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""Der Himmelskönigin!

Die lateinischen Marienhymnen gehören zum größten den wertvollsten Perlen der Lyrik überhaupt. Z icken den Jahren 840 bis 930 lebte der Benediktiner.

» Sucbald in St. Amand in Flandern, der die ?u^ode Hymne verfaßt hat. von Prof. HellinghauS Ffo den im Volksvereinsverlag neu herauSgegebenen ^tzert lateinischen Marienhymnen mitgetetlt.

0 quam glorifica Inee coruscas,

Stirpis Davidicae regia proles, Sublimis residens Virgo Maria

Super caeligenas aetheris omnes!

Tn cum virgineo, Mater, honore Ang(e)lornm Domino pectoris anlam

Sacris visceribns, casta, parasti:

Hnmanos Deus hinc induit artns,

Quem cunctus venerans orbis adorat, Cui nunc rite genu flectitur omne, A quo nunc petimas te veniente Abiectis tenebris gaudia lucis.

Hoc largire, Pater luminis omnis, Natum per proprium Flamine sacro, Qui tecum nitida vivit in aethere, Regn ans et moderans saecula cuncta I

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ß. DreveS hat die Hymne wie folgt übersetzt: £), wie bist du vom Licht herrlich umleuchtet. Königliche, dem Stamm Davids entsprossen. Die du thronst in der Höh', Jungfrau Maria.

AlS Beherrscherin der himmlischen Scharen!

Da, Jungfräuliche, bist Mutter geworden. Da erschlossen du dem Weltenbeherrscher

Deinen heiligen Leib und ihn bekleidet. Ihn, den Göttlichen, mit menschlichen Gliedern.

z« ihm, den alle Welt betend verehret. Dem sich jegliches Knie beuget in Andacht.

Flehn wir, daß er uns heut, wo du gen Himmel Führst, aus Schatten der Nacht führe zum Lichte.

®t& dies, Vater des Lichts, gib es durch deinen Eingebornen, der vom Heiligen Geiste Ward gezeugt und, mit btr lebend im Aether, Alle Welten beherrscht ewig ohn' Ende.

Sie fitöDtenoeile am M MM WulMll.

Von Franz Steffen.

Das Fest Mariä Himmelfahrt (15. August) hat bei tos die Eigenart, daß an ihm die Weihe von Kräutern oorgenommen wird, die die Gläubigen in die Kirche bringen, sie dann als sogenanntes Weihekraut nach Haufe nehmen und es dort ehrerbietig aufbewahren und gebrauchen. Welches ist Ursprung und Bedeutung die­ser Kräuterweihe, die das römische Rituale nicht kennt, die unseres Wissens auch nur bei den deutschen Dolks- stümmen gebräucUich ist?

Die weitesten kacholischen Kreise kennen diesen Krauch, haben ihn als religiöse Hebung von den Eltern Dernommeu und machen ihn mit, ohne sich Rechenschaft über ihn zu geben. Und daher kommt er wohl auch, daß wir die betrübende Feststellung machen müssen, daß in der jungen Generation mit so vielen alten Sitten auch dieser Brauch allmählich schwindet. Und während wir in unseren Kinderjahren die Gläubigen an diesem Marienfeste mtt dem Weihkraut zum Gottesdienste gehen sahen, ja selbst eine Ehre darein setzten, das Weihkraut selbst zu besorgen und zu tragen, sieht man dies heute leider verhältnismäßig recht selten, und es scheint mit­unter beinahe, als wenn man auch in einzelnen geist- lichen Kreisen diese fromme Sitte einschlafen lassen will. Die Aufforderungen zum Mitbringeu und Gebrauch des Wechkrautes werden immer seüener, und die Weihe selbst wird mitunter nur so nebenher vorgenommen, während sie doch von dem das Hochamt haltenden Prie­ster unmittelbar nach dem Asperges, noch mit dem Plu- viale bekleidet, vom Hochaltäre aus, gegen das Volk ge­wendet, geschchen soll. Aber auch hier müssen wir wieder zu den frommen Gebräuchen unserer Altvordern zurück.

Woher nun der Gebrauch des Weihkrautes? Es scheint sicher, daß diese Sitte echt deutschen Ursprungs

Empor!

Roman von Otto El st er.

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Zuerst wollte sie ihn von sich stoßen; doch dann ging tim Zug unendlichen Mitleids über ihr gütiges Gesicht, sonst legte sie ihm die Hände aufs Haupt:3d) will dir helfen, wie eine Schwester", sprach sie. Du bist ver- fcrt und ich null dich zurecht weisen, so gut ich kann. Wie zwei Kameraden wollen wir sein. Deine schlimmen Eigen­schaften führten dich in die Wildnis; ich will versuchen, iiea rechten Weg für dich zu finden. Ich werde dich traten, wenn du unglücklich bist, teile mir nur offen mit, was dich bedrückt, beim Offenheit ist erste Bedin- MWg. Nur glauben mußt du an düs Gute, Reine, Edle, an das HeWge im Menschenherzen, und deine Pflicht den Menschen gegenüber erfüllen als chr Bruder. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Das mußt du immer im Auge behalten. Denn wer nehmen will, mutz geben kön- nen! Glaube mir, nur so kommt man zur Zurfiedenhett."

Er sah mit staunenden Augen zu ihr auf.Du bist eine HeMge", murmelte er, hingerissen von ihrer keuschen Reinheit, die so deutlich in den schönen Zügen zu lesen war. Ähre Worte verkündigten ihm gewissermaßen eine neue Religion, einen neuen Glaube«, der sich reinigend in seine Seele, in fein Herz drängte.

Jetzt trat ihm zum erstenmal der Geist der reinen Seele entgegen. Es war, als habe sich vor {einem Augen ein Vorhang aufgetan, und der Blick ward dadurch frei, sodaß er das helle, reine, klare Himmelslicht erschauen konnte, das er bisher nicht gekannt. Er schloß wie ge­blendet die Augen.3d) war ein blinder Tor", stam­melte er mit zuckenden Lippen.

3a", sprach sie, seine Hände ergreifend,du warst blind, weil im nicht sehen wolltest. Eine tiefe Nacht umhüllte dich, aber aus dem Dunkel dieser Nacht, aus der Blindheit deiner Seele wird dich das Licht der reinen Menschenliebe herausführen, daß du in jedem Menschen deinen Bruder siehst und darnach handelst. Du mußt lernen, arDere zu trösten, aufzurichten, chnen beizu­stehen, wo du kannst, dann wird dein herber Spott von selbst verschwinden. Dann wüst du das Glück, das Liebe geben kann, erkennen, und wirft auch diejenige, die du Ur einst zu deiner Begleiterin auf dem Wege des Lebens erwählst, glücklich machen. Für jetzt hast du an­deres zu tun, als an kindische Liebelei zu denken, du wußt erst lernen, - das Leben zu verstehen."

Zur Unterhaltung

Nr. 190 vom 15. Nug. 1924

ist und noch in ursächlichem Zusammenhang steht mit den Sitten und Gebräuchen des alten deutschen Heiden­tums. Bei unfern heidnischen Vorfahren war es näm­lich Brailch, jährlich um die Mitte des August verschie­dene Arten von Kräuter zu sammeln, aufzubewahren und zu gebrauchen, denen man damaligen heidnischen Anschauungen gemäß gewisse Zauberkräfte zuschrieb und von denen man sich auch eine heilkräftige Wirkung ver­sprach, aus denen allerhand Zauberttänke gebraut wurden.

Diese Sitte war so fest im Volke verwurzelt, daß die christlichen Glaubensboten bei Einführung des Chri­stentums sie den Herzen der Neubekehrten nicht ent­reißen konnten und wollten, sie ließen gleich vielen andern Gebräuchen auch sie ihnen, gaben ihnen aber einen entsprechenden christlichen Sinn. Das gläu­bige Volk sammelte die Kräuter nach wie vor, brachte sie aber zur Kirche, wo sie feierlich geweiht und gesegnet und so zum Sakramentale erhoben und für den christlichen Gebrauch bestimmt wurden.

Dieser Ursprung unseres Weihkrautes aus dem alten Germanentum ist ganz unverkennbar, die alten Eigen­tümlichkeiten haben sich, dem Volke vielfach unbewußt, bis in die heutige Zeit erhalten. Denn es werden nicht irgend welche beliebigen Kräuter, auch nicht Blu­men, zum Weihkraut gesammelt, sondern nur solche, die nach der Meinung des Volkes dienlich sind die Ge­sundheit zu festigen, Krankheiten zu heilen und Unglück von Haus und Hof abzuwenden. Cs werden, genau wie einst in der Heidenzeit, stark würzige und heil­kräftige Kräuter genommen, so Thymian, Rain- farren, Johanniskraut, Beifüg, Wermut, Meisterwurz, Christi Wundenkraut, Schafgarbe, Kamille, Baldrian, Dost, Arnika, Dill, Koriander, Pfefferminze, Eisenhut usw., lauter Kräuter, die heilkräftige Tränke geben für Menschen und Vieh. Zum Schmuck des Straußes kom­men noch einige Blumen, Aehren und bergt hinzu, die jedoch niemals die Hauptlache bilden. Es scheint auch in der Wahl der Kräuter je nach der Gegend Verschie- denheii zu herrschen, wie es wohl bei den einzelnen Stämmen Sitte gewesen ist, und es wäre eine inter­essante Aufgabe, genauere Untersuchungen darüber an­zustellen, wie gerade die in den verschiedenen Gegenden heute im Weihkraut eigentümlichen Krauter mit der Besiedelung dieser Gegenden Zusammenhängen.

Welche religiöse Bedeutung geben nun Kirche und Gläubige diesen Kräutern? Schon die enge Ver­bindung dieser Weihe mit dem Feste Mariä Himmel­fahrt uttb die Aufnahme dieser Weihe in den Ritus dieses Festes zeigen dies. Aus dieser Verbindung wie aus den Wethegebeten erkennen wir die katholische Be­deutung.

Diese Kräuterweihe findet statt zu Ehren der aller- fefigften Jungfrau an ihrem Fest- und Ehrentage, zur Verherrlichung ihrer Aufnahme in den Himmel.Benedieuntur hae die herbae salutiferae," sagt das Konstanzer Rituale, in memoriam gloriost tri» umphi, quem B. D. Maria in coelum assumpta de mundo, cerna et daemone reprotavität." Mit Sträußen in den Händen soll das christliche Volk an diesem Tage Maria auch im Geiste in den Himmel begleiten, weshalb auch eine Prozession ähnlich der am Palmsonntage vorge­schrieben ist, wobei die geweihten Kräuterbüschel in den Händen getragen werden sollen. Und welch schöne Be­ziehung auf die heilige Jungfrau liegt in den würzigen, Duft spendenden Kräuter- und Blumensträußen! Wen­det doch die Kirche gerade an diesem Feste auf Maria die Worte des Hohenliedes (24, 1720) an:Ich wuchs wie eine Zeder auf dem Libanon; ich wuchs wie eine Palme zu Kades, wie eine Rosen staube zu Jericho; ich wuchs wie ein schöner Oelb aum auf dem Felde, wie ein Ahorn am Wasserquell; ich gab einen Dust von mir wie Zimt und würziger Bal­sam; ich verbreitete einen lieblichen Wohlgeruch wie erlesene Myrrhe." Maria ist der Kirche im edel­sten Sinne,die Blume des Feldes",die Lilie in den Tälern",die Rose unter Dornen",die da auf- fteigt aus der Wüste wie eine Rauchsäule aus Myrrhen und Weihrauch und allerlei Gewürz des Salbenhändlers", wie es im Hohenliede weiter heißt. Sind diese duftenden Krauter nicht das tref­fendste Sinnbild für den geistigen Wohlgeruch der Tugenden, den die allerseligste Jungfrau Maria in ihrem irdischen Leben ausbreitete und an diesem Tage seine Krönung findet!

Daß diese Auffassung bei der Aufnahme der Kräu- ierweihe in die Feier des Festes Mariä Himmelfahrt maßgebend war, beweist auch die Antiphon, die für die Prozession vorgeschrieben ist:Ich sah die Herrliche wie eine Taube auffteigen über Wasserbäche, ein un­

schätzbarer Wohlgeruch erfüllte ihre Ge- roänber unb roie bie Tage bes Frühlings umgaben fte Rosen unb Lilien aus ben Tälern."

Vielleicht hängt biefe Kräuterweihe ursprünglich zum Teil auch zusammen mit ber frommen Legende, nach ber bie hl. Apostel, als sie bas Grab ber allerseligsten Jungfrau am dritten Tage nach ihrem Begräbnis noch einmal öffneten, in ihm nicht mehr der Jungfrau Leich­nam, sondern Blumen fanden, aus denen ihnen ein lieblicher Wohlgeruch entgegenströmte.

Der Kräuterweihe wohnt aber noch eine zweite Bedeutung inne, die vielfach auch in dem Weiheformu- lar selbst zum Ausdruck kommt Sie ist eine Freu­den- und Dankesbezeugung an Gott den All- mächtigen für ben Erntefegen, wo wir ben Segen ber Gärten unb Felber einheimfen, wo Blumen und Kräuter meist auf ber Höhe ihres Wachstums sind, da sammeln auch mir in unseren Herzen allerlei Blumen der Dankbarkeit und legen sie gleichsam als Dankopfer vor Gottes Altar nieder, bezeugend und bekennend, daß dies unb alles, was auf Erden wächst, ein unverdientes Geschenk dessen ist, derGras wachsen läßt für das Vieh unb Kräuter zum Dienste ber Menschen" (Psalm 146). Hiernach mürbe bas Fest Mariä Himmelfahrt zu­gleich als kirchliches Erntebankfest erscheinen, unb bie Beziehungen beiber zu einander liegen auch gar nicht so fern. Maria, die schönste Frucht ber Erde, wirb in ben Himmel ausgenommen. Die Erinnerung hieran fällt alljährlich in bie irbifdje Erntezeit. Mahnt uns Mariens Himmelfahrt an ben Himmel unb unser Stre­ben nach ihm, so mahnt bie Erntezeit an unser Ent­gegenreifen für die große Ernte am Ende der Zeiten und daran, daß wir ein guter Weizen fein unb einst gleich Maria in die ewigen Wohnungen bes Herrn aus­genommen werben sollen. Diese Gebanken legt uns auch das Weiheformular nahe, bas mit ber Abbeiung des 64. Pfalmes beginnt, der ein echter Dank psalm ist und die Wohltaten Gottes preist. Die gleichen Ge­danken kehren auch in ben barauffolgenben Versikeln unb Gebeten wieder. Besonders im zweiten Gebet wird ausdrücklich auf das alttestamentliche Erntedankfest Bezug genommen, und in ihm werden diese Strout« büfchelErstlinge" genannt, die wir dem Herrn dar- bringen.

Diese zur Verherrlichung der Himmelfahrt Mariä und als Dank- und Freubensbezeugung bargebrachter Kräuter aber sind mehr als bloß liturgische und sym­bolische Zeichen. Sie werden durch die über sie ge­sprochene kirchliche Segnung Sakramentale, Unter­pfänder und Mittel göttlichen Schutzes und Segens im Bereiche der irdischen Schöpfung, und zwar sollen sie Menschen und Haustieren ein Schutz und Heilmittel fein wider allerlei Krankheiten und Widerwärtigkeiten, wie solches in den beiden ersten Weihegebeten ausdrück­lich näher ausgedrückt ist. In ihnen wird Gott ange­fleht, er möge diese Kräuter segnen und heiligen, damit sie allen Menschen, die sie im Namen Gottes unb im Geiste ber Kirche gebrauchen, zur Gesundung der Seele und bes Leibes, zum Schutze gegen bärnonische und andere widrige Einflüsse dienen, damit er durch sie auch von Vieh, das sie genießt, Krankheit und jede schädliche Einwirkung fernhatten. Hierin liegt die dritte Be­deutung bes Weihkrautes, bas wir als Sakramentale im Sinne ber Kirche zu unserem Heile gebrauchen sollen.

Has aller well.

Die Härte des Wassers. UnterHärte" versteht man ben Gehalt an Kalk- unb Magnesiasalzen, welche bie vorübergehenbe, temporäre ober Karbonathärte Hervor­rufen. Die bleibenbe, permanete ober Mineralsäure- härte wird jedoch durch die Chloride, Sulfate, Nitrate unb Silikate bedingt. Die Gesarnthärte ist also die Härte bes Wassers bei gewöhnlicher Temperatur, bie bleibende Härte die des Wassers in gkochtem Zustand und bie vorübergehenbe Härte ber Unterschieb zwischen Gesamt- «ch bteibenber Härte, also diejenige, welche sich beim Kochen verliert. Ein deutscher Härtegrad entspricht einem Gewichtsteil Kalk bezw. 0,7 Teilen Magnesia in 100 000 Teilen Wasser. Wasser unter 10 Härtegraden wird- gemein alsweich", solches mit über 20 Härtegraden alshart" angesprochen. Die Grenze dürfte wohl bei 30 Härtegraden zu ziehen fein, womit jedoch nicht ge­sagt sein soll, daß Ausnahmen nicht zulässig wären. Im Notfall muß durch entsprechende Maßnahmendie Ent­härtung", das Wasser auf bereitet werden. Wie O. Spiegelberg in derHaustechnifchen Rundschau" schreibt, ift bie Härte des Wassers, insbesondere für industrielle

unb gewerbliche Anlagen, von wirffchaftlicher Beben- tung. So wirb für Bierbrauereien unb Spiritusbren- nereien bisweilen hartes Wasser bevorzugt, jedoch nicht zum Verdünnen von Alkohol. Sn Färbereien, Bleiche- reien, Gerbereien unb Wäschereien ist jeboch weiches Wasser notwenbig. Kommt Wasser nur in gewöhnlichem Zustand zur Verwendung, so kommt die Gesamthärte allein in Frage. Handelt es sich jedoch auch um Ver­wendung in gekochtem Zustande, so kommt die bleibende bezw. vorübergehende Härte in Betracht. Die Härte des Wassers bewirkt die lästige Kesselsteinbildung in Kochtöpfen, Sieberohren, Dampfkesseln, Heizschlangen, woburch roieberum, wie auch zum Kochen von Hülsen­früchten, ein größerer Aufwanb an Brennmaterial bezw. zum Waschen ein solcher von Seife notwenbig ist. Für Dampfkessel besonders schädlich sind Gips und Mag- nesiumchlorid durch Abspaltung von Salzsäure. Durch Zusatz von kaustischer Soda ober Aetzkalk ober beides scheiben sich aus dem erwärmten Wasser die Salze in unlöslicher Form als weißer Schlamm ab. Um festzu­stellen, ob man hartes ober weiches Wasser hat, fetzt man einem Glas Wasser einige Tropfen von in reinem Alkohol aufgelöster weißer Seife zu. Wird bas Wasser milchig, bann ist es hart, bleibt es unverändert ober ist es schwach trüb, fo ist es weich. Weiches unb destilliertes Wasser ist als Trinkwasser ungeeignet, letzteres sogar ber Gesunbheit nachteilig. Wasser aus Kalk-, Mergel- mH Dolomitschichten ist meist hart.

Neues Motorrad mit doppeltem Lustinhalk. Im allgemeinen fährt ein großer, schwerer Kraftwagen, ber feine zwei Tonnen wiegt, weicher unb stoßfreier als bas kleine, leichte Auto. Reifenluft unb Febern können eine wirksamere Dämpfung ber vielfachen Stöße unb Schwan­kungen erzielen als bei bem ben verschiedenartigsten Schwingungen weit mehr ausgesetzten Kleinwagen. Vielleicht liegt ber Gebanke nahe, daß eine Vermehrung bes Luftfassungsvermögens ber Reifen auch angeneh­meres Fahren unb bamit verbunden größere Schonung bes Fahrgestells unb aller Teile am Auto mit sich brächte. Jedenfalls hat ein englischer Erfinder ein neuartiges Rad konstruiert, bas ben hoppelten Luft- inhalt zu fassen vermag. Die neue Bauart gestattet, ben Reifen auf feiner Lauffläche dicker als bisher zu machen, was die Gefahr von Reifenfchäden vermindert. Mit diesen Rädern angestellte Versuche sollen ausgezeichnete Ergebnisse erzielt haben.

heiteres.

Der alle MH ging einmal in Berlin spazieren und sah einen Bettler sitzen, der sich von Ungeziefer reinigte. Brav mein Sohn, daß Du sauber bist", sagte er an­erkennend und schenkte ihm einen Taler. Ein anderer Bettler hatte die Szene beobachtet und wollte auch etwas bekommen. Er eilte fix voraus und begann das Rei­nigungsgeschäft. Der König blieb bei ihm stehen und fragte leutselig:Was macht Er da?"I ch suche Läuse, Majestät!"Na", meinte ber König, der ben Trick durchschaute.Da geh Er mal ein Stück zurück. Da hat eben einer eine ganze Menge weggeworfen."

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Keht Risiko. Student zur Zimmervermieterin Lassen Sie sich's gesagt sein, meine liebe Frau, die Zimmervermieterin, wo ich zuletzt wohnte, die hat sogar gemeint, als ich wegzog." Zimmervermieterin:Na, das haben Sie bei mir nicht zu befürchten, ich lasse mir immer vorher zahlen."

Immer der gleich«. Der zerstreute Professor, der abends noch einen Vortrag gehalten hat, kommt spät und in tiefem Nachdenken nach Hause. Wie er fein Schlafzimmer betritt, hört er ein Geräusch unter dem Bett:Ist jemand da unten?" ruft er laut.Nein!" antwortet der Einbrecher.Merkwürdig", sagt der Professor kopfschüttelnd,ich hätte doch darauf ge» schworen, daß ich was gehört habe!"

Der verjüngte Mime. Der Schauspieler Kali sch war schon lange ergraut Eines Morgens traf ihn ein Freund wieder im Schmuck jugendlich schwarzer Haare. Aber Kalisch, was ist denn mit Ihnen geschehen? Sie sind ja über Nacht wieder schwarz geworden."Ja", sagte Kalisch,ich habe gestern eine große Freude erlebt"

Guter Sport Der zerstreute Johannes:Verdammt, jetzt habe ich das Netz mit den Kartoffeln mitge­nommen! Wenn nun Marie die Tennisbälle kocht, ist's um mich geschehen!"

Ich schäme mich vor dir", flüsterte er, das Gesicht in den Händen verbergend.Wie stehst du hoch über mir und ich wagte es, bie Augen zu dir zu erheben! Ich glaube, bas überwinde ich nie!"

Du wirst es lernen, ein froher, glücklicher Mensch zu werden, rote es sich für deine Jugend geziemt", trofreie sie ihn liebevoll.

3a, wenn ich dich an meiner Seite hätte!"

Sie lächelle.Lerne du nur auf eigenen Füßen stehen! Ich bin hier nötiger als bei dir! Und nun setze dich einmal her zu mir und erzähle mir von deiner Jugend- unb Kinder zett, von deinem Leben unb deinen Studien. Dann will ich dir auch von mir erzählen, denn auch in meinem Geben haben Kämpfe, Zweifel, Enttäu­schungen und Leid aller Art geherrscht und ihre Narben hinterlassen."

Er setzte sich neben sie auf bie schmale Bank und begann zu erzählen, anfangs zagend, stockend unb leise. Aber je länger er sprach, desto leichter wurde es ihm ums Herz, desto klarer ward es in seiner Seele, desto deutlicher erkannte er, roie sehr er früher in der 3rre gegangen, bis er sich fast selbst verlor. Gne Aussprache mit einem mitfühlenden Menschen, das war es, was ihm immer gefehlt hatte. Sein Vater sprach nie mit ihm und über feine Studien, aus eigener Kraft sollte er sich aus den dunklen Tiefen emporringen. Und Tante Dorette kannte nur ihren Haushalt. Sie stand feinem Denken, seinen Empfindungen und Zweifeln verständnis­los gegenüber. Jetzt fand er ein Wesen, dem er fein ganzes Inneres öffnen durfte, mit dem er über alles sprechen konnte, was er empfand. Ruth hatte Verständ­nis für bie Zerrissenheit fernes Innern, unb chr mildes Wort tröstete ihn unb lenkte ihn sanft auf ben Pfad zurück, ber zum Glück, zur Ruhe, zum Frieden mit sich führen mußte. Er vergaß dabei völlig, daß er neben einem schönen jungen Mädchen saß, dem er noch vor kurzem in wilder, ungezügelter Leidenschaft genaht war. Er sah jetzt mtt wahrer Verehrung zu ihr empor, und er fühlte, daß er eine Wandlung durchgemacht hatte, die für fein ferneres Leben entscheidend war.

Jetzt weißt du alles", schloß er seine lange Erzäh­lung, in der er nichts verschwiegen, nichts beschönigt hatte. Kannst du nun begreifen, wie es in mir aussieht?" Sie nickte stumm, Sie konnte sich den Zustand solch eines ganz auf sich angewiesenen jungen Herzens recht wohl ausmalen; ihr selbst war ber gütige Vater stets Führer und Letter gewesen Sie nahm Eugen bei der Hand und fagte: Komm jetzt, wir müssen ins Haus, die Nacht ist

schon hereingebrochen sieh, da steigt schon bie volle Mondscheibe am Himmel empor!

Hand in Hand traten sie ms Haus, während der Mond einen duftigen Schleier von zartem Silberlicht durchwoben, über hie lautlose, schweigende Ebene breitete. i

XIII.

Im Herbst sollte Eugen die Universität in Göttingen beziehen, um Medizin und Naturwissenschaften zu stu­dieren. Als ein völlig anderer Mensch war er aus dem stillen St. Jürgen heimgekehrt in die alte unheimliche Fronfeste; ernst unb schweigsam freilich, aber freunblich und gefällig gegen jedermann, sodaß Tante Dorette ihn mehrmals erstaunt ansah.Jetzt sind wir über dem Berge", sagte Doktor Asthufen lächelnd zu feiner Schwe­ster.Mein alter Freund Bestehorn scheint ihm den Kops ordentlich zurecht gesetzt zu haben, daß er mtt klaren Augen in das Leben sieht und Achtung vor ben Menschen empfindet. Er hat mich schon gebeten, mich auf meiner Lcmbpraxis begleiten zu dürfen, um das Volk kennen zu lernen. Damit ist viel gewonnen."

Mir scheint, daß da ein weiblicher Einfluß mtt- spielt", meinte Tante Dorette.

Woraus schlieheft du das?"

Weil er die Frau mtt ganz anderen Augen ansieht und ihr mit einer gewissen Ehrfurcht begegnet."

Melleicht schwärmt er für Ruth Bestehorn."

Aber Ismael!"

Nun, solche Jugendschwärmereien find nichts sel­tenes und können einem jungen Mann nur zum Besten gereichen, wenn es sich um ein solch vortreffliches Mäd­chen wie Ruch Bestehorn handelt."

Sie ist doch viel älter!"

Das schadet nichts, dann ift sie auch um soviel oer- ständiger. Und mm laß ben Jungen nur seines Weges gehen. Er wird sich schon burchbeißen."

Tante Dorette murmelte etwas von dummer Bungen« fdjroärmerei, gab sich aber doch zufrieden. Und Eugen ging still und in sich gekehrt feinen Weg, ben ihm Rltth gewiesen hatte den Weg ber Liebe, ber Achtung, des Pflichtgefühls gegen jedermann. Als er einige Tage vor ber Abreife nach Göttingen unter bem alten Kastanien­baum saß, hörte er fröhliches Lachen und plaudernde Mädchenstimmen aus bem Park herüberbringen. Er schlich sich an bie hoch geworbene Hecke und lugte hin­über. Da sah er zwei schlanke, weißgekleidete Mädchen­gestalten Arm in Arm daherkommen. Blondlockig war die eine, dunkelhaarig die andere, sodaß sie einen rei­

zenden Gegensatz bildeten. Er erkannte in ber Blon­dine sogleich seine Kmdheitsgespielm Ingrid Sommer- feld. Aber was war aus dem schmächtigen Kinde seit ber Trennung geworden? Eine schone, schlanke, junge Dame in ber ganzen Blüte ihrer siebzehn Jahre. Um» woben von einem Hauch ber Unschuld und Reinheit, belebt durch eine kindliche Fröhlichkeit, bie durch den Ernst des Lebens noch nicht umschattet wurde. Er glaubte noch niemals solch entzückendes Wesen gesehen zu haben. Was war gegen diese blütengleiche Frische die reife Schönheit Ruths? Aber wie diese feine Sinne in einem tollen Wirbel der Leidenschaft gestürzt, bis bie ruhige, hoheitsvolle Würde Ruths seine Leidenschaft ge« bändigt, so stand er jetzt vor dieser zarten Mädchenblüte roie vor etwas Heiligem, dem er sich kaum zu nahen wagte. Wie eine himmlische Offenbarung erschien sie ihm in ihrer reinen Frische. Für ihre Begleiterin hatte er keinen Blick, obgleich auch diese ein schönes Mädchen war, nur leicht so zart roie Ingrid Sommerfeld. Die Begleiterin mochte etwas älter sein, sie war voller und kräftiger entwickelt als Ingrid, ein fremdartiger Reiz umgab sie. Jetzt näherten sich die beiden Mädchen der Hecke und zwar der Stelle, die Ingrid als Kind immer zum durchfckLüpfen benützt hatte, um zu ihrem Freunde zu gelangen. Hier war bie Hecke niedriger, sodaß man den Garten bis zu dem alten, grauen Hause übersehen konnte. Eugen drückte sich lautlos in sein Versteck; gern hätte er sich ungesehen fortgeschlichen, um nicht als Hor­cher zu erscheinen, aber bas ging nun nicht mehr. Eine ängsttiche Scheu hiell ihn auch davon zurück, sich so plötzlich zu zeigen, er wagte nicht, sich zu rühren, und stand bewegungslos da, den Atem anhaltend, um sich nicht zu verraten. Da horte er Ingrid sagen:Siehst du Edith, bas ist die alte Fronfeste, von der ich erzählte."

Oh, wie unheimlich ift dieses Haus", sprach bie etwas tiefe Stimme der Freundin mit ausländischem Akzent. Ingrid lachte laut auf.Ach Edith, das ist noch gar nichts! Aber du solltest nur einmal bas Zimmer des Doktors fthen! Da hängen alle, rostige Richtschwer- ter an der Wand, mit denen die Scharfrichter die armen Sünder geköpft haben, bie zum Tode verurteilt waren! Da steht bas vollständige Gerippe eines Menschen, vor dem ich immer einen Schauder empfand, unb außerdem noch allerei unheimliches Zeug."

Schrecklich muß bas fein!

Kortsetztmz folgt)