen Shanghai und der Nanking-Eisenbahn und die in Kiating eingefallenen Kiangsutruppen z u r ü ck ge­drängt.

Nach einer Meldung des „Petit Parifien" aus Peking führt die französische Regierung eine ernste Truppenaushebung aus. Sie re­quiriert Fahrzeuge, Milchkühe, Esel und Kamele. Große Muniüonssendungen gingen an die Nord­front ab. Der ehemalige Ministerpräsident lu an Schi - Sch ui versucht zu vermitteln. Er hat den beiden kriegführenden Parteien Telegramme ge­schickt und als Bedingung für die Entspannung den Rücktritt des Präsidenten der Republik ver­sprochen, den er für die jetzige Lage als verant­wortlich ertlärt.

Wie Reuter aus Mukden meldet, gab Tfchang Tso-lin vor einer Versammlung der ausländischen Konsuln, darunter des britischen und amerikani­schen, die Erklärung ab, daß er alle Fremden und ihr Eigentum schützen werde, solange er seine gegenwärtige Stellung in der Mandschurei inne habe. Tschcmg Tso-lin wies darauf hin, daß sich das feindliche Hauptquartier in Tschingwangtoo befinde. Er richtete an alle Ausländer die Bitte, diesen Platz zu verlassen, da seine Beschießung in Aussicht genommen sei. Ferner forderte er die ausländischen Kriegsschiffe in Schan- heikwan und Tschingwangtoo auf, sich zur Abfahrt bereit zu halten, da er beabsichtige, die feindlichen Kriegsschiffe zu bombardieren.