Zur Unterhaltung.
Heideschloß strahlender dem Saum
wir zum Doktorhaus als man eine Weile hat.
erscheint. Elsa dagegen steht blaß sie genießt auch ftlst nichts.
„Wso zum Silvesterabend sind
Das tzeideschlotz.
Roman von Marie Harling.
Mit ruhiger Freundlichkeit spricht sie zu ihm. Fast etwas wie Mitleid will sich regen, als sie das Erblassen des stmgen Mannes steht. Dennoch aber bleibt sie fest seinen Bitten gegenüber.
„3d) achte Sie doch zu hoch, fians, als daß ich Ihnen ein Los an meiner Seite wünschen möchte. Wir beide find zu verschieden, um mit einander glücklich zu werden."
Betrübt geht fjans Dietrich fort Ach, er ahnt nicht, welch schwere Seelenkömpfe Elsa durchgemacht, ehe sie sich zu dem Entschluß durchgerungen, der mm unwiderruflich feststeht.
Mit fester Hand hat sie jetzt den Kontrakt unterschrieben, der sie auf immer aus dem Vaterhause verbannen wird. Das Schriftstück ist bereits unterwegs, sie hat es sofort abgeschickt.
Armes, törichtes Kind! fiätte sie doch jemand um Rat gefreut, ehe sie die verhängnisvolle Unterschrift abgegeben' Wie viel Schmerz und Not wäre ihr erspart geblieben! 3n ihrer Verblendung glaubte sie sich gerade von den Menschen, die ihr die nächsten waren nud die ihr die liebsten sein sollten, verstoßen und verspottet. 3hr durch falsche Erziehung allzu stark entwickeltes Sslbstön- digkeitsgefühl läßt sie den Rat anderer verschmähen, ihre überschwängliche Liebe, die sie einst für den vergötterten Vater empfunden, hat sich unter der Einwirkung rasender Eifersucht in Kälte und Entfremdung verwandelt, Stätte Frau Hedwig mehr Menschenkenntnis besesten, hätte sie es verstanden, in der Seele Elsas zu lesen, hätte sie Der- ständnis für den Schmerz des einsamen Kindes gehabt, Elsas im Grunde edle und großangelegte Natur hätte sich dann wohl der Liebe eines edlen Frauenherzens auf die Dauer nicht verschlossen. Diese Frau aber, die nur aus her Oberfläche des Lebens lebte, die für nichts Sinn hatte als für Vergnügen und schöne Kleider, für Liebesgetän- del und eitlen Tand, diese Frau konnte einer Elsa Dan- derstraaten nichts sein nud nichts werden.
gebeten," bemerkt Vanderstraaten,
über bas gestrige Fest geplaudert ,
,Lch möchte hier bleiben," antwortet Elsa, bereut aber
das Wort sofort, als sie Horsts und Frau Hedwigs Blicke
ftlschung.
Heinz erscheint nicht zum Feste, nur Grete und Ruth _ den Arm einstweilen noch in der Binde trägt, er zu großen Festlichkeiten nicht gut kommen.
Frau Hedwig ist in ihrem Element, sie strahlt vor vergnügen. Vanderstraaten blickt lächelnd auf seine fröhliche Frau.
Tor, der er mar, sich selbst so lange dieses angenehmen Anblicks zu berauben und sich und seiner Frau trübe stunden zu bereiten! Lang« schon trägt er sich mit dem gebauten, Elsa einmal auf Reisen zu schicken, vielleicht, haß die Fremde wohltuend auf ihren Gemütszustand Wirkt
Am Abend des Festes, kurz bevor Elsa sich auf ihr Zimmer zurückzieht, rüst der Vater sie in !:in Arbeitszimmer.
,Elsa, ich ertrage dein finsteres E,c sicht nicht länger, ja ertötest ja jede Lebensfreude in mir. Wenn du mit meiner zweiten Heirat auch nicht einverstanden bist, so konnte ich doch wohl soviel Rücksicht von dir erwarten, daß du meiner Frau wenigstens freundlich entgegen» kommst Da du aber letzteres nicht vermagst, so ist es wohl das Beste für uns alle, wenn du die Heimat auf kurze Zell verläßt. Sobald ich eine passende Begleitung für dich gefunden habe, werde i ch dich auf Reisen senden."
. Elsas Gesicht ist bei des Vaters Worten hart und hgrter geworden; jetzt, da er schweigt antwortet sie mit unverhohlener Bitterkeü:
„Du brauchst deine Worte nicht so forgfältig zu wählen, Papa; ich verstehe den Sinn ja doch. 3hr roottt mich fortschicken, well ich euch im Wege bin. Spart euch die Mühe, ich gehe schon von selbst"
„Welche Albernhett nun wieder, Elsa, so zu reden! Kind, wer hat dich doch so beeinflußt daß man kaum ein vernünftiges Wort mit dir reden kann? Ueberall witterst du Feindselig kellen, selbst dort, wo nur die Fürsorge für dich mein Handeln diktiert Eins ober bitte ich mir aus: Zeige wenigstens heute abend ein freundliches Gesicht, daß doch nicht alle Welt die Zerrissenheit unseres häuslichen Verhältnisies sehen."
„3ch werde mir Mühe geben, dich zufrieden zu stellen!" erwidert Elsa kühl. „Hast du mir noch mehr zu sagen, oder darf ich auf mein Zimmer gehen?"
Sanberftraaten geht ein paarmal im Zimmer auf und ab, ehe er antwortet; er überlegt augenscheinlich, wie er Elsa noch sagen soll, was er auf dem Herzen hat *
Befremdet blickt Elsa den Vater an, der in augenscheinlicher Verlegenheit vor ihr fielst.
„Elsa, es muß einmal gesagt fein, obschon es mir sehr unangenehm ist mit dir darüber zu reden. Von Mama nimmst du ja nie etwas an, so bleibt mir nichts übrig, als es dir selbst zu sagen. Wir erwarten in kürzester Zell die Verlobung Heinz' und Ruths. Einem Briefe Tante Kathinkas nach zu urteilen wird sie wohl am Sylvesterabend erfolgen; denn sie bittet uns zu einem Deinen Familienfest hinüber. Mama glaubt bemerkt zu haben, daß du für Heinz in letzter Zeit eine besondere Vorliebe hattest, ich möchte dich deshalb über die Verhältnisse aufklären, damtt du dich beherrschen kannst, wenn vielleicht heute abend etwas über die bevorstehende Verlobung gejagt wird. 3ch hatte Heinz sehr gerne zum Schwiegersohn gehabt, glaubte aber, du habest kein Sn» teresse für ihn, da du meiner Ansicht nach stets sehr kratz- bürstig gegen Heinz warst Mama behauptet allerdings^ das gerade Oegenteil.“
Vanderstraaten atmet ordentlich erleichtert auf, als er seine lange Rede beendet, er hat es vermieden, feine Tochter anzusehen, sonst hätte er bemerkt, wie blaß sie geworden, welch unsagbar tiefes Weh aus ihren Augen hrach.
Als der Vater geendet, hat sie sich bereits wieder in 6er Gewalt Kalter Hohn spricht aus ihren Zügen und aus dem Ton ihrer Stimme. „Es tut mir leid, daß ich Mama des Irrtums zeihen muß; sie hätte ihre sensatto- nelle Neuigkeit besser für sich behalten. Heinz war und ift mir nichts weiter als ein älterer Detter, mll dem sich gelegentlich ein wenig strellen läßt."
„Nun ja, Elsa, ich habe das Slama ja auch gesagt! Warum aber nimmst du dann die Werbung Hans Dietrichs nicht an? Er ist ein tüchttger Mensch und würde mir eine rechte Stütze fein."
Einen Augenblick kämpft Elsa mit sich. Soll sie Hans Dietrich erhören, soll sie Heinz durch ihre Sertobumg zuvorkommen?
Doch nein! Stolz hebt sie den Kops empor. Sich hinter die Verlobung mll einem ungeliebten Mann zu verschanzen, kommt chr feige und verächtlich vor. Feigheit ist niemals ihre Sache. Zudem will sie frei fein, ganz frei! Erwartungsvoll hat Sanberftraaten feine Tcchier angeblickt; er sieht den Kampf in ihren Zügen, sieht aber auch, wie der Blick ihrer Augen stolzer und käller wird.
„Bedauere sehr, Papa, daß ich deinen Wunsch nicht «füllen tarnt. Ich mag meine Freiheit nicht aufgeben, «m mich an einen Mann zu binden, den ich niemals «erde lieben können."
Ungefähr dieselben Worte, die sie zu ihrem Vater gesprochen, sagt sie wenige Stunden später auch zu Hans Dietrich, der um Liebe bittend vor ihr steht.
Frau Hedwig ist spät aufgeftanben; sie sieht schon wieder frisch und strahlend aus, als sie am Kaffeetisch " und übernächtig aus,
17]
Sm zweiten Weihnachtstage findet im
•rofte Gesellschaft flott. Ein deckenhoher, -ickterbaum steht im großen Saal und unter ßegt für jeden Festteilnehmer eine kleine, sinnige lieber-
in erstaunter Frage auf sich ruhen fühlt.
„Mer Kindl" bemertt Frau Hedwig fast zaghaft, dein Fernbleiben könnte doch zu falschen Deutungen Der. anlassung geben."
Elsa schürzt hochmütig die Lippen.
„Ich fürchte das nicht; um aber zu beweisen, wie gleichgültig mir der ganze Klatsch ist, werde ich doch, mll- gehen, das heißt, wenn ich noch nicht abgereift bin."
„Du willst verreisen?"
Horst tmd Frau Hedwig fragen es gleichzeitig.
Elsa fühlt, wie ein feines Rot ihr ins Gesicht steigt; ihrer aufrichtigen Natur ist jede Lüge und Verstellung ein Greuel. Nun aber muß sie doch zur Lüge ihre Zuflucht nehmen, um ungehindert sich ihrer neuen Lauf- bahn zuwenden zu können.
„Snierbmgs möchte ich verreisen, und zwar zu einer meiner Erzieherinnen. Du erinnerst dich vielleicht, Papa, daß Fräulein Hartmann stets mein besonderer Vorzug war. Sie besitzt ein Töchterpensionat in Bonn und hat mich schon häufig eingeladen."
„Gut, Kind!" antwortet Vanderstraaten, „da wäre ja für dich etwas Passendes gefunden. Gehe ruhig zu ihr, ich erinnere mich, daß Fräulein Hartmann eine sehr sympathische Dame war."
„Ich erwarte in diesen Tagen ihre Antwort und muß mich mit meiner Abreise danach richten."
Der Silvesterabend sieht Elsa aber dennoch im Heide- schloß; sie kann erst am 8. Januar reisen, da Westennann mit seiner Truppe erst am 2. Januar eintrifft. Elsa will wirflich bet Fräulein Hartmann einige Tage Woh- nung nehmen; sie hat jedoch der letzteren nichts von ihren Zukunftsplänen verraten. Sobald sie einigermaßen selbständig ist, will sie bann die alte Guste zu sich nehmen.
Frau Kathinkas Siloesterftier verspricht recht gemüt- sich zu werden. Sehr überrascht ist man, auch ihren ältesten Sohn Franz vorzufinden, der vor einigen Tagen in Deutschland eingetroffen ist.
Rudolf Vanderstraaten begrüßt den Neffen recht Herz- fuf), und schon bald, nachdem das schmackhaft zubereitete Esten, das allen sehr gut gemundet und nicht unwesentlich zur Erhöhung der Behaglichkeit beigetragen vorüber ist, sind die Herren in ein sehr anregendes Gespräch über neue technische Erfindungen auf dem Gebiete des Ma- schinenbcmwesens verwickelt. Frau Hedwig aber hangt sich schmeichelnd an des Gatten Arm.
„Nein, bitte, Rudolf, heute müssen die Geschäfte einmal ruhen; du bist heute in Damengesellschaft und wirst doch nicht so ungalant sein, die jungen Herren in ein Gespräch zu verwickeln, das den Damen uninteressant ist. Bitte, meine Damen, helfen Sie mir doch, meinen gestrengen Gemahl zu bereden!" wendet sie sich bann lächelnd an die anderen.
Die Herren lachen amüsiert. Doch Ruth erwidert mit kühler Ironie: „Ich kann Ihre Bitte auf keinen Fall unterstützen, Frau Vanderstraaten; den Herren ist es null einmal Bedürfnis, auch in Gesellschaft von ihren Geschäften zu reden. Ich finde das auch ganz in der Ordnung; denn wofür man sich intereffiert, davon redet man. Wir sollten uns eben auch für die Geschäfte unserer Männer, Brüder oder Väter interessieren, damit wir von ihnen nicht immer als gedankenloses Spielzeug behandelt werden."
Frau Hedwig hält sich lachend die Ohren W. - (Fortsetzung folgt)
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Waldlichtung getragen und hier gemeinsam in einem großen Mafsengrabe beigesetzt. Siete Stämme namentlich der Prärie-Indianer bestatte» ten ihre Toten nicht in der Erde, sondern nähten den bemalten, bekleideten und bewaffneten Leichnam in Büffelfelle ein und legten ihn dann auf einem aus Stangen errichteten Hoibgerüft nieder. Waren die Leichname auf den Gerüsten verfallen, o wurden die Schädel auf den mit „Medizintangen" und Bifonfchädeln geschmückten Opfer» fiatz gebracht und hier kreisförmig auf Salbei- blättern niedergelegt. In Denglers vortrefflichem „Indianerbuch" (Franckhjcher Verlag in Stuttgart) mb alle diese merkwürdigen Sitten durch anschauliche Bilder dargestellt. _____________________________
Aus aller well.
— Neues zur Goetheforschung. Neue bisher völlig unbekannte Beiträge zur Goetheforschung bringt die bekannte Monatsschrift „Der Harz" in ihrem soeben erschienenen Aprilheft „Deutsche Dichter und Denker im Ham". Bekanntlich hatte Goetbe Ende November 1777 seine erste Harzreise unter dem Namen eines Malers Weber au5 Darmstadt an« Getreten und übernachtete am 30. November, einem Sonntag zu Montag, in Ilfeld im „Gastbaus zur Krone". Durch eine eingehende Lokalforschung ist es gelungen, die P-rionen zu identifizieren, mit denen Goethe damals in Ilfeld zulammengetrofien ist. Das bedeutet einen wesentlichen Fortschritt in der Goetheforschung, da die Ergebnisse auf b'sber unbekannten Quellenstudium beruhen. Auch sonst werden Goetbes Beziehungen zum Harz in 5 Beiträgen behandelt Das staatliche ca. 120 Seiten starke Hest bringt außerdem aus bet Feder von 40 Heimat-Schrift- stellern eine Fülle von z. T. neuem Stoff über Dichter .ind Denker, die Beziehungen zum Harz gehabt haben. Sehr zu begrüßen ist das in diesem Heft ertba'tene Preisausschreiben zur Schaffung eines uretonen Harzer Volksliedes (Bedingungen durch den Ve>lc»). Das Heft ist zu dem billigen Preise von 0,50 M„ im Jahresabonnement 6 Mk. durch den Verlag Job. Friedr. Eilers, Magdeburg zu beziehen. Postscheck Magdeburg 1700.)
— Die indische Laufente gehört zu unserem besten Nutzgeflügel. Sie ist febr wetterfest und abgehärtet, die Aufzucht ist verhältnismäßkg leicht. Die Jungen wachsen schnell heran und sind in etwa 3 Monaten ausgewachsen. Da die Laufenten außerdem Winterleger sind, so fangen sie etwa Mitte November an jtu legen und setzen es bis zum Juli ununterbrochen fort, falls nicht zu große Kälte eintritt. Man kann deshalb von ihnen febr zeitig Mastenten haben. Die jährliche Zahl der Eier kommt im Durchschnitt auf etwa 150 zu 70 Gramm Gewicht. Die. Ente besucht das Wasser wenig, läuft desto beffee, wovon auch der gestreckte Bau herruhrt. Bei größerem Auslauf ist sie billig zu halten, da sie vorzügliche Futter- sucherin ist. Sie bevorzugt hierbei tierische Nahrung.
— Die Schtldkrötenfarme» in Amerika. DieScbild- Iröten sind ohne Zweifel die nützlichsten aller Kriechtiere, denn das Schildplatt der echten Karett-Schild« fröte findet zu Herstellung der verschiedensten Gebrauchs- und Luxusgegenstände weiteste Verwendung, und auch das Fleisch und die Eier wohl der meisten Schildkrötenarten werden als wohlschmeckende und nahrhafte Speise geschätzt. Ganz besonders die Nordamerikaner wiffen sie seit längerer Zeit in solchem Maße zu würdigen, daß heute Schildkröten als eine der größten Leckerbissen gelten; die Nachfrage bat sogar die natürlichen Quellen allmählich beinahe versiegen lassen, so daß z. B. für 15 cm große Chesafpeake« Schildkröte, die zu den bevorzugtesten der norbatneri» kaniichen Küche gehören, bereits im Jahre 1920 50 bis 60 Dollar für das Dutzend bezahlt wurde. Baltimore, Neuyork und Philadelphia find heute die führenden Schildkrötenmärkte von Nordamerika. Früher kamen die Schildkröten in großen Mengen in den rordamerikanischen Salzfümpsen längs der Küste deS Atlantischen Ozeans vor. Henle genügen den Nordamerikanern nicht mehr die Schildkröten, die ihnen die Natur von selbst liefert; sie haben, roie_ toir im „im Kosmos" lesen, eine planmäßige Schildkrötenzucht eingeführt und damit eine neue Industrie ins Leben gerufen. So sind allmählich regelrechte Schildkrötenfarmen entstanden, die u. a. auch für die Wissenschaft lehrreiche Stätten zum Studium des Schildkrötenlebens bieten. Nachdem vor 20 Jahren das staatliche Fischereibureau in Beaufort (Nord Carolina) eine Versuchsstation für Schildkrötenaufzucht errichtet hatte, darf wohl als der eigentliche Begründer dieser neuen, auf wissenschaftlichen Grundlage aufgebauten Industrie Dr. E. N. Duncan aus Beaufort angesehen werden, der nach langjährigen eingehenden Studien im Jahre 1913 die erste Schildkrötenfarm im große» anlegte, in der gegenwärtig jährlich mehr als 30000 Schildkröten gezüchtet werden.
— Der Tokenkuli der Indianer. Erkrankte In- dianer erhielten den Besuch des „Medizinmannes", der den „bösen Geist" durch Beschwörungsgesänge und Schütteln einer Rassel zu vertreiben suchte. Das half natürlich in ernsten Fällen nichts. Die Beerdigung der Gestorbenen erfolgte unter lauten Wehklagen, die Angehörigen schnitten sich zum Zeichen der Trauer die Haare ab und streuten auf den frischen Grabhügel, der von in die Erde gesteckten Pfeilen eingefriedigt und mit der Trink- schale des Toten geschmückt war. Die Witwen durften erst dann wieder heiraten, wenn chnen das abgeschnittene Haar wieder bis über die Schultern herabreichte. Die Habseligkeiten des Toten wurden mitsamt seiner Hütt« verbrannt. Aus dem Grabe wurde vier Nächte lang em Fuer unterhalten; es sollte der Seele den Weg beleuchten, denn 4mal 24 Stunden dauerte nach der Meinung der Indianer die Reise ms Jenseits. Die Huowamo hielten zur Erinnerung an ihre Verstorbenen alle 10 bis 12 Jahre unter Waffenspielen und schwermütigen Klagegesängen ein großes Totenfest ab. Bei diesem wurden die Einzelgräber geöffnet, die Toten von ihren Verwandten hemusgenommen (Gespensterfurcht kannten also diese Naturkinder nicht!), das Skelett sorgsam von allen noch anhaftenden Fleischteilen gereinigt und dann die Knochen in Felle eingenäht. Diese prächtig geschmückten Bündel wurden dann in feierlicher Prozession zu einer
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