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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.

51. Zcchrg.

Freitag, 19. September 1924

Nr. 219

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Die Vorbereitungen zum ewigen Frieden

zum

* Der Reichstag wird nicht vor dem 15. Oktober zusammentreten. In maßgebenden parlamentarischen Streifen ist man der Auffassung, daß ein Grund zur vorzeitigen Einberufung des Parlamentes nicht 'wrHegt. Die Frage der Regierungsumbildung wird erst bei oder höchstens einige Tage vor Wieder­beginn der parlamentarischen Arbeiten aktuell werden.

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Katholische Welt.

— Apostolischer Visitator in Indien. Pius XI. hat Studium der Lage des Katholizismus in Ostindien

Verantwortlich lür die Schriftlettuna i. v-rtr.: Anton Wetzler. Anzeigen: I- $ arretier, Fulda. Rotationsdruck und Berlaa der .. Fuldaer Aetiendrnckerei in Fnlda. Fernivrecher Nr- 9- :•

Monatlicher BetuoSdreiS: 1210 Mk.

aus dem besetzten Gebiet.

Freilassung polikischer Gefangener.

tvib Mainz, 18. Sept (Tel.) Das „Echo du Rhin" meldet: 3n Ausführung des Artikels 7 des Londoner Protokolls find vom 16. und 17. Sep­tember in Freiheit gefetzt worden: aus dem Ge­fängnis in Zweibrücken 34, in Mainz 10 und in Germersheim 11 Gefangene. 13 an­dere Gefangene sollen dem Blatt zufolge morgen in Freiheit gesetzt werden. Die Mehrzahl dieser Ge­fangenen war zn Freiheitsstrafen zwischen 10 Jah­ren Gefängnis und mehrjähriger bis lebensläng­licher Zwangsarbeit verurteilt worden. Die Zahl der bisher Freigelassenen beträgt nach dem glei­chen Blatt 145. Die Zahl der eingestellten Ver­fahren soll sich ans 760 belaufen.

Inkrafttreten des deutschen Zolltarifs

Der französische Handelsminister teilt offiziell mit, daß vom 21. September von Mitternacht ab in den besetzten Gebieten der deutsche Zolltarif wieder in Kraft tritt. Er fordert deshalb die französischen Handelrkreise auf, vor diesem Zeitpunkt ihre Waren zu verzollen. Ter Handelsminister erinnert daran, daß, wenn durch die Abänderung des Zollsystems Streitigkeiten zwischen den alliierten Geschäftsleuten und den deutschen Behörden entstehen, die zu schaf­fenden Schiedsgerichte über die Streitigkeiten zu entscheiden haben.

gültige Erfolg noch lange Jahre, ja Jahrzehnte aus sich warten lassen dürfte.

Eröffnung der Londoner Friedenskonferenz.

wtb £ o n b o n, 18. Sept (Tel.) Gestern wurde die vierte Session des internationalen demokra­tischen Friedenskongresses eröffnet, der sich mit der Frage des Friedens durch internationale Zusam­menarbeit besaßt. Anwesend waren Delegierte aus Deutschland, Amerika, Belgien, England, Frank­reich. Spanien, Italien, Ruhland, Oesterreich und Ungarn.

Norman-Angell betonte in seiner Begrü­ßungsansprache die Tatsache, daß französische und deutsche Vertreter auf derselben Plattform Zusam­mentreffen, und hierdurch ein Beispiel des Mutes geben, das dem Verständnis unter den europäischen Völkern dienlich sein werde. Er verlas darauf eine Botschaft des Papstes und des Erzbischofs von Lanterbury.

Marc Saagnier -Frankreich hielt die Er­öffnungsrede, in der er ausführte, das französische und das deutsche Volk hätten keinen Haß. Die Delkprobleme könnten nur von moralischen Gee- sichtspunklen aus gelöst werden.

Der Verleger der kölnischen Volkszeitung Dr. S t o ck y sagte, er glaube, dah Deutschlands Eintritt in den Völkerbund davon abhängig sei, dah Deutsch­land einen Sih im Dölkerbundsrat erhielte und ihm keine Probezeit auferlegt werde. Ebenso könne keine Rede davon sein, dah Deutschland irgendwie eine kriegsschuldcrklSrung abgebe. Die Rationen mühten in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit blicken.

Heil e-Derlin führte aus, die Methode, durch die großen beherrschenden Militärsysteme den Welt­frieden zu sichern und die Welt zu organisieren, habe stets zn Miherfolgen geführt. Die einzige Grundlage für den Weltfrieden fei die Freiheit der Demokratie. 3n diesem Sinne müsse die 3u- gend durch Erziehung beeinflußt werden.

Man beschloß, Telegramme an Macdonald, Herriot und Marx zu senden und sie zu dem Er­folg zu beglückwünschen, den die Londoner Kon­ferenz gezeitigt habe.

„Fidac" und Friedensfrageu.

Das Friedenskomitee der Konferenz des inter- alliierten Verbandes ehemaliger Frontkämpfer (Fidac) hat die von italienischer Seite eingebrachte Resolution angenommen, nach der jede nationale Organisation der Fidac eine eigene Untersuchung anstellen soll, um festzustellen, tote man sich inner­halb der einzelnen Organisationen ehemaliger Front­soldaten in den vormals feindlichen Ländern hin­sichtlich der FciedenSfrage stellt. Die Berichte sollen auf der nächsten Konferenz der „Fidac" verlesen werden. Die Resolution wurde mit drei gegen zwei Stimmen bei vier Stimmenthaltungen ange­nommen.

Die furchtbaren Geschehnisse des vierjährigen Weltkrieges haben ihre warnenden Eindrücke nicht verfehlt. Nicht nur die Regierungen, sondern vor allem die einzelnen Völker sind sich bewußt, daß ein kommender Krieg noch viel schlimmere Ver­heerungen und noch viel furchtbarere Folgen zei­tigen wird. Ganz abgesehen davon ist aber in den Völkern selbst eine tiefe Friedenssehnsucht einge­zogen und wenn sie sich auch noch nicht überall so durchsetzen kann, wie sie möchte, so zeigen doch die verschiedenen Versuche, daß man zum mindesten überall bestrebt ist, Wege zu finden, die womöglich zum ewigen Frieden führen. Ob dieses Ideal er­reicht wird, erscheint uns sehr, sehr fraglich, aber daß man Kriege vermeiden kann, das zeigen die jetzt immer mehr an die Oberfläche dringenden Ent­hüllungen über die Vorkriegstage von 1914. In Genf zerbricht man sich den Kopf über Abrüstung und Sicherheit, ohne indessen bisher zu einem hand­greiflichen Resultat gekommen zu fein, denn ab­rüsten möchte jeder Staat — zunächst einmal gern den anderen lassen.

Zu gleicher Zeit mit Genf bereiten sich zwei Kongresse vor, die ebenfalls dem Weltfrieden die­nen sollen. Es ist dies einmal der 4. Internatio­nale demokratische Friedenskongreß, der in den Tagen vom 17. bis 19. September in London tagt, und der 23. Weltfriedenskongreß, den der Internationale Verband der Friedensgesellschaften (Sitz Genf) für die Woche vom 2. bis 8. Oktober nach Berlin einberufen hat. Auf beiden Kon­gressen werden nach den jetzt vorliegenden Mel- düngen die europäischen Staaten einschließlich der großen Ententestaaten und auch Amerika vertre­ten fein. Den Sitzungen des 4. Internationalen demokratischen Friedenskongresses wird die bri­tische Regierung, wie das ja ganz in den Absichten des Premierministers Macdonald liegt, größtes Interesse entgegenbringen und ihm einen offiziellen Empfang bereiten. Die deutsche Regierung dürfte dem Weltfriedenskongreß in Berlin mit nicht we­niger Sympathie und Interesse gegenüberstehen. Interessant ist es immerhin, daß an der Spitze dieser beiden Kongresse ein Franzose, der bekannte katholische Demokrat Marc Sangnier und der Vizepräsident des belgischen Senats, Henry la Fontaine stehen.

Alle die Probleme, wie sie vor, durch und nach dem Weltkrieg entstanden sind, stehen zur Erörte­rung, um vorn Gesichtspunkt der Politik, der Wirt­schaft und der Moral das Problem des Friedens und der internationalen Zusammenarbeit zu be­leuchten. Auch Völkerbund und Abrüstungsfrage, Reparationen, Sachverftändigenbericht, inter- | alliierte Schulden, territoriale Besetzungen und Sicherheits-Garantien werden eine große Rolle bei den Beratungen spielen. Interessant ist, daß auf dem Weltfriedenskongreß in Berlin sich an der Diskussion über die Abrüftungsfrage der franzö- fische General V e r r a u x, ferner ein höherer eng­lischer Offizier und die deutschen Generale von Deimling und Freiherr von Schönaich betei­ligen werden.

Pofitive Arbeit wird jedenfalls durch diese Be­strebungen zu Tage gefördert, wenn auch der end-

Die Lage in Schweden.

Innenpolitisch stehen die Reichstags­wahlen im September an erster Stelle. Hierbei ist wiederum die Wehrfrage und die dadurch be­dingte Gruppierung der Parteien der Hauptslreit- punkt. Dem Regierungsvorschlag, der den jegtgen Heeresbestand nur geringfügig herabsetzen will, leistet nur die Rechte Gefolgschaft, Sozialdemo­kraten und Kommunisten verlangen Halbierung, die Liberalen jedenfalls eine stärkere Einschrän­kung als der Regierungsoorschlag zugesteht, und legen, wie aus einer Rede des liberalen Führers Eliel Löfgren hervorgeht, das Hauptgewicht auf eine Landesverteidigung durch Ausbau der Luftwaffe und der Flotte. Bei diesen abweichen- den Standpunkten bereitet den bürgerlichen Par- teien die geringe Aussicht auf eine allgemeine bürgerliche Sammlung große Sorge, während die Sozialdemokratie damit rechnen kann, durch die Wahlen wieder ans Ruder zu gelangen. Die libe­rale „Handelstidnung" gibt die Berechtigung die­ser sozialdemokratischen Zuversicht zu, „weil nur an wenigen Stellen im bürgerlichen Lager der ge- sunde Menschenverstand des einfachen Wählers gegen die eigennützigen Pläne einzelner Partei­päpste die Bildung eines bürgerlichen Wahlverban­des erzwungen habe". Dieser Vorwurf trfft z. B. das Stockholmer liberale Organ „Dagens Nyheter ‘, das ausrechnet, daß die Rechtsparteien von einem allgemeinen bürgerlichen Wahlverbande wesentlich mehr Nutzen haben würden als die Linke. An­dererseits glaubt die konservative Presse das Zu­sammengehen von Sozialdemokraten und Kommu­nisten durch eine Aufklärung der Arbeiter über den russischen Einfluß der kommunistischen Parteien sprengen zu können. Dabei hat das taktische Zu­sammengehen mit der Sozialdemokratie bereits zu einer Spaltung der kommunistischen Partei ge­führt, obwohl die dritte Internationale durch einen Sonderdelegierten die Abtrünnigen wieder bei der Stange zu halten versuchte.

Der Besuch eines starken schwedischen Geschwa­ders in Helsingfors gewinnt, wie die konservative Presse hervorhebt, dadurch Bedeutung, daß sie eine Warnung für das Bestreben Rußlands fei, mit sei­nem in der Ostsee stationierten Flottenkontingeni den Vorkriegsstandard baldigst wieder zu erreichen.

Der 10. Jahrestag des Kriegsausbruches ver­anlaßte neben vielen Gedenkartikeln politischer und persönlicher Art auch einen Aufsatz in der liberalen „Stockholms Tidningen" über die Schuldfrage; es gäbe wolsi nur in F r a n k r e i ch Personen in Der- antwortlicher Stellung, die an der Behauptung der deutschen Alleinschuld und der planmäßigen Kriegs­anzettelung durch Deutschland feschielten. Das Deutschland erpreßte Anerkenntnis hätte zwar einen formellen Rechtsgrund geschaffen, der jedoch bei seinem offenbar unwahren Inhalt von so schwa­cher Natur sei, daß man jedenfalls vor der Welt nicht die Fiktion aufrecht erhalten könne, auf die­ser Grundlage Recht zu sprechen. Andererseits sei von vielen Seiten in Deutschland zugegeben, daß Deutschland einen sehr großen Anteil an der Kriegs­schuld trage, besonders durch die Herausforderung Englands durch die Flottenrüstung, die Unter­schätzung der Kriegsgefahr und den den Einbruch in Belgien vorsehenden deutschen Kriegsplan. Der Standpunkt dieses Artikels dürfte ungefähr die schwedische Durchschnittsauffassung von der Schuld­frage widerspiegeln.

Der Londoner Konferenz sah man mit einer gewissen Hoffnung, doch ohne eigentlichen Optimis­mus entgegen. Begreiflicherweise schloß man sich im wesentlichen dem englischen Standpunkt an und bemängelte ihn nur insofern, als er ein Nachgeben vor Frankreich erkennen ließ. Die Aussicht auf ein greifbares Ergebnis der Londoner Konferenz sah man immerhin darin, daß diesmal gegenüber den sonstigen politischen Erwägungen der Staats­männer wirtschaftliche Kräfte in hervorragendem. Maße vertreten seien. — Am 4. Juli wurde der auf etwa zwei Monate berechnete Weltpostkongreß in Stockholm, der von 74 Ländern mit 175 Ver­tretern beschickt wurde, eröffnet •

Die WM

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Zeugnis eines englischen Generalstäblers.

Major W. Cyrpian Bridge, früher Mitglied des Britischen Generalstabes, erzählt in Nr. 15 der „German American World" persönliche Erinne­rungen aus den Tagen des Kriegsausbruches, um der Lüge von der deutschen Kriegsschuld entgegen» zutreten. Bridge war seit 1913 Dolmetscheroffizier beim Direktor des Kriegsamtes. Nachdem er die russischen Kriegsvorbereitungen geschildert hat, fährt er fort: ...

Als ich eines Nachmittages während der kri­tischen Tage Ende Juli 1914 das Kriegsamt verließ, traf ich einen Kameraden, der eine leitende Stellung beim Stabe der Heimatsarmee hatte. Auf meine Bemerkung, daß er übermüdet und schläf­rig aussehe, winkte er mir bedeutsam zu und ant­wortete: „Ich war die beiden ganzen letzten Nächte auf — beim Ausstellen von Mobilmachungsbe­fehlen." Am Abend des 2. August wurde ich in das Hauptpostamt befohlen und mußte die ganze Nacht die deutsche Post von Amerika durchsehen, die de- schlagnahmt war. Ich hatte Ordre, alle Geldscheine herauszunehmen. In keinem Brief fand ich ein Wort, daß der Schreiber auch nur die geringste Idee davon hatte, daß Krieg bevorsteht. Die gro­ßen Berge von Geld bewiesen, daß die Absender nicht im geringsten erwarteten, daß es konfisziert würde. Was auf mich aber den stärksten Eindruck machte, war, daß eine Stunde nach der Kriegs­erklärung des fatalen 4. August ein dickes Schrift­stück mit der Maske „Ganz geheim" in französischer Sprache mir zur Uedersetzung zuging. Es war ein ausgearbeiteter Vertrag zwischen der englischen und stanzösischen Regierung darüber, wie Zah- lungen an das britische Expeditionskorps bei feinen Operationen in Nordfrank, reich zu regeln feien und zwar bis in Einzel- Heiken, z. B. den Devisenkurs, nach dem die Be­rechnungen zu machen wären. Das Dokument war datiert und unterzeichnet Anfang Februar (ich glaube den 4. Februar) 1914.

Aus dem Bericht des Majors Bridge ergibt sich mit aller Deutlichkeit, daß England bereits Ende Juli mobilisierte, bereits vor der Kriegser­klärung deutsches Privateigentum beschlagnahmte und den Angriff gegen Deutschland nicht nur vor­bereitet, sondern dieses Geschäft auf Heller und Pfennig ausgerechnet hatte.

Die deutsch-belgischen Wirtschafts- Verhandlungen.

Der JndustriellenauSschuß des belgischen Jndustrie- oerbandes, der einen großen Teil der Textil- und Eisenindustriellen umfaßt, hat einen Brief an den Minister Hymans gerichtet, in dem die Ansicht der Verbandes über die deutsch-belgischen Handels­vertragsverhandlungen niebergelegt ist. Die Indu­striellen sind nach diesem Briefe der Ansicht, daß es für Belgien gefährlich wäre, zuzustimmen, daß Deutsch­land der Grundsatz der Meistbegünstigung eingeräumt würde. Deutschlaüd würde nur illusorische Vorteile gewähren. Eine Vereinbarung mit Deutschland könne nur auf dem Prinzip der Gegenseiügkeit auf­gebaut sein.

, Zu Ehren der belgischen Delegation, die sich augenblicklich zum Abschluß von Handelsvertrags­verhandlungen in Berlin aufhält, hat der Reichs- minsster des Aeußern ©trefemann ein Essen gegeben. Minister Strefemann begrüßte die bel­gische Delegation mit dem Wunsche, daß ihre Ar­beiten zu einem gedeihlichen Erfolge führen möch­ten. Er hob hervor, daß den Verhandlungen eine ganz besondere Bedeutung zukomme, da es die ersten Verhandlungen seien, um die wirtschaftlichen Verhältnisse und Beziehungen Deutschlands zu sei­nen westlichen Nachbarn auf eine gesunde Basis zu Kellen. Mit den Verhandlungen beginne ein we­sentlicher Teil der Ausführung des Sach­verständigengutachtens, das, von dem Grundsatz der Gleichberechtigung ausgehend, die Basis kennzeichne, auf der allein eine gesunde wirt­schaftliche Entwickelung der Welt erfolgen könne. Der Außenminister hofft, daß dieser erste Schritt wirtschaftlicher Annäherung zum Vorteile beider beteiligten Nationen ausschlage und daß diese Wir­kung sich auch anderen Ländern gegenüber später­hin erweisen werde.

Dentlcher Reich.

* Minister in Urlaub. Reichskanzler Marx, der Dienstag abend Berlin verlassen hat, ist in Sig­maringen eingetroffen, um dort den Rest seines Urlaubs zu verbringen. Reichsaußenminister Dr. Strefemann ist nach Bad Wildungen abgereist. Die Minister werden sämtlich vor dem 23. September nach Berlin zurückgekehrt sein.

— Mathematik, Französisch und Latein an den höheren Schulen. In den Kommissionsberatun­gen des Hauptausschusses des preußischen Landtags teilte der Kultusminister mit, daß der Mathematik- unterricht in den höheren Schulen wieder verstärkt, daß der Anfang des französischen Unterrichts an den Gymnasien wieder nach Quarta verlegt wird und daß an den Realgymnasien der Lateinunter- richt wieder dis zur Oberprima durchgeführt wird. Damit sind wesentliche Wünsche sowohl der Leh­rer der höheren Schulen wie auch der Eltern er­füllt worden. ________

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FuldaerZeNung

Um die Auslieferung

des Lrzbergermörders Schulz.

Der Untersuchungsrichter in Budapest hat auf Grund der vom deutschen Ministerium des Aeußern übersandten Dokumente, unter denen sich das Ge­burtszeugnis des der Ermordung Erzbergers be­schuldigten H. Schulz-Förster befindet, sestgestellt, daß Heinrich Förster unbedingt iden­tisch m i t S ch u 1 z ist. Die Akten wurden dar­aufhin sofort dem Auslieferungssenat übersandt, der in den nächsten Tagen Zusammentritt unb wegen der Auslieferung des Schulz an die Offen­burger Gerichtsbehörde endgültig Beschluß saßt.

Verhaftung völkischer Mhrer.

Der „Völkische Kurier" meldet, daß in Mün­chen im Auftrage der Staatsanwaltschaft eine An­zahl von Personen der völkischen Bewe­gung feftgenommen unb vom Untersuchungsrichter unter bem Verbacht ber Fortführung verbotener Organisationen vernommen würben. Unter den Festgenommenen befänben sich Oberleutnant Brückner, Leutnant Oßwalb, Dr. Meibing unb Dr. Schramm. Ferner sollen zahlreiche Durch­suchungen vorgenommen worben sein. — Man nimmt an, baß die Verhaftungen mit ber für ben 1. Oktober geplanten „Aktion" zur Befreiung Hitlers im Zusammenhang stehen.

Italien und die Schweiz.

Der italienisch-schweizerische S ch i e b s g e» richtsvertrag steht unmitelbar vor bem Ab­schluß. Aus die Außenpolitik anspielend hat Mus­solini in Neapel die baldige Unterzeichnung des Vertrages angelünbigt unb beigefügt, er werbe bie Freimbschaft mit einem Nachbarstaat befestigen. Wie ber „(Sortiere della Sera" bestätigt, ist dieser Staat bie Schweiz, mit ber ein allgemeiner Schiebsgerichtsvertrag vorbereitet werbe. Die Verhandlungen würden dieser Tage abgeschlossen werden und die Unterzeichnung vielleicht noch in dieser Woche erfolgen. Der Vertrag verdiene be­sondere Aufmerksamkeit mit Rücksicht auf die Erör­terung ber Schiebsgerichtssrage im Dölkerdunb unb als Beweis für bie herMchen Beziehungen zwischen Italien und ber Schweiz.

MM naö Die W Wie.

Die deutsche Anleihe wird nach New Yorker Meldungen voraussichtlich Mitte Oktober aufgelegt werden. Die New Yorker Bankiers erwarten ein formelles Anleihegesuch der deutschen Regierung, so­wie die Zustimmung der Reparationskommission und der anderen in Frage kommenden Kommissionen, bevor sie eüsas in der Anleihefrage unternehmen. Inzwischen unterzeichnen die Bankiers andere aus» »artige Anleihen. ___________

vom Völkerbund.

Die Militärkommission des Völkerbundes ha! ihre Arbeiten über einen Entwurf betreffend das in ben Friedensverträgen vorgesehene Unter» suchungsrecht des Völkerdunbsrats über die Abrüstung in Deutschland, Bulgarien, Oesterreich unb Ungarn heute beendet. Interessant an dieser Mitteilung ist, baß hier ausbrücklich festgestellt wirb, baß sich biefes Organ auch auf Deutsch­land bezieht, während, wie bekannt, der ursprüng­liche Auftrag, ben ber Völkerbundsrat im Juli der Militärkommission erteilt hatte, sich nur auf br anberen brei Staaten bezog.

einen apostolischen Visitator adgeschickt. Mit dieser itidjtigen Sendunz wurde der Titularbischof von TarsuS, Msgr. Alexcu» Lepicier betraut. Er ist ein be- deutender Theologe und Kanonift. Am 15. September hat er Rom verlassen, um sich iu Genua nach Bombay einzuschtsien. *