Einzelbild herunterladen
 

uld aerZertung

Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.

51. Zahrg

Sonntag, 22. 3uni 1924

Der plan für Lhequerr. M MWW lies Mr«

-en könne.

len

aus

disstomati^hen und militärischen alliierten nicht er n st genommen werde.

VermMoortlich für die EckrMeitung: Dr. JobmweS grämet. Anzeigen: I. B arieller. Fulda. Rotationsdruck und Verlag der s Fuldaer Aetlendrnckerei fa Fulda. Fernsprecher Rr- 9. r BezugSdreiSfürJmii: BokbefteUnng 1.8v,Stadtbezug 1.50Mt.

MrtschaMche ttampfbewegungen.

- Stettin der Sheimsch-^stsSlischeu Metallindustrie. ittn dem Lohn, und SttbertSkonflitt in der rheinisch. ^wetzsäliDchen MetaLmdMrie meldet der .Vorwärts', !dah die 1»re.4"MetaHarb-eiterverbände die 8b»' lehaung des Schiedsgerichts mit einer Begründung iihrer Haltung dem Reichrardeitsminister fchrist» ütfi ungeteilt haben. Der Minister hat. wie doS Blatt .weiter mitteilt, die an dem Konflikt beteiligten Parteien 'iuKvist^n für den kommenden Montag nach Hamm izuEerhand langen eingeladen.

Die Zusammenkunft Herriots und Macdonalds.

vtb London, 21. Juni. (Tel.) Das Reuter­büro erfährt, daß das Vorhandensein eines genau ausgearbeiteken Planes für die Besprechung zwi­schen Macdonald und herriot nicht bekannt sei. Es verlautet, es sei das Hauptziel, die Meinungen zu klären, wie der Sachverständigen bericht zur Re­parationsfrage schnell in Wirksamkeit ge­setzt werden könne. Diese Besprechungen wer­den noch als privat und formlos bezeichnet, doch könnte es möglich fein, daß am Schluß der Be­sprechungen von Ehequers eine amtliche Mittei­lung ergehen wird, doch ist auch dies noch unge­wiß. Es scheine also ziemlich klar ju sein, daß in dieser Angelegenheit noch nichts verösfeutkicht wer-

Anzetgen-Kreise: Sleimeile (Colonel) lokal 0,15 Solbmart, auswärts 0,20 Solbmart; Reklamezeile lokal 0.60, Solbmart auswärts 0,80 Solbmart $

Bel Wieberbolnnsen Rabatt- BoMckeiSonto Frankfurt a- M. 4051.

Geständnis des Mörders Matteotis. Die Leiche wurde im Walde verbrannt. Die Rolle des Generalpolizeidirektors.

wtb Rom, 21. Juni. (Tel.) DerMessagers" berichket, daß Dumini, der Mörder Malteotis, feine Tal endlich eingefianden hat. Er bezeichnet als Anfiraggeber den früheren Pressechef Rossi, den Herausgeber des(Sortiere jkaliano" Fillipelli und den srüheren Finanzverwalter der faszistischen Partei, Marinelli. Als Täler kommen außer Du­mini vier andere bekannte Jndividuen in Betracht.

Matteoti wurde sofort, nachdem er in das Auto geworfen worden war, ermordet. T^s Auto fetzte alsdann in rasender Eile seine Fahrt mit der Leiche bis in den Wald Mici fort, wo sie im dichten Ge­strüpp offen hingeworfen wurde. Die Mörder kehrten, um sich ihr Alibi ju verschaffen, darauf nach Rom zurück, wo Dumini dem Flllepelli Be­richt über den Ausgang der Expedition erstattete. Fillipelli hielt es nicht für klug, daß die Leiche im Walde liegen bliebe und beauftragte den Redak­teur des(Sortiere Jkaliano", Galiffi, zusammen mit Volpi hinauszufahren. Diese beiden sollen die Leiche verbrannt haben.

Dumini soll zugegeben haben, daß er noch nach der Tat Beziehungen zu dem früheren General- polizeidirekkor Debno unterhalten habe. Ebenso ist ans dem Geständnis eines anderen Angeklagten festgesteltt, daß Fillipelli einen falschen Auslands­paß von demselben Geneeahwlizeidirektor erhalten

von den Rommnnisten.

Ju den Kommissionen. Nach einer Meldung derSoff. Ztg.

hat den deutschen Botschafter v. Hoesch empfan­den. Im Verlaufe der Unterredung wurden eine , Anzahl von Fragen besprochen, die im Zusammen­hang mit der politischen Lage stehen. Unter an­derem wurde auch bas Problem der Micum- oer t r ä g e eingehend erörtert. ,,

Um den deutschen Wald.

Rvubban in den Forsten der Pfalz.

Die Klagen der holzverarbeitenden Industrie der Pfalz über den Raubbau der Franzo­sen in den beschlagnahmten pfälzischen Staats­waldungen verstärken sich in der letzten Zeit noch, seitdem die sranzöfische Forstregie zu Geheimver- käufen großer Holzbestände auf dem Stamm über­gegangen sei. Die von der französischen Forstregie bisher gefällte Holzmenge entspricht etwa dem Stand des ganzen pfAzischen Forstamtes. Verträge, die von ihr mit zum Teil noch unbekannten Fe­rnen abgeschlossen worden sind, laufen bis 1927. Wenn Frankreich in Ausführung des Sachverstän­digengutachtens eines Tages die Waldungen zu­rückgibt, so ist das Pfand durch die vollendete Tat­lache des oMgen Raubbaues erheblich entwertet.

Geschwätz"

Richtige Charakterisierung der ftanzössichen Alarm- Nachrichten über deutsche Rüstungen.

Der diplomatische Berichterstatter desDaily Te­legraph^ schreibt, er habe festgestellt, daß der vor kurzem bekannt geromdene alarmierende Bericht, der dem französischen Oberkommando zugeschrieben werde und der zum Ausdruck brachte, daß em deutscher militärischer Angriff auf die französischen Besatzungstruppen nnmtttelbar bevorstehe, in Wirklichkeit die Arbeit eines übereifrigen Agenten war, der aus deut­schen chauvinistischen Kreisen stammendes Geschwätz in Tatsachen verdrehte. Der Beruht fei in der letz- ten Woche der Jnterimsverhandlungen zwischen den Schmetten Poincare und Theunis in Paris ein« getroffen und man habe versucht, propagandistisches Material daraus zu schlagen. Er habe die Unein- gowechten 24 Stunden lang beunruhigt und be­eindruckt. Er fei auch nach London übermittelt^

Halle sind von dem dortigen Stadtverordneten­kollegium die Kommunisten bis auf Widerruf von den Sitzungen ausgeschlossen worden, da sie erklärten, daß sie die Geschäftsfüh- mmg nicht resp-ettreren würden und sich auch nicht an die Sch-weigeMlicht ge- b undem fühlten. * ......... j

Thüringen.

Das thüringische Ministerium des Innern hat nach einer Meldung aus Weimar die Verbreitung des in Suhl erscheinenden kommunistischen Organs De r Vokks w ille" m Thüringen vom 21. Statt bis 12. Juki »erWten, well in dem Blatt M benraffnet en Aumstund und zum gemäß« famen Umsturz aufgefordert worden ist.

Jn Finnland.

Aus Helfingsors wird gemeldet: Das Aboer Hofgericht verkündete das Urteil im Kommunisten prozeß. Alle Angeklagten wurden für schuldig befinden und Zuchthaus- st r a f e-n von sechs Monaten bis zu 3% Jahren verhängt. Sie t o m m um istische Parcke i wird für aufgelöst erklärt. * *

von den Hochschulen.

- vom 4- v Sw der Pfiugstwoche tagte in Würz, bürg unter dem Vorsitz des Geh. Justizrates Dr. Porsch iber McherreEunb der farbentragenden kath. Stichenten. »Endungen Deutschlands und Oesterreichs. Der C. !y. zählt 109 Verbindungen mit 5911 Studierenden unb 12519 Alten Herren.

st>d. Königstein L T. Für die Besatzungs- Iruppen muß bekanntlich eine Kaserne gebaut werden. Die Angebote der notwendigen Verputz­arbeiten brachten ein seltsames Ergebnis. 10 Fir­men bewarben sich um die Arbeiten. Ei" Kelk­heimer Geschäft will die Arbeiten für 18 769 Mark leisten, während die vereinigten Cronberger Weiß- binbetmeifter nicht weniger als 66 552 Mark for­dern. Dieser gewaltige Preisunterschied charak­terisiert einmal wieder das ganze Elend unseres Hkrfteigermigs weie^s.

derrtot

Nr. 144

Unsere Währung.

Von einer besonderen wirlschastspolstischen Seite, die gleichzeitig auch mit der parlamentarischen Ent­wicklung der Dinge auf das engste vertraut ist, wird uns geschrieben:

Unsere Währung kann, tote man Wohl mit Genugtuung aussprechen darf, nunmehr als durch­aus gesichert betrachtet werden. Die Politik der Reichsbank hat erneut wieder die Zustimmung der gesamten Reichsregierung erfahren. Es wurde dabei zum Ausdruck gebracht» daß an der grundsätzlichen Währungs- und Kreditpolitik der Reichsbank nichts geändert werden darf. Das schließt natürlich nicht aus, daß in besonderen Fällen eine Lockerung in der Kreditzurückhaltung der Reichsbank eintritt. Ein solches Herawstreteu aus der Reserve ist auch uner­läßlich, wenn nicht bei allen berechtigten strengen Maßnahmen zum Schutze der Währung die wert­vollsten Wirtschaftskräste geschwächt, ja ruiniert werden sollen. Es ist natürlich ein falscher Stand­punkt zu sagen; die Operation ist gelungen, aber der Patient ist tot! ... .

Es darf also nicht dahin kommen, daß zwar die Rentenmark und die Währung gerettet würden, die Wirtschaft dabei aber zugrunde ging. Es werden daher heute schon von der Reichsbank die notwen­digen Vorkehrungen dafür getroffen werden müssen, daß den berechtigten Bedürfnissen der Wirtschaft, der Kreditnot in Handel, Industrie und Gewerbe und vor allem auch in der Landwirtschaft abgeholfen wird.

Das ist umso mehr möglich, je weiter die Sa­nierung der Reichsbank fortschreitet. Das Ziel der Reichsbank bei ihrer jetzigen Politik war: Die Warenbestände aufzulösen, die Devisen aus ihren Verstecken herauszulocken und andiererseits die im Auslände festliegenden Gelder nach der Heimat zurückzuführen. Diese Politik hat sich bis­her, wenn auch gewiß unter schweren Opfern für einzelne Wirtschaften als erfolgreich erwiesen. Außerdem hat die Reichsbank eine starke Gesun­dung ihres inneren Betriebes vollziehen können. Daneben konnte sie sich erhebliche Reserven an Barbeständen wie auch an Devisen beschaffen, die nunmehr, sobald es die Verhältnisse nur irgendwie gestatten, der gesamten Wirtschaft wieder zuge­führt werden müssen. So sehr bedenklich, ja ge­radezu kritisch die gegenwärtige Geldmarktlage an­gesehen wird, so darf man doch andererseits die Hoffnung hegen, daß in Zusammenklang mit den bevorstehenden großen politischen Entscheidungen

soziales.

llerzttiag. In Bremen wurde unter zahlreicher Btteüigung der deutschen Aerzteschast der .r?eutSe Aerztetag eröffnet Die Beziehungen zwischen Aerzten und Krankenkassen, die Besprechung der Ehrengerichtsbarkeit, des ärzt- uchen BerforgungSwesenS und der Reform der Sozial­versicherung waren die Haup^egenstände der Verhand- Lungen.

d«, Nachtarbeit. In der Presse ist !n 3«* wiederholt darüber Klage geführt worden, baB bestehende gesetzliche Verbot der Nachtarbeit °.on j*-binnen und jugendlichen Arbeitern durch Ausnahme in weitgehendem Maße auf. geijtrbcn toeroe. Demgegenüber ist darauf hinSuweisen, Möglichkeiten solcher Ausnahmen die gleichen geblieben sind wie unter der Geltung der früheren DMiobilinachungSverordnungen über die Arbeitszeit, und datz eine wesentlich veränderte Handhabung dieser Ausncchrnemoglichkeiten nach Erlaß der Verordnung über die Arbeitszeit vom 21. Dezember 1923 nicht eingetreten ift. Das EschstabertSminsiterium £te Landesregie,

rangen auf die Notwendigkeit Hingewiesen, den- Schutz der Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeiter trotz der erforderlichen Rücksicht auf die Bedürfnisse deS Wirt, schaftslebens °zu wahren und sie gebeten, Ausnahmen nac) tme vor erst nach genauer Prüfung der Gfagel» tolle w LMEcluanlen.

Die Lage in Bulgarien

Von einem besonderen außenpolitischen Mitarbeiter.

vor einigen Wochen mit einigen persönlichen An­hängern aus dem Regierungsblock, dem demokrati­schen Sgooor ausgeschieden. Doch betrachtet dieser diese Loslösung unsicherer Mitglieder als eine Stärkung und hält mit seinen etwa 149 Mandaten feine Mehrheit nach wie vor gesichert, umso mehr als die Dissendenten-Gruppen Malmvff und Kostur- koff nur die Verschmelzung mit dem Sgowor, nicht aber die Zusammenarbeit von Fall zu Fall ableh­nen. Allerdings soll es auch im Sgowor selbst kri­seln. Es wird gegen den allzu militaristischen Charakter des Kabinetts Zankow agitiert, indem außer dem Kriegsministerium auch die wichtigsten Ministerien des Aeuhern und des Innern mit Militärs besetzt sind. Als eventueller Nachfolger Zankows wird Liaptscheff genannt, der kürzlich aus Paris heimgekehrt ift, wo er Verhandlungen in der bulgarischen Reparationsfrage geführt hat.

In den Außenbeziehungen Bulgariens hat eine Annäherung an Rumänien ftattgefun« den. Bulgarische Bürgermeister sind in Bukarest freundlich aufgenommen worden und erwarten den Gegenbesuch ihrer rumänischen Kollegen. Die feit einem Jahre zwischen beiden Regierungen schwe­benden Verhandlungen haben zum Abschluß eines Ausliesernngs- und Rechtshilfevertrages geführt. Auch die rumänischen Klagen über Einfälle bulga­rischer Banden in die Dodrudscha, sollen durch ge­eignete Maßnahmen abgestellt werden» worüber die Verhandlungen demnächst beginnen sollen. Bul­garien ist mit der Behandlung seiner Nationalen in der Dobrudscha nicht unzufrieden, wenn es sie mit dem Terror der Serben in Mazedonien und der Griechen in Westthrazien vergleicht. Im Gegensatz zu Stambuliski, dessen Agrardemagogie und anti- monarchistische Haltung in Rumänien lebhafte Be­sorgnis vor Ansteckung erregte, hat das Kabinett Zankow den Weg nach Bukarest zu finden gewußt, doch dafür den erhöhten Groll Belgrads ge­erntet, das diese Annäherung umso mehr bearg­wöhnte, als die südslavisch-rumänischen Beziehun­gen zurzeit wenig bundesbrüderlich sind. Die offene Stellungnahme der südslavischen Presse für Rußland im bessarabischen Konflikt hat in Ru­mänien wenig befriedigt. Südslavien seinerseits beschuldigt Rumänien, daß es das kutzowalachische Element in Mazedonien ermuntere, die bulgarischen Komitadjis unter Todor Alexandroff in ihrem Auf­ruhr gegen Serbien geradezu zu unterstützen.

Mit Griechenland sind die Beziehungen nach wie vor nicht die besten. Zwar haben beide Regierungen ein Abkommen getroffen über die Rückkehr nach Westthrazien der in Tessalien und auf den Inseln internierten Bulgaren, doch klagen die Bulgaren wie früher über die Unterdrückung ihrer Volksgenossen durch die Griechen, während diese sich über die dauernden Einfälle bulgarischer Banden beschweren. Letzthin wurde sogar auf den griechischen Kriegsminister Kondylis, der die Gruppe inspizierte, geschossen und fein Adjutant er­heblich verwundet.

Mit der T ü r f e i wird Bulgarien in Kürze die, regelmäßigen diplomatischen BeziehungKH tTiiitf*

in absehbarer Zeit eins erhebliche Entlastung, ja vielleicht sogar eine Geldflüssigkeit eintritt, die man im jetzigen Augenblick freilich nicht in Rechnung stellen kann. Aber nachdem sich die Berhältnisse auf dem Devisenmarkt fast voll­ständig geklärt und geordnet haben, nachdem auf diesem Markte bisher durch das Erfordernis der Deckung der Anforderungen starke, in die Hunderte von Millionen gehende Beträge täglich festgehalten wurden, dürften, besonders wenn nun auch der Glauben an die Erhaltung dieser Situation in weiteren Wirtschaftskreisen einkehrt, alsbaldige grundlegende Aenderungen auch in dieser Be­ziehung zu erwarten fein.

Je entschlossener in dieser Frage oorgegangen und durchgehalten wird, umso eher werden wir auch das Ziel der Schaffung einer wirklichen Goldmark erreichen und daß diese Goldmark.un­bedingt gleichgestellt wird mit der Rentenmark, also eine Rentenmark von heute gleichgewertet wird einer kommenden Goldmark, ist die oorbring-; lichste Aufgabe bei dieser Sanierung.

Das Werben um Amerika.

Der englische Reparationssachverständige Owen Voung bezeichnete es in einer Ansprache gelegent­lich seiner Ernennung zum Doktor der Rechte an der Havarduniversität als notwendig, daß Ame­rika eine fest umschriebene Politik ver­folge. Er sagte, die Ablehnung der Beteiligung am Völkerbund habe in Amerika stark ausgeprägte Stimmung für die Politik der Isolierung hervor­gerufen. Indessen gewinne die Ansicht immer mehr an Boden, daß Amerika dadurch nickt einmal feiner eigenen Interessen gedient würde. Er würde es be­grüßen, wenn Amerika sich entscheiden könnte, ob es Europa bei seinem Wiederaufbau helfen wolle ober nicht, und zwar ohne sich am Völkerbund, am Weltgerichtshof oder an anderen zu diesem Zweck getroffenen Einrichtungen zu beteiligen.

Die Golddiskontbank.

Wie dasVerl. Tagedl." zu melden weiß, neh­men die Verhandlungen zwischen der R e i ck s b a nk und dem ausländischen Konsortium, das sich an der kommenden Goldnofenbank beteiligt, einen günstigen Fortgang. Der Sitz der Gold­notenbank soll in Berlin, der Präsident der Bank ein Deutscher fein. Wenn die Bespre­chungen zu einem gewissen Abschluß geführt haben, soll in Berlin eine Bankierkonferenz ftattfinben.

Im Innern hat der von Zankow geführte Bürgerblock den Kampf gegen den Kom­munismus fortgesetzt. Der Kassationshof hat entschieden, daß alle kommunistischen Organisatio­nen fallen und ihre Auflösung sowie die Konfiska- tion ihres Vermögens zugunsten des Staates an­geordnet.

Diese Entscheidung richtet sich vor allem gegen die Wirtschastsverbände der bulgarischen Kommu­nisten, insbesondere den großen Konsumverein, der 79000 Mitglieder zählt und einen Umsatz von 400 Millionen Lewa hat, da erwiesen ist, daß dieser Verein die Kommunisten wiederholt mit heimlich in Warna gelandeten Waffen ausgerüstet und unter wirtschaftlichem Deckmantel regste kommu­nistische Propaganda getrieben hat. Der Kassations­hof hat gleichfalls dieArbeiterpartei" für unge­setzlich erklärt, die sich nach dem Verbot der kom­munistischen Partei als solcher aus deren gemäßig­teren (Zementen neu gebildet hatte. Andererseits hat das Kabinett Zankow sich versöhnlich gezeigt gegenüber den Teilnehmern an den agrarisch-kom­munistischen Unruhen im Juni und September 1923, die auf sudslaoisches Gebiet geflüchtet waren. Mit Ausnahme von 40 Anstiftern und Führern der Bewegung hat es diese Personen amnestiert und ihnen die Rückkehr nach Bulgarien gestattet. Ebenso sind die Minister des Kabinetts Stambu- liski, die beschuldigt waren, durch die Bildung sog. Orangegarben die Unruhen des vorigen Jah­res veranlaßt zu haben, freigesprvchen und aus dem Gefängnis entlassen worden, soweit sie nicht wegen anderer Sttaftaten in Hast bleiben. Allerdings hat der Staatsanwalt gegen dieses Urteil Berufung eingelegt Der in Sobranjo gestellte Antrag, die Amnestie auf die Mitglieder des Kriegskabinetts Radoslawoff auszudehnen, wurde von der Regie­rung bekämpft und von der Mehrheit verworfen.

Es besteht kein Zweifel, daß diese Maßnahmen die kommunistische Agitation zwar behindern, aber keineswegs beseitigen werden. In einem Geheim­bericht vom 20. Februar 1924 stellt der bulgarische Kommunistenführer Kokaroff fest, daß die Partei nach wie vor fest gefügt fei, wenn sie auch infolge des Verbots nicht offen politisch hervortreten könne. Sie brauche den Bürgerblock nicht zu fürchten, da­gegen müsse sie leider einen großen Teil ihrer Kraft im Kampf gegen die bulgarischen S o $.i a l i ft e n vergeuden. Ein anderes, kürzlich von Bulgarien veröffentlichtes Geheimdokument, datiert Berlin, den 25. März 1924, enthält Angaben über die Bei­träge des Exekutivkomitees der kommunistischen Internationale zur Unterstützung der tommunifti- scheu Bewegung in verschiedenen Ländern. Für den deutschen Wahlfonds wird für April eine Million Goldrubel angewiesen, für den amerikanischen Wahlkampf zunächst 40 000 und vom 1. März ab monatlich 25 000 Dollars. In der Türkei soll zur Kalifatsfrage nickst Stellung genom­men werden. Dagegen sollen 50 000 Goldrubel dem Orientkomitee zur Verfügung gestellt werden.

Was die Stellung des Kabinetts Zankow an­geht, so sind bekanntlich der Demokratenführer

Sitte um Untersuchung.

Wtb Rom, 21. Juni. (Tel.) Der frühere llnterstaatsfekretär Flnci hat den Kammer- prfifibeaten gebeten, einen Untersucht! n g s- ausschnß über fein privates und öffentliches Leben einzusehen.Giornale Jtaliano glaubt, daß der Kammerpräsident eine Kommission von acht Stbgeorimeten mit der Unterftichung beauftragen wird. v- »MZKAßML--

Mussolinis Abwehr. " y T -

Wtb Rom, 21. Juni. (XeL) Da die Opposition am 25. Juni bei einer Vollsitzung eine Tranerseier für Matteoti abhalten wird, beschloß Mussolini am 24. Juni im Senat eine Rede zu hatten, um gegen­über den versuchen, das Verbrechen zu innerpoliti­schen Zwecken auszubeuten, jn zeigen, daß die Re­gierung alles getan hat, um die Schuldigen vor die Richter jn bringen. Auch wird er über die politischen Folgen sprechen, die sich aus dem Per- brechen, fei es für He Regierung, sei es für die Opposition ergeben. Am Vormittag des 25. Juni wird er eine zweite Rede über die parlamentarische Lage und allgemeine Politik hatten. Darauf wer­den die ein Richtungen zu Wort kommen und Wer die Lage tunbgeben.

Ausland.

Die Bombe tm.'B. aaL Während eines Banketts, das di^ffranzösische Kolonie zu Ehren des m H o ntz k o nFg zu Besuch weilenden ftanzösischen Generosd^erneurs von Jndochina, Merlin, ver- anst^tltete, warf ein unbekannter Chinese eine irS/ombe in den Bankettsaal. Merlln blieb un­verletzt, dagegen wurden der Direktor dse Utero« yorker Seidenimporthauses Demaratz und seine Gattin sowie ein Beamter der Indochinesischen Bank getötet. Zwei weitere Teilnehmer mür­ben verwundet und fünf schwer verletzt /Dem Täter gelang es zu entfliehen. Auch der «tterinnstifche stanzöstsche Konsul in Kanton wurde verletzt, der einen Arm verlor. .

worden, von wo daraus prompt die Mitteilung er- folgte, daß der Bericht von den verantwortlichen"