S uldaer Leitung
Zur Unterhaltung.
i Nr. 198 vom 26. flug. 1924. ;
Tannenberg.
Ein Gedenkblatt zur zehnten Wiederkehr der Tage der glotzen Schlacht vom 26.—31. August 1914.
Von Franz Steffen, Allenstein.
III.
Dank der genialen Leitung und der unvergleichlichen Tapferkeit unserer Truppen ist der groß und verwegen angelegte Plan durchgeführt worden. Der Feind griff langsam den linken Flügel des 20. A.-K. an. Aus Furcht vor deutschen Flankenstößen verhielt die russische Führung ihren linken Flügel unb trieb ihre starke Miste keilartig in allgemeiner Richtung auf Hohenstein vor. Die Deutschen wichen hier langsam zurück. Es kam bereite am 23. August zu einzelnen recht heftigen Gefechten mit unseren in vorgeschobener Stellung stehenden Iorck- schen Jägern, die durch die 147er und 151er unterstütz! wurden. Der Kampf tobte erbittert, die 146er schwärmen zur Unterstützung ein und die Batterien vom Regiment 82 werden herangezogem. Der Russe weicht nach hartem Kampf. Die mit dem Andreaskreuz geschmückte Fahne des Regiments Diebitsch wird chm entrissen. Das Fahnentuch fehlt. Ein tapferer russischer Offizier hat es sich um den Leib geschlungen, um es zu reiten. So findet man ihn unter den Toten. Es ist dieselbe Fahne, auf deren Schaft vor hundert Jahren die Generale Porck und Diebitsch den Vertrag von Tauroggen bekräftigt hatten, Me die Befreiung Preußens vom napoleonischen Joch einleiteten. Di« deutschen Verluste waren groß. Da» tapfere Jägerbataillon Graf Dorck allein hatte an diesem Tage 17 Offiziere und 254 Jäger eingebüht.
Doch da das 1. A.-K. erst am 26. eingreifen konnte, muhte mit den Kräften hausgehalten werden, da in zwei Tagen kein« Unterstützung zu erwarten war, es durfte nicht weiter um Ortsbesitz gekämpft werden: der Feind war einstweilen unter stetem Zurückgehen nur aufzu- heckten. Bei den Russen herrschte Siegesjubel, aber auch hi« Deutschen waren zuversichtlich. Am Abend des 24. meldete Hindenburg dem Großen Hauptquartier: „Entschluß, Stellung 20. A.-K. zu hakten, da Rückzug dieselbe Wirkung wie Niederlage. Abtransport 1. A.-K. verzögert. 1. Reserve- und 17. A.-K. werden am linken Flügel herangezogen. Stimmung entschloßen, wenn auch schlim- mer Ausgang nicht ausgeschlossen".
Unbegreiflicherweffe nutzte der in gewaltiger lieber« macht stehende Feind fernen Vorteil, das alleinstehende 20. A.-K. zu zermalmen, weder am 24. noch am 25. Aug. aus. So gewannen unsere Truppen Zeit, sich einzurichten und durch die 70. Lcmdwehrbrigeche zu verstärken, das 1. A.-K. kam nach und nach heran und wurde immer weiter nach Süden verlegt. Jo seine (Entlobungen fanden schließlich nur mehr fünf Kilometer vom Feinde ent-, fernt statt. Trotzdem noch vieles fehlte, wurde der Befehl zum Angriff für den 26. gegeben, um dem Feinde zuvorzukommen und ihm den eigenen Willen aufzuzwingen. Auch unsere letzte Infanteriedivision wird von Rennenkainpf, der keine Anstalten macht, nach Süden abzubiegen, um die Narewarmee zu unterstützen, sondern stieren Blicks auf Königsberg zumarschiert, fortgezogen. So waren alle irgendwie verfügbaren Truppen zum Kampf gegen die zahlenmäßig weit überlegene Armee Ssassanow bereit. Der Angriff durch das 1. A.-K. wurde für den 26. morgens 4 Uhr befohlen, das 20. A.-K. sollte sich mit seinem rechten Flügel anschließen, sobald der Angriff in Fluß käme.
Die Deutschen hatten keine leichte Aufgabe. Der Feind zeigte sich voll auf der Höh«. Das 1. A.-K. drang vor, konnte ober sein Angriffsziel nicht erreichen. Dasselbe geschah beim 20. A.-K.: gegen das der Feind selbst an« griffsweise vorging. Das Ergebnis war unbefriedigend, aber das Armeeoberkommando hielt an feinem Plan fest und befahl für den 27. di« Fortsetzung des Kampfes „mit größter Energie", das 20. A.-K. sollte die feindliche Linie von Süden her auftollen. Inzwischen traf auch die tröstliche Nachricht em, daß die Landwehrdivision von der Goltz von Schleswig-Holstein her im Anrollen sei
Die Kämpfe unserer Truppen waren am 26. scheinbar erfolglos, und doch war dem nicht so. Rusfischerseits sah man die Sache schwieriger an, man begann schon nervös zu werden und veranlaßte sehr erhebliche Gegenmaßnahmen, die den ursprünglichen Plan störten und den linken Flügel schwächten. Auch war es unseren Truppen gelungen — wovon die Heeresleitung im Einzelnen noch nWjt unterrichtet war, — der 4. russischen Division am 26. bei Gr. Bössau eine vernichtende Niederlage beizubringen, wo sich zum ersten Mal mit außerordentlicher Tapftrkeit preußische Landwehrregimenter im Angriff schtagen. Durchaus keine leichte Aufgabe, da die Brigade über kein einziges Maschinengewehr verfügte und die artilleristische Unterstützung aus zwei völlig ungenügend ausgebildeten Landsturmbatierien mit altem Geschützmate- ricck bestand. Unsere Verluste waren daher auch sehr bedeutend. Mein 30 Offiziere waren gefallen, aber di« Schlacht bedeutete doch auch großen Gewinn: zahlreiche Maschinengewehre, 30 Geschütze, teilweise Batterien mit voller Bespannung und 1700 Gefangene. In gleicher Gegend fanden am selben Tage schwere siegreiche Gefechte statt bei Sauerbaum und Sauiern, die uns gleichfalls große Verlust« brachten. Bei Lautern allein hatten wir 16 Offiziere und 200 Mann an Toden und 500 an Verwundeten zu verzeichnen: Solche Kämpfe fanden im ganzen Umkreise statt: Die Gefechte bei Gr. Bössau, Lautern und Sauerbaum, die mit zu der unter dem gemeinsamen Namen Tannenberg genannten Schlacht gehören, hatten den Erfolg, daß durch sie das russische 6. Korps zum Rückzüge gezwungen wurde, der in vollständige Flucht ausartete. Die russische Heeresleitung hat diese Schmach der Niederlage tief empfunden, der kvmmlmdierende General dieses Korps sowie der Kommandeur der 4. Division wurden aus allen Diensten entlassen und vor ein Kriegsgericht gestellt.
Arn 27. August wurde der Kampf auf zahlreichen Stellen mit wechselndem Erfolg fortgesetzt. Bei unserer zweiten Division brach sogar ein« Panik aus, die sich auch auf andere Truppenteile übertrug und das Grücht verbreitete, unser 1. A.-K. fei völlig geschlagen. Die Rusten leisteten außerordentlich verzweifelten Widerstand, das Rings, war sehr erbittert, aber auch der 27. brachte keine Entscheidung, weder beim 1. noch beim 20. A.-K. Ja, beim letzteren wurde auf dem linken Flügel die Krise bereits geradezu bedenklich. Da entschied sich das Armeeoberkommando, die Entscheidung am 28. dadurch zu erzwingen, daß das 20. A.-K. «ach Norden einschwenken und dem Feinde den Rückzug bei Hohenstein obschneiden sollte, während das 1. A.-K. den Feind bei Soldau zu binde« unb über die Neide zurückzuwerfen hatte. Das 20. A.-K. sollt« also jetzt die Aufgabe übernehmen, die bisher dem 1. A.-K. zugefallen war Aber die Ausführung dieses Planes schien gänzlich unmöglich, da es ihm vollständig an frischen Kräften mangelte. Da traf die Nachricht ei*, daß infolge dieser Kärmffe bei Gr. Rossau, Sauerbaum und LmZtern der 6. Nussenkorps vollständig erledigt war, daß somit bedeutende Telle des 1. Reservekorps und des 17. A.-K. frei waren. Darum erhielt das 1. Reservekorps die Aufgabe, zum Angriff auf Allenstein, dos von Leu Ritsisn gesetzt war, vorzugehen. Zuw
Schutze gegen Rennenkamps, der noch immer feine Veranstaltungen traf, sich am Kampfe zu beteiligen, ver- blieb nur bte 6. Landwehrbrigade und eine kleinere Ab- Leitung des 17. A.-K. Als die so freigewordenen Truppen eingreifen konnten, desgleichen die inzwischen «tagetroffen« Landwehrdivision von der Goltz, sichte das Armeeoberkommando den Plan, gegenüber den beiden Korps der ruffischen Mitte (13. und 15.) die Entscheidung zu suchen und traf am Spatabend des 27. für den 28. die Bestimmung: „Verstärktes 20. A.-K., Landwehrdivision von der Goltz, 1. Reservekorps und 17. A.-K. schließen im Angriff das 13. und 15. Russenkorps ein".
Um 4 Uhr morgens begann erneut da, Ringen, besten Brennpunkt die Eegmd von Tannenberg selbst, vornehmlich in und bei den Städtchen Hohenstein, Neidenburg und Soldau lag. Zunächst entspann sich in der Gegend von Soldau ein heftiger Artilleriekampf, aber trotz aller russischen Zähigkeit erkannte man deutscherseits doch, daß man hier keinen zur unbedingten Verteidigung entschlossenen Gegner mehr vor sich hatte. Und tatsächlich hatten hier di« Russen auch, wie sich später herausstellte, bereits in der Nacht vom 27. zum 28. den Rückzug eingeleitet. Auch bei Hohenstein selbst verliefen Re harten Kämpfe günstig, ebenso wurden die Russen zum Abzug aus Allen- stein gezwungen. Ein um halb sechs Uhr nachmittags ausgegebener deutscher Armeebefehl spricht bereits von „voller Flucht" des 1. russischem A.-K. über Mlawa auf kämpften, besonders namhafte Teile des 15. und des 13. A.-K. „in Waldungen südöstlich von Hohenstein", von „vollständiger Vernichtung" einer Division des 6. Korps und besten „voller Flucht über Ottelsburg".
Die Verfolgung wurde überall ausgenommen, das 1. und das 18. Korps wurden gegen Rennenkampf bereit» gestellt, mit bestem Eingreifen man rechnen muhte, was jedoch nicht geschah. Aber trotz aller Wegeszuoersicht war es noch immer unklar, ob ber Feind am 28. vernichtend geschlagen war. Ein klarer Ueberblick war wegen des großen Kampfgeländes und der zahlreichen Kämpfe in Neman Gruppen unb um viele Ortschaften immer noch nicht zu gewinnen, die Kämpf« dauerten an unb man rechnete mit dem Eingreifen Rennenkampss, das verhäng- msvoll für uns werden konnte. Aus dieser Stimmung heraus wurde am Abend des 28. dem Gr. Hauptquartier gemeldet: „Schacht gewonnen, Verfolgmig wird morgen fortgesetzt, Einkesselung der nördlichen Armeekorps wohl nich mehr gelingen."
Die Schlacht war am 28. nich entschieden unb wurde es auch am 29. nicht, an dem die Russen noch tapfer kämpften, besonders namhafte Teile des 15. und ds 13. A.-K., denen General von Below in den Rücken mat« schert war, während von der andern Seite di« 37. Division unb unser 20. A.-K. eingriffen. Die Rusten waren so eingeteilt, unb muhten sich mit ihren gesamten Fahrzeugen, Bagagen unb Kolonnen ergeben. Auch anders- wo rundum waren unsere Erfolge gut, überall war den Russen ber Rückzug verlegt.
Aber trotzalledem konnte man sich doch mcht ber Freude des Sieges hingeben, beon es tarnen Nachrichen, nach denen man ernstlich mit einem endlichen Eingreifen Ren« nenkampfs rechnen mußte. Seine Kofakenpatrouillen schwärmten immer näher und kreuzten bereits die unmittelbar heranführenden Bahnlinien, weshalb unser Armseoberkommando für den 30. August eine großzügige Bereitstellung gegen Rennenkampf einleitet«, während di« Kämpfe auf dem eigentlichen Schlachtfelds fort- dauerten. Rennenkampf näherte sich bedenklich auch andere Teile rustffcher Truppen warm im Vormarsch, und auch gegen unser bA Neidenburg kämpfendes 1. A.-K. wurden feindlich neue Truppen in Stärk« von etwa 1 A.-K. von Mlawa her gemeldet. Zum Glück hatten es bi« Rusten nich so eilig, sie näherten sich sehr
vorsichtig, eine Uebermübung mache sich bei ben bereite kämpfenden Truppen geltend, seit Tagen gab es bei ihnen kein« geordnete Verpflegung mehr, jede Verbindung und alles emheifliche Handeln scheint gefehll zu haben. Rennenkamps kam nicht zur Unterstützung unb griff auch nach an, da bemächtigte sich der kämpfenden Russin eine panikartige Stimmung, und di« Auflösung der ganzen Armee setzte ein. Unser 1. A.-K. mache an diesem Tage allein 20 000 Gefangene. Die kommandie- renben Generale des 15. und 13. A.-K. ergaben sich mit ihren Stäben. Tausende von Russin irrten am Abend des 30. August noch führerlos imcher. Die Reste zahl« reicher russischer Divisionen suchen noch am folgenden Tag« sich m heldenmütigen Kämpfen durchzuschlagen, doch vergebens.
2)er Kommandeur ber gesamten Armee, General Ssas- sonow, war mit feiner Begleitung ben Resten des 15. Korps gefolgt, halb aber war er mit feinem Stabe allein, in ber Nacht irrte er bann — offenbar zu Fuß — in ben Wäldern ber Neibenburger Gegend umher, Karten besaß er nich mehr, den Kompaß konnte er nicht mehr gebrauchen, da ihm die Streickchölzer ausgingen, und er äußerte, er könne die Schande der Niederlage nicht überleben. „Der Kaiser vertraute mir", sagte er, „wie kann ich ihm nach solcher Katastrophe vor die Augen treten?" Er ging abseits von feiner Begleitung, man härt« einen Schuß, er hatte selbst Hand an sich gelegt
Am 31. August wurde die gewaltige Schlach beendet. General Hindenburg meldete an diesem Tage an das Große Hauptquartier: „Ew. Majestät melde ich aller- untertämgft, daß sich am gestrigen Tag« der Ring um den größten Teil ber russischen Armee geschlossen hat. 13., 15. unb 23. Korps stnb vernichtet. Es find bis jetzt toer 60 000 (Befangene (welche Zahl sich wesentlich vermehrte. D. Vers.) barunter die kommandierenden Generale des 13. unb 15. A.°K. Die Geschütze stecken noch in ben Währungen und werden zusammengebracht. Die Kriegsbeute, im einzelnen noch nicht zu übersehen, ist außerordenllich. Außerhalb des Ringes stehende Korps, das 1. und 6., habn ebenfalls schwer gelitten, sie setzen fluchtartig ben Rückzug fort über Mlawa und Mys- zymce".
Wieviel Russen in der Schlacht bei Tannenberg tun- gekommen sind, wirb genau wohl niemals sistgestellt werden. Schätzungsweise wirb ber Gesamtverlust der rusfi. scheu Narewarmee an Toten, Verwundeten unb Gefangenen zusammen etwa 150000 betragen haben. Das erbeutete Kriegsmaterial war ungeheuer, die moralische Wirkung dieses gewaltigen Sieges unvergleichlich.
Cs war eine Sckchrcht von solcher Dauer unb Aus- dehmmg, wie man sie bisher noch nicht erlebt, wie man sie im Bewegungskriege nicht für möglich gehalten hatte. Die ganze große Schlacht zergliederte sich in eine Unmenge kleinerer Gefechte, unb viele Tausende ber Truppen haben von dem Umfang« dieses Kampfes nichts gewußt, sie haben von dieser Schlacht, obwohl sie mitten in ihr standen, nicht mehr gesehen und erlebt als bei jedem andern Gefecht. Sie sind vorgegangen, haben sich zurückgezogen, Gewaltmärsche gemacht u. dgl., deren Zusammenhang mit dem Gesamtangriff sie nicht ahnten. Sie j haben „nur" aus gehalten, oft tagelang in Stellungen, » die „nur* gehalten werden sollten, sie haben „nur* dieses ■ ober jenes Dorf genommen, sie sind mitunter „nur" mar. J schiert, und doch gehört bas alles zum groß angelegtm > Schlachtenplan und war nötig zum Erfolg. Heerführer ! unb Truppen haben in biefem Ringen Gewaltiges ge- =. leistet, sie haben den deutschen Osten gerettet, unb alljahr- ; lich wird in ihm der Gedenktag diesir Schlacht mH be« ; soliderer Liebe und Verehrung gefeiert auf dem stillen Schlachtfelde, wo die Heldengräber «ine eindringliche ' Sprache reden.
Zum Zchutze des Walder
Landforstmeister a. D. König schreibt zu die» Thema im „Datschen Forstwirt" Nr. 84 vom 19. Au; 1924:
In der Verfügung vom 2. Mai 1924 II G 1 II (Ministerialblatt für die innere Verwaltung S. 4 macht der preuß. Innenminister gegen eine Sorte i Daldausflüglern mobil, die — abgesehen von aCgemet Knotigkeit — Wald- und Flurfrevel verüben, durch R chen, namenllich der besonders gefährlichen Zigaret: Feueranmachen und Abkochen im Walde, W a I bränbe heroorufen, anständige Ausflügler anfleg gelegentlich auch überfallen unb mit Messer unb Knüs bearbeiten. Die Landräte werden zu entschiede! Einschreiten angewiesen. Wenn die Landjägerei und Forst- und Flurfchutzbeamten nicht ausreichen, so Schutzpolizeikommandos eingesetzt werben. Die Poli kräfte sollen enge Verbindung mit ben Forstbeani aufnehmen. Erfahrungsgemäß bedeutet die Hieb- i Stichwaffe, geschweige denn die Schußwaffe, in ben H den der Wanderrudel eine Gefährdung der öffentlic Sicherheit, ist daher wegzuehmen. Die aus der $ Wendung von Schutzpolizei entstehenden Kosten sind landespolizeiliche anzusehep und von der Polizeiverv tung zu tragen.
Die staatlichen Oberförster sind vom Landwirtscha Minister (Verfügung vom 30. Juni 1924) angewie nötigenfalls zur Verstärkung des Forstschutzpersonals Entsendung von Landjägern beim Landrat und Schutzpolizei bei der nächstgelegenen, über solche ne: genben Polizeiverwaltung zu beantragen.
Ebenso würde ein Privatwaldbesitzer zu versah haben. Das Einschreiten gegen die vom Minister ft nannten „radikalen Jugendgruppen" wird hoffen: auch den Forstschutz gegen erwachsene Frevler zug kommen. In jetziger Jahreszeit handelt es sich vorne! lich um Waldbrand und um tatkräftiges Einschre gegen Rauchen und Feueranmachen im Walde. Un gesetzlichen Vorschriften und mist auch die gegen Rauchen erlassenen Polizeiverordnungen sind ausreid), sie müssen aber durch rücksichtslose Anzeige unb Bef fung ber Verstöße zur Geltung gebracht werden. *. Strafgesetzbuch in § 308 und 309 (vorsätzliche ub fc lässige Brandstiftung) unb § 368 Rr. 6 (Feuercmzün an gefährlichen Stellen in Wäldern), das Feld- und Fc polizeigesetz in § 44 (Fortwerfen von brennenden t glimmmenben Gegenständen im Walde — Zigarren- Zigarettenstmnmel, Streichhölzer, Ausklopfen ber I brennenden Pfeife — Feueranmachen an zunächst r gefährlich erscheinenden Stellen im Walde ober in fei Nähe, Verweigerung ber Hilfeleistung bei Waldbrän! unb die verschiedenen, das Rauchen im Walde betr. lizeiverordnungen geben eine genügende Handhabe.
Zur Verhütung von Forstfreveln, die von an sich! Walde wohlgesinnten Ausflüglern aus Unoerftänl unb Unkenntnis ber Tragweite ihrer Handlungen gangen werden können, hat der Oberförster Mudra Friedrichshagen bei Berlin ein zweckmäßiges, n obmungsroertes Verfahren eingeschlagen: Er hält ilusflüglern Wanderungen ab, auf denen neben ander allgemein interessierenden Dingen, die von Ausflügl zu beobachtenden Rücksichten auf Erhaltung unb deihen des Waldes besprochen werden.
Möchte es insbesondere allen dem Walde noch f, stehenden Kreisen zum Bewußtsein gebracht wer! Jeder Waldbrand vernichtet für IaI zehnte die Erzeugung verwendbaren H zes auf der Brandfläche und macht nicht e nur den betroffenen Waldbesitzer, sondern auch die Do gemeinschast ärmer. Denn, wie es jeder in den les zehn Jahren erfahren hat, ber deutsche Wald zeugte bisher nicht soviel Holz, wie wir brauchen: muß also in seiner Erzeugungskraft r allen Mitteln gehoben und vor allen Din gegen frevelhafte, also vermeidbare 2 eintriichtigungen feiner Wuchs- unb Erzeugm traft geschützt werben.
m
Äus aller wett.
Verlag der Fuldaer Aclimdmckerei, Fulda.
Gebek- und Erbauungs-Vücher.
St gutontesbWetti, flnbadjtsMWetn tu Qrtn »« 6eltgen. IS», 32 Setten.........M». 0,13
St BfaftasbtteJteta, kmdachubLchleln zu Ehren bes flettlgea. 16», 8 Selten..........
We »I. Stnnung, Unterricht»- unb klnd-chtrdLchtetn 16», 38 Setten...... » 6,20
6Ubeaarbtst>ad)fehi, tebenibtlb ber hi. flebflfftn YNde- garb mit Gebeten n. Liebern zu Ehren der tzelllgen. Don P. Dgnetlus SNchle. 16», 94 Selten .... 6,70
tzt Johanne» ber taufe«, kndnchtrbUchlein zu Ehren bes Seifigen, je» JJ Seiten 0,1»
KreuroegenbedjtsbBditehi, bret Kreuzmegenb«d)ten, wie sie auf dem Stauen berge u. auch anöereärts In ber Dlte. Satte in frommer Uebung stnb. 16», 72 S. „ 0,20 £to»eMf*eta, Leben ber hl. 0»te. 3m «nljange Gebete und Lieder M ehren ber geiligen, von Pfarrer Rfibfam. 16», 132 Setten, geb. * .... . - 1.50
fieber fttr ben Maimonat, von Kurotus Lippert.
4. Auflage. 40 Selten......- - - »0,20
Ularte, die Mutter bes guten Steten. Ein Nnbochts-
bvchlein für Alte. 16% 32 Seifen.....»0,13
Vie Ulortantsche Jungfrauen-Kengregation ober
Sotetliät, chre Segnungen u. Satzungen. 44 S. » 0,20
Heun Metz andachten, wechsetgedete (Or SchuMInder beim gemeinsamen Schulgottes dienst. 2. Auflage, 16°, 44 Seiten, kartoniert 0J0, geb. ....!»■ 0,60
Organisation be« 3. Orten« auf bem Lende, von einem Priester der chüring. 5 ranzte Iran er-praelia. 16», 31 Seiten.......... . *
St. OttNtenbflchtein. Gebete unb fieber za Ehren ter heiligen. 16», 24 Setten......... M5
porttun*ula-flbt«t-Btl<hl«tn, Andachten tu» Gebete jur Gesinnung bes pornenfcuta-flMefl’es nab be» Toties qnoties-flbinffes e* RofrnJtranrfefr unb fitterfeetentag. 16». 24 Seiten........
St. Bodjubbildjtetn, Gutachten, fieber und Gebete zu Ehren des Geiligen. 16», 3» Seiten ..... „ 0,15
Eijerefla »om Ktnbe Zestr, ein öerb mgsbstchlete fttr ErflbemmunlNanten. M», -0 weiten * . . » A20
EroftbOzhtetn fttr Kranke. DonDr. Konstantin Cuttertet.
Betrad)taugen und Gebete. 110 Seiten .... „ 650
St. Wenbeltnusbstchtein, tOaltfahrts-, Crbauungs- unb Gebetbstchlein zu Ehren bes heiligen, von Pfarrer Hau. 16», 280 Seiten, geb. ....... i „ 1,50
St vinzen-bstchietn. Gebete unb fieber rar Verehrung bes tzU Vinzenz von pout 16», 44 Setten . . „ <U3
Fugendschnfken ( ^^geetenei).
tzsns Hippedipp, der Vrezelbub und ander« Märchen. Hüt Bi(6enu 3. Sufi. Don Ft Daetatas P f e n n m Q11 er. 120 Seiten.
Preis OJW Merit.
Zeder Kind, ob groß oder klein, will den „kfi^xdlpp" lesen. v«h»kb waren auch die erste und rwaiie fluftage schnell vergriffen. Per lefdufrigcn Klnbereeit Werden auch in der dritten Auflage gar luftige, unterhaltsame Märchen gebeten.
(Ree Jährt nach dem Meede, ein
MHrchen, das kein IBIrchen ist, fttr kleine und große Kinder. Öen Fr. Donatus pfannmflller. KL 8*. 104 S. Preis 6,00 Mark.
Spannend, unterhaltend und lehrreich zugleich wird dieses phantasteftrllhende Mtrchen, das kein MSrchen ist, viel Zreude bereiten.
Lottche« Cuffig und Prinz Frssch.
Öen Fr. Donatus Pannmüller. 120 Seiten. Leicht kartoniert mit färb, titeibilö und illustriert. Preis 0,70 Mark.
Cin lustiger MSrchen, das den Kinbem frohe und untertjalteftbe Stunden bietet.
Fxhriuser Geschichten, von Pfarrer Ludwig Hü billig. KL 8°. 2. vermehrte Auflage. 120 & leicht kartoniert mit fertigem Titelbild und reich illustriert. Preis 0,80 Mark.
Lebenswahr und humorvoll; damit ist in wenigen warten der treffliche ltahatt des vuches gekenaxlchnet. Den Kinbem von 8—14 Zähren kann eine befjm tektüre nicht in die Hand gegeben werten.
Alox SleSpkn», so betitelt sich das neueste MSrchen- und Srchthtungsbuch von Fr. Donatas PfannrntttleT. Kl. 8°. 120 Setten, mit
farbigem Citetbttö und drolligen vkldern lllustrtert. Prris 0,60 fftk.
Vie lustche und u»t«chottende erzäbtangsmrife kommt auch in 6W*m Suche des befrebton jugtefr- fchriststellers voll rtr äeflung.
Fürs Mnderhffrz. err*dtangen und MSrchen von Schwester Llisabeth. Kl. 8°. SO Seite*, illustriert, preis 0,60 Hfit
Vie verfdfferin hat fn tarfen «umtfigen €r- «Stzlungen b«n rächten Lew 0» Mrtdachfiz gafimta*.
R tzeMes tote Ee SsWMmes faule «Ml m Berirg.
— Unkräuter. Wer hinaus aufs Land geht, r fich gewiß freuen über das mannigfache Grün, das überall, umgibt. An Landstraßen, Feldwegen, Waldi bem zeigt sich eine üppige wilde Vegetation, oft her: geformte Pflanzen und Pslänzchen, mit bunten Bll versehen, und selbst in den Feldern und Gärten mi zwischen Kulturpflanzen tauchen sie auf; hier allerbi nichts weniger als Freude bereitend. Gar manches, i der Städter vielleicht zu den „schönen Blumen" rech ist den Landleuten da draußen verhaßt. Cs gehört den Unkräutern, den unliebsamen Gewächsen, weil i dar Gedeihen der Kulturpflanzen beeinträchtigen, tni sie ihnen Raum, Licht und Nahrung wegnehmen c doch schmälern. Man teilt die Unkräuter »in in Sam und Wurzelunkräuter. Zu den ersten gehört der gri Test aller Unkräuter. Es find immer nur ein« ober zr jährige Pflanzen, so daß eine Fortpflanzung ohne Sam «rzeugnng unmöglich wäre. Die Samenerzeugung denn auch ganz ungeheuer: eine einzige Pflanze v Ackersenf hat z. B. 6000, Spitzwegerich 15 000, w, Wucherblume 26 000, wilde Möhre 110 000, Kamille gar bis 310000 Samen usw.l Auch der Hederich, Kreuzkraut, die Quecke, der Schachtelhalm, die Dis der Huflattich, die Kornrade und Kornblume gehören den unliebsamsten Unkräutern.
— Allerlei Weisheit. Die Spitze des Zeigefing besitzt auf jedem Ouadratmillimeter Haut zwanzig R »enpapillen. — Der Zuidersee in Holland, an des Trockenlegung jetzt wieder gearbeitet wird, hat fich > im 18. Jahrhundert gebildet. — Jedes Jahr werden > den Crdbebenstationen rund 30 000 Erdbeben regtffrb von denen zwei Drittel allerdings ganz gering find. Sternenschnuppen leuchten in einer Höhe von et 150 Stirn, auf und verlöschen dann, d. h. sie verbrenn bevor sie auf die Erde selbst gelangen.
yriteres.
Au, der Kinderstube. „Du, Mutti, di« Erna nin immer das Tferbllderbuch und schimpft mich brausl"
*
Unter Tagedieb en. „Warum so stolz?" „ne Poft strafe von zwanzig Mark abgesessen ... das erste sei! verdiente Geld!"
•
KM Eisenlob. „Sie denken wohl, daß Sie m sind als ich? Seien Sie versichert, ich hin soviel i Sie, Sie Rindvieh, Sie!"
*
Der Delinquent, v.: „Mensch, Du hast ja h« einen wahren Galgenhumor!" B.: „Ja, ich bin a eben gehängt worden." A.: „Wieso?" D.: „In j Standesamtskasten."
Des Schwierigste. Unsere Generation kann W fahren, mit Flugzeugen fliegen, per Radio sprechen » noch viel andere Dinge mehr. Aber es ist nicht so fich ob sie auch Kircher erziehen kaum.
Aridere Zetten. In den guten aßen Zeiten der Rist llchkeit standen die Herren auf, um den Damen ihn Platz anzubieten — aber freilich gab es damals » »«ine Straßenbahn ens