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: \ Zuldaer Zeitung Nr. 154.
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Zur Unterhaltung.
Die Einsame.
Roman von Horst W e r t h e r n.
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Und er hatte an dem einen Tag, den er in Lindau zubrachte, gtrr nicht versucht, sich ihr zu nähern. Als einer der eifrigsten Jäger rvar er mit den Ersten aus- gebrochen, mit den Letzten heimgekehrt und hatte sich weder vor noch nach dem Diner um sie bekümmert! Er schien von irgendeinem Gedanken vollständig in Anspruch genommen, der ihr, ebenso wie allen andern, verborgen blieb. Unbesorgt sah er, wie die jungen Leute, die Magda einstimmig für eine der reizendsten der Damen auf Schloß Lindau erklärten, ihr huldigten, wie Graf Rottenstett sie mit bewundernden Bücken betrachtete, während er stets eine geheime Ungeduld verriet, wenn Rolf von den Rechten des auserwählten Freundes Gebrauch machend, mit ihr plauderte.
Mit sanfter Stimme flüsterte Sefine:
„Geliebte Magda, bitte, kommen Sie zu mir zurück; weshalb bleiben Sie mir so lange fern? Ich fühle Ihre Hand auf meinem Haar, aber Ihr Geist ist abwesend, mein teures, geliebtes Mütterchen!"
Magda erbebte, als ob das Kind ihre geheimsten Gedanken erraten könne.
„Ich war nur einen Augenblick nachdenklich, liebes Kind, — aber jetzt gehöre ich wieder Ihnen, ganz so, wie Sie es wünschen!"
„Ganz so? Oh, gewiß nicht! Ich bin so anspruchsvoll, daß Sie erschrecken würden, roenn Sie sich Rechenschaft darüber geben könnten!"
„Sefine, ich glaube, daß ich Ihnen wirklich ganz allein angehöve!"
„Jetzt nicht mehr — Ich war in tuen letzten Tagen sehr stolz, zu sehen, wie Sie von allen bewundert wurden, aber ich ärgerte mich zugleich, daß man Sie so sehr in Anspruch nahm. Seit Lindau nicht mehr uns beiden allein gehört und fortwährend Gäste da sind, denke ich stets an den schönen Sommer zurück, in dem ich so glücklich war! Ach, wenn Sie, sowie ich, jahrelang dahingelebt hätten, einsam, ohne von irgend jemand geTiebt zu werden, nur bann könnten Sie ganz begreifen, wie unendlich dankbar ich Ihnen für all das Gute bin, das Sie mir erwiesen haben, ohne daß ich es verdiene. Sogar die Zuneigung meines Vaters verdanke ich Ihnen, meine geliebte Magda! — Sie waren es, die ihn lehrte, mich zu lieben; jetzt erst fühlt er, daß er ein Kind hat — und mir ist so wohl zwischen Ihnen und ihm! Wie könnte ich Ihnen je genug danken!"
Ganz leise antwortete Magda:
„Sie sind meine geliebte kleine Tochter, Sefine!"
Dos Kaminfeuer verbreitete einen Hellen Schein in 6em Gemach: es war sehr still und auch von draußen drang kein Laut herein.
Plötzlich hob Magda das Haupt, ein ungewohntes Geräusch, das immer näher kam, drang an ihr Ohr. Sollten die Jäger heirnkehren? Und so lärmend! Sie waren doch nicht zahlreich — vier waren nur mehr geblieben,. nachdem sich die übrigen heute früh verabschiedet baten.
Sie horchte — auch Sefine war aufmerksam geroor- 6er.
„Was geht da vor?" flüsterte Magda.
In diesem Augenblick wurde heftig an die Tür gepocht und ein Diener erschien. Er sah so verstört aus, daß Magda sofort ahnte, es müsse sich Schlimmes ereignet haben. Sie fragte: -.' J -
„Was ist geschehen?"
Er stieß mühsam die Worte heraus: _
„Ach, wenn Sie sich herunter bemühen wollten, Fräu- kein, man verlangt nach Ihnen, aber sehr rasch — nur das Fräulein allein!"
Aber Sefine rief gebieterisch:
„Cs ist ein Unglück geschehen — wem? — ich will fs wissen — ich will!"
Der Diener verlor den Kopf und stammelte:
„Jawohl, — gewiß — ein Unfall!"
„Wem?"
„Der Herr Graf hat sich auf der Jagd verletzt — Herr von Geyer hat die Botschaft gebracht, damit alles vorbereitet sei, wenn man den Herrn Grafen bringt —"
Sefine war leichenblaß geworden, aber kein Laut kam von ihren Lippen. Ihre Augen hingen entsetzt an Magda, die ebenfalls sehr blaß geworden war und, als ob sie an die schreckliche Wahrheit nicht glauben könne, mit tonloser Simme fragte:
„Sie sagen, daß Gras Rottenstett verletzt ist, daß mrn ihn bringt?" •
„Ja, Fräulein, das.Unglück hat sich, wie es scheint, km Walde ereignet, als die Herren sich auf dem Rückweg befanden, — ich habe nicht recht verstanden. Ich weiß nur, daß es geschah, als sie einen Graben übersetzten.
Die Erde war feucht, der Herr Graf ist ausgeglitten und das Gewehr hat sich entladen —"
„Mein Gott, mein Gott!" flüsterte Magda; sie haste das Gefühl, als ob ein furchtbarer Traum sie bedrücke. Cs war so plötzlich gekommen. Sie drückte Sefine, deren Augen noch immer starr vor Entsetzen waren, fest an sich:
„Ist die Frau Baronin benachrichttgt?"
„Ich glaube ja. Herr von Geyer hat sich zu ihr begeben, nachdem er uns befohlen hatte, das Fräulein gleich zu rufen; es soll alles vorbereitet werden, was der Arzt zum Verband benötigen kann."
„Gut, ich werde das Nötige veranlasien. Fragen Sie, ob Doktor Herttng schon benachrichtigt ist. Ich komme sogleich."
Als der Diener verschwand, sagte Sefine mühsam, mit tonloser Stimme:
Sie meinen, daß er schwer verwundet ist, nicht wahr?" „Mein teures Kind, ich bitte Sie von ganzem Herzen, faffen Sie Mui! Denken Sie, daß wft alles daran setzen müssen, Ihren Vater gut zu pflegen. Sehen Sie nach, ob in seinem Zimmer alles vorbereitet ist, ich werde indessen Befehle geben."
Sefine erriet nicht, daß Magda nur das Bestreben hatte, sie zu entfernen, um ihr den schrecklichen Anblick der Ankunft ihres Vaters zu ersparen, ©ie stieg mechanisch die Stufen hinan, die ins obere Stockwerk führten. Magda begab sich in die Vorhalle und stand plötzlich Paul von Geyer, einem der intimsten Freunde des Grafen, gegenüber. Sein Antlitz war sehr bleich, und mit Schrecken bemerkte Magda einen großen dunklen Fleck auf dem Aermel fernes Jagdrockes.
„Ach, Fräulein, welch furchtbares Unglück!"
„Ist ernste Gefahr?"
„Ich fürchte es — aber — schließlich — ich weiß es nicht, er kam zum Bewußtsein, als man ihn auf den Karren hob, auf dem man ihn heimbringen wird!"
„Wann ist es geschehen?"
„Vor beiläufig ein und einer halben Stunde." „Weiß die Baronin davon?"
„Ja, meine Frau ist bei ihr — die Nachricht hat sie dermaßen erschüttert, daß wir absolut nicht auf sie rechnen können in Bezug auf die Pflege — deshalb werden Sie verzeihen, Fräulein, wenn wir unsere Zuflucht zu Ihnen nehmen. Ich bente, das Zimmer wird zu seinem Empfang bereit sein?"
„Ich habe Sefine damit beauftragt, will mich aber selbst noch davon überzeugen."
„Wollen Sie so gut sein, alles vorzubereiten, was der Arzt brauchen könnte?"
Magda nickte. Wie im Traume ging sie hinauf; es war ihr zumute, als müffe das furchtbare Angstgefühl durch ein plötzliches Erwachen von ihr genommen werden. Das 3immer war beleuchtet, das Best bereit, den Veumglückten aufzunehmen. Im Dorübergehon streifte sie etwas vom Schreibtisch herab. Sie bückte sich, um es au^unehmen, blieb aber betroffen stehen, als sie plötzlich eine Photographie sah, die sie sogleich erkannte. Cs war ihr Bild — eine Aufnahme, die Sefine unlängst gemacht haste und die aus unbegreifliche Weife aus ihrer Schachtel verschwunden war. Am unteren Rand des Bildes stand, von der Hand des Kindes geschrieben: „Meine geliebte Magda".
Wie war diese Photographie, nach der Sefine vergeblich gesucht haste, in den Besitz des Grafen gekommen? Weshalb hatte er es nicht gefügt, als er hörte, daß Sefine über den Verlust des Bildes klagte?
Ein Diener kam ihr entgegen:
„Der Arzt verlangt nach Ihnen, Fräulein — non bringt den Herrn Grafen —"
Es herrschte eine tiefe Stille, die nur von den dumpfen Worten der Männer unterbrochen wurde, die die Matratze hoben, auf die der Verwundete gebettet worden war.
Ein Frösteln überlief Magda, als sie im Schein der Lampen das totenblaffe Antlitz des Grafen erblickte. Die Züge waren von Schmerz verzerrt, aber er schien bei klarem Bewußtsein. Sein Blick fiel sogleich auf Magda und blieb mit einem geheimnisvollen Andruck an ihr haften. Es war eine stumme verzweifelte Bitte, aber so beredt, daß Magda, von tiefftem Mitleid ergriffen, fast unbewußt näher trat, nur von dem Wunsch beseelt, ihm zu helfen.
Da glitt ein kaum merkliches Lächeln über ferne farblosen Lippen und leise, so leise, daß nur sie allein es vernehmen konnte, flüsterte er:
„Verlassen Sie mich nicht — ich habe nur mehr so wenig Zeit zu leben!"
Don seinen Blicken, die unverwandt auf ihr ruhten, fest gehalten, stieg sie die breite Treppe langsam neben ihm hinan, im gleichen Schrift mit den Männern, die den Kranken trugen. t
Erst auf der Schwelle seines Zimmers blieb sie stehen, um ihn seinen Freunden und dem Arzt zu überlassen.
In dem Augenblick, da Magda zurücktnft, gewahrte sie Sefine, die unbemerkt herangefchlichen war und sich dem unheimlichen Zuge angeschlossen hafte. Sie sah selbst fast wie eine Sterbende aus, als sie das Antlitz der Tür zuwanidte, hinter der ihr Vater verschwunden war; die west geöffneten Augen hatten einen unnatürlichen Glanz.
„Sefine, mein Liebling!" flüsterte Magda schmerzlich.
Wie ins innerste Herz getroffen, wankte das arme Kind und warf sich an die Brust ihrer mütterlichen Freundin, die sie fest umschlang.
Magda führte sie in ihr Zimmer und bemühte sich, ihr Mut zuzufprechen, während in ihr selbst die Derzweff- lung mit jedem Augenblick zunahm. Was würde der Arzt sagen? Ach, wie schrecklich war es doch, nichts — gar nichts tun zu können! — Wieder erschien der Diener.
„Möchte das Fräulein gütigst kommen? Die Herren warten in der Bibliothek."
„Lassen Sie mich mitgehen, Magda, ich bitte Sie inständig. Ich will ihn sehen!"
(Fortsetzung folgt.)
Adam Trabert's
grobdeutsches Vermächtnis.
Von Dr. Karl Müller-Göttingen.
Wenn heute literarische und politische Emigranten aus Norddeutschland nach dem deutschen Süden kommen, um sich als Lehrmeister echter großdeutscher Gedankenwelt aufzuspielen, so werden sie dort vielfach nicht nur Staunen und verständnisvolles Augurenlächeln, sondern manchmal auch Ablehnung und Ingrimm Hervorrufen. Denn der katholische Süden ist sich wohl bewußt, daß gerade jene großpreußischen Kreise früher die erbittertsten Gegner eines Großdeutschland gewesen sind, das namentlich die katholischen und deutschen Gebiete Oesterreichs umfassen sollte und in dem sich etwa beide Konfessionen nach der Bevölkerungszahl das Gleichgewicht hielten. Ein solches Großdeutschland ersehnten aber im vorigen Jahrhundert die edelsten Männer Deutschlands und unter ihnen der am 27. Ian. 1822 in Fulda geborene Adam Trabert, dessen anregende Schreibweise die großdeutsche Idee auch literarisch wirksam zu vertreten wußte.
Schon als Vertreter der Marburger Studentenschaft auf dem Eisenacher Studententag im Jahre 1848 wie auch im folgenden Jahre als Schriftleiter der politischen Wochenschrift „Wach auf" setzte er sich mit seiner ganzen Persönlichkeit für den Gedanken eines unter Oesterreichs Führung stehenden Großdeutschlands in einer Weise ein, daß die Kur- heffische Regierung seinen Ueberschwang mit mehrjähriger Festungshaft auf der Feste Spangenberg bestrafte. Als er nach Entlassung aus dieser Haft als Redakteur in Nürnberg und Wiesbaden und später als demokratischer Abgeordneter von Hanau in der kurhessischen Ständekammer zu Kassel sich literarisch und politisch betätigte, zeigte es sich, daß er in feiner großdeutschen Haltung nicht wankend geworden war. Darüber schreibt er in feinen am Ende seines Lebens im Jahre 1912 herausgegebenen „Historisch literarischen Erinnerungen":
„Wir Demokraten waren großdeutsch. Wir wollten die Freiheit, aber für das gesamte deutsche Volk, ohne aus dessen nationaler Einheit wen auszuschließen. Ja, Deutschlands, Großdeutschlands, Alldeutschlands Macht und Ehre ging uns eigentlich noch weit über die Freiheit. Lieber gedrückt fein mit der Gesamtheit, dachten wir, als frei fein in einem Torso. Bei alledem aber waren wir weit davon entfernt, den Einzelstaaten Deutschlands die * Rollen bloßer Nullen zuzuweisen. Wenn einmal Dis- ! marck nach 1866 der Wahrheit die Ehre gab, die Mtttel- und Kleinstaaten Deutschlands Zentren des Wohlstandes imd der Bildung zu nennen, rote man sie in einem Großstaat vergeblich suche, so wußten wir das schon damals und waren dabei auch überzeugt, daß ernste und unüber, windliche Gefahren für Deutschlands Einheit und Frei- heft nie zu besorgen seien, daß aber eine sehr ernste Ge- fcchr für bürgerliche Freiheit und nationale Einheit von einem zentralistisch regierten Großstaat nur zu leicht kommen könnte. Wir betrachteten die deutschen Regierungen der Einheitsfrage gegenüber gleichsam wie ein Rutenbündel. Sie sollten zusammen in ihrer Gebundenheit stark fein, obgleich sich die einzelne Rute leicht biegen läßt. Biegen und beugen wollten wir sie, jede einzelne unter den Willen der Nation, und trauten uns zu, das zu können. Dachten wir aber, die einzelnen Ruten könnten zusammenwachsen in einen einzigen Stamm; dachten wir an die Stelle mehrerer einzelner Regierungen, die sich jede für sich noch beugen lassen, eine einzige durch Annexionen verstärkte Regierung, so
fürchteten wir, daß sich umgekehrt der nationale Wille dem Willen dieser Regierung werde beugen müssen."
Trabert's großdeutsche Gedankenwelt war groß- deutsch im Sinne eines Bundesstaates unter österreichischer Führung und nicht großpreußischer An- nektionspolitik. Man wird daher wohl verstehen, wie schmerzlich auf ihn die Ereignisse des Jahres 1866 einwirken mußten. Obschon er und einige Gesinnungsfreunde im Parlament und in der Se mit Löwenmut um die Erhaltung der kur- chen Selbständigkeit kämpften, sah er, wie der sogenannte „Nationalverein" unter Oetker's Führung die Annexion Kurhessens vorbereitete. In feiner Broschüre „Die Totengräber des kurhessischen Landesrechts" hielt er später scharfe Abrechnung mit solchen Politikern. Es war eine ergreifende Begegnung, als Adam Trabert am Tage der Verkündigung des preußischen Annexions-Patentes außerhalb Kurhessens verweilte und in Aschaffenburg an den Gräbern der gefallenen Landsleute seinen entthronten Kurfürsten traf.
Nach der Annexion leitete er zunächst noch eine Zeit lang die Föderalistische „Hessische Volkszeitung", um sich bald in Wien niederzulassen und sich hier in seiner freien Zeit, die ihm seine Stellung in der Generaldirektion der österreichischen Staatsbahnen ließ, der Journalistik und der Vertretung der großdeutschen Idee zu widmen. Hier fand er auch Muße zur Abfassung vieler Gedichte in großdeutschem Sinne, die namentlich die Heldentaten deutscher Männer aller Zeiten verherrlichen und in drei Bänden als „Deutsche Gedichte aus Oesterreich" erschienen sind. Das Schauspiel „Elisabeth", Landgräfin von Thüringen und Hessen" und das Drama „Julian der Abtrünnige" sowie eine Biographie Grillparzers zeigen außerdem, daß er auf verschie- denen Gebieten treffliche Leistungen aufweisen konnte.
Seine journalistische Tätigkeit im Sinne des großdeutschen Gedankens wurde besonders fruchtbar, als er im Kulturkampf die Stellung Preußens zur katholischen Kirche untersuchte. Darüber schreibt er in den „Historisch-literarischen Erinnerungen" S. 473:
„Jrn neuen deutschen Reiche waren die Katholiken zu einer bedeutungslosen Minderheit geworden; aber auch diese Minderheit, einst von Preußen gehätschelt und in Sicherheit gewiegt, so daß sie auf die Kaisermache fröhlich entging, wurde jetzt, nachdem das Ziel erreicht war, in ihrer abMschlofsenen Eigentümlichkeit unbequem. Diese auf sich selbst beruhende Sondere,ristenz paßte nicht mehr in die von Berlin aus gewollte Gleichmacherei. Die Katholiken standen als festgeeint da, roenn sie auch nur auf dem Gebiete des Glaubens Geboten folgten, welche nicht von Berlin ausgingen. Den ganzen deutschen Norden empörte es aber, daß diese Leute auch nach Gründung des neuen Deutschen Reiches etwas Apartes fein wollten. Ihre Eigentümlichkeit lag aber einzig und allein in ihrer Kirche. Gelang es, diese zu vernichten, um aus den Trümmern derselben und dem der Staatsgewalt gehorchenden Protestantismus eine deutsche Nationalkirche zu machen mit dem Papst-Kaiser in Berlin, so war das allerdings ein Ziel, das selbst den intarmerteften preußischen Partikularisten verketten konnte, mit der Entfesselung eines national« kirchlichen furor teutonicus fein Glück zu versuchen."
Mit Bestiedigung stellt er in seinen „Erinnerungen" fest, daß der Kulturkampf Nle deutschen Katholiken zu einem festen Block zusammen schmiedete und indem er ausruft: „Ehren-Bismark! Du hast uns wieder katholisch gemacht. Wir haben uns durch dich zurückgefunden und sagen nun mit den Unsrigen: Per crucem ad lucem!" warnt er vor der Annexion kleiner deutscher Staaten durch größere führende Bundesstaaten und erhob sogleich seine Stimme gegen den Versuch, durch Unterdrückung des Katholizismus eine Nationalkirche zu gründen.
Wenn nun heute wieder die großdeutsche Idee von solchen unterstützt wird, die bisher nur in einem Großpreußen ihr Heil sahen, so sollen die Worte Trabert's ihnen eine Mahnung sein, nicht mit dem Gedanken eines Kulturkampfes oder einer Nationalkirche zu spielen, damit ein freies Großdeutschland das freudig erstrebenswerte Ziel aller Reichs- und Grenzdeutschen werden kann.
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