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wenigen Tagen verstorbenen Vaters, Teilnehmers der Ersten Friedenskonferenz und Verfechters des Versöhnungsgedankens, die von diesem hinter­lassene Gedächtnisrede verlas.

Nach der sozialpolitischen Seite hin beherrschte der Streik der Textilarbeiter in Twente alle politischen Erörterungen. Die christlich organi­sierten Arbeiter wie die liberalen und christlichen Parteiblätter hatten bei der Beilegung ebensowenig Erfolg wie die offiziellen Vermittler der Regierung. Es scheint, daß der Arbeiterpartei nicht so sehr an der Durchkämpfung ihrer Forderungen bezüglich des Lohnes und der Arbeitsdauer gelegen ist, als an der Einführung von dem, was man in Deutsch­land Betriebsräte nennt.

Es muh für jeden Europäer, ohne Unterschied der Nationalität und des Standes, eine Frage der persönlichen Ehre fein, sich der KriegSpropa- ganda mit allen Mitteln entgegenzustellen. Wer sich dem Zukunftskriege gegenüber passiv verhütt, nimmt einen Stell' der künftigen Kriegsschuld auf sich, die noch schwerer sein wird ote die vergangene. I» der Frage aus Leben und Tod der europäischen Menschhett und Kultur darf es keine Neutralität

MotlMffitn Mimr-AmMM M.

Dieser Tage erscheint das zweite Heft der Mittei­lungen der Datikansschein Misficnsausstellung, die für das kommende Heilige Jahr vorbereittt wird.

Man kann aus ihm ersehen, wie die Ausstellung organisiert sein wird, die offenkundig dartun soll, daß Rom wahrhaft »die zweite Heimat aller Katholiken" ist.

Unter den verschiedenen Abteilungen mit vorwiegend historischem und aufklärendem Charakter befindet sich eine, die allein schon die väterliche Fürsorge des Hei­ligen Vaters offenbart, der Gegenwart und Zukunft der Missionsstationen vor allem unter den Gefahren und Unbilden der Tropen sicherstellen will.

Wir entnehmen den Mitteilungen die folgenden, be­sonders interessanten Angaben über diese Abteilung:

Die medizinische Abteilung.

Nach dem WUen des Heiligen Baiers ist für die Vatikanische Misfionsausstellung auch eine medizinische Abteilung vorgesehen. Ihr Zweck ist zu zeigen, welche »eveutung der Medizin für den Schutz der Mtsfionare zukommt und welch wertvolles Hilfsmittel für das Apo. floht sie fein tarnt. Man braucht nur daran zu denken, wie viele Missionare um ganz alltäglicher Ursachen

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^.ngel kamen, umhüllten iocuxmbe und luden ihn tnrnkrckakapelke zu to*

Gottesdienstordnung.

Sonntag, 29. Juni. Dom. (Fest des Apostel- fürsten Petrus und Paulus). (Kollekte für den Peters, Pfennig). */»6, 6, */«'/ u. 1 Uhr hl. M. mit Austeilung d. hl. Kam., Vi7 in d. Marien kap. hl. M. u. Kam. f. d. Mitgl. d. Sakramentsbrudersch. 8 Pfarramt m. Pred. u. Segen, V»10 bischöfl. Hochamt m. kurzer Pr., 1/412 letzte hl. M. m. Pr., V.2 Andacht m. Segen, V-4 bischöfl. Vesper, 7 A. m. Segen i. d. Marienkap. Stadtpfarrkirche. 8/«6 u. */«7 hl. M., 8 erster Kindergd. m. Pr., '/-IO U. Hochamt m. Pr., 11 zweiter Kindergd. m. Pr. Bon Vt6 ab wird alle Vi Stunde hl. Som. ausgeteilt. Vs3 Andacht. Pfarrkirche zum heiligen Geist. 7 Frühm., 8 Pr. u. Amt, abends l/i8 Andacht. Severikirche. Oberrealschulgottesdienst: Sonntags 8, werktags 660. St. Michaelskirche. Nachmittags 2 Uhr Jesus-Maria- Joseph-Bruderschaft Predigt und Andacht. Frauen, berg. 5, Vi6, 6, V-7 u. 7 hl. Messe, 8 Uhr Singmefse m. Pr., 9 Levitenamt, nachm. 2 Kreuzwegandacht mit Pred. (Kalvattenberg).

Montag, 30. Juni. Dom. Abends >/,8 Andacht f. d. armen Seelen. Frauenberg. Abends V-8 Schlutz- feier der Herz-Jesu-Andacht mit Te Deum. Stie6t)0f$« lapelle am ^ranzosenwäldchen 61/« Uhr hl. Messe.

Mittwoch, 2. Juli. Frauenberg. Mariä Heim­suchung. 6*A Levitenamt.

Freitag, 4. Juli. (Herz-Jesu-Freitag). Frauen­berg. Aussetzung des Allerheiligsten von 5 bis nach dem Hochamt um 8 Uhr. Nachm./»5 Herz-Jesu-And. m. sakram. Segen. (Wegen des ewigen Gebetes am Montag fällt heute die 12 stündige Aussetzung aus).

Wickstadt. Sonntag, 6. Juli. (Wallfahrt nach Maria-Sternbach, Bahnstationen Bruchenbrücken und Affenheim). Tags zuvor von 5 U. an Beichtgelegenheit. *A9 Bußand. Am Festtag selbst früh von 5 Uhr ab Beichtgelegenheit, hl. Messen und Austeilung der hl. Kom. 9 U. Prozession zur Wallfahrtskapelle daselbst Hochamt mit Festpredigt. Hierauf Rückzug zur Pfarrkirche.

s. Blatt.

Druck der Fuldaer «cttendrnckerei in Fulda

Eingesandt.

Ruch wieder ein Mlchaurschank im Schloßgarken l Es ist sehr zu loben, daß die Molkerei Fulda die Milchwagen täglich fahren läßt; wie wäre es, wenn auch eine Milchschankstelle, wie vor dem Kriege ge­wesen ist, im Schlotzgarten eröffnet würde? Alt und Jung, Gesunden und Kranken würde dadurch eine große Wohltat erwiesen, wofür wir der Molkerei sehr dankbar sein würden. (Folgt Unterschrift.)

von den Hochschulen.

= Jena. Die Zahl der Studierenden im Sommer, femefter beträgt etwa 2300, darunter 20 Prozent Ausländer. Im vergangenen Wintersemester wäre» 2 374 Studenten immatrikuliert.

Jts. 150.

Sonntag, 29. Juni 1924.

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Der Verband der Aerzte Deutschlands, die wirtschaftliche Organisation der Aersteschaft, warnt erneut vor dem Medizinstudium. Auf viele Jahre hin- aus bietet der Arztberuf keinerlei Existenzmög- lichkeiten. Durch den Ausgang des Krieges, Auf- lösung der bewaffneten Macht, Verlust der Kolonien und anderer großer Gebietsteile, ist ein erhebliches Ueberangebot an ärztlicher Hilfe aufgetreten. Ein Aus. gleich ist um so weniger möglich, als ein Abgang durch Ausscheiden älterer Aerzte nicht stattstndet. Diese find selbst gezwungen, bis zum letzten Atemzuge zu prakti. zieren. Die Gründung einer Existenz wäre nur denkbar bei baldiger Zulassung zur Kass en Praxis, die in­folge der weiten Ausdehnung des Kreises der Ver­sicherten die unentbehrliche Grundlage der Praxis bildet. Die Gesetzgebung hat aber die Zulassung aufs äußerste erschwert; nur eine begrenzte Anzahl von Aerzten kann Kassenpraxis erlangen. Die Kosten des Studiums sind weit höher als die anderer akademischer Berufe, die Ausbildungszeit währt am längsten. Die praktische Ausbildung (Medizinalpraktikantenjahr, Asfi- stententätigkeit) gewährt in den seltensten Fällen neu- nenswerte Einkünfte. Alle Asfistentenstellen sind auf Jahre hinaus besetzt, ihre Inhaber können sie nicht aufgeben, da die erschwerte Zulassung zur Kaffenpraxis die selbständige Niederlassung in den meisten Fällen unmöglich machch Eine Betätigung als Werkstudent kommt für den Mediziner nicht in Frage, sein Stu- dium erfordert die volle Arbeitskraft und nimmt durch die zahlreichen prakttschen Kurse die ganze Dauer des Arbeitstages in Anspruch.

Die Kosten der Niederlassung sind unerschwinglich. Aerztliche Bedarfsgegenstände Instrumentarium, Apparate, Mikroskop, Fuhrwerk, wissenschaftlicheLiteratur gehören zu den teuersten aller Betriebsmittel.

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Die tage in Holland.

f Don unserem außenpolitischen Mitarbeiter.

f Den großen Dingen, die sich in Deutschland während des verflossenen Monats abspielten, stand die holländische Oeffentlichkeit als wohlwollend neutraler Beobachter gegenüber, ohne sich der Besorgnissen entschlagen zu können, die die Ent­wicklung der deutschen Verhältnisse in wirtschaftl. wie in pol. Beziehung dem vieloerbunüenen Nach- -arlande einflösen müssen. Die wirtschaftliche Lage Deutschlands wird im allgemeinen, wie be­sonders bezüglich der Ruhrverhältnisse, recht pessi- mistisch beurteilt. Natürlich schwankt das Urteil ie nach den Veränderungen, wie sie in Deutschland /ich in letzter Zeit in buntem Wechsel folgten. Im allgemeinen darf man sagen, daß die holländische Presse mit den in den letzten Tagen erst stabilisier­ten Verhättnissen einverstanden ist und das Ver­bleiben des Ministeriums Marx begrüßt.

Ganz anders als die deutschen Reichstagswah­len hat die Erneuerung der französischen Kammer und der Fall Poincares gewirkt. Man darf wohl sagen, daß ein allgemeines Aufatmen bemerk­bar wurde, als man hoffen durste, daß derjenige, von dem die Unruhe Europas ausgegangen, von der Bildfläche bis auf weiteres verschwinden würde. Der .Nederlanden", das Organ der christlich-histo­rischen Partei, äußerte dabei:Jetzt ist Deutsch­land wieder ein bedeutungsvoller Faktor gewor- den, dem mehr Rechnung getragen werden muß, rnls in den Tagen der Konferenz von Cannes. Der Nationalismus entwickeü sich dort kräftig Dank Poincare." Alle Blätter waren sich einige darüber, daß Poincare den Fehlern seiner äußeren Politik -um Opfer gefallen sei.

Die mit Rußland in Berlin geführten hol­ländischen Handelsvertragskonferenzen scheinen un­widerruflich ' abgebrochen zu sein. Der Mißerfolg wird von der öffentlichen Meinung, wie auch in einer Parlamentserklärung des Außenministers van Karnebeek darauf zurückgeführt, daß die hol­ländischen Delegierten in ihren Zugeständnissen das Aeußerste getan hätten, daß aber die Russen vor allem in der Meistbegünstigungsfrage Holland gegenüber jedes Entgegenkommen hätten vermis­sen lassen.

Das Verhältnis zu Belgien ist sich gleich ge- 1 Hieben. Die Schuld frage und die Frage der Wie- lingen schwebt immer noch drohend über der Zu­kunft der beiden konkurrierenden Länder.

Eingehende Beachtung fand die 25jährige Ge­denkfeier der Er st en Haager Friedens- for renz, die am 18. Mai im Haag unter grob-" Feierlichkeiten stattfand. Frankreich war dabi irch den jungen Baron d'Estournelles de Con^u. l vertreten, der im Auftrage seines vor

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willen ihr Leben lassen müssen, besonders in den Tropen, wo oft ein Insektenstich zur Uebertragung schwerer Krankheiten genügt und wo das Wasser em äußerst ge­fährlicher KrankheitSiträger ist. Und eine Kleinigkeit, eine einfache hygienische Vorsichtsmaßregel,. würde ge­nügen, um den Missionar zu schützen. Desgleichen sst ein gewisses Maß von medizinischen Kenntnissen dem Mis­sionar sehr wettvoll, um der sich selbst überlassenen und in Unwissenheit dahinlebenden eingeborenen Bevölke­rung zu Hiffe zu kommen.

Das beste Mittel, um den Missionar und die Einge­borenen gesundheitlich zu schützen, bleibt immer eine ge­wisse medizinische Bildung des Missionars. Daher die medizinische Abteilung der Vatikanischen Missionsausstel­lung, deren Zweck es ist, die Missionare zu unterweisen und die Gläubigen anzuspornen, den Missionen die nötigen Mittel zuzuwenden.

Diese Abteilung soll also vor Augen führen: 1. Die Krankheiten der Missionsländer; 2. ihre Ursachen und Enfftellung; 3. die Vorbeugungs- und Schutzmittel; 4. ihre Bekämpfung und Hellung.

Zu diesem Zwecke wird die Halle dieser Abteilung in eine Anzahl Räume geteilt werden, von denen jeder diese verschiedenen Punkte für eine besondere Gruppe von Krankheiten beleuchtet und die Angaben über die Verbreitung der Krankheiten, die Wirksamkeit der Maß­nahmen zu ihrer Bekämpfung usw. zu einem Bilde vereinigt.

Zur Sichtung und Verarbeitung des Materials hat sich eine Unterkommiffion gebildet. Die Unterkommission ist erstmallg Anfang Mai in Rom «m Palast der Propaganda zusammengekommen. Eine zweite Zusam- menkunst wird in Kürze an der Katholischen Univer­sität Mailand stattsinden.

Deutsche Landwirtschaft.

Die zweite 3«chtviehverfteigerung des Landwirt- schaftskammer-llurschusser für die Provinz Oberhessen findet am 7. Juli 1924, vormittags 10V- Uhr, in Als­feld gelegentlich des altbekannten Pferde-und Prä­mienmarktes statt. Gemeldet find 46 Bullen und eine Kalbin des hessischen Fleckviehschlages (Simmen­taler), die aus den besten Zuchten der Kreise Alsfeld und Lauterbach stammen, die die Gewähr dafür bieten, daß die zum Verkauf gestellten Tiere hohen züchterischen Anforderungen entsprechen. Gemeinden und Züchtern ist hier die günstigste Gelegenheit gegeben, wertvolle Zuchtfasel zu beschaffen. Neben der Bullenauktion bringt der Alsfelder Prämienmarkt dem Tierzüchter noch viel Interessantes. Die Pferdezüchter des Kreises Alsfeld und der anliegenden Schwalm werden ihre besten Stuten und Fohlen, der Belgier und Oldenburger Schlage an­gehörend, zum Wettbewerb vorführen. Die Landwirt­schaftskammer für Hessen bringt 25 Fohlen, die zum größten Teil von Stammbuchstuten abstammen, an. schließend an die Bullenaukiion zur Versteigerung. Der Kreisziegenzuchtverein Alsfeld, dessen hervor» ragende Zuchten allgemein bekannt sind, und der der D. L. G. mit den auf den Ausstellungen, höchsten Staats» und sonstigen Preisen bedacht wurde, hält vormittags einen Lämmer» und Ziegen» i markt. Die Prämiierung in allen Tierklassen beginnt mit Rücksicht auf das reichhaltige Tagesprogramm be­reits um 8 Uhr vormittags. Nachmittags Vi4 Uhr ver­anstaltet der Pferdezuchtverein für den Kreis Alsfeld eine Reit» und Fahrkonkurrenz, für die zahlreiche Meldungen erfolgt find. So dürfte sich ein Besuch des Alsfelder Pferde- und Prämienmarktes für jedermann, der züchterisches Interesse besitzt, lohnen, auch wenn er nicht die Absicht hat, als Käufer dort aufzutreten.

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