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19. September

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absetzung der Kreditkonditionen darin, daß sie die den Sollzinsen gegenüberstehenden Habenzinsen wegen der Konkurrenz der Sparkassen und der anderen Kreditan­stalten nicht allzu leicht ermäßigen können. (Eine Kreis­sparkasse soll beispielsweise 24 Prozent Habenzinsen ge­währen). Die minimale Gegenforderung der Stempel- Vereinigung der Reichsbank gegenüber wäre, daß diese daraus hinwirken sollte, daß auch die anderen Kredit­anstalten die Habenzinsen herabsetzten, so daß die Ban­ken die.derzeit 12 Proz. betragenden Habenzinsen für 14tägig bis einmonatlich befristete Gelder herabsetzen können. Ferner fordert die Stempeloereinigung, daß die Reichsbank wieder Dreimonatswechsel und Bankakzepte diskontiert, ur.i einen Privatdiskontmarkt aufbauen zu können.

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Gesetz über verpflichtet,

stand auf Grund der Städteordnung als unge­setzlich beanstandet worden, weil sie gegen Zweck und Sinn der Abbauverordnung und auch gegen deren Bestimmungen verstoßen.

= Heiligenstadt. Der Provinziallandtag wählte Mit Dreiviertelmehrheit den Kandidaten der demo­kratischen Partei, Geheimrat Dr. Hübner, der bereits zwei Jahre vertretungsweise die Geschäfte des Landeshauptmanns geleitet hat, mit 87 von 107 Stimmen zum Landeshauptmann der Provinz Sachsen. Für Dr. Hübner haben die So­zialdemokraten, die Demokraten, das Zentrum und fast die ganze bürgerliche Vereinigung gestimmt.

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Q Hana«. Die Stadtverordneten hielten am Mittwoch und Donnerstag Sitzungen ab, die sich in der Hcmptsache mit dem Nachtagsetat zu befasieu hatten. Es ist ein Betrag von 320000 ungedeckt, Welcher das Auzichen der Steuerschraube rwttvendig macht. Die vorgeschlagenen Deckungsmittel sollen in der Firranzausschußsitzung nochmals geprüft werden, das war das Ergebnis einer vielstündigen Beratung.

---- Kassel. In der Magistratssitzung vom 15. Sept, sind die Beschlüsse der Stadtoerordneten- veissannnlung auf Versetzung des Oberbür­germeisters Scheidemann und des .Stadtrats Rosenstock in den einstweiligen Ruhe-

Jli 221.

Sonntag, 21. September 1924.

8. »Ui

Druck der Fuldaer Aetienvruckerei in Fulda

haben bereits seit dem 10. ds. Mts. ihren Geschäftsbetrieb aufgenommen. Weitere Niederlagen in Kurhessen werden nächstens bekannt gegeben.

Drahtanschrift: Landgenossen. Fernspr. 602 u. 625.

Neues aus Frankfurt.

--- Die Oberbürgermeisiernxchl. Am Freitag sollte die Entscheidung in der Oberbürgermeistersrage fallen, und die Wahl sollte am nächsten Dienstag vollzogen werden. Jetzt Hot man am Donnerstag die entscheidende Sitzung des Wahlmisschufses abermals verschoben und den Wahl­tag auf den 3 0. September festgesetzt. Ferner hat ein weiterer Kandidat, der frühere preußische Finanzminister Südekum, seine Bewerbung zurückgezogen. Er hatte den Wahlausschuß um eine Erklärung darüber gebeten, ob es richtig sei, daß der Umstand, daß die Stelle des zweiten Bürgermeisters bereits mit einem »Sozialdemokraten be­setzt ist, seiner Wahl hindernd im Wege stehe. Diese Frage hat der Wahlausschuß bejaht, worauf Südekum feine Kandidatur zurückzog. Nun bleiben nur noch zwei Be­werber übrig: der jetzige Oberbürgermeister Dr. Borgt und der hiesig« Stadtrat Dr. Landmann.

— Folgenschwerer Motorunfall. Ein Frankfurter Motorradsichrer wurde bei Bad Homburg von einem Fuhrwerk überfahren Und so sckpver verletzt, daß er kurz nach ferner Einlieferung in das HomWrger Krankenhaus verstarb,

aus Vberheffen und den hessischen Ämtern.

= Mardorf. Am Donnerstag, den 25. September wird die Feldjagd der Gemeinde Mardorf neu verpachtet. Der Termin ist in der Gastwirtschaft von Wilhelm 'Raabe, vormittags 10 Uhr angesetzt.

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= ffnlba, 20. Sept. Der heutige Schweinemarkt war mit 231 Ferkeln und 3 Läufern beschickt. Die Preise für Ferkel stellten sich auf 6, 10 und 14 Mark, für Läufer auf 40, 45 und 50 Mark. Bei flauem Han­del verblieb lkeberstand.

---- zrankfnrt a. M., 19. Sept. (Getreidebörse.) Bei unveränderter Tendenz wurden bezahlt für je 100 Kilo Weizen gute deutsche Durchschnittsware 24 biS 25; Roggen 22,00—23,00; Sommergerste 25,50 bis 27,00; Hafer 22,00—22,75; Mais 19,75—20,00; Weizen­mehl 36,25—36,75; Roggenmehl 30,00—31,00; Weizen- kleie 12,50—12,75; Roggenkleie 12,25—12,50.

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18- September

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— Langenselbold. Von Montag den 29.

ses Monats ab nimmt die Hanauer Kleinbahn- gesellschast den regelmäßigen Betrieb der Strecke Hanau-Rückingen-Langenselbold für den Per- Men- und Güterverkehr wieder auf.

— Abstempelung der Aktien.

die Goldbilanzen sind alle Aktiengesellschaften .... die Umstellung des Nennwertes der Aktten auf Goldmark bis zum 31. Dezember 1924 durchzuführen. Im heutigen Inseratenteil dieser Zeitung veröffentlichen die der Ful­daer Bankenveremigung angehörenden Banken eine Be­kanntmachung über die Abstempelung der Aktien, die für alle Aktienbesitzer von großem Interesse ist.

= Bestrebungen zur Herabsetzung der Bankzinsen. Der Reichsbankpräsident hat, wie das „Verl. Tagebl." fjört, die Stempelvereinigung aufgefordert, eine Ermäßi­gung der Vankzinsen Md Provisionen vorzunehmen. Die Stempeloereinigung verhandelte bereits über die Zu­schrift des Reichsbankpräsidenten, und es soll angestrebt werden, auf folgende Sätze zu kommen: Die Banken sollen für Kontokorrentkredtte, anstatt gemäß dem Vor­schlag Dr. Schachts 15 Proz. zu berechnen, 2 Proz. über Reichsbankdiskvnt, das heißt 12 Proznt pro anno an Zinsen und % Prozent pro Monat an Provision, zu­sammen 18 Prozent pro anno belasten. Die lieber» ziehungsprovision soll von % pro Mille pro Tag auf ¥> pro Mille pro Tag ermäßigt werden. Die Akzept­provision soll 4% Prozent betragen, so daß akzeptierte Wechsel insgesamt 1414 Prozent pro anno bedingen würden. Die Banken sehen die Schwierigkeit der Her-

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Kommunismus der gebenden Liebe, nicht der nehmenden Hand.

In einer Predigt: »Privateigentum oder Kom- munismus" küm Erzbischof Faulhaber von München auch auf die Frage zu sprechen, ob h r i ft u », wie vielfach bedeutet wird, selber Kommunist gewesen. Er sagte darüber folgen­des: 3m Gleichnis von den Weinbergarbeitern kann ^ Gleichstellung für die Arbeiter der ersten und Een Stund« nicht im Sinne kommunistischer Gleichmacherei gedeutet werden, weil im Gleich­nis von den fünf und zwei Talenten ebenso klar die Ungleichheit der anvertrauten Gaben ausge­sprochen ist. Einem Kommunisten gegenüber ^Sag meinem Bruder, daß er die Erbschaft mit pnr teile" — lehnt Christus ausdrücklich ab, als Erbschaftsteiler aufzutreten. Ein anderes Wort von chm: »Wer zwei Röcke hat, gebe dem einen- her keinen hat"; — es heißt nicht, wer keinen Aock hat, nehme der einen, der zwei hat — hat hen Kommunismus der gebenden Liebe, nicht aber hen Kommunismus der nehmenden Hand, den Kommunismus des Pelikans, nicht aber den Kommunismus des Raubtieres verkündigt, ver­hält sich also zu dem wirtschaftlichen Kommunis­mus von heute wie Tag und Nacht.

In kommunisttschen Kreisen wird weiterhin der Versuch gemacht, mit Berufung auf das vierte and fünfte Kapttel der Apostelgeschichte die kom­munistische Wirtschaftslehre als Urchristentum uuszugeben. Dort aber ist von einer freiwilligen kirchlichen Armenpflege großen Stils, nicht von einer zwangsweisen Aufhebung des Privateigen­tums die Rede. Petrus sagt ausdrücklich zu Atm- nias: „Konnte nicht dein Geld ganz dein Eigen­tum bleiben und konntest du nicht auch noch dem Verkauf des Ackers darüber verfügen?" Der heuttge Kommunismus will den Privatbesitz zu gteidjen Tellen verteilen, die Apostelgeschichte aber spricht von einer Verteilung „je nach der Bedürf­tigkeit", also zu ungleichen Teilen. Der Kommu­nismus in der Urchristengemeinde von Jerusalem sagt den Armen: „Bruder, was mein ist, so dein sein, der heutige Kommunismus sagt den Reichen: -Mensch, was dein ist, soll mein werden. Eine Wahrheit leuchtet aus den Aposteltagen zu rms cherauf: Wo lebendiges Christentum herrscht, ist hie soziale Frage gelöst. Wir hören im Advent 'das Wort: Jedes Tal soll ausgefüllt und jeder Berg abgetragen werden. Wir können nicht die Täler der Armut alle ausfMen und die Berge des Reichtums alle abtragen, wir wollen aber mit­

helfen, die Berge des Hochmutes abzutragen und hie Täler des Kleinmutes auszufüllen und so die wirtschaftlichen Gegensätze im Geiste der christ­lichen Sillenlehre wenigstens bis zu einem

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Wissenschaft und Forschung.

# Heinrich Pesch S. J. Der weit über katholische nationalökonomische Kreise hinaus vortrefflich bekannte Jesuitenpater Heinrich Pesch feierte am 17. September feinen 70. Geburtstag. Pesch hat sich mit seinem fünfbändigen Lehrbuch der Nationalökonomie ein sehr großes Verdienst um die Wissenschaft nicht weniger als um die Menschheit erworben. Denn während die Mehr­zahl der nationalökonomischen Lehrbücher den Menschen auf Kosten der Wirtschaft vernachlässigt, die Arbeit des ; Menschen mit einer käuflichen Ware, gleichsetzt, hat Pesch seine Volkswirtschaftslehre auf das echt christliche und allein wirksame Prinzip der Solidarität aufgebauh auf di« Lehre des: Alle für einen, einen für alle. Diese ' Lehre allein bannt den Egoismus und Materialismus aus unserem Wirtschaftsleben, welche Systeme nur zur Geltung kommen konnten, weil moderne National- ' Ökonomen das „Prinzip des höchstmöglichen Gewinns" als das wirtschaftliche Heilmittel priesen.

Sein Liviusfund. Di« Livius-Angelegenheit hat mit einem vollen Rückzug di Martinos geendet. Der vom Unterrichtsministerium mit Nachforschungen über den angeblichen Liviusfund beauftragte Gensralinfpektor der Staatsarchive hatte in Rom eine lange Unterredung mit hem Unterrichtsminister. Die Nachforschungen und vor allem die von Marttno unterzeichnete Erklärung ergaben, . daß Martino ein ttn Neapeler Staatsarchiv bereits bekanytes Schriftstück vom 23. Dez. 1332 fand in dem König Robert von Anjou befahl, daß der Schrei­ber Paolino für die Abschrift von 10, Büchern des Titus Livius über den mazedonischen Krieg eine bestimmte Summe ausbezahlt werde. Da Martino augenscheinlich m mittelalterlichen Schriftstücken nicht Bescheid wußte, nahm er an, daß sich die Abschrift Paolinos nicht nur auf die zehn wohl bekannten Bücher über den maze­donischen Krieg beschränkte, sondern sich auf das voll­ständige Werk des Titus Livius bezog. Mallino machte dann mit unerklärlicher Leichtfertigkeit Freunden gegen­über die bekannten Angaben über feinen Fund. Professor Ribezzo veröffentlichte die Nachricht in einer Zeitschrift, ohne daß Martino sie dementierte. Jetzt hat er aber schriftlich zugegeben, daß er eine falsche Fährte ver­folgt hat.

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handel und wirtschaft.

— Frankfurter Börse vom 19. Sept. Während dos Geschäft auf den Effektenmärkten ruhhg, aber mit fester Tendenz verlief, war der Anleihemarkt star­ken Schwanfta^en unterworfen. 5prvz. Kriegs, anleihen fliegen von 1190 auf 1230 und gingen später auf 1130 zurück. Der Montanmark verkehrte fest und verbesserte seine Kurse teilweise merklich. Auch Kali­werte lagen in Nachfrage. Auf dem Chemiemarkt zogen die Kurse leicht an. Für Maschinen werte hast die Nachfrage an, besonders für Autoaktien. Der Elektromarkt lag im allgemeinen unverändert. Bankaktien verkehrte uneinheitlich. Der Zucker­markt hatte ruhiges Geschäft, u/ .

Die Kotierungen oerflehen sich In Billionen Prozent.

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10,9

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Br. fleh & Serik

6,2

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