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Zur Unterhaltung

schnell heraus unter die hohe Halsberge ge-

Die Wirkung des Alkohols.

Wenn ich zuviel trinke, ,Su willst wohl sagen,

Da enlstich für meine Leute die Stunde 8er Erlösung aus Frost und Nebel schlug, waren sie von erstaunlichem Eifer beseelt. Schon um K10 Uhr fanden sich die Tra­ger atemlos vom Mittellager ein, das sie vor Sonnen­aufgang verlassen hatten, und in kaum zehn Minuten war unser kleines Kamp lckgebrochen und in Bündeln verschnürt Noch ein halb fröhliches, halb wehmütiges Abschiedwinken zum Mawensi hinauf und zum Kibo hinüber, und im GeschwindschriÜ ging es den Trägern nach, die auf dem im Verlauf der Wochen regelrecht aus­getretenen Pfad jauchzend und jubelnd oorausgeeilt wa­ren. Die Schneequelle spendete uns einen letzten frischen Trunk, als wir im funkelnden Sonnenschein an ihr vor­überzogen, dann ließen wir den vorderen Plateaurand mit seinen sumpfigen Graspolstern und seinen einsamen grotesken Baumscenerien hinter uns, schritten über den Schneequellbach in die tauigen Grasfluren hinein und trafen nach einem wahren Weiüauf in kaum vier Stun­den auf derselben Strecke, zu der wir bergauf zwei Tage gebraucht hatten, am gemütlich qualmenden Mit­te l l a g e r am Muebach ein.

kriege ich Rückenschmerzen. Schmerzen im Magen?" versohlt mich meine Frau."

Beim llnkersuchungsrichier: Angeklagter:Ich spielte wirklich nur die Rolle des Friedensstifters". Richter: Aber roarmn schlugen Sie denn solange auf den Mann ein bis er bewußtlos zusammenbrach?" Angeklagter: Es gab eben kein anderes Mittel, um zmn Frieden zu kormnen". ________________

schmutzigbilondes, struppiges Haar rate ein raindzer- zartstes altes Strohdach aussah, so haben wir alle webner des Schulhauses aufgezählt.

In den ersten Tagen fühlte sich Eugen sehr unbehag- lich in dem freundlichen Schulhaus. Wie in der Ser» bannung kam er sich vor. Schweigsam und trotzig gmg er umher. Bestehorn schüttelte den Kopf, er konnte mit dem finster blickenden Jüngling nichts anfangen. Auch die Freundschaft Jmanuels roitg Eugen schroff zuruck. Seine Begleitung auf den weiten Spaziergängen lehnte er ab. Der naive Sinn Jmanuels forderte stets seinen Spott heraus. Am liebsten lag er allein im Grase, kreuzte die Arme unter dem Kopfe und starrte den wei­ßen Wolken nach, die am Himmel dahinzogen.

Sommer war es, und die Zeit der Heuernte.

Auf den Wiesen waren die Bauern beschäftigt, das duftende Heu unter Dach zu bringen. Auf große Kähne mürbe es verladen, die durch schwerfällige Ruder gelenkt, langsam auf den Fleeten nach den einsam liegenden Bauernhöfen zogen. Dann und wann tauchte auf den größeren Kanülen eine Reihe großer schwarzer Segel aus, die Flottille der Torfschiffe, die, aus der Umgegend kommend, gen Bremen schwammen, mn dopt chre Lasten, den Torf, abzusetzen. Langsam, gespenstisch, lautlos zogen die schwarzen Kähne dahin aus dem brei­ten Kanal, wie einst die Totenschiffe der Alten, die die Seelen der Verstorbenen zur Unterweft führen sollten. Schweigsam, die kurze Pfeife zwischen den Zahnen, stand der Schiffer an das mächtige Ruder gelehnt und blickte gleichgültig in die weite, sich im Abendlicht aus­dehnende Landschaft. Auf dem Vorderdeck der kletnen Kajütte kauerte bie Frau des Schiffers, mit den nimmer rastenden Händen nähend, oder das kärgliche Abendbrot bereitend. Hart und scharf hoben sich die dunklen Ge­stalten von dem stillen Abendhmmne! ab. Schweigsam ihr Mund, ernst ihr Auge. Kein leichtes Leben w.r ihnen beschert. Arbeit, mühselige Arbeit war ihnen zur Gewohnheft geworden. Ste mochten ihr mühseliges I Leben aber nicht eintauschen gegen ein anderes, ste I mären wenigstens freie Menschen, frei und selbständig I stehend auf eigener Scholle, auf eigenem Schiff.

I Uber Eugen verstand diese schweigsamen, stillen, har­ten Menschen nicht. Er hielt sie für dumm und k °m sich ihnen gegenüber hoch erhaben vor.

Sie werden die Leute schon verstehen, wenn «re Ater geworden sind", sagte Ruch lächelnd, mit der er, I in der Laube des Gartens zusammiensttzend, über die | Verhältnisse jener Menschen gesprochen hatte.

.Nein, im Rücken, denn da (Win".)

Bitte ich habe nichts mehr hinzuzufügen!" Sie machte eine abwehrende Handbewegung und entfernte sich rasch.

Er starrte ihr nach, wie einer entschwindenden H>m- melserscheinung. Dann stützte er die Stirn in die Hand und stöhnte laut und schmerzlich auf. So saß er. un­beweglich und grübelte Stunde um Stunde.

XII.

Das Verhältnis zwischen Ruth und dem Gast im Schulhause zu St. Jürgen hatte eine Wandlung er­fahren. Hatte Ruth sonst mit Eugen freundlich geplau­dert und lächelnd seinen etwas knabenhaften Weltbe­glückungsplänen zugehört, so hieü sie sich jetzt von ihm fern, mied seine glühend auf sie gerichteten Augen und wich einem Alleinsein mit ihm aus, immer häusftche Geschäfte vorschützend. Niemals mehr saß sie mit ihm in der Laube, niemals wieder ruderte sie mit ihm auf den Kanal hinaus, sie reichte ihm auch nicht mehr, wie sonst dte Hand zum Morgen- und Abendgruß. Eugen empfand die Zurückhaltung des schönen Mädchens sehr schmerzlich. Aber es erhöhte nur seinen Trotz. In seinen Adern brannte das Feuer der Leidenschaft, das ihm jede ruhige lleberlegung raubte. Er glaubte Ruth lei- tenschaftlich zu lieben aber er hielt für Liebe, was nur das stürmische Augenblicksfeuer eines ungestümen Jünglings war. Don der Heiligkett einer Liebe, die chren Grund in den zarten Empfindungen der Seele, in den geheimsten Wünschen des Herzens findet, die ganz in den Wünschen des andern aufgeht, wußte Eugen nichts; dazu war er ja viel zu jung und unerfahren.

Am Familiemisch gab es öfters Gelegenhett zur Unterhaltung und Eugen dünkte sich den Dorfbewohnern gegenüber geistig überlegen. Nicht selten spottete er sie aus, was dann Jmanuel zu heftigem Widerspruch reizte, sodaß es zwischen dem beiden jungen Männern zu hitzigen Debatten kam. Ruth hörte dann wohl eine Weile schweigend zu, doch dann erhob sie sich gewöhnlich und entfernte sich still, eine tiefe Traurigkeit in hen blauen Augen.

Das veränderte Verhältnis zwischen Ruth und Eugen entging natürlich den anderen nicht. Ms Jmanuel mit Eugen einmal auf dem Kanal hinausruderte, ließ der erstere dte Riemen sinken und wandte sich am seinen stummen Begleiter, der am Steuer saß und finster tn die Ebene hinausstarrte, die sich endlos vor feinen I Blicken dehnte.Was haft Du mtt Ruth gehabt?/ fragte Jmanuel ft'rr. Korts, folgtz t

Was machen einige Jahre mehr im Lebensalter aus?" versetzte er.Die Hauptsache ist die geistige Ent­wicklung, und ich glaube, ich nehme es in ihr mtt jedem älteren Menschen auf. Namentlich mit denen, die sich hier in der Einsamkeit vergraben, ohne an eine geistige Weiterentwicklung zu denken, stumpssinnig dahinlebend, immer nut arbeitend."

Sollte es nicht etwas Höheres geben, als diese so­genannte geistige Entwicklung, auf die Sie so stolz sind? |

Und was wäre denn das?"

Sittlichkeit und Pflichtgefühl", sprach sie ernst.

Pah", sagte Eugen verächtlich in seinem knaben­haften Hochmut,das sind ja ganz lobenswerte Eigen- schäften, aber die Hauptsache bleibt die Intelligenz, die Bildung des Geistes!"

Denken Sie an Christus, der ein Vorbild der Sitt­lichkeit war, ein Vorbild an Pflichtgefühl bis zum Tode, der die Menschhett aus den Fesseln des Aberglaubens, der Unsittlichkett und einer falsch verstandenen Freiheit erlöste."

Auf kirchliches Gebiet mag ich Ihnen nicht folgen, das führt zu weit. Aber ich muß daran denken, wie meine Vorfahren unter dem Aberglauben und der Grau- samkett des Volkes gelitten haben, und jene Zeit warf ja ihre Schatten sogar noch auf das Leben meines Dorers und seiner Schwester, ste waren gemieden, well ihre Vorfahren Henker waren. Doch wollen wir lieber von der Gegenwart rede». Erzählen Ste mtt etwas aus ihrem Leben!" Dabei ruhten feine dmckten Augen glühend auf ihrer schönen, ebenmäßigen Gestalt. Em heimlicher Schauder überrieselte ste unter diesem Blick, aber sie bezwang sich und frei und offen sah sie ihn an, als sie lächelnd entgegnete:Von meinem Leben? Ach, ! da ist nichts zu erzählen! Ich lebe einen Tag wie den anderen, tue meine Pflicht und fühle mich glücklich in meiner Einsamkeit. Ich habe keine Sehnsucht nach der Welt da draußen!"

Aber M dieser Welt würden Ste Aufsehen erregen!"

Sie erhob sich rasch. Eine leichte Röte überhauchte chre Wangen, ihre Stimme bebte leise, als sie ent­gegnete:Sie scheinen ein richtiger Weltmensch werden I zu wollen, der nur auf Aeußerkichkeiten bedacht ist. Ich beklage Sie. Wenn Sie nicht tiefer blicken lernen, wer. den Sie ein unglücklicher Mensch werden, dm nichts befriedigen kann, und Ste werden an den reichen I Schätzen des Gebens achtlos vorübergehen!" Fräulein RuW"

ist ein gleiches geschehen. Fast gleichzettg mit der süd­lichen Wolkenkolonne erscheint am Nordrand des Sattel» plateaus eine nördliche, und beide Schlachllinten gehen nun zum Angriff gegeneinander vor. Plötzlich halten sie unter der Wirkung des auffteigenben Plateauluftstro- mes still, und rote der Puloerdampf aus zwei sich be« schießenden Batterien wallt das Gewölk auf zum Hirn- mel, wo es hoch oben vom Passat erfaßt wird und flat­ternd sich auf löst.

Sowie die Sonne durch die Nebel verdunkelt ist, macht die Temperatur einen Riesensprung tn dte Tiefe. Die größte Schwankung, die ich auf dem Sattelplateau beobachtete und sehr unangenehm empfand, war ein Fallen des Quecksilbers von + 28° hn Sonnenschein auf + 6° im Nebel innerhalb einer Viertelstunde. Und felgt dem Nebeltreiben ein Schneefall, so ist der Tem- peraturfprung noch größer.

Daher rührt vor allem die ganz erstaunliche Zer­splitterung unb Verwitterung des Gesteins in diesen chghen. An den porösen Laven habm die atmosphäri­schen Kräfte sehr leichte Arbeit; bis zu beträchtlicher Tiefe sind die Lavafelder schon zerttümmeri und zersetzt;. Schwerer sind die Gesteine dichterer Sttuktur zu be­wältigen, aber auch unter ihnen haben wir noch die dichtesten widerstanden, die jetzt einsam und mit ange­nagter Oberfläche auf den Aschenfeldern zerstreut liegen und den Krustenflechten eine willkommene Stätte zur Ausbreitung geben, unter welcher der Fels um, so schneller seiner Auflösung entgegengeht.

Die riesigen Temperatursprünge, die schnellen Wechsel zwischen größter Lusttrockenheit und übermäßiger Feuch- - tigkett im Nebel, Regen und Schnee, das dringende Be- | streben der Organismen, sich alle günstigsten Umstände . in Licht, Lust und Bodm ttgendwte nutzbar zu machen, geben auch der höchsten Kllimandjaroflora ihr charakte- I ristisches Aussehen. Das Zusammerttretm einer größeren I Arten- ober Individuen zahl zu geschlossenen Degetations- I formatierten kommt in dieser Region der äußersten Extreme nur an besonders gut geschützten und begün- ftigten Oertlichkeiten vor. So an der Westhalde des Mawensi, so in den Mulden zwischen den Platearchügeln, wo Gräser und Kräuter sich zu Rasen zusammenschließen, so im Schutz unseres Lagerhügels am Mawensi, wo die I Eurqopsftaude noch ein kniehohes Gestrüpp bildet. Im übrigen ist es ein Einzelkampf, den die mutigen und zähen Pflänzchen mtt dem übermächtigen Klima aus-

diese Gnaphalten, Artemisien, Helichrysien, Ris- pengräschen ufro. haben sich mit einem hellgrauen Haar- pelz bewehrt, dessen luftgefüllte Oberhärchen das Blatt I gegen starke Erwärmung und Verdunstung einerseits, I sowie gegen zu große Benässung und Erkaltung an- teversetts schirmen und die verschiedensten Arten m^der I äußeren Erscheinung einander sehr ähnlich machen. Zum I Teil stehen bfe Blüten und Blätter einer Pflanze m dichte, kugelige Polster gedrängt, um sich gegenseitig so- I mohl gegen Frost und Wind als auch gegen übergroße Transpiration zu bewahren: zum Dell kriechen sie flach auf dem Boden hin, wn von der durch die kräftige

I Insolation erwärmten Erde den Borteil zu ziehen, den ihnen die mangelnde Lustwärme versagt. Reben Gelb I ist Violett dte Lieblingsfarbe der Blüten. Aber auch I Ue Blättchen und Stengel mehrerer einer größeren I Wärme bedürftigen Arten haben dke violette Anthokyan. I färbe, die ja dte merkwürdige Eigenschaft besitzt, das I intensive Licht der Höhe zu absorbieren und in Wärme umzuwandeln. Dunkelgrau ist dagegen dte Farbe ter | wenigen animalischen Bewohner des oberen KWmand- jaro, und durch diesenMelanismus" wird den einsamen

I Devgschwalben, Steinschmätzern, Eidechsen, Käsern, Spin­nen und Immen Nicht mir eine größere Sonnenerwär. ntung zuteil als durch Helle Färbung, sondern auch der unentbehrliche Schutz in dem gleich dunkeffarkstgen vul-

I konischen Gestein, auf dem sie leben.

Wann dte Sonne sich zum Niedergang anschrcki rmd die Temperatur fättt, schläft der Wind «n die Nebel zerfließen, und Fels für Fels, Eisfeld für Eisfewent- I ichleiern sich Kibo und Mawensi, ton ter scheidenden | Sonne Lebewohl zu sagen. Wenn ter Sonnanball in dem Winkel zwischen Kibo und Mern purpurn hmabsinkt, tft die Beleuchtung ter Ebene mtt ihren S)W, Bergen und Fluhläusen am schönsten. Doch das Schausprel bau- I ert nur kurze Zeit. Schnell zündet die Nach» ihre Kerzen I an: ebenso schnell beginnt mst ter m diesen luftinmnen Nähen doppelt starken Ausstrahlung zum kalten Nacht- Himmel der Wind von oben zum Tiefland hinabzuwehen I und die Temperatur oft auf 12° oter 14" zu finken, wo sie zwölf Stunden oocher auf ± 26» und I + 28° gestanden hatte.

heiterer.

MitzmrftSndnir. Arzt:Besuchten Sie eine bestimmte Schule wegen Ihres Stotterns?" Stotterer:Nein, dadadadas hab' ich ganz von selber gelernt."

*

Gespräche. Als man Professor N. befragte, roarmn er stets trat sich selbst spräche, gab er zur Antwort: Erstens rote ich gern mtt einem gescheiten Mann und zweitens höre ich gern einen gescheiten Mann reden!,"

der miteinander zu verheiraten.

Wie das Gerücht vom Bündms der beiden Muller ins Land erscholl, und daß sie sogar ihre Kinder mitein- unDcr verheiraten wollten, da erhob sich große Unruhe und Besorgnis, denn jedermänmglich konnte sich nun an den Fingern abzählen, daß die beiden Kugelrunden sein würden wie zwei Mühlsteine, zwischen denen alles, was ihnen zu nahe tarne, würde «ufgeneben werden. Und wer jetzt dem einen Müllen zu nahe traft der hatte es gleich mit beiden zu tun, und konnte kern Fürst beide Wämser überwinden, denn die Müller glichen runden Burgen, waren nicht auszuhungern durch eine Belage- rung, denn sie hatten auch in ihren Wamsen manche Metze gefaßt, von der sie zehren konnten lange Zett Da aber nun die beiden unüberwindlichen Helden also mannhaft waren, daß selbst der Kaiser große Muhe ge- habt haben würde, sie zu überwältigen, so mußte man nur froh fein, daß sie ihre große Macht gegen die tfembe des Reiches kehrten, und begehrten gar keinen Sold und Lohn, sondern nur die Ehre, fechten und streiten zu dürfen. Und war das nur ihre einzige Klage, daß jo mancher Tag verging, an dem sie keines Gegners an­sichtig wurden, weil ihr Ruf so weit und breit genannt war, daß sich alles vor ihnen fürchtete.

Diele tapfere Taten vollführten die beiden kugel- runden Müller, seit sie miteinander verbunden waren, und wenn man diese Taten und die Abenteuer welche durch sie bestanden wurden, niedergeschrieben hatte, so wäre das ein Buch geworden, zweimal so stark rote die Weltchronik. Auch taten sie mehr Wundertaten als alle die Recken, von denen die allen Lieder und Geschichten sagen. Endlich schlugen sie ihre Wohnung in einer Wüste hinten an der Welt Ende auf, und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie heute noch.

er einst in einem Schimpfspiel, wo ein Kämpfer einen Apfel, der andere eine Birne an der Spitze seiner Klinge geführt, und sich ein großer Lärm erhob, dermaßen m den Haufen mitten hineingeschlagen, wie em Hagel- schauer in das (Betreibe, so daß er vielen Bauern mel Leids gebracht. Aber da war ihm em Gegner ent­gegengetreten, stark und kräftig, der führte einen Haupt­streich nach dem Müller, daß seine Blechhaube gleich zu Boden fiel, und meinten alle, die das sahen, der Kops wäre mit vom Rumpfe geflogen; der kugelrunde Kamp» hatte aber, wie sein Gegner ausholte, seinen Kopf aus der Haube schnell heraus unter die hohe Halsberge ge­zogen, und jetzt tat er einen Streich nach dem Gegner, der ihm so tief in den Hals schnitt, wie die Sense des Mähers in das Gras. Da fürchteten sich alle vor dem gewaltigen Mann, dem die Taten, die man von Recken las, nur ein Spaß schienen.

Nun war aber ein andrer Müller m der Nachbar­schaft, der war ebenso stark und groß, ebenso kugelrund und trug auch so em roohlausgefiittertes und geblechtes Wams, und keiner mochte den andern leiden, well keiner dem andern nachftand. Und haßten und bekriegten ein- ander schon zehn Jahre. Auf jedem Kirchroechtage, roo sie hinkamen, gerieten ste aneinander und fochten gegen­einander mit Worten und Waffen; es konnte aber ihrer keiner dem andern was anhaben, und waren zwei gar gefürchtete Kampfhelden. Der eine Müller hatte einen Sohn, der andere eine Tochter, welche beide einander so sehr liebten, als die Väter einander haßten, darüber wurde der Zwiespalt noch größer, bis endlich gute und einsichtsvolle Freunde sich ins Mittel schlugen und beiden Müllern rieten, gute Freunde zu werden und ihre Sun-

Empor!

Roman von Otto Elfter.

Ein malerisches, friedliches Fleckchen Erde, tetzin I prang ter Lärm der Wett nicht. I

Unh in diese Umgebung paßten die Menschen, die I hier wohnten, hinein als wäre beites für sie geschaffen I "^Während des Abendessens, das in der Veranda ein-4 genommen rouirte, lernte Eugen alle Mitglieder ter Famllie kennen. Der Hausherr, eine knochige Gestalt mit gütigen, sanften Zügen, nahm sofort für sich em. Dom seinen sieben Sintern waren ihm einige gestorben, andere waren tn die wette Welt gegangen, und nur ab und zu hörte man von ihnen. Nur zwei hatten bei ihm ausgrhatten, fein Sohn Jmanuel rmd seine Tochter Ruth ein schönes, stilles Mädchen von fünfundzwanzig e-Jlr' ^rrftoem Blondhaar und den nachdenklichen

sie von tem Vater geerbt, aber nicht ferne

Eckigkeit, denn ihre zwar schlanke, aber mcht Egere Ge- statt war voll Anmut und Ebenmaßigkett- Es fMe sich amh mancher junge Storni um das schon« Mädchen be- .mürben, Ser Ritth hatte alle Freier abgewusen. 6je wollte bet den Eltern bleiben, damit diese aus ^e alten Taae nickt ganz vereinsamt wären. Lae wußte, chr Vater konnte ste nicht entbehren und noch weniger ihre Mutter, die fett Jahren halb gelähmt an ihren Sessel ge» fejfeö mar.

Still und doch heiteren Sinnes tat sie ihre -Piuaji und leitete an Stelle der gelähmten M'.Äer den Haus- HM Ob nicht zuweilen chre Gedanken sehnsiMttg m bte filMe, wette Wett hmausflogen, wer konnte es wis­sen?. Ihrem sich stets gleich bleibende-n, fröhlichen Wesen Merkte ymn jedenfalls diese Sehnsucht nicht an. S?° toar wie ein Sonnenstrahl im Hause, selbst in den duste- ren SBintertagen, wenn bie graue Meeresflut gurge.nb an die Schwelle schlug und der Nordoststurm an den RSstern und Pappeln zauste und zerrte mrd man zwel- fette, ob jemals dte Sonne wiedxr scheinen wurde, toerttc man Ruch keine Verdrostenhett an.

Jmamrel war das verjüngte Ebenbild des Daters, die Gestatt knochig und eckig, aber gutmütig die Augen. Wenn roh- dpnn noch die rothaarige Magd mit dem schönen Namen Gestne, oder, wie man sie rief, .ein» «Heu" «rroütMM, sowie den derben Knecht Tanke, Hessen

IsSmMkZMßWMM. i

F Hans Metzer,Hochtouren im tropischen Afrika'*). I unser letzter Tag tm Lager am Sattelplateau I Ä herangekommen. War doch mit den Proviant- I plötzlich Alft der Wächter des Mcrrangulagers, I iMäenekt und berichtete von Prügelei und Aufruhr

n im Marangulager, die meine Anwesenheit I d notwendig machten. Damit war übet unser ZjaeteS Tun entschieden, unser Aufenthalt in der Höhe Lgeschiofsen. Und schauten wir zurück, so konnten wir gtif den Ergebnissen wohl zufrieden sein. Wir hatten I diesen zwei Wochen vier Kibobesteigungen, drei I Makvensiebesteigungen ausgesührt, die höchste Spitze des I Kistmandsaro erstiegen, tx- großen Krater deS Kibo I ^tdeckft die ersten afrtfan: n Gletscher gefunden und I daS ganze Hochgebiet gründlich untersucht, topographisch u«ö photographisch ausgenommen und abgesammelt. I

Der letzten Tage Last war groß, aber noch größer I päre sie gewesen, hätte nicht der getreue Muini Amani, I hs dem Neger gänzlich ungewohnten Kälte trotzend, I * die kleinen zeitraubenden Lagerarbeiten, wie Holz- I famjnefn, Feuerwachen, Wasserholen, Stiefelschmieren anderes mehr, unverdrossen ausgeführt, wodurch t;ns Muße zu nichtigeren Dingen geschaffen rairrbe. tzftMch blieben uns immer noch Widrigkeiten genug jy unferm einsamen Lagerleben, und zwar waren am lgftigstsn nicht etwa die nächtlichen AÄnärsche um K3 äter 3 Uhr bei Sturm und Kälte, nicht das Biwakieren in eisigen Felslöchern und dergleichen, sondern die Mtshige, alltägliche Kochersi, die ich Muini abnehmen mußte, nachtem er einige bedenkliche Proben seiner kulincrifch-en Künste geliefert hatte, und die lang» taemte, notgedrungene Entbehrung jeglicher Körper- jWtegung aus Mangel an Waschwasser. Täglich ent- faanrt sich zwischen uns beiden Europäern ein edler AAeMvett um das Tellerwaschen, weil dieses nasse Ge- Mst doch auch den Fingern des Wäschers zugute kam, die dabsi wenigstens dte dickste Schmutzkruste los wur­den. Man kernt Selbstverleugnung im afrikanischen Hochgebirge!

lieber diese Widerwärtigkeiten konnte nur bte asthe- Asche Freute an Fels, Eis und Lust und der gewaltigen Gröhe ter Hochgebirgsnatur itrib die Luft am eigenen Schaffen hinweghelfen. Die Spannung bei der Unter- tefMung unserer Hochtouren, das Vollgefühl vielseitiger Kraftentfaltung bei ihrer Ausführung, die Befriedigung nach vollbrachter Tat: sie stehen natürlich in erster Linie. Aber auch die vielen stillen, Freuden an den Spielen und Aeußeriingen der mannigfaltigsten Natur- kräste und dte Edisichten in chren kausalen Zusammen­hang, die uns an und an unferm Lager erblühten, flachten unsere Tage dort oben reich.

Um Morgen der fogenanntetrt Rasttage, wenn das Plateau und die Berge sich im jungen Licht der Worgen- <onne badeten und unten auf dem Urwald sich die dicht, sebrangten hellgrauen Wolkenballen dehnten und scho­ben, da wurde herumgestiegen und photographiert, ge« Mssen, botanisiert, Steine geklopft, daß es eine Lust ajar. Unter tem Schlag des geologischen Hammers fernen da aus all den scheinbar homogenen, rundlich >13remitierten Blöcken und Trümmern dte allerverschie- Henften Gesteinsarten zmn Vorschein; kaum eine Ecke Mr anstehenden Felsen meint es mit der andern gut, d 22 voneinander abweichende vulkaiftsche Gesteine |n cin.er Hachen Stunde, das ist gewiß nickst wenig!

"Ziemlich schnell wird die Sonne wärmer und lockt auf den Höhen des Kibo und des Mawensi kleine leichte Wölkchen hervor, dte seitwärts ziehen und vor- schwinden, um andern Platz zu machen. Bald erhebt sich ein leichter Steigungswmö, und unter seinem wach- fcnden Wehen kommen von unten die schweren Nebel herauf und rücken in langen, geschlossenen Kolonnen Arm Sattelplateau vor. Auf der Nordssite des Berges

) GZ ist uns ein besonderes Vergnügen, unseren Lesern aus dem soeben erschienenen 25. BandHoch­touren im tropischen Afrika" der Beiannten'Sammlung Reiten und Abenteuer" durch das Entgegen­kommen des Verlag? Brock haus einen Abschnitt bteten tu rönnen. (Geb. 2,50 Mk.) In dem Band schrldert der ^bekannte Afrikaforscher und Kolonialgeograph Profeflor Dr HanS Metzer seine vor dem Knete ausnefuhrten SSefte'iaunaen dreier afrikanischer Vulkane. Die spannen, den Berichte lehren die besonderen Schwierigketten lennen die die Besteigung der afrikanischen Hochgipfel fettzkt den a.eübtesten Alpinisten bieten und geben male­rische Schilderungen der -'.rohartigen Landschaftsbilder. Prächtige Bilder und Karten unterstützen den Text.

Die Heiden togeimnöei Met.

Der Dichter Ludwig Bechstein tft durch seine Märchen weiten Kreisen bekannt. Der Mei­ninger Bibliothekar hat in seinenThüringischen Volksmärchen" den Sagenschatz des Thüringer- 1 landes und unserer heimatlichen Rhön gehoben, I und noch heute gehen seine Märchen an langen I Winterabenden von Haus zu Haus. Weniger bekannt sind seine Volkserzählungen, in denen er durch die launige und gemütvolle Darstellung I den Leser über die Sorgen und Mühen des täg­lichen Lebens hinweg in das der heiteren Dichtung führt, nicht ohne zwischen den Zeilen ein schalkhaftes Spiel zu treiben.

Es war einmal ein Müller, der war schon an sich sehr stark und dick, wollte aber auch fest fein gegen Hieb und Stich, gegen Bolz und Pfeil, darum steckte er sich in eine wunderliche Kleidung. Er ließ sich zuvörderst ein Wams machen, das fütterte er mit Kalk und Sand und ließ, um das zu verbinden, geschmolzenes Pech hineinfließen; hinten machte er ein Futter von mehreren Körben, und vorn beblechte er es mit alten Reibeisen und eisernen Hafendeckeln, da wurde das Wams schwe­rer als der schwerste Brust- und Rückenharnisch, den jemals ein streithafter Ritter trug.

Darüber zog dieser Müllr nun drei Hemden, und unter das Wams legte er einen wirklichen Panzer an, über die Hemden aber einen Panzer, und darüber zog er neun lodene Röcke, wie sie die Wollenweber im Schwabenlande noch heute fertigen. Wenn nun der Müller sich mit diesem stattlichen Kleiderbollwerk an­getan, wobei er die Beine mit mehr als vier alten über, einander gezogenen Lederhosen verwahrt, so war er ein so stattliches kugelrundes Kerlchen, daß er ebenso breit war als hoch, rote eine rechte Kugel sein muß, und konnte sich auch kaum rühren und regen, und mußte denn seine Freundschaft mit ihm gehen, ihn führen und geleiten. Da er nun alljährlich zu St. Oswalds Kirchtag ging und sich auch sehen lasten wollte vor den Leuten, so fuhr er einher auf einem Karren in seiner Rüstung und so gewappneft rote jedermänmglich noch nie gesehen hatte. Den Wagen zogen vier starke Ochsen, und hinter- drein gingen alle Bauern seines Ortes mit ihren Wei­bern und Sintern, die steckten sich, wenn sich ein Femd zeigte, hinter chres Müllers Karren, wie hinter eine Feste und Schirmhut. Er war geroaffnet mit zween Spießen und einer Armbrust, an feiner Seite hing ein | Schwert einer Mannslänge lang, ein Zweihänder; und i neben ihm lag noch ein Bogen nebst einem Pfeilköcher.

Wenn nun der kugelrunde Müller mit feinem Karren und feinen vier Ochsen an einen gewissen Berg kam, über welchen ter Weg führte, so harreten feiner dort ein paar Neffen mit Weib und Kindern, die halfen den Wagen in die Höhe hinauf schieben, während vorn noch sechs Ochsen als Vorspann zogen, und so brachten sie chn denn endlich hinauf mit Ach und Krach und Der- gießung vieler Schweißtropfen. Ging es nun auf ter andern Seite des Berges wieder abwärts, so mußte ein- gehemmt werden, soviel als nur möglich, daß es nicht mit dem Kugelrunden kopfüber kopfunter ging. Wenn feine Sippschaft ihn nun endlich am Ziel hatte, so wurde er mit Leitern und Hebebäumen vom Wagen herabge- I schrotet rote ein großes Weinfaß, und dann scharten sie sich um ihn her, zumeist hinter ihm, wie die Philister

I hinter ihrem Goliath.

I Dabei war der runde Mehlsack von großer Stärke I und Unerschrockenheit, und es ging von ihm die Rede, daß

! Nr. 188 vom 13. flug. 1924.