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NMlnunmerio W-(mOK Benage 15 W.)

Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.

51. Zahrg

Donnerstag, 7. Kugust 1924

Nr. 183

Die deutschen Vorbehalte in London

Der ummhiße Osten

Der Höhepunkt der Konferenz.

Die Bolls

eine

uns

:en, die aus den Reihen der

Stunde.

dauerte wenig über e Reden wurden ms D

Der Zwifchensall in Mexiko.

wtb London, 6. August. (Tel.) Auf

Zentrum nnd Aufwertung.

Aus der Zentrumsfraktion wird

handeln. Macdonald, der sich immer darüber be- i lagt habe, daß Frankreich und Deukfchland sich nicht ausfprecheu wollten, werde es ohne Zweifel nicht übel finden, wenn sie auch anderwärts zu- ammenkämen, um über die französisch-deutschen Beziehungen in den nächsten Tagen zu verhandeln.

General 8rhr. v. Gebsattel

tarn auf dem Armeeabend der Bayerischen Volks­partei auf die Haltung des Papstes zu sprechen und erklärte dabei, nach einem Bericht desBayerischen Kuriers", folgendes: Als katholischer Soldat habe ich wie Millionen katholischer Soldaten meine Pflicht getan so gut wie alle anderen im Frieden und in Feldzügen. Darum verbitte ich mir, daß Leute hierher kommen und mich kränken wollen am Heiligsten, was ich habe, an meiner Religion. Ich darf das sagen, weil es mir in meinem langen Leben nicht im Traum eingefallen ist, bewußt einen Kameraden oder gar einen Untergebenen zu belei­digen, weil er eine andere religiöse Ueberzeugung hatte. Die Leute begreifen es nicht, daß für uns die Anerkennung des Pcwstes als des Stellvertre-

Die deutschen Forderungen.

wtb Paris, 6. Aug. (Tel.) Wie der Sonder­berichterstatter desPetit Parifien" mitteilt, er­warte man in London, daß die deutsche Delegation folgende Vorbehalte jn dem ihr gestern unterbrei­teten Protokollentwurf chachen werden:

t) Eine raschere wirtschaftliche Räumung, von der militärischen begleitet, fei notwendig.

2) Die Aufrechterhaltung des Transferierungs­komitees, wie es der Dawesplan ursprünglich vor-

gegen die bisherigen Entschließungen der Alliierten Berücksichtigung finden.

So sehr auch der deutschen Rerchsregierung daran liegt, endlich einmal in der Reparations­frage auf wirtschaftlicher Basis vorwärts zu kom­men, ebenso sehr ist es der feste Entschluß, keiner Regelung zuzustimmen, die die politischen und wirt­schaftlichen Interessen des Reiches für jetzt und in Zukunft gefährden müßte. Es sei noch bemerkt, daß über die wichtigeren Etappen der Londoner Verhandlungen auch die Parteiführer rechtzeitig unterrichtet werden sollen. Außerdem ist eine besondere Stelle geschaffen, die über alle technischen und persönlichen Möglichkeiten verfugt, um über die in London zur Verhandlung kommen­den Wirtschaftsfragen die b e t e i l i g t e n K r e i s e jederzeit unterrichten zu können.

Die Hoffnung Coolidges.

Nach einem Telegramm aus Washington hat i Coolidge seiner Zufriedenheit über die Ergeb« nisfe der Londoner Konferenz Ausdruck verliehen. Er sprach die Annahme aus, daß die Aussicht auf eine Regelung eine weitere Belebung der Ge« schäftslage mit sich bringen würde/

Anfrage betreffend die Ermordung der Frau Evans in der Stadt Mexiko teilte der Premierminister mit, die Gefandffchaft der Vereinigten Staaten in Mexiko habe das Verbrechen zur Kenntnis der mexikanischen Regierung gebracht und fosorstge Un­tersuchung gefordert, damit die Mörder festgeuom- men und bestraft werden konnten. Ferner habe die amerikanische Gesandtschaft bei der mexikani­schen Regierung angeregt, der Farm der Frau Evans eine Dache zur Verfügung zu stellen, um ihr Haus zu schützen. Der Premierminister er­widerte zum Schluß, daß angemessene Entschädi­gung gefordert würde.

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_ In der Vollsitzung der Konferenz begrüßte Mac- donald die deutschen Delegierten sehr steundlich. Er fteHte sie vor der Sitzung anderen Delegierten vor. Die in deutscher Sprache gehaltene Ansprache des Reichskanzlers schuf nach englischem Urteil eine sehr freundliche Atmosphäre (a charming man).

Mm MnWmnM in MM.

wtb Frankfurt a. HL, 6. Aug. (Tel.) Dec Frankfurter Generalanzeiger" meldet aus War­schau: Der gestern abend im hiesigen Bahnhof einlaufende Personenzug fuhr auf eine rangierende Lokomotive auf. Der Zusammenstoß hatte furcht­bare Folgen. Bis jetzt hat man 59 Tote und Schwerverletzte festgestellt, außerdem sind noch zahlreiche Personen leichtverletzt. Dem 23e- gleipersonal des Zuges gelang es, noch rechtzeitig abzuspringen, aber die Lokomotivführer und Hei­zer der beiden Maschinen befinden sich unter den Opfern. Von den Insassen des Zuges ist kaum ein einziger unverletzt geblieben. Zwei Weichen­steller wurden verhaftet, da mau das Analück auf ihre Fahrlässigkeit zurückführt.

Das Programm Mussolinis.

Wtb Mailand, 6. Aug. (Tel.) Das Organ Mussolinis, dasPopolo d'Italia" fast das fafzifii- fche Programm folgendermaßen zusammen:

1) Reinigung der Partei von allen Speku­lanten.

2) Verwendung der besten Persönlichkeiten.

3) Erneuerung der leitenden Männer, besonders in den Zentralverwaltungen und Präfekturen.

4) Kampf gegen die Freimaurerei.

5) Hebung der Arbeiterschaft durch entsprechende Gesetzgebung.

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Eine Zusammenkunft. -

> Paris, 6. Aug. (Test) Der Sonderbericht­erstatter desMalin" will erfahren haben, daß Macdonald gesteru abend den französischen Ministerpräsidenten Herr ist und den deutschen Müchskanzler Dr. Marx ein gelaßen habe. Es fei naffirtid), daß Herriot diese (Gelegenheit ergriffen 6a6e. um mit dem deutschen Reichskanzler zu ver-

geschrieben:

Entsprechend dem Beschluß des Aufwertungs­ausschusses haben auch die Zentrumsmitglieder die­ses Ausschusses ihre Vorschläge zur Neuregelung der Aufwertungsfrage der Reichsregierung zugehen laffen. Die Zuschriften, die aus den Reihen der Zentrumswähler an die Zentrumsabgeordneten in den letzten Wochen gerichtet wurden, sind so zahl­reich, daß eine persönliche Beantwortung der einzelnen Briefe schlechterdings unmöglich ist. Die Zentrumswähler dürfen aber überzeugt fein, daß sich die Fraktion, insbesondere die Mitglieder des Auftvertungsausschusfes, eingehend mit den an sie gerichteten Ausführungen befaßt hat. So­weit sich die Anregungen als praktisch verwertbar für eine gesetzliche Regelung erwiesen, haben sie auch Berücksichtigung gefunden. Dazu kommt, daß der Ausschuß die Vertreter der verschiedensten Jn- tereffengruppen ausgiebig zu Wort kommen ließ. Eine endgültige Entscheidung der Reichsregierung kann selbstverständlich erst nach dem Abschluß der Londoner Konferenz erfolgen, weil sich dann erst die Lasten übersehen lassen, die das Deutsche Reich und die deutsche Wirtschaft zu übernehmen haben. In einer Reihe von Zuschriften wird die Auffassung vertreten, als könnte der en n z e l n e Abgeordnete oder der Auswertungsausschuß schon heute eine Aenderung in der Zinszahlung oder in der Auf­wertung der Hypotheken unter Umgehung der dritten Steuernotverordnung durchsetzen. Diese

Die Zenlrumsjugend.

soweit sie in den W i n d t h o r st b ü n d e n zusam­mengeschlossen fft, hielt in diesem Jahre in Glatz ihre Jahrestagung ab. Die erste Tagung nach dem Kriege hat bekanntlich in Fulda stattgefun- deen. Kirchliche und weltliche Behörden nahmen an der Tagung regen Anteil. Es wurden u. a. fol­gende Entschließungen angenommen:

1.Die Reichstagung des Verbandes der Deutschen Windthorstbünde wiederholt mit Nachdruck ihr Hildes­heimer Bekenntnis zu dem in Weimar begründeten deutschen Staat und steht es als eine besondere Pflicht der Bünde an, diesen Staat innerlich und äußer­lich zu stärken und im Herzen des deutschen Volkes immer tiefer zu b e s e st i g e n. Die nationale Einigung aller Deutschen zu einem föderalistischen Großdeutsth- land ist ihr heißerstrebtes Ziel. Sie betont von neuem auch die sittliche Pflicht zur Mitarbeit an den Aufgaben des neuen Staates im Sinne der Vertiefung des Vokks- gemeinschaftsgefühls und der Sicherung der Lebendig­erhaltung des demokratischen und sozialen Ge­dankens bei der Führung der Reichsgeschäfte. An­gesichts der unverminderten Hartnäckigkeit, mit der die Feinde des neuen Staates offen und geheim, mit Ge­walt und List, ihr Zerstörungswerk fortführen, betrachtet sie die zielbewutzte Zusammenarbeit aller derer, die den Weimarer Staat bejahen und Anhänger der Re­publik sind, als ein Gebot der Stunde und empfiehlt allen Bünden höchste Wachsamkeit und Energieentfal­tung."

2.Die in Glatz versammelten Vertreter der Windt­horstbünde bekennen sich als lebendige Christen aus der Kraft ihres Glaubens und im Bewußtsein der natür­lichen und historischen Aufgaben Deutschlands zu einer aktiven Politik der Verständigung und der Ver­söhnung der Völker Europas. Sie sehen in einer solchen Politik zugleich die beste Gewähr für den Be­stand des Reiches und eine Bürgschaft für die Erfüllung des großdeutschen Gedgnkens."

Es wurden Vegrüßungstelegramme u. a. an den Reichspräsidenten und an den Reichskanzler ge­sandt. An den früheren Reichskanzler Dr. Wirch erging folgendes Telegramm: Die in Glatz aus allen Teilen des Deutschen Reiches versammelten Vertreter der deutschen Windthorstbünde gedenken mit Dank des mutigen Vorkämpfers ihrer Ideale und grüßen ihn, ---

Meinung entbehrt jeder Grundlage. Die ört­lichen Zentrumsorganisationen würden sich ein Verdienst erwerben, wenn sie dieser irrtümlichen Auffassung entgegentreten und ihre Mitglieder über den tatsächlichen Stand der Frage genau unterrichten wollten, damit die Reichstagsfraktion und die einzelnen Abgeordneten nicht länger durch Anfragen und Bitten bestürmt werden, deren Er­ledigung zur Zett unmöglich ist.

Ich entbiete d« Vertretern der deutschen Regierung, die hierher gekommen sind, um mit uns 3« besprechen, wie der Bericht der Sachverständigen in Wirksamkeit gesetzt werden kann, Willkommen und Gruß. Es liegt uns allen sehr am Herzen, daß die Berantwormch- feiten, welche dieser Bericht uns anserlegt, übernommen werden, nicht, weil sie übernommen werden muffen, sondern weil der gemeinsame Wunsch besteht, eine ernst­hafte und ehrliche Anstrengung zu machen, die Verpsuch- tungen zu erfüllen, unter die die Unterschriften gesetzt werden sollen nach einer Dtskusfion, in der jede Partei in fairer Weise gehört wurde. Solche Abmachungen fäfließen sowohl moralische wie rechtllche Verpflichtungen in sich. Die verbündeten Regierungen haben mitein­ander beraten und sind $n gewissen Vereinbarungen gekommen, die st« der deutschen Regierrmg mtitetlen und mit ihr diskutieren mochten, soweit dieselben die Zu­stimmung der deutschen Regierung erfordern. Die Kon­ferenz hat die ausschließliche Aufgabe, sich mit den aus der Anwendung des Sachverstandigenberichts ergebenden Angelegenheiten zu befaffen. Auf diesen Punkt muß ich als Vorsitzender der Konferenz ihren Aufgadenkreis beschränken. Ich hoffe, daß mit in dec Ausübung des Willens zur gemeinsamen Arbeit und im Seifte der Kooperation schnell zu einer Einigung über die uns gestellte Aufgabe gelangen werden und es so möglich machen, daß die Londoner Konferenz von 1924 einen erfolgreichen Versuch darstellt, freundschaft- licheBeziehungenzwischendenRegierun- gen Europas möglich zu machen.

Reichskanzler Marx erwiderte folgendes:

Ich danke dem Präsidenten namens der deutschen De­legation für die freundlichen Worte, mit denen er uns begrüßte. Mir liegt daran, diese erste Gelegenheit, wo wir die Ehre haben, den Chefs und Vertretern der alliierten und affoziierten Regierungen gegenüberzu- treten, zu benutzen, mn mit kurzen Worten die Grund- gebauten klarzulegen, von denen sich die deutsche De­legation auf dieser Konferenz leiten laffen wird. Wir sind durchdrungen von der Ueberzeugung, daß van dem Gelingen dieser Aufgabe das Schicksal Deutschlands und das Schicksal Europas abhängt. Wir sind ebenso durch­drungen von der Ueberzeugung, daß diese Aufgabe nur gd^t werden kann im Geiste eines friedlichen Verständigung sw illens und ernster Aufrichtig­keit. In diesem Seifte wird die deutsche Delegation handeln. Die deutsche Regierung erklärte ebenso wie die attHerten Regierungen bereits bei einer früheren Gele­genheit, daß sie den Plan der Sachverständi­gen als eme geeignete Grundlage für die Losung der Reparationsfrage ansteht. Ich bestätige diese Erklärung und füge noch weiter hinzu, daß die deutsche Regierung in der Annahme einer Einigung der Konferenz aus Grund des Gutachtens den in den Organisationskomitses ausgearbeiteten Gesetzentwürfen zustimmt und daß sie nach dem Abschluß der Konferenz den deutschen gesetz­gebenden Körperschaften dieselben mit größter Beschleu­nigung zur Verabschiedung vorlegen wird. Wir nehmen an, daß auch die sonstigen beiderseitigen Maßnahmen, die der Plan der Sachverständigen vorsieht, zur Durch­führung gefangen. Wir sehen hierin einen Weg, der dazu sichren wird, und führen muß, unserem Volke 'Frei­heit und Frieden und zugleich die Möglichkeit zu geben, sich mit den anderen Völkern dmch gemeinsamen Wie­deraufbau Europas zuscrmmenzuschließen. Die Wie­derherstellung gegenseitigen Vertrauen- ift die erste Voraussetzung für em gedeihliches Zusam­menarbeiten der Völker. Gelingt es der Konferenz, was wir zuversichtlich erhoffen, für die Erreichung dieses Zie­les den Grund zu legen, so wird das gesamte deutsche Volk, nachdem die Lebensgrundlagen für seine freie wirtschaftliche Betätigung wieder hergestellt find, feine ganze Kraft dafür einfetzen, den ungeheuren Leistungen gerecht zu werden, die der Plan der Sachverständigen von ihnen erwartet.

Nach her Antwort des Reichskanzlers übergab Macdonald als Präsident der Konferenz den deut­schen Delegierten die von der Konferenz vorbereite­ten Schriftstücke jur Kenntnisnahme. Er drückte die Hoffnung aus, daß es batb möglich sein werde, eme neue Vollsitzung ein zuberufen. Der Reichs- kanzker erklärte, dahin wirken zu wollen und die Arbeiten nach Möglichkeit zu fordern.

3) Seine Erweiterung der Rechte, die Frank­reich aus dem Friedcasvertrag inbezug auf Sach­lieferungen herleite.

4) Eutlaffuug sämtlicher französischer und bel­gischer Eisenbahner bei der Auflösung der Regie und Wiedereinsetzung sämNicher Deutschen in ihre Aemter und endlich

5) eine alliierte «rttaruug, die die Handlungs­freiheit, wie sie Frankreich aus Paragraph 18 Art. 2 herzuleiten versuche, verurteilt.

Das Urteil der englischen Presse.

Wtb London, 6. Aug. (Tri.) Die heutige | Morgenpreffe, deren Interesse io großem Maße dem Scheiteru der engNsch-russischeu Verhand­lungen und der irischen Frage Mgewaudt ist, spie­gelt in ihren Betrachtungen über die Rchtarations- I konferenz den zuversichtlichen Eindruck wieder, den der Eintritt der deutschen Delegation in die Ver- Handlungen in der öffentlichen Meinung erzeugt. Die Blätter erwarten, daß das zweite Stadium der Konferenz kur; und erfolgreich sei. Das Eintreten de» Reichskanzlers für den Dawesbericht wird be- i sonders hervorgehsben. Sein WortLin Weg! zu Frieden und Freiheit" fände große Beachtung.

Der Draht nach Berlin.

Die noch in Berlin verbliebenen Mit­glieder der Reichsregierung tagen gegenwärtig sozusagen in Permanenz. Es ist Anordnung getroffen, daß die Minister jederzeit zu erreichen sind, um sofort zu KabineUsberatun- gen zusammentreten zu können. Durch einen eigenen Kabel- und Drahtdienst steht die Reichsregierung in fortdauernder ununterbro- djener Verbindung mit der in London weilenden Delegation. Dieser sind weitgehende technische Möglichkeiten zur Aufrechterhaltung der Verbin­dung mtt Derstn gegeben worden. Das Kabinett wird übsr den Verlauf der Londoner Besprechun­gen fortgesetzt auf dein Laufenden gehalten, wobei sich naturgemäß die in London selbst anwesenden Mitglieder der Regierung vorbehalten, über Fra­gen, die noch nicht spruchreif sind, zunächst im enge­ren Kreise eine Erörterung herbeizuführen. So kommt es, daß bis zur Stunde die Berliner amt­lichen Stellen von London noch über keine Nach­richt von größerer politischen Bedeutung verfugen.

Den Mitgliedern der Delegatton sind nunmehr die Beschlüsse der Alliierten formuliert zur Kenntnis gegeben worden, und diese Mitteilun­gen wurden auch sofort nach Berlin meitergegeben, wo sie nunmehr den Gegenstand der Beratungen im Kabinett und in den zuständigen Ministerien bilben. Es ist weiterhin von der Reichsregierung Vorsorge getroffen, daß Persönlichkeiten, die über bestimmte Einzelfragen, sei es für das Eisenbahn­oder das Industrieobligationen-Gesetz wie aber auch für alle anderen der in London zur Erörterung kommenden Fragen unterrichtet sind, sofort auf Ansuchen nach London entsandt werden können.

Der erste größere Kabinettsrat in Berlin wird am Donnerstag in den späten Nachmittags­stunden abgehalten. Man hofft dis dahm schon ganz bestimmte Nachrichten über diejenigen Ver- handlungsgegenstände zu besitzen, die für Deutsch­land im Vordergründe aller Debatten überhaupt stehen. Wie sich diplomatisch und technisch die Dinge in London entwickeln, ist nach dem jetzigen Stand der Dinge nur schwer zu sagen. Voraus­sichtlich wird aber, und damit rechnet man auch auf deutscher Seite, ein Abschlußprotokoll formuliert und von den Tellnehmern unterzeichnet werden. Im großen und ganzen herrscht auch weiterhin die­jenige Stimmung vor, die der Auffassung ist, daß die Konferenz zu einem befriedigenden Ergebnis gebracht werden kann. Ob und in welchem Um­fange das der J ist, hängt allerdings davon ab, innffeweit b« notwendigerweise von Deutschland zu machenden (ZegenoorMige und Einwendungen

ters Gottes ein Glaubenssatz ist; und daß für uns Rom unsere Mutter in geistiger Beziehung ist, das hat mit irdischen politischen Dingen gar nichts zu tun. ___________

Bolschewismus und Balkan.

Ans Sofia wirb gemeldet:

Im Kampfe gegen den Kommunismus, bet in Rumänien und auf dem ganzen Balkan mehr und mehr an Boden gewinnt und der die Ruhe und Sicherheit in allen Balkanstaaten bedroht, haben sich in Bulgarien in mehreren Städten die Bürger zu­sammengetan, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. In Brozigowo haben die Kommunisten den Versuch gemacht, die Kommune auszurufen. Dank dem ener­gischen Wiederstand der Bürgerschaft ist der Versuch gescheitert. Die Behauptung, daß die bulgarrsche Regierung die Armee ohne Erlaubnis der inter- alliierten Kommission verstärkt und die Reservisten unter die Waffen gerufen habe, entbehrt jeder Be­gründung. Es handelt sich um bürgerliche Or­ganisationen, die sich der Regierung zur Ver- fügung stellten, um die Ruhe im Lande ausrechtzu- erhatten. __________

Bandenkampse in Polen.

Diplomatischer Schritt Polens in Moskau.

Aus Warschau meldet die polnische Telegraphen, ogentur: Etwa 100 Banditen hätten die russi­sche Grenze überschritten, das polnische Grenzstädtschen Stopey überfallen und das Stadt­amt und die Post beraubt und demoliert. Während des Ueberfalls sind einige Personen ums Leben gekommen und einige verwundet worden. Die Be­hörden haben eine energische Untersuchung einge­leitet, um Art und Charakter des Ueberfalls fsst- zustellen.

Dazu meldet dieVoff. Ztg." aus Danzig, daß die Banditen, nachdem sie die Stabt vollkommen ausgeplündert hatten, die Flucht in der Richtung auf die russische Grenze ergriffen. Sie wurden von polnischer Kavallerie verfolgt. In der Nähe der Grenze kam es zu einem Gefecht, wobei ein Bandit gefangen genommen wurde. Einem Teil der Bande gelang es, über die russische Grenze zu entkommen. Die polnischen Verfolger wurden von den russischen Grenzposten lebhaft beschossen. Der gefangene Bandit gab an, daß die Freischärler auf russischem Gebiet organisiert worden seien. Es ist ein polnischer Ministerrat zusammenberufen worden, der diplomatische Schritte Po­lens bei Rußland vorbereiten soll.

Nach London, wo in den nächsten Tagen weitt tragende Entscheidungen fallen müssen, richtet sich jetzt die allgemeine Aufmerksamkeit. Macdonald, der englische Premierminister, leitet augenb.rckuch nicht nur die große Reparationskonferenz, sondern aleichzeitig führt er auch im Unterhaus in langen Debattm btt innere englische Polttik, die nicht nur das Reparationsproblem, sondern auch die schwierige irische Frage und neuerdings die eng- lisch-rusfische Frage in Den Vordergrund ge- schoben hat. Daraus ergibt sich wohl m erster Lrme der Wunsch, die Konferenz selbst möglichst schnell zu Ende zu bringen. Gleichwohl wird heute es für nicht wahrscheinlich gehalten, daß die Kon­ferenz noch in dieser Woche geschlossen werden wird»

Macdonald vnö Marx,

Die Auffahrt der deutschen Delegierten zu der Dollsitzung am Dienstag erregte in London große Aufmerksamkeit. Zu irgend welchen Kunbgebun- aen kam es aber nicht. Die Photographen waren