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Fuldaer Zeitung Ä IltMmaaBHH — —— — — — ■ — ■ ■ ■■»■■■ ®
Zur Unterhaltung.
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s Nr. 178 vom l. Sug. l9Ä. | : _____________________ a
Die Kuppel von St Peter
hab' i* öernatz
Frau mag das Radio-Kmpsanq
kirche ein Weltmonument ist, lifche Erdkreis sich für feine
Gewiste Punkte, wo man vor tret Jahrhunderten mit worden sind, sind bis heute
— Die Heidelbeere in den Forsten. Dem Forstmann ist es bekannt, daß die Heidelbeere nur unter besttmm- ten Verhältnissen austritt, und daß sie in der Regel der
— Insekten im Bernstein. Schon im Altertum kannte man den Bernstein und benützte ihn mit Vorliebe als
der Sieg war.
Mittlerweile trieben unsre Anführer uns immer höher den Berg hinan, auf besten Gipfel ein enger Paß zwischen Felsen durchging, der auf der andern Seite wieder hinunter führte. Sobald unsre Avantgarde den erwähnten Gipfel erreicht hatte, ging ein entsetzlicher Musketenhagel an, und nun merkten nur erst, wo der Has im Stroh lag. Etliche tausend kaiserliche Panduren waren nämlich auf der andern Seite den Berg hinauf beordert, um unfter Armee in den Rücken zu fallen. Dies muß unfern Anführern verraten worden sein, und wir mußten ihnen zuvorkommen. Rur etliche Minuten später, so hätten sie uns die Höhe abgewonnen, und wir wahrscheinlich den kürzeren gezogen. Run setzte es ein unbeschreibliches Blutbad ab, ehe man die Panduren aus jenem Gehölz vertreiben konnte. Unsre Vordertruppen litten stark, allein die Hintern drangen ebenfalls über Hals und Kopf nach, bis zuletzt alle die Höhe gewonnen hatten. Da mußten wir über Hügel von Toten und Verwundeten stolpern. Alsdann ging's Hubri, Hudri, mit den Panduren die Weinberge hinunter, sprungweise über eine Mauer nach der andern herab, in die Ebene. Unsre gebornen Preußen und Brandenburger packten die Panduren wie Furien. Ich selber war in JastH und Hitze wie vertaumelt, und, mir weder Furcht noch Schreckens bewußt, schoß ich während eines Schießens fast alle meine sechzig Patronen los, bis meine Flinte halb glühend war und ich sie am Riemen nachschleppen mußte. Indesten glaub' ich nicht, daß ich eine lebendige Seele traf, sondern alles ging in die freie Luft. Alst der Ebene am Master vor dem Städtchen Lowositz postierten sich die Panduren wieder und pulverten so tapfer in die Weinberge hinauf, daß noch mancher vor und neben mir ms Gras biß. Preußen und Panduren lagen überall durcheinander, und wo sich einer von letzteren noch regte, wurde er mit der Kolbe vor den Kopf geschlagen oder ihm ein Bajonett durch den Leib gestoßen. Nun ging in der Ebene das Gefecht von neuem an. Aber wer wird das beschreiben wollen, wo jetzt Rauch und Dampf von Lowositz ausging, wo es krachte und donnerte, als ob Himmel und Erde hätten zergehen wollen; wo das unaufhörliche Rumpeln vieler hundert Trommeln, das berzzerschneidende und herzerhebende Ertönen aller Art Feldmusik, das Rufen so vieler Kommandeurs und das Brüllen ihrer Adjutanten, das Zeter- und Mordiogeheul so vieler tausend elender, zerquetschter, halbtoter Opfer dieses Tages, alle Sinnen betäubte!
Die Schlacht bei Lowofitz.
(Aus: Das Leben und die Abenteuer des Armen Mannes im Tockenburg.)
Den zweiundzwanzigsten Steptember (1756). ward Marm geschlagen und erhiellen wir Order aufzubrechen. Augenblicklich war alles in Bewegung, in etlichen Minuten war ein stundenweites Lager, wie die allergrößte Stadt, zerstört, aufgepackt und allons, Marsch! Jetzt zogen wir ins Tal hinab, schlugen bei Pirna eine Schiffbrücke und formierten oberhalb dem Städtchen, dem sächsischen Lager en front, eine Gasse wie zum Spießrutenlaufen, deren eines End' bis zum Pirnaer Tor ging, und durch welche viele gefangene Sachsen zu vieren hoch spazieren, vorher aber das Gewehr ablegen, und, man kann sich's einbilden, die ganze lange Straße durch Schimpf- und Stichelreden genug anhören mußten. Einige gingen traurig mit gesenktem Gesicht daher, andre trotzig und wild, und noch andre mit einem Lächeln, das den preußischen Spottvögeln gern nichts schuldig bleiben rooHte. An 'Bem nämlichen Tage marschierten wir noch ein Stück Wegs jfirt und schlugen unser Lager bei Lklien- stein auf. De* dreiundzwanzigsten mußte unser Regiment die Preoiantwagen decken. Den vierundzwanzig- sten machten wir einen Kontermarsch, und kamen bei Nacht und Rebel, der Henker weiß wohin. Den fünf« undzwanzigsten früh ging’s schon wieder fort, vier Meilen bis Aussig. Hier schlugen wir ein Lager, blieben da bis auf den neunundzwanzigsten und mußten alle Tag' auf Furage aus. Bei diesen Anlässen wurden wir ost von den kaiserlichen Panduren attackiert, oder es kam sonst aus einem Gebüsch ein Karabinerhagel auf uns los, so daß mancher tot auf der Stelle blieb und noch mehrere blessiert wurden. Wenn aber unsre Artilleristen nur etliche Kanonen gegen das Gebüsch richteten, flog der Feind über Hals und Kopf davon. Dieser Plunder hat mich nie erschreckt, ich wäre sein bald gewohnt worden, und dacht' ost: Pah! wenn's nur den Weg hergeht, ist's so übel nicht. Den dreißigsten marschierten wir wieder den ganzen Tag und kamen erst des Nachts auf einem Berg an, den ich und meinesgleichen abermals so wenig kannten, als ein Blinder. Inzwischen bekamen wir Order, hier kein Gezelt aufzuschlagen, auch kein Gewehr niederzulegen, sondern immer mit scharfer Ladung bereit zu stehn, weil der Feind in der Nähe sei. Endlich sahen und hörten wir mit anbrechendem Tag unten im Tal gewaltig blitzen und feuern. In dieser bangen Nacht befertierten viele, neben andern auch Bruder Bachmann.
Früh morgens mußten wir uns rangieren und durch ein enges Tütchen gegen bas große Tal hinuntermarschieren. Bor bem dicken Nebel konnten wir nicht weit sehen. Als wir aber vollends in die Plaine kamen und zur großen Armee stießen, rückten wir in drei Treffen weiter vor und erblichen von ferne durch den Nebel, wie durch einen Flor, feindliche Truppen auf einer Ebene, oberhalb bem böhmischen Städtchen Lowositz. Cs war kasterliche Kavallerie, denn die Infanterie bekamen wir nie zu Gesicht, da sich dieselbe bei gedachtem Städtchen verschanzt hatte. Um sechs Uhr ging schon das Donnern der Artillerie sowohl aus un- ferm Dordertreffen als aus den kaiserlichen Batterien so gewaltig an, daß die Kanonenkugeln bis zu unferm Regiment, das im Mittlern Treffen stund, durchfchnurr- ten. Bisher halt' ich immer noch Hoffnung, vor einer Bataille zu entwischen; jetzt sah' ich keine Aussicht mehr, weder vor noch hinter mir, weder zur Rechten noch Mr Linken. Wir rückten inzwischen immer vorwärts. Da fiel mir vollends aller Mut in die Hosen. In den Bauch der Erde hält' ich mich verkriechen mögen, und eine ähnliche Angst, ja Todesblöste las man bald auf allen Gesichtern, selbst derer, die sonst noch so viel Herz- •Ijaftigfeit gleißneten. Die geteerten Brenzfläschchen, Deren jeder Soldat eines hat, flogen unter den Kugeln durch die Lüfte, die meisten soffen ihren kleinen Vorrat bis auf den Grund aus, denn da hieß es: Heule braucht es Kurage und morgen vielleicht keinen Fusel mehr! Jetzt avancierten wir bis unter die Kanonen, wo wir mit dem ersten Treffen abwechseln mußten. Potz Himmel! wie sausten da die Eisenbrocken ob unfern Köpfen weg, fuhren bald vor, bald hinter uns in die Erde, daß Stein und Rasen hoch in die Luft sprangen, bald mitten ein und spickten uns die Leute aus den Gliedern
MenschU begraben wurde, seinen Grabstmn ober ein Kreuz hatte, auf dem genau stand, wer hier unten lag. „Das Grab mutz in dem Wrnkel llegen sagte,r nach einigem Besinnen, „und ja — letzt fallt nur s em, dort unter dem Hollunderbusch haben tmr sie ewige»
erfaßt hat!'
Dorette tat schweigend, was er verlangte. Sie war nicht neugierig und fragte nicht. Doch Ismael erzählte, ganz gegen feine Gewohnheit, lange und ausführlich von dem, was er heute erlebt.
Im Armenhause aber ging es an diesem heiligen Weihnachtsabend trotz des traurigen Zwischenfalles noch hoch her. Mutter Flentze spendierte noch eine Flasche Schnaps, und fröhlich saß die Gesellschaft bis Mitternacht beisammen.
IV.
Ein kristallheller Winterhimmel wölbte sich über Oer Lüneburger Heide und über dem Friedhof, auf dem die tote Frau vom Galgenberge auf der Seite, wo die Aerm- sten der Armen begraben wurden, ihre letzte Ruhestätte gefunden hatte. Aber wer dachte noch an dieses Grab in dem Winkel des Friedhofes, wo ein verwilderter, jetzt natürlich kahler Holunderstrauch seine Zweige ausbreitete und im Frühling und Sommer die Brennessel und anderes Unkraut üppig wucherte? Allein im Frühling und Sommer fangen auch die Zaunkönige und Stieglitze ihre fröhlichen Lieder in dem alten Holunderbusch, wenn auch jetzt im Winter sich nur manchmal eine wan- bermübe Krähe auf ihm niederließ.
Auch Karl Käser, der Nachtwächter, der zugleich Totengräber oder, wie er sich stolz nannte, „Friedhofsverwalter" war, hatte das Grab der Frau vom Gal- genberge längst vergessen. Umsomehr wunderte er sich, als zwei Tage nach dem heiligen Weihnachtsabend, als die Behörde die Leiche des im Armenhause verstorbenen Landstreichers zur Beerdigung freigegeben hatte, der Wundarzt und Chirurg Ismael Asthufen bet ihm erschien und sich nach dem oergefienen Grabe erkundigte. Der „Friedhofsverwalter", der gerade damit befchüftgit war, einen Platz für das Grab des Landstreichers auszusuchen, kratzte sich hinter dem Ohr. „3a, Herr Doktor", sagte er, die Augenbrauen zusammenziehend, „bas ist so eine Sache. Wir haben die Frau damals begraben, das steht fest, aber wo, das ist die Frage!"
„Sie muffen doch eine Liste über die Gräber führen", entgegnete Ismael ärgerlich.
Karl Käfer sah ihn mißtrauisch von der Seite an. Was wollte denn dieser wunderliche Mensch plötzlich mit der toten grau? Was ging es ihn an, wo die begraben
Edelstein. Griechische und römische Dichter haben ihn gepriesen, und besonders feierte ihn der römische DA ter Martial. Dieser hat vorzugsweise den tm Bernstein oft eingeschlossenen Insekten mehrere hübsche Epigramm# gewidmet. Als Beispiel diene folgendes:
Die Biene im Bernstein.
Ganz im Bernsteintropfen verborgen erblickst du di» Biene
Deutlich, als hüllte rings eigener Homg sie ein.
Würdiger Lohn trug wohl sie davon für das Leben voll Arbeit,
Glauben möcht ich, daß so selber sie sterben gewollt.
lag? Wollte er sie etwa wieder ausvuooem uno Gerippe zum Schrecken aller Leute in ^Zimmer neben all den anderen Greueln stellen? Und tae Liste l, die sollte Karl Käser ordnungsmäßig führen, ater nwt
Tleues von Neureichs. Herr Neureich lieft in Vv ■aeitimg, daß der italienische Erfinder Marcom kurz.im seinen 50. Geburtstag gefeiert habe. „Marcoru? ruft er überrascht aus, „weiß der Deibel, man tarnt doch immer noch wat Reuet zu; ich habe immer jejloobt, bet sind die langen Nudeln, die een’ bei’s Essen immer rote- Der aus’n Mund rausrutschen.
wir Geld hätten!" *
Sein Wunder. „Merkwürdig, meine Telephon lieber." — „Natürlich, beim kann sie nicht widersprechen."
weg, als wenn's Strohhalme wären. Dicht vor uns sahen wir nichts als feindliche Kavallerie, die allerhand Bewegungen machte, sich bald in die Länge ausdehnte, bald in einem halben Mond, bann in ein Drei- und Viereck wieder zusammenzog. Nun rückte auch unsre Kavallerie an, wir machten Lücke und ließen sie vor auf die feindliche losgaloppieren. Das war ein Ge- hagel, das knarrte und blinkerte, als sie einhieben! Allein kaum währte es eine Viertelstunde, so kam unsere Reiterei, von der österreichischen geschlagen, und bis nahe unter unsre Kanonen verfolgt, zurück. Da hätte man den Spektakel sehen sollen, Pferde, die ihren Mann im Steigbügel hängend, andre die ihre Gedärme auf der Erde nachschlepvten. Inzwischen stunden wir noch immer im feindlichen Kanonenfeuer bis gegen elf Uhr, ohne daß unser linker Flügel mit dem kleinen Gewehrfeuer zusammentrof, obschon es bereits auf dem rechten sehr hitzig zuging. Viele meinten, wir müßten noch auf die kaiserlichen Schanzen Sturm laufen. Mir mar’» schon nicht mehr so bange wie anfangs, obgleich die Feldschlangen Mannschaft zu beiden Seiten neben mir wegrafften und der Wahlplatz mit Toten und Verwundeten übersät war; als mit eins, ungefähr um zwölf Uhr, die Order kam, unser Regiment nebst zwei andern, ich glaube Bevern und Kalkstein, müßten zurückmarfchie- ren. Nun dachten wir, es gehe dem Lager zu, und alle Gefahr fei vorbei. Wir eilten darum mit muntern Schritten die gäben Weinberge hinauf, brachen unsre Hüte voll schöne rote Trauben, aßen vor uns her nach Herzenslust, und mir und denen, welche neben mir stunden, kam nichts Arges in Sinn, obgleich wir von der Höhe herunter unsre Brüder noch in Feuer und Rauch stehen sahen, ein fürchterlich donnerndes Gelärm hörten und nicht entscheiden konnten, auf welcher Seite
Empor!
Roman von Otto Elster.
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Ismael beschäftigte sich wieder mit dem Unglücklichen. Aber feine Bemühungen waren umsonst; unter den entsetzlichen Qualen gab der Erfrorene den Geist aus.
„Na, endlich hat er Ruhe", meinte Mutter gleichen gleichmütig. „Aber hier kann er doch nicht bleiben, hier ist doch kein Leichenhaus.
„Ja, allerdings, der Tote muß fortgeschafft werden", entgegnete Ismael, „haben Sie denn die Polizei schon benachrichtigt, Herr Käser?"
„Nee, Herr Doktor, ich konnte noch nicht ahnen, daß' es so rasch mtt chm ju Ende gehen würde."
„So machen Sie sogleich Meldung von dem Dorgefallenen. Hat denn der Mann keinerlei Ausweispapiere bei sich gehabt?"
„Dort liegt ber ganze Kram, den er bei sich trug", jagte die alle Frau, indem sie auf eine alte Gitarre mit einigen schmutzigen Bändern und auf eine schäbige, schwarze Ledertasche wies, welche Gegenstände in einem Winkel lagen. Er is ja wohl so 'ne Art Musikcmte gewesen, wie sie auf den Jahrmärkten herumziehen, fetzte sie verächtlich hinzu.
Ismael durchsuchte die Tasche. Reich war der Inhalt nicht. Eine alte Geldbörse mit einigen kleinen Münzen, ein schmutziges Taschentuch, ein Stück trockenes Brot, eine leere Schnapsflasche und ein abgegriffenes Heft mtt Noten für die Gitarre, das war alles. Em Ausweis über die Person des Toten fand sich nicht. Doch m dem Noienhest stand in halboerwischter Schrift: „Ernst Grie- genkerl — Hannover."
„Himmel, wo hab ich denn den Namen schon gehört?" murmelte Asthufen. Plötzlich entsann er sich, daß die Frau, die man tot auf dem Galgenberge gefunden, denselben Namen getragen hatte. Sollten die beiden UnglüMchen zufammengehören? Als Ismael das Nolen- heft durchblätterte, in der Absicht, einen näheren Ausweis zu finden, fiel chm ein zerknitterter, vergilbter Zettel ta die Hand, besten Schrift kaum noch zu entziffern mar. Nur mit Muhe vermochte der Doktor folgende Worte zu lesen: ,Sieber Ernst! Ich fühle mich trart und sckMmch, eher ich hoffe, noch L. . . . . (folgte der Name bet Wohnortes Ismaels) zu erreichen und Hilfe fei chen Verwandten zu finden. Unser Junge ist gesund Ich gebe Dir bald Nachricht. Deine Anna."
Kein Zweifel, die Frau, die man vor einem Jahre auf dem Galgenberge gefunben und der Tote da auf Ser Ofenbank im Armenhause gehörten zusammen, waren Mann und Frau, waren beide tm Elend umgekommen. Die Fron hafte ihre Verwandten nicht mehr erreicht, ver- yfyny hatte der Mann auf Nachricht gewartet, hatte
scharrt."
„Schämen Sie sich, Käser," entgeWete Ismael arger- lich, „es handelt sich doch um einen Menschen, mcht um ein Stück Vieh". —
Karl Käser grinste höhnisch. "Na. viel bester war das Menschenkind nicht. Tot ist tot! Sehen See, H rr Doktor, da ist das Grab! Es ist noch ntcht ganz em- gesunken und ein Pfahl mit der Nummer steht noch da, es ist alles in Ordnung, Herr Doktor, urtb tmr tommen auch noch mal in Reih und Glied mit den Andern, dte hier von den Würmern aufgefressen werden!
Ismael Asthufen stand vor dem ungepflegten ©rnfc- hügel urtb seltsame Gebauten bewegten thn. Er mach« sich Vorwürfe, daß er sich nicht schon früher tan ha». Grab der Frau bekümmert hafte, die doch fraglos dte Mutter seines Adopttvsohnes war. In Elend und Rot und Jammer war sie umgekommen. Atff dem wo früher der Galgen gestanden, wo früher ferne. maels Vorfahren die armen Sünder vom Leben Tode gebracht, hatte sie in der Verzweiflung und Rot der letzten Stunde gelegen, allein, verlassen, und ntemanb, hatte ihr geholfen Und chr Gatte war am h-U'g-n Weihnachtsabend erfroren auf der Landstraße Seftmdrn worden. Eine Tragödie, wie man sie sich kaum schres- licher ausmalen konnte, hatte auf dem Gak^berge und hier unter bem windzerzausten Holunderbusch ihren Abschluß gefunden. Ismael seufzte auf. Dann holte er seine Brieftasche hervor und entnahm ihr eurige Gero- scheine. „Hier nehmen Sie", wandte er sichan xan Käfer, der beim Anblick des Geldes sehr höflich geroct- bett war. „Halten Sie bas Grab siho« m Ordnm^ und tm Frühling bepflanzen Ste es mtt Blumm. Und hier nebenan soll der Landstreicher hegen, ber heute hier begraben wirb. Mi ber Friedhofsverwaltung nehme ich schon Rücksprache. Für die Pflege ber beiden Graber werde ich Sie entschädigen.
„Sehr wohl, Herr Doktor, es soll alles geschehen, nne Sie 'es wünschen", lachte Karl Käser und steckte schmunzelnd das Geld ein, überzeugt, daß die Leute recht hatten, die meinten, der Doktor sei ein klein wenig verrückt.
EkcMetzung folgt)
heiterer.
Seine Familie. „Deine beiden Kinder find wohl ver- torgP" — „Freilich! Das Mädel hat n Mann und der Junge lebenslänglich!" („Mrggendorfer Blatter.")
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Uebetlüfiiger Streit „Gestern hafte ich mit meiner Frau eine furchtbare Szene." — „Worüber stritten et r. benn?" „Wohin mir dieses Jahr reifen mürben, wemr
Aus aller wett.
— Die Schwere einer Rechenaufgabe. Denken mir angestrengt, so steigt bas Blut zu Kopf, uns wird vorn Denken bie Stirne warm, vor Aufregung der Kops ganz rot, die Schläfen pochen. Durch diesen Blutzufluß ins Gehirn wird der Kopf meßbar schwerer. Legt man eine Versuchsperson auf ein fein abgeftimmtes Wippbrett, so daß sie genau in der Wagerechten schwebt, und gibt ihr nun eine Rechenaufgabe auf, die ihr Gehirn anftrengt, so senkt sich bas Wippbrett nach ber Sette des Kopfes: Das Hirn ist schwerer, der Unterkörper leichter geworden. Geben wir umgekehrt den Auftrag, die Versuchsperson soll sich vorstellen, sie müste das Bein trotz eines schweren Gewichts, das wir daranbinden, in die Höhe heben, so füllt sich schon bei der Vorstellung „Beinarbeit" bas Bein derart mtt Blut daß das Wipp- brett sich auch ohne die geringste Beinbewegung zur Gegenseite abwärts senkt. Man ist durch dieses Verfahren in ber Lage, bas Maß ber Gedankenarbeit, das ein Mensch zur Lösung einer Ausgabe aufwenden muß, mathematisch zu bestimmen. Bei einem begabten Rechner wird sich das Brett weniger neigen als bei einem unbegabten, und bei einer leichten Aufgabe weniger als bei einer schweren. Die alte Frage: „Wie schwer ist diese Aufgabe?" kann durch dieses Verfahren eine genaue wissenschaftliche Antwort erfahren.
Die Stau des Dienstmannes. „Grad hab' i' betaatz ihren Mann gfehn." — Was, beinahe?" - fccA. Ihr Mann hat do dö Stummer 49, und Nummer 50 Hao
') Ungestüm. __________ I
sich"ausgemacht, um feine Frau zu suchen und war auf I ber Landstraße erfroren. Aber in dem Brief, ben ber I Tote bei sich trug, war von einem Kinde die Rede. I Sollte der kleine Eugen, ben Ismael im Straßengraben I gefunben hafte, und ber jetzt so warm und weich in I seinem Brüchen schlummerte, ban bunten Hampelmann tat Arm, dieser Junge fein. Wahrscheinlich war es so. Aus seinem Grübeln wurde Ismael durch bie Frage der Mutter Flentze gerissen, was denn mit ber Leiche geschehen solle. Ismael steckte den schmutzigen Zettel tu bie Brieftasche. „Habt Ihr nicht einen kleinen Raum, wo man den Toten einstweilen unterbringen konnte?" fragte ber Dokikor. „Na ja, man müßte ihn halt in bie Holzremise legen", erklärte bie Aste.
„Also, packen Sie an, Käser, und Sie, Mutter Flentze, leuchten mtt ber Lampe voran."
Rur widerwillig befaßte sich der Nachtwächter mit dem Transport ber Leiche; brummend über die Schererei folgte er der Anordnung Ismaels. Frau Flentze ergriff bie kleine, qualmende Oellampe, bie übrigen Bewohner des Armenhauses schloßen sich als Gefolge an unb so setzte sich ber armselige Leichenzug tot Berne- aung über ben schnee- unb winboerwehten Hof na-.ü dem kleinen, mit alten Brettern und Reisig notdürftig ausgebesserten Stall, in bem Mutter Flentze eine Ziege hielt und bie Armenhausinsassen ihr bißchen Holz und allerlei Gerümpel aufbewahrten, die Ueberbfiibftl ihres Lebens, die hier verkamen unb vermoderten. Hier wurde das, was von Ernst Griegenkerl aus Hannover übrig geblieben war, so gut es ging auf ein Lager von Säge, frönen und trockenem Laube gebettet unb mit einer alten Decke zugedeckt. Er schlief da eben so sanft unb ruhig als je ein König in seinem Marmorsarge.
Ismael hatte nichts mehr im Armenhause zu tun. Er übergab die armselige Hinterlassenschaft des Verstorbenen dem Nachtwächter, aber den zerknitterten Zettel behielt er zurück. Dann trat er ben Heimweg durch den noch immer tobenden Schneesturm an. Dem Nachtwächter gab er die Weisung, bie Polizei zu verständigen. Zuhause angekommen, warf er sich aus das alle, schwarzlederne Sofa. Ihm war jämmerlich zumute. Er hafte ta seinem Leben schon viel Armut, Not unb Elenb gesehen, er war keine weichliche, sentimentale Natur unb konnte schon einen Puff vertragen. Er war nicht umsonst der Enkel eines Henkers, war nicht umsonst ta ber alten, düsteren Fronfeste ausgewachsen und befand sich ganz behaglich bei bem Gerippe, das in der Ecke seines Zimmers stand, sowie ben alten, gekreuzten Schwertern über bem Sofa, bie auf den rostigen Klingen ben Spruch trugen: „Wenn ich mich tu’ erheben, wünsch' ich bem Sünber ewiges Leben!" Aber was er heute erlebt, brachte ihn einigermaßen aus bem Gleichgewicht. Der jterbenije Landstreicher M der Ofenbchik
des Armenhauses, ber Leichenzug mit bem Gefolge der Armenhaus-Leute nach dem Ziegenstall, ber auf elendem Laaer von Sägespänen ruhende Tote, ber vielleicht, sa wahrscheinlich ber Vater seines Findlings war, bas I m« Vbet™iw'"etae' eigene Sache, und
alles beschäftigte die Gedanken Ismaels lebhaft, unb er bem Schaden um ordentliche
bat seine Schwester, bie auf ihn gewartet hatte: „Mach | «• W ^e L'ste nutzen. ^wo g^ein ober mir ein Glas starken Grog, Dorette, damit ich den Ekel hinunterspüle, ber mich vor diesem jämmerlichen Leben
— Die Tiere in ben Naturschutzgebieten des bayerl-
schen Waldes. Unter bem Einfluß des Menschen tft leider auch in ben Waldschongebieten bte Trerwett arg „
zurückgegangen. Selbst das in ben deutschen Mittel- | t g sehn, gebirgen sonst selten fehlende Rotwild tritt nur als Wechselwild mitunter noch am Rachel auf. Wohl aber gibt es Rehe, obgleich sie unter ben strengen Wintern oft sehr zu leiben haben. Die Raubtiere ftab durch Fuchs, Dachs, Baum» und Steinmarder, sowie bie beiden Wieselarten vertreten; auch ber Fischotter kommt noch vor. Dagegen scheint die WUdkatze ausgerottet zu sein. Unter ben Raubvögeln fehlen meist die selteneren Arten;
der Uhu wurde zwar noch im Jahre 1922 in der Gegend bes großen Falkensteines beobachtet, vielleicht lebt er auch jetzt noch irgendwo fein heimliches Dasein.
Der „Dfferoatore Romano" veröffentlicht folgendes: In diesen Tagen hat sich auf Grund einer Behauptung eines amerikanischen Ingenieurs das Gerücht verbreitet, die Kuppel von St. Peter schwebe in Gefahr emzu- stürzen. Kaqdinal Merry bei Bai, Erzpriester b;r Basilika, kannte bereits fett längerer Zett die Studien des amerikanischen Ingenieurs Hafner, der sich besonders mit Restaurierungen altehrwürbiger Denkmäler befaßt, bie durch tellurische Erschütterungen gelitten haben. Unter seinen besonders hervorzuhebenden Stadien befindet sich auch jene über bie Basilika von St. Peter. Indessen mag bemerkt werden, daß von »en verschiedenen um|,cll U1„ _D ,
vom Ingenieur Hafner vorgelegten diesbezüglichen Vorläufer der Heide ist, die dort, wo sie sich emftnbet, Skizzen sehr viele schon dem technischen Büro der 2-er« I gi(j.erte{t barauf hinweist, daß ber von ihr tn walttmg der Peterskirche, dem vier Architekten ange- genommene Boden sehr stark in seiner Produk-
hören, bekannt waren. Diese Spezialisten untersuchen bei I ^^nstraft zurückgegangen ist. Wie Baltz in „Hege und jeder Gelegenheit die Shippel, um sich genau zu ver- I schreibt, sind die Voraussetzungen für bie An- geroiffem, welche Reparaturen eventl. nötig seien. Dte I «eW ber Heidelbeere immer ungünstige Beränberun- Beschädigungen, von denen die Rede ist, weisen keine I in t)er Bodenoberfläche. Ein normal bestockter Gefahr auf, was schon daraus erhellt, daß die Studien xSaldboden wird sich in der Regel in günstiger Berfas- darüber erst nach Verlauf des Jubeljahres etageleitet I fu befinden und meistens aus eigener Kraft dazu bei» werden. Selbige werden auch der Prüfung einer inten I tragen> ba& bei richtiger Holzartenetasetzung die phhst» nationalen Kommission unterworfen, wett bie Peters- I ta(irAcn Bodeneigenschasten, unb bamit auch die chenn- unb weil ber ganze katho- I ,. , in günstiger Verfassung sinb. Wo aus irgend- Erhaltung interessiert. welchen Gründen, wie unrichtige Hiebsführung, Rem- Risse befürchtete, und bte anbau „on Lichtholzarten, ber normale Zersetzungs- Papier unb Glas verklebt I ^ozeß in ber Bodenoberfläche eine Aenderung erleidet, um keine Linie gewichen, I bie natürliche Folge eine dichte Lagerung ber Bo- gewiß ein Zeichen, daß wetter keine Veränderung in den I benpartikelchen und eine Anhäufung unzerfetzter Humus- Rissen erfolgt ist. Das Gerücht von einer unmittelbaren masten, und bas ist bas Stabium, welches bas beite Gefahr ist demnach zurückzuweissn; möglicherweise tft I Keimbett für bie Heidelbeere darstellt. Hat sie einm dasselbe entstanden, um die Gläubigen angesichts der oom Boden Besitz ergriffen, so schreitet der ungünstige Jubiläumsfeste davon abzuhalten, bie glorreiche Basilika I Zustand fort, und die natürliche Folge ist die, daß auch aufiusuchen I ein ungünstiger Einfluß auf das Wachstum des Be-
auszusuchen. ________—--standes ausgeübt wird. Neben ben Verlusten bte durch
ben zurückgehenden Zuwachs an diesem entstehen, steht auch ein Verlust an Bodenkrast, ber so weit führen karm, daß bisher standortsgemähe Holzarten für bte nächste Generation entweder unmöglich sind oder aber durch bas Herabsinken ber Stanbortsgüte ta der Holzerzeugung zurückfallen. Das Trachten des Forstmannes ist unter diesen Umständen darauf gerichtet, die Heidelbeeren fern- zuhalten, natürlich sehr zum Leidwesen der Waldbesucher und ber Anwohner, bie oft einen recht guten Nutzes aus einer reichen fjeibelbeerernte ziehen.