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Samstag, 6. September 1924.
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Wohlfahrt geschaffen hat? Wollen wir wieder Wohlfahrt in ollen Shichten des Volkes, so müssen sich wieder aus allen Suchten des Volkes neue Helfer und immer wieder neue in die Truppen einreihen, neue Führer und Unterführer sich ausbilden. Mit 5% Hunderttausend ist es nicht genug, auch nicht mit TVi Hunderttausend, wie in der Vorkriegszeit.
Jeder erwachsene deutsche Katholik gehört in den Volksverein für das katho. lische Deutschland!
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baut hätten. Und doch hat auch der Volksoereinsverlag alle Leiden der Besatzungszeit, des Ruhrkampfes und der wirtschaftlichen Depression durchgekostet. Belief sich sein Schriftenabsatz 1921 auf dreivieriel Millionen Stück, so sank er 1922 auf weniger als die Hälfte und im letzten Berichtssahre auf weniger als ein Drittel dieser Ziffer. Die ganze Literatur der Kriegszeit mußte abgeschrieben werden. Unzähstgs kleinere Schriften, welche d>e alte Staatsform und das aste Wirtschaftsleben der Vorkriegszeit und der Kriegszeit zur Grundlage und Veranlasiuirg ihres Inhaltes haften, ivaren unbrauchbar geworden. Eime neue Wirtschafte- und Sozialpolitik, ein neues Waatsbürgertum, eine neue Apolegsttk, eine neue Volksbildung muß aufgebaut werden. Aber wenn Sie unser Schriftctnverzeichnis nehmen und Namen finden, wie August Pieper, Anton Heinen, Emil van den Boom, um nur einige ältere zu nennen, die immer wiederkehren, fo sehen Sie den Beweis erbracht, daß das Pfftchtgefühl des Bolksvereins dem Berufe nachstrebt, das deutsche Volk über die aus der wirtschaftlichen Entwicklung erwachsenen Aufgaben zu belehren. Fast unzählig sind die Scharen derer, die auf dem soliden Fundament solcher Verkagsschristen in allen Schichten des Volkes in allen Landesteilen das ganze Jahr hindurch auf Kursen, Konferenzen imi> Versammlungen den Segen ausstreuen, aus dem em neues Führergeschlecht für unsere Zeit erwachsen soll. Die Zeit der gebundenen Kriegswirtschaft und der Zwangswirtschaft wies auch der wirtschaftlichen und sozialen Arbeit des Volksvereins bestimmte Bahnen.
Je mehr die Arbeit unseres Volkes wieder nach den der Wirtschaft eigentümlichen Gesetzen und Formen sich betätigen kann, stiegen vor unseren Augen wieder die traditionellen Aufgaben des Volksvereins empor, die auf dem Gebiete der sozialen Reform und des Ausgleichs der sozialen und wirtschaftlichen Gegensätze in unserem Volke liegen. Da ist zu nennen: die Erziehung zur Arbsits- gemeinschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die Versöhnmrg von Produzenten und Konsumenten, die Vorbereitung einer Handelspolstik, die im Gesamtwohl diont, die die Landwirtschaft nicht schädigt, der Industrie aber und ihren Arbestern den Absatz ihrer Produkte imb die Kaufkraft ihrer Löhne bessert, die Propaganda für das Recht eines gefunden, selbständigen Mittelstandes, eines arbeiitsfreudigcm privaten und öffentlichen Beamtentums, die Erziehung zu einem sparsamen, Fami- lte und Volk kräftigenden Konsum. Je drückender die Lasten aus dem verlorenen Kriege auf uns liegen, um so notwendiger erscheint die Volksoereinstätigkeit in allen diesen Beziehungen. Die Wohlhabenheit der beiden Vorkriegsjahrzehnte ist dahin. Not ist in alle Stände und Volksschichten eingezogen. Unruhe und Verbitterung sind ihre Begleiterinnen gewesen. Damtt hat sich ein Nebel von unklaren Bestrebungen, Hoffnungen und Vorurteilen Über unser Volk gelagert, welcher der volkszerstörenden Selbstsucht Zugang in Polstik und Wirtschaft weiterhin «gestattet und unsere Aufklärungsarbeit er- sckpvett. Die endgültige Lösung der vorhin cmf- gezeichneten Aufgaben obliegt nicht uns, sondern teils den politischen Parteien, die im Volksstcntte regieren, teils den großen WirtsHastsverbänden und den Berufsvereinigungen. Zur Lösung hat der Bolksverein keinen Beruf, keine Vollmacht, keine Zuständigkeit. Wohl aber überlasten uns alle jenen Stellen die grundlegende staatsbürgerliche wirtfchasts- und sozialpolitische Aufklärung, Belehrung und Schulung, die Austreibung des Geistes der reinen Selbstsucht, die todjärfung des Willens zur Volksgemeinschaft, die Airfriftttümg des sozialen Gewissens imd die Aneiferung und Hinführung zu geordneter staatsbürgerlicher und wirtschaftlicher Tätigkeit.
Wir stauben dieser Aufgabe unsere ganze Knast und alle Mittel gewidmet und auch nicht ohne Erfolg gearbeitet zu haben; aber es liegt in der Natur dieser Auf- qaben, daß wir nie vollkommen zum Ziele gelangen. Es werden im Laufs der wirtschaftlichen. Entwicklung immer neue Notstände bloß gelegt, die vordringlicher uns an die Arbeit rufen. Und heute ruft es überall zur sozialen Arbeit. Der allgemeine Notstand fordert ein allgemeines Aufgebot. Wer wollte dem Rufe nicht folgen? Wer rootote hier am Grabe Windthorsts, des I Gründers des Volksvevsins, diesen Ruf nicht hören? Wer wollte nicht mit zu der zwetten halben Million der sozialen Miliz zählen, die er als Trupps für die Volks-
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— Funde im Reiche der Azteken. Reue Anhaltspunkte über die Ausdehnung des Reiches der Azteken, der Ureinwohner von Mexiko, die 2 bis 3 Jahrhunderte hier lebten, ehe die Spanier den Boden betraten, geben in jüngster Zeit die Auftehen erregenden Entdeckungen des Archäologen Dr. B. F. Schappelle von der Universität von Nevada (Amerika). Auf einer Forschungsreise entdeckte er an der Felswand einer Höhle im östlichen Nevada Figuren und hieroglyphenartige Steininschriften in aztekischem Charakter. Die Gelehrten sind der Met- nung^ daß man bei weiteren Nachforschungen auf eine Stad' an den Ufern eines unterirdischen Flusses stoßen werd-. In einer Grabhöhle fand man fünf menschliche Skelette. Es sind dies die nördlichsten Spuren der Azteken, di: bis jetzt überhaupt entdeckt worden sind. mf.
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«acholische Welt. Das Septemberheft der all. gemein beliebten und bekannten Familtenzettzchrift ..Die katholische Welt" (Verlag der Kongregation der Pallottincr, Limburg a. d. Lahn) liegt uns vor. Es zeichnet sich wieder durch einen vorzüglichen belletrrst. Inhalt aus. Aus dem textl. Teile erwähnen totr den vorzüglichen Roman „Herthas Wahl', eine Erzählung aus kathol. Vereinsleben von Hubertus Kraft, Graf von Strachwitz — Gebannte Serien, Novelle von Theodor Liefertz — Im Syrerlande von Fr. Mielert — Die Befreiung vom Uevcrflüssigen, von Joseph Lucas. — Eine gute Orientierung über die laufenden Zettererg. niste bietet der „Webstuhi' vom Herausgeber. Auch der .Büchertisch' bringt treWiche Referate und orientiert über die neuesten literarischen Erscheinungen. Schließlich sei noch bte Beilage .Für die Frauen und Töchter' erwähnt, die ein vorzüglicher Ratgeber in Fragen des Haushaltes, der Erziehung, der Mode und Handarbeiten ist. Die gehaltvollen Illustrationen find au» den ver. schiedensten Gebieten entnommen. Die ganze Zeitschrift empfiehlt sich schon auf den ersten Blick durch gefällige Ausstattung und den sauberen Druck. Der Bezugspreis üt wirklich mäßig, nur 1 Mark hat man für einen Vierteljahrs bezug eins chliehlichPorto aufzuwenden.
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Auf der Generalversammlung des Dolksvereins für das katholische Deutschland, die im Anschluß an dem Katholikentag in Hannover abgehalten wurde, erstattete der Geschäftsführer des Volksvereins, Dr. H 0 h n, den Bericht für das Jahr 1923-24. Er führte aus: Der Jahresbericht 1923=1924 weist einen Ausfall von nmd 43 000 Mitgliedern auf. Etwa das Doppelte dieser Ziffer haben wir in den beiden vorousgegcmgenen Jahren verloren. In München berichteten wir von rund 687 000 Mitgliedern, darunter 155 000 Bezieherinnen der Frauenhefte. Heute haben wir nur 546 000 Mitglieder, darunter 126 000 Bezieherinnen der Frauenhefte. An Frauenabonnenten verloren wir in zwei Jahren 20 000, an Märmer-Mstaliedern 120 000, von letzteren bis Juli dieses Jahres noch 5000, wovon drei Viertel auf die Rhein- Provinz entfielen. Während wir tn den zwei Berichtsjahren vorher aus Westfalen noch 2000 Mitglieder gewonnen, haben wir in dieser Provinz in diesem Jahre 8000 verloren, ferner 4000 in Bayern, 2000 in Württemberg, 4000 in Baden, 1000 im (Saargtbiet. Ich brauche nur drei Dinge zu nennen, Arbeitslosigkeit, Inflation und Ruhrbesetzung, um diesen Rückgang zu erklären. Schon vor München hatten mir unseren Mitgliederbeitrag erhöht. In München wurde der engere Vorstand ermächtigt, die Beiträge der Geldentwertung anzupassen. Aber die Inflation des Vorjahres hot alle Vorberechnungen über den Haufen geworfen, fo daß bet der Umstellung auf Goldmark die für 1923 eingegangenen Zahlungen aus der Rechnung vollständig verschwanden. Deshalb gibt die Abrechnung der Zentralstelle nur die Einnahmen wieder, die sich aus der Zahlung des Sei» tmgs von ein Mertel Goldmark für das letzte Vierteljahr 1923 und das erste Halbjahr 1924 ergeben. Schließt auch das letzte Halbjahr mit einem Ueberfchutz von 37 000 Mark ab, so bleibt doch tn Der Orgmnsationsbilcmz vom 31. Dezember 1923 noch ein Rest von 27500 Mk. zu decken. Eine sorgfältig vorgenommene Etats der echnung für das laufende Finanzjahr 1924/25 läßt hoffen, daß dieser Verlust bis zur nächsten Generalversammlung verschwunden fein wird. Es besteht sogar Wahrscheinlichkeit, das unsere Leistungen für 1925 auf 5 Hefte gebracht werden können.
Wesentlich dazu beitragen wird der vervollkommnete Ausbau unserer Sa nbe 5 $ e n t r ale n. Don Oktober ab sind für die Diözesen Trier, Paderborn, Hildesheim und Osnabrück hauptamtliche Landessekretariate vorgesehen. Das Sandessekretariat in Saarbrücken im Saargebiet, Frankfurt am Main (für das Gebiet der Diözesen Limburg, Fulda Mainz und Speyer) wurden kürzlich neu besetzt. Der schlesische Landessekretär ist für dem Dolksverein vollständig sreigestellt. In Oberschlesten und Ermland werden Dezirkssekretariate errichtet.
Vergleichen Sie die Etatsposten des laufenden Finanz- fahres mit denen der Vorkriegszett, so erkennen Sie, daß wir der kommenden Entwicklung unserer Organisation mit Vertrauen enitgegensehen dürfen. Es faßt die Mitgliederziffer nicht mehr so ins Gewicht, weil große Aufgaben, die m der Vorkriegszeit dauernd bedeutende Zuschüsse forderten, wie das soziale Archiv, das soziale oiiubentenfefretariat, Volksbüros, Arbeitersekretariate und viele Flugblätter größtenteils weggefallen sind. Das ergibt eine Ausgabenminderung von über 100000 Mark. Sollten freilich derartige Anforderungen erneut an uns gestellt werden, so wird eine erhebliche Steigerung der Mitgliederziffern notwendig sein. Wie der Bericht auf« weist, hat die Konferenz und KursuStätigkeit ungeachtet aller Erschwerungen durch die Lage der Zentralstelle im besetzten Gebiete einen erfreulichen Aufschwung genommen. Ein uns giftiges Schicksal ließ sogar in Paderborn ein Surfus- und Volksbildungsheim entstehen, das uns lange nicht so stark belastet, wie ein einziger der vorgenannten Posten der Vorkriegszett und eine gesteigerte Auswirkung unserer volkserzieherischen Arbeit ermögfiriyt.
Rettungslos wäre unsere Organisatton und ihre Zcm- tralstelle in den Jnflationsabgrund versunken, wenn wir nicht fett nahezu 2 Jahrzehnten das eigene Heim in M.- Gladbach tniit feinem gewerblichen Betriebe und dem aufstrebenden Verlag und seinen FMalgesellschasten aufge-
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