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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadl Fulda.

51. Zahrg

Samstag, 26. April 1924

Nr. 98

Kus -em besetzten Gebiet.

Das Roheisensyndikat hat beschlossen, keine Trans­porte mehr über die Regiebahnen zu leiten, weil die Trankportdauer z» unregelmäßig und die Verschleppung von Wagen andauert. Die Eisenbahn- sendunaen werden zu Schiff von Duisburg nach Mannheim überführt und hier auf die Eisenbahn verladen. Sendungen von Brebach und Völklingen rollen über Wintersdorf nach den deut­schen Stationen.

Dem Reichskanzler Dr. Marx ist die Einreise i» das besetzte Gebiet durch den General Degoutte genehmigt worden. Der Reichskanzler wird am 27. April in Düsseldorf im Apollo-Thcater in einer Wahlversammlung der Zentrumspartei sprechen.

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Ke -rutsche Industrie M SachverstSudigkll.Urteil Die ReparaLiorrsprobleme.

Die foAaldemokvafifche Hetze gegen Minister Dr Brauns, von der wir ja in der letzten Wühler- Versammlung in F u l t>a gleichfalks Proben be­kamen, fft besonders unverständlich, wenn man weiß, wie gerade in Arbeitgeberk reisen (wir haben Beweise dafür) gleichfalls schärfster Kampf gegen Dr. Brauns geführt wird. Für alle rechtlich Urteitenden der beste Beweis, daß er der richtige Mann am richtigen Platze ist.

— Die sinkende Erwerbslosenzister. Nach einer Mel­dung der „Deutlichen Allgem. Ztg." aus Dresden hat sich feit dem L April die Zahl der Vollerwerbslosen in Sachsen wiederum um etwa 3800 0 vermin­dert. Während es am 1. Dezember vorigen Jahres in Sachsen noch etwa 309 000 Vollerwerbslose gab, werden jetzt nur noch 72000 gezählt.

= Ein Merk über paramentit. Frau Helene Stum­mel (Kevelar) wurde, vom hl. Vater in Privataudienz empfangen, der sich sehr erfreulich über ihr dreibän­diges Werk über Paramentik aussprach, an dem die Verfasserin 24 Jahre gearbeitet hat. Das Werk wird für das Verständnis und die Pflege der christ- üchen Lund eine große Bedeutung haben.

im Schatzamt feien der Ansicht, daß es leicht fein werde, in den Vereinigten Staa­ten die geplante Anleihe anzubrin­gen. Man glaubt, das; die Regierung ihre Zu­stimmung gibt, wenn sie auch keinen offiziellen An­te« an der Anleihe nimmt, die, wie es Brauch fei, von den Bankiers konsolidiert werde. Die Ver­handlungen mit Schatzfekretär Mellon würden als­bald beginnen.

Bankier Morgan.

Wtb Paris, 25. April. (Tel.). Nach der Mel­dung einer Nachrichtenagenlur wird der Bankier Morgan am heutigen Freitag 'm Paris erwartet. Er werde an einer offiziösen Konferenz teilnehmen, die über die Bedingungen einer neuen Anleihe für Belgien verhandeln werde. Nach zwei »der drei Tagen werde er sich nach London begeben, wo am 29. d. litte, eine wichtige Baukierkonferenz stall- finden werde.

Die MlriSrKoulroll-Srage.

«td Paris, 25. April. (Tel.) Der diploma- tische Redakteur der Havas-Agenknr erklärt, die britische Regierung habe ihrem Botschafter in Pa­ris Instruktion über die Antwort zugehen lassen, die die Dotfchaflerkonferenz auf die deutsche Note betreffend die Milikärkontrolle erteilen soll. Es scheine, daß man in London wegen der unmittelbar bevorstehenden deutschen Reichstagswahlen der Ansicht fd, daß es nicht angebracht sei, dne endgiltlge Auffor­derung nach Berlin zn richten, vielmehr fetzt sich daraus zu beschröoken, die deutsche Regierung an die Notrveirdigkdt zu erinnern, diese Frage zu regeln.

Helfferichs.

unternommener journalistischer Borstoß gegen die Verhandlungsbereitschaft der deutschen Regierung auf Grund des Sachverständigen-Urteils. Wer tne Persönlichkeit Helfferichs objektiv würdigt, wird zu dem Schluß kommen, daß Helfferich ein kenntnis­reicher, begabter, aber auch eigensinniger Politiker war, der mir in seinem Sinne vaterländische Politik für möglich hielt. Es stimmt, was die „Kölnische Volkszeitung" zu seinem Tode sagt: Es ist schade, daß die Arbeitskraft dieses Mannes nicht im neuen Staat nutzbar gemacht werden konnte; wie es denn überhaupt ein Unglück für Deutschland ist, daß das große Maß von Intelligenz, das m den Kreisen seiner GebÄdeten sitzt, aus politischem Ge­biete fast gor nicht, zuweilen nur verderblich in die Erscheinung tritt. So war Helfferich der Typ des Deutschen, der hochbegabt ist und auf bestimmten Gebieten Treffliches leistet, der aber weder die Eig­nung für den politischen Verkehr mit feinen Lands- teufen, noch viel weniger für den Verkehr mit dem Auslande besitzt.

Beilddskundgebungeu.

Der R e i ch s p r ä f i d e n t hat an Frau Staats­minister Helfferich folgendes Beileidstelegramm ge­richtet:

Sehr verehrte, gnädige Frau! Die Nachricht, daß Ihr Herr Gemahl einem furchtbaren Eisen­bahnunglück in der Schweiz zum Opfer gefallen sind, hat mich tief ergriffen. Ich bitte Sie, die Besicherung meines herzlichen Beileids entgegen­zunehmen. Möge die allgemeine Teilnahme, die dieser Schicksalsschlag findet, Ihnen einigen Trost in ihrem Unglück bringen.

Der preußische Ministerpräsident sandte an Frau Staatsminister Helfferich nach Stresa, Villa Siemens, folgendes Telegramm:

Anläßlich des in so grausamer Weise erfolgten Todes Ihres Herrn Gemahls, des früheren preu­ßischen Staatsministers Dr. Helfferich, spreche ich Ihnen zugleich namens des preußischen Staats­ministeriums meine wärmste Teilnahme aus.

Unglaublich.

In der „Deutschen Zeitung" verbreitet sich in dem Nachruf auf Helfferich der frühere pro­testantische Pastor Maurenbrecher über Helf­ferichs Kampf gegen Erzberge r, von dem Helfferich das deutsche Volk gewiß befreit hätte, wenn nicht bereits vorher die Tat „zweier edelgesinnter Jünglinge dem toten Erzberger die Martyrerkrone aufs Haupt gedrückt hätte".

Nach der Katastrophe von VeMnzona.

Wie die „Voff. Zlg." aus Genf meldet, soll di« llnkerjuchung des Eisenbahnunglücks von Bellin­zona ergeben haben, daß die schnelle Explosion der Gasbehäller des badischen D-Zugwagens wesent­lich mithervorgerufen worden ist durch die Ex­plosion des Heizwagens. der frinfer den elektrischen Maschinen lief.

3n der Totenhalle von Bellinzona sind die Ueberreste von 13 Leichen aufgebahrt. Unter den Trümmern der zerstörten wagen befin­den sich aber immer noch Ldchen, sodaß die Zahl der Leich«» noch höher ist. Neu identifiziert unter den Toten wurde der deutsche Professor Weitz- haus, desten Wohnort unbekannt ist. Die Er­kennung Dr. helfferichs wurde hauptsäch­lich dadurch herbeigeführt, daß unter den Trüm­mern ein goldener Fingerring gefunden wurde, in welchen der Name „helfferich" eingra vierk ist. Außerdem wurden Dr. helfferich gehö­rende polifische Akten gefunden, »velche das Repara- tionsproblem behanddn.

Nach einer Meldung der „Basler Nationalztg." haben die fchwdzerischen Bundesbahnen beschlossen, in Zukunft Wagen mit Gasbeleuchtung nicht mehr in Schweizer Züge dnzustellen.

Die Leiche hdfferichs.

wtb Bellinzona, 25. April. (Tel.). Frau Helfferich ist in Begleitung ihres Schwagers von Stresa kommend in Bdlinzona dngetroffen. Frau helfferich hat die Leiche ihres Man­nes wiedererkannl. heute vormittag fin­det die von den Gemdndebehörden von Bellinzona organisierte Iranerfeier für helfferich statt Die sterbliche hülle wird zunächst nach Zürich verbracht werden. Vertreter der Behörden der Stocht Bdlinzona werden die Leiche begleiten. Die Leichen der nicht identifizierten Opfer »verden ebenfalls «ach Zürich gebracht werden, wo sie aufgeb ahrt werde« sollen.

DerantwsrUiL iür di« Schrittleitung: Dr. Johannes Kramer. Anzeigen: 3- B arretier, Saldo. Rotationsdruck >md Vertag der - Fuldaer Artiendruckerei in Suwa. Ferntvrecker Rr- 9. ::

B erugSvreis für Avril: Postbsktellungl.80, Stadtber:-g1.5OMk.

aus dem Nähr-München.

Die Vorgänge vor dem Hitler-Ludsndorff-Putsch.

In der letzten Sitzung des Hitler stotztrupp- Prozesses erklärte der Angeklagte Gorum, der unter Pöhner und Frick als Polizeiassistent tätig war, daß bei einer Hebung, die acht Tage vor dem Hitlerputsch stattfand, das ganze Münchener nationalistische Regiment auf die kommenden Ereignisse bereinigt wurde. Da hierbei auch Reichswehroffiziere zugegen waren, habe fürihn festgestanden, daß es sich um eine legale Truppe handelte. Im weiteren Verlauf der Verhandlung gelangte auf Antrag des Staatsanwalts ein Brief des flüchtigen Angeklagten Fiedler zur Verlesung, in dem vieler von ihm begangene Veruntreuungen damit entschuldigt, daß er einen großen Teil der unterschlagenen Gelder für die Hitler- b ewegung verwendet habe. Die Vernehmung der Angeklagten ist damit beendet.

* Das irische Problem. Verhandlungen von Vertretern der Regierungen Großbritannien, Ulster und Irland zur Festsetzung der Nordgrenz« des Irischen Freistaates wurden abgebrochen, ohne daß ein Abkommen erzielt mürbe.

♦ Die Japaner gegen Amerika. Aus Tokio umd gemeldet: Massenversammlungen unter Beteili­gung aller Bevölkerungsklasien wurden hier und in Osaka abgebattei», um gegen die amerikanische Einwanderungsvorlage Einspruch zu er­heben. Die japanische Völkerbundsvereinigung be­schloß, einen Aufruf an die Völkerbundsver­einigung in Washinglon zu richten und sie aufzn-- iorderu, ihren Einfluß gellend zu machen, um zu verhindern, daß die Vorlage Gesetzeskraft erlange.

Zum Tode

Gerade wer, wie wir deutsche Katholiken, man­ches Bittere gegen den Politiker Dr. Karl Helfferich im Herzen trug, muß erschüttert fein über das tra­gische Ende, daß dieser Mann in dem brennenden D-Zug-Waggon an der schweizerisch-italienischen Grenze gefunden hat. Menschliches Mitgefühl mit dem in tragischer Weise aus dem Leben Gerißenen drängt die Gedanken und Erinnerungen zurück, die der Name Helfferich sonst ausgelöst hat. Der Tod Helfferichs hat die Armseligkeit alles Men­schenwerkes so deutlich gezeigt, die furchtbare Ver­nichtung auf dem Bahnhof Bellinzona, wo die m den Waggon eingeklemmten Menschen zu Asche ver­brannt sind, hat das Memento mori wieder einmal so grell aufleuchten lassen, daß die Todesnachricht in erster Linie Gefühle der Menschlichkeit auslösen mußte. Zumal ja Helfferich unzweifelhaft ein hochbegabter Mann war, eine Persönlich­keit, eine Persönlichkeit, die an der Unrast und den Problemen unserer Zeit geistig schmerzlich ge­litten haben dürfte. Das forsche Auftreten nach Außen kann das Bild innerer Zerrissenheit bei sol­chen Männern wie Helfferich ja nur schlecht ver­bergen.

Ungewöhnliche Begabung, «ferner Fleiß und Glück hatten den Mann, der jetzt ein so furcht­bares Ende gefunden hat, rasch emporgetragen. 1872 in der Pfalz als Sohn eines in demokra- tifcher Auffassung sich bewegenden Fabrikbe­sitzers geboren, ist er mit 27 Jahren Privatdozent und mit knapp 30 Jahren außerordentlicher Pro­fessor, gleichseitig auch schon Referent für wirt­schaftliche Angelegenheiten in der Kolonialabtei­lung des Auswärtigen Amtes und 1905 dort Vor­tragender Rat. Alles schien ihm offen zu stehen: 1904 lehnt er einen Ruf als ordentlicher Professor der Staatswissenschasten an die Universität Bonn ab und wird dafür 1906 etwas ganz anderes — Direktor der Anatolifchen Eisenbahnen, zwei Jahre später DirektorderDeutschenBank. In Wissenschast und Praxis scheint er gleich zu Haufe; der Regierung hat er sich, wie schon früher, so auch noch 1913 als ihr Delegierter bei der internatio­nalen Finanzkonferenz zur Regelung der Balkan­frage in Paris nützlich erwiesen; seine lieber« nähme in ein hohes Reichsamt erscheint als die natürliche Konfeguenz dieser Laufbahn. Deshalb begrüßte ihn, als er im Januar 1915 zum Leiter des Reichsschatzamtes berufen wurde, in der Tat allgemeine, höchste Erwartung. Wir wißen heute, welch eine Enttäuschung feine Tätigkeit als Verwalter der Reichsfinanzen gewesen ist. Am 22. Mai 1916 wurde er als Nachfolger Delbrücks zum Staatssekretär des Innern ernannt, und übernahm zugleich die Stellvertretung des Reichskanzlers. Bei der Umgestaltung in der Besetzung leitender Stellen am 5. August 1917 behielt Dr. Helfferich zwar die allgemeine Stellvertretung des Reichs­kanzlers im Reich und in Preußen, gab aber das Reichsamt des Innern ab und schied im November, nachdem Vorgänge im Reichstage ihm Gegnerschaft eingetragen hatten, auch aus der Stellvertretung des Reichskanzlers aus. Noch einmal verhalf ihm fein Ruf als Diplomat und geschickter Politiker zu einem hohen Amt. Als Graf Mirbach ermordet war, wurde er im Juli 1918 Vertreter des Deutschen Reiches bei der Sowjet-Regierung in Moskau. Man weiß, unter welchen Umständen er sein Amt verließ. Damit war seine polifische Kar­riere beendet. Nach der Revolution stürzte er sich in das parteipolitische Getriebe und wurde der Wortführer der Deutschnationalen. Bekannt ist sein Kampf, den er gegen Erzberger führte, bekannt sind seine scharfen Attacken, die er gegen seine politischen Gegner ritt. Im Reichstag, in den er 1920 gewählt wurde, vertrat er häufig mit dem ihm eigenen Temperament das deutsch- nationale Programm auf der Tribüne. Helfferich hat den Verlust der führenden Stellung im Staats­leben nie zu überwinden vermocht. Mit der Zähigkeit, die ihm eigen war, bekämpfte er die neuen Kräfte, die ihn verdrängt hatten. Helfferich sah das Ziel der Arbeit vieler Jahre vor sich. Er trug sich mit der Hoffnung, bald wieder das Staatsruder ergreifen zu können, das ihm die Re­volution aus der Hand geschlagen hatte. Da traf ihn kurz vor der vermeintlichen Erfüllung seines Wunsches das harte Geschick, das seinem Leben ein jähes Ende setzte.

Erst vor wenigen Jahnen hat der bis dahin Einsame, be'm noch als Minister die Schwester den Haushalt führte, sich mit einer Tochter des früheren Direktors der Deutschen Bank, Georg v. Siemens, vermählt. Jetzt stand er im zweiundfünfzigsten Lebensjahre. Nach menschlichem Ermessen hätte er noch eine lange nachhaltige Tätigkeit in der deut­schen Politik entfalten können. In Erinnerung ist ein am Karfreitag von dem italienischen Erholungs­ort aus in zahlreichen dsutschmationalen Blättern

Vom Reichsverband der Deutschen Jndusttie wird folgende Resolution zum Gutachten der Sach­verständigen mitgeteilt:

Präsidium und Vorstand des Reichsverbandes ter Deutschen Industrie erkennen, daß das Gut- «ckten des 1. Sachverständigenkomitees, das auf volkswirtschaftlichen Erkenntnissen aufgebaut ist, eine geeignete Grundlage zur Lösung des Mevarationsproblems darstellt, und billigen h€n Standpunkt der Reichsregierung, ins der Grundlage dieses Gutachtens zu verhan- Jn Sie sehen davon ab, die vielfachen Einzel- ,mikte aufzuzählen, die noch einer Aufklärung be- jürfen, und beschränken sich darauf, als funda­mentale Voraussetzungen für die Annahme der Durchführung des Gutachtens zu bezeichnen:

1. die Wiederherstellung der vollen administra­tiven und wirtschaftlichen Souveränitätdes Deutschen Reiches über die besetzten Teile Deutschlands;

2. daß die Ausführung des Gutachtens in dem­selben Geiste erfolgt, der die Gutachter bei der Ab­fassung ihrer Berichte beseelt hat, insbesondere in­soweit, als es sich um den unerläßlichen Schutz der deutschen Währung bei den sogen. „Transfers" aus den Reparationsfonds im Aus­land handelt.

Die belgischen Staatsmänner bei Poincare.

wtb Paris, 25. April. (Tel). Havas bestSligt, aatz Theunis und hymanns am Montag mit Poin­care verhanddn werden. DK belgischen Minister werden beim französischen Ministerpräsidenten sMyMcken.

Die Anleihe-Aussicht.

wtb Paris, 25. April. (Tel.). Ans Dafhing- fon wird berichtet: Hochoffizielle Persönlichkdten

Verdächtige Geschäftigkeit.

Es. ein altes Naturgesetz, daß zu den Wahlen am weitesten das Maui aufreißt, der am 5*mgften geboten und zu bieten hat. Die sozial- .mokra tische Wahlmache zeigt das wieder ^E>ch- Die sozialistische Presse fällt über den I^chsarbeitsminifter Dr. Brauns als „Unter- to-.e r ® 0 r f p a n n" her. Weshalb? Er hat »„..^üchiein geschrieben über „Wir tschaf ts- „ _*c und Sozialpolitik", das im Bolks- r®dnst>er[ag erschienen ist. Wer es liest, ist von «nbeutigen Material zur Wirtschaftskrise 1923 -reputiert. In großen Gesichtspunkten kommen die lJ?^'*rig Seiten unseres Wirtschafts- $„f”5 U.ach dem Zusammenbruch der i^^uktion zur Darstellung. Die daraus re-

T^rden Maßnahmen der Reichsregierung, die ' .»MMnve Rechtfertigung in der Rentemnark

MW. MelMinnmMfg. (ailkMlr.MWl5 IM

FuldaerZettung

। und dem bedeutenden Rückgang der Arbeitslosigkeit 1 finden, werden in ihren großen Beweggründen und Zusammenhängen gezeigt. Freilich gehört ein für Klassenkampfhetzsr unverständliches Ausmaß von Mut dazu, Opfer M verlangen, und sie dem Volke in allen seinen Schichten verständlich zu machen, um das Chaos zu verhindern. Der von billigen Agi- rafionsphrafen lebende Agitafionsvedner fälscht die wirtschaftliche Not einfach in soziale Bosheit der Regierenden um, um Dumme zu fangen. Wahr­heiten kommen dabei nur im Nebensätze zu Wort. Warum hat sich denn, wie in der „Rheinischen Zeitung" in gleicher Nummer zugegeben wird, die Arbeitslosigkeit verringert? Well die Wirtschaft durch die auf dem Wege der B elastung des Be­sitzes geschaffene Markstabilifierun g zur Selbstregillierung belebt wurde. Weil eine Regie­rung, eben das so verketzerte Kabinett Marx mit Brauns als Arbektsminffter, den Mut hatte, Rot - Maßnahmen des Augenblicks und für den Au­genblick schlemngst durchzuführen, die von allen Ständen ohne grundsätzliches Aufgeben ihrer nor­malen Jnteresseuzieie Opfer oelrangten.

In sozialistischen Zeitschriften kann man dazu Gesichtspunkte z. B. über die Landwirtschaft lesen, die der Hetze in der .sozialdemokrafischen Presse glatt ins Gesicht schlagen. Bequemer macht man sichs schon, um Wähler zu fangen. Man mähst statt wirtschaftliche Aufklärung über Tatsachen den Weg des Fürchtemachens vor Opfern. Man fälscht Staatsnotwendigreit in Volksverrat um, und kann die Wirkung abwarten. Warm werden der in sozialdemokratische Eifenbartrur genommenen Arbeiterschaft die Augen aufgehen?

wirtschaftliche Aampsbewegung.

= 3n Elberfrld-Vrnmen mar eine Reihe von Teil­st-eiks im Baugewerbe ausgebrochen. Die Forderungen d« Arbeiter lauteten in der ftauptache auf Beibehaltung des Achtstundentages und Erhöhung des Stundenlohnes auf 1 Mk. Nunmehr haben die Arbeitgeber als Segen« Maßnahme die Ausfoerrung der Bearbeiter be­schlossen. ____________ ______

Der Kampf um die Krohmutter.

Die an t i s e m i t i s ch e Bewegung hat dazu Oührt, .daß in den völkisch eingestellten Kreisen die '^vßmutter der Wahlbewerber eine ungewöhnliche Atolle spielen. Es wird in den verschiedensten Fal- lr» weitläufig darüber debattiert, ob die Groß- ^ditter dieses oder jenes Wahlbewerbers der Rech- Jüdin war oder nicht. Nicht nur die völki- Aen Kandidaten haben ihre Last, sich gegen jüdi- chc Großmütter zu wehren. Dem berühmten Abg. Wulke sollte unter allen Umständen eme jüdische Großmutter angedreht werden. Auch die b e u t f rf>» «ötionaten Kandidaten dürfen unter keinen Umständen jüdische Großmutter haben. Der eigen- «’fcgs „Diplomat" Frhr. v. L e r s n e r, der eigens «fs der Deutschen Volkspartei ausgeschieden war, Reichstagsmandat war dort für ihn nicht zu fangen), um bei der Deutsthnanonalen Volkspar- sich parlamentarisch zu betätigen, ist nicht auf der ^tchsliste der Detitschnationalen untergekommen, ^hindert hat das Unterkommen, wie einer Notiz „Germania" zu entnehmen ist, die jüdische Großmutter des Freiherrn von Lersner. Da- Iköan hat aber der Reichslandbund, der auch eine ^chsliste ausgestellt hat, Frhr. o. Lersner auf 5®*® Reichsliste gesetzt. Die Loirdbündler sind in auf Großmütter nicht so ängstlich.

Die englisch-russischen Verhandlungen.

die für die Gestaltung der europäischen Politik von großer Tragweite sind, gehen in London weiter. Es wurden neuerdings Ausschüsse eingesetzt 1. zur Untersuchung der Frage der Schulden, Forderun­gen und Gegenforderungen sowie der Mittel zur Wiederherstellung der russischen Kredits in Eng­land; 2. zur Ausarbeitung des Entwurfs eines Handelsvertrages und eines Schiffahrtsabkom­mens; 3. zur Prüfung des Berichts über die Frage der territorialen Gewäsier.

Hierauf vertagte sich die Konferenz, bis einer der genannten Ausschüsse bereit fein wird, seinen Bericht vorzulegen. __________

aus dem Handwerk.

= Der Entwarf einer Reichshandwerkerordnnng ift im Reichswirtschastsministerium fertiggestellt wor. den uni) der Reichsregienmg zugeleitet worden.