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Fuldaer Heilung

Frankfurter Börje

20. ü

Kurs » 6.

letzt.

1,7

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Berliner Kursbericht,

Deutsche Staatspapiere.

7,125 7,0

20. 6.

InVuslrie-AMen.

Wertbest. Anleihen.

verstcherungs-ANien

LisenbahN'AMeu.

Bant-Aktien.

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Die SpezioIHrmo für Qualitätsware.

Fulda.

Bad Salzschlirf.

91,0 57,0

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Alle Leder- und Stoffartee. Führende deutsche Fabrikate« Garantie für guten Sitz und Haltbarkeit.

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Bauernstand und rcredttverteilung.

Sn seiner Rede in Hamburg hatte der Reichstaqsab- gcorbnete Dr. Crone-Miinzebrock darauf hinge- wiesen. daß der Bauernstand nur einen geringen Teil der cf0*?! "Ratten hat, die ihm zustanden, während der "stelbische Großgrundbesitz unverhältnismäßig größere Beträge erhalten hat. Das Organ des Reichs­landbundes für Schleswig-Holstein. „Der Landbote", sucht m Rr. 24 den ostelbischen Großgrundbesitz in diesem Punkte zu verteidigen und die Beschwerden des Bauerrm- standes zu entkräften. Interessant sind diese Ausfüh­rungen insofern, als sie erneut den Beweis erbringen, daß es sich beim Reichslcmdbimd vorzugsweise um eine Vertretung ostelbischer Großgrundbesttzerinterefsen handelt und daß jeder berechtigten Beschwerde des Bauernstandes mrt allen Mitteln entgegengetreten wird.

Die Ausführungen Dr. Crones zur Kredit-Frage sind medergelegt im nachstehender Entschließung des Deutschen Bauerntages, die wir mit Begründung bekonntgeben:

„Rach den Mitteilungen der Reichsbank hat diese an Einzelkrediten für die Landwirtschaft zirka 3000 Millionen Rentenmark gegeben» während die Preußenkaffe für land- wirtschatfiche Kredite etwa 360 Millionen Rentenmark er­halten hat. Die Kredite der Preußenkaffe werden etwa zur Hälfte an die landwirtschaftlichen Wareninstitute usw. und zur Hälfte durch die Spar- und Darlehnstaff-n an die Landwirte gekommen sein. Von diesen 180 Millionen Rentenmark, die durch die Preußenkaffe und landwirt- jschastlichen Genossenschaften an dis Landwirtschaft ge­kommen sind, wird der Bauernstand jedenfalls zwei Drift tel erhalten haben, sodaß der Großgrundbesitz hiervon nur etwa ein Drittel bekommen haben dürfte. Ein­zelkredite dagegen werden fast ausschließlich an den Großgrundbesitz gekommen sein, sodaß der Großgrundbesitz etwa 360 Millionen Rentenmart cm Krediten erhalten hat, während dem Bauernstand nur 120 Millionen Rentenmark zur Verfügung gestellt wur­den, also etwa ein Drittel. Berücksichtigt man, daß in Deutschland der Großgrundbesitz nur ein Fünftel des ge­samten landwirtschaftlichen Besitzes ausmacht, so hat der Großgrundbesitz pro Hektar etwa 15 Mal mehr an Kre­diten erhalten, als der bäuerliche Besitz, Hierbei ist zu bemerken, daß der süddeutsche und westdeutsche Groß­grundbesitz verhältmsmäßig wenig Kredite bekommen hat.

Der Großgrundbesitz erhielt die Kredite meist direkt von der Reichsbank zu 10 Prozent, wobei unter Umstän­den noch ein kleiner Aufschlag für eine zweite WeMel- imterschrrst zu entrichten war. Der Bauernstand dagegen hnt bei den 3—5 Vermittlungsinstanzen oftmals über 20 Prozent zu zahlen und zahlt bei den kommunalen Sparkassen zum Teil 50—80 Prozent pro Jahr.

Selbstverständlich läßt sich die Verteilung nicht genau zahlenmäßig feststellen. Wenn auch der Bauernstand imd der süd- und westdeutsche Großbesitz von den 300 Mil­lionen Mark Einzelkrediten einige Millionen Mark mit­bekommen haben sollte und auch die Verteilung der Kre- \ dite durch Preußenkasse sich um einige Prozente anders i

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15,6

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-fs. 144.

Sountag, 22. Juni 1924.

8,76 18,0

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10,75 i 6,5

39. Hauptversammlung

-es Vereins kath. deutsch. Lehrerinnen.

(Sondrrbericht der Fuld. Ztg. (Schluß).

In den Mstgliederversammlungen wurden u. a. ver­schiedene Resolutionen gefaßt, so bezüglich der Lehrer­bildung, daß sie konfessionell zu gestalten sei, — ferner, daß die Privatschulen erhalten bleiben und durch Un­terstützungen des Staates wie auch der Städte sicher- gestellt werden, ebenso daß die BescldungsoerhälMisse der Lehrkräfte an Privatschulen denen der Lehrkräfte an öffentlichen Schulen angepaßt werden.

Einstimmig wurde die verheiratete Lehrerin abge­lehnt, da es nicht möglich ist, den schweren Anforderun­gen des Doppelberufes als Hausfrag und Mutter sowie zugleich als Lehrerin gerecht zu werden.

In der 2. öffentlichen Versammlung (am Pfingst- dienstag), welche der Hochw. Herr Bischof mit seiner An­wesenheit beehrte und wobei Frl. Lehr. Heinen (Barmen) den Vorsitz führte, hielt die Sctierin der sozial. Frauen­schule zu Berlin, Frl. Rengier, einen Vortrag: Probleme der Jugendbewegung. Die Bestrebungen der heutigen Jugendbewegung mit ihrer Betätigung und besonders die Iugendseele wurden darin in feinen Linien gekenn­zeichnet.

Die 3. öffentliche Versammlung am Mittwoch, die durch die Anwesenheit der zwei Hochw. H. Bischöfe und zahflreicher Ehrengäste gehoben wurde, bildete den Höhe­punkt der ganzen Tagung. Frl. Lelir. Wronka (Land- tagsabg.) führte den Vorsitz und verlas zunächst ein Antworttelegramm des Hell. Vaters: „Versicherung kind­licher Ergebenheit und Treuegelöbnis allerhuldo ollst auf­nehmend, erteilt Heil. Vater Mitgliedern des Lehrerm- nenoerems den Apostolischen Segen." Die Versammlung hatte sich zum Zeichen der Ehrfurcht dabei erhoben.

Frl. Baronin v. Gebsattel, Regierungs- und Minft sterialrättn in München, erhielt das Wort zu dem Vor­trage: „Jugendamt und Lehrerin." In tiefen, zu Herzen gehenden Worten schildert Rednerin das Mend. wie sie es durch ihre Tätigkeit bei der Jugend aus eigenen Er­fahrungen fernten gelernt bat, rin solckies Elend, daß die Natur zuwellen zurückschaudern möchte: aber, dem guten Hirten gleich, soll die Lehrerin sich nicht scheuen, in die Dornen hmeinzugreifen, um ein verlorenes Schäs- lein zu retten. An einem packenden Beispiele zeigte Rednerin, wie hingebende Nächstenliebe kein Opfer scheute, ja selbst den Kampf mit den Behörden ausnahm (die sich ablehnend verhielten) und wie es dieser auf« pvferungsvollen Tätigtest doch gelang, eine arme, ge­fährdete Kinderseele aus dem Sumpfe des sie umgeben­den Lasters zu retten. Diese, aus einem Herzen voll edelster Nächstenliebe kommende Rede Kiang in die Worte aus: „Oeffnen Sie Ihr Herz, Ihr katholisches, mutter« lichos Herz aller Jugendnot, scheuen Sie nicht die Opfer, denken Sie daran, daß Sie nicht nur an die Gemein­schaft der Heiligen glauben, sondern auch die Liebes­pflichten dieser Gemeinschaft auf sich nehmen müs­sen und daß die Rettung einer Kmderseele in Gottes Augen mehr wert ist als die ganze West. Die Liebe Christi drängt uns, Kinderseelen zu erfreuen, zu leiten, zu retten, die Liebe, von welcher der Apostel jagt, daß sie geduldig ist und gütig, daß sie alles erträgt, alles glaubt, alles hofft, alles duldet." Sichtlich tiefen Ein­druck bei sämtlichen Zuhörern hatte diese Rede hervor- Sterufen und lang anhaltender Bestall bezeugte es.

Rach einem Dank der 1. Vorsitzenden, Frl. Schmitz, an alle, die mitgeholfen hatten bei der Hauptversamm­lung, ergriff der Hochw. H. Bischof Dr. Klein das Wort zu einer Schlußrede. Der Hochw. Herr sagte u. a.t „Für mich als Bischof waren die verflossenen Tage der Ge­neralversammlung Tage des Trostes und der Freut«. Die Versammlungen waren jedesmal eine machtvolle Kundgebung, die dem Verein die Erstterzberechtigung I und Kulturbedeutung für immer sichern. Sie haben vor I aller Welt bekundet, daß nur einer unser Führer ist: I Christus der Herr! — Die herrlichen Worte der I Baronin v. Gebsattel, das waren wahrhaft apostolische I Worte. Die verehrte Rednerin hat am Schlüsse ihres I Vortrags das Wort angeführt: Caritas Christi urget I not! Die Liebe Christi drängt uns! Dieses Wort stammt I von Paulus, jenem Apostel, dessen Feuereifer die ganze I Welt fast zu klein war. Jenes Wort muß Leitstern I eines jeden Erziehers fein! — Wer diese Liebe Christi I bat, der wird einen Weg finden zum Herzen der seiner I Obhut anpertrauten Kinderseelen. Diese Liede schlägt I eine Brücke zu den Herzen der Kinder wie deren Eltern. I Wer diese Liehe bat, wird nicht arm, auch wenn er mit I vollen Händen gibt. — Wir leben nicht soviel, als wir I arbeiten, sondern soviel als mir lieben! Caritas Christi I vmcit, regnat, triumphal!" 1

Sodann bat der Hochw. Herr den H. H. Weihbischof, I nut ihm die Hände zu erheben, um der Versammlung I den bischöflichen Segen zu erteilen. Eine erhabene I weihevolle Stille lag über der knieenden Versammlung, I und nach Erteilung des bischöflichen Segens wurde das I „Großer Gott wir loben dich" eefungen.

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vermischtes.

♦ Schiffszusammensloß bei Cap Race. Der Dampfer der Canadian Pacific Line „Matagama" ist mit dem italienischen Dampfer „Claracamu" im dichten Nebel bei Cap Race zusammengestoßen. Leide Schisse sind schwer beschädigt und haben funkentelegraphisch um Hilfe gebeten, doch konnten sie die Fahrt nach St. Johns fortsetzen.

* Ruchlose Tal eines Backfisches. Vor ungefähr drei Wochen kamen, wie damals berichtet, infolge" einer Feuersbrunst in Los Angelos in Kali­fornien 24 Mädchen um. Nach einer Meldung der „Zentral News" aus Los Angeles hat ein vierzehnjähriges Mädchen gestanden, die Feuersbrunst angelegt zu haben. Viele junge Mädchen liegen noch jetzt im Krankenhaus.

51,0 7,4 4,375 1,0 1,6t5 0,325

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Gottesdienstordnung.

Katholischer Gottesdienst.

Dom. An allen Werktagen der Fronleich namSoktab ab en dS '/,8 Front eichn am Sandach.

Sonntag, 22. Juni. Dom. ’/»6, 6, W tu 7 hl M. m. Austeilung d. hl Kom., 6 hl. M. u. Som f. d. Mit» glieder d. Müttervereins, 7 i. d. Marienkapelle hl. M. u. Kom. d. Christenlehrschülerinnen n. d. AgneSgruppen, 8 Pfarramt m. Pred. u. Austeilung d. hl. Kom., */»10 Kathedralamt m. Pr„ */dl Chr. f. d. Jungt., >/«12 letzte bl. M. m. Pr., */i2 FronleichnamS-Andackt, 2 Chr. f. d. Jungfr., */e3 Vers. d. Müttervereins, 4 Pred m. A. n. Segen, 7 A. i. d. Marienkapelle. — Stadlpfarrkirche. Samstag: Nachmittags 4—7 Beichtoelegenheit. Sonntag: Morgens */i6—‘/iS Beichtgelegenheit, •46 n. */«7 hl, M., */47 gemeins. hl. Kom. für Rüster» Verein, 8 erster Schulgd. m. Pr., VtlO Hochamt m. Pr^ 11 zweiter Schulgd. m. Pr., 9*A Ehr. f. Iüngl. i. d. Sederi« kirche, IVs Chr. f. Jungfr., 2*/i SakramentS.Andacht, 3V« Andacht für Mütterverem. — Pfarrkirche zum heiligen Geist. 7 Frühm^ 8 Pr. u. Amt, abends l/i8 Andacht. — SodalitSt. */»10.—Severiklrche. Oberrealschul» gotteSdienst: Sonntags 8, werktags 6“ — Herz-Jesu- Heim. (Ewiges Gebet): 6 Avss. de» Allerhl. u. hl. M., 8 Levitenamt u. Pr.,sodann Betstunden, 6 Schluß-A. — Frauenberg. 5, */s6, 6, Vi7 u. 7 hl. M., 8 Singmeffe m. Pr., 9 Militärgottesdienst, nachm. 2 feierliche Befper mit Segensandacht. (Dienstag sJoh. der Täufers morgens 6V« Levitenamt.) — Lehn erz: 7 Amt mit Predigt. — DieterShan: */i9 Amt mit Predigt.

Goteanleihe Doltarid)ah-flnw.

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Die Notierungen dergehen sich in BitII onen Prozent letzt. Kurs .....

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l gestaltet hat, so ändert dies an der ungerechten Ser« I teitung nichts.

Die Vereinigung der Deutschen Bauernvereine pro» I testiert auf das energischste gegen diese Art der Kredit- I Verteilung und verlangt, daß in Zukunft die KreÄitver- I teilung auf die einzelnen Länder und Provinzen sich nach I der Belastung für bie Rentenbank richtet und daß in den einzelnen Ländern und Provinzen die ver­schiedenen Größenklaflen ebenfalls noch diesen Grund­sätzen Berücksichtigung finden. Der Bauernstand ist nicht weiterhin bereit, die Bürgschaft für die Rentenbank und damft für die Kredite zu übernehmen, die dem Groß- grundbesitz zugeführt werden und zudem noch für diese Kvedite bezw. Belastungen für die Rentenbank im Inter­esse des größeren Besitzes eine öprozsntige Verzinsung zu entrichten."

Die Vertreter des Bauernstandes können Herrn Dr. Crone nur herzlich danken für sein mannhaftes Eintreten im Interesse der Bauern. Wie notwondig dies ist, zumal wenn die Regierungsmaßnahmein von den Organen des ! Reichslandbundes unterstützt werden, ergibt auch die Tat­sache, daß von den 20 Millionen Mark, die für Aus- Winterungsschäden zur Verfügung gestellt wurden, allein 62 Prozent nach Pommern und Ostpreußen gingen, während in Westdeutschland und Süddeutschland mir einige Bezirke ganz kleine Beträge erhalten haben, so z. B das alte Großherzogtum Baden sage und schreibe ganze Mk. 90 000.—. Nun war es ja von großem

Interesse festzustellen, ob in Pommern und in Ostpreußen von diesen Krediten auch der Bauernstand einige Beträge mitbekommen hat. Auf eine Anfrage wird von maß­gebender Stelle aus Ostpreußen folgendes geantwortet:

.......Die Behauptung in Hamburg, daß der Großgrundbesitz ein Mehrfaches von dem Kredit der Reichsbank bekommen hat, wie der mittlere und kleine Landwirt, tritt auch hier (Ermland) bei den Auswinte- rungsschäden wieder in Erscheinung. Die Bank der Land­schaft, die sich mit ihren Filialen über ganz Ostpreußen verbreitet, hat mit 2 Millionen recht viel bekommen. Jeder, der nun bei der Landfchaftsbank einen Antrag auf Auswinterungskredit stellt, muß eine eidesstattliche Versicherung ab geben, daß er nicht Mitglied einer G e - nosse-nsch astskässe fei. Da dies in unserer Gegend wohl sämtliche mitteren und der größte Teil der kleinen Besitzer sind, geht ihnen der Kredit der Larid- schastsbank vollständig verloren. Besonders in Ermland, wo nur sehr weinig Großgrundbesitzer sind, haben diese deshalb recht hohe Kredtte erhalten, so zwei Güter aus unserer Nähe: das eine 9000.— Mark, das andere 6000.— Mark......"

Diese Mitteilungen dürsten Landwirten in West- und Süddeutschland, auch dem ostelbischrn Bauer, zu denken geben. Selbftoerftänbüd) wird das Organ des Reichs­landbundes den Kampf gegen diese berechtigten Beschwer­den des Bauernstandes weiterführen. Wenn aber der kleine und große Grundbesitz in Westdeutschland und Süddeuffchland und die Bauern in Osteibien noch längere Zeit 4 bis 7 Prozent pro Monat, d. h. 48 bis 84 Prozent pro Jahr am Zinsen für ihre Kredite zahlen, während die bezeichneten Kreise die .Kredite zu 10 Prozent von der Reichsbank er hatten, so sind wir der Ueberzeugung, daß doch schließlich dem Bauernstände die Augen aufgehen isri) er weiß, wo seine Intereffen am zweckmäßigsten vertreten werden.

Ungeackstet der von den (Begnem der west- und süd­deutschen Lanwirtschaft und des ösllichen Bauernstandes zu erwartenden Angriff», verlangen die Bauernvereine, daß die Kredite der Rentenbank, die demnächst in ein Institut für landwirtschaftliche Kredite umgemambett wird, entsprechend der Belastung für die Rentenbank, und die nunmehr zur Verfügung gestellten 60 Millionen Mark Meliorationskredite entsprechend dem vorhan- | denen Oedland und der Größe der Länder und Pro- I vinzen verteilt werden.

5. Das Staatsminifterium zu ersuchen, sich mit allen Mitteln dafür emzusetzen, daß die gegenwärtig in Frage gestellte freiwillige Arbeitsgemeinschaft der gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wieder akAonsfähig wird, um dadurch die unbedingt notwendige Befriedigung der deutschen Wirtschaft zu förbern.

Ferner gelangte noch ein Antrag Altegoer zur Annahme, das Staatsministerium zu ersuchen, der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse nach Mög­lichkeit größere Geldmittel zur Verfügung zu stel­len, damit bei der wachsenden Geld- und Kreditnot tm Handel und Handwerk den gewerblichen Genossenschaftsbanken größere Kre­dite zu erträglichem Zinssatz gewährt werden können. :

MM Mologentao in rangen.

Der preußische Philologenveroand hatte seine Mit­glieder vom 9. bis zum 12. Junt zu einer Tagung nach Göttingen berufen. Die außerordentlich gut besuchte Versammlung, zu der Vertreter aus allen Provinzen Preußens — auch Danzig hatte einen Bertreter ent­sandt — erschienen waren, hielt ihre Sitzungen in der Aula deS Göttinger Gymnasiums ab. Vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung waren die Ministerialräte Rihert und Lande und Oberschnlrat Sondag erschienen. Die Tagung selbst war ernsten Beratungen gewidmet. Das »ergangene Schuljahr war ja für das höhere Schulwesen von größter Bedeutung. Ist doch die höhere Schule stark, viel stärker als die Volksschulen, von dem Abbau betroffen worden, und wollte man auch weiter sich aussprechen über die Schul­reform, bie uns das neue Schuljahr gebracht bat. 13m 9. Juni tagten die Arbeitsgemeinschaften. ES fand eine Direktorenversammlung statt und die Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Studienassessoren undReferendare Preußens.

Im Mittelpunkt der Tagung der Assessoren und Referendare stand der numerus clausus oder die neue Anwärterordnung vom 24. April 1924. Die Liste der 1000 Assessoren, die in den numerus clausus kommen, also Anwärter im Sinne des B. D. E. G. werden und die bekannttich nach dem sogenannten Qualitätsprinzip auSgewählt sind, wird, wie der Vertreter des Ministeriums mitteilte, bis zu den Sommerferien bekannt gegeben •Derben. Tas Schicksal der übrigen 3500 Assessoren ist dunkel. Die Arbeit des Verbandes mutz dahin gehen — das war der einmütige Beschluß — mindestens die doppelte Anzahl ,in den numerus clausus zu brinaen. Der beste Beweis für diese Notwendigkeit ist ja"bie Tatsache, daß augenblicklich 2600 Assessoren in Preußen dollbeschäftigt sind. Die Aufbauschulen, wie sie sich bis heute entwickelt haben, fanden nicht den Beifall des Philologentages, sondern einmütige Ablehnung. Die Anträge, die in dieser Hinsicht angenommen wurden, verlangen von dem Ministerium eine gründliche Reform, toenn die Aufbauschulen in Zukunft als vollwertige Anstalten, die zur Universitätsreife führen, gelten sollen. Heber die Neuordnung des preußischen höheren Schul­wesens ist man in Phflologenkreisen geteilter Meinung. Man.verkennt nicht das Gute der Richert'schen Denk» schrist, aber manchen Plänen des Ministeriums steht «au ablehnend gegenüber.

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M handel und Gewerbe.

Aus dem Hauptausschuß des Preußischen Landtages wird uns von Zentrumsparlamentarischer Seite geschrieben:

Am 16. und 17. Juni wurde im Hauptausschuß bes Preußischen Landtages der Handelsetat beraten. In Rücksicht auf die schwierige wirtschaft­liche Lage unseres Vaterlandes nahm diese Bera­tung besonderes Interesse in Anspruch. Seitens des Berichterstatters Dr. Pinkerneil (Deutsche Volkspartei) und seitens der Staatsregierung wurde die umfassende und schwierige Tätigkeit des Ministeriums für Handel und Gewerbe während der Inflationszeit und nach dieser geschildert.

Seitens der Parteien wurde die Tätigkeit des Ministeriums im wesentlichen nicht beanstandet. Von der Zentrumspartei wurden durch die Abgeordneten Dr. Hager, Rhiel, Dr. Hörster, Altc- goer, Frau Dr. Lauer, Fink und Harsch eine Reihe von Wünschen geltend gemacht. Es müsse das Neben- oder gar Gegeneinanderarbeiten innerhalb der einzelnen Abteilungen des Ministeriums und vor allem zwischen Reich und Preußen vermieden werden. Der Einfluß Preußens als des größten der Länder auf die für Handel und Gewerbe wich­tigen allgemeinen Interessen müsse verstärkt wer­ben. Die Steuergesetzgebung sei für Handel und Gewerbe zu undurchsichtig und zu schwerfällig und deshalb für die Dauer untrag­bar. Gegenwärtig müßten die Steuervoraus­zahlungen vielfach aus dem Gewinn genommen werden, und die Umsatzsteuer sei in ihrer fast rohen Form auf die Dauer in der bisherigen Weise nicht tragbar. Die Beherbergungssteuer führe vor allem im besetzten Gebiet zur Unter­bindung des Fremdenverkehrs.

Es müsse die Reform der Handelskammerge- fetzgebung durchgeführt und der Handelshochschule Berlin das Promotionsrecht verliehen werden. Eine nachhaltige Vertretung Preußens in der zu- künfiigen Reichsbahnverwaltung sei unbedingt zu fordern, um den Einfluß Preußens auf unsere Verkehr sinteressen sicherzustellen.

Bei den guten Erfolgen der Wirtfchaftsschulen seien diese aufrecht zu erhalten, ebenso die in Köln, Frankfurt a. M., Elberfeld und Dortmund eriich- reten Gewerbelehrerinnenkurse. — Der Baumarkl müsse gefördert, der Kreditnot gesteuert ■ werden. — Die Ausführungen der verschiedenen Zentrums­redner verdichteten sich zu einer Anzahl von An­trägen, von denen die folgenden besonders hervor- zuheben sind:

1. Die Wieüerbslebung der Wirtschaft zu fordern und der Arbritslostgkeit, insbefonbene durch Vermehrung und Hebung der Bautätigkeit zu steuern, auf die Reichsregie­rung dahin einzuwirken, daß a) die Wiederherstel­lung des Hypoihekenkcebits gvsördert, b) weitgehende Abgabesf reiheit für neue Wohnbauten gewährt und die Wohnungszwangs- wirstchast fo bald wie möglich abgebaut wird.

2. Das Staatsminifterium zu ersuchen, zur Vermei­dung eines weiteren Rückganges des Fremden- und Reifsverkehrs beifonbcrs im besetzten Gebiete:

a) fernen Einfluß bet der Reichsregiertmg dahin gel­tend zu machen, daß die Bestimmungen des § 25 bes Umfadsteuergajetzes gemildert werden.

b) den Gemeinden eine fargfältige Prüfung nahezu­legen, ob die von ihnen tellweste erhobenen hohen Sätze der Beherbergungssteuer bie Verkehrsintereffen nicht schädigen.

3. Das ©taatsminifterium zu ersuchen, im nächstjäh­rigen Haushalt zur Unterstützung von Wirtschafts- schulen erhöhte Mittel zur Verfügung zu fteilen.

4. Ausbildmigskuvse für jugendliche Arbeits» lose den Berufsschulen anzugliedern; ferner bei Airs­und Fortbildung der Lehrkräfte für die Fachschulen auch für die Fortführung der uußerordenllichen Kurse zur Ausblldung von Gewerbelehrerinnen in Frankfurt a. M., Köln, Dortmund und Elberfeld Sorge zu tragen und im nächstiährigen Etat erhöhte Mittel hierzu zur Verfügung zu stellen.

fS"”" *"einm f«1««”1'1 Hatidcrhuhe

„Dieses Heim wird wohl einzig dastehen und er­scheint mir heute in der Erinnerung, nachdem ich wieder tm aufreibenden Geschäftsieben stehe als wahreZuf lucht st ättefürabgehetzteMenschen, denn es ist im wahren Sinne des Wortes ein — Heim"

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I Ausländische Werke

Zerienheime sür handel nnd Industrie. I 4% Goto-Bente Deutsche Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime. I ♦ .^Bag^s!u

Der uns vorliegende Bericht über das Geschäftsjahr I tv»flnatoi. s. i 1923 gibt ein anschauliches Bild der Schwierigkeiten I U" sm mit denen die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr I mec'flnieibe $u kämpfen hatte. Noch bet Beginn des Jahres waren erst 1728 Papiermark = 1 Goldmark, am 1. August mutzten schon 261904, am 1. Dezember 1 Billion Papiermark für eine Goldmark gezahlt werden. Der Wert der deutschen Valuta ist also innerhalb eines JahreS um das sechshundertmillionenfache gefallen. Die Gesellschaft hat infolgedessen ihre Verpflegungssätze wöchentlich, von August an fast täglich, ändern müssen. Von 6600 Papiermark stiegen sie auf 2 Milliarden Paplermark je Tag. Eine Umrechnung in Goldmark ergibt erstaunlich niedrige Sätze; beispielsweise für den Durchschnitt des Juli 0,56, für August 0,60, für Sept. 0,87 Goldmark. Hierbei ist allerdings die jeweilige höhere Kaufkraft zu berücksichtigen. Eine schwere Beeinträchtigung erfuhr die Gesellschaft dadurch, datz auch ihr großer Besitz an Effekten und Bankguthaben

von der Inflation betroffen wurde. Auch bie Anlagen S 5°d’ba'1 in Bankaktien, Jndustrieobligationen und sogenannten I sXntiinobahn wertbeständigen Papieren brachte wenig Hilfe. Als I besser ergibt sich der in großem Umfang vorgenommene i Schiffahrt-Werke. Ankauf von Bedarfsartikeln für die Heime. 1 Kosmos Dpt

In Betrieb waren 26 Heime, von denen das I neptun bpfid). Haus in Salzhausen im Mai ausschied, weil es von I 20pf*e der hessischen Regierung zwecks Unterbringung von I ö während des Ruhrkampfes auSgetoiefenen Eisenbahnern I c er ein. en>e beschlagnahmt wurde. Die Zahl der Heimgäste betrug 26413 mit 395274 Verpflegungstagen. Das während

des Winters geöffnete ErzgebirgSheim in «ärenbura— I Barm. Crebitbank K'Psdorf war reckt gut besetzt und bot seinen Gästen I

SU schönem Wintersport. Am Schluß ihres SÄaJi. Berichtes appellieren die Ferienheime mit warmen | Commer.bank Worten an das soziale Empfinden deS deutschen Unternehmertums, um mit dessen Hilfe auch in Zukunft I D. flffat.Bank ihren Aufgaben nachgehen zu können. Sie fatzt diese I Aufgabe mit den Worten eines Gastes zusammen, der I ■■■■

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