Fuldaer Hertunfl
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Tonnerslag, 5. Zr.ul 1924«
2. Blatt.
Druck der Fuldaer Actteudrutkerei i« Fulde
Aus dem Nachbareediet.
-- Rhina (Str. JjünfcRs). Lehr--r Sicrfrkb Oppenheim, der feine ganze Dienstzeit im Kreise Hünfeld verbrachte, feierte hier am 1. Juni fein LSiähriges Dfenftsubiläum.
--- Rotenburg a. d. Fulda. Der neunsährige Cohn des ReaNehrers Schallenmüller ist beim Baden in der Fulda ertrunken. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.
fpd Kassel. Sie bekannte Kleinbahn, das „Bo.srrlieschen", hatte, völlig von Himmesiahrts- aus'lügiern überfüllt, Donnerstag früh die Station Heisa verlassen und war mit der bekannten Ge- schWindlgkeü etwa 100 Meter gefahren, als der Zug plötzlich mit einem gewaltigen Ruck stehen blieb. Man eilte an die Fenster, um die Ursache des Un» glückslalles bezw. des Aufenthaltes zu erkunden. Da sah man den — Zugführer im Trab angelausen kommen, der in Helsa den Anschluß verpaßt hatte, da es ihm nicht gelungen war, auf den Zug zu springen. Weil nun natürlich ein Zug ohne Zugführer nicht fahren konnte, gab man schleunigst das Notsignal. Nachdem man den lieben Zugführer glücklich wieder hatte, pendelte das „Botenlieschen" gemächlich weiter.
fpd Biebrich a. Rh. Die Lehrerin Emmy Kraft geriet am Flugreugpark in Mainz unter ein französisches Militärauto und schlug dabei mit dem Kopf mit solcher Wucht auf das Straßenpflaster, daß der Tod auf der Stelle emtrat.
— Aschaffenburg. Am Samstag abend wollte ein von Hanau kommendes Auto , in der Wür'burgerstraße cmem Wogen auswrichen, an den sich nach Bubenart ein kleiner Junge von 6 Jahren angehängt hatte. 'Als der Kleine auf das nahende Auto aufmerksam gemacht wurde, sprang er ab, lief aber gerade in das Automobil hinein und wurde überfahren. Kurz nach der E'nlieferung ins Krankenhaus starb das Kmd Den Chauffeur trifft nach feinen Angaben feine Schuld, da er mit vorschriftsmäßiger Geschwindigkeit gefahren und langsam ausgewichen fei.
--- Würzburg. Dor dem hiesigen Schöffengericht hatten sich der Taglöhn-r Kempf und der Mainfährer Böhm wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Sie hatten das F ähr boot - Unglück bei Mainsondheim, bei dem 6 Personen ertranken, verschuldet. Im Verlause der Verhandlung wurde von dem Forstaml- mann Porzelt. dessen Sohn und Schager ertrunken sind, erklärt, daß ein großer Teil der Schuld auf die Frhrl. v. Brchtoldheim'sche Gutsverwaltung falle, die als Besitzerin der Fähre, trotz aller Mahnungen keine Ausbesserungen an dem Kahn vornehmen ließ. Böhm wurde zu 3 Monaten, Kempf zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. — Bei einem Geländeritt ist in der Nabe von Zirndorf der Oberfahrer Rößnsr vom 7. Artillerieregiment ertrunken. Pferd und Reiter wurden von dem hochgehenden Fluß mitgerisien. Der Rettungsversuch eines Leut- nants war leider erfog'os.
Ans Geisa und Umaeduna.
=» Dach«. In r'ncr der letzten Rechte mürbe in dem Schrchc>cfch"st von Bergmann einge- b r o ch e n. Sie Einbrecher schlugen c'ne n-oße Sn'eaelscheibe ein und raubten mehrere Paar Schuhe.
Aus O-ersteffen und -en dessisKenAemtern.
— Kirchhain. Im Alter von P4 J--Hren starb hier der Vollziek»unnsl'ean'<e Diehl, der Kriegsteilnehmer von 1870/71 und Inhaber verschiedener Ehrenzeichen, darunter auch des Eisernen Kreuzes, war. ___
Esttesdien-torrnuna.
Donnerstag, 5. Juni. ('^ontrntiuSfefi) Dom. Von nadjm tto'8 1 -5 Geleaenhoit zur hl. Beichte. — Frauenberg. 6‘/« Levitrnamt
Eingesandt.
3n der Fuldaer Jolling rourde dieser Tage berichtet von d:r Organisation zur Verhütung der wilden Bettelei. Dieser Plan, durch Slueaibc von Gutscheinen nur wirklich bedürftigen und würdigen Armen die zugedachte Unrerstützung zuzuwenden, muß von jedem vernüns ig denkenden Wohltäter aufs wärmste begrübt werden. Auch im Fuldaer Lande wird vicl- fnd) die Wohltätigkeit der ßanhbeoöffcrunq mißbraucht. Einige Familien aus Fulda, und Unwegend scheinen die Bettelei als ein ganz einträgliches Gewerbe zu betreiben. Obwohl non Not bei ihnen feine Rede fein kann, gehen sie in ihren witleiderregendften Vertre'ern oder Vertreterinnen au'? Land, um durch erlogene Iommer- erzählunnen dar Mftleid ma^zu rufen und am Abend mit gefüllten Rucksäcken und Körben in die Famiüe zurückzukehren. d'e dann Mühe bat. hie Vorräte zu verzehre". Go sind iianr Fälle bekannt, daß auf shwmds-l hafte We le erbettelte Lebensmittel verkauft wurden oder zur Mästung von Schweinen benutzt m--den. Es ist Varf"rge aeirvfien, datz diese dekoanten Betttsiirmen aus Fulda und nächster Nmaebung bei erster Gelegen- heil auf frischer Tat abgetasit, in d-r Fuldaer Zeitung veröffentlicht und zur Anzeige gebracht werd:».
Vereinigung von Freunden ehrlicher Armen.'
= Dir siundeviage aus de-u Serbe. Das Saiten von Sunden hat tn dem Kreis Fulda in einigen Gemeinden derart überhand genommen, daß es für die Ein-esesienen zur Plaic oeworden itt. Mau kann fall feinen Schritt auf die Straße tun, ohne daß man von Hunden an ebellt w rd Auch bö t inan sehr häufig, besonders in der l tzten Zeit, daß L uto, hauptsächlich Kinder, von einem Hunde gebissrn werden Wehre man sich ceceu die Hunde, so ruft m in meistens den Itn« wellen der Besitzer w ch. Als Wachtbundo sind diese Hunde nicht zu betrachten, da sie doch Dai und Narbt nur in den Dörfern umherstrolchen und öte Leute anfallen Das Halten von Hunden, die.nicht au der Kelte liegen, oder in einem geschloßenen Hofraum fest- oebalten weiden, ul nur als Luxus anzusehen, und da dieser Luxus den andern Leuten zur Last wirr, so ist e6 unbedm ft erforderlich, daß im Interesse der ttll- aemeinheit dieser Luxus bekämpft werden muß. Dieses müffen die Kreis- und tz'.emelndebekörden in erster Linie befornen, indem sie die Hundesteuer de-a ii i testietzen, daß die Eiuoesesienen von dieser Plage be« ireit werden. Nur auf die einzeln bezw. abseits ge. leqenen Häuter dürfte Rücksicht ne o.nmen werden, aber nur unter der Bed n-un-, daß sie den Hund so im Zaum halten, daß dieser den andern Leuten nicht zur Last wird. Mehrere O rSeingeiessenen.
Handel und
= Berliner Dr'bnNitnMrfe vom S. Juni Amtlich sesi-esi tz e Preise. Getreide und Oelsaaten per 10 0 Ka. sontt per 100 Ka. ?n «oidmark der »oibanlctbe oder inNen»enmark.Weitenmärk. 181—154 mittelö 150—154, Stoipen wirk. 130-134, pomm. 000—000, westpr. 000-600, Fiitter-Gerste 142-151, Sommeroerite 155 bis 162, Haier märkischer 126—133, pommerscher 000—060, westpr. OüO-OOO, Mais lo!o Berlin Waagon frei Hambura 000, Weizenmehl pro 100 k? frei Berlin brutto ,nkl. Sack kleinste Marken über Nottzl 22 btS 24 50. Ro genmebl pro 100 ks tret Berlin brutto inkl. Sack 10,50—2<,50, Weizenkle,e frti Berlin 8 50. Roagonklcie frei Berlin 9,00—9,20 Raps 200 bis 270. Leinsaat 000—000, Viktoeeaerbsen 18.00—19.00, kleine Spetleerbsen 14 00-15.00, Futkererbsen 12.00 bis 13.00, Peluschken 10,50— >1,00. Ackerbohnen 13,00 bis 14.0,3, Wicken 10.50-12,00, Li'pnrn, blaue 9,50 bis 10,0 ), oelbe 13.0 >-13,50, Seradella 1100—13.00, ‘ Rapskuchen 9,10 -9 83. Leinkuchen 18,00—OO/H), Trocken, schnitzel 7 40—7 50, voNw. Zuckerschnihel 00,00 -00,00 Torfmelasie 30 70 0,00, Kartoffelstöcken 17,50—00,00.
Die amtlichen Notierungen am Frühmarkt waren ko'o frei 53a ^en ober ex Waggon vro looo kt in Goid- inark: Hafer 150-152, Gerste 184—190, Roggenkleie t 98-000
•! Kartoffelnotier nn en kamtlichi per 50 k» E e"gerpreise ab märt Vollb -Ltationen: "Speisekar. toffeln: weiße und rote 2.50 G.-llc.
§ Heu und Stroh. Bericht der Preisnotierun"?- kommiision für Rauhfutter (amtliche Rotierun^eni. - G- otzhandcisprelsrp o 50 K-- ad märk. Station für den Verl, i Markt (in Wol dmarki: draht wpr. Ro men-.ind Wei zeustrob, i kQnadratballen) 100—1,1», desgl.Safersiroh 0,90-1,00.
b-?al. Gleti'enitroh 0.“9—0 00, Nozgenlanzst'oh und j hinsfadrn cpr. Roggen- und Weizen'trotz je nach f )tzra->'t- a e, Häcksel 1,25—1.40. handelsübliches Heu 1,50 t bis 1.75 eure?. Heu 2,15—2 45.
! =x ®!e Vansisirm r S Urtz in tzennsvrr Hot, wie der »Hannoversche Kurier" von zuverlasfiier Seite erfährt, Antrag auf G e s ch ä f t s a u f s i ch t gestellt.
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