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« WMWKlllM. (AkMUSMeiS Vfg.)

uldaerZettung

Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda. __________

Donnerstag,

M.02

Verantwortlich iür die Sckriitleitung: Dr. Jobanne« Lramer. Nnreigen: I- P arreller. Fulda. Rotationsdruck und verlas der :: Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Rr. S-

B eüussvreiS iürAvril: Postbestelluna 1.80,Stadtberus 1.30vik.

im M

Die Ortzeit am Dawe§-Plan.

v.tb Varis.. 30. April. (ZeL) Wie das3out- nal" berichtet. trat die endaultiaeVeffkauna des Dawssykanes. 3u der die Reparationskommission jetzt von sämikichen Alliierten aufaetordert worden iei. bereits begonnen. Sämtliche Sachverständigen der ßommiiton seien an der Arbeit. Die srarnö- mchen. belaijchen. die enalilchen und italienischen Velcaationsmitalieder. die iu den Arbeiten der Sackverfkändiaen beiaetraaen batten, batten ihre Amortiiatiouskabellen und ihre Reckenmafchineu wieder voraevommen. Man nebme an. datz ihre Arbeiten einen Monat dauern werden. 3n der Zwischen 3eii würden die Reaiernnaen ebenfalls nnterbandeln und sich hoffentlich verskändiaen. da­mit die PHÄe der Verwirklickuna komme.

MMlini und die Belgier,

wtb V Lr i S, 30. April. (ZeL). Nach dem Brüsseler Verichterskatter desEcho de Paris" wird die Zusammenkunft Mussolinis mit den belgischen Ministern Thennls und Hymans a m 1 ö. M a i i n Mailand stattfinden. So werde, so fügt das Blatt hin-n», die neue internationale Konferenz her- bcigeführi, die nach den deutschen und französischen Wahlen skrtttsinden werde und die wohl die Rege­lung dec Reparationsfrage bringen werde. Line derartige Konferenz sei zweifelsohne nicht gerecht­fertigt, wenn nicht gestern Poincare und die belgi­schen Minister im Laufe ihrer Fühlungnahme einen zuversichtlichen Eindruck gewonnen hätten. Man gsfanbe in Brüssel, datz das Einverskändis der AlliSerken niemals solider gewesen sei und nie- «als eisern Unternehmen politischer Art günstiger.

Die Beteiligung KmeriKar.

wtb London, 30. April. (ZeL) Die Zimes meldet aus Newyork: Das amerikanische Mitglied des Ävchverständigenausschriffes, Suy, erklärte in einer besonderen Unterredung, wenn der Sachver­stand hgenplan wirksam werden wolle, so müsse rasch auf dec Grundlage des Planes vorgegangen wer­den, drer gründe sich auf die 'Annahme, datz die Ren- tenmnrk sich hallen werde, bis die neue durch Amerika garantierte Währung sie unterstütze.

wtb Paris, 30. April. (ZeL) Nach dem »Newyork Herold" wird es als unwahrscheinlich be- trachjtet, datz in den vorläufigen Aktionsausschutz,

der im Daws-Plan vorgesehen ist, Amerikaner ge- wähik werden. 3edoch erscheine eine amerika­nische Beteiligung an dem Konvertierungs- ausschuh nahezu sicher. Auch würden den endgül­tigen Organisationen der deutschen Eisenbahngesell- schast, der Zreuhandgesellschast für 3ndustrieob!t- gationen und der Direktion der neuen Notenbank amerikanische Mitglieder angehören. Da die ame­rikanischen Sachverständigen sämtlich nach Amerika zurückgekehrt seien, nehme man an. datz in den Or- ganisationsausschutz für die Nokenbank entweder ein cnMcher oder französischer Finanzsachverstän­diger gewählt werde. Als etwaigen offiziösen amerikanischen Mitarbeiter bei der Organisation der Nokenbank nennt das Blatt neben Marrow und Lamont neuerdings den früheren Leiter des Ge­neral-Reserve Board Harbins.

*

Die Reparationskommission veröffentlicht die von Jugoslavien und Japan eingegangenen Ant­worten auf den Beschluß der Reparationskommission vom 17. April.

Präsident Csolidg«.

wtb. Paris, 30. April sTel ). Nach einer Mel- düng derChicago Tribüne« a«S Washington wird im Weißen Hause erklärt, datz Präsident Coolidge voraus sichlich eine Besprechung mit General DaweS «nd de« übrigen amerikanische« Sachverständigen habe« werde, obwohl «och keine endgültige Vorkehrung hierfür getrosfe« ist.

aus dem besetzten Gebiet.

Wtb c 0 n b o n, 30. April. (ZeL)Daily Tele­graph" erfährt, daß General Wagodley, der englische Oberbefehlshaber im Rhein­land, in Bälde nach England zurück kehren wird. An seine Stelle werde Generalleutnant de Lane treten. Oberst Redingtoa schreibt imDaily Zele- gravh", datz dieser General vor dem Weltkrieg als einer der drei fähigsten Stabsoffiziere des brififchen H«res gegolten habe. 3m 3ahre 1918 war er briti­scher Vertreter bei Fach. Mit de Lane am Rhein und Elewe in Paris werde England von britischen Offizieren vertreten fein, die am besten mit Fach, Petain und ihren Arbeitsmethoden vertraut sind und deren Beziehungen nicht nur eng, sondern auch herzlich seien. Von diesem Standpunkt fd be­sonders die Ernennung zu begrüßen.

IkMMMMkMwÄMÄwWt.

Von einem besonderen militärpoliti­sch« n Mitarbeiter wird uns geschrieben:

In dem Sachverständigenbericht heißt es im Abschnitt IX, a. 2:Die Ausgaben für das Heer find herabfetzungsfähig."

Wenn diese Forderung in die Praxis umgesetzt wird, so hat sie notwendig die Verküminerung und damit das Unbrauchbarwerdsn der letzten Stütze Mr Folge, auf der der Bestand des Deutschen Rei­ches ruht. Man glaube doch nur nicht, daß es damit abgetan ist, dem deutschen Heere nur die nackten Mittel zum Leben, Wohnen rm-d Bekleiden zu geben. Eine Waffe, die nicht geschliffen wird, wird stumpf ureb damit unbrauchbar. Ein Heer, das nicht in der Lage ist zu üben und praktisch das Waffenhandwerk zu betreiben, rostet ein, wird interesselos, gleichgültig und stumpfsinnig. Und diese Gefahr ist für das deutsche Heer um so grö­ßer, als es entgegen jedem gefunden Bolksempfin- oen nicht ans kurzfristig erngezogenen Soldaten, sondern aus zwölf Jahre dienenden Saldern be­steht, die an ihre geistige Fortbildung, an Unter- ' bringnng und abwechselungsreiche Ausbildung mit Recht viel höhere Anforderungen stellen können. Anforderungen, die im Interesse der Verwendbar­keit des Heeres unbedingt gewährt werden müssen.

Es ist nicht zu bestreiten, daß ein aus dem Söld- aersystem aufgebautes Heer unendlich viel kost­spieliger fit, als ein erheblich größeres Heer mit allgemeiner Wehrpflicht. Aber unsere Schuld >st es nicht, wenn wir ein relativ so kostspieliges Heer erhalten müssen.

Soweit überhaupt Ersparnisse möglich sind, wer­den sie auch ohne den Rat fremder Kommisionen gemacht werden. So hat die Heeresleitung m diesem Jahre nur für vier Divisionen Herbst- Manöver angesetzt und ist damit freiwillig an die äußerste Grenze der Einschränkungen gegangen, die aus Sparsamkeitsgründen vorübergehend trag­bar erscheinen.

Wie ungerechtfertigt aber die Forderungen der Sachverständigen sind, geht ferner aus Vergleichen hervor, die kürzlich über die Besatzungskosten ver­öffentlicht wurden. Danach betragen die Ans- Laben für die Besatzungsarmee am Rhein doppelt so viel als die Kosten für die gesamte deutsche Wehrmacht. Frankreich läßt sich also, ab- Sesehen von seinen eigenen riesigen Heeresausgaben, iür seinen Militarismus am Rhein doppelt so viel Suhlen, als es Deutschland für sein ganzes Heer Mbilligt. Andererseits muß Deutschland allein für me Besatzung jährlich mehr zahlen, als es cor dem Kriege für das gesamte deutsche Heer, das doch als der Gipfel des Militarisums verschrieen wurde, ausgab.

i Wir müssen ' also fordern, daß zunächst einmal das Deutche Reich von diesen unf'nnrgcn Ausgaben

befreit wird. Hier kann wirklich Geld 'm Höhe von Hunderten von Goldmillionen erspart werden, gegen die Ersparnisse an dem jetzt schon auf das äußerste beschränkten deutschen Heereshaushalt überhaupt nicht ins Gewicht fallen können.

Ausland.

* Ausschreitungen im französischen Wahlkampf. Der royalistische Abgeordnete Prinz Murat ist, wie aus Ccchors gemeldet wird, in einer Wahlversamm­lung in Souillac von poktischen Gegnern nach heftigen Auseinandersetzungen tätlich ange­griffen und durch Fußtritte ernstlich verletzt worden.

* Erfolg der englischen Arbeiterpartei. Das Unterhaus hat ei «stimmig seine formelle Zustim­mung zu dem Budgetvorschlag des SchechkanzlerZ Snowden erteilt.

Line Gemeinheit.

Der .Großdeutschen Zeitung' ist jedes- Mittel recht, den Katholiken eins ans Zeug zu flicken. Neuerdings spielt das Eiserne Kreuz des Kar­dinals Dr. Faulhaber eine Rolle. Knüppelknnze hak sich den ganzen Krieg in Norddeutschland in der Etappe herumgedrückt. Das schadet seinem natio­nalen Ruf nicht, ist er doch völkisch. Bezüglich Kardinals Faulhabers läßt die ,Grohdeutsche Zei­tung'aus Kreisen der Zroutkrieger' die Bemer­kung falle«, man wisse natürlich genau, wie solche Herren das E. K. verdienen.

Ans Kreisen der Frontkrieger" möge sich die .Großdeutiche Zeitung' auf die verdienstvolle Wir» fung vieler katholischer Feldgeistlichen Hinweisen lassen, die mit ihren Soldaten Not und Tod getellt haben. Freilich, wem der Katholizismus ein Dorn im Auge ist, der freut sich über Volksgemeinschaft nur, wenn sie im Kriege zum Ausdruck kommt. Nachher wird Kameradschaft und Frontkämpfer- Solidarität beiseite geworfen und lustig gehetzt. Wir werden uns das zum 4. Mai merken.

Die Zuchtrute der Veutichna1;ona!en, die sie sich selbst gebunden haben, sind die D e u t sch- völkischen. In der praktischen Politik mack>en die Deutschvölkischen ihrenVätern" unan­genehm zu schaffen. Aus Mecklenburg wird gemeldet, daß die dort so plötzlich zur Macht ge­langten Völkischen die in der Regierung sitzenden Deutschnationalen ärgern, wo sie können. Sie bombardieren die Regierungsvertreter mit Schrift­stücken, die eine sehr selbstbewußte Sprache führen. Auf das letzte Schreiben der Deutschvölki­schen.Freiheitspartei in Mecklenburg an den deutschnationalen mecklenburgischen Minister­präsidenten v. Brandenstein wegen dessen Stellung­nahme zu dem Sachverständigen Lvt-

1. Mm 1924»

Anreise«-Breis« Kleinreile (Solonel) total 0.15 tiolbmait. auswärts 0.20 Gold mark: Reklamezeilr lokal 0,60, (Soldmark, .. aaSwSrtS 0,80 Soldmark. r

Bei WiederSolunsen Rabatt- Postscheckkonto Frankfurt a- M- 4051'

51. Zahrg.

achten hat Herr v. Brandenstein jetzt in einem Briefe geantwortet, worin es heißt:

Nachdem ich Gelegenheit hatte. Sie kürzlich in einer mündlichen Besprechung über meine Stellungnahme in der Konferenz der Ministerpräsidenten am 14. d. M. zu unterrichten und Sie mir bei dieser Gelegenheit Ein­wendungen gegen diese Stellungnahme nicht ge­macht haben, ich vielmehr den Eindruck Ihrer Zustim­mung hatte, bedauere ich es. Ihnen in dieser vertraulichen Besprechung gegebenen Erklärungen schristlich nicht wie­derholen zu können, da ich damit rechnen muß, daß meine Ihnen nur vertraulich zu machenden Mitteilungen ebenso wie Ihr cm mich gerichteter Brief in der Presse veröffentlicht werden."

So danken die Völkischen den Deutschnationalen die Dienste, die ihnen letztere im Wahlkampf leisten.

Die Wahlaussichten.

Die Erörterungen über die vermutlichen Wahl­aussichten hat zahlreiche Federn in Bewegung ge­setzt. In der Tat ist das Ergebnis einer Reichs­tagswahl noch nie so unsicher und unbestimmt gewesen wie gegenwärtig. Die Ungewißheit wird umso unangenehmer empfunden, als von der Zu- famMensetzung des nächsten Reichstages auf Grund des Wahlergebnisses tatsächlich für das Geschick un­seres Landes und Volkes außerordentlich viel ab­hängt. Der Endkampf dieses Wahlkampfes ist da­her auch von einer unerhörten Schärfe.

Mt am wenigsten in Mitleidenschaft gezogen sind noch die Parteien der Mitte, während die hauptsächlichsten Gegensätze unter den radi­kalen Parteien selber ausgetragen wer­den. Es ist ungemein charakteristisch für die heut­zutage geübten Wahlmethoden, daß, je näher der Wahltermin heranrückt, mit persönlichen An­griffen operiert wird, um Wahlkandidaten außer Gefecht zu setzen. So haben jetzt in Mecklenburg nüe in Magdeburg die Deutfchoölkischen und die Nationalsozialisten gegenseitig ihre aufgestellten Kandidaten selber schlimmer Dinge beschuldigt,tdie, wenn sie zutreffen, ein eigenartiges Bild vonjdem Ernst der mit vielem Pathos in die Mafien geschleicherten Phrasen geben würden. Es fit wirklich fern erfreuliches Schauspiel, daß sich Parteien, die sich im Wesen als gleichgerich­tet bezeichnen, und die vielfach geschlossen in den Wahlkampf ehrreten, auf diese Weife vor aller Oeffentkichkeit bloßstellen.

Der Flug um die Welt.

wtb London, 30. April. (Tel.) Reuter meldet aus Karacki: Der französische Flieger Doish, der gestern früh von Bender-Abbas «bgeflogen ist, traf nach­mittags in Karacki ein. Damit hat er einen Rekordflug von Europa nach Indien ge­macht. Im ganzen war er 381/* Stunden unterwegs.

Vie wotam-Jünger.

Eine von Joseph Stolzing verfaßte Broschüre: Aus arficher Weltanschauung zu deutscher Wieder- gebürt" trägt auf dem Umschlag ein Derlagswap- pen als Symbol. Es zeigt em en Dolch mit Hakenkreuzgriff, der durch den 5t offen- kranz und die Bibel gestoßen wird.. Schla­gender läßt sich der Haß gegen die Katholiken (Dr. Sinter nennt im Wahlkampf das ZentrumDie gottverfluchte ©atanspartet".)

Die Völkischen wollen wirklich vom Christentum nichts mehr wissen, sie kehren zur Wotans-Religion zurück. In ihremDeutschen Gesangbuch" haben sie bereits christliche Wechnachtslieder unrgedichtet und z. B. Maria, durch SigSnt,iüe wunde-vselige Magd" ersetzt. _____________________

= Quendorfs als «eichrtagrlandidat. Die Presse- Meldung, daß General Ludendorff, der Spitzenkandidat der deutschvölkischen Freiheitspartei, sofort nach seiner Wahl auf sein Reichstagsmandat verzichten werde, wird laut .Lokalanz." von der deutsch-völkischen Freiheitspartei entschieden dementiert. In einer Erklärung an die Partei hat Ludendorfs die Annahme des Mandats bestätigt. ___________

Tarifwesen.

Die Arbeitszeit im westdeutschen Bergbau. Unter dem Borsitz des Reichs- und Staatskommissars Mehlich und im Beisein des Reichsarbeitsministers wurde über die Arbettszeitfrage kn rheinisch-westfälischen Bergbau der Schiedsspruch gefällt. Darnach beträgt die Schicht­dauer der Arbeiter unter Tag vom Beginn der Seilfahrt bis zum Wiederbeginn im allgemeinen 8 Stunden; an Arbellspunkten mit Temperaturen von über 28 Grad Celsius 7 bis 7% Stunden; die Arbeiter über Tage, die unmittelbar mit der Förderung zu tun haben, arbeiten 9 Stunden. Die wöchentlich reine Arbeitszeit einschließ­lich der an den Koksöfen, in den Nebenproduktenbetrie­ben, den Stochkesselhäusern und den Brikettfabriken cmd) Sonntags beschäftigten Arbeiter beträgt 56 Stunden. Diese Regelung gilt ab 1. Juni 1924; bis dahin verbleibt es bei der bisherigen Arbests- und Schichtzeit. In den übrigen dmchgehenden Tagesbetrieben wird die reine Arbeitszeit auf 10 Stunden täglich festgesetzt. Diese Re­gelung gilt bis 1. Oktober und kann von diesem Tage an mit einmonatiger Frist zum Monatsschluß gekündigt werden. Der Mameltarif wird bis zmn 1. Juni 1924 verlängert, sollten die Verhandlungen zwischen den Par­teien zu keinem Ergebnis führen, muß das Schlich­tungsverfahren vor dem obigen Zeitpunkt durchgeführt fein. Die Erklärungsfrist läuft bis zum 5. Mai 1924.

katholische weit.

Lin ökumenisches lkonzil <925 Europapretz glaubt melden zu können: Die Konzrlkongregation hat unter dem Vorsitz des Kardinals Sbarretti nun end­gültig beschlossen, im katholischen Jubeljahr 1925 un Vatikan wieder ein ökumenisches Konzil abzuhalten, das seit dem Jahre 1869 vertagt ist. An diesem Konzil werden über 2000 Bischöfe teilnehme»

MMWMUen uni 6t. Mitins.

Zu Sontra hat dieDeutschvölkichse Gemein- chaft" (eine Gruppe der Deutschvölkischen) eme »genannte Frefiand-Siedlung gegründet, der sie den NamenDonnershag" gab. Was foll der Nams Donnershag" bedeuten? Die Antwort gibt dte doutschvölkffche ZeitschriftNeues Leben" (14. Jahr­gang, Heft 1 vom Juli 1919). Dort ist zu lesen:

Im hessischen Berglande liegt, an der Bahnstrecke Bebra-Göttingen und an dem kleinen Flüßchen Sonter das Städtchen Sontra, ein altes Nest von 2000 Einwoh­nern, nur wenigen bekannt. Wer von der noch vollkom­men erhaltenen Dingstätte aus auf das Stabi­lem mit seinen Winkelgassen und Fachwerkhäusern nieder, schcmt und seine Augen ringsum in die liebliche Land­schaft, auf die goldenen Aehrenfelder, die saftigen Wiesen und die mäckstigen Bergwälder fallen läßt, dem geht das 5)erz in Freude auf. Ein echtes, kerniges Volkstum ge­deiht auf diesem Boden. Besser hätten roirs für unsere Siedlung nicht treffen können . . . Donnershag soll der Name unserer Siedlung fein. Warum dieser Name? Jeder hat in der Schule von der heiligen Eiche, gchort, die nicht allzuweit von hier bei dem hessischen Dorje Geis­mar stand und dem Donnergotte geweiht war. Da kam der Engländer Winfrid, den die Römlinge Bomfatms, d. i. Gutglück, nannten und den wir lieber einen Unheils- boten und Heiligtumsschänder nennen sollten, und hieb sie um. Mich hat die Geschichte schon als Schulbuben stark beschäftigt. Es schmerzte mich, daß die Hessen damals sozusagen mit den Händen in den Hosentajchen dabet- standen und untätig auf des beleidigten Gottes Racheblrtz warteten, und es den wackeren Friesen Überließen, dem Frechling später den Schädel einzuschlaqen. Und als fern Wunder geschah und der Frevler sein Schandwerk unver­letzt beendigt hatte, da krochen sie elend zu Kreuze. So machen wir Deutsche es auch heute noch, und durch diese Seelenverfassung sind wir in unser heutiges Elend ge­kommen. Jener Vorgang ist tief sinnbildlich. So sst er eine der Hauptquellen, aus denen schließlich das Meer von Schande zusammengeronnen ist, in dem wir fast er- trinken. Wir Dümmlinge und Schwächlinge, glauben wrr wirklich, unsere Götter blieben uns treu, wenn wir sie feige im Stiche lassen, sie hülsen uns, während wir die Arme in den Schoß legen? Umgekehrt ist d,e Sache: wir müssen für unsere heimischen Götter streiten bis zum Tode, dann streiten sie auch für uns, aus unserem Her­zen heraus durch unseren Arm, und anders nicht. Dann aber ist immer und ewig der Sieg unser, auch wo wir äußerlich unterliegen, ja da erst recht. Das sst Walhall, des Helden selige Heimat." .

Gerade in Fulda, wo der Begründer der christlichen Kultur in den germanischen Gauen seine Grabstätte hat, wo wir alljährlich Tau­sende in Andacht und Verehrung am Grabe be­vor 1200 Jahren erschlagenen Märtyrers Bomfa­tms versammelt sehen, muh obige völkisch-neuheid- nische Darlegung wie ein Faust sch lag wirken. Katholiken rüstet Euch zur Abwehr einer neuheid­nischen Welle!

Bellinzona.

* Roch ein Opfer von Bellinzona. Wie di« Blatter aus Stettin melden, ist, wie sich erst jetzt herausgestellt hat, bei dem Eisenbahnunglück in Bel- lizona der Generallandschaftsrat Ritter­gutsbesitzer von Benekendorff-Wersin ums Leben gekommen.

wtb. Basel, 30. April (ZeL). Nach besonderer Nachricht konnte man aufgrund eines auf gefun­denen Bädeckers seststelle«, datz außer dem verun- gliickten Deutschen Wertheim auch dessen Ehe fr an mngekommen ist.

Vas Aufgebot der Phrase hat schon immer die letzten Tage vor der Wahl bc herrscht. In welchem Maße aber neben der Phrase mit Verleumdungen und Unwahrheiten gearbeitet wird, dokumentiert in einer außerordentlich schroffen Form der ^Berliner Lokalanzeiger", der Sturm läuft, gegrüßte Parteien der Unterschrift unter das Schanddokument von Versailles und der Erfüllungspolitik".

Mit Recht bemerkt dazu dieBossische Zeitung", daß m der Tat der 4. Mai die Entscheidung darüber bringen muß,ob das deutsch« Volk den Befreiungs- weg durch Leistungen gehen soll, oder ob es sich dem aussetzen will, daß neues deutsches Land be­setzt wird, daß die deutschen Beamten von Rhein und Ruhr weiter in Gefangenschaft bleiben, und die verbrecherische Politik der Phrase weiter in Deutschland, die Politik der Gewalt aus der Gegeusette ihren Fortgang nimmt. Kurz, ob sich das wiederholt, was wir vor einem Jahr schau­dernd erlebt haben".