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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Sladl Fulda.

Nr. 128.

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Sonntag, 1* Juni 1924»

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51. Zahrg.

hergt statt Marx?

Line Ablehnung der Deufichnalionalea. Un­klarheit über das neue Kabinett.

Die Regierungskrise ist noch nicht auf j>«n Wege zur Erledigung. Deutschland fehlt es in kritischer Zeit an einer verantwortlichen Regierung. Halbheiten rächen sich; die schwankendem Ge­stalten, die es in allen Partsllagern gibt, haben das Unheil airgerichdet. Kanzler Marx, der vom Reichs- präsidenten neuerdings mit ter Regierungsbildung beauftragt war, hat mit zäher GeduS» die schwierige Arbeit unternommen, eine regierungsfähige Mehr­heit zu sammeln. Die Deutschnationalen baten am Freitag abend die Bemühungen des Herrn Marx abgeschnitten, in dem sie einstimmig folgenden Beschluß faßten und bekannt geben:

«Die deutschnationale Fraktion vermag nicht darauf zu oerzichien, daß in der auswärtigen nud inneren Politik des Reiches eine Kursänderung erfolgt und hier- für bei Gelegenheit der Regierungsbildung sichtbare Ga. rannen geschaffen werden. Aus diesem Grunde hat sie sich stets mit aller Entschiedenheit für di« Tirpitz. Lösung ausgesprochen. Da die von dem bisherigen Herrn Reichskanzler Marx geführten Verhandlungen für die vorausgesetzte Kursänderung, namentlich was die ent. sprechende Kursänderung in Preußen anbetrifst, kein« Gewähr bietet, verspricht sich die deutzchnackonale Reichs­tagsfraktion von einer Forchetzung dieser Verhandlung keineu Erfolg."

Dieser Beschluß, namentlich ter Hrmveis auf Preußen, spricht für sich. Es verlautet dazu noch, daß die Deutschnationalen sich zwar mit Marx als Reichskanzler abgefunten hätten, aber unter ttfen Umständen das Verschwinden Dr. Stress- manns als Außenminister verlangt hätten ein Bedangen, dem aus Prftigegrünteu die Vollspartei Mst nachgsben konnte.

Während das23. und dieStoff. Ztg." ter Meinung sind, daß infolge des Befchluffes ter »eutfchnatiomtten Fraktion der Gedanke des Lürgerblocks endgültig erledigt fei, will derLokalanzeiger" erfahren haben, daß man in ter Deutsche» Bolkspartei den Versuch, die Deutschnationalen zur Regierung heranguziehen, noch nicht aufgoben wolle. Der Reichspräsident empfing noch am Freitag den bisherigen Reichskanz­ler Dr. Marx und den oolkspartetlichen Abg. Dr. scholz. Wie dieKreuMitung" roiffen wÄl, soll dabei dem Reichspräsidenten ter Vorschlag gemacht worden sein, nunmehr den dsutsthmttionalen Abg. Hergt als den Führer ter stärksten Frak­tion .des Reichstages mit der Kabinettsbildung zu betrauen. Im Gegensatz zu dieser Version steht die Meldung mehrerer anderer Blätter, daß ter bis­herige Reichskanzler Dr. Marx ferne Bemühun­gen um die Bildung eines Kabinetts fortfetzen werte und zwar auf ter Grundlage ter bürgerlichen Mittelparteien. Eine solche Regierung würde je- doch parlamentarisch nur eine Minderheit hinter sich haben. Sie würde aber in ihrem außen­politischen Programm durch die Unterstützung der Sozialdemokraten eine Mehrheit fin­den.

In erster Linie abhängig fft die Bildung einer solchen Regierung uder Haltung der Deut- f ch e n V o l k s p a r r e!, die am Samstag vor­mittag in einer Fraktionssitzung über ihre Stellung zu der durch die teutschnationale Absage geschaffne Lage Beschluß fassen wird.

Die Zrage -er Mllltörkontrolle mmht gerate jetzt das Vorhandensein einer auf parlamentarisch solider Grundlage beruhenden Re­gierung notwendig. Die Note ter Botschafterron- serenz in ter Angelegenheit ter Militärkontrolle, die die Antwort auf die deutsche Note vom 31. März barstellt, l e h n t den Gegenvorsthlag, den die deut- che Regierung damals gemacht hcttte, nämlich die weitere Durchführung der Milrtärkontrolte einem vom Völkerbund bestellten Organ zu über­tragen, ab. Die Botschafterkonferenz zicht zunächst ln«h ihren Vorschlag, ein G a r an t iek o mi tee hach Erfüllung aller Forderungen an die S reife der «m Vertrage vorgesehenen KonttoMommission zu setzen, zurück. Sie fteltt sich auf den vertrags- dnäßigen Standpunkt, nachdem Deutschland ver- pfsichtet ist, der Kontrollkommission eine General- tif pef tion ter militärischen Verhältnisse Deutsch­lands zu gestatten. Sie besteht auf der früher er- tebenen Forderung ter Generalinspekcwn und der Erfüllung ter fünf Punkte, die sie schon in ihrer Note von 1922 aufgestellt hatte. Deutschland wird also das Zugeständnis gemacht, daß die Konrroll- kommifsion progressioe mrd erhebliche Herabminde- nmg ihres Personals vornehmen werde und zwar *t dem Maße, wie die Erfüllung der Restforderun- ten der Alliierten fortschreitet. Einen Termin Nir Has Aufhören ter Funktionen ter Kontrvllkom- WRion gibt sie nicht an, und sie erklärt es im Augenblicke nicht für opportun, über die Bedmgun- Bn, unter beiten ter Artikel 231 des ges, ter die militärische Ueberwachung kerbunü vorsieht, angewandt werden Botschasierkonferenz stellt die tetrt« I vor die Alternative, entweder die on zuzulassen, wonach bei zufticden- Nallendem Ergebnis die Kontrolle auf fünf Punkte «schränkt würde, oder aber das Verlangen ter Alliierten zurückzmveffen, worauf die alliierten Re­gierungen die strikte Anwendung des Vertrages 'fordern würden.

. Hier ziehen also neue Schwierigkeiten in den Eueren politischen Beziehungen Detüjchlands

Das SM slaszSWe Meß.

. Zusammenschluß auf ter Cinfen.

wtfi Paris. 3L Mal. (Tel.) Die soztalistM republlkaaische Partei (Paiuleve-Briond) hak gestern beschlosfeu, lu enge Gemeinschaft mit ter rechvssteheadeu sozialistischen Partei (Brunel) zu treten. Die beiten Parteien werten Ihr Programm anfrechlerhatten. sich aber jedesmal verständigen, wem, die Umstände es erfordern. 3n rinn gemein­samen Sitzung der beiten Fraktionen, die morgen abgehalten wird, soll die Bildung einer einzigen parlameutarffcheu Gruppe erörtert werdet». Die parke! Driand hat übrigen, ferner beschlossen, an der gemeinsamen Sitzung -er Linksparteien lrilzu- nehmen, die Sonntag mittag vor der SrSffnnng ter neuen Kammer stattfindea wird.

} Der Kammerpräsident.

wtti Paris, 31. Mal. (Tel.) DieEre nou- velle" schreibt gegenüber ander« lautenden Berich len, daß die Kandidatur paialeve für den Kammer­präsidenten aufrecht erhallen wird, und daß es sehr wahrscheinlich sei, daß die Sozialisten einen Gegenkandidaten aufstellev würden.

Staatsmann und Pressemann.

wtb pari«. 31. Mai. (Tel.) DieRevue -es -eux mondes" kündigt an, daß polncare seine regel­mäßige Mitarbeit an der Zeitschrift wieder auf­nehmen werde. (Er werde politische Artikel in -er gleichen weise schreiben, wie er es getan habe, ehe er die RNnisterpräsidetaschast im Januar 1921 über­nommen habe. Auch terUlatltT schreibt, daß poincare nach einer gewissen Zett feine Mitarbeit an dem Blatte in der gewohnten weist wieder auf­nehmen werde. <._

Herrtot und der Dölkerbtm-sge-anke.

wtb London. 31. Mai. (Tel.) Der Sonderbe­richterstatter -erDaily Mall" schreibt, e« verlaute, daß Herriot geneigt fei, noch mehr als in dem er­warteten Maße in den Völkerbund vertrauen zn setzen ab Werkzeug für Aufrechterhaltung der europäischen Sicherheit. 3a den fireifen, die wahr­scheinlich bei der neuen französischen Regierung Einfluß haben würden» werde im Zusammenhang damit von der Verminderung der Mliiär- dstufizett in Frankreich (von 19 auf 12 Monate oder noch weniger) gesprochen. Die Bedeutung dieser dieser Absicht liege darin, daß dem Vertrag, welcher zum erstenmal -er Grundsatz der Sicherheiten mit den Rüstungseiuschränkungen verbinde, eine neue Wichtigkeit beigemessen werde. ,j 4

Be-rücknng -er Lhrlften in -erMrLei.

Seitdem ter Vertrag von Lausanne die Kapitu- tafionen aufgehoben hat und die Türkei im Gefolge davon auch das französische Protektorat nicht mehr anerkennt, schreitet bie Angoraregierung in ihrem Bestreben, bst Reste ter christlichen Gemeinschaften zu unterdrücken und bst christtiche Mission auszu- schalten, zielbewußt voran. Wie man tief Kn Innern, fern von Beobachtern vorongeht, zeigt folgende Nachricht: Mardin in Nordmesopotamien hat eine gemischte Bevölkerung, wovon ein Drittel armenische, chatolliscye und syrische Christen sind. Jüngst wurde diesen folgender Erlaß zugestellt:

Dst Christen sollen nicht den Sonntag, son­dern den Freitag feiern. Sie-dürfen keine religiösen Fesst in ihren Kirchen abhalten, keine öffentlichen Hochzeitsfeiern begehen, keine Glocken läuten, keine bischöfliche Visitation vornehmen lasten. Sie sollen nur roährnd des Ramadan (mohamedanifcher Fa­stenmonat) fasten. Wenn ein Chrstt zum Islam übertritt, muß dst ganze Familst folgen. Christen dürfen nichts verkaufen und nicht mit Ausländern verkehren. Wer ohne Erlaubnis ins Ausland geht, verfällt der Todesstrafe. Jeder, ter in Mardin wohnen will, muh bieje Verordnungen befolgen."

Soweit bis jetzt bekannt fft, wurden 38 frort» zäsische und 8 italienifche Missionsschulen mit 14000 K intern gefdtfoffen, weil sie dst Kruzifixe nicht :s den Schulräumen entfernen wollten. Aus dem gleichen Grünte mußte auch das von österreichischen Lazaristen geleitete St, Ge orgstolleg in Konstantinopel schließen, und doch mar dieses erst menige Monate zuvor auf Wunsch der Türken wie­der eröffnet motten. Nur ein kräftiges Vorgehen der West möchte könnte dst auf eine vollständige Vernichtung des Christentums abzstlenden Ge- rvaltmaßregeln ter Angoraregierung verhindern. Aber sind sst dazu bei ihren uriterftreitenten Inter­essen imstande? _____

* Banditen in Schlesien. Nachts wurde auf der Chaussee Gleitvitz-Raiibor der Kraftwagen des Rauf- manne May aus Raiibor, in dem anher dem Be­sitzer und dem Chauffeur noch der Kaufmann Ku- bitzki aus Gleiwitz saß, in der Nähe von Riefer» ftäötel durch ein über die Straße gepanntes Draht­feil zum Halten gebracht und von 810 Wegelage­rern, die mit Pistolen bewaffnet waren, überfallen. Die Banditen zerschlugen die Blendlaternen, worauf die Anführer der Bande die drei Autoinsasten völlig ausraubten. Hierauf wurden die Ueberfaflenen auf­gefordert, sofort nach Gleiwitz zurückzufahren und kein Aufsehen von der Sache zu machen. Den Räubern fielen rund 1000 Mark in dst Lände, e Lire r enttarne» -mertauut.

Vie Konferenz.

wtb London, 31. Mai. (Tel.) Der diploma­tische Korrespondent desDaily Telegraph" schreibt, dst Regierung plane keinerlei engllsch-italieni- sches Floktenabko mmen, das in direktem Widerspruch zu den häufig ausge-rückfen Ansichten der Arbeiterpartei und ihrer Führer stehen würde. Der Korrespondent ist der Ansicht, daß wahrschein­lich gegen den 15. Juni der neue frauzösi - sche Minister Präsident nach London fomtnen wird und dst Vollkonserenz der Premierminister Großbritanniens, Jtaliens und Belgiens cm 2 0. Juli stattfinden wird.

Der springende Punkt.

wtb London, 31. Mai. (Tel.) Der diploma­tische Berichterstatter desDally Telegraph" schreibt, daß die MiNlSrkoutrollnote der Alliierten keine neuen wesentlichen Punkte enthalte, außer der anscheinenden Aufgabe bes früheren Gedanken« an einen Garankieaustausch.

Vie -eutsche Eisenbahn.

Die Telegraphenunoin verbreitet eine Meldung des PariserPetit Journal", wonach das Orga- n i s a t i o n s k o m i t e e für die deutsche Eisenbahn dem Plan für das neue Statut der Reichsbahn gegen die deutschen Vertreter zuge­stimmt hätte und für die Zahl der Beamten und Arbeiter die Kopfzahl der englischen Eisenbahn an­geordnet werden solle, was eine 40prozentige Herabsetzung der jetzt beider Reichs­bahn Beschäftigten zur Folge haben würde. Die Beratungen sollten bis Ende des Monats abge- schlosien werden.

Diese Meldung fft, wie wir von unterrichteter Seite hören, in allen Tellen unzutreffend. Bei den bisherigen Besprechungen vom Sonntag, dem 25. bis Donerstag dem 29. Mai haben in Ab­wesenheit des englischen und französischen Vertre­ters keine Beratungen stattgefunden. »»

MeikMstiWe o. 6. Wk.

wtb Bochum, 31. Mai. (Tel.) Die vier Bergarbellerverbände haben einen Auf­ruf an Me Bergarbeiter des Ruhrgebiets ertasten, worin diese aufgeforterf werden, die Arbeit wieder aufzunehmeu. Anter Hinweis auf die von den vier Dergarbetterverbänden zurückge­wiesene Streikparole der Kommunisten und llnio- nistea werden die Arbeiker ermahnt, auch in 3 u - fünft nur der von den Organisationen ausgegebeaen Parole zu folgen.

veamtensragen.

Zentrumsantrag zur Befolitnttifreoe. Die Zentrumsfcaltiou unter Führung eines Beamten-Ber» treters hat folgenden Antrag eingebracht: .Der Reichs­tag wolle beschließen, die 16 Ergänzungen des Be,ol. dunuSgeseheS sofort nach der Richtung einet Nach. Prüfung zu unterziehen, daß Bei den unteren und mittleren Besoldungsgruppen eine weitere Ver­besserung der Ge,amtbezüge alsbald eintritt. Die Reichs, regierung hat dem Reichstag nach Fühlungnahme mit den Landesregierungen die erforderlichen Unterlagen vorzulegen. In der Auszahlung der erhöhten Juni-Be­züge darf keine Verzögerung eintreten.*

(Ein ernster Wort.

DieGermania" schrieb vor einigen Tagen: Dst starken innerpolitischen Erreg un» gen des deutschen Volkes lassen gewisse Sorgen, daß sie zu unbedachtsamen Schritstn verleiten konn­ten, nicht schlafen. Dst heftige Auspeitschung hier ter nationaüstffchen, dort ter syndikalistischen Lei­denschaften geben zu immer größeren Bedenken Anlaß. Dafür fegten bereite die Landtags- Verhandlungen am Mittwoch Zeugnis ab, und vermutlich werten dst Verhandlungen des Reichstages, sobald es sich um diese grundsätzlichen Probleme handelt, nicht minder scharf sein. Für dst Zentrumspartei wird es m den kommen- den Monaten vor allem darauf ankbinmen, in die­sen Fragen nicht so sehr eine klare Linie zu gewinnen, denn die ist bereite vorhanden, sondern vielmehr noch diese klareLinienach außen hin auf das deutlichste in die Erschei- nungtretenzulassen. Es braucht in diesem Zusammenhänge die Ablehnung der kommunistischen Agitation nicht besprochen zu werden, lieber sie ist eme Einigkeit rasch hergestellt. Ganz anders ist es mit ter Entschiedenheit nach ter anderen Seite hin, da hier Ideale, die auch in unseren Reihen volles Verständnis finden, m einer Weise in der Oesfent- lichkeit vertreten werden, denen gegenüber man im Lande nunmehr in voller Klarheit sprechen muß.

Die unheilvolle Rolle, welche dst sogenannten vaterländischen und nationalen Verbände spielen, tmd die sich immer stärker zu Aufpeitschern einer ge­fährlichen inner-politischen Spannung machen, nötigt uns, zwischen ihnen und uns einen klaren Strich Zu ziehen, damit auch die Anhängersthast im Lande und biejenigen, dst noch zweiffen sollten, wissen mögen, woran sie sind. Wir glauben sogar, daß das Ergebnis ter Reichstagsmahl uns ein Recht und zugleich dst Pflicht dazu gibt. Die Treue, mit ter bie teutsthc Wählerschaft zum Zentrum gestan­den hat, berneist, daß sst unsere bisherige Politik gegenüber diesen Kreisen vollkommen teilt. Daraus müssen die entsprechenden politischen Folgerungen gezogen meiden, zn denen die immer gespannter werbende politische Lage gebieterisch drängt.

Wir ermessen die volle Bedeutung dieses Prob- isms, wenn mir fegen. ,naifd-«- uns, tenr Zentrum

SvWWkW im Wil SM.

wtb p a r i s, 31. Mai. (Tel.) Diejapauische Bokfchafk übergibt -er Havas-Agenlur folgen­des Telegramm aus Tokio zur Beröffeuklichung:

Die Mitglieder der Sabinetls sind am 28. Mai zu einer außerordentlichen Sitzung z u- sammengelrelen und haben beschloffrn. bei der Regierung der Vereinigten Staaten in folgen­der Form offiziell Einspruch zu erheben: Japan habe mehr als 10 Jahre hindurch die Be­stimmungen des Genllemen-Agrecmenl u. die Ein­schränkung der Auswanderung nach Amerika sehr streng durchgeführl. Die Bereinigten Staaten haben nun auf Grund eines neuen Einwanderungs­gesetzes nicht nur die genannte Konvention aufge­hoben. sondern auch die Zulassung der Japaner nach Amerika völlig verboten. Das stellt offenkundig eine verletzuugderBestimmungeudes Handelsvertrags zwischen Japan und Amerika sowie der auf der Washingtoner Kon­ferenz unterzeichneten Verträge dar.

Botschafter Hanihara wird noch Aeberreichung dieses Protestes die Erlaubnis erhalten, in feine Heimat zurück zukehre n. Rach der Sitzung des japanifchen Kabinetts erklärte der Minister Baron Matsui, daß die endgültige An­nahme des an tijapanischen Gesetzes w Amerkia im Jnlereffe des dauernden Friedens der ganzen Welt sehr be bäuerlich fei.

*

Reuter meldet aus Washington, daß der wichtigste Grund, der das Rcpräfenlantenhaus zur Annahme der Flottenvorlage veranlaßte die SiörunS des Einvernehmens mit Japan infolge des neuen Einwanderungsgesetzes gewesen ist.

Panik bei einer Glockenweihe.

wtb S u b a p e ff, 31. Mai. (Tel.) 3n ber Gemeind, Lajor-VIzes ereignete sich gestern bei bet Glockenweih« ein schwerer Anfall. Als bie Glocken empor- gezogen würben, enfffanb unter ben zahlreichen An roefenben ber Eindruck, bie Glocken würden herabstürzen Dir Menge juchte hals über Kopf bie Kirche z« verlassen. Dabei würben 3 I rauen getötet uab viele anbete verletzt.

Illi IIWIIi ilMWklWSWMWMSS»

als ber christlichen Volkspartei uni) ben sogen, nationalen Anschauungen ter vaterländischen Ver­bände gähnt eine unüberbrückbare Kluft. Es ist nicht ein Unterschied der politischen Taktik, der uns euseinanbertreibt, es ist der Gegensatz ber Weltanschauung, ber uns zu Gegnern macht. Hie Chcfftentum, Aussöhnung ter Völker und nari- naler Gedanke, ter in feinen Forderungen an den ewigen Wahrheiten des Christentums orientiert ist. dortgermanische Weltauffassung", Kampf und nationalistischer Gedanke, der in der Ver­gottung ter Nation und ter Rasse seine höchste Be­krönung erfährt. Zwischen Ibissen Anschauungen gibt es kein Paktieren. Der Kampf muß bis zum bitteren Ende ausgefochten werden. Der Augenblick ist gekommen, zwischen ihnen und uns einen starken Sttich zu ziehen, damit nunmehr die fetzten Reste von Halbheiten und Unklarheiten, wo sie noch im Lande bestehen sollten, ausgeräumt und ausgemerzt werden können.

Uns will betonten, als wenn wir in dieser Frage unserem Volke den schlechtesten Dienst erwei­sen würden, wenn wir gerade bei der innenpoliti­schen Zuspitzung, ter wir zuzutreiben scheinen, es an dieser Deutlichkeit zu wünschen übrig ließen. Hier darf es keine Halbheiten mehr geben: denn gerade diese Halbheiten könnten nur dazu dienen, Entschei­dungen hinauszuschieben, die doch einmal fal­len m ü ff e n. Es steht zu befürchten, daß bei dem Aufeinanderplatzen der Gegensätze auch die Mittc Schaden leiden könnte, wenn sie nicht eine wirk­liche Politik ter WUtte einschiägt, die bei aller grmÄsätzlichen Klarheit es auch an ber nötigen Kraft und Aktivität im Kampfe der beiden Exttemen mit­einander auch ihrerseits nicht fehlen lassen darf.

Deshalb verlangen wir Entschiedenheit. Dies ist nicht nur innenpolitisch, sondern auch außen­politisch eine zwingende Notwendigkeit, wenn wir mit wirklich größeren Erwartungen an die Lösung der gewaltigen außenpolitischen Fragen herantreten wollen Die ' nationalistisch-syndikalistische Zuspitz­ung, die sich immer schärfer zeigt als Folge ter Reichslagsmahlen, droht, eine Atmosphäre zu schaf­fen, die Deutschland in eine neue moralische Isolierung hineintveibt, mährend Frankreich, im rechten Augenblicke die Schivenkung vollziehend, sich Sympathien erwirbt, bie es bisher Dank eben jener Fehler, die man bei uns in immer stär­kerem Maße zu machen beginnt verloren hatte.

Und die Initiative auch auf diesem geistigen Gebiete muß man vom Zentrum erwarten, weil es allein über jene klare Weltanschauung verfügt, die ihm die Orientierung so leicht macht. Fort mit aller Taktik. Mr müssen auch in dieser Frage der nationalen Lebensnotwendigkeiten ber Kristalli- fetionspunkt eines Blocks ter Politik des gefunten Menschenverstandes werden. Im festen Vertrauen auf das Ergebnis ter Reichstagsmahlen find wir dazu die Berufenen. Aber nur En tfchiebsn- heit kann dieses Ergebnis erzielen, denn nur die Starken, die Grundsatzklaren und diejenigen, welche wissen, was sie wollen, können Deutschland neu gestalten. Es verlangt nach einer starken Führung. Bieten wir sie ihm mit ter Aktivität ber Grundsätze unseres Programms, so werden wir in Zukunft die wahren Beglücker unseres Volkes werten.