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51. Zahrg

Dienstag, 20< Mai 1924

fir. 1$S

gegangen sein

Bei

Von besonderem Interesse

ist.

und bltcft erstaunt auf

Heinz, sondern

schiebt seine

Frau ungeduldig zur

über das unangenehme Gerede, das über Elsas Flucht

ftr kr f.uic yu,uru;ien Lvnngen. vöclucne ö Tinen5 uuer uu» ununyekE^me ous uuer tsqus tputyi

g 7*cn kosen um sein Haupt; sie tanzen in neckischem entstehen würde. Kein sorgender und teilnehmender Ge­blökt QU* ber Schreibtischplatte, aus den losen Brief- danke wanderte zu dem armen, verlassenen Kinde jen-

®nt die über's Meer hierhergeflogen. feits des Weltenmeeres. Da sah Danderstraaten ein,

slbc c^:ftracitcn sieht nichts von dem Spiel der necki- wie unrecht er seinem Kinde getan, zu verlangen, daß

"einen Kobolde, er denkt nur an sein Kind, an sie in dieser eitlen, oberflächlichen Frau die Mutter

er

ich kein« Hoffnung mehr. Ich hätte. sie wiedergeholt

sie in dieser eitlen, oberflächlichen Frau die Mutter

er denkt nur an sein Kind, an

(Fortsetzung folflt.)

des der

und von

Im den

einmal wieder

Anteil am Ge-

Rudolf? Bleib' lieber zu einem Spaziergang

Elsas Brief zu reden. Im Leid ist ihm eine Ahnung über Frau Hedwigs seichten, oberflächlichen Charakter aufgegangen. Leid ist ja ein guter Seelenmesser. Den Charakter einer Frau erkennt man am besten, wenn man beobachtet, wie sie sich im eigenen Leid und beim Leide anderer verhält. Frau Hedwigs Charakter aber hat sich nicht bewährt, sie war dem Gatten keine Stütz« in seinem Schmerz, sondern sie klagte und lamentierte nur

das Kirch der Frau, die er einst so innig geliebt. Was mag das Kind gelitten haben,. bis es sich zu solchem Schritte dr-rchgevungen? Wie sehr aber auch muß sie Heinz geliebt haben,Heinz!" Dieser Name bringt ihn zu einem plötzlichen Enffchluß. Ja, zu Heinz will er gehen, er muß jemand haben, zu dem er über Elsas Brief reden kann. Mit wem könnte er dies besser, als mit dem Mann, dessen Herz ganz seinem Kinde gehört? Er birgt die Briefblätter in seiner Brusttafche; dann nimmt er Hut und Stock und geht zur Fabrik hinüber.

Frau Hedwig kommt ihm mit einem Arm voll Flie-

So reicht er ihm das letzte Blatt.

Mit starren Augen liest Heinz zu Ende, dann sagt tonlos:

Eines anderen Weib' O Onkel Rudolf, letzt habe

gerlichen Mittelparteien verloren dürften. Es haben erhalten: Unabh. Sozialdemokrattsche Partei Bund der entrechteten Sparer Christliche Volksgemeinschaft Deutsche Arbeitnehmerpartei Deutscher Freiwirtschaftsbund Härcher-Bund

Nationale Freiheitspartei

Nationale Mindsrh. (Polen usw.) Partei der Mieter Republikanische Partei

Sozmler Bund

Bayerischer Mittelstandsbund

Völkischer Block

Parteilose Wirtschaftsgruppe

nicht angenehm."

Bande rstraaten Seite.

Laß mich, ich Kein Gedanke

hab« mit Heinz zu reden." kommt ihm, mit seiner Frau Über

Vanderstraaten sein Büro betritt.

Onkel Rudolf, sieht man dich auch hier? Wie gut, daß du endlich wieder schäfte nimmst."

Vanderstraaten schüttelt den Kopf.

Nicht das Geschäft führt mich her.

fen. Die Feier selbst mar auf den ©arten Versammlungslokals beschränkt und blieb Oeffentlichkeit verborgen.

sehen sollte. Ihre bezaubernde Schönhett hatte allen Reiz für ihn verloren, sie erschien ihm jetzt kokett un­albern. Ju ritterlich aber, die Schuld, die er durch seinen Mißgriff auf sich geladen, anderen fühlen zu laflen, blieb er äußerlich gegen Frau Hedwig freundlich und zuvor­kommend, an feinen Seelenleben hatte sie aber keinen Anteil mehr.

Heinz blickt verwundert von seinen Büchern auf, als

der unter der Haustür entgegen ihren Mann.

Wohin willst du denn jetzt, hier, die Mittagsschwüle fft doch

* Prinz Alexander Hohenlohe f. Prinz Alexan­der Hohenlohe, der jüngste Sohn des Reichskanz­lers Chlodwig von Hohenlohe, fft Samstag nach­mittag cm einem Herzschlag gestorben. In den Jahren 1893 bis 1903 vertrat er den Wahlkreis Hagenau-Weißenburg als Abgeordneter im Reichs­tag. Eine hervorragende Rolle spielte Prinz Hohenlohe in der pazffisttschen Bewegung.

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Der Deutsche Tag in Breslau.

Der am Sonntag in Breslau veranstaltete Deutsche Tag ist bis auf einen unbedeutenden Zu­sammenstoß zwffchen Kommunisten und Stahlhelm­leuten, bei dem die Polizei die Ruhe bald wieder herstellen konnte, ohne Zwischenfall verlau-

und hätte ich bis ans Ende der Welt fahren müßen. Nun aber ist sie mir verloren, ich habe kein Anrecht mehr an dein Kind. Tor, der ich war, fo lange zu schweigen! Warum habe ich nicht gerodet, als es Zett war! Von dem verhängnisvollen Irrtum hatte ich keine Ahnung. Arme Elsa, was muß sie gelitten haben!"

Mein armes, armes Kind! Hätte ich es nicht durch die Brille einer törichten Liebe, sondern mit vorurteils­freien Augen bettachtet, es hätte mehr Vertrauen zu mir gehabt."

Ja, Onkel Rudolf, ich fürchte, wir beide können uns den Dorwurf nicht ersparen, daß wir an dem armen Kinde gesündigt haben."

Da stützt sich Vanderstraaten schwer auf die Schreib- nschplaüe, frei und offen aber blickt er seinem Neffen in's Auge.

Ja, Heinz, du hast recht; ich habe mich an meinem Kinde versündigt. Seitdem Guste mir bei ihrem Schei­den die Worte zurief:Sie haben nicht recht daran ge- tan, Ihrem erwachsenen Kinde eine so junge Stiefmutter zu geben!", seitdem lassen mich diese Worte nicht mehr los. Dir muß ich mein Herz ausjchütten, Heinz, wenn es nicht ersticken soll. Talmi habe ich für echtes Gold «ingetaiffcht, eine Frau habe ich mir geholt, die nur singen, lachen und kosen kann, die aber im Ernst des Lebens vollständig versagt. Sie kann ja nicht dafür; Erziehung und Natur haben wohl zusammengewirkt, sie zu solch obefflächlichem Geschöpf zu machen, darum richte ich sie auch nicht. Elsa jedoch, von törichter Liebe nicht verblendet, hat wohl die wahre Natur ihrer St.efmuiter erkannt und ich Tor zürnte ihr und stieß sie von mir, weil sie nicht durch meine rosig gefärbte Brille sehen wollte."

Heinz jedoch ist auf seinem Posten nach wie vor. Seine unbeugsame Jugondkrkaft kann auch dieser Schlag nicht niederdrücken. Er bringt es sogar fertig, an seines Bruders Hochzeitstag ein heiteres Gesicht zu zeigen siohlich zu sein. Niemand als Onkel Rudolf darf ja *iner trostlosen Siebe etwas erfahren.

ein Brief von Elsa, da nimm und lies. Welch einem verhängnisvollen Irrtum ist das arme Kind zum Opfer gefallen."

Heinz liest, er liest die reuevollen Anklagen Elsas, ihre kindliche Bitte um Verzeihung, er vernimmt aber auch ihre Verzweiflung, die sie erfaßte, als sie von Heinzens Liebe zu Ruth erfuhr.Ich konnte nicht blei­ben, Vater, ich konnte es nicht, ich wäre wahnsinnig geworden, hätte ich Ruth in feinen Armen gesehen."

Da legt Heinz den Kopf auf die Schreibtischplatte, der Brief entfällt seiner Hand, er aber weint wie ein Kind.

Danderstraaten läßt ihn ruhig weinen, dann aber sagt er leise:Lies zu Ende, Heinz; noch weißt du nicht alles. Armer Junge, ich kann dir die bittere Wahr­heit nicht verschweigen."

42 171 Stimmen

58 880

124 880

36 130

36 122

23 828

59 788

133 628

46 975

45 775

25 607

5 681

9 439

1847

daß der Bund

Lachende Frühlingstage ziehen über die Heide.

blühen Flieder und Jasmin. Drinnen in .... eleganten Räumen aber wohnt Trauer und Einsamkeit. Da flattert eines Tages abermals ein Briefchen aus Fremde auf Bande rracttens Arbeitstisch. Durch die hohen Bogeiffenster lacht der blaue Frühlingshmrmel, Sotbftsrniger Jasmin klopft neckend an die Scheiben, Aandsrstraatens Blick aber ist finster, seine Stirn um- wolkt. Er hält Elsas Brief in der zitternden Hand; er - es nicht, den Brief zu öffnen, er fürchtet sich W vor dem, was er nun erfahren soll. Seufzend h^u^e* er endlich den Umschlag auf, mehrere dicht- Wtebene Blätter fallen heraus, und Vanderstraaten «est und liest.

j^1'5 *eincn Äug?" ist der finstere Ausdruck verfchwun- t- 'le blicken weich und wehmütig, Träne um Träne , über seine gefurchten Wangen. Goldene S.nncn-

Berourworttich ür die Schrittleimng: Dr. JobanueS Kramer. Anretgen: I. P arretier, Fulda. Notat on?druck und verlas der s Fuldaer Aetiendruckere, in Fulda. FeruivreLer Rr. 9. :.

Bezugspreis sürAvr N Posibestcllung 1.80.Stadtberag 1.50 Wf.

was soll werden?

Aus beim Reichstag teilt uns unser parla­mentarischer Vertreter mit:

Die politische Situation sieht sich gegenwärtig verworren an. Das alte Unheil, daß wir die Dinge viel zu sehr, ja, teilweise sogar ausschließlich unter innenpolitischen Gesichtspunkten betrachten, ohne auf die außenpolitischen Zusammenhänge und Notwendigkeiten, die gerade im gegenwärtigen Augenblick im Vordergrund stehen, emzugehen, fft auch jetzt wieder Schuld an dem augenblicklichen Zustand, den auf rascheste Weise zu beenden, das Gebot der Stunde ist.

Der mehr oder minder diplomatischeRoten- wechsÄ", der dieser Tage in der Presse zwischen den Parteien und der Regierung ausgeführt worden ist, hat es dahin gebracht, daß man sich immer mehr auseinander redete. Jetzt aber gilt es, Ent­schlüsse zu fassen: Wassoll wer de n? Das ist die Frage, die eine schleunige Beantwortung erheischt. Die jetzige Regierung stellt sich auf den Standpunkt, daß ein Rücktritt vor dem Wtederzusammentritt des Reichstages nicht nur nicht notwendig, sondern so­gar aus inneren und äußeren Gründen unmittel­bare Gefahren mit sich bringen mühte. Man hält es n i ch t für angängig, die auch trotz der poli­tischen Vorgänge in den verschiedenen Ländern in­zwischen nicht abgerissenen Vorverhandlungen zur endgültigen Lösung der Reparations­frage mit einem Male abzustoppen. Um sie, einmal unterbrochen, wieder in Fluß zu bringen, wird eine sehr geraume Zeit vergehen. Aber auch aus Gründen der Staatsautiorität und der Staats- Raifon erscheint den die Regierung stützenden bür­gerlichen Mittelparteien ein Rücktritt im jetzigen Augenblick näht für angängig. Dazu kommt die weitere Erwägung, daß das jetzige Wahlergebnis gewisse innerpolitische Verschiebungen, die sich ja nicht nur in einer Verschärfung der Parteien äußerst rechts, sondern auch der Parteien der äußersten Linken ausprägen, gebracht hat, daß aber eine vollständige Umlenkung des politischen Steuers nicht gegeben ist. Davor würde erst dann ge­sprochen werden können, wenn aus den Wahlen eine feste Mehrheit nach der einen oder anderen Seite hin herausgekommen wäre. Das ist aber nicht der Fall. Die bisherigen Mittelparteien be­rufen sich auch darauf, daß, wenn sie auch im ge­samten genommen, geschwächt aus den Wahlen hervorgegangen sind, so doch noch die Mehrheit be­sitzen, und sie machen dabei die außenpoliti­sche Einstellung dieser Parteien, da der Wahl­kampf um die Entscheidung der außenpolitischen Schicksalsfragen geschlagen wurde, auch durch das Volk seine Billigung fand.

Und das ist auch der entscheidende Punkt, um den sich die nächsten politischen Entwicklungen ran­ken werden: Fortführung der. bisherigen Außen­politik oder gänzliche Umkehr! Ganz gleich, wem ber Reichspräsident die Bildung des neuen Kabi­netts anbietet: Es muß vorher Klarheit geschaffen werden, welche äußere Politik die zur Kabi­nettsbildung berufene Persönlichkeit treiben will und mit welchen politischen und paramentarffchen Kräften diese Politik durchgeführt werden soll. Wür­den die Deutsch-nationalen den Auftrag zur Kabi­nettsbildung bekommen, dann würden die Mittel­parteien, wenn sie zur Teilnahme an einer solchen Regierung aufgefordert werden, was ja unerläßlich ist, ito die Deutschnationalen für sich allein, auch nicht mit sämtlichen Oppositionsparteien, eine Mehr­heit hätten, ganz bestimmt formulierte Fra­gen an die Deutschnationalen hinsichtlich chrer Poli­tik nach innen und vornehmlich nach außen stellen. Umgekehrt würden die bürgerlichen Parteien, wenn einem ihrer Vertreter die Regierungsbildung ange­tragen würde, die Deutschnationalen zur Regie­rungsteilnahme auffordern denn darüber, daß das geschieht, kann es gar keinen Zweifel geben. Sie werden aber gleichzeitig die ihnen für die er- fpriehl-ahe Führung der Reichsgefchäste nach innen und außen notwendigen Voraussetzungen formu-

smsitt meist bei Men.

Tas Abstimmungsergebnis.

Aus Hannover wird gemeldet:

Bon der Gesamtzahl der Abstimmungsberechtigten nämlich 1770 000, haben 438 961 mit Ja gestimmt. $a jedoch die Anhänger einer Trennung Hannovers oon Preußen ein Drittel der Gesamtzahl der Ab­stimmungsberechtigten, also 590000 Stimmen, auf» bringen müssen, hat die Abstimmung für ein Ver­bleiben Hannovers bei Preußen entschieden.

schen Bevölkerung hinter dieser Bewegung stehen würde. Und nun bringt dieser Freiwirtschaftsbund in ganz Deutschland ganze 36 000 Stimmen auf. Daß ein Wahlvorschlag des Häußerbundes über­haupt möglich war, ist eine Blamage für das deutsche Volk. Der Reichstag wird die Aufgabe haben, daß derartige Hanswurstiaden in der Zu­kunft unmöglich gemacht werden. Richt minder kläglich hat die neue republikanische Partei sowie die Partei der Mieter abgeschnitten. Der gesunde Sinn der Wählerschaft hat erkannt, daß von dem Hereinwerfen dieser oder jener Spezialfrage die Zukunft Deutschlands nicht ab» hängt und deshalb hatten alle diese neuen Partei­gruppen, mochten sie heißen, wie sie wollen, keinen Zuzug. Wer die personellen und sachlichen Ver­hältnisse kennt, der weiß, wieviel politisches per­sönliches Strebertum bei der Gründung der verschiedenen Parteigrüppchen mitgewirkt hat, der weiß aber auch, wieviel unverantwortliches Schwätzerturn hinter den einzelnen Gruppen steckt. Äer seine Standesinteressen in sachlicher und wirksamer Weise vertreten haben will, der hatte in Deutschland wahrhaftig Gelegenheit genug, sich der einen oder andern größeren Partei­gruppe anzuschließen und dort dafür zu sorgen, daß die berechtigten Interessen der einzelnen Stände zur Geltung und Anerkennung kommen. Dieses gilt auch gegenüber dem M i t t e l st a n d, der sich da und dort auch auf Kosten der Zeiltrums- partei Absplitterungen geleistet hat, die letzten Endes nur dann verständlich find, wenn zu Gun­sten dieser Kreise angenommen wird, daß sie eben die Haltung der Zentrumspartei und deren Tätig­keit zu Gunsten des Mittelstandes überhaupt nicht kennen. Ebenso sind die Absplitterungen vom Zentrumsturm in den bäuerlichen Kreisen zu be­werten. Wo die Zentrumspartei mit ihrer Auf­klärungsarbeit hinkam, da gab es keine Absplitte­rungen, sondern vielmehr Stimm enzuwa chs. Durch die Absplitterung der sog. Christlichen Volks­gemeinschaft und die anderen kleinen Gruppen sind dem Zentrum mindestens 8 Mandate verloren ge­gangen.

Aus den Gründungsmöglichkeiten für neue Parteigruppen ergibt sich aber die Schlußfolgerung, daß die Zentrumspartei die Aufklärungs- arbeit nid)t erst während der W a h l z e i t be­treiben darf, sondern daß sie das ganze Jahr hin­durch mehr aktiv tätig fein muß. Der Fehler liegt auch darin, daß seither sich viel zu wenig Zen­trumsabgeordnete der praktischen Agita- tionsarbeit in Wort und Schrift zur Verfügung ge­stellt haben. Hinzu kommt noch, daß in der Zett der Geldentwertung die Presse gar nicht mehr den Raum zur Verfügung hatte, um über die Tä­tigkeit der Zentrumsfraktionen in den Parlamen­ten auch nur einigermaßen ausreichend berichten zu können. Hoffenllich find diese Verhältnisse für immer behoben, s

Die neuen kleinen Parteien.

Vom Abgeordneten A n d r e-Stuttgart.

Die bis jetzt vorliegenden amtlichen Wahlergeb­nisse weisen aus, daß bei den letzten Reichstags­wahlen für 14 neue Parteigruppen 650 860 Stimmen völlig wertlos abgegeben worden find. In dieser Zahl stecken zirka 11 Reichs­tagsmandate, die zum größten Teil den bür»

der entrechteten Sparer von feinen 58 880 Stim­men mehr als die Hälfte, nämlich 29 962 Stimmen in Württemberg erhalten hat. Ein klägliches Fiasko hat sodann der Freiwirtschaftsbund erlebt, der an einigen Orten in Württemberg ebenfalls nicht un­erhebliche Stimmenzahlen auf sich vereinigt hat. Wer schon Gelegenheit hatte, mit den Vertretern der Freilandbewegung in Versammlungs-Diskus­sionen zusammen zu stoßen, der hat den Eindruck gewinnen können, als ob ein großer Teil der deut­

* Das Zentrum im bayerischen Landtag, den bayerischen Landtagswahlen erhielt die christlich- soziale Partei (Zentrum) ein Mandat. Ein zweites fiel ihr bei der Verteilung der Restmandate zu und kam an Leo Weismantel (Untetfranfen). Sie hat also 2 Mandate, nicht 12, wie es hier kürzlich infolge eine? Versehens hieß.

Ä te - VMlNvrWttlvM, (MMsik. Möge 15 W.)

uldaerZeitung

Amklicher Anzeiger für den kreis und die Skadk Fulda.___

ßeren und eine Stellungnahme zu diesen Dingen verlangen.

Nur auf solche Weise kommt man vorwärts. In l'.ser Woche schon, wenn die Parteien fast alle Ge­legenheit gehabt haben, zu der Lage Stellung zu zu nehmen, werden die entscheidenden Schritte er­folgen. Was jetzt zunächst geschehen muß, das fft, die beiden vorläufig noch entgegengesetzt gegenüber-- stehenden Gruppen an einen Verhand­lungstisch zu bringen. Dann wird man auf Grund der formulierten Voraussetzungen und Er­klärungen sich sehr bald ein Bild über die kom­mende Enttvicklungsmöglichkeit machen können.

Darüber fft sich im Parlament so ziemlich alles einig, daß eine R e g ier un g s k r i si s gar noch von wochenlanger Dauer unter keinen Um­ständen getragen werden kann. Man muß bis zu der Stunde, da der Reichstag zusammentritt, über den kommenden Gang der Dinge vollständig Klarheit haben, Dann ist auch die Möglichkeit ge­geben, daß die gegenwärtige Regierung, was wahr­scheinlich auch so kommen wird, unmittelbar vor Beginn der Reichstagsverhandlungen zu- rück tritt. Die neu zu beauftragende Persönlich­keit müßte in diesem Augenblick schon bereit stehen, und nicht nur das, sondern sie müßte auch bereite über die kommende Regierung und ihre ZusaMmen- setzung ein möglichst fertiges Programm, sowohl nach der sachlichen wie nach der persönlichen Seite hin, in der Tasche haben. Eine andere Regelung ist nicht möglich, ohne schwere Schäden nach innen- und außen zu einer Klärung der Lage und zu den gerade jetzt so dringend notwendigen Grundlagen für die Führung der Geschäfte des Reiches zu kom­men. Wenn man weiß, wie die wirtschaft­lichen Derhültniffe auf das alferengfte mit einer raschen und befriedigenden Klärung der politi­schen Situation in Zusammenhang stehen, wie die gegenwärtigen Kreditschwierigkeiten nach­gerade in einer beängstigenden Weise an dem bis­her mühsam aufrechterhaltenen Dau unserer Wäh­rung und an der Rentenmark rücken, wenn man die furchtbaren Gefahren sieht, die aus diesen Zusammenhängen vielleicht sehr rasch erstehen kön­nen, roemt nicht dringend die Gegenwehr organi­siert wird, dann versteht man die Sorge, die jede veratwortungsbewußte Persönlichkeit überkommen muß, angesichts der gegenwärtigen Lage. Wir möchten wünschen, daß die Gewählten des Volkes dieses Gebot der Stunde erkennen.

Das Herdeschloß.

Roman von Marie Darling. 27 _________

Die Bestrebungen in Hannover, von dem Ar­tikel 18 der Reichsverfassung Gebrauch zu machen und als Land selbständig zu werden, haben ihren Urgrund bekanntlich in föderalistischen Nei­gungen, die gerade den bodenständigen Deutschen eigentümlich sind, vor allem aber in der Abnei­gung, die Preußen von langer Zeit her vielfach sich zugezogen hat. Wir wissen das ja aus der Geschichte unserer kurhessischen Heimat, die mit derjenigen Hannovers seit 1866 viele Berüh­rungspunkte hat. Das alte Preußen wußte die berechtigte Eigenart der neu erworbenen Landes­teile nickt zu respektieren. Es durchsetzte die Be­amtenkörper, namentlich im Verwaltungsdienst, mit Leuten, die zum Volk in keiner Weise paßten, die Bevölkerung der alten Kulturgebiete im süd-west­lichen Deutschland nach Art ostelbischer Junkerre­gierten" usw. Nach der Revolution kamen in Han­nover an maßgebende Stellen landfremde Sozial­demokraten, die sich keine größere Sympathie zu erringen wußten wie die früheren preußischen Auto­kraten. Diese Stimmungen wurden jetzt für das Selbständigkeitsbegehren des Landes Hannover ins Feld geführt. Aber die vernünftige Ueberlegung ist in Hannover doch ersteulicherweife stärker ge­wesen als die stimmungsmäßige Abneigung gegen Preußen. Die Kleinstaaterei paßt nicht in unsere Zeit. Wenn Hannover aus Preußen aus- geschieden wäre, hätte vielleicht die Ausscheidungs­bewegung auch in andern Gebieten ernste Formen angenommen. Die deutsche Reichsgewalt, schon an sich durch die europäische Lage erschüttert, wäre dadurch weiter geschwächt und Deutschland seinen äußeren Feinden gegenüber noch schutzloser ge­worden. Für uns Katholiken in Preußen märe eine Verminderung um die in Hannover wohnenden Glaubensbrüder besonders ungünstig gewesen, weil wir dann noch mehr wie bisher die Nachteile der Minderheit zu kosten bekommen hät­ten. In diesem wie in jedem andern ähnlichen Fall (es gibt ja auch eine hessische Selbständigkeits- bewegung), muß es heißen: keineKirchtur ms- po litik! Immer ans Ganze gedacht! Alle Kraft daran gefetzt, daß im bestehenden Groß­staat gerechte Zustände herbeigeführt werden; dann find gewagte Gründungen neuer Staaten nicht nötig.

Das Ergebnis der Abstimmung in Hannover ist deshalb mit Genugtuung zu verzeichnen.

* Braunschweig und sein früherer Herzog. Dem Landtag in Braunschweig ist eine Regierungsvor­lage zugegangen, welche die Auseinander­setzung zwischen dem braunschweigischen Staat und beim vormals regierenden Hsrzoghaus zum Gegenstand hat. Danach würden dem ehemaligen herzoglichen Haus in der Hauptsache das Schloß zu Braunschweig, die zum ehemaligen Hofjagdrevier gehörenden Forsten und die Güter Heimdurg, Hessen und Lichtenberg einschließlich der bei Hessen und Lichtenberg gelegenen Forsten, ferner das Gestüt zu Harzburg zufallen. Dafür erkennt das «he- maüge herzogliche Haus an, daß das Kammergut und die ehemalige Hofstatt sich im übrigen im Eigen­tum des Staates befinden und verachtet auf alle m dieser Richtung zu erhebenden Rechtsansprüche.

* Todesfälle in Frankreich. Im Alter von 77 Jahren ist der bekannte Philanthrop Emil Deuffch de la Mourthe gestorben. In Paris ist der Ver­teidiger von Kitt el Amara, General T o w n f o n d, in der Wohnung feiner Schwiegermutter, bei der er M Besuch weilte, unerwartet gestorben.