M 156.
Gomrtag, 6. Juli 1924*
- Fuldaer Zeitung
2. Blatt.
*"♦* Drnck her Fuldaer Aetieudruckerei i« Fulda
W „Sojifllöemoltotifdit Partei MMMs."
Di« Firma „Vereinigte", die die Sozial, ."fratie seit dem Nürnberger Parteitag im ÄWember 1922, wo sich Mehrheitssozialisten und ««abhängige wieder zusammenschlossen, trug, hat Kl dem Berliner Parteitag Mitte Juni fallen taffen Sie nennt sich kurzerhand wieder Sozial- demokratische Partei Deutschlands.
Genosse Wels hat gemeint, dieses signierende Beiwort könne heute ohne weiteres fortsallen, wo die Einigkeit in der Partei niemals stärker war als auf diesem Parteitag". Aeußerlich mag das stimmen, weil die nicht unbeträchtliche Opposition von mehr als einem Viertel der Delegierten absichtlich wohl nicht demonstrieren wollte und sich anscheinend in ihr Schicksal als zwei- ten Sieger ergab. Der gleiche Herr Wels hat dann aber als Parteitagsvorsitzender am zweiten Werhandlungstag in feinem Schlußwort gemeint: ^er Parteivorstand hat in den eineinhalb Jahren feit der Einigung an Beschimpfungen aus der eignen Partei mehr erfahren als aus dem Lager der Kommunisten. In dem unausgesetzten Schaffen von Reibungsflächen sehen wir nur die lieber» nähme der Parolen der Kommunisten, gegen die sozialdemokratische Parteileitung vorzugehen. Die Beseitigung des Parteivorstandes wurde gefordert wegen des „würdelosen Hinterherlaufens hinter den bürgerlichen Parteien". Unausgesetzt arbeitet die Opposition weiter mit Drohungen gegen den Parteivorstand." Sieht das wirklich nach einer auf Liebe und Gemeinschaftsgefühl aufgebauten inneren Einheit und Einigkeit
aus?
Entgegen dem Willen der Opposition, die in der Partei und Parteiführung dem Gedanken des Klassenkampfes mehr Raum eingsräumt wissen wollte, hat die Mehrheit des Parteitages sich auf den Boden der Resolution des Parteivorstandes gestellt, die die Beteiligung der Sozialdemokratie an einer parlamentarischen Koalition mit bürgerlichen Parteien vorsieht, um „die Durchsetzung der Demokratie und die Erfüllung der bürgerlichen Republik mit sozialem Inhalt" anzustreben. Formell hat also der Parteivorstand einen ansehnlichen Erfolg zu verzeichnen. Der Berliner Parteitag ist in die Fußstapfen seines Nürnberger Vorgängers getreten. Wenn man aber die Rede von H. Müller lieft, in welcher dieser die Reichstagsfraktion rechtfertigte, und einige sonstige Steuerungen danebenhält, wird man schrverlich etwa von einer Koalitionsbegeisterung sprechen können. „Ich kann sagen, daß es nicht zu den angenehmsten Beschäftigungen gehört, Parteigenossen zu finden, die in eine Koalitionsregierung eintreten wollen. Ich habe von einer Sehnsucht nach Ministerportefeuilles noch nichts gemerkt. Wir waren eigentlich nur bann in der Regierung vertreten, wenn uns nichts anderes übrig blieb, und die Gründe, die uns dazu zwangen, waren fast immer außenpolitische." Also aus innerem Drang, aus dem Gefühl selbstloser Mitver- pflichtung und Mitverantwortung im Volksstaat hat sich die Sozialdemokratie, soweit das bisher geschah, an der Koalitionsbildung nicht beteiligt, für sie war die Koalitionspolitik vorwiegend eine Frage des Opportunismus, der Gelegenheitspoli- iik, eine Zweckmäßigkeitsfrage. Dem entsprach auch das praktische Verhalten!
Diese Tatsache sowie eine Reihe sonstiger auffallender, bezeichnender, lehrreicher Momente und Redestellen, die sich bei genauer Verfolgung der Handlungen in den Vordergrund drängen, sind u. E. ein bezeichnender Beweis dafür, wie weit wenig seit Nürnberg — geschweige denn noch längere Zeit zurück — die Sozialdemokratische Partei eine fortschreitende innere Entwicklung zum Idealismus und wahrem Sozia- lismus als Hingabe an dieGemeinschaft durchgemacht hat. Die Massen denken durchweg weiter materialistisch und fragen nicht in erster Linie danach, was f i e dem Volksstaat, der Gemeinschaft zu
Sie Will 6er Mille bei Wütete.
Die Politik der Mitte und des Mittelstandes wird bereits von Aristoteles, dem großen Philo- fophen des Altertums und einem der umfassendsten Geister der gesamten abendländischen Kulturentwicklung überhaupt, als die einzig richtige empfohlen. Die Entwicklung der Staaten wie aller anderen menschlichen Verhältnisse wiederholt sich. Was Aristoteles (Lebenszeit 384—322 vor Christi Geburt) bereits als richtig erkannt hat, besitzt auch heute noch Geltung. In einem umfangreichen Werk von acht Büchern hat er feine Erfahrungen und Ansichten auf dem Gebiete der Politik uns übermittelt, keine atopistifchen Ideen, sondern sehr reale und nüchterne Erwägungen, die auf den tatsächlichen Verhältnissen beruhen. Wir lesen Seite 1295b: „In allen Staaten gibt es drei Klassen von Bürgern: sehr reiche, sehr arme und drittens solche, die zwischen beiden in der Mitte stehen. Der mittlere Besitz ist von allen der beste; ein solcher Vermögensstand gehorcht am leichtesten der Vernunft. Dagegen fällt es dem übermäßig Schönen oder dem übermäßig Starken oder dem Manne von sehr edler Geburt "ober dem übermäßig Reichen und denen, die das Gegenteil von ihnen sind, dem übermäßig Armen oder übermäßig Schwachen ober dem sehr Niedrigen und Verachteten schwer, der Vernunft zu folgen .... (Sind nur diese beiden Extreme vertreten), so entsteht ein Staat von Knechten und Herren, aber nicht von Freien, ein Staat, wo die einen beneiden, die anderen verachten, und so ein Zustand, der zu Freundschaft und staallicher Gemeinschaft im größten Gegensätze steht. Gemeinschaft ist Freundschaft; mit Feinden mag man nicht einmal den Weg teilen.
.... Die Tyrannis (Diktatur) entsteht ebensogut aus der zügellosesten Demokratie (ganz links stehende Parteien) als aus der Oligarchie (Rechtsradikale), dagegen aus der Herrschaft des Mittelstandes und der fozigl beinahe gleichgestellten Klaffen weit weniger. Daß aber ein Staat aus solchen Mittelexistenzen der beste ist, liegt am Tage. Er allein ist frei von Aufruhr; denn wo der Mittelstand zahlreich ist, da entstehen am wenigsten Aufstande und Zwiste unter den Bürgern."
Die Partei der Mstte, das Zentrum, hat Aristoteles freilich noch nicht gekannt. Aber feine Ausführungen lasten erkennen, daß auch er einer Politik der mittleren Linie vor allen extremen Versuchen den Vorzug gegeben hätte. Ä. W
geben haben, sondern was dieser ihnen zu geben hat, was sie von ihm bekommen können. In diesem Sinn ist auch heute noch für die Massen sozialistische Gewerkschafts- und Parteibewegung vorwiegend — Lohnbewegung, genau wie in den Jahren der Revolution. Was sie darüber hinaus wollen, erst recht aber, was sie der Volksgemeinschaft schuldig sind, darüber machen sie sich verhältnismäßig wenig Kopfzerbrechen. Für den ganzen inneren Inhalt der heute wieder „geeinigten Partei" ist es u. E. interessant, daß die sozialdemokratische Jugendbewegung, die doch eine Bewegung des Idealismus, ja eine Glaubensbewegung barstellen will, so gut wir gar keine Erwähnung fand. Die Sozialdemokratische Partei ist also im wesentlichen eine Interessengemeinschaft; nur daß man sich in der Wahl der Mittel nicht einig ist, wie man am besten das Geschäft macht. Die einen glauben es am vorteilhaftesten abzuschließen mit Gelegenheitsmacherei, die anderen mit Radi- kalismP. Auch der Umstand, daß in der Formulierung des Parteiprogramms kein Fortschritt zu verzeichnen ist, wie seitens des Parteivorsitz»nden selbst konstatiert wurde, ist u. E. wieder bezeichnend für die geistige Armut der Sozialdemokratijchen Partei, für den Mangel an innerem Schwung, der mit Görlitz vor drei Jahren anzuheben schien, der sich heute aber anscheinend schon ausgelaufen hat.
Wer der festen Uederzeugung ist, daß eine Wiederaufrichtung von Wirtschaft und Nation ohne die opferbereite Mitarbeit der breiten sozialistis hen Masten, ohne Ausnützung und Auswirkung dsren Lebenswillens in praktischem Mitschaffen in Volkswirtschaft und Volksgemeinschaft nur schwerlich möglich sein wird, bedauert diese rein „reale" Einstellung der Partei. Insbesondere einer solchen, deren Endziel nach Hilferdings Worten „keine Koalition ist, sondern die Majorität der Sozialdemokratie im Reich stag Bis dahin wird die sozialdemokratische Partei no.h sehr viel Erziehungsarbeit im Sinne dcs Idealismus und wahren Sozialismus leisten müssen, an sich und den ihr nahestehenden Massen!
Sront und Etappe.
hinter den Kulissen der „Deutschen Tage".
Wir möchten hier ein Schriftstück wiedergeben, das ein „Stahlhelm"-Angehöriger feinen Kameraden über feine Erlebnisse auf dem „deutschen Tag" in Halle mitteilt:
„Kameraden! Als wir am 11. Mai mm Deutschen Ta« nach Halle fuhren, staubten wir. der Tag werde vom Frontgeist wie echter Kameradschaft beherrscht fein. Was aber mußten mir erleben? Ein großer Teil ehemaliger Offiziere erschien nicht im feldgrauen Ehrenkleid, sondern in den glitzernden und prunkenden Uniformen des Friedensheeres, deren Unfinnigfeit wir Frontsoldaten kennen. Im Dreck und Schlamm der Schützengräben sahen wir diese Uniformen nie. . . War es richtig, einen besonderen Höhepunkt im Saale des Hotels Stadt Hamburg in Form eines Festessens zu schaffen und dazu Einladungen in einer Weise ergehen zu lassen, die — wie die ganze Aufmachung — ganz nach Etappe ausscch, jedenfalls nicht eine Spur von Frontgeist, von Kameradschaft garuicht zu reden — aufwies. Für die Veranstalter ist es bezeichnend, daß nicht einmal der erste Vorsitzende des „Stahlhelm ' für würdig erachtet wurde, in der hohen Gesellschaft zu weilen. Er durste gerade noch mit seinen Stahchelmmannen vor „S. Kgl. Hoheit" und der Generalität Parademarsch klopfen. Wie wir in Halle behandelt worden find, erinnert jedenfalls an die berüchtigte Besichtigung hinter der Front!"
Festmähler, goldstrotzende Friedensuniformen und Paraden, während die Frontkämpfer und die Kriegsverstümmelten Spalier bilden, ist allerdings eine sehr starke Zumutung für Krieger, die in der vordersten Reihe ihr Leben in die Schanze geschlagen hadern___________
Heues aus granftfurt.
— Die UnterschlagungsaMe bei Lassen. Zu den fünf verhafteten leitenden Angestellten der großen Spedttionsfirma Lasten bat sich jetzt ein sechster gesellt. Es wurde ent weiterer Prokurist der Firma in Haft genommen, da er in dringendem Verdacht steht, von den großen Veruntreuungen der Angestellten gewußt zu haben. , „
— Ein Linfteigdieb verhaftet. In der Person des Hausdieners Paul Flegel verhaftete die Kriminalpolizei den seit langem gesuchten Dieb, der an den Nachmii- tagen von den Gärten aus über die Balkone in die Wohnungen stieg und hier Einbrüche ausführte.
flus Geisa und Umgebung.
= Geisa. Der thüringische Innenminister Dr. Sattler stattete am Donnerstag mit zahlreichen Beamten, unter denen sich der Landrat Gläser von Eisenach, Ministerialdirektor Roloff, Geheimrat Linkh von der Landwirtschaftskammer Weimar, Geheimrat Stendel. Regierungsrat und
Kulturingenieur Dr. Grunert und andere befanden, Geisa einen Besuch ab, um sich persönlich über die Verhältnisse des Geisaer Bezirkes zu orientieren. Der Gemeindevorsitzende. Dr. Kiel, empfing die Herren im Sitzungszimmer des Rathauses. An Stelle des plötzlich schwer erkrankten Bürgermeisters Hohmann nahm der Beigeordnete, Bäckermeister Otto Günther, an den Verhandlungen teil. Den Inhalt der Verhandlungen bildeten in der Hauptsache Fragen kulturtechnischer Verbesserungen von Huken und Wiesenland. Aufbringung der Separationskosten, Zuschuß zu den in Angrift genommenen Siedlungsbauten, Errichtung einer Landwirtschaftlichen Winterfchule in Geisa u. a. m. Der Staatsminister versprach das weiteste Entgegenkommen in all diesen Fragen; er betonte, daß es ihm Herzenssache gewesen fei, besonders den Geisaer Bezirk alsbald nach seinem Amtsantritt persönlich aufzusuchen, um damit zu beweisen, daß er als Innenminister nicht zuletzt die tunlichste Befriedigung der Wünsche der Grenzlande wie besonders des Geisaer Amtes sich angelegen fein taffen wolle. Nach einem Gang über den Gangolfiberg verließen die Herren Geisa wieder im Auto in der Richtung Vacha-Dorndorf.
vermischter.
* Beim Zuknöpfen der Schuhe erdrosselt. In Ringleben am Kyffhäuser hat di? unglückliche Ehe des Arbeiters Hugo Gisfeld infolge der rasenden Eifersucht der Frau ein schreckliches Ende genommen. Im Dorfe war es bekannt, daß die Frau ihrem Manne täglich Eifersuchtsszenen machte, und zwar ständig ohne Ursache. Eines Tages beschloß der Mann, um diesen ewigen Szenen eine Ende zu machen, die Frau nmzubringen. Während sie sich die Schuhe zuknöpfte, trat er von hinten auf sie zu und erdrosselte sie mit einem Taschentuch. Dann trug et die Leiche in den Schweinestall, legte sie in eine Ecks nnd deckte Laub darauf.
* Zwei Möbelwagen angeziindek haben obdachlose Burschen, die in den Wagen auf dem Gelände der Iohannishütte bei Siegen übernachtet hatten. Ein Wagen brannte bis auf die Eisenteile nieder, der andere brannte halb aus. Einer der Brandstifter wurde verhaftet.
* Sin Knabe an Tollwut gestorben. Dor einigen Wochen war der sechsjährige Sohn einer Familie in Holtorf bei Hannover von einem tollwütigen Hunde gebissen worden. Trotz der Warnungen hatten es die Eltern unterlassen, den Knaben entsprechend behandeln zu lassen. Erst als sich nach 14 Tagen ein verdächtiger Ausschlag zeigte, kam der Junge in das Krankenhaus, wo er unter furchtbaren Qualen gestorben ist.
* Verhängnisvoller hauseinsiurz. In G r e ck en- h o f bei Neckarsruh in Württemberg stürzte die Decke und Außenwand eines baufälligen Hauses ein, als die Bewohner bei Tische saßen. Ein drei Monate altes Kind wurde von den Trümmern erschlagen, ein anderes IV-jähriges Kind erlitt schwere Verletzungen und schwebt in Lebensgefahr. Die Mutter konnte sich retten. Schon im Januar war von der Behörde der Hausbesitzer zur gründlichen Instandsetzung des baufälligen Hauses aufgefordert worden, hatte aber nichts unternommen aus Mangel an Mitteln.
* Ein Waffenlager in Berlin beschlagnahmt. Der bei einer Reparatur beschäftigte Klempnermeister Schiemann auf dem Hause Wilhelmstraße, Ecke Streustraße, in Weißensee, entdeckte unter der Verschalung des Daches ein Waffentager. U. a. wurden ein Karabiner, ein Maschinengewehr mit zahlreicher Munition, mehrere Armeepistolen, etwa 200 Gewehrkugeln, etwa 150 Revolveckugeln und 10 Gewehrbeschläge gefunden. Die Kriminalpolizei beschlagnahmte den ganzen fjunb und hat eine eingehende Untersuchung eingeleitet.
* Vom Blitz erschlagen. Auf dem Gute Ludwigshöhe bei Schwedt (St. Kolberg), wurde der ehemalige Tierarzt und Gutsbesitzer Büttner, der während eines starken Gewitters über das freie Feld ging, vorn Blitz erschlagen.
* Christianias Ende. Die Hauptstadt Norwegens soll ihren Namen in Oslo ändern. Die Aenderung tritt mit dem 1. Januar 1925 in Kraft.
* Der Löwe ist los. In Namur sprang bei einer Zirkusvorstellung eine Löwin über das Gitter des Käfigs in den Zuschauerraum. Es entstand eine Panik, wobei einige Frauen und Kinder verletzt wurden. Die Löwin flüchtete in den nahen Wald, wo sie von Gendarmen erschosien wurde.
* Englischer Flottenbesuch in Cattaro. Eine Abteilung der englischen Mittelmeerflotte, bestehend aus sechs großen Kriegsschiffen und 16 kleineren Einheiten, wird Ende dieses Monats der südslawischen Marine im Hafen von Cattaro einen Besuch ab» statten. Auf einem dieser Kriegsschiffe befindet sich als Marineoffizier der Bruder des englischen Königs, Prinz Nikolaus.
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Ciit -lüLttcbrr Land? Auf der Suche nach dem Land der Glückseligkett begleiten wir gern den durch seine weiten Reisen bekannten Forscher Dr. Arthur Beraer, der uns insbesondere mit der Welt der Südsee. inseln durch verschiedene trefflich geschriebene Werke vertraut gemacht hat. In fernem neuesten Buch „Auf denJnfeln des ewigen Frühlings", daS soeben als Band 27 der bekannten Sammlung „Reisen und Abenteuer" (BrockhauS, Leipzig,) erscheint, führt et den Seiet nach den Hawaii-Jnseln, über die wir recht wenig wissen, obwohl sie einen wichtigen Teil des Gebiets der Vereinigten Staaten bclden. Romantische Landschaften im Zauber der Tropenpracht entrollen sich in Wort und Bild m dem lebendig und humorvoll geschriebenen Buch. Wir lernen die wackern Eingeborenen im Alltagsleben und bei ihren Festen kennen und wir beobachten auch die weißen Herren in ihrer nicht immer einwandfreien Tätigkeit. Zum großen Leidwesen der Vereinigten Staaten spielt auch die gelbe Raffe, insbesondere die Japaner, eine große Rolle. Die Amerikaner haben Sorge um die Hawaii-Jnseln, die einen politisch und strategisch sehr wichtigen Schrittstein im Pazifik bilden und die überdies mit reichen Naturschätzen gesegnet sind, und sie fürchten, sie über kurz oder lang an die Japaner zu verlieren. Der Verfasser macht uns mit dem Napoleon der Südsee bekannt, mit dem tatkräftigen Häuptling Kamebameha. Auch dieser Band ist mit ausgezeichneten Bildern und Karten reich ausgestaltet. Das wirkungsvolle bunte Einbandbild macht uns mit einem kühnen Sport der Hawaii-Insulaner bekannt
Eingesandt.
— 3« hohe Preise für möblierte Zimmer. Wenn ein Junggeselle als Beamter oder Angestellter _ nach Fulda verschlagen wird, wiegt er sich in der kühnen Hoffnung, hier gastliche Aufnahme zu finden. Er sieht sich aber bald schwer enttäuscht. Meistens findet er erst nach Wochen ein Unterkommen. Mürbe gemacht durch langes Suchen und Gasthausleben, sieht er sich gezwungen zu nehmen, ws sich ihm bietet. Er fragt kaum nach Preis und Qualität, sondern nur nach Wohnung. Erst die Bezahlung der Miete bringt ihm zum erschrecken- den Bewußtsein, welch hoher Prozentsatz seines Verdien, stes ihm vom Vermieter abgenommen wird. Viele, die in der Lage sind, möblierte Zimmer zu vermieten, for- dern Mietpreffe, die bis zu 150 Proz. höher liegen, als in der Vorkriegszeit, statt 40 Proz. geringer, wie die übrigen Mietpreise. Wenn die Vermieter selbst Sohne auswärts hätten, würden fie mehr Verständnis haben und die Notlage des Einzelnen nicht so ausnutzen, wie es tatsächlich geschieht. Alle Betelligtrn müssen darauf dringen, daß die Mietpreise für möblierte Zimmer m Fulda auf einen angemessenen Stand anlangen. Es ist nicht nur unbillig, so hohe Mieten zu fordern, wie es teilweise hier geschieht, sondern auch ein großes Umecht sie zu bezahlen. Ein Junggeselle für viele.
Auszug uns den Registern des stanöesaaits Saida.
Sterbesälle vom 15. Juni bis 3. Juli 1924.
15. Juni. Gregor Herget, Oberpostschaffner a. D. 61 I. 17. Joseph Bott, Landwirt auS Almus, 26 I. 18. Hilda Rosa Bernhard, Schülerin aus Bronnzell 7 I. 18. Rosa Schmitz, geb. Dippel, Rentnerin. 61 I- 19. Klotilde Hübner, Privatin, 71 I. 20. Wilhelm Roth, Arbeiter. 49 I. 20. ,Friedrich August -schütze. Fabrikwerkmeister a. D. 65 I. 20. Wilhelm Joseph Schäfer, Kind, 3 Tage. 21. Christian Virneburg, Hege- meister a. D., aus Adolfseck, 76 I. 22. Walter Ertch Wiederhold, Kind, 2 M. 22. Wilhelmine Fleckenstem, geb. Hartmann, Privatcn, 66 I. 23 Flora Hohmann, Privatin. 82 I. 25. Emilie Hüttenmüller, Kinder- Gärtnerin aus Bronnzell. 79 I. 29. Hermann Gartner, Heizer aus Neuenberg, 46 I. 2. Juli. Ehefrau Sophie Brühler, geb. Gering aus Kämmerzell, 47 I. 2. Nikolaus Schleichert, Witwer, Pedell a. D., 88 I. 3. Chrijttair Adalbert Gutermuth aus Dalherda, 28 I.
in
Brie;
4,81
19,15
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Die Notierungen für $etiifentierfte6roHd) - Mark bei Dollar und Pfund vro Stück, bet sämtlichen ubrtaen Roten, mit Ausnahme oer österreichischen Krone, die pro 100 000 Stück tu versieben ist. vro ton Stück.
- Berliner yroduktenbörs- vom 4 Juli. Amtlich festgesetzte Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 Kg. sonst per 100 Kg. In Gold mark der Goldanleihe oder in Rentenmark. Weizen mark. 138—143 mitteUx 000—000, Roggen mark. 125-133, pomrn. 000—000, westpr 000-000, Futter-Gerste 127—135, Sommergerste 138 bis 147, Hafer märkischer 123—133, pommetfeper 000—000, westpr. 000—000, Mais loko Berlin Waggon tret Hamburg 000, Weizenmehl pro 100 kg frei Berlin brutto mkl. Sack (feinfte Marken über Notiz) 21,00 bis 23,75, Roggenmebl pro 100 kg frei Berlin brutto mkl. Sack 18,50—21,75, Weizenkleie frei Berlin 8,40 bis 0,00, Roggenkleie frei Berlin 8,70—0,00, Raps 220 bis 225, Leinsaat 260—280, Viktoriaerbsen 19,00—20,00, kleine Speiseerbsen 13,00-15,00, Futtererbsen 12,00 bis 13,00, Peluschken 12,00—13,00, Ackerbohnen 13,00 bis 14.00, Wicken 12,00—13,00, Lupinen, blaue 9,00 bis 10,00, gelbe 13,50—14,50, Seradella 00,00—00,00, Rapskuchen 9,00—0,00, Leinkuchen 18,00—19,00, Trocken- schnitzel 7.50—7,60, vollw. Zuckerschnitzel 00,00-00,00, Torfmelaffe30/70 0,00 -0,00, Kartoffelflocken 18,50—19,00,
handel und Wirtschaft.
- granftferter Börse vom 4. Juli. Das Börsen- bild war heute bei starker Neigung zu Abschwächungen uneinheitlich. Der Anleihemarkt eröffnete fest. Fünfprozentige Reichsanleihe stiegen wieder auf 320, später auf 340. Auf dem Montanmarkt verkehrten rheinisch-westfälische Werte leicht befestigt, oberfchlestsche schwächer. Für Kaliwerte bestand etwas Nachfrage. Der Chemiemarkt eröffnete uneinheitlich, namentlich lag die Anilingruppe schwach. Maschinenwerte wurden bei weichenden Kursen mehrfach angeboten, tn erster ~<nte Autowerte. Elektrowerte gaben vielfach nach. Schiffahrtswerte bröckelten schärfer ab. Der Zuckermarkt hatte festere Stimmung. Für Bankaktien machte sich dec wenig veränderten Kursen geringe Kauflust bemerk Var, Die Börse schloß flau und lustlos.
Märkte.
- Zranksurt a. HL, 4. Juli. (Getreidebörse^ Bei stetiger Tendenz und leicht anziehenden Preisen für Weizenmehl wurden bezahlt für ie 100 Suo Weizen 16,50-17,00. Roggen 15,25-15,7o, Gerste 16,50-17,00, Hafer 15,50—16,00, Weizenmehl 28 bis 29,25, Roggenmehl 22,75—23,50, Weizen- und Roggenkleie 8,2o—8,7o.
Sparsamkeit ist nicht
Geiz. Darum färben alle praktischen Hausfrauen ihre Kleider, Blusen, Gardinen usw. nur mit den weltberühmten echten Heitmann'» Jarben, Marke Fuchskopf im Stern.
Heitmann s Farbe spart den Järbet