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Nr. 147

Donnerstag, 26. Juni 1924

51. Zahrg

Skaudalszeueu im Reichstag

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Verantwortlich für die Schttttleittmg: Dr. Jobannes «tarnet. 8ü»eigen: K P ar je Iler. Fulda. Rotationsdruck und verlas der s Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Rr. 9.

BernaspreiS für Juni: Postbestelluns l.8v.Stadtberug 1.50Mk.

< Sicherheiksfrage anbeftefje,

fo fei Großbritannien geneigt, mit den Alliierten '"^sondere mit Frankreich, einen allgemeinen paff gegenseitiger Unterstützung, die obligatorisch roare, ,m Falle eines deutschen Angriffs abzu- schlretzen.

die Regelung der Reparationsangelegenheit, gehen die Verhandlungen der Staatsmänner ununter­brochen weiter. Herriot hat bekanntlich von Lon­don aus feine Wege nach Brüssel gelenkt und dort mit Theunis und Hymans verhandelt. Nach der Besprechung erklärten die belgischen Minister: Wir haben die sichere Empfindung, daß wichtige Schritte auf dem im übrigen recht langen Wege der Reparationsfrage gemacht wurden. Wir sind darüber ehrlich befriedigt.

Belgien hat sich aber nicht dazu verstanden, die Note mit zu unterzeichnen, die Herriot und Mac- donald als Ergebnis ihrer Besprechung in Cheguers nach Berlin gerichtet haben. Belgien hielt die letzte Note, die in Sachen der Abrüstung an die Berliner Regierung ergangen ist, für ausreichend. Der Wort­laut der Herriot-Macdonald-Note ist jetzt bekannt gegeben worden.

Die Note gibt der Besorgnis Ausdruck, daß die deutsche Regierung vielleicht beabsichtigen könnte, auf die kürzlich wegen der Militärkontrolle ergangene Note keine zustimmende Antwort zu - geben. Es heißt weiter:

Hm ei 6 en -Steife: ftiefajeile (Colonel) lokal 0,15 Soldmark auswärts 0,20 Goldmark: Reklame,eile lokal 0,60, Goldmark auswärts 0,80 Goldmark. :.

Sei Wiederboluugen Rabatt- Postscheckkonto Frankfurt a. M- 4051'

Gleichzeitig erhalten wir beunruhigende B e- ridjte über die unausgesetzte und zunehmende Akti­vität der nationalistischen und militaristischen Organi­sationen, die mehr oder weniger offen militärische Vor­bereitungen treffen, um in Europa neue bewaffnete Kon­flikte hervorzurufen. Diese Berichte sind zu zahlreich und zu substantiiert, als daß man sie vernachlässigen könnte. Sie führen dazu, di« öffentliche Meinung in der Besorgnis zu bestärken, die unvermeidlich die Haltung der beiden Regierungen beeinflussen muß. Wir sind sicher, daß die deutsche Regierung, falls die Berichte unbegrün­det sind, nicht mir ihre eigenen Interessen wahren, son­dern auch ganz Europa einen großen Dienst erweisen totrb, wenn sie an einer Untersuchung mitwirkt, die so durchgeführt wird, daß sie die Besorgnisse vor geheimen militärischen Vorbereitungen zerstreut. Wir können der deutschen Rgierung nicht verbergen und wir halten es für gut, sie davon zu verständigen, daß jeder ”el«®ento& gegen die loyale, genaue Durchführung der Verpfl:chtungen aus Teil V des Vertrages von Versailles Die internationale Lage gerade in dem Augenblick schwer belasten würde, wo - Aussicht auf eine schnelle In­kraftsetzung des Dawesberichts in allen beteiligten Län­dern bte Hoffnung auf eine endgültige Rege­lung der Reparationsfrage, die einer allgemeinen, tmrfficfcn Befriedigung die Wege ebnen soll, aufkeimen JS , . "Jtr bitten daher die deutsche Regierung, diese Befriedung zu erleichtern und zu diesem Zwecke zu­nächst mit Nachdruck und gutem Willen an der Verwirk­lichung der rechtmäßigen Forderungen der Militär- kontrollkommifsion mitzuvrbeiten. Cs läge im eigensten i Interesse der deutschen Regierung, wenn die genaue Lage bezüglich der Entwaffnung in U ebereinstimmung nist den Bestimmungen des Vertrages festgestellt würde Wenn sie die Alliierten von der Aufrichtigkeit ihrer Hal­tung überzeugen will, muß sie von der Möglichkeit Ge­brauch machen, den Beweis hierfür zu geben, indem sie die Kontrollkommission bei der Feststellung der Tatsachen unterstützt. Wir appellieren an Eure Exzellenz, weil I wir keine Gelegenheit versäumen möchten, um die Ur- I fache ernster Schwierigkeiten zwischen unseren Regie- I rungen zu beseitigen. Frankreich und Großbritannien I haben keineswegs das Bestreben, der deutschen Regie- I rung Schwierigkeiten zu bereiten oder die Kontrolle, I über das Maß des Notwendigen hinaus zu verlängern I Im Gegenteil, sie nehmen die Zurückziehung der I Kommission für einen möglichst baldigen Zeitpunkt I in Aussicht. Sie wünschen lebhaft, den Mechanismus I der Kontrollkommission durch das im Artikel 213 des I Vertrages dem V ö lk erbun ds rat übertragene Un- I terfuchungsrecht ersetzt zu feilen, sobald sie in Bezug auf I die verschiedenen Punkte, die die alliierten Regierungen I Besonders bezeichneten, Genugtuung erhalten höben. Sie I verlangen nur, daß man ihren berechtigten Besorgnissen I jede Beruhigung zuteil werben läßt. Man kann nicht von ihnen verlangen,, baß sie ihre Sicherheit durch den I Wegfall der Garantien gefährden lassen, die sie auf I Grund der Bestimmungen des Vertrages von Versailles I in Händen haben. In diesem Geist drücken wir erneut I unsere aufrichtige Hoffnung aus, daß die deutsche Re- I Gierung auf die Note der Botschafterkonferenz eine Ant- I wort erteil, die der Situation und den im Vertrag feier- I &6 festgelegten Verpflichtungen entspricht.

Der Reichskanzler erklärte bei der Ueberrei- chung dem englischen Botschafter und dem franzö- I fischen Geschäftsträger, daß er die Note zur Kennt­nis des Kabinetts bringen werde. Die Alliierten würden r e ch t z e i t i g, das heißt bis zum 30. Juni, die Antwort der deutschen Regierung erhalten.

und beim Beginn seiner Rede machte sich keinerlei Beifall bemerkbar. Er las seine Rede vom Platz« ab und dadurch war seine Stimme nicht so ver­nehmbar wie sonst. Die Mehrheit der Senatoren begleitete seine Rede mit Beifall.

Der Hauptredner der Oppositioi war der bekannte Besitzer des „Corriere della Sera", Albertini, der unter großer Aufmerk­samkeit kurz und mit klarer Stimme gegen das faszistische System sprach. Er führte u. a. aus, daß der Mord an Matteoti nur eineFolge der vielen Drohungen und Gewalt­taten gewesen fei, durch die Italien seit zwei Jah­ren heimgesucht werde. Albertini sprach sich auch gegen bte faszistische Rationalmiltz aus, die eine Parteimiliz sei, aber vom Staat erhalten werden müsse. Er erklärte, daß der Fas- zismus Exekutive und Justizgewalt durcheinander geworfen habe. Die Wahlen seien in einer Atmosphäre vollzogen worden, die der freien Meinung ein Hindernis gewesen sei. Der Faszisums wolle ewig am Ruder bleiben, dulde keine Freiheit bet Andersden­kenden und erlaube nur das System derjenigen Opposition, die ihm nicht schädlich sei. Der Redner schloß mit einem Hymnus auf die Freiheit. Die Rede, die nur einmal unterbrochen wurde, machte tiefen Eindruck und wurde von der Linken mit Beifall ausgenommen.

Levine, dessen Sie, meine Herren Kommunisten, sich st annehmen, hat mit vollem Recht die Kugel ge­troffen. (Nach diesen Worten entsteht bei den Kommu­nisten ungeheurer Lärm. Mit drohend erhobenen Fäu­sten rufen viele Kommunisten dem Redner zu: Her­unter, er hat Lump gesagt. Einige Kommunisten werfen mit Heften und Zeitungen nach dem Redner.) Vizepräsi­dent Dr. Rießer versucht vergeblich den Lärm zu be­schwichtigen. Er erklärt, er habe früher gehofft, die Anwesenheit von Frauen würde die parlameniarischen Sitten verbessern. Das scheint leider nicht der Fall zu fein. Abg. Roth bestreitet, den Ausdruck „Lump" ge­braucht zu haben, er könne also nicht zur Ordnung gerufen werden. Abg. Roth versucht mehrmals seine Red« fortzufetzen. Er wird aber jedesmal von den Kommunisten niedergebrüllt mit Rufen: Mörder raus! Der Präsident ruft mehrere Redner zur Ord­nung. Die Kommunisten und die Nationalsozialisten rufen sich vor der Rednertribüne Beschimpfungen ent­gegen. Da der Lärm andauert, wird die Sitzung

auf 10 Minuten vertagt.

Dr. Roch will nach Neueröffnung der Sitzung wei> terfprecben. Die Kommunisten geben dazu die Erklä­rung ab, daß sie solange den Sitzungssaal verlassen wer­den, um den „erbärmlichen Gesellen" allein zu lassen. Dr. Roth und der sozialdemokratische Abg. Rosenfeld rufen sich neue Liebenswürdigkeiten zu. Dabei kommt es zwischen sozialdemokratischen und deutschnationalen Abgeordneten zu

Handgreiflichkeiten.

Beteiligt sind vor allem der Sozialist Eggerstedt-Kiel und der Deutschnationale Laverrenz.. Es entsteht ein ungeheurer Lärm. Die Schmährufe der Streftenden ftnb nicht zu verstehen. Der Abg. Roth verläßt das Red­nerpult. Von der Publikumstribüne werden Pfuirufe gegen die Abgeordneten gerichtet. Vizepräsident Dr. Rie- per unterbricht die Sitzung wiederum auf eine halbe Stunde. Die Abgeordneten stehen noch längere Zett in erregten Gruppen beisammen.

• m Pause beschäftigt sich der Aeltestenrat nut den Vorgängen. Vizepräsident Dr. Rießer eröffnet dre neue Sitzung mit folgender Erklärung: Die bebauet- heben Vorgänge, die sich vorhin zuqetragen haben, haben ben Aeltestenrat beschäftigt. Er ist zu der Ueberzeugung gekommen, daß zunächst eine einzelne Abwehrhandlung emes Abgeordneten vorlag. die darauf hinausging, daß er sich Raum verschaffen wollte (Unruhe links) und ba6 em anderer Abgeordneter der Meinung gewesen ■ ' ™ sich um einen Angriff auf ihn, was jedock em Mißverständnis war. Damit hält der Aeltestenrat bie Sache für erledigt. (Hört! hört! bei ben Komm! yd) spreche in feinem Namen ben Wunsch aus, daß der­artige Szenen in Zukunft vermieden werden, bie das Niveau des Reichstags erheblich herabzudrücken geeignet fmb (Lachen bei den Kommunisten), daß namentlich" der

vor der Rednertribüne immer frei bleibt und nicht wiederholter Mahnungen des Präsidenten ungeachtet, bie Abgeordneten sich vor dem Redner aufstellen. Ich erteile nunmehr das Wort wieder dem Abgeordneten Roth

Unru^e lmks. Die Kommunisten verlassen ben »aal.)

® wetteren Debatte erklärt der Vertreter des Reichs,ustizrminsteriurns sich grundsätzlich gegen all- Sage” amneft,cn' ®et Schluß der Sitzung gilt der

Bie Nmm des UWieles.

Man schreibt uns:

Die Beratung des französischen Mimslcrpräsi- tenten mit dem englischen hat über bte Grund­lagen des wetteren Vorgehens eine gewisse Eini­gung zu Wege gebracht. Indessen ist die Frage ter Räumung des Ruhrgeb tetes noch licht geklärt. Man unterscheidet offenbar zweier-

Sie Krise 6m itolieniWn Mir«.

Mussolini und die Opposition.

Mussolini hat im Senat eine Verteidigungsrede gehalten, in der er die Angriffe abzuwehren suchte, die anläßlich der Ermordung Matteotis gegen den Faszismus gerichtet werden. Er erinnerte an die gewaltige Vertrauenskundgebung, die das italieni­sche Volk bei den letzten Wahlen der Regierung Mussolinis zollte und bezeichnete sodann als die Grundformel seiner inneren Politik die folgenden Punkte:

1. Wiederherstellung der Kammer, ihrer Be­fugnisse und ihres Prestiges, 2. Regelung der Stel­lung der Nationalmiliz nach der verfassungsmäßi­gen Seite, 3. Unterdrückung der Ungesetzlichkeiten, wo sie noch als Anhängsel der faszistischen Partei weiterleben, 4. Ausruf aller den Begriff des Vater­lands bejahenden Kräfte zur Arbeit.

Mussolini stellte fest, daß alle seine politischen Kundgebungen seit den Wahlen darauf abzielten, den endgültigen Eintritt des Faszismus in die ver­fassungsmäßige Ordnung zu vollziehen und aus dem Faszismus den Mittelpunkt einer Bewegung zur nationalen Sammlung und Versöh­nung zu machen.

Die Tribünen des Senats waren bei der Sitzung bis auf den letzten Platz gefüllt. Mussolini sah ernst und angegriffen aus. Bei seinem Erscheinen

Das Aebnis ier KMmnD.

wtb Paris. 25. Iuni. (Tel.) Der Sonder- berichkerslakker des „Quofibien“ glaubt nach Deendi- 522 JoIgcnbes Sazik Ziehen und

einen Ueberbkick über das Ergebnis der in Ena- l°ud und Belgien geführken Verhandlungen geben ZU können. 9

®c„r._ ® olkerbund werde von nun an im europäischen Leben eine immer größere Rolle spie- len. Der Besuch Macdonalds und herrioks im September in Senk werde das erste Anzeichen

Wo waren Sie während des Krieges?

„„Der sozialdemokratische Abg. Rosenfeld berichtet unter fortgesetztem Lärm über bie einzelnen Vorgänae ^nEr^eßbersahren fleaen Levine. Bei der Vollstreckung des Urteils hat die Mutter Levine im Ge. bt" -fe!n muffen und man hat sie gezwungen, die Gewehr, alven zu Horen, die ihren Sohn töteten.

Levme ist mutig in den Tod gegangen. (Abg. Thomas "Je, toar. U'cht so ein Feigling wie Luden.

öotff. Abg. Thomas erhält einen Ordnungsruf). Abg •Höfenfelb fahrt fort: Der deutschvölkische Herr

'Ü wahrend des Krieges kriegsverwendungsfähig ßetoefen und ist vier Jahre in der Garnison ge- ' blieben. (Großer Lärm. Rufe auf der Rechten: wo toaten ®te denn?) Roth ist bei den sozialistischen Munstern um Stellung betteln gegangen. (Ein Ä«"# rüst: em Lump ist er!) Präsident Wallraf dem Abg. Roth zu einer persönlichen

s un® Wort. Es wird von den Kommunisten m” Zuruf: Etappenschwein empfangen.

~er Vorredner hat mir vorgeworfen, ich hätte mich ??" ^r Front gedrückt. Das ist eine ganz unver»

^uge. (Abg, Roth wird zur Ordnung gerufen.) 4bn. Schölern (K.): Dr. Rosenietd hat mich persönlich angegriffen. Es war unsere Pflicht, die Mitschuld der Sozialdemokraten an dieser Justiz festzustellen. Abg Rosenfeld: (Völkischer Zuruf: Wir haben doch keine fegnapoge hier! Wo find denn Sie gewesen?) Ich bin an der Front gewesen. (Gelächter.)

• sche Ministerpräsident geht in dieser Frage der I militärischen Räumung des Ruhrgebietes weiter als der französische. Auch Herriot erklärt, daß er in der Frage der militärischen Pfänder erst dann I sich entscheiden könne, wenn er ein, das Sicher- I heitssbedürfnis Frankreichs befriedendes Pfand er­halte. Also auch Herriot wirft das Sicher­politischen Gesichtspunkten, und um die Gegner­schaft gegen seine außenpolitische Neuorientierung im Innern abzuwehren, oder doch zu beschwichti- I gen. Jedenfalls ist man übereingekommen, bei der Julikonferenz die Frage der militärischen Räumung des Ruhrgebietes noch nicht zu erörtern.

Aber auch die militärische Räumung des a l t- be fetzten Gebiets ist noch nicht geklärt. Auch in dieser Frage sind Meinungsverschiedenheiten zwi- I scheu Herriot und Macdonald vorhanden. Der letztere ist der Auffassung, daß die Ueberwachuna der Eisenbahn auf der Grundlage des Rheinland- I ab kommens genüge, während Herriot die mili­tärische Kontrolle der strategischen Eisenbahn noch für notwendig hält. Damit würde aber doch wie­derum fast das gesamte Eisenbahnnetz der Rhem- lande einer fortwährenden Militärkontrolle unter* I roorfen werden.

Aus dieser Skizze ergibt sich, daß die Grund­fragen der bisherigen Einstellung zur Reparations­frage, sowohl in Frankreich wie in England, bci- b e h a l t e n sind. Auch das heutige Frankreich schiebt die Sicherungsfrage in den Vordergrund, I während England das Problem der interalliierten Schulden voran stellt. Allerdings hat Ramfay Macdonald im englischen Unterhaus erklärt, daß er eine Verquickung der Schuld mit der Sicherungs- I frage und der Reparationsfrage ablehne. Das Ändert jedoch bei der Einstellung des englischen Ministerpräsidenten nicht daran, daß diese Frage I t’or,,t)er generellen Regelung des Reparations- I fems ihrer Lösung zuzuführen versucht werden foll. Daß bei einer solchen Situation sehr große Schwierigkeiten, vor allen Dingen Hemmungen und Verzögerungen erwachsen können, ist ohne I ®ejteres ersichtlich, und darin liegen ober auch die größten und schwersten Gefahren.

.Dom deutschen Standpunkt aus gesehen ist es nichts anderes als fe16ftderständlich, daß auch dw militärische Räumung im Ruhrgebiet gleichzeitig mit der Ausführung des Sachverstän- bigeriguta(fitens vollzogen werden muß. Die Wirt- ! Mast und die Produktion des Ruhrgebiets müssen oon allen ihren Fesseln frei gemacht werden, roenn fie für die Zwecke der Reparation nutzbar gemacht werden sollen, was doch nur möglich ist wenn die wirtschaftliche und geschäftliche Initiative frei und ungehindert entfalten kann. Sobald die Gegenseite in den Besitz der durch das Dawesgutachten vorgesehenen Sicherungen gelangt ’fr entfallt jede Berechtigung an dem Festhalten oon Pfandern, tue unter ganz anderen Verhältnis- fen von der Gegenseite aufzurichten für gut befun­den wurden. Diese militärische Räumung des Ruhrgebiets, und im Verfolge unserer Repara­tionsleistungen auch des altbesetzten Gebiets ist <1114 für UNS" ein wesentliches Stück einer »eiöierungs - Frage, von der wir verlan- gen muffen, daß für sie auch die Gegenseite das nötige fachliche, ober auch psychologische Verstand- Nrs ausormgt.

IBas die Reparakionsfrage anbefreffe wurden die Alliierten den Austausch der Pfänder üor™2r"e"- d-_ h- das Ruhrgebiet und Rheinland wirtschaftlich raumen, sobald die von den Sachver­ständigen vorgesehenen Organisationen funftionie- ren. Sofort hierauf würden Frankreich und Bel­gien mit der militärischen Räumung des Ruhrae- biefs beginnen. Sie würden nach Maßgabe der Kommerzialisierung der deutschen Zahlungen auf ®r“nb ««»RMmius, der noch präzisiert werden muffe und der sicher ein rascher sei, fortaeicfit

”kb Sranfcei* eine allgemeine schriftliche Garantie und vollkommene Zusammen- arbeit geben, falls Deutschland seine verpflichtun- gen, tne im Dawesprogramm ausgestellt sind, nicht erfüllt. '

Unglücklicherweise Baben am 4. Mai zahlreiche Deutsche, darunter allerdings viele, denen bas Wahl­recht wegen ihrer jugendlichen Unreife noch gar nicht gehört, Leute in den Reichstag gewählt, bie dort nicht im Interesse des Volkes, sondern zum Schaden für Volk und Vaterland unwürdigstes Treiben ent­falten. Dieser Tage erzählte ein Herr, der 10 Mi- nuten von der Tribüne des Reichstags das Toben einer gewissen Sorte von Volksvertretern beobachtet hatte: .Ich war vernichtet. Tiefe Scham, ein Deut- scher zu sein, hat mich angesichts dieser Bilder, bei denen zahlreiche Ausländer alsZuschauer waren, erfüllt. Ich hatte nur herzliches Mitleid mit dem Reichs­kanzler Dr, Marx, diesem Ehrenmann, der sich immer wieder diesen johlenden „Volksvertretern" Hellen muß. Er ist ein Märtyrer des Pflicht, bewußtseins". Hoffentlich lehren die Vorgänge das deutsche Volk-doch endlich die Erkenntnis: Weg mit den Radaubrüdern, weg mit den „Enterbten des Mistes', die durch große Worte über die Mängel wrer Sachkenntnis Hinwegtäuschen wollen. Weg mit den Leuten, die sich so benehmen, wie es am Dienstag in der Reichstagssitzung der Fall war.

liebet Amnestie- und Freilassungsanträge.

Die Verhandlungen, in die der Reichstag am Diens- ""ch einer mehrwöchigen Pause, eintrat, bezogen M auf die Freilassung der politischen Gefangenen/die Aufhebung des militärischen Ausnahmezustandes, die Anträg^e^'t politische Straftaten und ähnlicher zunächst von Deutschnationalen und @03tahften bestritten, wandten sich bald den Vorgängen

tn Bayern zu Der bayerische Sozialistenführer Sänger SlnatA“ $a-a Feckenbach und ähnliches in langen auSfuhrungen ein und erörterte alles von grundsätz. hchem Standpunkt aus. Der Sprecher des «en- trumS, Abg FeHrenbach, erklärte kurz, feine $Teunbe behielten sich ihre Stellungnahme zu der einzelnen Anfragen für die Ausschußberatung vor.

Schalem und Dr. Roth.

Art von Räumung, die eine wird als mirt- aftliche bezeichnet, der dann die militä -

-i f che gegenüberzustehen hätte. Bezüglich der festen Frage scheinen Herriot und Macdonald inig darüber zu fein, daß die rein wirtschaftlichen Maßnahmen sofort nach Ausführung des Sach­verständigengutachtens Platz greifen muffen, fo zwar, daß die wirtschaftliche Einheit des Gebiets und damit die Rückgabe der Produktionsstätten vollzogen werden müsse. Aber auch darüber ist im jetzigen Augenblick das letzte Wort noch nicht ge­brochen. Die Entscheidung soll erst in Oer Juli- Konferenz in London fallen.

Dagegen wird dieser Julikonferenz die Frage , der militärischen Räumung noch nicht i »orgelegt werden. Das ,st außerordentlich zu be- i dauern. Es ist aber offenbar, daß in diese- Frage ■ bestimmte Meinungsverschiedenheiten zwischen ■ England und Frankreich und ihren gegenwärtigen ! —r---------

lchersten Staatschefs vorhanden sind. Der engli- j hierfür fein.

Die Vereinigten Staaten werden auf­gefordert, an der interalliierten Konferenz am 16 3uli teilzunehmen. Das sei ein wesentlicher Punkt'

Sir Robert Hindersley habe neulich mit «edif erklärt, das Reparationsproblem könne nut durch finanzielle Unterstützung Amerikas geregelt werden. s 3

uldaerZertung

________Amtlicher Anzeiger für den Kreis unö die Stadt Fulda.

Bor der Londoner Konferenz

Ueber die Kernfrage Europas,

Zuerst legte nun der Kommunist Schölern los ^rJPrG$ bOn 'Schwindelkonferenz«. Mit ihrem Gefall baber, meine ßeircn Sozialdemokraten, ist regen bie Stealtion tuebtä zu machen, da hilft nur bas System ba5 in Rutzland errichtet worben ist. Gegen die Teilnehmer der Räterepublik wurden 2200 Urteile ae- fallt einer, Sebme wurde hingerichtet, 1727 wurden zu ^urteilt, 407 zu Festung, die übrigen zu ^lnetn einzigen der 775 am Kapp.Put,ch worden " ein aekrümmt

roorDen. Em Bäckerdutzend wurde au Ghrenfirrfe verurteilt, und darüber murren schon die Serren ber Rechten. Sie mögen sich beruhigen bie affung bes Herrn von Jagow wird das ei5.we was bei dieser Amnestiedebatte heiauskommt Wie wt 'tt6 Waffenschiebungen (zu oen Völkischen gewandt) bestraft worden? Antworten Sie! Sie haben doch sonst

X sirohe Schnauze (Rüge des Präsidenten) "ich Mdae^V^1^U£br-Ulf ungehörig ist. Wie!Äunfe' - t. 8' to n ^mand eine solche Schnauze hat KJSS?, t ber Tribüne. Vizepräsident ba?t In Räumung.) Die Untersuchunas-

M ‘n biestm Staat der Demokratie ist ebenso schön selbst- Herr Sänger, die Lerche ' toarum ftngen Sie da nicht über Hemn Y*tö°r Weiz, den Direktor der Abteilung 1= dec Ehrern Herrn m Bayern ebenbürtig ist. (Abg Henning ruft balTmir°br ®brift!) Aba. Schölern: Jawohl

gleich, der indische Herr Weist und bet td®rnlpre^etr ""dendorff sind Schurken alle zusammen nff en Z-r'lnfEchts. Händekla-schen bei den Kommu-' für »nh?Hnm^Tpt“llöent erklärt das Händeklatschen @trentarisch. Rufe rechts: Zur Ordnung' et ?esagi! Ein Ordnungsruf! Man hört gehen’jtol’^enrUf: ®S s°H bec Sänger mit dem Schölern der völkische frühere bayerische rnr w 5.* o0f5 bem Schölern entgegen. Aba Sän-

St? ”£"5'J?nmurc4ln™«5-

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