Zur Unterhaltung
Zirld aer Zeitung
Bus aller Welt
Ein in den
weinend nach gehauen!" —
Der DurgschreS
Boman von Felix Neumann.
hallten. , ... .,
„Wer weih, tröstete sich das kleine Lachen, ob ich muh hier überhaupt hätte wohlfühlen können. Uni) ging so lautlos, wie es gekommen war..
Drauhen aber wurde ihm doch bong zu Mute. Müde sank es am Wegrande zusammen wie ein recht verlassenes Bettelkind, und zitterte, halb nur schlafend, unter den
ren könne. -
„Gesindel!" schrie der Mann, ärgerlich von fernem Zeitungsblatt aufsehend, „pack dich fort, ehe ich dir Beine
Hand leicht auf seine Schulter.
„Ich kenne Euch, Mosch, und weiß, daß Ihr Äs gewandter Handelsmann mit allen Wassern gewaschen seid. Und wenn die böse Welt von Euch behauptet, daß Ihr so hier und da den Dummen ein wenig das Fell über die Ohren streift —"
Mosch erhob abwehrend die Hände.
„— so ist mir auch wohlbekannt, was daran Wahrheit und was Usbertreibung ist. Ihr seid im Zeitkäufe reich geworden, und das öffnet übler Nachrede nur zu leicht die Tür, well der Neid der Knecht ist, der sie aus- schließt." , ।
Rusts Stimme hob sich: „Das eine aber steht für mich fest, daß Ihr verschwiegen seid und nie ein Wort brechet, das Ihr verpfändet."
Rust legte die Hände auf den Rücken und ging unruhig durchs Gemach, während sich Mosch verneigte.
Schauern der Herbstnacht.
Ms es vor Tagesanbruch erwachte, hatten rhm Reif und Wind so arg mitgespielt, daß es noch viel kleiner und armseliger geworden war.
stutzen.
„Wenn geschrieben sein muß, dann schrecke wenigstens über einen Zweig der Wissenschaft!"
An den Bäumen rings um die Klause grünen solche Zweige nicht. Bibliotheken liegen fernab der Klause. In der Klause selbst ist nicht viel zu holen, da wenig Bücher vorhanden sind und die Steuern üppig mft den
Wellenstöße beeinflussen dann, meine Herren, die Stärke dieses Lichtstrahls, den Sie hier sehen." Der schmale Lichtstrahl flackerr noch immer in dem dunklen Raum. Der Zylinder wirbelt weiter. Dann plötzlich das Einschnappen eines Hebels. Der Motor hört auf, der Lichtstrahl erlischt und der Mann am Pult sagt: „Jetzt ist es fertig, um herausgenommen und entwickelt zu werden." Das Bild, das fünf Minuten vorher in Cleveland gewesen war, befindet sich nun, wenn auch in negativer Form noch, in Newyork, fiinfhundertzweiundzwanzig Meilen von Cleveland entfernt. In weiteren fünf Minuten ist das Bild entwickelt. Es ist vollkommen, in jeder Einzelheit, vom Original kaum zu unterscheiden."
Die Telephone and Telegraph Company ist in Hinsicht auf die wirtschafüiche Zukunft dieser Bildtelephonie sehr zuversichtlich. Sie glaubt, daß für große Zeitungen und Bilderredaktionen dieser Apparat bald ein ebenso unentbehrliches Rüstzeug sein werde, wie das Telephon.
Einige ganz besonders phantasievolle Zeitungsleute träumen übrigens schon davon, daß die Technik nicht lange bei dieser telephonischen Uebermittlung von Bildern stehen bleiben wird. Ebenso wie der Film einen großen Fortschritt gegenüber der einfachen Photographie bedeutete und es ermöglichte, bewegte Bilder auf die Platte zu bannen und alle diese Bewegungen wiederzugeben, genau so werde es nicht lange mehr dauern, bis die einfache Uebermittlung von Bildern durch eine wirkliche „Television", eine Fernsicht, überholt sein werde. Wenn auch heute noch nicht die technischen und cheoreüschen Vorbedingungen für diese Vervollkommnung vorhanden seien, so müsse man doch daran denken, daß die Wissenschaft und die Technik schon so manches unmögliche möglich gemacht habe.
„So ist die größte Not gebannt? —"
Mosch schüttelte das Haupt, daß die schwarzen Locken flogen.
„Vor Pfändung ist Graf Wild durch Euch geborgen.
Graf Rust wiegte bedenklich den Kopf.
„Ich weiß, daß die Arbeit, die Ihr für mich leistet, mcht leicht ist."
Mosch folgte dem Grafen, der zur Tür schritt.
„Ein rauher Wind weht um den Schreckenstein und bläst und pfaucht durch die Ritzen des Mauerwerkes. W«: in Me Burg tritt, friert bis ins Mark." , '
Von draußen klang lebhaftes Rufen und hastiges Laufen herein. Ruft horchte auf, dann sagte er kurz: „Mein Bruder ist im Herzensgründe gut, aber der Trotz und Stolz der Grafen Bärenhaupt schoß bei chm zu üppig in die Blüte. Hier nützt nur eine Kur, die bas Hebel in seiner Wurzel trifft, sonst ist sie umsonst."
Em freundlicher Wink mit der Hand verabfihieöeite Mosch, der sich unter tiefer Verneigung zurückzvg, um sich dem ersprießlichen Geschäft der Weimprobe zu unter, ziehen. •
Als Gras Rust in den Banketsmrl hinabfiteg, um Sen Fortschritt der Borbereitungen zu besichtigen, da sich, die Sonne dem Mittag näherte, kam ihm der Haushofmeister atemlos entgegen.
Der Türmer hatte fern aus der Rheinstraße einen Rei- tertrupp gesichtet, aber noch wußte man nicht genau, oh es Graf Siegfried fei, der nahte. Ein Waldstück verschlanp den Zug und die wehenden Fähnchen.
So schnell es Rust am Stocke vermochte, schritt er dem breiten Altan zu, kaum aber hatte er ihn betreten, da klang schon vom Turme herab der jauchzende Ton des Harnes, dem sich zur Feier des frohen Geschehens schmetternde Fanfaren von allen Zinnen gesellten.
Graf Rust griff sich einen Augenblick ans Herz, das- übermäßig schlug. Alles Blut schoß ihm dorthin. 23er< gesfen war,, was er eben gesprochen und gehört, innigstes Freude füllte fein ganzes Denken und Fühlen, kehrte doch' nach einer Trennung, die ihm endlos dünkte, der heinp der sein Stolz und die Hoffnung seines Wters war.
Auf dem Burghof hatten sich die Gäste geschart.
Hinter den Edlen und Rittern drängten sich die Burg- bediensteten und ganz im Hintergründe stand eine ein. fache Frau, die sich unaufhörlich die Augen wischte.
Es war die Amme aus Agathen, die den kleinen Grafen gestillt hatte, als die Gräfin den Neugeborenen aus de« Armen ließ, um ins Jenseits hinüber zu schlummern.
tFortsetzung folgt.)
sehen, Huber, Euer Gewissen
jetzt mehr dafür zahlen."
Mosch verneigte sich dankend und wollte sich zum Gehen wenden, aber Rust winkte ihn zurück, während sein Antlitz ernst wurde.
„Wir sprachen zwar erst jüngst darüber, aber es drängt mich doch heute noch, von Euch zu erfahren, wie dir Angelegenheit mit meinem Herrn Bruder steht. Ihr wißt, ich schwanke zwischen Aerger, Hoffnung und Leid und vermag nicht so zu helfen, wie ich es wohl möchte.
Beschönig mir nichts und sagt mir, wie sich die Dinge da drüben zuspitzten."
Mosch wiegte den Kopf und legte die Hand ans Kinn.
„Wär' es nicht bester, wenn wir ein anderes Mal —" Aber der Schloßherr wchrte ab.
„Ich nehme die Dinge so, wie sie sind, und gehe der Wahrheit nicht feige aus dem Wege. Die nächste Zeit bin ich mit Besuchen und Festlichkeiten in Anspruch ge- Bontmen, klaren wir also die Sache, so bitter sie auch Na mag." .
Mosch stützte sich leicht auf den Tisch, während Graf bürst in den scharfen Zügen seines Vertrauten forschte
„Es steht, Herr Graf, schlechter noch Äs schlecht!"
Halblaut waren diese Worte gefallen, damit sie kein Lauscher höre.
„Seitdem ich, dem Befehle gehorchend, den Ihr nur 6ot einigen Wochen gäbet, alle Wechsel und Schuldscheine auftazfte, die tat Umlauf sind, bin ich jetzt — oder bester, 8$>r, Herr Graf — der einzige Gläubiger, der noch büeb. Den fremden Mahnern haben wir den Mund gestopft, wrd Unhell stt von dort her nicht mehr zu erwarten. Von Euch, Herr Gras, hängt es mm ab, wie sich fürderhin die Zukunft auf dem Schreckenstein gestalten wird."
Rust blickte düster zu Boden. Eine gramvolle Falte um den Mudd, und nun sah man auch, daß der Burgherr welk und krank aussah. In heiterer Stimmung Pflegte sich das Antlitz zu röten, und die blaffe Farbe Nit in den Hintergrund.
Beim Klausner.
Der Walliabrtskurat Monsignore Job. Hain dl hat unter dem Titel „Der Bahnwärterbub' seine Iugendgeschichte in ein glücklich-heiteres Buch gefaßt (11. Tausend. Herder, Freiburg t. Br. Gebunden G.-M. 2,50). Wir entnehmen daraus das „Vorwort", das den Leser zum Bekanntwerden mit dem „Bahnwärterbrck" selbst verleiten mag. Es war an einem Herbstabende. Der Gutsbesitzer in Achatswies hatte eben Spanien mit seinem Auto durch-
„So ist es Herr Graf! — Um m der Welt bestehen zu können, darf ich nicht zu jeder Stunde die grade Straße vor aller Augen ziehn. Manchmal will es die Sache, daß ich hintenrum auf Seiteupfaden pilgern n^tfj. Aber wer ist daran Schuld? — ,
Die großen Herren selbst. Sie kommen nur bei Nacht und Nebel zu mir, und im Sonnenlichte grüßen sie mich kaum. Nur wenige denken so wie Ihr, Graf JRuft, der auch dem Kleinsten läßt, was ihm gebühret."
Mosch hob den Charakterkopf und blickte den Grafen, der nun am Fenster lehnte, fest an.
„Auch ich hab' meine Ehre, das ist Euch bekannt. Sie gleicht nicht der Ritterehre auf hohen Schlössern, sie ist ein wenig anders, nicht so hart und trotzig, nicht in so engem Rahmen gespannt —"
Run brach der Humor tmrch. „Wenn man mich schilt, zieh' ich nicht gleich das Schwert, behüte Gott, wie würde mir das wohl stehen, doch Versprechen, die ich gab, sind mir heilig."
Mosch kreuzte die Arme über der Brust.
Rust nickte.
„Das weiß ich, und darum vertraute ich Euch Dmge an, über die ich sonst mit niemandem sprach. Auch Graf Wild darf niemÄs erfahren daß Ihr nunmehr mein Auftragnehmer seid. Sorgt dafür, daß es nicht zum Schümm- sten kommt, aber mein Herr Bruder muß lernen, daß er mit Trotz und Verstocktheit niemals Meister seiner Nöte wird. Meine Hand bleibt ihm entgegengestreckt, er mag einschlagen, wenn es ihm beliebt. In brüderlicher Liebe blieb ich ihm zugetan trotzdem und alledem, aber diese Liebe wird nie in Schwäche ausarten, die chm und mir zum Unheil gereichen würde.
Erst wenn er mürbe ist, entschließt er sich vielleicht, die törichte Fehde abzubrechen. Wenn er den Becher bis zur Neige leerte, melden sich am Ende Klugheit und Verstand."
Mosch raffte seine Papiere zusammen, die et während des Gesprächs ausgekramt hatte.
„Die Schuld ist am Johannistage fällig. Mit raschen Schritten eilt die Zeit dem bösen ZahitermüU! entgegen. Wenn ich mich auf der Burg sehen laste, schlägt man aste Kreuze."
Er kratzte sich bedenklich den Kopf.
„Am Ftebften würfe man mich ins Verließ — und wenn zur Osterzeit nicht das edle Fräulein eingegriffen hätte — Gott schenke ihr die reichsten Gaben auf den Lebenspfad — fo hätte man mich damals wohl gestäubt!"
des Regsickogens zurück.
Behutsam und sorgüch pflückte die Mutter gerade triefe Blume, die ihr die schönste schien, und brachte sie dem kranken Kinde. Und wieder lockten die Perlen einen
mache!"
Noch im Weitergehen horte das kleine Lachen den Griesgram schimpfen. Auch die Frau sagte dies und das dazu. Aber wie Fürsprache klang es nicht.
Eine Schenke lag am Wege. Das kleine Lachem hörte Lustigsein, Singen und — Lachen. Freilich nicht von seiner eigenen, seinen, zarten Art, sondern laut und kräftig, zuweilen auch rauh und derb.
„Immerhin, dachte es, hier sind frohe Menschen. Die werden mich gewiß nicht wieder in die Kälte hmaus-
Da wurde es traurig, und weinte,
Und hatte nun erst recht keinen Mult mehr, zu den Menschen zu gehen. Darum flüchtete es zu einer Blume. Der wurden seine Tränen zu tauklarm Silberperlen. Dte Sonne sing sich darein und strahlte in den sieben Farben
Nacht. „ ,
Lange stand es vor einem großen, schonen Hause. „Hier, dachte es, müssen zufriedene Menschen wohnen. Dte werden auch mir ein Eckchen gönnen. Und bas kleine Lachen ging in ein Zimmer, aus dem helles Licht heraus auf die Straße fiel. Zwei Menschen saßen am Tstch Der Mann las die Zeitung, dte Frau war mit einer Handarbeit beschäftigt. Das kleine Lachen hielt seine Aussichten nicht für ungünstig. Vielleicht, meinte es, kann ich einige Abwechslung in den Alltag der beiden bringen.
Und es fragte, ob man ihm nicht Unterschlupf gewäh-
Lckphonische Photographie.
Don Erich Krone.
«er deutsche Prafeflor K o r n stt bekanntlich der Er- fcther der Fernphotographie oder richtiger gesagt, der ^Vermittlung von Bildern auf dem Drahtwege. Aber
Versuche, so glänzend sie an sich auch gelungen sein sie hatten bisher doch nur bloße theoretische Be- ^Vyng. Die praktische Auswertung dieser deustchen Salbung blieb den Amerikanern vorbehalten. Aü allem stt es die Telephone and Telegraph Company ^Newyork, die vor Iahresftist mit echt amerikanischer Abigkeit und Großzügigkeit den Versuch begann, die Aelephonie für die praktischen Zwecke der Wirstchast "a namentlich der Presse nutzbar zu machen. Es wurde
große Summe Geldes für diese Aufgabe zur Ster» Arning gestellt, und eine ganze Reche von Ingenieuren Et Gesellschaft machten sich an die Arbeit. Schon nach Leigen Monaten hatten sie eine genügend brauchbare Mechovr gefunden und damit begonnen, Bilder per Tele- chon zu versenden, so wie man sonst eine Nachricht an Se entfernte Stadt telephonisch weitergibt. Im Laufe der letzten Monate nun rourbe diese Methode weiter ver- «Mommnet, und der Convent der Republikanischen ehrtet in Cleveland bildete dieser Tage eine geeignete Aegenhett, um die Neuerfindung einer breiten Oeffent- «Afeit vorzuführen. Die Convente der Parteien, bei denen die Kandidaten zur Präsidentenwahl aufgestellt werden, fpieten bekanntlich im öffentlichen Leben der gereinigten Staaten eine außerordentlich wichtige Rolle.
solcher Convent ist aber wie eine Lotterie. Er bringt oft dte größten Ueberraschungen, und es stt schon häufig rargekommen, daß eine bisher gänzlich unbekannte große aus den komplizierten Abstimmungsmethoden hervorging. Und gerade das war also eine glänzende Gelegenheit für die neue Bildertelephonie, ihre Lefftungs- Lhigkeit zu bekunden. Und tastüchlich, so kann vorweg „esagt werden, der Versuch ist glänzend gelungen. Die aene Erfindung hat es möglich gemacht, daß die Phoio- »llphie des Mannes, der eben vom Convent erwählt Mrde, in derselben Zett durch das ganze Land telepho- gtert wurde, die notwendig wäre, um seine Züge durch den Telegraphen zu beschreiben.
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Energisch. Pfarrer: „Was muß ich schon wieder total betrunken? Lehnt sich nicht gegen Euch auf?" — Huber: ' ai)ei
Herr Pfarrer, i duld' holl toan Widerspruch!
Das kleine Lachen.
Von Walther Appelt.
kleines Lachen, das sich irgendwie vom Sommer Herbst verirrt hatte, suchte ein Obdach für die
i Nr. 218 vom 18. Sept. 1924. $
heiteres.
vom Kasernenhofe. Unieroffizter (zueinem Rekru- ten, dem der Magen fnurrt): „Heda, Muller, lassen S-k Ihren Magen nicht so jodeln!"
*
3m Zorn. „Was bilden Sie sich denn eigsEch. ein? Ein dummer, aufgeblasener Kerl sind Sie. War Sie sind, das bin ich schon lange."
Sonnenstrahl herbei, der die ganze Blume leuchten machte, | Vogel, auch die Dergdohle, findet mitunter em besseres daß der Raum erfüllt war von ihrem Glanz. Die Mut- I Körnlein. .
ter tonnte sich nicht erinnern, wann sie zum letzten Male Fre-llch! Romanftttter liefere ich nicht. Dafür «ft em Sonne in dem Krankenzimn.er gesehen hotte und freute schwarzer Rabe allzu wenig pckantt De. hall sichinur htb daß irgend etwas anders geworden fein mußte, wenn- auf einfamer Bergweide auf und im stillen Waldgrund,
ImA iie noch nicht wußte was und wie. I wo er höchst selten etwas findet von den Speiseuberresten
$ e. . ' ' . .. rf sRfmne I der Großstadt. Auch kommt er nur ab und zu Land-
Und als sie des Kindes Bllck.^bar auf der Dünne I drin Karossen stehen und Automobile.
ruhen fah, da war chr, als strichen unsichtbare Hande 18 Fürs Volk, das
den führenden Glanz wieder, als spukte der Widerschein T Großstadt in Kellerräumen und Dachgiebeln; das der Blume den bleichen Zügen wieder Farbe „„ ber Türe den Haussegen und in der Stubenecke den
Und als spielte über all das hin . . . verheißend • • < I Herrgott hat; das noch nicht verwöhnt ist durch modstches ein kleines Lachen. I Spielzeug und noch Sinn hat für Väterbräuche und
------------------- I Vätersitten. Fürs Volk schreibe ich.
Fürs kleine Volk. Well ich auch klein bin und in einen kleinen, winzig kleinen Neste wohne.
141 I doch damit ist die Arbett nickst getan.
, I Die Burg zerfällt, die Vorratskammer gleicht dauernd "Nutt - fo sti es denn selbst auf die Gefahr hm daß Winiertenne, wenn sie gekehtt ist, nicht mal zu
lch Euch heute zu müde durch die frnger gucke Geht b ^ams unb Kleidern will es reichen, und in Aga- hin und probt den Wein vom letzten Jahr, teilt ihn j {Iüftert man sich >u — fo recht mit infamem Lächeln zu dem alten Preise haben, obgleich die Herren m Mainz | fogar die Mäuse ausgewandert seien!"
Mil einem tiefen Seufzer erhob sich Graf Rust.
Wie oft hatte er dem leichtsinnigen Bruder die Hand zum Frieden geboten, immer war sie zurückgestoßen worden, weil der trotzige Mann nicht eingestehen wollte, daß er sich im Unrecht befand. Rust wußte, daß mit Be- zahlung der Schulden an sich nicht geholfen war. Rur neue Verschwendung wäre die Folge gewesen. Graf Wlld mußte umlernen und einsehen, daß seine Leidenschaften die Schuld an dem Zusammenbruch trugen.
Der Bruder in seiner edlen Denkungsart dachte nicht daran, Wild zu demütigen, aber er wollte sich auch nichts abtrotzen lasten, was in ein Brunnenloch geworfen wurde. So stellte er dte Forderung, als Mttberater die brüderlichen Finanzen zu regeln und auch in Zukunft zu überwachen, um nicht neue Mißstände aufkommen zu lasten. Das hatte Wild — tobend vor Zorn — abgewiesen, well er nicht seines Bruders „Knecht" werden wolle.
„Man sieht, wohin in dieser Wett Verblendung, falscher Ehrgeiz und Haß führen!"
Der Graf trat an Veigelstamm heran und legte die
Einnahmen konkurrieren.
W?. I S» S“
Bei uns im Gekurg fpmnt im Winter das ganze I „aber doch nicht mit Absicht."
Weibervolk. Warum soll von den Mannern mcht auch mlt der Kohlenschipp«'
einer ein bißchen fptnnen dürfen? Und Poesie. Wo rings um die Klause cm Türen und Fenstern die Prosa rüttelt: Dichten mag ich am Wendelstein nicht mehr.
„Warte mit deiner Bubengeschichte wenigstens, bis du älter geworden."---Warten? Wenn
die Haare schon grau werden und der Sensenmann schon verstohlen die Sense wetzt?---
Darum laß mich schreiben! Etwas muß der Mensch in freien Stunden tun, sonst fängt er zu faulen an, rote der Tannenstumpf vor meinem Fenster, an dessen knorriger Rinde der Roffpecht seinen Schnabel wetzt. Und dankbar bin ich meinem Schöpfer, well er mich in einer Stellung, wo ich wenig zu sagen habe, um so mchr schreiben läßt. Der fft überhaupt viel rücksichtsvoller als die Menschenkinder. Er läßt sogar Kinder und Narren die Wahrheit sagen, weil es die Doktoren der verschiedenen Rechte auch nicht immer tun. Und jeder
— Schwedens Grotzstafion für Funkentelegraphie. An der schwedischen Westküste geht die drahtlose Großstationi der Vollendung entgegen, die eine gleiche Leistungsfähig. ’ feit rote dte Station bei Nauen erhält. Diese Großstattcm besteht eigentlich aus zwei Stationen, eine für Absendung und eine für Empfang, belegen in etwa 40 Kilo- s quert. I meter Abstand voneinander. Die Empfängerstation steht
Sie Glücklicher! Können tat Winter Ihre Reiseein- I bei Kungsbacka, etwas südlich am Kattegat und ist schon drücke aufs Papier bringen. Der Klausner muß froh I im Betrieb. Die Antenne wird von einer 13 Suometerl fein wenn er mederschreiben kann, was ihm der Spatz I langen, auf 9 Masten angebrachten Lime gebildet. Von
am'Fensterbrett vorpfeift." I Kungsbacka führen Leitungen nach Gotenburg, wodurch
Muß denn im Winter geschrieben sein?/ I daselbst eine vollständige Ausnahme der Telegramme
>ch Nicht. Und die üffche haben Schonzeit. I 125 Meter Höhe haben, je 130 Tonnen wiegen und in
„Dann schreiben Sie Sugenbertnnenmgcn nieder, i ^ner ßinie mjt zgg Meter Abstand voneinander liegen.
Dazu brauchen Sie kein Auto und keine Eisenbahn. I , i)er jeden Turmes liegt ein 46 Meter
— Inzwischen ist der edle junge Mann gestorben. Mit- I Ia r Querrahmen zum Aufhängen der 12 Antennen- ten heraus aus dem Lebens Das einzige Kmd seiner I Den erforderlichen Hochspannungsstrom erhält
treuen Mutter! I ^e Station von dem Kraftwerk Pngered, von wo eine
Und wie ich so an dein toten Freund dachte, dachte I etma 10 Kilometer lange Leitung nach Grimeton führt, ich auch an seine Worte. Ich schrieb Jugenderinnerungen I £je Kosten der Station belaufen sich auf etwa 5 Mite
nieder. „ ,, I lionett Kronen.
Schrieb und schon tarn der Kritikus: „Was fallt ter Elektrisierung Indiens. Die Benutzung der Stetem? Dte eigene Lebensgeschichte schreiben! So was kön- I ftijität sowohl für Licht- rote Kraftzwecke macht m 3n= neit sich höchstens die großen Männer erlauben." — — I dien gewaltige Fortschritte, doch gibt es daselbst noch Auch die kleinen haben eine Geschichte. Obendrein schreibe I hunderte von Stabten und Handelszentren, die keine elek- ich die Geschichte eines Lausbuben. In diesem Zeitalter irischen Anlagen besitzen. Im vergangenen Jahre ist em haben die großen und die kleinen Männer die gleiche elektrisches Netz in Agra eingerichtet worden und Dte Geschichte. I Metropolitan Vickers Co. baut augenblicklich Krafttverke
___Mer diese Vielschreiber« heutzutage! Die I in Condal und Morvi, während andere Firmen Cochm
armen Buchdrucker, wenn sogar die Lausbuben auf den I und Rajkote mit Anlagen versehen. Die bald zur Durch- Rtartt 2t!" ■ führung kommenden weiteren Projekte in Puniaft Hai-
Ktausner kennt kein Erbarmen, wenn er monate- berabab, Dizam, Nilgiri, Phkara, Paiyar unb Madras
"SS't Mrcn »Z nu». »U sich bi« «rb» st-«- MM°-° »-
Weichheit in Rizs- ober Ob-rägypien verg-stst. Auch niftungsflegenflänben sch-st-n-
können die Vielschreiber bet weitem nicht so viel Dumm- Hellen machen als bte Vielschwätzer. Jedenstals läßt sich ein Tintenmensch leichter überwachen und letchter zurecht-
Die amerikanischen Blätter bringen natürlich fpalten- lange Artikel über diesen großen Erfolg der amerika- gijchen Technik. So gibt ein Mitardeitt der Newyork Herold folgende Sdjtfoerung:
„In einem engen, dumpfen und dunklen Zimmer der Telephone Company, elf Stockwerke über dem unteren Broadway, fft eine kleine Gruppe von Ingenieuren, Zei- hmgsverlegern, Reportern und anderen geladenen Gästen versammelt. Es wird ihnen die telephonische Photogra- ph-e vorgeführt. Das Zimmer fft dunkel. Nur ein Pult mit allerlei Apparaten und Hebeln ist durch den Schein einer roten Dunkelkammeriampe dürftig erleuchtet. Es herrscht Sülle in dem kleinen Raum. Plötzlich klingelt äne Telephonglocke. Der Mann am Telephon nimmt den Hörer ab und ruft: „Hallo, hier Newyork! Wer dvrt?" „ Hier Cleveland!" kommt die Antwort. „Wir toben hier die Photographie des Präsidenten Coolidge, 6er vom Convent soeben wieder aufgestellt wurde. Kön- mm Sie nehmen?" — „Ja, einen Augenblick bitte", sagt 6er Mann am Telephon. Dann setzt er einen Finger auf den Empfänger und drückt einen Hebel nieder. Ein ...
ftwrnon wie vor einem Bienenschwarm; ein kleiner I jagen."
Elektromotor ist angelassen. Sofort leuchtet ein schmaler I Drinnen ging es von einem zum andern, und oer- LichNrahl aus. Der Operateur stellt mit Hilfe eines I suchte, sich bemerkbar zu machen. Allem das gelang^ ihm Wkroskops den Brennpunkt auf einen kleinen Zylinder I ni^t Alle waren so von ihrer lärmenden Unterhaltung «n. „Lassen Sie das Bild kommen!" Newyork fft bereit, | -tn Anspruch genommen, daß feine Worte ungehöri oer- durchs Telephon das Bild des Präsidenten Coolidge zu .empfangen. Der geisterhaft seine Lichtstrahl bewegt sich von einem Ende des sich drehenden Zylinders nach dem «Lern, dann wieder zurück und fo fort. Der FünPreifen Auf dem Zylinder erscheint in einem glänzenden gelb- fränen Licht. Der Ingenieur am Schalter erkläre: „Das, mas Sie sehen, dieses Licht, kommt von dem Bilde des Präsidenten. Das Bild fft in lauter einzelne dicht neben- einanber liegende Linien aufgelöst. Beachten Sie, rote ter Strahl schmäler und breiter wird. Er wird beein- finßt durch ein Wechseffpiel elektrischer Wellen. Auf der mckeren Sette, in Cleveland, wirkt die hellbeleuchtete Photographie des Präsidenten auf eine lichtempfindliche Selenzelle. Die ganze Photographie fft in roagerechte Linien aufgeteilt, von denen etwa zwanzig auf einen Zentimeter gehen. Das Bild ist zwanzig Zenttmeter groß und besteht also aus ungefähr vierhundert Linien, die, je nachdem sie Heller oder dunkler find, mehr oder weniger kräftig auf die Selenzelle einroirten, wodurch deren Leitfähigkeit für den elektrischen Strom verringert ober vermehrt wird. Diese kürzeren ober längeren