5ult)aer Zeitung
Zur Unterhaltung.
\ Nr. l9Z vom 20. flug. 1924. i 2
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meine
der
wird.
des
er.
kehrte er in die alte Fron-
empfing ihn sein Adopttv-
im Garten getrieben?" fragte
erkannt. — Und dort oben neben
be-
Er zog sie fest in seine
Arme;
er erwiderte
den Stoff belebt.'
Rudolf Happ.
tut nichts, Herr Professor kommen ja wieder.
.Ja,
„Wir unsere
ihre t, an
rund 4000 Jahren, bestand Mecklenburg aus einzelnen Inseln. Die großen Ströme Deutschlands führten 3—5mal mehr Wasser als heute. Dereinst waren sie noch viel wasserreicher und eilten in riesenhafter Breite, wildströmend, schäumend u. sich überstürzend, zwischen dem Moränenschutt zu Tale. Auf den Atlaskarten sieht man den Verlaus der eiszeitlichen Ströme als „Urstromtäler" eingezeichnet, und ein Vergleich dieser Täler mit der heutigen Wasserbreite unserer Flüsse sagt aus den ersten Blick, welche Fortschritte die Wasserverarmung gemacht hat. Der Seeräuber Störtebecker (um 1390) konnte noch auf den vor- pommernschen Flüssen weit ins Land hinein fahren, was jetzt wegen de» gesunkenen Wasserstandes ausgeschlossen ist. Nun sagt Prof. Halbfaß: Seit 1% Jahrhunderten ist mit dem Grundwasser Raubbau getrieben worden, und zwar Raubbau größten Stils. Entwässerungen, Umwandlung der Ströme in Kanäle usw. müssen den Vorrat in viel kürzerer Zeit sich erschöpfen lassen, als es unter normalen Bedingungen der Fall wäre. Was hilft uns die Schaffung von fruchtbarem Neuland, wenn durch die unbegrenzte Fortsetzung der Entwässe- rungsarbeiten eines Tages allgemeine Verdorrung ein tritt? Vor allem muß vermieden werden, daß der Wasieruberfluß- des Frühlings nutzlos zum Meere abfließt. Statt Flußregulierungen zum Zwecke schnellerer Schiffahrt lieber die Anlage von Stauwerken und kleinen Talsperren, um zum Zwecke künstlicher Bewässerung das vom Himmel geschenkte Wasser aufzuspeichern. Also: Die Gefahr der Austrocknung droht; es ist aber noch Zeit, ihr zu begegnen.
rechnung vorlegt. Sie lautet auf Kilowattstunden (kWh). Nehmen wir einmal an, wir hätten für diesen Monat 30 kWh zu bezahlen. Wir haben also durchschnittlich eine Kilowattstunde am Tage verbraucht oder 42 Watt in der Stunde, denn ein Kilowatt hat 1000 Watt und der Tag hat 24 Stunden. Nun sind 736 Watt gleich einer Pferdestärke. Unsere Haushaltsmaschine verbraucht also 42/7S6 | Vi« Pferdestärke. Rechnen wir aber nur 10 Arbeitsstunden am Tage, so erhalten wir rund y4 PS und das ist mehr als eine Menschenkraft dauernd leisten könnte. Zuweilen aber muß unsere Haushaltsmaschine noch viel v.-ehr leisten. Zum Beispiel: Wir brennen eine Lampe auf dem Schreibtisch, eine am Arbeitstisch der Hausfrau, eine in der Hängelampe, eine in der Küche und eine im Flur; dos gibt ungefähr % PS zusammen. Die Hausfrau braucht das elektrische Bügeleisen: % PS. Der elektrische Kocher hält den Tee warm 1/'; VS, die elektrische „Sonne" heizt das Zimmer an dem kalten Regenabend: 1 PS. Das sind zusammen wehr als 2 PS, die wir an diesem Abend in Betrieb haben!
— Aus der Geschichte des Foxterriers. Wie alt diese Rasse ist, läßt sich heute wohl kaum mehr seststellen. Wenngleich in England schon im frühen Mittelalter Dachs- und Fuchsgraben mit Hilfe von Foxterriers betrieben wurden, läßt sich doch keineswegs mehr feststellen, ob wir jenen damals verwendeten Hund als den Stammvater unseres heutigen Foxterriers betrachten dürfen oder nicht. Mit viel mehr Wahrscheinlichkeit ist nach der Dar- .
— Die Pferdestärke (PS) im Haushalt. Wir lesen so oft: Der Daimlerwagen bat 24 PS, der
dir nach Göttingen schreiben und du sollst mir antworten. Du kannst mir alles sagen, was dein Herz bewegt, aber hüte dich, daß du mir untreu wirst, daß du vergißt, daß ich dir meine Liebe geschenkt habe. Lebe wohl und gedenke dieser Stunde!"
Noch einmal lag sie in seinen Armen, noch einmal küßten sie sich. Dann riß sie sich los und verschwand wie ein Schatten hn Dunkel der Nacht.
überrascht wurden, blickte er so unheimlich drohend auf uns herab. Heute sieht er ganz harmlos ins Land. — Weit besser gefällt mir sein stattlicher Kamerad, der Wachtküppel, der heiter und neckisch über jenem dunkeln Walde emporftrebt! Gar winzig erscheinen neben all den Bergen die Häuschen, die mit Scheune und Gärtchen in die weite Mulde verstreut sind. — Könnte ich doch meine kommenden Herbstferien inmitten dieser einsamen Natur beschaulich verleben!"
„Ja, Mädel, bei gutem Wetter ist's hier oben recht schön. Wie aber, wenn dichtes Gewölk alles umhängt, wenn tagelanger Regen allen Grund durchnäßt und die weichen Wiesenpfädchen ungangbar macht! Einsam und verlassen müssen sich die Leute fühlen, wenn der Schnee- kturm ihr Hüttchen umtobt. Wie beschwerlich muß es sein, auf verwehten Wegen den Gang zur Schule, zur Kirche im Tale zu machen. Der Postbote, der Arzt und der Priester, mit welchen Mühen erreichen sie im Wettersturm auf schmierigen Wegen die einsamen Gehöfte!" — „Nun erst, Vater, verstehe ich die Landschaft recht. Schade nur, daß ich sie nicht am Bilde zu Hause nochmals betrachten und durchdenken kann."
Die gemütvolle Betrachtungsweise der beiden hat mich angenehm berührt, schwingen doch ähnliche Empfindungen ht mir. Ich wende mich ihnen zu. „Gestatten Sie, daß ich als Naturfreund an Ihrer Unterhaltung ein wenig teilnehme? — Ihr Wunsch, mein Fräulein, ließe sich leicht verwirklichen."
„Ein heimischer Künstler*) hat diese Landschaft, die uns entzückt, auf der Platte festgehalten. — In schöner Linienführung zeigt seine neueste Radierung das charakteristische Gelände, das sich trotz seiner Herbheit so anmutig vor uns ausbreitet. Sie vermissen darauf auch nicht die vereinzelten Siedelstätten, die Sie so traut an» heimeln. — Jener Bergkegel über dem Walde jenseits der Täler, der so schalkhaft herübergrüßt, der uns mit heiterem Lächeln aus den bedrückenden, dunkeln Niederungen zu lichten Höhen hinauf weist, der Wachtküppel, auch er ist in einer Radierung sinnvoll dargeboten. — Und, so viel ich weiß, wird auch der Teufelstein eine Darstellung finden, wie sie seinem tückischen Wesen entspricht. — Auch andere gute Radierungen, sowie treffliche Holzschnitte bieten wertvolle und schöne Erinnerungen an vergängliche Eindrücke unserer lieben Rhön."
wenn ich aber doch nicht wiederkomme, wenn ich diese Nacht sterbe?" — „Nun, dann ist auch nicht viel hin."
*
Das ist .zu bunt". Wenn ein grüner Junge blauen Montag macht, sich deshalb hinterher beim Vater weiß waschen will, von diesem aber braun und blau geschlagen wird,, bis es ihm grün und gelb vor den Augen wird — und wenn das bann noch alles schwarz auf weiß m der Zeitung zu lesen steht.
Dom Turm der nahen St. Aegidienkirche ertönte Schlag der zehnten Stunde.
„Wo bleibst du nur, Eugen?" rief die Stimme Doktors vom Hause her.
Empor!
Roman von Otto Elster.
Lichtgestalt auf die Knie, da erkannte er in ihr feine Jugendfreundin Ingrid, und ein seliges Gefühl der Ruhe und des Friedens umfing ihn, senkte sich wie ein rosiger Nebel auf ihn nieder, und fest schlief er bann, bis sein Vater ihn weckte.
Nun dachte er auf der einsamen Fahrt nur an Ingrid; eine namenlose Sehnsucht nach ihr erfüllte sein Herz. Ediths Bild entschwand in weite Ferne.
Er betrachtete den kleinen, silbernen Ring, den Ingrid ihm einst geschenkt, der ihm zu eng geworden, den er aber immer bei sich trug. Er ward eine Art Talisman gegen die dämonische Macht, die ihn am letzten Abend zu überwältigen gedroht hatte.
Ms er in Göttingen den Zug verließ und sich nach einem Gepäckträger umsah, rief plötzlich hinter ihm eine rauhe Stimme: „Grüß Gott, Asthusen! Willkommen kn der alten Musenstadt!"
»Ich habe geträumt, Vater, — das Licht der Freiherr hat mir geleuchtet," entgegnete er hoch aufatmend.
»Ich hoffe, — es ist das Licht der wahren Freiheit gewesen; wahre Freiheit erreicht man nur durch Arbeit. Und nun komm zur Ruhe! Morgen früh um fünf Uhr geht dein Zug. Schüttle die Träume der Jugend ab und werde ein Mann!"
Sie betraten das altmodische Zimmer des Arztes. Noch manche gute Lehre erteilte dieser dem Sohn. Draußen herrschte jetzt finstere Nacht, die Sterne waren verschwunden, ein heftiger Wind hatte sich erhoben und rüttelte cm den Fenstern.
Aber der Jüngling bürte kaum, was Doktor Asthusen mit ihm sprach. Er vernahm auch nicht das leise Klirren der Schwerter an der Wand, das der Wind verursachte; er lauschte schweigend hinaus in die Finsternis, ob nicht da draußen ein helles Mädchenlachen ertöne.
Mn frühen Morgen des folgenden Tages hieß es Abschied nehmen von dem alten grauen Hause und feinen Bewohnern. ...,J>;.....
Graphische Heimatbunft.
Sonntag nachmittag. Auf dem schmalen Grate der Steinwand genieße ich den Rundblick über meine schöne Heimat. Friedliche Stille ringsum. Nur die melodischen Glöcklein der weidenden Kühe tönen von den Matten herauf. Himmelsblau, von weißen Wölkchen belebt, umspannt das sommerliche Gefilde. Ostwärts schaut mein Auge. Von vertrauten Höhen umrahmt, breitet sich das Vorgelände der Wasserkuppe aus, nach regenvollen Tagen heute so freundlich im milden Sonnenschein.
Stimmen werden vernehmbar; ein Herr in Mittle
rs —
„Aber was sollte ich denn dort?. — Ich liebe deutsche Heimat."
„Die Ihre Wünsche doch nicht erfüllen wird."
' „Weshalb nicht?"
■ „Well man hier Ihre Abkunft nicht vergessen
Er machte eine abweisende Bewegung.
„Hören Sie mir zu," fuhr sie ernster fort, amerikanischen Mädchen sind andere Wesen wie
rem Alter und ein jugendliches Fräulein steigen die Stu» sen herauf. Flüchtige Begrüßung. — „Ach, Vater, ist's hier aber schön! Sieh nur, wie in weitern Bogen die Berge lagern; und so verschieden gestaltet sind sie. — Breit dehnt sich die Wasserkuppe; wuchtig reckt sich die Milseburg empor, und welch' eigenartige Form zeigt sie; fast hätte ich sie nicht
feste zurück.
Mit erstaunten Blicken vater.
„Was hast bu so lange er in strengem Ton. „Ich
. hoffe, daß du keine Dummheiten begehst. Besinne dich und bedenke, daß zu romantischen Träumereien in deinem Leben kein Platz ist! Du mußt arbeiten, um in die Höhe zu kommen, das kann ich von dir verlangen!"
Eugen erhob sich. Wie ein Trunkener schwankte Mit taumelnden Schritten
den Fichten der spitze Teufelstein, von dem Otto Burghardt die Teufelssage
Küsse, er dachte nicht mehr an die Vergangenheit, die Zukunft, an Rutz und Ingrid, an seinen im Elend
vortrug. Als wir jüngst am Weiherberg, kurz vor dem Grabenhof vom Gewitter
„Das ist ja herrlich! Sind die in einer Kunsthandlung ausgelegt?" — „Gewiß!" — „Solche Radierungen und Holzschnitte mögen ja die Formen der Natur wiedergeben, aber farbige Bilder sprechen mich besser an. Und dann im Vertrauen gesagt, finde ich sie im Vergleich mit Farbdrucken recht teuer; denn schließlich sind sie doch auch nichts anderes als Drucke." — „Aber, Vater, eine Radierung, die in uns Heimaterinnerungen weckt, kann für uns doch sehr stimmungsvoll und darum auch anziehender fein, als eine farbenprächtige Nachbildung irgend eines Gemäldes. Sodann halte ich sie auch für preiswert; denn ich meine, man dürfe sie nicht vergleichen mit den mechanischen Nachbildungen, von denen Du sprachst, da sie doch in gewissem Sinne ein Originalbild ist, weshalb sie stets vom Künstler mit seinem Namen unterzeichnet wird." — „Driginalbilb! Ist das ein Ort» ginalbilb, wenn es, wer weiß, wie vielmal, abgezogen ist! Der handschriftliche Name darunter kann sie meiner Ansicht nach auch nicht zum Original stempeln." — „Bitte, Vater, so liegt die Sache nun doch nicht. Kurt hat mir einmal gesagt, die Platte einer Radierung sei viel schwieriger herzustellen, als manches Gemälde und die Abzüge würden nicht einfach mechanisch gedruckt, sondern vom Künstler selbst angefertigt. Seiber kann ich mir das Verfahren nicht klar verstellen. Jedenfalls ist es aber fo ähnlich wie bei einem Stich, der doch auch recht wertvoll ist." — „lieber die Entstehung einer Radierung könnte ich Ihnen einigen Aufschluß geben." — „Bitte, mein Herr, wenn Sie uns einen Dienst erweisen wollen!" — „Recht gern."
„Den Künstler ergreift wie Sie die Schönheit der Natur. Hier z. B. im Hintergründe die Masse der langgestreckten, einförmigen Wasserkuppe; hier vorn die wild- zerrissenen Feldtrümmer der Steinwand, dort die zerstreut liegenden Gehöfte, die von einsamen Tagen in langen Wintermonaten erzählen: Bergeinsamkeit! — Und als Gegensatz dazu bas Flugzeug in den Lüften, das Zeichen des beherrschenden Menschengeistes und des geschäftigen Treibens im Fliegerlager hoch oben. — Es reizt ihn, dieses Stück der Natur und die seelischen Empfindungen, die es in ihm weckt, im Bilde festzuhalten und auszudrücken.
Mit geschickter Hand wird es zu Papier gebracht und in stiller Arbeitsstube mit scharfer Zeichennadel auf einer polierten Kupferplatte, deren Oberfläche mit einer feinen Asphaltschicht überzogen ist, mit peinlichster Sorgfalt bloßgelegt. Die Zeichnung muß auf der Platte umgekehrt, wie ein Spiegelbild dargestellt werden. Das ist eine überaus mühevolle Arbeit, die große zeichnerische Geschicklichkeit voraussetzt. Die freigelegten Stellen müssen nun vertieft werben, weil sie später die Druckfarbe aufnehmen sollen. Zu diesem Zwecke wird die Platte in ein Säurebad gelegt und geätzt. Nur nach langer Hebung und Erfahrung wird dieses Netzen so gelingen, daß die gewünschten feinsten und dunkelsten Töne her- ausgehost werden. Wenn alsdann die gesamte Schutzschicht entfernt ist, wirb die Platte mit Druckfarbe ein- gerieben, und der Künstler macht jetzt auf seiner Kupfer- bruckpresie ben ersten Abzug. In den meisten Fallen wird es nötig fein, Feinheiten der Zeichnung zur Erzielung größerer Deutlichkeit und plastischerer Wirkung durch Nacharbeit mit der scharfen Nadel oder dem Stichel — Kaltnadelarbeit — zu bewirken. So entsteht das Negativ-Original der Kupferplatte."
„Herr, das ist ja eine Arbeit, die mehrere Tage erfordert." — „Tage? An mancher Radierung ist wochenlang gearbeitet worden. Wie oft mag durch eine kleine Ungeschicklichkeit im Aufzeichnen ober im Aetzen die ganze Platte wertlos und unbrauchbar geworden fein. Umsonst war alle Mühe, und der Künstler muß von vorne beginnen. Aber der rechte Künstler, der seinen Beruf ernst auffaßt und nach Vollendung ringt, läßt sich durch Mißerfolge dieser Art nicht entmutigen." — „Aber Verständnislosigkeit für feine Kunst muß seinen Eifer erlahmen --! Ich ahne schon, daß ich meine Ansichten
über bas Abziehen der Silber auch berichtigen muß. Darf ich Sie bitten, mir auch barüber Aufklärung zu geben?"
„Sie werben gewiß schon selbst empfunben haben, daß Abzüge von der gleichen Platte recht verschieden fein können. Je feiner und besser bas Papier, besto vollendeter die Wirkung, desto sicherer die Haltbarkeit. Auch der Papierton ist nicht gleichgültig. Besonders aber kommt es auf die Wahl der Druckfarbe an, ob die Radierung in hellen ober dunkleren, in warmen ober kalten Tönen gehalten fein soll. Das finb Feinheiten, die bem Charakter des bargeftellten Gegenstandes angepaßt fein muffen und nur mit künstlerischem Verständnis und zartem Empfinden richtig gegeben und erkannt werben können. Ein mechanischer Druck wie bei photomechan. Der- eielfältigungen wäre mit solchen Anforderungen an ein Kunstwerk, bas in feinem Abzug noch ein Original sein soll, unvereinbar.
Für jeden Abzug wirb daher die Farbe mit der Hand in die Vertiefungen der Platte eingerieben; hier mehr, ba weniger, bort nur hauchfein, wie es nötig ist, um gute Lichtwirkungen zu erreichen. Will ber Künstler diese zeitraubende Arbeit nicht eigenhändig ausführen, so wendet er sich an einen erfahrenen Drucker, der mit verständiger Einfühlung in das Bild jeden Abzug unter seiner persönlichen Leitung mit geschickter Hand herstellt. — Die Radierung ist also des Künstlers Werk vom Ent- wurf bis zum fertigen Bild. Daher ist er auch berechtigt, sie durch Namensunterschrift als Originalwerk zu kennzeichnen. — Das wäre das Wichtigste über die technische Seite der Sache.
Wenn Sie, verehrtes Fräulein, und Ihr Herr Vater auch künftig die Natur fo wie heute auf ber Steinwand mit liebevoller Hingabe betrachten, fo werden Sie nicht nur innere Befriedigung und seelischen Gewinn, sondern auch feineres Verständnis für gute Kunstwerke erlangen.
Nicht die Schönheit ber Formen, nicht bie Harmonie ber Farben unb Töne an sich, fo sehr sie auch ben Sinnen gefallen, bedeuten die Kunst. Was ist bas Gesicht ohne Ausdruck? — bas Auge ohne Seele? — das Gedicht ohne Empfindung? — Das Wesen der Kunst liegt nicht in ber formvollendeten Darstellung, sondern in bem angemessenen Ausbruck ber Idee. — Der Geist ist es, ber
kehrende Kommilitonen begrüßten oder neue zu „ketten" suchten.
Es war ein ungewohntes Bild für den Jüngling, ber aus der Einsamkeit ber Lüneburger Heide und dem Dunkel der alten Fronfeste kam. Er schloß sich deshalb sogleich an Immanuel an, der in Göttingen schon bekannt war.
Uebrigens sah Immanuel durchaus nicht aus wie ein flotter Bruder Studio, fein Aussehen war fast ärmlich. Ein breitkrempiger, schwarzer Hut bedeckte bas fang her- abhängende strohgelbe Haar, der schwarze Rock schlotterte ihm um bie hageren Schultern, bie Hose zeigte einen verdächtigen Glanz unb die plumpen Stiefel verrieten ihre Herkunft aus ber Werkstatt eines ländlichen Meisters. Die buntbemützten Herrchen warfen manchen spöttischen Blick auf Immanuel, aber etliche begrüßten Eugen sehr artig, ber in feinem neuen Jackettanzug sehr stattlich aus» sah, unb erboten sich, ihm auf ber Suche nach einer Wohnung behilflich zu sein.
(Fortsetzung folgt.)
deutschen Schwestern. Wir lernen das Leben früher kennen als jene, die stets bewacht, behütet, von allen Verwandten am Gängelband geführt werden unb fo unfrei aufwachfen, baß sie bas Leben unbedingt anders ^betrachten als wir. Mein Großvater war ein Deutscher; ich sollte Deutschland unb die deutschen Verhältnisse kennen lernen, deshalb schickte mich mein Vater nach Deutschland. Ich war drei Jahre hier, habe in Dresden eine deutsche Pension besucht, bann kam ich nach Vevey, um französisch zu lernen. Aber kein Tag verging, an bem ich nicht Sehnsucht nach meiner Heimat empfand, nach dem freien Leben in ben endlosen Steppen unb Prärien des Westens, nach den schönen Städten, nach ber Freiheit des amerikanischen Lebens, in bem besonders ber Mann alles erreichen kann, wenn er bie Kraft unb ben Willen dazu besitzt. Wir haben keine Vorurteile, keine engen Anschauungen, wir fragen nicht viel nach Stand unb Abkunft; nur bie Persönlichkeit gift. Unb deshalb wünschte ich, daß Sie mit mir kommen, ich werde etwas aus Ihnen machen, — Sie sollen es nicht bereuen, — denn ich — habe Sie sehr lieb!"
„Miß Edith, was soll bas?" fuhr er erschrocken empor.
Sie lachte ein leises, spAftsches Lachem.
„Ich weiß. Sie lieben mich nicht, Sie lieben meine Freundin Ingrid. Wer, mein lieber Freund, vor dieser Liebe möchte ich Sie behüten, denn sie wirb Ihnen nur Schmerzen und Enttäuschungen bereiten. Niemals werden Sie das Ziel Ihrer Wünsche erreichen, denn Sie bleiben stets ber Sohn ber alten Fronfeste — Ingrid hat mir Ihre Geschichte erzählt — und Ingrid ist die Tochter des reichen Mannes, des Geheimen Kommerzienrates, deren Mutter eine hochmütige, von Vorurteilen befangene Frau, die Sie als Schwiegersohn niemals annehmen wird. Deshalb rate ich Ihnen, machen Sie sich frei von dieser Liebe, noch ist es nicht zu spät, kommen Sie zu uns, Mister Asthufen, dort drüben winkt Ihnen bte Frei- yett, bas Glück! Ich bin Ihnen gut unb will Ihnen auch helfen, daß Sie vorwärts kommen!"
Sie schmiegte sich enger an ihn unb hatte seine Hand ergriffen, ihn mit glühenden Augen anschauend.
Er zitterte am ganzen Körper, er wollte ihre Hand fortfchleudern, er wollte sie von sich stoßen und fand doch nicht bie Kraft dazu. Er ahnte, daß bie Versuchung ihm genaht war, baß bas Beste, Heiligste in ihm erstickt wer-
heiteres.
Sine Galante. Professor: Liebes Fräulein, ich möchte mir gern einige Zigarren mitnehmen, aber ich habe meine Geldtasche vergessen —" — „O, bitte, bas
unj" I lieber bem All ar schwebte ber Engel, besten Lächeln I ihn willkonnnen zu heißen schien. Und er sank vor ber
Bus aller N)elt I Schreinermeister Maier hat einen 30-PS-Motor
__ -w ss «Ar s m ™ , I *n seiner Werkstätte, die Schiffsturbine leistet fcalbfa^fteÄ« 12000 PS. - Wieviel PS ziehen denn mir selber Nt Beain? der Grundwafferstand heran in unferm Haushalt? Hierauf antwortet die
Kirbbeffiaih eÄÖ » Ueberlieferung IN „Technik für alle": Wir beleuchten unsere Wohnung bä lft- 2te men9e mit elektrischen Glühlampen. Den Strom beziehen
rhLm Ä dagegen hat nur in ganz ge- mir vom Elektrizitätswerk, in dem Maschinen mit JSRÄÄS- „3” ,®?S9!* ”.r 1™° WerMiärten aufgeft« fhib. Bi«.
Diel davon brauchen wir für uns allein? Las können mir leicht ausrechnen, wenn der Beamte vom Elektrizitätswerk kommt und uns die Strom-
*) Kunstmaler Arnold Haag» Langenbieber.
stellung von R. Klotz in feinem Werk über den Foxterrier anzunehmen, daß man sich in damaliger Zeit ganz anderer Hunde bediente und der I eigentliche Foxterrier noch gar nicht existierte. Aus I verschiedenen Bildern aus früherer Zeit finden mir solche „Foxterriers" in fchwarzgelber, roter oder grauer Farbe, glatt- und rauhhaarig, welche mit dem heutigen Foxterrier rnohl nichts mehr als eine entfernte Aehnlichkeit besitzen. Zur Raffe bildete sich der Foxterrier erst zu Anfang des 19. Jahrhunderts aus und zwar scheint er erst schrnarz mit gelben Abzeichen, wie der Black- and Tan-Terrier gezüchtet morden zu sein, und erst anfangs des 19. Jahrhunderts murde die weiße oder weiß bei» öotr tan (lohfarben) und black and tan Zeichnung beliebter. Damals war unser Terrier keineswegs ber Modehund von heute, sondern wurde ausschließlich als Jagdhund benützt. Eben aus diesem Grunde dürfte die Black and tan-Farbe verschwunden sein, weil man eben wünschte, einen Hund zu haben, dessen Farbe sich möglichst auf» fällig von der des Raubzeuges unterschied, der der Meutehunde ähnelte und den Hund auch im Gebüsch leichter kennbar machte.
— Das piepen der jungen Vögel. Junge Vögelchen haben öfter die Gewohnheit, bereits innerhalb der Eischale vernehmlich zu piepen. Teichhühn- chen tun das schon 48, Enten 24 Stunden vor dem Ausschlüpfen. Wenn aber das schon ausgeschüpste freie Junge piept und die Mutter läßt wegen einer nahen Gefahr einen Warnruf ertönen, fo verstummt das Piepen hier sofort. Man könnte denken, das bereits frei herumlaufende Junge habe in diesem Falle das Warnungssignal der Alten erlernt Indessen auch das noch von ber Schale umschlossene Vögelchen schweigt auf den Angstlout der Mutter und hält so lange mit feinem innern Spektakel inne, bis ein veränderter Ton des alten Bogel andeutet, daß die Gefahr vorüber je:. Man sieht auf den ersten Blick, daß die Kenntnis der mütterlichen Signale dem Eiküken bereits angeboren fein muß.
xv. ■ Edi' -f?
Eugen hatte sich ein leeres Abteil ausgesucht, er lehnte sitz m bie Ecke, schaute auf bie herbstliche Heide, burch bte ber Zug dahinraste, auf bie braunen Felber unb bunten Wälder, auf bie Dörfer unb einsamen Gehöfte, aus deren Schornsteinen ber Herbrauch still in die Herbstluft emporstieg unb dachte an ben letztem Abend und bte letzte Nacht in ber alten Fronfeste. Lange Zeit hatte er nid>t einschlafen können, auf feinen Lippen brannten noch bie Küsse des leidenschaftlichen Mädchens, er glaubte das Bild in seine Träume mit hinüber zu nehmen, doch als ihn endlich der Schlaf umfing, ba zeigte ihm bet Traum ein ganz anderes Gemälde.
hott fnffio hn£ h» s"„„ ■ -c, I roar ihm, als stürze er in einen tiefen, dunklen
s Abgrund. Schroffe Felsenwände starrten ihm überall
mcitigen _bro)te $te 3laf>e des Mädchen-berauschte I entgegen; nur in weiter, weiter Ferne leuchtete ein M er konnte sich nicht wehren, als sie ihn mtt den strahlender Stern, und schon drohte er, verzweifelnd an armen umschlang und ihn küßte. „Komm zu uns", flu- I seiner Rettung, in den finstern Abgrund ganz zu ver- fterte fte wieder, „bort drüben wmft dir das Glück! Dir I sinken, als ihm eine zarte Lichterscheinung gleich einem roerben lstuckttch fein! Ich weiß, bu mußt noch lernen I Engel ber Barmherzigkeit bie Hand entgegenstreckte unb auf eigenen ttnßen stehen, aber tn <nn paar Jahren hast I ihn emporzog auf eine blumige Wiese, über ber ein r r- t^5ri ,rret^' Ulti> -'J? well uh dich I sanftes, mildes Licht ruhte. Unb ber Engel schwebte ihm
2<tnn sro<r\ cbt unabhängiger I ooran unb rotes ihm ben Weg durch blühende Garten *•**LkLHL"! •*"” «** -b“ Cs roar ihm, als träume er. Er fühlte bie ihn — ■ - - 1 -«ng.
schlingenden Arme, fühlte ihren Kuß unb hörte Worte: „Ich habe dich lieb!“
Das halle noch niemand zu ihm gesagt. Das rauschte ihn förmlich.
verkommenen Vater, an Tante Soretie unb ben Doktor, alles ging unter m bem Wort, das ihm fo ungewohnt roar, das ihm in Herz und Sinne drang rote berauschendes Gift: „Ich hab dich lieb!" Wer in ber ganzen Welt hatte ihn bis jetzt lieb gehabt?
Endlich eirtroanb Edith sich lachend seinem Armen. Hochaufatmend stand sie vor ihm.
„Jetzt bist bu mein!" sprach sie wie im Triumph. „Unb wenn dich auch bas enge Leden hier wieder umfangen unb feschalten will, so wirft bu doch triefe Stunde nicht vergessen, bie Erinnerung daran dich umschweben
nttd) Leihest wachhallen in deiner I Eugen erkannte Immanuel. Bestehorn, ben Sohn Seele. Jetzt bch du mir, der Liebe, ber Freiheit verfall I des Lehrers von St. Jürgen. Sie schüttelten sich bie lCn' M ... v . I Hände unb Eugen freute sich, ein bekanntes Gesicht zu
„Edith! stöhnte er, die Hande nach ihr ausftretfenb. I sehen, denn ringsum wimmelte es von Studenten, den ^^BujDtrft von mir hören, fuhr sie fort „Ich werde I Mitgliedern ber verschiedenen Verbindungen, bie zurück-