Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Sladl Fulda.
m. 220.
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Samstag, 20. September 1924
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51. Zahrg.
Zm Wen MeAstZse.
Lon einem unserer wirtschaftspolitischen Mitarbeiter.
Heber die Fortschritte, die die deutsche An- ieihesrage macht, kursieren die verschiedensten Lesarten. Soweit Meldungen aus Newyork eintref- sen, ist die Lösung dieser für Deutschland so wichtigen Frage, mit der ja auch letzten Endes das ganze Dawes-Gutachten zusammenhängt, auf dem besten Wege. Die Annahme durch Deutschland ist ja, das möchten wir hier nochmals heroorhebM, unter der ausdrücklichen Voraussetzung erfolgt, daß auch die Anleihe zustandekommt, und das Dawes-Gutachten selbst baut sich ja auch letzten Endes auf dem Zustandekommen dieser Anleihe auf.
In England scheint aber noch nicht die nötige Klarheit über die Lösung dieser Frage zu herrschen und wiederholt haben Finanzberichte führender englischer Zettschriften und Zeitungen von einem Stocken der Verhandlungen und sogar auch einer gewissen Abneigung englischer Finanz- kreise gegen die Aufbringung dieser AMeihe in letzter Zeit gesprochen. Die Londoner „Times" stellt nun auch in chrem Finanz-Halbmonats-Bericht neuerdings fest, daß die deutsche Anleihefrage heute noch nicht weitergekommen sei, als sie vor vier Wochen stand. Es jcheinten, so lauten die Berichte, neue Schwierigkeiten eingetreten zu sein. Jedenfalls sei die Anleihe, von der man an der Londoner Börse immer weniger spräche, noch recht wett von ihrer Ausgabe entfernt.
Worin die plötzliche Uninteresfiercheit englischer Finanzkreife an der großen Anleihe liegt, läßt sich von hier aus nicht so ohne weiteres überschauen. Zwei Gründe können hier mttsprechen: Einmal die bevorstehenden deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen, von denen man in England ein großes Entgegenkommen an Frankreich befürchtet, und zwar ein Entgegenkommen, das, darüber ist man sich auch in London klar, von Frankreich durch den Druck früherer oder späterer Räumung des Einbruchsgebietes von Deutschland abgerungen werden soll. Man befürchtet in englischen Jndusttie- und Bergbaukreifen, daß Frankreich auf diese Weise über die vorzeitige Räumung des Ruhrgebietes von Deutschland Vorteile abringt, die letzten Endes das Wirtschaftsleben Englands schwer schädigen. Deshalb ist man in diesen Kreisen auch von Anfang an für eine völlige gleichzeitige wirtschaftliche und militärische Räumung des Ruhrgebiet eingetreten. Ein zweiter Grund, der die Londoner Eity noch immer etwas zurückhaltend o. 8ln-
leihefrage sich verhalten läßt, ist zweifellos auch die Ungewißheit, ob Frankreich feine Versprechungen der Räumung innerhalb Jahresfrist tatsächlich innehätt. Ob dabei der Kampf zwischen Pfund und Dollar eine nicht unwesentliche Rolle spielt, scheint uns doch etwas zweifelhaft, da die Anleihe ja nicht auf Dollar, sondern auf Goldmark lautet, also von einem Drucke des englischen Pfundes gegenüber dem Dollar wohl doch nicht die Rede sein kann.
Daß diese Gründe in dem zurückhaltenden Benehmen der Londoner Finanz eine Rolle spielen, liegt auf der Hand. Die Hauptsache war aber nicht die große 800 Willionen-Anleihe selbst, sondern sie bildete gewissermaßen nur den Rahmen zu den notwendigen Anleiheprojekten und diese notwendigen Anlecheprojekte erblickte man und erblickt man auch heute noch in der Gewährung von Privatkrediten an die deutsche Industrie. Wer auch diese schreiten nicht in dem Maße fort, wie man das nach Annahme des Dawes-Gutachtens nicht nur in Deutschland, sondern anfänglich auch auf dem internationalen Finanzmarkt erwartet hatte. Und es müssen da dieselben Gründe mitspiAen oder spielen vielmehr mit, die wir für das langsame Fortschreiten der 800 Mik- lionen-Anleche erwähnt haben. Das geht aus einem Artikel im Handelsteil der „Times" über bie Frage der Beteiligung- englischen Kapitals an der deutschen Wirtschaft hervor. Cs heißt darin unter anderem: „Die Zukunft der deutschen Industrie ist aber unübersichtlich für den Durchschnittskapitalisten, der nur eine begrenzte Kenntnis der Verhältnisse in Deutschland besitzt, um direkte Kredite bewilligen zu können." Und nach- bem einige größere Kreditoperationen wie die des Norddeutschen Lloyd, ferner eines der wichtigsten deutschen Elektrizitätsunternehmens erwähnt worben sinb, fährt der Artikel dann fort: „Eine Anzahl kleiner Kredite sind für eine Anzahl deutscher Firmen außerdem gewährt worden, doch gewinnt man den Eindruck, daß die Anlage englischen Ka- pitols in Deutschland noch nicht jenen Umfang gewonnen hat, wie die umlaufenden Gerüchte es andeuten. Diejenigen, die infolge eines engsten Zusammenarbeitens mit Deutschland vollständig über dessen Wirtschaft unterrichtet find, sind der Meinung, daß Vorsicht auf beiden Seiten unbedingt geboten ist."
Wtt sehen daraus, daß Frankreich, das an dem langsamen Wiederaufkommen der deutschen Industrie ein großes Interesse hat, weil nur dadurch Anleihe und damit die Zahlung der Reparationen gewährleistet ist, alles daraus anlegt, bei den kommenden Wirtschaftsverhandlungen nicht über bas Ziel hinauszuschießen und vor allem nicht mit der Frage ber vorzeitigen militärischen Räumung einen Druck auf die deutsche Regierung und die deutsche Bevölkerung ausüben zu wollen. Ein derartiges Bestreben Frankreichs würde wohl nicht zum Durchbruch kommen, da doch auch Deutschand 'auf wirtschasts- und handelspolitt- sthem Gebiet gewiße Imponderabilien besitzt, die es jederzeit mit Erfolg in die Wagschale werfen kann.
„Mein in Sie MskMW".
„Hinein in die Verantwortung, hinein in die Reichsregierung", so heißt nach einem Artikel ber „Eorrespondenz der Deutschnationalen Volks- xartei", der übrigens parteiaintlich gekennzeichnet war, die nächste Parole für die Deutschnationale Volkspartei. Auffallenderweise ist dieser Artikel von den führenden Berliner Blättern der Deutschnationalen Volkspartei: „Kreuzzeitung" und „Deutsche Tageszeitung" nur in kurzem Auszug und an sozusagen versteckter Stelle veröffentlicht worden.
Diese Forderung: Hinein in die Reichsregie- rung, wirb begründet mit dem Versprechen der Regierungsparteien, die deutschnationalen zur Verantwortung mit heranzuziehen, wenn die Zustimmung deutschnationaler Abgeordneter zu dem Londoner Pakt erfolgte. Man beruft sich, wie wenigstens zwischen den Zellen aus dem Auszug hervorgeht, auf die Zusicherung der Regierungsparteien, die vor allem in dem Brief der Deutschen Volksxartei zum Ausdruck gekommen war. Nun ist es an und für sich keine Frage, daß sich eine solche Zusicherung nur auf die Zustimmung eines Teiles der deutschnationalen Abgeordneten aufgebaut hat. Zum mindesten mußte die deutschnationale Reichstagsfraktion und muß sie noch nachträglich diese Zustimmung als ihren ausdrücklichen Wunsch und Willen auch m aller Oef- fentlichkeü zum Ausdruck bringen, wenn überhaupt sie sich auf irgendwelche Zusicherungen berufen zu können glaubt. Unserer Ansicht nach liegt aber der Wert der Zusicherungen nur in dem Umstande, daß die gesamte Deutschnationale Volkspartei einstimmig für den Londoner Pakt eingetreten wäre. Denn wie heute die Verhältnisse liegen, weiß man ja nicht, welche Gruppe letzten Endes Recht behaüen soll und Recht behalten will, ob die der Neinsager, die bei der Abstimmung im Reichstage genau die Hälfte ber ganzen Fraktion ausmachten, ober die ber Jasager. Immerhin von Interesse bürste für die kommende Entwicklung der Dinge die Antwort sein, die bas Hauptorgan ber Deutschen Volkspartei, bie „Zeit", in ihrer Nummer vom 18. d. M. auf jenen Artikel hin erteilt. Sie schreibt u. a.:
Die Zusage der Deutschen Bottspartei geht von ber Bereitschaft der Deutschnationalen aus, bie Verantwortung für bie ßonboner Abmachungen mit zu übernehmen. Es ist ganz selbstverständlich, daß diese Uebernahme der Verantwortung nun auch bie Grundlage sein muß, auf ber allein die Antellnaknne der Deutschnationalen an der Regierung zustande kommen kann. Mit der Annahme der Londoner Abmachung hat der Reichstag und haben die Deutschnationalen selbst anerkannt, daß die Durchführung des Gutachtens nunmehr die Richtschnur unserer Polittk sein soll. Die Deutsch- nationalen werben sich also zu diesem Kurs bekennen müssen, wenn sie an ber Regierung Anteil nehmen wollen. Ob es richtig ist, zu diesem Zweck die Parole auszugeben, „den Londoner Pakt, seine Unmöglichkeiten, seine unerträglichen Bestimmungen abguänbem, zu verbessern und zu revidieren", ist die Frage. Heber diesen Punkt werden sich die Deutschnationalen noch mit voller Vesttmmtheit äußern müßen. Es ist selbstverständlich, daß wir auch im Rahmen der Londoner Ab- machungen uns bas Recht nicht nehmen lassen, für Milberungen und Abänderungen zu kämpfen, ober ebenso selbstverständlich ist es auch, daß eine Partei, die an der Regierungsverantwortung teilnehmen will, grundsätzlich diejenige Regierungspolitik anerkennen muß, die sich aus der Unterzeichnung der Londoner Abmachungen und der Zustimmung des Reichstages von selbst ergibt An einer solchen klaren Zustimmung haben es bie Deutschnationalen als Gesamtpartei bisher fehlen lasten. Der Versuch, durch Drohungen einzu- schüchtern, wird fehlschlagen.
Schiedsspruch der deulsch- amerik. Lchadenersatzkommission.
wtb Newyork, 19. Sept (Funkspruch.) Aus Washington wird gemeldet daß die deutsch- amerikanische Schadenersatzkommistion die Entscheidung über einen Gesamtbetrag von 65 Millionen Dollar veröffentlicht Darunter befinden sich ungefähr 34 700 000 Dollar für 61 amerikanische Versicherungsgesellschaften, 24 300 000 Dollar für das Veteranenbüro. Die Kommission entschied ferner, daß 12 amerikanische Lebensver- sicherungsgesellschaften Deutschland nicht für Verluste verantwortlich machen können, die sie durch 18 Versicherungspoiizen für 11 beim Untergang der „Cufitania“ ums Leben gekommene Personen erlitten haben. Der Schiedsrichter Parker verkündete die Entscheidung im Falle der „Lnsitania"; er erklärte, er lehne die Ansprüche gegen Deutschland ab, da die Verluste, ans bie sich die Ansprüche gründen, vom Rechtsstandpunkt aus nicht einer Sriegshandlung Deutschlands als unmittelbare Ursache zuzuschreiben seien. Die Entscheidung, die sich auf das Veteranenbüro und 61 Versicherungsgesellschaften beziehen, decken den Schaden, den amerikanische Versicherer durch den Verlust von Schiffen und Ladungen infolge Lriegsbandtungen erlitten haben.
vom Völkerbund.
Er wartet auf Deutschlands Eintritt.
Der Völkerbundsab geordnete Fritjof N a n - f e n erklärte nach der „Frankf. Ztg." dem Genfer Korrespondenten des Sozialdemokratischen Parlamentsdienstes:
„Der Völkerbund wartet auf Deutschlands Eintritt. Ein deutscher Antrag würde mit allen Ehren ausgenommen werden, da er als Bersöhnungswille von der ganzen Welt gedeutet würde. Die Militärkonttolle bedeutet kein Hindernis, wie Bulgarien beweise. Ein Widerstand sei von Frankreich und der Kleinen Entente bestimmt nicht zu erwarten. Ein ständiger Ratssitz würde durch Versammlungsbeschluß für Deutschland geschaffen werden. Der psychologische Augenblick sei jetzt da, Amerika würde Deutschland folgen."
Der „Daily Telegraph" will wissen, daß unmittelbar nach der Sitzung des Reichskabinetts am 23. Sept, mit der Bekanntgabe des deutschen Antrags auf Eintritt in den Völkerbund gerechnet werden könne. Deuffchland werde den Antrag an zwei Voraussetzungen knüpfen: die poli- ttsche Gleichderechttgung Deutschlands und die Zusicherung eines ständigen Sitzes im Völkerbundsrat.
Das Organ des Außenministers ©tref e- mann, „Die Zeit", schreibt: Daß für Deutschland die Frage des Eintritts in den Völkerbund eine Frage reiner politischer Zweckmäßigkeit ist, wobei es in erster Linie auf die Wahrung der deutschen Interessen ankommt, dürste als grundsätzliche Auffassung des Kabinetts gelten. Die oft berührten Voraussetzungen, die vor dem Eintritt Deutschlands erfüllt fein müßten, sind der Oeffentlichkeit bekannt. Was darüber hinaus in ber Meldung des „Daily Telegraph" über einen bestimmt bevorstehenden Schritt Deutschlands gesagt wird, ist reine Kombination.
Internationales Institut für geistige Zusammenarbeit.
Die Annahme des Angebots der französischen Regierung auf Errichtung eines internationalen Instituts für geistige Zusammenarbeit in Paris, die während der Sitzungen Hauptgegenstand der Debatten im zweiten Ausschuß bildete, ist nach einer weiteren längeren Aussprache, in der Charlton-Australien nochmals Einwände gegen die Errichtung des Instituts in Paris erhob und die Schaffung eines wirklichen internationalen Instituts in Genf forderte, in bejahendem Sinne entschieden worden. Das Ergebnis wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen.
Protest des Uolonialkongresses.
Der deutsche Kolonialkongreß in Berlin nahm eine Entschließung an, in der erneut gegen die Ausführung beS Ultimatums vom 16. Juki 1919 protestiert wird, nach der Deulfchland kolonialer Arbeit unwürdig fei und feine Kolonien aus militärischen Gesichtspunkten erworben hätte. Das Gegenteil fei der Fall. In der geistigen, körperlichen und wirtschaftlichen Fürsorge für dir Eingeborenen fet die deutsche Kolonialarbeit von keiner anderen Kolonialmacht übertroffen worden. In der kolonialen Wissenschaft sei sie auf wichtigen Gebieten führend gewesen. Der Raub der deutschen Kolonien sei daher nickt nur ein die deutsche Ehre tief verletzendes Unrecht, sondern gleichzeitig eine grobe Knrz- sichtigkeit, die im Jnterefle deS polltffchen und wirtschaftlichen Völkerfriedens alsbaldiger Abstellung bedürft.___
Die englisch-russischen vertrage.
Englands Handel und Industrie gegen die Ralifizierung.
Der Exekutivausschuß des Verbandes der britischen Handelskammern nahm in einer Sondersitzung eine Entschließung an, in der das Parlament aufgefordert wird, die englisch-russischen Verträge nicht zu ratifizieren. Mtt Ausnahme der russisch-britischen Kammer hatten alle Handelskammern im ganzen Lande die Verträge einmütig verurteüt. In der Entschließung wurde weiter die Forderung aufgestellt, daß mit keinem Lande ein Abkommen abgeschlossen werde, das nicht als Fundamentalgrundsatz die Heiligkeit der Verträge anerkenne. Eine Konferenz des Verbandes der brllifchen Industrien wandte sich gleichfalls gegen die englisch-ruffifchen Verträge und sprach bie Hoffnung aus, daß das Parlament eine Ratifizierung ablehnen werde.
Die Beteiligung Frankreichs an der deutschen Anleihe.
Der französische Finanzprinister empfing in diesen Tagen alle Direktoren der leitenden fran- zösischen Finanzinstitute, um mit ihnen über die Möglichkeiten der Plazierung eines Teiles der deutschen Anleihe in Paris zu sprechen. Die fran- Mischen Banken werden den ihnen reservierten Teil der deutschen Anleihe zu den gleichen Bedingungen erhalten wie die amerikanischen Banken. Ihre grundsätzliche Zustimmung gur Uebernahme eines Telles der Anleihe haben sie bereits ausgesprochen. Frankreich wird 5 Prozent des Gesamtbetrages übernehmen, d. h. einen nominellen Betrag von 10 Millionen Dollar.
Die MW kW in Mi
Harte Friedensbedingungen für Spanien.
Der Berichterstatter der ,Times^ erfährt aus Tanger, das spanische Direktorium wünsche in sofortige Verhandlungen mit Abdelkerim einzutreten, um eine Vereinbarung herbeizuführen. Spanien sei bereit, Abdelkerim weitgehende Freiheiten in wirtschaftlicher und administrativer Beziehung außerhalb bet spanischen Besetzungszone zu sichern, und verlange dafür die Anerkennung des Sultans von Marokko und des spanischen Protektorats. Die Gegenforderungen Abdelkerims gingen auf Räumung von Tetuan und aller Gebietsteile, die vor dem französisch-spanischen Vertrage von 1912 noch nicht besetzt waren; dies würbe bedeuten, baß bie Spanier nur noch Ceuta und Melilla mit geringen Streifen Hinterlandes sowie die Inseln Alhucemas und Penon de la Gomera, die feit Jahrhunderten spanisch sind, behalten. Ferner verlange Abdelkerim die völlige Selbständigkeit des Riffs und die Anerkennung dieser Unabhängigkeit durch Spanien und bie Mächte, Entschädigungen und Reparationen sowie Lösegeld für mehrere hundert spanische Gefangene und endlich das Recht, Raisuli und allr Führer, die für Spanien gekämpft hätten, einzukerkern oder zu verbannen. Als Gegenleistung ver- Bet die Einrichtung einer konstitutionellen ung des Riffs unter einem Sultan, die all« bestehenden kommerziellen und sonstigen Verträgt ausführen und das Land für den Handel und dst Industrie aller Nationen öffnen werde.
Englisches Geld in Marokko.
Radio weiß mitzntellen, daß eine englische Gesellschaft, die an den Bergwerken des Rifs interessiert fei, Abd El Krim 300 0 00 englische Pfund für gewiße Rechte auf die Bodenschätze des Landes vorgestreckt habe. Mil dieser Summe könne der Führer der Stabilen den Kampf fortsetzen. Die eng, lische Regierung hat, so wird hinzugefügt, von diese» Geschäft keinerlei Kenntnis.
Die Lage im Kaukasus.
Die Georgische Gesandtschaft in Paris gibt bekannt, daß nach ihr aus Georgien zugegangenen Depeschen vom 15. und 16. September neue Truppen, sowie Panzerzüge, Tanks und Flugzeuge noch immer in Georgien eintreffen. Georgische Regimenter nehmen an dem Aufstand teil. Die Bolschewisten hätten sich wieder zu Herren ber Haupteisenbahnlinien und der daran liegen« gen Städte gemacht. Die Auf ständischen und die Mehrzahl der Georgischen Jnterlektuellen, sollen sich in bas Gebirge zurückgezogen haben.
Die Georgische Gesanbtfchaft meldet, daß bet 68jährige kranke Metropolit M a z a r i in Kuta durch die sowjet-russischen Truppen erschossen worden ist.____________
MMiWl der SWWlMu 9tiw
Aus Hildesheim wirb mir mitgeteilt, die Beilage zu „Der Jungbeutfche" vom 7. September 1924 richte Verwirrung an, well sie den Satz enthält:
Die Bffchofskouferenz hat sich nicht gegen den Orden ausgesprochen, sondern in Auslegung des Be- Muffes der BischofSkonferenz hat der höchste kirchliche Würdenträger in Deutschland (gemeint rst damit der Vorsitzende der Fuldaer BischofSkonferenz) es Geistlichen und Laien gestattet, sich als Mitglieder za betätigen, usw.
Dem liegt eine irrige Auffassung zugrunde. Wie ist biefe entstanden? Dadurch, daß bie Zeitung „Germania" den einschlägigen Beschluß, der ihr zugesandt war, infolge eines entschuldbaren Versehens der Druckerei anfangs nicht in vollem Worttaut gebracht hat, infolgedessen andere Blätter Folgerungen zogen, die bei Kenntnis des zweiten Teiles des Beschlusses nicht entstanden fein würden. Damit nicht weiter unnötiger Streit über Jnterpretaton entstehe, fei mit aller Offenheit folgendes gefügt:
1 Es ist unrichtig, daß ich Geistlichen und Laien eine Erlaubnis gegeben habe, sich als Mitglieder des Jungbeutfchen Ordens zu betätigen.
2. Was insbesondere Geistliche betrifft, so ist es nach der Stellungnahme ber Bischofskonferenz ausgeschlossen, daß diese für eine Betätigung im Jnngbv auf eine Erlaubnis ihrer Ordinariate, deren Entschließung vorzugreifen ich übrigens nicht befugt bin, rechnen können.
3. Indem bie Bischofskonferenz es ablehnt, den Eintritt von Katholiken in Jungdo u. a., für einwandfrei zu erklären, und indem sie darauf hinweist, daß die Entwicklung solcher Vereinigungen m Entfaltung ihrer Tätigkeit noch nicht abzusehen ist, h«i sie mtt unverkennbarer Deutlichkeit gesagt, daß sie nicht ohne er n ft e Bedenken den genannten Organisationen gegenübersteht. Die oben zitierte Stelle aus der Beilage zu „Der Jungdeuffche" ist darum als irrtümliche Interpretation zu bezeichnen.
4. Mit aller herzlichen Eindringlichkeit und Wärme forbert bie Bischofskonferenz unsere katholischen Jugendlichen immer und immer wieder auf: Tretet den seit Jahrzehnten von der Kirche approbierten und bewährten katholischen Vereinen bei, die in vaterländischer Erziehung, Ertüchtigung und sittlicher Schulung schon längst bieten, was jene neuen Organisationen versprechen und die darüber hinaus namentlich jenen religiösen Aufgaben dienen, die aller Jugendbildung und Ertüchtigung Stern und Kern stets waren uni bleiben. A. Kard. Bertram.
* Der Reichspräsident ist von seinem Erholungs- auseuthalt aus ^-e-rdenftadt nieder in Berlin neigeNvffer-