Fuldaer Zeitung
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Zur Unterhaltung.
Nr. 211 vom l0. Sept. 1924. |
Das deutsche Lied.
Dir Deutsche neigen bekanntlich zum „Abstrahieren", e»d) zum Abstrahieren von der lebendigen Gegenwart, ju dm: wir uns bewegen und sind. Dazu kommt noch die Steigung zum „Katalogisieren", zum Cinreihen aller Er. jcheinungen des Lebens in wissenschaftlich einwandfreie Igerzeichntsse. Kaum tritt uns etwas als neu und bedeutsam entgegen, so „reihen wir es ein", sei es in ein schon vorhandenes wissenschaftliches System, sei es in eine von uns schon erkannte geschichtliche Entwicklungsreihe. And schallt uns irgendwo ein neues Lied entgegen, so lauten — leider — unsere ersten Fragen: „Expressiv- llirmus? Naturalismus? Klassizismus? Beeinflußt WM . . .? oder von . - .?"
Diese manchmal beinahe kScherlich wirkende deutsche Eigentümlichkeit spielt eine nicht geringe Rolle bei der Würdigung des deutschen Liedes, besonders des deutschen Volksliedes. Nachdem dieses seit dem W. Jahrhundert mehrmals nacheinander entdeckt oder wieder entdeckt, dazwischen von andern Strömungen vorübergehend zurückgedrängt worden war, stehen wir heute im Sängerleben unzweifelhaft im Zeichen des deut- scheu Volksliedes. Aber da zeigt sich eben wieder unsere bedauerliche Eigentümlichkeit. Und zwar nach verschiedenen Richtungen. Einmal quälen wir uns ab, auf theoretischem Wege den Unterschied zwischen Kunstlied" und ...Volkslied" endgültig festzulegen, statt frisch und froh wie der Vogel in den Zweigen zu s i ng e n, was dem Sichleu unserer Zeit und unseres Herzens entquillt. Und dann glauben wir vielfach, beeinflußt von der Volkslied- Forschung, daß eigentlich nur die alten, etwa die spät- mittelalterlichen Lieder oder die Lieder der Landsknechts» zeit, echte Volkslieder seien — wie wenn die Gabe, volkstümlich zu fingen, der Gegenwart gänzlich abhanden gekommen wäre. Ein schier verhängnisvoller Irrtum! Zwar sind Landsknechtslieder in nicht geringer Zahl heute in den Büchern der wandernden Jugend zs finden; einige werden sich auch halten; aber im ganzen ist doch zu betonen, daß außerordentlich viele jener älteren Volkslieder nicht mehr dem Fühlen und dem Geist unserer Zeit entsprechen und infolgedessen auch nicht mehr zu einem Scheinleben erweckt werden sollten. Einige v»nige freilich werden wohl Ewigkeitswert behaupten.
Wenn wir also heute nach dem deutschen Lied, nach dem deutschen Volkslied uns umsehen, so wollenüwir nicht bloß in die weit zurückliegenden Jahrhunderte schauen, sondern auch die ganze Neuzeit und selbst die jüngste Vergangenheit und die Gegenwart als den Brunsen betrachten, aus dem wir schöpfen können, so wie ei z. V. Karl Reisert in seinem Deutschen Kummers buch (Herder 1924, 13. u. 14. Ausl.) und in der dazu gehörigen Klavierausgabe „Deutsche Lieder" (6. Aust.) gehalten hat. In diesem Buch sind beispielsweise Zeitgenossen wie Simon Breu, Vinz. Goller, Phil. Gretscher, Wich. Nieveling und andere vertreten, als Tonsetzer von — Volksliedern. Ja, sagen wir das offen heraus: als Tonsetzer von Volksliedern. Wir sollen wr endlich einmal die veraltete Anschauung aufgeben, ald ob der Dichter und Sänger eines Volksliedes unbekannt" fein müßte oder aber nicht mehr unter uns leben dürste.
Und auch von der Anschauung muffen wir uns frei machen, daß ein „Volkslied" unter allen Umständen eine recht lange Lebensdauer oder gar Ewigkeitswert haben muffe, wenn es würdig fein solle, von uns gesungen zu werden. Diese Aeugstlichkeit hemmt nur den unbekümmerten Ausdruck des Seelenlebens einer Zeit. Wenn sich der Geschmack in dreißig oder fünfzig Jahren ändert — in Gottes Namen! Ein Lied, das so lange gesungen worden ist, kann sich getrost von andern ab- lösen lassen. Es hat seinen Zweck erfüllt, es hat die Stimmungen einer Zeit zum Ausdruck gebracht, es ist auf diese Weise geschichtlich geworden. Wie ein Blatt kann es vom Baume fallen, um neuen Knospen Platz zu machen.
Freilich, es gibt unter dem, was gesungen wird, auch Eintagsfliegen von ganz besonderer Art. Ich meine die sogenannten Gassenhauer. Gehören auch diese zum deutschen Lied, zum deutschen Volkslied? Ja, wenn sie Erzeugnisse desdeutschenVolkes wären, könnte man sie dazu rechnen. Aber von ihnen gilt, was Friedrich Rückert in einem andern Zusammenhang einmal sagt:
„Ich dreh' an allerlei Rädchen, Ich spinn' an allerlei Fädchen, Doch Deutsches ist nichts darin."
Es ist nichts Deutsches darin, weil sie erwachsen aus dem Boden der internationalen Großstädte — und weil ihr Inhalt nur dem Fühlen eines an Zahl beschränkten Volksteils entspricht. Aber sie können trotz ihrer Ein- tagsfüegennatur doch verhängnisvoll wirken. Da fft irgendwo ein Gartenbeet, auf dem edle Blumen wachsen. Der Wind bläst eines Tages eine Samenwolke von Unkraut auf das Beet. Dieser Same keimt, und frech wuchernd schießt das Unkraut empor, raubt den edlen Blumen (Erbe, Lust und Licht. Im Herbst ist es zwar mit dem einjährigen Unkrauts Herrlichkeit vorbei, aber es hat Schaden gestiftet, es hat des Gartenbeets Schön- .......... ■ 1
heit beeinträchtigt, es hat die Freude getrübt ober zer- stört. So wirkt der moderne Gaflenhauer.
Diesem Auswuchs des deutschen Liedes müßte der Krieg erklärt werden. Wir müßten den Mut haben, von Fall zu Fall auszurufen: Run ein Ende mit „Pupp- chen, du bist mein Augenstern!" Oder: Weg mit dem neuesten überseeischen Schlager, dem blöden „Ausgerechnet Bananen!" Aber — und damit komme ich auf einen schon oorgebrachten Gedanken zurück — diesen Auswüchsen kann n ich t erfolgreich entgegengewirkt werden, wenn wir uns tat Singen auf das „historische" Volkslied be- schrünken. Seine vielleicht oft etwas hölzerne, etwas zu altväterliche Biederkeit wird der frechen Unbekümmertheit des Gaffenhauers unterliegen. Erfolg wird in diesem Wettkampf in der Regel nur das zeitgenössische Lied haben, das erwachsen ist aus dem Fühlen der Gegenwart, ersonnen von einem klaren Kopf, erfühlt von einem deutschen Herzen, in Töne gesetzt von einem in des Lebens Lust und Leid erprobten Gemüt. Eine kostbare Auslese aber aus den nach Wort und Weise zeitgenössischen Liedern bieten die oben erwähnten durchaus nicht bloß für die Studenten bestimmten Sammlungen, das „Deutsche Kommersbuch" und die „Deutschen Lieder", und wir zweifeln nicht, daß sie im Kampf mit dem Gaflenhauer siegreich durchhalten werden. Enthalten sie doch nicht nur vom Alten, was Dauerwert hat, sondern auch zahlreiche Neuschöpfungen, die selbst vielleicht Jahrzehnte und noch länger lebendig bleiben werden bei allen Freunden des edlen deutschen Liedes.
Peter Schneider.
Reisebriefe aus England.
11.
We dv not destroy the past in this country — wir zerstören nicht die Vergangenheit in unserem Lande! So sagte ein englischer Professor in einer Vorlesung über englische Verfaffungsgeschichte, in der er auf die Elastizität der britischen Verfassung hinwies. Ihre beweg- üchen Schranken gestatten einerseits leicht Modifizierungen und Neuerungen, andererseits werden sie bewahrt und geachtet aus einer konservativen und besonnenen Sinnesart des Volkes. Seit 1688 hat England keine Revolution gesehen — England ist das Land der Reformen. Es ist eine wundervolle Fähigkeit eines Volkes, an seiner Vergangenheit festzuhalten und doch nicht rückständig bei ihr zu verweilen, sondern Altes und Mt- verehrtes umzuformen und mit dem Neuen segensreich zu vereinen.
Jene Rede wurde in der altertümlichen Universitätsstadt Oxford gehalten, und so war sie besonders beziehungsreich zu dem, was ich mit Augen um mich sah; denn alles dies war gleichsam eine handgreifliche Bestätigung jener Worte. Wert und Schönheit geschichtlicher Betrachtungsweise begreift man zutiefst inmitten der edlen mittelalterlichen Bauwerke dieser Stadt. Es fft wie ein schöner Traum, wenn man durch die Höfe der Colleges wandert, von denen Oxford über 20 besitzt. Durch große turmgekrönte Torwege tritt man in die jetzt sehr stillen Gebäudeoierecke, die überall irgend eine Schönheit gothifcher Baukunst aufweisen, sieht sich in dunkelgetäfelten Hallen, wo alte Porträts von den berühmten Söhnen des College berichten, streift durch stille Bibliotheken und Bildergalerien, die den Schatz kostbarer Drucke, Manustripte und Gemälde bergen. Betritt man bann trgenb eine ber Kapellen, die an diese Gebäude- vierecke angeschloflen stad, so steigen aus dem Dämmer- licht buntverglaster Fenster neue sinnbezaubernde Schönheiten empor. Ich gedenke hier vor allem der Christ Church, der „Cathedrale" von Oxford. Uraltes Mauerwerk aus angelsächsischer Zeit ruht in den Fundamenten, schöne romanische Bogengänge wölben sich um das Schiff, und im Chor fft reichstes Pfeilerwerk des 15. Jahrhunderts leicht und anmutig zu einem spätgochi. scheu Deckengwölbe verschränkt. Mitunter tritt man unmittelbar aus dem ernsten Viereck der ehrwürdigen Gebäude in schöne Parkanlagen mit tiefbeschattenden Bäumen, sorgfältig gepflegten Blumenbeeten und sonnig- grünen Rasenflächen. Hier in diesen Colleges wohnt der größte Teil der „Undergraduates" (Studierenden) nach alter Tradition beisammen. Auch die akademische Tracht, bestehend aus einem schwarzen talarähnlichen Gewand und einer eigenartigen viereckigen Kappe, fft altertümlich. Als ich den englffchen Dichter John Masefield, der Ehrendoktor der Universität Oxford fft, in einem Vortrag über feine Kunst hörte, war er angetan mit einer malerischen Robe aus Silber- und Purpurstoff.
Das Stadtbild von Oxford wird überragt von der Kuppel der Radcliffe Camera, einer machtvollen Rotunde im englischen Renaissancestil, die eine Bibliothek und einen großen Lesesaal emschließt. Von der Galerie, die um die Kuppel herumführt, hat man einen unvergeßlichen Blick hinab in die alten Höfe und auf die kupfergrünen und ziegelroten Dächer des Colleges, wahrend ringsum grau und weiß die zahllosen Türme, Türmchen, Fialen und Zinnen emporstreben. Und van allen Seiten schlagen die Uhren die stille sonnige Nachmittags- ftunbe . . .
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Ganz nahe ist High Street, die Haupfftraße Oxfords, mit dem großen Turm des Magdalen College im reichen Perpendicular Style und dem schönen fialengeschmückten Kirchturm von St. Mary the Virgin. Don Südwesten her grüßt der Tom-Tower, der Turm von Chrfft Church, in englffcher Spätgochik entworfen von Sir Chrfftofer Wren, dein Erbauer von St. Paul in London. Ueber dieses märchenhafte Stadtbild hinweg erreicht der Blick die sanften sonnigen Hügel, die ringsum die weite Tallandschaft der Themse und des Cher- well abschließen.
12.
3m Anfang dieser Briefe hatte ich die Haltung des Engländers dem Deuffchen gegenüber als versöhnlich und entgegenkommend gekennzeichnet. Dieser Eindruck hat sich im Laufe der Wochen beftätigt Ich habe nirgends eine Spur des Haffes und der Geringschätzung auf Grund meiner Nationalität bemerkt.
Ich glaube sagen zu können, daß die Erscheinungen der Kriegspsychose überwunden sind. Freilich wurde in den letzten Wochen in einem besseren Kinematographentheater Ides Londoner Westens noch immer ein Fllm gezeigt, in dem deutsche Soldaten sich in französischen Schlößern in der „bekannten" abscheulichen Weise betragen. Der Tag, an dem England vor 10 Jahren in den Krieg eintrat, war ein Gedenktag im ganzen Volke. Tausende legten Blumen nieder am dem Ehrenmale in Whitehall in London, das den „ruhmreichen Toten" geweiht ist. Der Krieg Hai ja auch England schwere Wunden geschlagen, man gedenkt mit Resignation der Opfer, die er gekostet und steht einem neuen etwaigen Kriege im allgemeinen mit starker Abneigung gegenüber. Noch immer hakt man an der scheinheiligen Annahme fest, daß England für internationales Recht, für die Gerechtigkeit und den Frieden der Welt in den Krieg habe ein treten müssen. Ein vielgelesenes SonntagsblaÜ bringt es fertig, die Bilder eines deutschen Schützengrabens und eines zerstörtem französischen Dorfes zu veröffentlichen mit der Ueberschrfft: „Damit mir nicht das deutsche Verbrechen vergessen". In anderen Kreisen gibt man zu, daß die Furcht vor der wachsenden deutschen Flotte England in die Bündnispolitik getrieben hat, die zum Kriege führte.
Was das Vergnügen am Reisen in England ettvas trübt, das sind die Preise, die 50 bis 100 Prozent höher sind als bei uns; England gehört zurzeit zu den relativ teuersten Säubern überhaupt. Allerdings sind die Löhne und Gehälter entsprechend hoch (ein Eisen- dreher z. B., der in Deutschland ca. 30 Mk. Wochenlohn erhält, verdient in England 70 Schillinge), sodaß der Engländer trotzdem besser leben kann als her Deutsche.
13.
Als unser Dampfer den Hafen von Harwich oer- ließ, konnte ich auf eine selten schöne Reisezeit zurück- Miden. Die Lichterketten des Quais versinken, die geisterhaften Silhouetten der Dampfer, die hier vor Anker liegen, verdunkeln in der Nacht. Rote Lichter blitzen auf den schwarzen Wellen auf, Glocken klänge der Läutbojen tönen herüber, unserem Dampfer den Weg weisend Sturmgepeiffchter Regen treibt uns hinab in die Kabinen, wo man sich dem Schlafe hingibt — oder der Seekrankheit , - ,
Regen und Dunst ist auch andern Tags über dem holländischen Land, seinen zahllosen grünüberzogenen Kanälen» die jedes Stückchen Weideland umgrenzen, seinen weiten Flächen rotblühenden einsamen Heidelandes.
Fast mit Rührung sieht man hinter Bentheim auf die vorbeiziehcmden Getreide- und Kartoffeläcker des fleißigen deutschen Lamdmaimes, und man weiß sich mit einem Gefühl des Glücks wieder in ber Heimat, wenn der Zug durch schwere, endlos scheinende Walder jn stundenlanger Fahrt Xchinbraust.
wem die Letter mischt.
Ei« heiteres Stückchen hat sich in einem Dorfschul- hauS in Ostpreußen zugetragen. Da klopft die Frau Lehrer des Morgens an der Klaffentür: „Mann, nimm mit doch einen Schinken aus dem Rauch!" Gut, der Herr Lehrer donnert seiner Klaffe zu, daß sie sich ruhig Verhalten soll, dann geht er hinaus, begibt sich in die Räucherkammer und steigt auf einer Leiter in den Kamin Humus. Aber das Unglück schläft nicht. Mit einem Mal fährt ein Wagen vor, und — der Herr Schulrat steigt aus, gerade als die Frau auf den Hof gehen will, um die Hühner zu besorgen. Voll Schreck laßt sie alles fallen, was sie in Händen hat. Der Herr Schulrat aber als höflicher Mann hilft ihr die Scherben auflesen. Dabei fallt ihm auf, daß ein furchtbarer Lärm aus dem Klassenzimmer zu ihm herüberdringt.
„Ist der Herr Lehrer nicht zu Hause?" fragt er argwöhnisch.
„Natürlich, natürlich," beeilt sich die Frau zu ant- Worten. „Ich weiß gar nicht, wie es kommt, daß da so gelärmt wird."
Na jedenfalls, der Herr Schulrat geht nachsehen, die Frau bleibt ängstlich hinter ihm. Richtig, der
Lehrer ist nicht drin. Fragend sieht der Schulrat die Frau Lehrer an. Die weiß sich keinen Rat. „Herr des Himmels, wo steckt bloß der Mann?"
„Mann! Mann!" ruft sie und läuft im Haus um- her. Endlich kommt ihr eine Erleuchtung. „Herr des Himmels, der Mann steckt womöglich noch im Ranch l" Sie reißt die Tür der Räucherkammer auf, und richtig, da oben schwebt der Lehrer an der Kaminstange zwischen Würsten und Schinken und bemüht sich vergebens, die heruntergeglittene Leiter zu erreichen und schreit aus Leibeskräften.
„Mann, der Herr Schulrat ist dal" fchreit die Fran zu ihm herauf. Und er war auch wirklich schon da und stand unten an der Räucherkammer und nahm den verräucherten und geschwärzten Lehrer, der eher einem Schornsteinfeger glich, in Empfang. Aber er wurde schnell versöhnt. Denn der Lehrer, ber in der Räucherkammer so gut Bescheid wußte, erwies sich auch als ausgezeich, neter Erzieher. Mf;
Aus aller wett.
— Kinosrequenzen. Flimmerfreie Wandelbilder entstehen, wenn nicht weniger als 15—16 Bilder in der Sekunde vorgeführt werden. Ueber die Frequenz 20 wird wegen der Schonung des Filmstreifens bei der Vorführung kaum hinausgegangen. Anders ift’s bei der Aufnahme. Man kann so langsam kurbeln wie man will. Hochfrequenz-Aufnahmektaos liefern anderseits 100 und mehr, die Zeitlupe gar bis zu 800 Bildern in der Sekunde.
— Wozu Frauenhaare gut sind. In der Chemiker- Zeitung ist ein auwmatischer Nebelsignalapparat, deffen Erfinder F. C. Hingsburg vom amerikanischen Leuchtfeueramt ist, beschrieben. Hingsburg benutzt Frauen- haare, die sich bei feuchter Luft verlängern, bei trockener dagegen zusammenziehen. Zehn über eine Holzscheibe gespannte, etwa 40 Zentimeter lange Strähnen von chinesischen Haarzöpfen stehen an jedem Ende mi! empfindlichen Federn in Verbindung. Diese Federn betätigen Stangen und Ventile. Wenn die Luft genügend feucht ist (wenn also Rebel herrscht), verlängern sich die Haare derart, daß ein Ventil geöffnet wird und die Rebelfirene zu heulen beginnt. Verschwindet der Rebel, so ziehen sich die Haare wieder zusammen, und die Sirene schweigt. Eine Stunde nach Verschwinden des Nebels ist der Strang wieder völlig trocken.
— Mäßigkeit in alter Zeit. Um der grenzenlosen Völlerei zu steuern, gründete der Landgraf Moritz von Heflen 1601 einen Mäßigkeitsorden, dessen Mitglieder sich verpflichten mußten, „täglich wenigstens nicht über fiebert Humpen Weins zu sich zu nehmen". Mit dieser „Mäßigkeit" wäre auch heutzutage noch mancher Trinker zufrieden. .....................
heileres.
Erkannt. Frau: „Karl, du wirst jeden Tag hütz- scher!" — Gatte: „Ich bedauere, Isabella, aber ich hm augenblicklich sehr knapp bei Kasse."
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Der vorsichtige Ehemann zu seiner jungen Frau: „Da Du die Köchin entlassen hast und aus Sparsamkeit selbst kochen willst, so habe ich Dir ein Buch mitgebracht." —' Sie: „Eta Kochbuch?" — Er: „Nein, es heißt: Erst, Hllfe bei Unglücksfällen",
Sein Steckenpferd. Zoologie-Student zum anderu: Du, Spund, nimm dich vor Prof. Knöterich bei der Prüfung in Acht, der hat seine Steckenpferde, er reitet mit besonderer Vorliebe auf dem Igel uni) auf der Schwalbe herum!" #
Elternratswahl. Klein-Gretchen bringt zwei Zettel aus der Schule mit. „Hier, die Zettel soll ich Euch geben. Die Lehrerin sagte, das wären Stimmzettel für die Elternwahl?" — „Da sollt Ihr Euch wohl neue Eltern wählen? — Nachdenklich steht Grete da. Plötzlich meint sie: „Ja, aber ♦ wähle Euch wieder. Dich und den Batt."
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So gehts manchmal. Junge Frau: „Ach, liebe Freun- bin, ich bin schon ganz unglücklich. Erst kam mein Mann immer schnell mit ber Elektrischen nach Hause, dann ging er zu Fuß, und jetzt macht er sogar schon Umwege."
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