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Mldaer Zeilung

Der Verlauf der Schlußsitzung in London

Limburg.

Glückwünsche.

endigen.

der

ausge-

bezeichnete nach

Macdonald als

ist folgendes einschließlich

Konferenz teilzu- fo erfolgreich zu

Gegen Ende der Schlußsitzung der Londoner Konfererz liefen bei dem Vorsitzenden Macdonald Glückwunschtelegramme vom König von England und von Dawes zum glücklichen Ge- lingen der Konferenz ein.

zug genommen und hat den Inhalt tauschten Schreiben kurz skizziert.

Die Amnestie.

In der Frage der Amnestierung vereinbart worden:

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die Handlungen aus politischen Motiven herberge- gangen sind, ohne Rücksicht auf die Strafmnßnabmen.

und nationaler Wohlfahrt gegen derartige Schritte müsse sorgfältigste Erwägung und feste Aktion demokratischer Regierungen notwendig machen.

Macdonald schloß: Wir müssen einen langen Weg gehen, bevor wir das Ziel des europäischen Friedens und der Sicherheit erreichen. Das allerwichtigste Ding ist heute, daß wir sicher sind, uns auf dem rettenden Wege zu befinden. Ich glaube, daß wir ihn in unseren Beratungen gefunden haben, und wie lange oder wie kurz die Herrschaft eines jeden von uns fein mag, nichts als Strohhalme im Wirbel öffentlicher Gunst wir haben jeden Grund stolz zu sein, daß es unser gutes, Geschick war, an dieser historischen ' nehmen, die eben im Begriffe ist,

herriot,

der französische Ministerpräsident, einleitenden Dankesworten an

s. Blatt.

Druck der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda

Die einzige Ausnahme ist die des Attentats gegen das Leben mit Todeserfolg.

b) Uebergang sämtlicher schwebenden Verfahren, einschließlich der Vollstreckung, die nur aus Anlaß der Errichtung der Eisenbahn- und Zollregie und der sonstigen Pfänderverwaltungen vor die Militär­gerichte gelangt sind, auf die zuständigen deutschen Behörden.

c) Zusicherung, daß künftig die deutsche Gerichts­barkeit, insbesondere bei Verfolgung von Verbrechen gegen die Sicherheit des Staates ihren normalen Lauf nehmen kann. .

d) Rückkehr der Ausgewiesenen, sowie Wiederein- setzung der abgesetzten Beamten in ihre Aemter, ab- gesehen von einzelnen Ausnahmen, über die etn Meinungsaustausch mit den deutschen Behörden vor­gesehen ist.

Das Rheinlandabkommen und dre allge­meinen Landesversicherungsbehörden werden wieder hergestellt. Aufhebung der Binnenzollinie und des Passierscheinzwanges im Verkehr zwischen besetzten und unbesetzten Gebiet. Rückgabe der Zollverwaltung und der Verwaltung des Ein« und Ausfuhrdienstes. Rückgabe der Ver­waltung der staatlichen Forsten und Domänen.

Die Räumung.

Wie der Sonderberichterstatter des WTB. er­fährt, wird gleichzeitig mit der wirtschaftlichen Räu­mung militärisch geräumt werden:

1. Die Zone von Dortmund und Hörde.

2. 15 Tage nach der zweiten Feststellung die Häfen von Emmerich, Wesel, Mannheim einschl. Schloß, Karlsruhe einschl. LeopoldShafen, sowie die Gebteie von Offenburg und Appenweier und die Eisenbahnwerkstäite von Darmstadt.

3. Der Gebietsgürtel, der um den Brückenkopf Köln seitens der Franzosen gelegt wurde. Dieser Gürtel umfaßt einmal die Städte Vohwinkel, Cronen­berg, Remscheid, Lennep, Bergborn, Hückeswagen, Wipperfürth, Gimborn, Ründeroth, Drabenderhöhe, ferner auch die Flaschenhälse zwischen Brückenkopf Koblenz einerseits und Köln und Mainz andererseits, also insbesondere die Städte Königswinter, Honnef, Linz, Ansbach, Uckerath, Caub, Lorch, Kirchberg und

$er JeiiW MoliMog In Sonnontr.

Der Festgottesdienst.

Bei den Generalversammlungen der Katholiken Deutschlands war es in früheren Jahren der Fe st zug des Sonntags, der einen großartigen Auftakt zu der Tagung selbst bildete. Dieser Festzug mit den anschließen, dm Versammlungen beherrschte den Sonntag. Die eigenllichen Versammlungen der Generalversammlung begannen dann erst am Montag. Die Generalversamm- lungen dauerten regelmäßig von Sonntag bis Donners­tag. Nach dem Kriege hat man begonnen, die Tagungs- zeit auf drei Tage zu beschränken und war so genötigt, schon den Sonntag für die erste geschlossene Versamm­lung zu benutzen. Seit Frankfurt ist man darum von der Veranstaltung eines Festzuges abgekommen-, auch in München hat ein solcher nicht stattgefunden. Statt dessen ist in München ein Festgottesdisnst auf dem Königsplatze gefeiert worden, dessen erhebender und eindrucksvoller Verlauf betannt ist.

So wird auch in Hannover kein eigentlicher Feitzug bei dem Katholikentag stattfinden. Er würde viele Stun­den in Anspruch nehmen und die Erledigung' des Pro­gramms der Tagung unmöglich machen. Den Glanz­punkt des Hannoverschen Katholikentages wird der am ersten Tage, Sonntag, 10 Uhr norm., auf dem Schützen­platze stattfindende Festgottesdienst sein, der um das hochheilige Opfer alle Teilnehmer der Tagung ver­einigen wird. Zu Beginn des Gottesdienstes wird der Hochwürdigste Herr Bischof von Meißen, Dr. Chri- stian Schreiber, die Festpredigt halten; sodann wird einer der Hochwürdigsten Herren Bischöfe die Pon- liffkalmesse zelebrieren. Liturgische Musik und Choräle von einem großen Männerchor gesungen, werden die heilige Handlung begleiten. Zum Schluß wird von der ganzen andächtigen Versammlung der ChoralGroßer Gott, wir loben ind)* gesungen.

Um einen recht erhebenden Verlauf dieser Feier zu sichern, wird ein würdiger Schmuck des Festplatzes her­gestellt, sodann auch eine ganz besttmmte Ordnung für die Teilnehmer festgelegt. Für die Vereine, die übrigen teilnehmenden Männer, die Frauen und Jungfrauen usw., werden die Plätze ganz genau angewiesen.

Wenn nun auch kein Festzug im eigenllichen Sinne stattfindet, so werden doch bie Teilnehmer nicht planlos zum Festplatze gehen, sondern es werden die Vereine und die sich anschließenden Männer in fünf getrenn­ten großen Auszügen unter Begleitung der Mu­sikkapellen zum Festplatze geführt. Diese in Standes- und Berufusgruppen zusammengefaßten Festaufzüg« werden eindrucksvoll wirken, und da sie gleichzeitig auf verschiedenen Anmarschstraßen zum Festplatz geführt wer­den, kann in kurzer Zett der Aufmarsch zum Gottesdienst vollzogen werden. Dieses von verschiedenen Teilen ixr Stadt gleichzeitig nach dem Festplatze vollzogene Hin- streben der Festzüge, an denen nicht nur die Hannover­schen katholischen Vereine, sondern auch die auswärti- gen Vereine und Mttglieder tettnehmen, wird ein impo­santes Blld geben.

Es sei noch bemerkt, daß bet ganz schlechtem Wetter, das eine Veranstaltung hn Freien nicht gestattet, der Festgottesdienst in Lier Ausstewungshalle stattfindet.

a) Amnestie sämtlicher Gefangener, Niederschlagung aller schwebenden Verfahren, soweit

Sie eierte Wstoouno ter Mißen SinWWe in W.

Von einer besonderen, in der Jung- zentrumsbewegung führend- tigen Seite schreibt man uns m Würdigung der dieser Tage abge- haltenen Reichstagung der Deutschen Windthorstbunde in Glatz noch folgendes:

Die Bedeutung der Glatzer Iugendzentrums- tagung liegt darin, daß man nunmehr in den Windthorftbünden praktisch politisch ge­worden ist. In Godesberg sprach man über das Verhältnis von Weltanschauung und Politik; man erkannte, daß beides untrennbar fei und forderte, daß der nur politisch tätig sein dürfe, welcher zu­tiefst aus feiner Weltanschauung lebe und handele. In Hildesheim setzten sich die Bunde u. a. mit Gedankengängen und Bestrebungen auseinander, die die Daseinsberechtigung von Staaten leugneten und die Aufgabe Deutschlands in dem Aufgehen in einem Kulturbund sahen; man erkannte in Hildes­heim die Notwendigkeit des Staates als des Aus­druckswillens eines gesunden Volkes und fand so ein inneres Verhältnis zum Weimarer Staat.

Glatz ist über dieses Bekenntnis hinausgewach­sen. Hier ging es um die Frage: Wie schützen wir diesen Staat gegen revolutionäre Elemente von rechts und links und wie befähigen wir die deutsche demokratische Republik, um in ihr unsere politischen Aufgaben zu erfüllen.

Wer einigermaßen die Geisteshaltung der Ju­gend kennt, weiß, daß man auch in der Politik den Weg von der Problematik aus gehen muß, um zur politischen Tat zu gelangen. Weil die Windt­horstbunde jetzt auf diesem Punkte angelangt sind, fiel es ihnen in ihrer Gesamtheit auch nicht schwer, ein positives Verhältnis zur Zentrums- Politik und Zentrumspartei zu bekommen. Man sieht im Zentrum jene Partei, die 1918 den Staat wieder neu schuf, und zwar aus den Kräften des Volkes heraus. Es war für Wartha und Glatz charakteristisch, daß immer wieder die Frage aufge­worfen wurde, wo denn die staatsbildenden Kräfte lägen, und daß man dann zu der Forderung kam, das Zentrum müsse seine Mission, als Sammler und Wahrer aller politischen Kräfte des Volkes auch in der Zukunft treu erfüllen. Man kam zu dieser Forderung auch aus dem katholischen Empfinden heraus, das sich nicht in der Durch­setzung kirchenpolitischer Aufgaben erschöpft, son­dern eine Politik vertritt, die sich für das ganze Volk, für seine Nöten und Wünsche verantwortlich fühlt. Es konnte nebenbei gesagt festge­stellt werden, daß die Brücken -mischen der auf das Politische gerichteten Wind!' ftbundjugend und der aus dem Religiös-Kulturellen kommenden katholischen Iugendwegung nunmehr geschlagen sind. Wir können uns über diese Entwicklung nur freuen; es wird, glaube ich, schwer fallen, einen Keil zwischen beide zu treiben.

In den Windthorftbünden lebt und arbeitet republikanische Jugend. Das trat nicht nur in den Verhandlungen zutage, sondern auch in den Veranstaltungen, die an den Abenden nach ge­taner Arbeit stattfanden. Man braucht nicht mehr darum zu bangen, daß der neue Staat den Deut­schen verloren gehen könne. Es wächst im jungen Zentrum eine Jugend heran, der das demokratische Staatsgefühl und die deutsche Republik Herzens­sache sind. Glatz zeigte das deutlich, zugleich aber auch den Unterschied, der zwischen unserer Auf­fassung von der Republik und der sozialistisch- liberalen besteht. Diese Entwicklung ist im Sinne einer gesunden Zentrumspolitik nur zu be­grüßen.

Wenn sich ferner in alle Reden und Aus­sprachen der großdeutsche Gedanke einschob, so kündet sich hier etwas an, das zwar nicht als eine konkret-politische Aufgabe der nächsten Zeit an­zusehen ist, wohl aber als die Sehnsucht aller wahrhaft mit Volk und Heimat verbundenen Ju­gend. Der großdeutsche Gedanke lebt ganz beson­ders stark in der Jugend und kann durch keine po­litische Tüftelei wegdiskutiert und ausgerottet wer­den. Es wird gerade Aufgabe der Windthorst­bunde in den nächsten Jahren fein müssen, sich mit ihm politisch zu beschäftigen. In Glatz wurde auch hin und wieder schon von den Wegen zum Großdeutschland gesprochen; diese bedürfen noch der Klärung; doch stand das fest, daß der groß- deutsche Gedanke nur im Einklang mit den Strö­mungen des gesamten deutschen Volkes realisiert werden dürfe.

Die Glatzer Tagung hat jn ihren Verhandlungen der Bundesarbeit des nächsten Jahres klare Richt­linien gegeben. Die völkischen Verbände wurden nicht nur aus religiösen Gründen scharf abgelehnt, sondern auch aus staatspolitischen; man sah in ihnen Bekämpfer jeder demokratischen Re­gierungsweise und die Revolutionäre der deut­schen Republik. Die Glatzer Tagung machte sich da­mit die Stellungnahme der katholischen Jungmän­ner auf der diesjährigen Fuldaer Tagung bewußt zu eigen, ging aber nach der politischen Seite hi» über die Fuldaer Entschließung hinaus.

Die republikanischen Schutzorgani­sationen wurden aus staatspolitischen Erwä­gungen heraus als notwendig anerkannt und be­jaht; man müsse Herz und Hand der deutschen Republik schenken.

Daß man sich in Glatz auch mit der Metho» d i k der Bundesarbeit eingehend befaßt, wird den Bunden im kommenden Jahre förderlich fein. Die Zusammenarbeit mit den konfessionellen Jugend- ver bänden wurde auch dieses Mal wieder betont und den Bünden zur Pflicht gemacht.

Die Glatzer Windthorstbundtagung hat die Lebenskraft des Zentrums erneut bewiesen. In den Bünden ist die Tradition des Zentrums als der großen Volkspartei lebendig. Deshalb auch das klare Bekenntnis zu dieser Partei und ihrer Politik.

-M (92.

SienSttg, 19. August 1924.

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| ® » Ka D Gegründet 1846.

stimmten, welches dem deutschen Volke so große Opfer auferlegt. Mit Recht hat der Herr Vorsitzende darauf hingewiesen, daß die Uebernahme dieser Lasten und die Annahme der ganzen im Dawesgutachten vorgesehenen neuen Einrichtungen für die deutsche Regierung einen schweren Entschluß darstellt, daß aber eine ge­wisse Zuversicht über die zukünftige Entwicklung aus dem in sehr weitgehendem Maße durch diese Konferenz vor­gesehenen Schiedsgerichtsgedanken zu entnehmen ist. Möge dieser Gedanke des Schiedsgerichts in immer weitergehendem Maße bei der Regelung der Beziehungen der Völker untereinander Eingang finden, um somit das bisherige durch ein besseres Recht zu ersetzen. Ich möchte nicht diese Konferenz verlassen, ohne meiner Genug­tuung Ausdruck zu geben über den hohen Geist des Friedens und der Versöhnlichkeit, der die Verhandlungen dieser. Konferenz getragen. Wir hoffen zuveflichtlich, daß er das Verhältnis der Völker künftig beeinflussen und zu einem allseits vertrauensvollen gestalten wird. Deuffchland wird gern bereit sein, mit allen Völkern in gute Beziehungen einzutreten und gemeinsam mit allen zum Wohl der Menschheit arbeiten. Ich freue mich, den Dank der deuffchen Delegation aussprechen zu dürfen für die großen Bemühungen, denen der Herr Vorsitzende sich unterzogen hat, um diefe Konferenz zustande zu bringen und zu einem positiven Ergebnis durchzuführen. Er hat damit den größten Beitrag geliefert zu dem Ziele, dem wir alle, die wir hier vereint sind, bei unseren Arbeiten gedient haben.

Der Brieswechsel,

herriok-Theuuis und Marx.

Der französische Ministerpräsident hat zusammen mit dem belgischen Ministerpräsidenten einen Brief an den Reichskanzler gerichtet, in dem er ihm mit­teilt, daß beide Regierungen wünschen, einen sicht­baren Beweis des Geistes zu geben, in dem sie gegenüber Deutschland sich verhalten wollten und daß sie zu diesem Zweck beschlossen hätten, nach der Unterzeichnung des Londoner Vertrages die Zone Dortmund-Hörde-Lünen, ferner am gleichen Tage sämtliche Orte und Gebiete, die außerhalb des Ruhrgebiets liegen und anläßlich der Ruhroperation besetzt worden sind. Der stanzösische und der belgische Ministerpräsident haben auf eine Anfrage der deutschen Delegation namens ihrer Regierungen die Erklärung abge­geben, daß sie es als selbstverständlich ansehen, daß das gesamte Sanktionsgebiet (Düs­seldorf, Duisburg, Ruhrort) spätestens an dem Tage geräumt wird, an dem das Ruhrgebiet geräumt ist. Der englische Premierminister wird in Liefer Frage ebenfalls eine Erklärung abgeben, die er der deutschen Regierung schriftlich über­mitteln wird. Bei der Vereinbarung über die endgültige Unterzeichnung des Londoner Vertrages bemerkte der Reichskanzler, daß, falls Der Reichs­tag feine Zustimmung verweigere, die Unterschrift Deutschlands natürlich hinfällig fei und daß die endgültige Unterschrift erst bann geleistet werden könne, wenn alle parlamentarischen Möglichkeiten erschöpft seien, um die Zustimmung der Volksver- tretung zu erlangen.

Der Reichskanzler antwortete mit folgen­dem Brief: Meine Herren Ministerpräsidenten! Ich beehre mich, Ihnen den Empfang Ihres Schreibens vom heutigen Tage zu bestätigen, womit Sie mir die Erklärung der französischen und der belgischen Regierung über die Räumung des Ruhrgebiets übermittelt haben. Indem ich von dieser Erklärung Kenntnis nehme, halte ich den wiederholt von der deutschen Regierung dargelegten Standpunkt auf­recht, wonach die Besetzung deutschen Gebiets außer­halb der in Artikel 428 des Versailler Vertrags bezeichneten Grenzen nicht als rechtmäßig anerkannt werden kann. Zugleich möchte ich der Ueberzeugung Ausdruck geben, daß es erwünscht erscheint, die militärische Räumung so sehr als mög­lich zu beschleunigen und sie vor dem von Ihnen angegebenen Zeitpunkt zu beenden. Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß die französische und bel­gische Regierung diesem Gesichtspunkt Rechnung tragen wird. Genehmigen Sie usw. gez. Reichs­kanzler Marx.

Ein zweites Schreiben der Minister­präsidenten Herriot und Theunis an den Reichs­kanzler lautet: Herr Reichskanzler! Jn dem Augen­blick, in dem der Abschluß der Londoner Konferenz bevorsteht, die eine wichtige Anstrengung zur Her­stellung des Zustandes internationaler Eintracht darstellt, beschließen die französische und belgische Regierung, in dem Wunsche, ein unverzügliches und spontanes Zeugnis ihres Friedenswillens und ihres Vertrauens in frei vereinbarten Verpflich­tungen abzulegen, daß sie am Tage nach der end­gültigen Unterzeichnung der Londoner Vereinba­rung diemilitärifcheRäumungderZone Dortmund und Hörde und der nicht zum Ruhrgebiet gehörigen, feit dem 11. Januar 1923 besetzten Gebiete anordnen werden. Diese. militä­rische Räumung wird in derselben Zeit stattfinden, wie die wirtschaftliche Räumung derselben Zone. Genehmigen Sie usw. gez. Herriot, Theunis, Hy­mans.

Die Antwort des Reichskanzlers auf dieses Schreiben lautet: Meine Herren Ministerpräsiden- benten! Ich beehre mich, den Empfang Ihres heu- tigen Schreibens zu bestätigen, worin Sie ankün­digen, daß am Tage flach der endgültigen Unter­zeichnung des Abkommens von London die mili­tärische Räumung der Zone von Dortmund bis Hörde sowie der seit dem 11. Januar 1923 außer­halb des Ruhrgebiets besetzten Gebiete angeordnet wird. Ich begrüße diesen Schritt, zu dem Sie sich im Willen zum Frieden und im Vertrauen auf die getroffenen Abmachungen entschlossen haben. Die deutsche Regierung ist gewillt, sich vom gleichen Geiste leiten zu kaffen. Sie hofft, daß die Durch­führung Ihres Entschlusses den Beginn einer neuen Aera bedeutet, die zu einer friedlichen und fruchtbaren Entwicklung der Beziehungen zwischen unseren Ländern führen wird. Genehmigen Sie usw. gez. Marx.

Aus diesen Briefwechsel hat der Vorsitzende der Londoner Konferenz in feiner Schlußansprache Bo-

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von den Hochschulen.

=> Hochschulrlng und v. Bei dec 54. Kartell­versammlung des E. V. in Breslau begegnete ganz besonderem Interesse der Bericht von Dr. Hagen- München Th. überC. V. und deutscher Hochschulring". Die Vertreterversammlung der 110 C. V.-Verbindungen mißbilligte in einer Entschließung die Haltung des Vorstandes und führender Mitglieder des deutschen Hochschulringes, der die stets betonte und für die Mit- arbeitet des C. V. unerläßliche Ueberparteilichkeit auf­gegeben und Persönlichkeiten einen führenden Einfluß zugestanden hat, deren Haltung eine Mitarbeit von C. Vern fast unmöglich macht. Der C. V. erklärt einen Zwang feiner Verbindungen zum Eintritt in den Hochschulring für unzuläßlich und spricht dem Münchener C. V., der kürzlich infolge der November­vorgänge und des Falles Pleyer aus dem Hochschulring austrat, seine volle Anerkennung aus. Zum Vorort für 1925/26 wurde Austria-Innsbruck gewählt.

Hauptaufgabe der Konferenz die Anwendung des Dawesplanes. Alle Beteiligten seien selbst in den Stunden, wo man an dem Erfolge der Konferenz hätte zweifeln können, von dem Gefühl beseelt gewesen, daß es sich hier m London um die Anbahnung einer neuen Aera unter den Völkern handele. Zwar seien nicht alle Probleme gelöst, aber man sehe schon die Morgen­röte tagen und er, Herriot, hoffe, daß man bald in das volle Licht des Tages treten werde. Der schiedsrichterliche Gedanke stehe als em erhabenes Symbol über dem ganzen Werk der Konferenz. Frankreich habe keinen stärkeren Wunsch und keinen höheren Ehrgeiz, als fein eige­nes nationales Losungswort:Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" auf alle Völker der Erde ausgedehnt zu sehen.

Reichskanzler Marx

erklärte folgendes: r

Namens der deuffchen Delegation spreche ich dem Herrn Vorsitzenden der Konferenz unseren aufrichtigsten Dank für die besonderen Ausführungen, die er uns ge­widmet hat, aus. Jn verständnisvoller und sympathischer Wesse, wie es seiner Art entspricht, hat der Herr Vor­sitzende der Konferenz darauf hingewiesen, welch schwere Aufgabe den deutschen Delegierten bei dieser Konferenz erwachsen ist und welche große Verantwortung sie haben auf sich nehmen müssen, indem sie der Regelung der Veparationsftage im Sinne des Dawesautachtens zu-

Am Samstag ist in London alles so verlaufen, Vie es hier schon angekündigt werden konnte. Am zsbend um 6 Uhr 50 Minuten trat die Konferenz unter dem Vorsitze Macdonalds zur Schlußsitzung zusammen. Nachdem die noch ausstehenden Be­richte entgegengenommen und ohne Debatte ge­nehmigt waren, hielt Macdonald als Vorsitzen­der i*er Konferenz die Schlußansprache, die von der Konferenz mit Bestall auf genommen wurde. Es folgten bann Ansprachen von Herriot, dem ame- kanischen Botschafter Kellogg, Theunis, dem italienischen Hauptdelegierten de Stefani, Reichskanzler Marx und dem japanstchen Bot­schafter H a y a s h i. Auch nach den Reden Her- rivts und Reichskanzler Marx setzte starker Beifall ein. Nach einer kurzen Pause, in der das Kon­ferenzprotokoll von den verschiedenen Dele­gationen zur Kenntnis genommen wurde, erfolgte die Paragraphierung des Protokolls. Die Sitzung wurde um 9 Uhr von Macdonald ge­schloffen. Mit freundschaftlichem Händedruck ver­abschiedeten sich die Teilnehmer von einander.

Macdonalds Rede.

Aus der Rede Macdonalds ist folgendes hervor­zuheben. Der englische Ministerpräsident führte bezugnehmend auf die Frage der Ruhrräu­mung aus:

Noten seien zwischen den Regierungen von Frank­reich, Belgien und Deuffchland ausgetauscht worden, durch die vereinbatt wird, daß die Räumung des Ruhr­gebiets innerhalb der Maximumperiode von 12 Mo­naten stattfinden soll, die von heute zu laufen beginne. Inzwischen würden gewisse Gebiete geräumt werden, als Beweis dafür, daß die französische und belgische Regie­rung es ernst meinen, daß diese gesamte Frage mit aller Beschleunigung, die die Umstände gestatten, beendigt werden soll. Macdonald fuhr fort: Ich kann mich nicht enthalten, besonders auf die Stellung der deut­schen Minister Bezug zu nehmen, mit denen wir verhandelt haben. Wir erkennen nur allzu gut die Schwierigkeiten, denen sie gegenüberstehen. Die ihnen auferlegten Lasten sind schwer, und ihr Volk ist möglicherweise nicht allzu glücklich über das Ergebnis. Ich würde, wenn ich es darf, gerne dem deuffchen Volke nachttäglich zum Bewußtsein führen, daß wir als Er­gebnis dieser Konferenz ein System der schieds­gerichtlichen Entscheidung, Prüfung und Re­vision geschaffen haben, das sowohl das deuffche Volk als auch uns in die Lage versetzen wird, das Werk des Dawesplanes zu beobachten, Projekte, die vielleicht in ihren Auswirkungen zweifelhaft find, zu verfolgen und zusammenzukommen in dem aufrichtigen Wunsche, die Fehler zu verbessern, sobald diese Fehler entdeckt sind, mit anderen Worten, die Zeit nationaler Iso­lierung ist vorbei und die des Austausches der Ansichten und vernünftigen Behandlung mit Erfahrung hat begonnen. Dies ist ein großer Gewinn, nicht nur für Deutschland, sondern für alle von uns, und ich würde gern hoffen, daß, wenn die Vertreter all der anderen, mit denen wir verhandelt haben, von ihren eigenen Völkern beurteilt werden, ihre Richter nicht vergessen werden, wieviel der Dawesbericht und die Maschinerie, die wir geschaffen haben, um ihn zu betreiben, für ganz Europa bedeutet.

Unsere Arbeit beginnt jedoch erst, wenn sie das Ver­trauen wiederherstellt und die Hoffnung, damit wir in Zukunft mit ruhiger Verfassung und größerem Geiste zu- sammenwttkend gegenübertreten können, so wird sie uns zu weit größeren Lösungen führen, als das Dokument, das unsere Unterschriften trägt, selbst enthalt. Wir müs­sen jetzt Schritt für Schritt mit unserem Werke der Frie­densstiftung und der Wiederherstellung forssahren. Mac­donald erklärte, er schlage vor, die Frage der inter­alliierten Schulden in Uebereinstinnnung mit der in Paris erfolgten Erklärung verhandeln zu lassen. Äußerem sei vorhanden die Frage der Abrüstung und der nationalen Sicherheit, die Frage der Zusammen­setzung und Autorität des Völkerbundes und die Frage, die Gerechtigkeit durch Schiedsspruch walten zu lassen. Keines davon sei ein einfaches Problem. Keines von ihnen könne gelöst werden, indem eine Nation den Interessen der anderen geopfert werde. Sie alle er» forderten internationale Vereinbarungen, die erzielt worden sind zwischen den Völkern, deren Ver­tretern auf der Grundlage vollkommener Gleichberechtigung stehen, und die vollkommen frei sind, Vorschläge anzunehmen ober zu verwerfen.

Eine andere große Klasse von Gefahren, denen man gegenübertreten müsse, feien die wirtschaftlichen Probleme, die entstehen müssen, sobald die zenttal- europäischen Mächte wieder auf die Beine kommen. Es werden Versuche von feiten seelenloser internationaler Konzerne stattfinden, die Waffe politischen Druckes zu benützen und die gemeinsamen Interessen den eigenen unterzuordnen. Die Verteidigung nationaler Interessen