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uldaerZertung
Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Sladl Fulda.
51. Zahrg
Sonntag, 4. IHai 1924
Nr. 105
VerantwortliS iür die Cchriftleitunm Dr. Johanne« Rtarnet. Aozcisrn: 3- P or,eilet. Fulda. Rotationsdruck und Verlag bet k Fuldaer Actieudruckerei in Fulda. Fernivrecher Nr- 9. ;;
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Nun auf zur Wahlurne!
Was wird werden?
Von einem besonderen politischen Mitarbeiter oird uns aus Berlin gemeldet:
Die Reichsregierung hat in diesen Tagen mehrere Besprechungen abgehalten, die den Maßnahmen galten, die von Seiten des Kabinetts sofort nach einer einigermaßen übersichtlichen Beurteilung des Wahlergebnisses vom 4. Mai ergriffen werden müssen.
Sollte das Wahlergebnis eine größere Verschiebung der gegenwärtigen Parteiverhältnisse, und damit eine Veränderung derjenigen parlamentarischen Grundlagen geben, auf die sich die gegenwärtige Regierung gestützt hat, dann wird das Reichskabinett unverzüglich dem Reichspräsidenten seine Demission anbieten. Da es aber nicht angängig ist, daß denn Wiederzusammentritt des Reichstages und der daraus erfolgenden Neu- bestelluna eines Kabinetts ein regierungs- lofer Zustand bestände, so würde aller Voraus- sicht nach der Reichspräsident das bisherige Kabinett unter feinem bisherigen Leiter, dein Reichskanzler Marx, mit der vorläufigen Weiterführung der Geschäfte beauftragen. Eine solche Regelung hätte freilich den Nachteil, daß für eine, bei den jetzigen in der Entwicklung befindlichen politischen Entscheidungen sehr geraume Zeitspanne, Entscheidungen durch die Reichsregierung nicht getroffen werden könnten. Es würden sich aus solcher Lage unter Umständen sehr empfindliche Schwierigkeiten ergeben. Darum ist auch innerhalb der maßgebenden Kreise eine einheitliche Meinung darüber nicht vorhanden, ob die Reichsregierung sofort nach dem Bekanntwerden der Wahlresultate demissionieren, oder den Rücktritt erst bei Wiederzusammentritt des Reichstages, der ja innerhalb 30 Tagen erfolgen muß, erklären soll. Diese letztere Auffasiung wird insbesondere von Wirtschaftskreisen stark vertreten, die ein Interesse daran haben, daß die jledergangsepoche nicht durch erneute Unsicherheitsfaktoren belastet wird, nachdem gerade die Unsicherheit über die künftige politische Entwicklung ohnekü» .fr »,»h«irgnisvMe-NMkv!i ftkkktz'M auf die ganze Wirtschaftslage hatte.
Wie sich die Dinge heute ansehen, wird damit zu rechnen sein, daß auch eine, wie oben angenommene künftige bürgerliche Minderheitsregierung unter Zentrumsführung, und zwar abermals -unter der Kanzlerschaft Marx stehen werde. Je nach der Stärke der künftigen bürgerlichen Parteien würde natürlich eine Umgestaltung des Kabinetts erfolgen müssen. Wie sich aber diese Dinge im -einzelnen gestalten, kann man heute noch nicht sicher umschreiben. So viel aber dürfte sicher sein, Äaß ein grundsätzlicher Wandel unserer Politik nach innen und nach außen, wie sie auch bei den {Erörterungen im Wahlkampf eine große Rolle ge° foielt hat» nicht erreicht werden wird.
' Es ist übrigens schon Vorsorge getroffen worden, daß der Zusammentritt des neuen Reichstages mit tunlichster Beschleunigung erfolgen kann. Die rasche Aufnahme der Reichstagsarbeiten ist notwendig, da nun auch die Ententeregierungen jede weitere Entscheidung lv der Reparationsfrage bis nach der Vornahme der deutschen Reichstagswahlen binausge- ld).o den haben.
politische Kitiöct.
Die doutschmrsionale und parteivülkische Presse entrüstet sich über den Wahlaufruf der Reichsregierung. Die „Deutsche Tay-esM." «entti ihn „Demagogie": die „Kreuzztg." „sozialdemokratische Wahlagitation". Es ist in parlamentarisch regierten Ländern Brauch, daß nach tiner Auslosung des Parlaments sowohl Parteien wie auch Regierung dem Volke gegenüber ihre Beweggründe aussprechen. Hat eine Regierung, die den Reichstag auflösen mußte, weil zwei feindliche Oppositionsgruppen das von ihr begonnene Sanierungswerk trotz aller Beschwörungen durch fruchtlos« Diskussionen gefährden -wollten, nicht ganz besonderes Recht, ja ise Pflicht, sich dem Voll ge- rßenüber zu äußern? Es 'muß um die Stichhaüig- ikit der Deutfchnationccken und deutschvölkifchen Wahlpropaganda sehr schlecht bestellt fein, wenn lhr die ruhige Darstellung der Reichsregierung also 'M die Nerven fällt. Das wäre eine billige Oppo- • sition, die das Recht, die Ohren des Staatsbürgers ; M. betrommeln, für sich in Anspruch nimmt, aber der Regierung bestreitet, eine Darstellung chrer Ärfficht zum Wahlkampf zu geben!
Billig und bequem ist auch der Versuch des ^vrwärts", den Wahlaufruf für feine fozia- chichche Parteimeinung mit Beschlag zu belegen. Das Wasser aus der sozialdemokraÄfchen Partoi- ,Mhle muß recht spärlich fliehen, roenn der „Bor- die Gedanken des. allgemein gehaltenen -Wahlaufrufs der Regierung für feine Parteimaschm« A Anspruch nimmt Er gibt dein Wahlaufruf die Parole: „Der Feind steht rechts." Das stimmt aber ^«r gum Teil. Er steht auch links programma- chch und auch wenn man bedenkt, daß die Sozial- ?°mokratie nach berühmtem Rezept wieder einmal 01 entscheidender Stunde aus der Regierung ^kniffen ist. Eilt es außenpolitisch den deutschnationalen und partsmAkischen ®Murm die klare Linie der Befreiungspositik zu '«Hern, ft, heißt'es innenpolitisch nicht weni- ll«r, endlich mit dem schändlichen Pharisäismus Mauräitmen, der die Sozialdemokratie andauernd
heißt, vor den bitteren Rückwirkungen bet Außenpolitik, die sie sehr wohl real zu sehen glaubt, auf die Innenpolitik das Auge zu verschließen. Auch eine politische Kinderei, toenn eine Partei, die einer Regierung allerschsimmste Vorwürfe macht, weil sie aus Agitatwnsbedürfnis sie i'm Stich gelassen hat, nun ihrem Wahlaufruf den eigenen Parteistempei ausdrücken will. Wann werden in Deutschland diese polirischen Kindereien endlich modernen par- lam-mtarischen Anschauungen weichen?
Die Reichs regierung tat ganz offenbar gut daran, den Gedanken des Mittel block s den Wählern vorzustellen. Es wird sich zum 4.Mai zeigen müssen, ob diese Idee nach ihrer innen- und außenpolitischen Wirkung im Volke bereits zu genügender Lebendigkeit gekommen ist. Auf zum Kampf für die Mitte, für die Regierung, gegen einen Reichstag der zwei verantwvrttmgslosen, einander mwere'm baren, von keiner Volksgemeinschafrs- idse berührten Opposrtionsgvuppen!
Jede Stimme dem Zentrum?
Vie Romödie von Mecklenburg.
Man schreibt uns:
Mecklenburg ist von afiers her ein ganz besonderer Sitz von Weisheit und Verstand gewesen. Infolgedessen haben bei den letzten Landtagswahlen die Mecklenburger eine ziemlich starke deutsch- völkische Parteigruppe in den Landtag geschickt. Das ist zwar erst ein paar Monate her, aber schon hat das mecklenburgische Parlament abgewirtschaftet, und zwar kam das so:
Die Deutschvöllffchen haben sich jeder Mitarbeit innerhalb einer Regierungskoalition, obwohl sie von den DeMschnarionaten geführt wurde, widersetzt. Run hat der deutschnationale mecklenburgische Ministerpräsident, der Herr von Branden- stein bei der Mmisterkonferenz m Bersin, die,sich über das Sachverständigengutachten zu entscheiden hatte, ebenfalls für dieses Gutachten gestimmt. Das entsprach zwar nicht den derrtschnationalen „Prinzipien''' die ia nach außen fürchterlich Sturm lato-
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fen gegen die sogenannte Erfüllungspol Nil, mr geschlossenen Kämmerlein sich aber Rechenschaft geben müssen, daß eine andere Einstellung augenblicklich gar nicht möglich ist. Herr von Brandenstein aber hat diese bessere Erkenntnis sehr schwer büßen muffen, und nun haben die Deutschvölkischen im mecklenburgischen Landtag erklärt, daß sie für ein Mißtrauensvotum stimmen. Damit ist der Sturz dieses Ministeriums gegeben. Eine neue Regierung kann nicht gebildet werden, da die Deutschnationalen ohne zum mindesten die wohlwollende Unterstützung der Deutschvöllffchen nicht regieren können. Kurz, der Rest ist ein heilloses Schlamassel. Man könnte die ganze Geschichte als ein Komödienspiel ansehen, wenn es nicht um die Interessen des Volkes ginge. Aber Mecklenburg hat uns gezeigt, wohin wir kämen, wenn im neuen Reichstag die Deutsch- völkischen Gelegenheit hätten, ihre Regierungs- künste vorzuführen.
Er tut ihnen nicht den Gefallen.
Sn der bürgerlichen Rechtspresse ist behauptet worden, der von den Deutschvölkischen als Hauptzugstück verwendete General Ludendorff trage sich im Ernst gar nicht mit dem Gedanken, Reichstagsmitglied zu werden. Offenbar befürchten die Deutschnationalen dmch eine ernsthafte Kandidatur Ludendorffs starke Abwanderungen aus ihren Kreisen zu den Völkischen. Daher jenes Gerücht. Aber Ludendorss hält an der Kandidatur fest. Er hat jetzt, wie die Münchener Blätter melden, erklärt: Die Nachricht, daß ich im Falle meiner Wahl zum Reichstagsabgeordneten mein Mandat später nach erfolgter Wahl nieder- legen würde, ist unrichtig.
Ein Hakenkrenzler als Mörder.
In der Nacht auf Freitag wurde in Köpenick der Arbeiter Gädtke, der eine Gruppe junger Männer beim Ankleben von Hakenkreuzzetteln überraschte und deshalb zur Rede stellte, erschossen. AlS Täter wurde der 24 jährige, au8 Hannover gebürtige Kaufmann Karl Tepe ermittelt; er gab zu, den verhängnisvollen Schuß abgefeuert zu haben, um Gädtke, der auf ihn eingegangea fei, von sich abzuwehren.
Polen und Franzosen.
Wtb Warschau. -3. Mai. (Tel.) Der Polnischen Depeichen-Agenkur znsolge wird sich der Chef des polnischen Generalstabs. General Hal- ler, dieser Tage nach Frankreich begeben, um null dem neu ernannten Generalstabschef Deberney Fühlung zu nehmen und die neuesten Methoden der französifchen Armee auf dem Gebiet der militärischen Ausbildung kennen- z u l e t n e u. .......
Rüstungsbeschränkung in Dänemark.
Unter dem Druck der Steuerlast.
Nack einer Meldung der „Bost. Ztg.' aus Kopen- baoen wird die sozialistische Regierung von Dänemark zum Herbst im Reichstag einen Abrüstungsvorschlag vorlegen, demzufolge die militärischen Ausgaben von 50 Millionen auf jährlich mindestestens acht Millionen heraboesetzt werden. Di- Annahme dieser Abriistungs- vorlaoe bedingt den Wegfall der allgemeinen Wehrpflicht. Die Flotte soll auf neun Schiffe beschränkt werden, von denen vier der Fischerei- konzessionen, vier der Küstenverteidigung und eines maritimen Messungen dienen soll.
Deutscher Reich.
* Fürst Bülow, der frühere Reichskanzler, feiert am 3. Mai seinen 75. Geburtstag. Der Fürst lebt im Winterhalbjahr auf seiner Besitzung „Villa Malta" in Rom und verbringt den Sommer gewöhnlich in seinem Heim in Klein-^-loibeck bei Hamburg.
Ausland.
* Finanznot auch in Holland. Der holländische Finanzminister C o l y n teilte in der Ersten Kammer mit, daß für das lausende Finanzjahr mit einem Defizit von 40 Millionen Gulden gerechnet werden müsse. Es werde noch eine schwebende Schuld von 115 bis 120 Millionen zu konsolidieren sein. Binnen kurzem müßten für den ordentlichen Haushalt noch 175 bis 200, für den außeroident- lichen Haushalt 125 bis 150, zusammen etwa 350 Millionen Gulden geliehen werden. Die nächsten Budgets würden also noch mit einem Betrage zur Ablösung und Zinszahlung von etwa 30 Millionen jährlich belüftet._________________________
Nachklange zum Rathenan-Nor-.
Die Untcrhaltungsgeider für die Erzberger-Mörder.
Wie das ,Berl. Tageblatt.' erfährt, sind in der letzten Woche neue Ermittelungen zur, Feststellung der bei der Ermordung Rathenaus tätigen Hintermänner ausgenommen worden. Ein Berliner Kaufmann, der ein Vertrauensmann des alldeutschen Verbandes sei, soll schwer verdächtig sein. Für die Finanzierung des Unternehmens kommt ein gewisser Heckmann in Berlin in betracht, durch dessen Hände bis zum heutigen Tage die UnterhaltSgelder süc die nach Ungarn geflüchteten Mörder Erzbergers, Schulz und Tillessen gingen. Das Ergebnis der Ermittelungen sei jetzt dem Oberreichsanwalt vorgelegt worden, der über die weiteren Maßnahmen entscheiden werde.
DK VanKorotterKlarung.
„Wir versagen auf allen Gebieten. Das Glück und immer wieder das Glück (oder' sollten wir eS bereits unser Verhängnis neunen?) hat nnS in den Sattel gehoben, und wir sollten endlich einmal der staunenden Mitwelt zeigen, was zieibrwußt teilen heißt. Aber es geht un8 wie in der Burleske: Wir rutschen rechts, wir rutschen links, bald klammern wir uns an die Mähne, bald an den Schweif, und der Gaul läuft mit uns, wohin er mag: nur Oben« bleiben ist alles. So haben wir uns ftüher nie unsere geschichtliche Aufgabe erfüllt gedacht.*
(Der wzialistische Schriftsteller Max Schippel in den .Sozialistischen Monatsheften").
--- Jatfierenbe Danken. Nach einer Meldung der „Voss. Ztg." aus Essen ist die Kreditbank Mendel-2.-G. infolge eigenmächtiger Kreditgebung eines Dorstandsmit- gliedes in Zahlungsschwierigkeiten geraten. In Königs- berg hat die erst im Februar d. 3. gegründete Dftpreu. ßifche Bank für den Holzhandel und die Industrie die Ge- fchäftsauflicht über sich beauftragt. In Düsseldorf hat die Weinhandlung Karl Schneider, die in Geschäftsverbindung mit der in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Loeb A.-G. stand, die «Geschästsaufsicht über sich beantragen.
Die Reichslndexziff r.
Die ReichrindexMer für Lebenshaltungskosten (Ernährung, Heizung, Beleuchtung und Bekleidung) beläuft I sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes * für den 30. April auf das 1,14 billionenfache der Vorkriegszeit. Gegenüber dem 1,13 billionenfachen der Vorwoche ist demnach eine Steigerung von 0,9 Proz. zu verzeichnen.
Für den Durchschnitt April berechnet sich die Reichsindexziffer auf das 1,12 billionenfache: gegenüber dem Durchschall des März (1,07 billionenfache) ergibt sich eine Steigerung von 4,7 Proz., die vorwiegend auf die Erhöhung der Mieten zurückzuführen ist. Die Er- nährunqskosten allein betragen im Durchschnitt April das 1,23 billionenfache der Vorkriegszeit
Die Ruhr-Regelung.
wtb London, 3. Mai. (Tel.) Anker der lieber christ „Bessere Aussichten auf eine Ruhrregelung" chreibl „Daily Heros" an erster Stelle:
Es bestehe Grund Mr Annahme, daß eine für eine Losung der französischen Politik günstige Atmosphäre geschaffen werde und daß der Weg endlich für einen endgültigen Fortschritt in der Richtung auf die europäische StabHi- töt frei sei.
Rach dem „Daily Telegraph" herrscht in poüfi- chen Kreisen ein maßvoller Optimismus. Es sei zugegeben worden, daß die Schwierigkeiten, die einer vsMommen internationalen Vereinbarung im Wege stehen, ernst feien, die Ueberzeugrmg fei je- iwch vorhanden, daß diese Schroierigkeiten sich nicht als unüberbrückbar erweisen werten, vorausgejehk, daß die schwierige Frage: <9e- sanüentfchädigung. Kriegsschulden. Priorität usw. verschoben werden, bis der Dawes-Plan während eines gewissen Zeilpunkles erfolgreich zur Anwendung gebradjf worden ist. Die belgischen Minister hätten wirtschaftliche Bürgschaft entworfen, von denen einige als Erörterung der Dawes-Kon trvlle beschrieben werden könnten, während andere außer- halb des Berichts des Dawes-Planes ständen. Di» Haupkjchwierigkeit bestehe in dem Verharren Poin- cares auf fernem Versuch, die b el gij ch - fr a n z ö- fische Lisenbahnregie in abgeänderler Form auftechk zu erhalten unter der Begründung, daß die Aufrechterhaltung für die Sicherheit der Besahungstruppen unumgänglich notwendig sei. Rach französischer Ansicht müsse der Betrieb gewisser Honystlinien gesichert werden, von denen die Be- fatzungskruppen auf beiden Seiten des Rheins für Verbindung und Versorgung im Falle eines deut- schon Eifenbahnerstreikes oder einer Volkserhebung abhängen.
Kur der wahlbervegung.
Herbstein (Vogelsberg). Am Donnerstag abend fand dahier im Gasthause zum Lamm unter Leitung üeS Landwirte» Jos. Hubertus G r e b eine sehr gut besuchte Wahlversammlung der Zentrum?part:i statt, zn der slS Redner Herr Landrat Dr. Pohl in Fulda (ÄuSgewiesener aus Trier) gewonnen worden war. In fast 2ftünbigen, die Zuhörer von Anfang bis zu Ende fesselnden Ausführungen, erörterte der Redner zunächst die Stellungnahme der einzelnen Parteien zum Reiche und ging zur Tätigkeit der Zentrumsparte, über, die er in klarer und überzeugender Weise behandelte. In der sich anschließenden freien Aussprache wurde aus der Versammlung heraus die Frage aufgeworfen, wie sich die Zentrumspartei zur Erfullungspolitik und zum Arbeitszeitgesetz stelle, die von dem Redner in gründ, licher Weise zur allgemeinen Zufriedenheit beantwortet wurde. In feinem Schlußwort forderte der Versamm- lnngrieiter die Anwesenden auf, am Wahltage getreu ihre Pflicht zu tun. Mrt einem begeisterten Hoch auf die Zentrumspartei wurde die Versammlung geschlossen.
3n Oberhessen war die Wühlarbeit m diefer Woche sehr lebhaft. Nachdem schon in der vorigen Woche Herr Dr S r o n c-Münzebrock in gut besuchten Veflammlun- gen in Neustadt, Kirchhain und Marburg sich feinen Wählern vorgestellt, fanden jetzt in allen Pfarreien Nersamm- lungen statt, in denen neben dem Ortsvorsitzenden die Herren Dr. Wen z-FuIda, Pfarrer Rue z-Kiinzell. Dechant Brann- Hannu, Amtsgerichtsrat Ruh l-Mar- burg, Pfarrer ch e I d-Niederklein den allerorten zahlreich erschienenen Wählern die Bedeutung der Wahl am 4. Mai für unser« äußere und innere Politik und i>« Notwendigkeit eines starken Zentrums im neuen Reichstag darlegten.
(Eine glanzende Rechtfertigung ihrer Politik bat durch die Entwicklung der letzten Zeit'allein von allen Parteien das Zentrum erfahren. Ist das nicht Grund genug, ihm diesmal seine Stimme zu geben? Willst Du weiter hin und her fackeln? Verankere Dich in einer gediegenen zielklaren politischen Gruppe! Arbeite mit im Zentrum!
Gib am 4. Mai dem Zentrum Deine Stimme!
toix’s -nute-vex? eiteris