Einzelbild herunterladen
 

-9 S r-*

| NvrMWMer 10 W. (mit Mstk.Ä erksge 15 w.

FuldaerZertung

7

V t b

1

z - i i !

Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die SfabfJ^ufba.

51. Zahrg

Zreltag, 5. September 1924

Ur. 207

Anreigen-Preii:^ ftteinreüe (Colonel) lokal 0,15 Goldmarl auswärts 0,20 ®olbmart: Stetlameseile total 0,60. Goldmarl .. auswärts O,8O Goldmark. t.

Bei Wiederholungen Rabatt PostlLeckkonlo Frankfurt a. M. 4051.

BerantwortliL iür die Schrntleitung Dr. Jobaunes ft tarn er Anzeigen: I. P arreller, Fulda. Rotationsdruck und Verla« der Fuldaer »ctieudruckerei in Fulda. Fernkvrecher Nr. 9. s Monatlicher Bezugsvreis: 1.50 Mk.

(Neuschoktlaud) erreicht.

wtb nischen

Die Delkfsieger vor dem Ziel.

Loudon, 4. Sept. (Tel.) Die ametifa- Weltflieger haben gestern abend Pictou

Kriege. ______________________

Dokumente zum Verfaillee Vertrag.

wtb 2R ü n d) e n, 4. Sept. (Tel.) Den „Münch. Neuesten Nachrichten" ist es gelungen, in den Besitz äußerst wertvoller, bisher unverösfenklichec Akten­stücke. Dokumente. Briefe und Gutachten aus der Zeit der eBramng der Versailler Friedensstipula- tionen aus dem Jahr 1918 zu gelangen. Die Do­kumente sollen vor allem beweisen, daß die ameri­kanische Delegation, an ihrer Spitze Wilson, zu Beginn der Verhandlungen durchaus auf dem Boden der 14 Punkte zu stehen glaubte, daß sie also damals diese als die Grundlage für den Frieden angesehen habe. Zunächst sollen im Lause des September aus dem reichhaltigen Material Ab­schnitte veröffentlicht werden, die die Frage der Entwaffnung Deutschlands, die Lriegsschuldsrage, Amerika und die Reparationen, sowie die De- sahungspläae in Versailles betreffen.

Die Wiederherstellung her tvirtsAstlichen Einheit

Ein Erlaß Degouttes.

Gewerkschaftliches.

-- Der Verbands tag der Deutschen Buchdrucker hat aeaen ein« Stimme eine Entschließung angenommen, tit der die gewerkschaftszerstörenden Bestrebungen der Kom­munistischen Partei, denen alle Funktionäre den größten Widerstand entgegensetzen sollen, aufs schärfste verurteilt werden. .

wirtschaftliche Aampsbervegungen.

— in der wiener Metall«dustrie ist ein Kampf ausgebrochen. In einigen Betrieben der Elektrizitäts- industrie kam es zu einem einstündigen Demonstrations­streit Die Arbeiterschaft ist, wie die Blätter meiden, hauptsächlich über die Forderungen des Industriellen. Verbandes nach Verlängerung der Arbeitszeit bei der Aufhebung des 18 Prozentigen Lohnzuschlags aufgebracht. In den nächsten Tagen sollen die Vertreter der Ar­beiterorganisation für den Fall, daß die Unternehmer nicht nachgeben, über die Frage eines planmäßigen LtrsttS entiÄeihe» •

Das nette Ilnterfeekabel.

Wtb London, 4. Sept. (Tel.) Die „Times" meldet aus Newyork, daß in der Rockaway-Buchk (Lang Island) das amerikanische Ende des neuen Untersee-Sabels an Land gebracht worden ist. Mau erwartet, daß die Strecke bis zu den Azoren und Rom gegen Ende des Jahres fertig- geskellt sein werde. Durch den Gebrauch einer be­sonderen Legierung ist es dem Blatt zufolge ge­lungen, eia Sabel herzusiellen, das gestattet, 1500 Buchstaben statt wie bisher 300 in der Minute zu telegraphieren ,

Ausland.

* Oesterreichische Sparsamkeit. Wie die Presse- abteilung der österreichischen Gesandtschaft mitteilt, ist der österreichische Gesandte in Berlin mit Ruck- sicht auf die durch die Sanierungsaktion gebotene Einschränkung der Staatsbudgets zugleich mit der Vertretung der österreichischen Interessen in Schwe­den, Norwegen, Dänemark und Finnland betraut worden. Der österreichische Gesandte ist nach Stock­holm abgereist, um bei diesen nordischen Staaten das Beglaubigungsschreiben zu überreichen.

* Die Banden in Ostpolen. In den Ostgebieten Polens bat die Bandenbewegung wieder Angenommen. So überschritt in der Nacht vom 1. 9. zum 2. 9. eine vierzig Mann starke bewaffnete Bande bet Mogiljani die rnssisch-polnische Grenze, plünderte den Meierhof und steckte ihn in Brand und flüchtete dann auf geraubten Pferden in die Wälder von Michalowo. Der Kampf zwischen den Banditen und der herbeigeeilten Militärpolizei dauert noch an. Auch in Wolhynien tauchten an verschiedenen Stellen bewaffnete Banden auf. Im Zusammenhang mu den lleberfällen verhaftete die polnische Poltzet m Luck 30 jugendliche Kommunisten.

♦ Wem galten die Schüsse? Die .Tribuna' teilt mit, daß, nachdem Mussolini in seinem Automobil die Grenze zwischen den Provinzen Rom und Tos­cana überschritten hatte, anderthalb Stunden ,pater auf zwei AutoS aus Brescia, die mit großer Ge- schwindigkeit fuhren, geschossen wurde. Das Gerücht von einem Attentat auf Mussolini sei unbegründet.

Das russische Erdöl.

Den Blättern zufolge ist zwischen einem deutschen Konsortium, an dessen Spitze die Deutsche Erd- r ölge sellschaft steht, und dem Vertreter des ruf« st scheu Naphta-Shndikats Dr. Malzmann ein Erd- öllieferungsvertrag zustande gekommen, der der rus­sischen Erdölproduktion denselben Umfang in dem deutschen Pelroleumgebiet einräumt, wie vor dem

achten.

Den Garantiepaktentwurf des Völkerbunds erklärte er für erledigt, be­merkte aber, daß der englische Paktsentwurs als guter und nützlicher Beitrag zu dem Probleme zu betrachten fei und daß man sich nicht ohne weiteres für den einen oder anderen entscheiden könne, son­dern alle in den Kommissionen prüfen müsse. Ueber seine eigenen Vorschläge verweigerte er die Aus­kunft mit dem Hinweis auf seine bevorstehende Rede, ging aber wiederholt auf den Gedanken einer internationalen Abrüstungskonferenz ein unter Beteiligung Amerikas. Auf die Frage, wie er die Sage auffasse, die dadurch entstanden sei, daß ein großer Teil Europas bereits entwaffnet sei, erklärte er, daß diese in den Friedensverträgen festgesetzten Entwaffnungen ausdrücklich im Hinblick aus die allgemeine Ent- waffnung gedacht war und daß England alle Bestimmungen der Friedensverträge und nicht nur diese oder jene Bestimmungen zu achten und durch­zuführen gedenke. Ebenso sei die Ueberroeifung der militärischen Kontrolle an den Völkerbund im Friedensvertrag von Versailles festgesetzt worden.

Nach seiner Ansicht über Den Beitritt Deutschlands zum Völkerbund befragt, er­klärte er, er hoffe auf den deutschen Beitritt wie auf den Rußlands. Die Ausführungen Mac­donalds trugen durchweg eine stark pazifistische Note. In den nächsten Tagen, so erklärte er an einer anderen Stelle, müssen wir unentwegt für den Frieden arbeiten. Gleichzeitig aber riefen seine Darlegungen, saft noch stärker als die Herriots den Cindrmk hervor, daß die Probleme nod> mitten in der Entwicklung stehen und daß Mac- donald noch mit langwierigen Verhandlungen zu rechnen hat, die, wie er sich ausdrückte, durch guten Wfllen zum Ziele fuhren mögen.

Wegen der Behauptung, daß bte Ausführung des DaweSplanes einen nachhaltigen Einfluß aus die britische Industrie auSuben werde, hat Macdonald beschlossen, wie der ,Daily Herald' meldet, eine Kommission, bestehend aus je einem Arbeitgeber und einem Mitglied der Gewerkschafts- Vereinigung für jeden wichtigsten Industriezweig zu ernennen, nm den Einfluß fest stellen zu lassen, welchen die Ausführung des Dawesplanes auf die britische Industrie haben würde.

Vie Anleihe.

Wtb Paris, 4. Sept. (Id.) Wie das „Jour­nal" zu wissen glaubt, finden Anfang nächster Woche Besprechungen zwischen dem französischen Finanzminister Elementel und dem amerikanischen Finanzmann Lamont, dem Teilhaber der Firma Morgan, über die Frage statt, ob auch der stanzo- sische Markt aufgefordert werden soll, an der Zeich­nung der 800 Millionen-Anleihe teilzunehmen, und wenn ja, unter welchen Bedingungen das geschehen sollte. .

Reichstagsabgeordncker Düringer f.

Im Alter von SS Jahren ist der frühere Reichs­gerichtsrats, Oberlandesgerichtspräsident und badi­scher Justizminifter Düringer gestorben. Be­kanntlich war er zunächst als deutschnatio­naler Abgeordneter in die Nationalversammlung gewählt worden, ist aber nach der Ermor­dung Rathenaus zur Deutschen Volks- portei über getreten. Düringer war em Ehren­mann von dem Scheitel bis zur Sohle, ein Mann des Rechts und der Wahrhaftigkeit. So erklärt sich auch sein mannhafter Kampf für eine höhere Auf­wertung. Tragisch war es, daß die schärfsten Geg­ner dieser Aufwertung Fraktionsgenossen Dürin- Önd. Düringer wird jetzt im Reichstag auf der Vorschlagsliste durch den Vorsitzenden des Reichsverbandes der deutschen^ Industrie» Dr. Sorge, ersetzt werden. Was Düringer gewesen ist, erfährt man am besten aus einem Beileid-Tele­gramm, das Reichskanzler Dr. Marx an die Witwe des Verstorbenen gerichtet hat, worin Düringers hohe Eigenschaften als Mensch, als Jurist und als Parlamentarier gewürdigt find. Düringers Wir­ken hatte, das kann man wohl sagen, zahlreiche Be­rührungspunkte mit den Anschauungen der Zen- trumspartei. Wir zweifeln nicht, daß nur konfessionelle Verhältnisse verhindert haben, daß er feine Tätigkeit auf dem Zentrumsboden entfaltet hat.

Es liegen folgende Drahtmeldungen vor:

wib Paris, 4. Sept. (Tel.) Die tzavas aus Düsseldorf meldet, hat General Degoutte in der Absicht, feinen Wunsch zu zeigen, daß die wirt- schriftliche Einheit Deutschlands so frühzeitig wie möglich und auch in so weitem Umfang als möglich wiederhergestellt wird, am 3. Sept, einen Erlaß veröffentlicht, durch das der A u t o- ver kehr vollkommen freigegeben und das Geleitfcheinfystem für Personen, die sich aus dem unbesetzten in das besetzte Gebiet begeben, beseitigt wird.

wtb Düsseldorf, 4. Sept. (Tel.) Der Nachrichtendienst, herausgegeben durch den französischen Prestedienst in Deutschland, stellt mit der heutigen Nummer fein Erscheinen ein. Gleichzeitig gibt der französische Pressedienst be­kannt, daß die französischen Lesesäle in Düffeldorf, Essen, Dortmund, Witten und Reckling­hausen ab 4. September endgültig geschloffen werden.

Zum Abbau der Zollkontrolle.

Die Industrie- und Handelskammer in Düsseldorf hat mit der Direktion der Mi- cum und der Zolldirektion in Düsseldorf über die Frage des Abbaues der Zollkontrolle ver­handelt und gibt über den neuesten Stand dieser Frage folgende Darstellung:

Warenverkehr mit dem unbesetz­te n G e b i e t. 1) Die Binnenzollinie fällt in der Nacht vom 9. zum 10. Sept. Von da ab hört die Erhebung von Zöllen und Ablaufabgaben auf. Ab­laufbewilligungen find nicht mehr erforderlich. 2) Im Veredelungsverkehr ist zu unterscheiden zwifch«l a) Veredelungsverkehr im allgemeinen und b) demjenigen von Micumoertragssirmen. a) Die Abwicklung erfolgt nach Fertigstellung der Verarbeitung innerhalb der auf dem Kautwns- schein vermerkten Fristen auf den interalliierten Zollämtern bezw. nach deren Aufhebung bei den Üiauidationszollämtern in Düsseldorf, Esten und Dortmund; b) soweit über die Verarbeitung noch nicht abgerechnet ist, kann die Abrechnung bereits vor der Wiedereinfuhr bezw. Wiederausfuhr so vorgenommen werden, als ob die Verarbeitung schon erfolgt wäre. Demgemäß wird die Abgabe von dem Veredelungswert erhoben und von der Kaution einbehalten und der Mehrbetrag der Kau­tion zurückerstattet. Warenverkehr mit dem A u s- land: Vorn 10. Sept, ab werden Ein- und Aus­fuhrbewilligungen im altbesetzten Gebiet durch das Ein- und Ausfuhramt in Bad Ems, im neubesetzten Gebiet durch das Ein- und Ausfuhramt in Düssel­dorf (Luisenschule) erteilt. Die übrigen Bewilli­gungsämter werden aufgehoben.

Spätestens vom 22. Sept, abends ab wenden die Bewilligungsämter in Düsseldorf und Ems die deutschen Ein- und Ausfuhrbestimmungen und Tarife an. Die Uebergabe an die deutsche Ver­waltung erfolgt spätestens am 20. Oktober.

♦

Nach einer amtlichen Mitteilung hat die Repa, rationslommiffion den amerikanischen Finanzanwalt Gilbert endgültig zum Generalagenten für die deutschen Zahlungen ernannt.

Wtb P a t i s, 4. Sept. (Tel.) Die der „2Ra- fin“ meldet, wird sich der neu ernannte Gene­ralagent für die deutschen Reparakionszahlun- gen erst im nächsten M o n a t nach Europa be­geben und erst sein Amt im Dezember endgiltig übernehmen, nachdem er genügend mit seinem Vorgänger Poung Fühlung genommen Hal.

Der Kommende Handelsvertrag.

In Berlin finden zurzeit zwischen den einzelnen Jndustriegruppen und Handelsvertretungen einer­seits und der Reichsregierung andererseits die Vor­besprechungen zu den bevorstehenden Verhandlun­gen wegen des Abschlusses von Handelsverträgen mit Frankreich und Belgien statt. Das Land B a- den hat als unmittelbares Grenzland gegen Frankreich und angesichts der früheren Beziehun­gen zu Elsaß-Lothringen ein erhebliches Interesse an den zukünftigen wirtschaftlichen Beziehungen zu Frankreich. Die Reichsregierung hat daher zu den Verhandlungen nach Berlin eine Anzahl führender Persönlichkeiten des badischen Wirtschaftslebens ein- geladen. Die badische Textilindustrie wird bet die- fen Besprechungen durch den Vorsitzenden des San- desoerbandes der badischen Textilindustrie Dr. W. Baumgartner sowie durch einige andere namhafte Industrielle vertreten fein.

matöonal» und die Abrüstung.

Der englische Ministerpräsident Macdonald empfing in Genf die Pressevertreter aller Län­der, die gegenwärtig in Gens weilen. Die zwang­losen Mitteilungen und Antworten, die er aus bte ihm gestellten Fragen erteilte und die er ausdrück­lich als allgemeine Richtlinien und nichts weiter bezeichnete, "bewegten sich in folgender Richtung:

Das Problem der Sicherheit ist ein äußerst schwieriges Problem und bevor man irgendwelche Verpflichtungen in dieser Frage ein­geht, muß man genau prüfen, was unter Sicher­heit zu verstehen ist und es rnüffe die Frage aus ihre wahre Dimension im Interesse des Friedens zurückgeführt werden. Der Völkerbund, der die größte Friedenshoffnung vor allem der kleinen Staate» tat hütU nwhi aeiäbrlichen Prüfungen

Deutsches Reich.

* Von der Deutfchnationalen Partei. Laut ,Berl. Lokalcmz? will die deutsch-nationale Volks­partei die Parteileitung in einigen Wochen der- mutlich nach Berlin einberufen, um zur poli­tischen Lage Stellung zu nehmen. Die Abhaltung eines Parteitages ist nicht vorgesehen.

* Die Strafe für Landes Verräter. Das sächsische Oberlandesgericht verurteilte den 21jährigen Konto­risten Karl Heinrich Schickram aus Dresden wegen Spionage zugunsten Frankreichs zu 4 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrenverlust. Ein Helfershelfer, der 1906 in Mügeln bei Dresden ge« borene Mechaniker Alwin Georg Luger, erhielt wegen Beihilfe ein Jahr Gefängnis.

ausgesetzt werden, beim, wenn er zusammenbrächch würden wir vor einer neuen Kriegsgefahr stehtzn. Macdonald erblickt das Wesen der Friedensgaran­tie im Ausbau des Schiedsverfahrens, wobei es Sache der Juristen fei, das Verfahren und die Instanz festzustellen. Die Menschheit werde sich an den Gedanken gewöhnen müssen, ihre Streitfälle dem Schiedsverfahren zu unterbreiten, das die einzige Sicherheit für die Aufrechterhaltung des Friedens fei. Auf die Frage, ob er dabei auch Sanktionen im Auge habe, erklärte der Minister­präsident, daß die englische Regierung den Völker­bundspakt unterschrieben habe und daß sie nicht ge­wohnt sei, ihre Unterfchrist zu verleugnen wie er auch im weiteren Verlaufe betonte, auf das strengste den Völkerbundspakt zu prüfen und zu

Das unruhige China.

In China sind neuerdings örtliche Unruhen im Gange. Wie Reuter aus Shanghai meldet, wurden alle Vorsichtsmaßregeln zum Schutze, der europäischen Kolonie ergriffen. Das französische Panzerschiff „Julien Renee" hat bereits eine Ab­teilung Marinefüsiliere ausgeschifft. Außerdem halten sich 1500 Freiwillige bereit für alle Even­tualitäten. Aus Tokio ist der Kreuzer „Tatsuta" mit 150 Soldaten auf dem Wege nach Shanghai.

wtb London, 4. Sept. (Tel.) Der diploma­tische Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt: Die wichtigen Verhandlungen des letzten Jahres zwischen den Gesandten der Mächte in Peking und den verschiedenen Regierungen zum Schutz des Lebens und der Interessen der Ausländer sowre der wichtigsten Eisenbahnlinien würden möglicher­weise bald wieder ausgenommen und zwar auf amerikanische und englische Initiative hin. Die Bemühungen Englands und Amerikas zugunsten irgend einer Form von Intervention in China wurden von Tag zu Tag ausgesprochen.

Aufstand in Georgien.

Der Genfer Delegierte der früheren nationalen Regierung von Georgien hat der Presse mitgeteilt daß seit "fünf Tagen Georgien und Esterbeldschan sich im Aufstande befinden. Die Hälfte des Georgi- scheu Gebietes sei von den Ausständigen bereits er­obert. Die blutigen Kämpfe dauerten Wetter an. In Bakum sei es zu einem Straßenkampfe gekom men. Die Telegraphen- und Eisenbahnlinien fetea unterbrochen._________ _______________

MMWWII. ÄlMsi te MMM.

Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht C. F^Elling- ton Wright in der angesehenen englischen Wochen- schrift „The Nation" einen bemerkenswerten Artikel. Dieser schildert chronologisch das sranzösisch-englische Ringen um die politische Versasiung des Rheinlandes nach dem Kriege. Trotz des Rheinlandabkommens sei es dem Quai d'Orsey und der französischen Militärpartei allmählich gelungen, die durch das Rheinlandabkommen gezogenen Grenzen zu überschreiten und den zivilen Apparat der Rhem- landkommission in den Dienst der Polrtlk zu stellen, die als nächstes Ziel die Trennung des Rhem» ' landes vom Reiche in irgendeiner Form verfolge. Nach dem Ruhreinbruch und dem Abzug der Ameri- kaner habe sich der französische Militarismus mehr und mehr nicht nur an der Ruhr, sondern auch tm altbesetzten Gebiet eingegraben. Die letzten Spuren eines verfassungsmäßigen Lebens seien in dem unter französischer Kontrolle stehenden Gebiet, d. b. tm grüßen Teil des gesamten besetzten Gebiets zu Grabe getragen worden.

In feinen Schlußausführungen berührt der Ar­tikel die Haltung der deutschen Delegierten in der Rheinlandfrage und die Stellung des eng­lischen Oberkommissars in der Rheinlandkommtsston. Es heißt darin: Nicht ohne Grund und nicht aus bloßen Prestigerücksichten kämpfte die deutsche Dele- gation für eine schnelle Beendigung der militärischen I rote ökonomischen Besetzung der Ruhr, besonders für die Wiederherstellung vertragsmäßiger Zustande tm altbesetzten Gebiet gemäß dem Rheinlandabkommen. I Solange das französische Militär an der Ruhr bleibt, werden dessen wirkliche oder eingebildete Bedürfnisse und das Prestige seiner Führer eine erschütternde Wirkung auf den französischen Vorsitzenden der intet- allierten Rheinlandkommission und durch diesen auf die ganze Kommission ausüben, sofern nicht die englische und die belgische Regierung einen starken Gegenein- fluß durch ihre Bevollmächtigte bewirken. So tote I die Dinge augenblicklich liegen, erhält, nachdem man die Franzosen tatsächlich, wenn nicht gar rechtlich ermächtigt hat, ein weiteres Jahr an der Ruhr zu bleiben und nachdem noch Ordonnanzen der Rhem- landkommission und die Prax s ihrer Beamten in Uebereinstimmung mit dem Ryeinlandabkommen zu bringen sind, die Stellung des englischen Oberkom- missars eine überragende Bedeutung. Der unge- I schminkte Bericht des Generals Allen über bte Er- eignisse, wie sie sich von Tag zu Tag am Rhein entwickelten, zeigt uns, was von einer rechten Per­sönlichkeit erreicht werden kann. Es ist daher eine dringlich und moralische tote politische Pflicht, daß I die englische Regierung demnächst einen Beamten auf diesen Posten setzt, der den an ihn gestellten Anforderungen gewachsen ist uno daß sie einen sol- I chen Beamten auch unerschütterlich unterstützt.

* Eisenbahnräuber. Zwischen Runnenohl und Taherlernbrück ist der letzte Wagen des von Baden I kommenden Güterzugs beraubt worden. Ter | Wagen enthielt Paketpost. Die Räuber roarfen einen | ansehnlichen Teil der Pakete heraus; die Täter sind I mit der Beine unerkannt entkommen.

* Die Minen unter dem Bett. Im beschleunig- I fen Gerichtsverfahren wurde vor dem Amtsgericht Jüterbog gegen die an der Minenexplosion im Juteiboger Lager schuldigen Unteroffiziere Krause und Winkel verhandelt. Entgegen dem Befehl des I Kompaniesührers hatte Krause dem Winkel eine I Mine gegeben, die dieser in einem Geschäftswagen I versteckte. Eine andere Siine steckte Krause einem Rekruten in den Tornister. Abends legten die Au- I geklagten die Geschosse unter ihr Bett. Als Rekruten die Mine fanden, erfolgte die irxplogon, I die zwei Mann tötete und eine Anzahl verletzte. I Krause tombe wegen Ungehorsams in Tateinheit I mit unvorsichtiger Behandlung von Munition, wo­durch der Tod zweier Menschen herbeigeführt wurde, zu einem Jahr Gefängnis, Degradation und Dienst- entlaffung verurteilt. Winkel, ein tüchtiger Unter­offizier, erhielt wegen Ungehorsam 14 Tage Mittel- * artest.