Einzelbild herunterladen
 

w ee■ *f■ ■ • ■ »• »»»--i- ee»■■■■■■■■■•■■■•

D ' ••eeweeieeeeeeeeeweeasas-

; । Zuldaer Zeitung

Zur Unterhaltung

z Nr. 202 vom 30. flog. 1924.

Empor!

Roman von Otto Elster.

SS] ----------

„Immanuel Destehorn! — Meine Mutter wünschte es vringend, und mir war alles gleichgültig, nachdem ich pich verloren hatte!"

Eugen stand da wie ein Bild aus Stein. Nur die Hände ballten sich zur Faust. Es schien sich das ganze Zimmer um ihn zu drehen. Plötzlich lachte er schrill auf, als Hütte er eine lustige Geschichte vernommen.

Er wollte sie inniger an sich zichen, doch sanft löst« sie sich aus seinen Armen und trat von ihm zurück.

„Ingrid!" flehte er, die Hande nach ihr cMsstrrckend. Doch sie legte die Hand nicht in die feine, sie schüttelte nur leise den Kopf und begann heftiger zu weinen. „Ich danke dir für deine Worte, lieber Eugen", begann sie endlich, sich gewaltsam bel^rrschend, „sie würden mich sor kurzer Zeit unendlich glücklich gemacht haben, doch tzuch jetzt werden sie mir ein Trost sein, da ich mm weiß, haß ich mich in dir nicht getäuscht habe. Aber was du von mir verlangst, kann ich dir md)t gewähren, und wenn mein Herz darüber brechen sollte. — Es ist ZU spät!" Wieder brach fie in Tränen aus.

„Aber Ingrid, wieso zu spät?. Ich fasse nicht, was du ha sagst!" .'/<!*■ <

„Ich gab mein Wort einem anderen Mann!"

„Ingrid, das ist nicht wahr!" stieß et bestürzt her­vor. ‘ ~ :<vV :

„Sage, daß es nicht wahr ist!"

„Doch es ist so! Wärest du doch früher zu mir ge­kommen! Hättest du doch offen zu mir gesprochen! So glaubte ich Edith» Worten und — sie erzDlte mir, du habest immer nur sie allein gesteht!" ।

jLr schlug sich vor die Stirn. i

„Wache ich, — ober neckt mich ein Traum?" Aber Ingrid, — Mädchen, — sprich, wem gabst du dein Wort, »- wem?"

„Du darfst mich nicht verspotten, Eugen, und nicht »erachten", sagte Ingrid mit unendlich sanfter, rühren- der Stimme, denn das verdiene ich nicht. Ich gab dem Wunsche meiner Mutter nach, von ßtebe ist keine Spur in meinem Herzen. Du weißt, wie schwer fie gelitten S, nicht nur körperlich, sondern auch seestsch. Und nun auptet sie, Immanue' Bestohorm hab« ihr geholfen, zesund zu werden; er ist ihr Seelenarzt, wie fie sich ausdrückt und sie fei ihm zu lebenslänglicher Dankbar- keit verpflichtet. Nun wisse sie erst, wie schön das Leden sein kann. Sie stellte mir vor, wie lieb er mich hätte und wie undankbar es von mir wäre, nachdem er soviel getan, feine Hand auszuschlagen. Nur widerwillig er­gab ich mich in mein Schicksal, mir lag nichts mehr am Lebest, nachdem ich auf kein Glück mehr hoffte!"

Eugen hatte die Fassung wiedergewonnen. Er er­griff ihre Hand, die sie ihm willig überließ und streichelte sie zärtlich.

„Mein armes MWhen", sprach er sanft. „Wie mögen sie dich gequält haben! Laß mich zuerst als Arzt spre- chen. Der Zustand deiner Mutter war allerdings eine seelische Verstimmung, aus der auch ihr körperliches Lei­den entsprang. Sie bildete sich ein, krank zu fein und wurde es in dieser Einbildung wirtlich Wenn fie nun. in den Sitzungen mit Bestehorn ihren Seelenfrieden ge- sunden hat, fo wollen wir uns barfiSer freuen und ihr diesen Frieden von Herzen gönnen. Aber das Opfer deines Lebens, deines Glückes, darf fie nicht von dir

fordern, — es wäre ein Verbrechen, dein junges Leben diesem Wahn zu opfern" —

„Eugen!"

„Jawohl Ingrid, — ein Verbrechen! Ich finde kein anderes Wort dafür!"

„Bravo!" rief eine Stimme von der Tür her.

Ueberrascht wandten sie sich um.

Der Kommerzienrat, der wieder emgeteten war, stcmd dort und winkte Eugen zu.

Zornesröte bedeckte das sonst so gutmütige Gesicht des Kommerzienrates, seine kleinen Augen blitzten, seine Hände zitterten vor Wut, die in seinem Innern brannte.

„Papa, was ist geschehen?" fragte Ingrid angstvoll. Sie hatte ihren Vater noch nie m solcher Erregung ge­sehen. Sie kannte chn kaum wieder, als er fie barsch zurückstieß.

„Ein verbrechen ist geschehen!" schrie er mit vor Zorn heiserer Stimme. „Ja, ein Verbrechen! Und meine eigene Frau hat sich dieses Verbrechens schuldig gemacht! Wie konntest du nur auf em solches Ansinnen eingehen, ohne mich zu fragen? Wie konntest du dein junges Leben diesem — diesem Heuchler hingeben wol­len?"

„So weißt du?" —

„Ja, ich weiß alles! Soeben hat mir deine Mutter, die sich von jenem Burschen übertölpeln ließ, von dem sauberen Plan erzählt. Und der Heuchler stand dabei mtt einem Unschuldsgesicht, als wäre nicht alles von ihm so schlau eingefädelt worden! D, ich traue dem Menschen längst nicht mehrt"

„Papa, fieber Papa!"

„Schweig! Auch du trögst Schuld, daß es so kam! Weshalb hast du mir die Sache verschwiegen? Warum erzähltest du mir nicht, wie sie dir zugesetzt haben? Du weißt doch, ich will nur dein Bestes, weil ich dich steb habe! Dein Glück hatte ich stets im Auge! Ja, ich war ein Schwachkopf, ich glaubte deiner Mutter alle Rück- sicht schuldig zu fein! Ich opferte ihr und dem Namen ihres Vaters, der von rschtswegen in das Gefängnis gehörte, meinen Namen, meine Stellung, mein ehrlich erworbenes Vermögen. Ich opferte ihr das Glück der Zufriedenheit, das Wohlergehen meiner Arbeiter, ich opferte ihr mich selbst, ach, ich war em schwacher Mensch ihr gegenüber! Aber jetzt ist es genug! Ueberyenug! Das Letzte, was ich besitze, das Letzte, was meinem Leben noch Wert verleiht, opfere ich ihr nicht! das nicht! Dein Glück, deine Zukunft, dein Leben, mein Kind, soll ihrem Wahn ihrem Egoismus nicht zum Opfer gebracht »er­ben! Sonst nichts! Nun sind mir die Augen auf gegan­gen! Ich sehe klar!"

„Lieber Vater", sprach Ingrid ernst, „ich danke dir für1 deine Liebe, deine Sorge um mich, — aber, — ändern können wir die Sache nicht mehr. Dem Seelenfrieden der Mutter muß ich das Opfer bringen!"

„Das werden wir ja sehen!" rief Sommerfeld, der aus seiner Ruhe, aus seiner Nachgiebigkeit aufgerüttelt, keine Grenzen mehr kannte. Wie ein Rasender lief er in dem Zimmer auf und ab, mit geballter Faust nach der Seitentür drohend und wflde Worte hervorstoßend. „Ich hätte den Burschen am Kragen gepackt und zur Tür hin- misgeworfen", rief er grimmig. „Aber deine Mutter stellte sich schützend dazwischen. Ach, von Schwachheit und Krankheit war ha keine Spur mehr! Ich .hafte sie nie so gesund gesehen!"

Ingrid hatte sich erhoben und schritt zum Rebenzim-

ttwt.

„Wohin willst du?"

„Zu Mama!"

„Nein, du bleibst!"

Er schien sie mit Gewalt zurückhalten zu wollen, da legte sich Eugen ins Mittel.

„Beruhigen Sie sich, fieber Herr Sommerfeld", sagte er heiter. Lassen Sie mich Ihnen gestehen, daß ich Ingrid liebe, daß ich über ihr Wohl und Wehe wachen werde wie über trünen Augapfel."

Ueberrascht wandte sich Sommerfeld dem jungen Dok- tor zu. „Sie lieben Ingrid? Warum haben Sie denn das nicht früher gesagt?"

Eugen lächelte. „Ich sprach schon mit Ingrid Darüber, es waren eben die Verhältnisse schuld." , l

„Nun, und Ingrid?"

„Ich hoffe, wiedergeliebt zu werden."

„Ist das wahr?" wandte sich der Kommerzienrat an seine Tochter.

„Ja, Vater — es ist wahr!" erwiderte diese, während sich ihre Wangen höher färbten.

„Dann ist ja alles gut!" rief 8er Kommerzienrat er­freut aus. „Mein lieber, junger Freund, Sie nehmen mir eine schwere Last von der Seele. Ich weiß. Sie werden meine Ingrid glücklich machen, ich segne euren Bund, meine lieben Kinder! Und mm wollen wir zur Mutter gehen!"

„Lassen Sie mich vorher mtt Jmnmnuel reden, Herr Sommerfeld," unterbrach ihn Eugen. „Es wird nicht lange dauern, doch denke ich, daß es auch die Frau Kommerzienrat inlereffteren wird."

„So gehen Sie und bringen Sie meine Frau zur Vernunft!"

Eugen trat in das Nebenzimmer. Der Abend war inzwischen hereingebrochen. Wie eine schwarze Wand stand die Dunkelheit vor den Fenstern. Der Äommer« zienrat zündete Licht an, dann nahm er seinen Spazier- gang durch das Zimmer wieder auf, ab und zu einen liebevollen Blick auf Ingrid werfend, die sich ftifl auf ihren Platz am Fenster gesetzt hatte, die Stirn in die Hand stützend, während ihr die Tränen langsam über die Wangen perlten. Seit Eugen mit ihr von Liebe ge­sprochen hatte, war em wehes Gefühl in chrem Herzen und etwas rote eine leise Hoffnung schlich sich ein, daß doch noch alles gut werden könnte. (Forts, folgt.)

Gleich zu Anfang September beginnen wir mit der Veröffentlichung eines neuen Romans: .

Der Burgschreck.

Bon Felix Neumann.

Der Roman spielt am Rhein gegen Ende des 12. Jahrhunderts. Er ist ein Dolksroman im wahrsten Sinne des Wortes; volkstümlich zunächst in seinem Stoff, der eine unhellvolle Bruderfehde behandelt und sich aufbaut auf einer Chronik, in der viel von Menschenglück und Menschenleid, viel von Schuld und Sühne, viel von Liebe und Haß steht. Ereignisse und Gestalten sind mit kräftigen Strichen gezeichnet; besonders tritt die prächtige Figur der Titelheldin in den Dordergrund. Als weitere Vorzüge des Werkes feien Gefühlsinnigkeit, tiefe Lebensauffasiung und edle, volkstümliche Sprachgewandung genannt. Wir hoffen mit dieser Neuerscheinung, die in der deutschen Presie außer- ordenüichen Beifall fand, unseren Lesern eine fes­selnde und anregende Unterhaltung zu bieten.

Aus aller Welt.

— Der Sternenhimmel im September. In immer verstärktem Tempo setzt die Sonne ihre Wanderung nach Süden fort und am 23. ist der Punkt erreicht, wo sie die Hälfte des Tages unter dem Horizonte verweilt, also unsichtbar ist. In keinem Monat nimmt die Tages Hellig­keit so schnell ab, wie m diesem. Um nicht ganz eine Stunde verspätet sich der Sonnenaufgang und um mehr als 1 Stunde verfrüht sich der Sonnenuntergang, so daß in kurzen vier Wochen die Tageshelligkeit um reichlich 2 Stunden ab nimmt. Aber fo wenig erfreulich uns im allgemeinen die Abnahme der Tageshelligkett fein wird, die Zunahme der Dunkelheit lädt zu eifrigerer Himms's- beabachtung ein und hier ist für diesen Monat ein sel­tenes und merkwürdiges Ereignis zu verzeichnen. Am 25. streicht die schmale Mondsichel über den hellsten Stern unseres Himmels, die Venus, hinweg. Wir haben also, wenn man will, eine Venusverfinsterung. Sehnliche Sternbedeckungen treten zwar häufig ein, und ihr für jeden Ort der Erde verschiedener Zeitpunkt bietet dem Seemann ein bequemes und genaues Mittel zur Bestimmung der Ortes, an dem er sich befindet. Aber eine Bedeckung eines fo hellen Sternes wie der Venus ist doch recht selten und fie sollte daher eifrig beobachtet merben. Freilich werden wir dazu etwas früh aufstehen müssen, denn sie findet ungefähr zwischen 4 und 5 Uhr (genaue Zeitangabe wegen des eben erwähnten Um st rü­des nicht möglich) des Morgens statt. Don den Planeten fällt aufcer der Venus Mars auf, dessen Helligkeit zwar gegen den Vormonat abnimmt, aber immerhin noch be­trächtlich ist und der mit ein tretender Dunkelheit an im­mer höheren Stellen des Abendhimmels erblickt wirt», vom Morgenhimmel jedoch allmählich verschwindet. Auch Jupiter wird im Westen am Ahentchimmel erblickt. Der Fixsternhimmel erstrahlt im September bereite in helle- rem Glanz, namentlich die sich über unferm Haupt in zwei Telle teilende Milchstraße bietet dem Blick der Be- lchauers ein prächtiges Bild. Irn Osten zichen nun schon die eigentlichen Wintersternbilder heran, deren Glanz­zeit allerdings erst in den nächsten Monaten beginnt

heiteres.

Erklärlich. „Wechselte die Angklagke die Farbe, als Sie unvermutet ins Zimmer traten?" — „Jawohl, sie war im Begriff, sich zu fchminkenl („Jugend.")

• '

Das gewissenhafte Lind. Der kleine Paul rotrb Ton feiner Mutter vor jedem Besuch bei Bekannten ermahnt, niemals um was zu bitten, wenn er effen sieht. Als ihn später die Mutter fragt, ob er auch gefolgt habe, ant­wortet Paulchen ganz stolz: „Nein, Mutter, ich habe kein- mal um was gebeten; immer, wenn ich vor mich hin gesagt habe: „Gott, hab' ich ’nen Hunger!" haben sie mir von selbst was gegeben."

♦

Altertumsforschung. Einem Berliner wird erzählt, daß bei den jüngsten Ausgrabungen in Etrurien Kupfer­drähte gefunden wurden, woraus deutlich hervorgehe, daß die alten Etrusker die Telegraphie gekannt hätten. „Ach wat!" erwidert der Berliner, „bet is noch lange «ifcht. In Pankow wurden auch Ausfrabungen vor» jenommen, und man hat farnifcht gefunden. Woraus hervorght, bat die ollen Sermonen schon die drahtlose Telegraphie gekannt haben."

Korsetts werden auch repariert und gewaschen. Fachkundige Bedienung.

Anfertigung nach Maß unt. Garantie f.

tadell.Sitz u. exakteste Ausfiihr.— ohn. Preiserhöhung!

>n xut. Ausführg. in nur HBVl vvllv beste, erprobt. Fabrikate, streng moderne Formen 9.75, 6.50, 375,

Seidene Dmenstrümple

Marke Tramit usw. in apartModefarben und Doppelsohle Paar 6.90, 5.50, 4.96

Wollene DomensttOmpfe gut gew. Qual, in schwarz und bunt mit verste Sohle u. Ferse Paar 3.95,2.75

Kinder-Söckchen ^Qualitäten

mit prima Wollrand in schwarz, weiss und bunt Paar von

R. F.C, Prinzess u.R. H.Sportiva-Korsetts und andere berühmte Spezialmarken.

BW. DnmensMmpie teils nahtlos u. mit verstärkter Hoch­ferse und Spitze , Paar 1.25, 95, 68

Hncco-Damensttümpfe besond. schw. Qual, mit Doppelsohle u. verst Hochf. Paar 4.50, 2.95, 2.50

SeMenilor-Dnmenstrünipfe bester Ersatz für Seide in schwarz und Modefarben Paar 2.95, 2.45, 1.95

Herren-SocKen

in Baumw., Flor und Seide, in allen

Farben Paar von

Sporfstutzen und Strümpfe in grösster Auswahl

Paar 7.90, 5.75, 2.45

Hofen-Stutzen und Socken in Wolle, Baumwolle und Seide in vornehmen Falben ..... von

Füsslinge

schwarz, mehrfrbg. u. weiss, in Wolle und Baumwolle Paar von

Zehen- und Sohlenschoner sehr zu empfehlen für dünne Strümpfe Paar von

1 Posten Herren-Handschuhe imite Wildleder la. Qualität

Paar statt 4.95 nur

Sehr preiswerte Angebote in

Korsetts und Strümpfen

Durch gemeinsamen Einkauf mit weit über 500 Mitgliedern der weitaus größten u. leistungsfähigsten Einkaufsvereinigung in ganz Deutschland bin ich in der ange­nehmen Lage, nur allererstklassige Fabrikate konkurrenzlos billig zu verkaufen u. somit alle Angebote in Bezug auf Qualität u. Preis bei weitem zu übertreffen.

in allerfeinste Ausführg. g» jjteOä uCllv mit garant. waschbar. #18 V Einl. aus allerbeste Stoffen 19.50,11.75, 9.70, **

Reform - Korsetts | für Damen

Reform - Leibchen > u-M5ddien

in allen Formen u. Preislagen wie: Büstenhalter Forma,HaHtana,Nakta etc.

Hiiftformer in anerkannt allergrösster Auswahl.

Alleinverkauf für Fulda:

_l J _ ein wirklich haltbarer Florstrumpf. Er besitzt

eSO iCS e *■ *■ ■■■ eine dauerhafte Einlage, verhindert dadurch

das Zerreissen durch den Strumpfhalter, sowie das Fallen der Maschen. In allen Farben vorrätig Paar

Damen-Schlupfhosei nur erstklassige Qualitäten zu noch nie dagewesenen billigen Preisen

3.95, 2.45, 1.75

..