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Unsere Marie und ich

Erzählung von 3. B. (Brunau.

Tutanchamon.

Sonderheft derWoche".

Alles Interessante, was bis jetzt über Tutanchamon und in Verbindung mit ihm über die Kultur des allen Aegyptens zu seiner Zell vorgebracht wurde, ist in diesem Sonderheft derWoche" in glücklicher Weise für einen welleren Leserkreis in einem Bande vereinigt. Der von kurzem erschienene erste Band des OriginolDerichtes von Carter und Mace ist besonders wertvoll als authen- «ifchs Aeußerung des fest 1890 bei Grabungen in Aegyp­ten tätigen Entdeckers. Aber an Mannigfaltigkeit und Deutlichkeit der Illustrationen wird es durch das vor­liegende Hell weit übertroffen, zumal hier auch inhall- llch über jenen Bericht insofern well hinausgegangen wird, als nicht nur die Auffindung des Grabes und die Funde der ersten Kammer berücksichtigt werden, son­dern zahlreiche Einzclheüen von dem Sarkophag selbst uns vor Augen geführt werden. Außerdem bieten viele Abbildungen anschauliche Einblicke in die Verhältnisse vor 3000 Jahren, da sie Zeichnungen und BiDer mo­derner Künstler wiedergeben, die auf Grund der genaue­sten Berücksichtigung des Details versucht haben, das Le­ben jener allen Zeit den gefundenen toten Gegenständen wieder einzuhauchen.

So sehen wir die Ausfahrt der Königin Nofretete in einem prächtigen, doppelseitigen farbigen Bilde, den Empfang eines Großwürdsnträgers am Hofe des Tu­tanchamon, dann die Totenklage und die Bestattung des Königs auf je einem Bilde. Einiges davon wird vielen Lesern beretts aus früheren Heften derWoche" bekannt fein, die rasch vergriffen waren und daher dankbarer- weise von dem Verlag in dieser größeren Ausgabe ver­einigt und vermehrt von neuem hsrausgegeben wurden.

Blick schlecht standen.

Marie, ist die MUch sauer geworden, ist der Kamin gefegt worden ober was hat sonst deinen Zorn ent­flammt?"

Ach, Franz, laß den Unsinn bleiben, aber das sage «ch dir, mll deinem guten Freund und Bundesbruder, dem verrückten Kerl"

Halloh, Marie, erlaube mal!"

Ja wohl", ist nichts zu erlauben, also mit dem gräß- Lchen Menschen, dem Referendar Gustav Pförtner, halt ich es nun aber nicht mehr aus!"

Recht so, Schwesterleben, nur immer so weiter, das Lind muß Lust haben!" .

.fiat sich was Luft zu haben, hör lieber statt deiner Schnaken einmal vernünftig zu und schütze deine Schwe­ster, wie es brüderliche Pflicht ist."

Bravo, Marie!Befehlet, fo werd ich für Euch, ja für Euch die Well in Stücke zerhauen." Also schieß los. was hat Gustav verbrochen?"

^jetzt ist's Schluß. Franz. Die Sache ist ernst. Komme ich heute abend von der Klaoierstunde bei Re­gierungsrat Arends, will eben zur Türe hinaus, steht da dieser Mensch mit einem allmächtigen Blumenbukett im strömenden Regen. Junge, ich sage dir, solch eine Llütenlese, drei Ziegen hätten daran für acht Tage rhr Futter gefunden. Ehe ich noch den Schirm «mfgespannt und mich von der Ueberrafchung erholte, habe ich den Sttauß im Arme, während meine Rotentasche gleichzeitig zur Erde purzelt und der Wind mir die Blätter ausein- andertreibt. Er dahinter her, wie ein rasender Roland und steh hier, mll.en in Schuberts .M schnitt es gern in die Rinden ein" hat er seinen dreckigen Stiefel ge­setzt. Richt genug damA, kommt der tolle Font, in jeder Hand drei schmutztriesende Blätter, und hält mir, eine Siebe. Franz, weiht du, was ich da getan habe?"

Ra, jodenfalls keine besondere Schmeichelei hast du dem armen Teufel für seinen guten Willen gesagt-"

Rein, mein Junge, so nett mitten in seiner verreg­neten Liebeserklärung hab ich ihm sein duftendes Heu an den Kopf geworfen und bin davon gelaufen."

Weiß du, Marie, das war nicht gerade sehr sein aber deutlich."

Stimmt; genau so sollte es auch 1«m!

Aber bu Brausekopf, der junge Mann scheint es mit tir doch im übrigen ehrlich zu meinen. Dabei ist er em

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anzuzeigen.

So, den wären wir nun wirklich definitiv los , sagte Marie, stieg in den Keller, holte eine bessere Flasche und dann haben wir beide recht herzlich auf das Wohl der jungen Brautleute angestoßen.

Dies war übrigens nicht das einzige Mal, daß ich das MädÄ aus ähnlichen Röten befreien mußte, denn, allen Familienstolz beiseite, ist sie doch ein nettes, frisches Frauenzimmerchcn, viel zu schade, um einmal als alte Jungfer zu verschimmeln. Ist's Zeit zur Freude, bann blitzt ihr der übermütige Schalk aus den Augen. Glt s hohe Ziele, bann sprüht es Begeisterung. Sind irgendwo ernste trübe Stunden eingekehrt, dann ist der h.lfberellen Liebe kein Ende und rüstig gehen die Hände zu helfen, wo nur Rot und Elend sich zeigen mag.

Wie waren wir beide glücklich, wenn wir wieder ein- mal solch eine Verfolgung der Liebe überstanden und wie übermütig lachte mein Schwesterlein, wenn ich als kalter Henkersknecht so einen armen Schelm mit seinen seligsten Hoffnungen abgetan hatte.

(Fortsetzung folgt.)

Da weitaus der meiste verfügbare Raum durch die Ab­bildungen eingenommen wird, kann der Text nur 19 knapp" fein. Es sind im ganzen 10 Aufsätze, die sich größtenteils mll allgemeineren Fragen der agyp IM Altertumswissenschaft befaflen, wobei der Sprung einer Tatsache zur andern oft etwas unvermittelt er­folgt. Einige dieser Auffätze sind von namhaften dem - scheu Aegyptologen verfaßt, andere wieder sind mehr am das Sensationsbedürfnis eingestellt. Die 5raflf dem Schicksal Lord Carnarvons und anderer Mithelfer will nicht zur Ruhe kommen. Emer der Aufsatz«, Aegyptische Gifte" überschrieben, vertritt allm Ernstes die Behauptung, Lord Carnarvon sei von./Eichen Rationalisten ermordet worden. Zum Zweifel for auch die Angaben über die Maßverhältnisse der Cheops­pyramide heraus, in deren Abmessungen man d» un­glaublichsten Beziehungen auf das Weltall mteberfmixn will. Doch wird dadurch niemand der Genuß der zayl- reichen guten Abbildungen geschmälert. Besonders stm die 6 großen farbigen Bilder mirb der Leser dankbar sein, sie sind so bis jetzt in keiner andern deutschen Mblr- kation enthalten und bllden den anziehendsten Schmuck des interessanten Heftes. s-

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netter Kerl, feine Familie, Geld wie Heu, und fo ein­mal an seiner Seite Frau Regierungsrat ober was man o mit beiden Händen zugleich zum Fenster hinausfchmei- zen sollte."

Franz, bitte feine Faxen, du kennst meine Grund- ätze, da steht keine Frau Regierungsrat drin. Ich bin und bleibe deine Marie, dein Schwesterlsin, und nun hälft du mir in Zukunft gefälligst dieses und ähnliches Grüngemüse hübsch vorn Halse. Oder, Bruderherz, willst du mich etwa los sein? Fehlt dir etwas? Un­dankbarer! Stehen dort nicht immer sechs Pfeifen ge­topft auf dem Brett, und qualmen darfst du, als ob ee keine weißen Gardinen gäbe? Liegt dein Bier nicht immer sein auf dem Eis? Hast bu nicht alle Tage einen reinen, blitzblanken Kragen, der den Reid deiner ver­heirateten Kollegen erweckt? Stehen nicht Schlafrock und Pantoffeln stets daheim zurecht, als ob bu ein geschwol­lener Kommerzienrat wärest? Und endlich dein Leib­gericht. Beefsteak ä la Meyer, kann das ein anderer fo zart, so saftig zurichten, wie deine Marie? Bruder-

Wenn ich auch von dem Gesagten nicht fo überzeugt gewesen wäre, wie cs tatsächlich der Fall, die überströ­mende Beredsamkeit hätte einen stärkeren Helden mund­tot gemacht, als ich mich zu sein rühmen darf.

Es war kein dankbares Geschäft, meinem guten Freund Gustav Pförtner pflichtgemäß den Kopf und das Herz wieder auf den rechten Fleck zu fetzen. Erst wollte er sich mit mir schießen, was ich dankbarst ablehnte. Dann wollte er selbst vor Gram und Herzeleid sterben. Als vernünftiger Mensch saß er dann jeweils bis 1 Uhr nachts imLöwen" und stillte seiner Seele Schmerz nut vor­züglichemSalvator". Hierbei sand er zu später Stunde, daß er ein schlechter Kerl sei, der zur Buße zeitlebens Einsiedler werden sollte. Am nächsten Morgen aber war gücklich der Erste des Monats und mit dem frischen Wechsel und den blanken Moneten in der Tasche pfiff er wohl und munter das Liedchen:Ein Bursch, wie ich, was macht sich der barausl" Bald darauf erhielten wir dann eine hübsche Karte, in der Herr Rittmeister v. Kne­bel und Frau sich die Ehre geben, die Beclobuirg chrer Tochter Else mit Henn Referendar Pförtner ergebest

Berliner Brief.

Der Mai ist getommen; die Gastwirte haben ihre Gärten vor die Tür aufs Trottoir gestellt, Sonntags wandert die Weltstadt aus, um in Werder die Baumblute 'U genießen (70 Sonderzüge fuhren am letzten Sonn­tag hin) und vor der großen Blumenmarkthalle an der Friedrichstraße, werden viele Waggon Frühling aus- aelodsn! Und wirklich kann keine Stadt so erfüllt mit Flieder fein wie Berlin. Nur daß es abgeschnütener Mieder ist Fliedersträuße, große weiße und dunkle Fucdersträuße in jedem Zimmer, ja in jedem Büro der Millionenstadt. Der Fliederkonsum Derlms muß enorm sein. Wo mag er Herkommen, um hier im großen Stein­haufen zu Dermalen?

Er ist Mode dieses Jahr, der Flieder. Die Banane ist geschlagen und verdrängt. Bananenfarbene Kleider sind nicht mehr modern, auch nicht die gelb-braunen Seid-nstrümpfe alle Mädchen bevorzugen das Flie­be r b l a u ; und wenn es nur die langen flatternden Bänder der Sommerhütchen sind, die diese ModeFange­bänder" nennt.

*

Rur die Theater haben noch Winter. Die The­atersaison ist noch nicht zu Ende; die Direktoren igno­rieren den Frühling und den Mai. Jede Woche bringt neue Premieren, als warte ihrer noch die ganze Winter­spielzeit. Aber es ist nickst mehr wie ehedem. Die Stücke halten nicht lange auf der Bühne aus. 14 Tage und bann ein neues, meist neuer Schund, ausländischer und inländischer. Selbst die nordischen Staaten liefern die Ware. Zwar nicht mehr schweren Ibsen und düsteren Strmdberg (Rur dieNora" wurde ein paarmal auf­geführt und StrindbergsWetterleuchten" aber es ging bald niemand mehr hin), nein: nun kommen leichte Schwänke aus dem Norden, nettes, amüsantes, harm­loses Geplauder, wieSchwank der Liebe", den das Trianon-Theater brachte. Aus England kommt viel Shaw aber es ist Shaw-Ausschuß und Schund! Wir hätten nie gedacht, daß der manchmal doch so geist­reiche Ire solches Blech wieEine musikalische Kur" ober Es hat nicht sollen sein" und das gänzlich pointenlose Leidenschaft, Gift und Versteinerung" geschrieben hat, die das Theater in der Königgrätzerstraße und das mit ihm assoziierte Künstlertheater brach­ten. Selbst d'Annnnzio hat man uns nicht vsrenthal- mn. Das R e n a i ss a n c e t h e a t e r, eine neue kleine Lttewtenbühne in der Hardenbergstraße gabDie tote Stadt", ,in der die Darsteller ganz leise gehen, pathettsch seufzen und zwischen den Sätzen lange sinnvolle Pausen machen müssen. Aber das Staa t st h e at e r blieb klassisch. Da gab es hprrlichc Shakespeare-Aufführun­gen, wie das festen gegebeneViel Lärm um nichts": nicht zu Dergefien ist die großeNibelungen"aufführung des Staatstheaters, die aber natürlich mit dem Nibe­lungenfilm nicht konkurrieren kann.

Wer wird denn auch noch ins Theater gehen, wenn es Kinos gibt? Uebrigens ist der Nibelungenfilm eine Leistung, deren einziger Fehler vielleicht die Sänge, ist. Ein schöner und spannender Film wird fett einigen Wochen hier gezeigtDer Berg des Schicksals" mit wirklich einzigartigen Naturaufnahmen aus den Alpen.

Daß ein breites Publikum aber trotz aller Regie­künste der eigentlichen Filmkunst müde ist, beweist die Begeisterung, mit der der Mount-Everest-Film aufge­nommen wurde. Kein Filmschauspieler ist dabei ge­wesen und bas ist sein Ruhm! Die englischen Berg­kletterer, die im vorigen Sommer den höchsten Berg der Welt fast bis zur Spitze erstiegen, haben den Fllm aufgenommen. Unb nie ist Erhabeneres als die schreck­lichen Felsenlandlchaften des Himalaya auf dem Film­band festgehalten worden.

Aber wie getagt, die Kinos tuen dem Theater un­geheuren Abbruch. Auch hat sich in der Bühnenwelt selbst ein Wandel vollzogen. Früher gab es eine be­schränkte Anzahl grcher Bühnen, heute aber gibt es in Berlin unzählige kleine, intime ober Kammer-Theater.

Trotzdem ist das Bühnenwesen nicht zersplittert, cs mirb beherrscht von wenigen Gruppen, die mehrere Theater zu gleicher Zett betreiben. Auch Max Reinhardt, der nächstens wieder von Wien nach Berlin zuruckkehrt, wird außer dem Deutschen Theater und den Kammerspielen noch eine kleine Bühne am Kurfürstendamm uberne^ men. Uebrigens kehren auch anbere Äunftte nach Deutschland zurück, settdem wirwertbeständig sind. Alexander Moissi, der Liebling der Damm, ist auch wieder da und läßt sich im Deutschen Theater als müder Hamlet oder als trotziger Prometheus bewundern und wie er bewundert wird, trotz einer schlechtes Presse! *

ga, die glückliche Sonne der wertbeständigen Ren. tenrnark steht auch über unserer Stadt: wir sind zwar alle sehr arm, aber es handelt sich wenigstens um «ne wertbeständige Armut ... Und da der Mensch das Böse überraschend schnell vergißt, so vergeßen wir Iw flation, Papiermark und Devisenfimmel. Und nur noch in Leitartikeln, Ministerreben und Tarifverhandlungen ist davon die Rede; mit drohend erhobenem Finger wird mtt der Inflation gedroht: wenn ihr nicht hubfch artig feid, dann, ,ja bann wirb die Inflation kommen.

Womit nicht gesagt sein soll, daß nicht manche der Jnflatton nachtrouern. Es war so amüsant, in Devisen zu machen! Auch sind die Vorgänge in Wien ein böses Omen; dort ist viel neuer Reichtum wie gewonnen so zerronnen, und selbst der große Basel und der r«che Eastiglioni wackell. Auch hier wackeln vroe Danken. Ueberbies Haien sich manche Leute die Weltgerichte zu einfach vorgestellt. Die öst erreichrsche Krone, die polnische und die deutsche Mark waren in schöne Regelmäßigkeit gesunken, solide Möglichkeiten des Verdienens gewährend. Als der französische Fran- ken zu sinken begann, war jedem smarten Geschäftsmann klar, was zu tuen sei: Spekulationen a la bmsse. Es kam aber anders. Und nun sind sehr fob.be Raufer insolvent. Mancher Bankier setz'e sich wie >m Klentopp an den prunkvollen Schreibtisch und schoß sich P>ff-pofl eine Kugel in den Kopf. Bedauernswerte Opfer. Cs gibt größeres und weniger verschuldetes Elend in der, <St diejenigen aber, die am meisten der Jnflatton nach, trauern, sind nicht mehr da: die Ausländer. Gesegnet die Stunde, da sie uns verließen! Nun muß man bie Ausländer in Berlin schon wieder suchen. Wie die Po­lizei, die kürzlich sogar in Berlin ein Chinesenvie» tel entdeckt hat. *

Im übrigen besitzen wir hier alle einen Radio­apparat. Herr von Bredow im Postministermm hat es uns zwar erst verbieten wollen, uns fo etwas lelvst zu bauen; aber wir waren klug genug, nicht auf ihn zu hören, und da er klüger sein wollte, gab er nach sintemalen er es ja schließlich nicht kontrollieren tarnt, ob wir unser Klavier, unser Bett ober bas Balkonbach als Antenne benutzen. Aber bas haben wir nicht mehr nötig: frank und frei spannen wir unsere Drähte quer über den Hof, ober auf bem Dache, von Schornstein zu Schornstein. Unb wir haben jeden Taa Konzert und tweimcck in der Woche drahtlosen englischen Sprach- unterricht unb nächstens hören wir sogar England!

Dr. Alphons Nobel.

k ««otß «s ist nicht der Ausfluß eines schönen fflefüljls, wenn man aus Rache zur Feder greift #en ager Well die ttttimsten Dinge ausplaubert «vd D

mehr als einmal habe ich bem lieben Mädel 1 feierlichem Nachdruck versprochen, nichts von alle- y zwischen uns passieren würde, in die leidige zu setzen; und wie mancher herzhafte Kuh hat S Versprechen besiegelt!

3Rit ehrlichem Entsetzen höre und sehe ich schon meine «benswürdigen Leserinnen über den schrecklichen Kerl, L^ort und Handschlag so leicht vergißt, der mit «üflen besiegelte Verträge herzlos bricht, loswettern.

Recht haben Sie, meine verehrten Damen, recht wie icr Unb fo habe ich denn überhaupt gar nicht die Tönung, mit meiner heutigen Erzählung auf einen be. ?Xrs freundichen Empfang zu stoßen. Wenn ich nun La bei meiner an und für sich schüchternen Natur be.i oX der Damen ganz besonders fürchte, diesmal soll er weder aus bem Sattel heben, noch meiner Hand w tintengefüllte Feder entwinden.

05 ist mir zum Bedürfnis geworden, mir einmal ein ordentliches Stück vorn Herzen herunterzuplaudern. Küsse bin, Versprechen her, mtt einem Kusse hat das böse Mäd­chen mir ja auch schließlich geft.mben, daß sie allen alten Abmachungen treulos geworden sei. Ja, wenn ich, durch ihren Treubruch angestachelt, nicht jüngst bie Courage erfunden hätte, meiner Gretel zu gestehen, wie lieb ich

habe, so wäre ich jetzt ber ärmste, verlassenste Teufel, her bis an sein Lebensende mit drei fehlenden Hosen- lnöpsen unb zwei faustgroßen Löchern in den Strümpfen durch diese schnöde Well stampfen müßte.

Was ich ba nun fo im ersten Eifer hingesprudelt »abe das klingt mir selbst so grausam unb beinahe goll- fes, ba& ich wirklich selbst die Notwendigkeit empftnde, im'Interesse der beteiligten Personen, wie meiner selbst bas Wirvjcll dieser Dinge in etwa zu lösen.

Ach, so zwei, wie wir zwei, das gibt's halt nicht wehr!" Das war das Leiblied meiner kleinen, guten, bäfen Schwester Marie, mit dem sie mich oft aus den Büchern geweckt hat. Dann legte sie mir in ihrer innigen Art wohl den weichen Arm um den Hals und zog mich mit sich in unser glückliches Plcmdereckchen. Da haben wir uns manchmal die großen Falten ber kleinen Sorgen auf ber Stirne geglättet und haben schließlich gelacht, selig wie kleine Kinder, die im jubelnden Mutwillen ihren besten Puppen die Köpfe eingeschlagen haben.

Den Tag war es just wieder mal so. Mein Schwester­lein sah vor mir, als ob ihr ber beste Braten in ber Küche ungebrannt wäre. Pah, wie dem sonst netten Mädel bie Runzeln in der Stirne und der verärgerte

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