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FuldaerZerlung

Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die Skadt Fulda.

Nr. 218.

Verantwortlich ,ür die Schrtttleitung i. Bertr.: Anton Webler. Anzeigen: I. P arreller, Fulda. Rotationsdruck und «erlag der := Suldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernlvrecher Nr. 9.

Monatlicher BernsrpreiS: 1.50 Mk.

Donnerstag, 18. Sept. 1924.

«n»eigen-Steile Klein,eile (Colonel) lokal 0,15 Goldmari auswärts 0.20 Goldmark: Reklame, eile lokal 0,60. Goldmark auswärts 080 Goldmart.

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51. Zahrg.

Politische Morde in Bulgarien.

finitive Angliederung von Eupen- M a l m e d y ist mm der Kammer vorgelegt wor­den. Seine wichtigsten Punkte behandeln die Sprachenfrage, deren Regelung besonders schwer ist in dem

Teil des Bezirks, in dem es keine andere Sprache al« die deutsche gibt. Bei der sonstigen Verteilung der Bewohnerschaft nach kleinen wallonischen und französischen, ja sogar flä­mischen Sprachgebieten, waren eingehende Svezial- verordnungen nötig, die die Einwohnerschaft feines«

Heeresleilung vom Westen drei Armeekorps nach dem Olten abgegeben hat, wo sie gar nicht gebraucht wurden, und kommt zu dem Schluß: »Nicht drei Korps haben bei der entscheidenden Grelle im schwrr- wregrnden Augenblick gefehlt, sondern die Nerven der Heeresleitung". Diese Wahrheit kennt General Ludendorff. Warum iaat er üe nickt?

i«veu <-uge iuuiuc oarauf rn oen Straßen von I Sofia der Mazedonier Slawtscho Kuwatscho von Unbekannten ermordet und am selben Abxnd d-r frühere Führer der kommunistischen Partei Chad« schidimow. Ten Erklärungen der Regierungsorgane I gemäß find die Morde auf politische ParteifÄtig- feiten zurückzuführen. ' I

Ludendorff in Münster.

Die Legende von den fehlend«« drei Armeekorps.

In Münster fand wieder einmal ein nationalisti­scher .Daterländischer Tag" statt, nnb wieder ein­mal sprach Ludendorff. Er teilte zunächst mit, daß ihm bei bet Fahrt durch die Sftatzen daS Dort »Bluthund' zugeruftn wordsn sei und führte dann auS.

,150000 Rekruten seien 1912 nicht zur Einstellung gelangt. Die allgemeine Wehrpflicht fei nicht durch- oefuHrt worden. Da« habe sich schwer gerächt. Wäre

zu bereiten. An diese Erklärung anknüpfend sagt der „Popolo", die katholische Volkspartei hege kei­nen Wunsch, die Regierung zu übernehmen.

Rach dem „(Sortiere della Sera" sind in den letz­ten Tagen in Venedig nicht weniger als vier Freimaurerlogen geplündert und zwei katholische Vereinslokale in Venedig und Murano gleichfalls

Die Vernunft bricht sich Bahn.

Auch in Frankreich scheint man nachträglich doch etwas durch die Hetzreden Poincaröz und der Kreise um ihn übersättigt zu sein. Und auch hier bricht sich allmählich die Wahrheit Dahn, daß eS sich doch etwas anders Verhalten muß mit Deutschland, wie die vom Chauvinismus und Haß durchzogenen Reden der Richtung um Poincars eS immer darzu­stellen beliebten. Man hat langsam die Ueberzeugung gewonnen, daß mit bombastischem Waffengeklirr und mit übertriebenen Gewaltmaßnahmen nichts erreicht wird - und nur unnötige materielle Opfer vom ftanzöfischen Volke gefordert werden. Immer mehr brechen sich die Stimmen Bahn, die zuerst ganz schüchtern, dann aber lauter an eine Politik deS versöhnenden Geistes mahnen.

. Ein derartiger „vernünftiges Urteil" findet fich im neuesten Heft der ,Revue de Paris' in einem Artikel deS Professors HeSuard, der zur Zeit der französischen Botschaft in Berlin zugeteilt ist und dessen Meinung also noch mehr in die Wagschale fallen dürfte wie die anderer Veröffentlichungen. In seinem interessanten Aufsatz über „Den Geistes­zustand in Deutschland' tritt HcSnard zunächst ein­mal der Ansicht vieler Franzosen entgegen, daß die Nationalisten in Deutschland die Mehrheit bildeten. Er betont, daß die nationalistischen Organisationen niemals mehr als 6—700 000 Mitglieder gezählt haben, während das demokratische „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold" in drei Monaten mehr als zwei Millionen Mitglieder gewinnen konnte. HeSuard stellt fest, daß die Bevölkerung in D«rtschland heute tuel ftiedlichere Gefühle als vor einem Jahr habe, und das Ziel der ftanzöfischen Regierung solle eine „realistische und genaue Kenntnis der wirtschaftlichen Notwendigkeiten gestützte Politik" sein, weil nur eine solche eine weitere Annäherung herbeiführen könnte.

1. Das Deutsche Reich war 1914 nicht ent­fernt in dem Maße gerüstet, wie es seine Volks- und Wirtschaftskräfte erlaubt hätten.

2. Die russische und die französische Regierung waren zum Kriege ent­schlossen, ehe Deutschland den Krieg er­klärt oder auch nur mobilisiert hätte.

3. Die angebliche Zurückziehung der französi­schen Truppen 10 Kilometer von der Grenze hatte nicht den Zweck, den Krieg noch zu ver­meiden, sondern die Welt in den Glauben zu versetzen, daß Deutschland der Angreifer sei.

Die Wissenschaftler und Historiker mögen weiter arbeiten und den Boden aufnahmefähig machen. Der richttge Zeitpunkt um die Frage mit E r f o l g aufzurollen, wird schon kommen, bälder vielleicht ,?Etzt noch manchem scheinen mag. Die großen weltpolitischen Dinge sind in starkem Fluß. Man denke nur an der Spanier Rot in M a r o k k o, an die Kampfe im Kaukasus, wo die russischen Kommunisten Schlape auf Schlappe erleiden und erst der B r a n d im s e r n e n O st e n. Der schnelle Ausbruch und die rasche Ausdehnung des chinesi- fchen Feuers ist nicht allein für die weitere Gestüt- tung der Dinge im fernen Osten selbst und einer wahrscheinlichen Verschärfung der politischen Prob­leme m dem Gebiet des stillen Ozeans bedeutungs­voll, er kann darüber hinaus ein wichtiger Faktor für eine neue Konstellation der Weltpolitik werden. Denn die Vereinigten Staaten

-,/uögen sw auch zunächst diplomatisch vorsichtig ihr politisches Desinteressement erklärest — ihre gespannte Aufmerksamkeit auf die Siche- nmg eines möglichst großen Teiles des riefiqen chinesischen Zukunftsmarktes sichern und sie wer- ?fn' ,roei™ bie Umstände es erfordern, auch vor scharfen Mitteln nicht zurückschrecken.

Kompliziert könnte die Entwicklung dadurch werden, daß in den Vereinigten Staaten, vielleicht aujL ^"gland und Frankreich, wichtige Wahl- entscheidungen noch in diesem Herbste fallen wer- den, die zunächst zwar innenpolittsch bestimmt, die außenpolitischen Vorgänge aber beeinflussen müß- . • Nimmt man hinzu, daß auch in Südeuropa, t unb Spanien sich die inneren Krisen ver­schärft haben, so sieht man vom deutschen Beobach­ter-Standpunkt genug Anzeichen, die eine lange 2)auer des heutigen weltpolitischen Status quo wohl sollen können. Eine geänderte weltpo­litische Situation könnte der Regelung der Fragen, die wir putsche als noch nicht abgeschlossen be­trachten dürfen, sehr förderlich sein.

Gwen Youngs Vertreter.

Der .Chicago-Tribuns zufolge ist Henry Robin­son, eines der ursprünglichen Mitglieder de« Sach. Verständigen-Komitees, von Owen Doung als fein persönlicher Vertreter bezeichnet warben. Die An­kündigung dieser Tatsache erfolgte gestern, Robinson wird sich selbst insbesondere mit der Organisation bet Neichsbauk, sowie der Industrie- und Eisenbahn- obligattonSbank befassen.

Der Bruder be8 General DaweS, nachdem der Dawes-Plan benannt worden ist, Rnfu» DaweS wird zum Vertreter DoungS in Berlin ernannt werden und sich mit der Ueberwachung der Zahlungen und Verpflichtungen in Form von Sachlieferungen be- fassen. Young gedenkt zwei Wochen in Paris zu bleiben, um die Verbindung zwischen den verschie­denen Kommissionen zu verbessern, ihre Zuständig­keit abzugrenzen und ihre Verbindungen mit bet Reparations-Kommission, sowie untereinander um­fassender zu gestalten.

Youngs Besprechung mit der Repko.

wtb patis, 17. Sept. (Zd.) Die „Chicago Tribüne" berichtet über die gestrigen Besprechun­gen des Agenten für die Reparationszahlungen Oven Young mit der Reparakionskommifsion. Das Ergebnis der Besprechung war die Zustimmung der Reparationskommission zum Antrag Youngs, den Preis fürdiedeutschenkohlen vom 1. Ok­tober ab festpisehen. Der von der Kommission fefi- zusehende Sohlenpreis wird wahrscheinlich unter dem deutschen Inlandspreis liegen.

Süöflawiens Befriedigung über die Ermordung Alexandrows.

Die Wiener „Reichspost" meldet aus Belgrad über die Aufnahme der Nachricht von der Ermor- düng Theodor Alexandrows: Da Alexandrow in Serbien als der Urheber der Bandeneinbrüche in Südserbien gefürchtet war, wird sein Tod mit einergewissen Genugtuung auf genom­men. In politischen Kreisen hat man den Eindruck, daß für Bulgarien jetzt eine Periode sehr blutiger Ereignisse kommen werde. Die südslawische Regie­rung wird daher alle notwendigen milttärischen und poli^Michen Maßnahmen treffen, um die Grenzen

Die südslawische Regierung fft durch den Tod dieses einflußreichen Führers von einer Sorge befreit worden. Die Gefahr für den Frieden im Balkan lag nicht bloß in der Person Alexandrows, sondern vor allem in der großen Uiuufriebenbeit Mazedoniens. '

♦ Die holländischen Generalstaaten hat Königin Wilhelmine mit einer Thronrede eröffnet, in der u. a. die Hoffnung auSgedrückt wird, daß die ökono- mische Krise jetzt ihren Höhepunkt überschritten hat. Teilweise lasse sich jetzt schon eine leichte Bessern na in Handel, Industrie und Ackerbauwirtschaft ernennen. Auch die Besserung der Finanzlage berechtige bagu" mtt neuen Hoffnungen in eine neue günstige Zukunft ju blicken. Trotzdem müsse im Interesse bei offent- bchen Wohlstandes noch größere Sparsamkeit an den Tag gelegt werden. Die Gesetzeniwürfe zur Rege­lung der Stärke und der Zusammensetzung der Flotte zur Besteuerung des Luxu« und zur Herabsetzung gewisser allzu schwer empfundener direkter Steuern sind rn Vorbereitung. Demnächst wird ein Gesetz­entwurf betreffend die Versicherung der Arbeiter gegen Krankheit und Unfall eingebrackt werden

Erne Rerhe politischer Morde, die das größte Aufsehen erregen, hat in Bulgarien stattgefunden. Dre mazedonischen Führer Aleo Wassiliew und Oberst Alanasow wurden zuerst niedergedolcht. Am selben Tage^wurde darauf in den Straßen

Die Berliner Aussprache.

Die Reichsregierung hat wiederholt zum Aus­druck gebracht, daß sie zwar die K r i e g s s ch u l d- n o t e amtlich den fremden Mächten zur Kenntnis bringen würde, sie hat sich aber niemals auf Form und Zeitpunkt der Notifizierung festgelegt. Nach­dem sich nunmehr deutlich herausgestellt hat, daß die amtliche Bekanntgabe zurzeit die politische Lage unnötig erschweren würde, ohne daß ein Nutzen daraus erwächst, ist man innerhalb der Regierung zu der Auffassung gekommen, daß die Notifizierung im Augenblick untunlich fei und daher einst­weilen nicht erfolgen werde. Die in dem amt* lichen Kommunique über den Kabinettsrat am Montag feftgeftellte Uebereinstimmung der Auffas- fangen bezieht sich auf diesen Punkt, und es ist sicher, daß der in Der nächsten Woche stattfindende Kabinettsrat beschließen wird, die Notifizierung einstweilen nicht vorzunehmen. Man ist in Re- gierungstreifen der berechtigten Auffassung, daß diese Frage solange vertagt werden müsse, bis sich ein g e e i g n e t e r Anlaßzur Wiederaufrollung der Kriegsschuldfrage ergibt. Vielleicht wird ein solcher Zeitpunkt eintreten, wenn die Frage der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund zur Erörterung steht. Auch über diesen Punkt hat die Aussprache zwischen Marx und ©trefemann eine Uebereinstimmung ergeben.

Just im rechten Augenblick kommen auch einige Wissenschaftler, die den vorhin ausgeführten Standpunkt vertreten. Prof. Hans Delbrück. General Graf M o n t g l a s und Dr. Rohrbach, die feit fünf Jahren an der wissenschaftlichen Untersuchung der Vorkriegsakten zwecks positiver Entscheidung der Ktiegsschuldfrage arbeiten, erlas­sen in der Presse eine Erklärung, in der sie sich j gegen die Absendung der Kriegsschuldnote im gegenwärtigen Augenblick wenden. Sie glauben sich zu diesem Vorgehen umsomehr berechttgt, als sie stets in dem Kampf gegen die Kriegsschuldiüge in den vordersten Linien standen. Die Genannten I halten die Fortsetzung der internationalen wissen- 1 schaftlichen Diskussion für den besten Weg, in dieser so wichtigen Frage zum Ziele zu gelangen, und be­tonen am Schluß, daß sie bereit sind, folgende Sätze unter Sem ei s zu stellen:

Die tage in Belgien.

Don unserem außenpolitischen Mitarbeiter.

Die Zerrissenheit des belgischen Volkes nach Rasse und Sprache macht es unmöglich, eine ein­heitliche Denkweise des Volkes gegenüber den poli­tischen Fragen festzulegen. Immerhin datiert seit Poincares Rücktritt ein weniger konsequentes Zu­sammenfühlen und Zusammengehen mit den Fran­zosen, ob sie auf Herriot ober noch auf Poincare und den „Nationalen Block" schwören. Einig ist die chauvinistische Presse Belgiens allerdings immer noch im Deutschenhaß und der Deutschenhetze. Blät­ter vom Schlage der Jndependance Belge fühlen sich augenscheinlich heute noch glücklich, wenn sie in noch so weit hergeholten Nachrichten, Dücherdespre« chungen ufw. den deutschen Namen in den Schmutz zerren können. Das ist bei der flämischen Presse, aber auch bei den Blättern der Arbeiterpartei bei weitem nicht so.

Was die Londoner Konferenz anlangte, so war die Presse sich ziemlich einig in der Rolle, die Theunis und Hymans bei den dortigen Beratun­gen spielten. Hier und da fand man wohl An­deutungen darauf, daß die delegierten Minister vielleicht ein wenig nahe bei England ständen, und nicht scharf genug für die französischen Forderun­gen einträten. Demgegenüber ertönten wieder andere Stimmen aus demselben Blätterkreise, in denen warnend darauf hingewiesen wird, daß Bel­gien im Jahre 1925 feine Vorrechts st ellung im Handel mit Deutschland verlieren und dann alle Sorge haben wird, vernünftige Handels­verträge mit dem Lands abzuschließen, das für den belgischen Handel bie allergrößte Bedeutung hat.

Der Streit der Parteien, der Fla­men und der von hoher Hand protegierten Wal­lonen scheint sich immer noch verschärfen zu wol­len. Zeuge davon war der Kongreß der Flamen z« Brüssel, bei dem unter Cauvelarts Vorsitz be­sonders die heiklen Verhältnisse an der katholischen Universität Leeuwen zur Sprache kamen, wo seit dem Toffchlag eines flämischen Studenten die Ver­hältnisse des Zusammenlebens der Studenten un­tereinander und der Studentenschaft mit Rektor und Senat höchst unerquicklich geworden sind.

Der Jo viel besprochene Prozeß Copp^e wegen Hochverrat während des Krieges fft nach wochenlangen Verhandlungen zu Ende gekommen. Dm letzten Höhepunkt bildete die Vernehmung des belgischen Außenministers während des Krieges, Herrn de Brogueville, und des einstigen ftanzösi- schm Ministerpräsidenten B r i a n d, Baron Copp-e ist von der Anklage des Landesverrates fteigesprochen worden. Was die Forderung des Staates als Zivilpartei gegen den Angeklagten an­geht, so find die Verhandlungen darüber vertagt. Die Vertreter der Forderung haben dieselbe auf 55 Millionen Franks normiert.

Die Freundschaft und Gefolgschaft des offiziellen Belgien gegenüber Frankreich ist in den Verbrü­derungsfesten von Le Havre ganz besonders präg­nant zum Ausdruck gekommen. Der belgische Kronprinz oertrat in Le Havre und dann in Paris ben Könitz der Belgier.

Der längst erwartete Gesetzentwurf für die d e-

। Sie SßjDiöen zmkm-r on iimetilo.

Die Rückzahlung der Kriegsschulden Frankreichs an Amerika hat bekanntlich ichon seit Beendigung I des Krieges eine nicht unbedeutende Rolle ge pielt. Diese Frage spielt auch in die deutschen Repa- rattonsleiftungen hinein. Frankreich hat fich von Anfang an auf den Standpunkt gestellt, fich auf eine Ermäßigung der deutschen Kriegsschuld nur I in dem Umfange einlassen zu können, wie von I England und Amerika seine Schulden an diese Alliierten ermäßigt oder erlassen würden.

England hat bekanntlich die französischen Schul- den glatt gestrichen und nun richtet sich Die Hoff­nung Frankreichs noch auf Amerika. Der Krieg hat Frankreich gewaltige Summen gekostet und es wohl ebenso an ben Rand des Ruins gebracht wie auch Deutschland, und die nachkriegszeitlichen Rüstungen verhindern jedes neue Aufblühen dieses einst so reichen Landes. Die französische Schuld an Amerika beläuft sich zur Zett auf 3,3 Milliar­den Dollars ohne die aufgelaufenen Zinsen, die natürlich diese an und für sich schon hohe Schuld- I summe gewaltig steigern. Amerika hat sich bisher grundsätzlich geweigert, Frankreich ferne Schuld oder auch nur einen Teil derselben nachzulassen, und einer der Gründe, die dabei für Amerika mit maß- gebend waren, war wohl auch das unfinnige Wett­rüsten Frankreichs nach dem Kriege. Es ist wie­derholt von amerikanischer Seite darauf hingewie­sen worden, daß, wenn Frankreich sich tatsächlich in derart finanzieller Notlage befinde, wie es an­gibt, es zunächst seine Sparsamkeit auf dem Ge­biete der Rüstungseinschränkungen betätigen müsse. Ein Standpunkt, der natürlich alle Berechtigung für sich hat. Dazu komntt außerdem noch der Um- stand, daß Frankreich den kleinen neu erstandenen Staaten im Osten mit gewalttgen Geldsummen in Form von Anleihen unter die Arme gegriffen hat.

Nun hat seinerzeit das Mitglied der interalliier­ten Schuldenkommission, Hurley, eine Reise nach Frankreich gemacht und offiziell mit den französi­schen Behörden über die Rückzahlung von Frank- I reichs Schulden an Amerika verhandelt. Er hat • dabei einen Plan entwickelt, den auch die franzö- i fische Regierung anzunehmen geneigt scheint. Da­nach sollen die Schulden Frankreichs innerhalb 65 Jahren zurückgezahlt werden. Man glaubt, daß es Frankreich in 5 Jahren möglich fein wird, ständig jährlich größere Summen cm Amerika zurückzuzoh- len, anfangend mit 100 Mill. Doll, fährt., die sich allmähilch steigern, bis die Schuld getilgt fft. Die Hälfte der ersten Iahreszahlungen von 50 Millio­nen Dollars sollen von den Bereinigten Staaten für die ftanzösische Industrie verwendet werden, I so zum Beispiel zur Finanzierung der Elekttisierung der französischen und belgischen Eisenbahnen, um so gewissermaßen das Geld doch wieder in anderem I Sinne Frankreich nutzbar zu machen.

Amerikanifcherseits verhält man sich diesem Zahlungsplan vorläufig noch reserviert gegenüber, I weil man zunächst einmal die Ergebnisse der Durch- I führung des Dawesplanes, auf die sich ja zmn I großen Teil der Plan von Hurley aufbaut, abwar- | ten will. Denn gewissermaßen geben die aus dem j Dawesplan geleisteten Reparationszahlungen I Frankreich die Möglichkeit, seinerseits seinen Der- I pflichtungen Amerika gegenüber nachzukommen.

-»greifen, nnb wenn er e» getan hätte, wäre der fltiea ®e95 befriedigen. Eine große Protestaktion ist im I in vier bi» sechs «ochen siegreich beendet gewesen wie I Gange. Diese richtet fich auch besonders dagegen, e« 191* vielfach erwartet worden war. Die Verluste I daß das ganze Gebiet in feinem Gerichtsbarkeit- I waren selbstverständlich schwer gewesen, über sie wären I bebürfnis unbefriedigt bleibt, bas immerhin recht

,32t)rcn de» Schützen- ferne Derviers soll, obgleich es dort keine deutsch.

M»!L?2te«a|Tu1n8. Jet bi« Schuld I sprechenden Richter gibt, der Sitz des maßgeben- Zentrum und Demokratie klage"er dieser Schuld I ®ert<£ts bleiben, während auch die größten an. Eie seien die .Bluthunde', die btefe Opferte- a(fo ®Hpen'. Malmedy und

fordert haben.' m 6 I 6t. Dtth, fich mit einem Polizeirichter begnügen

Was Ludenbvrff hier wieder aufftischt, fft die Ä?' "" fÜr bie fkinften vergehen zustan.

«Ite Legende von den angeblich fehlenden drei Armee- I 9 ’ ■ - . -

korPS. Diese hat längst ein politischer Freund Luden- I A , ,.

dotffS, General a. D. v. W r i S b e r g, widerlegt, der | FasZlsteNs KllSschreitUNgeN.

in seinem Buch „Heer und Heimat" darüber sagt: I Der Bischof von Foligno richtete an Mus- »Dem von 1009 bis 1913 cm der Spitze des Kriegs- I Mini ein Telegramm, in dem er über Ausschreitmi-

Generalobersten v. Heeringen I gen von Faszisten vor dem katholischen Vereins-

die vomGeneralstabgefordertendret Armee» ° l ksp a r te i verurteilt m eurer längeren Aus- korps dnrchgefetzt oder, wenn die» nicht zn erreichen M“?8 Iebe är* Don Gewalttätigkeit; sie ersucht die aetoefen wäre, nicht seinen Abschied erbeten hätte I Lokalgruppen, den friedlichen Charakter der Partei General b. Heeringen weist darauf hin, daß die drei I Zu betonen und nicht in der Opposition zu verhar- neuen Korps bis 1914 gar nicht hätten aufgestellt I ren. Die Partei sei bestrebt, den Zustand der Merrn OTb° babnr* fc? 3n Ordnung und Freiheit wieder herzustellen und so

punkt gestanden, daß die Beschaffenhett der Zahl bar. bere.t-n. An h.-i. (fr«—* anzustellen fei. AuS diesem Grunde hatte bann auch Seine Majestät der Kaiser sie abgelehnt und dem Chef de» GeneralstabeS davon persönlich Kenntnis gegeben.

General v. Heeringen hätte geradezu frivol gehar> delt, wenn er damals beim TtzronSortrag diese seine schwer, wiegenden »ebenfen nicht zur Geltung gebracht Hütte.'

Generalmajor v. WriSber^. der dem General I gestürmt worden.

Subenborff so nahe steht, weist dann weiter nach, I -------------------------

r£* zahlenmäßig überhaupt * Sehorsamsverweiqernng holländischer Soldaten.

' ®-neraIftab am ersten Aus Breda und Bergen op Zoom wird über 'h«r Ersahdivifionen auf. Zwischenfälle berichtet, bie sich anläßlich der Ein- SSÄL Wetter darauf bin, daß die berufmtg einiger tausend Soldaten der Jahrgänge

meerorp- nach I 1918/19 für Reserveübungen ereignet haben. Me nicht gebraucht Eingezogenen haben johlend und schreiend die »Nicht drei | Straßen durchzogen und die Passanten belästigt.

«ie haben den Offizieren ben Gehorsam verweigert und hnen kerne Ehrenbezeugungen erwiesen. Außer der städtischen Polizei mußte auch Militärpoliiei aufaeboteu weiden, um die Rude wieder bXS