Einzelbild herunterladen
 

Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Sfabf Fulda.

m. 95

Verantwortlich [fit bie Schriftleit»«: $r. Sobannee Strömet. $ rat igeit: I. V erteilet. Stille. Rotation»»!«» tmb Berfas der s «Jnlbaer »ctfenbnitferei tat Suida. Senifoteitet Wr. 9. 5

eefegltaref» ffitAvril: Poftteslkllimz 1.80,6tabtbetug 1 jsowt.

Mittwoch, 23. April 1924.

Kn »eisen'Steife Älenueile (Selonei) lokal 0.16 Soldmark.

anlwürtt OLO Soldmark: Äetlameieile lokal 0,60, Goldmark, Kl Irthrn

:: outokte OSO »trtbntatt :. UX* JuUly*

Set ZBieberbolmtaen Rabatt- SoMLeckkonio Iranktnrt a. M 4051'

Vie Ausgabe der RepKo.

Der „Demos" berichtet, die französische «Regierung habe auf die Mitteilung der Re- paratilmskommifsion, in der der Beischluß vom letz- ien .Sonrtersiag mstgeteiü wurde, bereits geant­wortet. Sie habe die Haltung eingenommen, die man oorausgesehen habe. Ihre Meinung über den Bericht der Sachverständigen weiche nicht von -er Meinung der englischen Regie- rung ab- Sie erwarte jetzt, daß die Reparations- tcmmission die Entscheidung treffe, die ihr zu- komme, um den endgültigen Ptan aiszuakbeiten.

Tenn die Reparattonskounmssion in den Oren- M ihrer Defugniffe beschließen werde, könne die 'rcmchsische Regierung die Maßnahmen bestimmen, die sie zu ergreifen habe. Das Wort habe also von nun an die Reporationskommis- sion. Sie allein sei gucrtifeiert, im Rahmen 'hoer Kompetenz das Werk^ vorzubereiten, wie sie es am Donnerstag angekündigt habe. Sie allein könne tert Konklnfsionen der Sachverständigen Gewicht reden. nachdem sie die vorbereitenden Arbeiten durch geführt habe.

wtb paris, 22. April. (Tel.) Der „TUcfin“ bestätigt die Meldung, daß die französische Regie­rung in einem Brief an die Reparalionskvmmission Stellung zu ihrem letzten Beschluß genommen Hal. Sie Antwort werde zweifelsohne heute veröffent­licht werden. Die französische Regierung ver­schweige darin nicht, daß sie vor der Arbeit der Sachverständigen die gleiche Achtung habe inte die Reparasionskommiffiou und die andern aSlierten Regierungen, aber sie bemerke der Kommis­sion, daß sie ihre Arbeit noch nicht vollbracht habe. Es genügt nicht, den Bericht der Sachverständigen anzunehmen und die Arbeit, die mit ihrer Berauf- «orklichkeit zu leisten sei, unter das Reich und die Alliierten zu verteilen, in dem man dem ersteren tage, es müsse die notwendigen Gesetze votieren. Uebtigens habe die Reparationskommifsion in Punkt 6 ihrer Empfehlung anerkannt, daß auch sie in gewissem Grade die Arbeit der Sachverstän­digen vervollkommnen müsse, namentlich hinsicht­lich des Programms der Tarifierung der deutschen Zahlungen mich dem Ausland sei kaum etwas ge­schehen. Es scheine aber, daß der logische Berkaus der Dinge nicht vollkommen betrachtet worden fei rnit es sei normal, daß die Reparationskommlsfion sich zuerst der Mühe unterziehe, ein vollkommenes Acxarationsprogramm auf der Grundlage des Sachverständigenberichl« ausznarbeiken. Dieses Programm habe die Kommission dem deutschen Reich zu übermitteln und ihm die Berpfiichtungen bekannk zu geben. Zu gleicher Zeit müsse sie sich W die alliierten Regierungen wenden, um ihm die Stegen zu bezeichnen, die nach ihrer Ansicht deren Kompetenz und nicht der Kompetenz der Repa- rakionÄommission unterstehen. Die Tatsache, daß Rtacdouald in öffentlicher Rebe über die Sage seine Ansicht gegenüber der französischen Ansicht kund- Segeben habe, mache die Rückkehr zur logischen Ordnung notwendig, wenn man Mißerfolge ver- meibe» wolle. So habe also die französische Re­gierung bem Vorsitzenden der Reparakionskommis- ftan geantwortet und sie werde in aufrichtigem "Stifte die Maßnahmen prüfen, die sie ihrerseits «rzunehmen habe, nm das Gelingen des Sachver- WWHgenprogramms jn erleichtern. Aber vorher «Kste die Reparafionsfomm iffion ihre Lutscheidun- 9® vervollkommnen, indem sie die Punkte be- ^ichrie, über die die Alliierten noch zu verhandeln halte.

AkSttlMW Nr WklWkk SSM.

Köln. 22. April. (Tel.) Die dte JMIr. 3fg.* aus Düsseldorf erfährt, wurden zum Osterfest ®*f Befehl des Kommandierenden Generals von ?tn am 24. Dezember 1923 wegen der Borgänge im ^ndbotfer Sonderbündlerprozeß verurteilten Mik- Medern bet früheren Düsseldorfer Schutzpolizei i e ch § b e g n a d i g t. Sie müssen jedoch am Mon- ?^das besetzte Gebiet verlassen. 4 Beamte find dn Gefängnis.

Lenna für das Sachverständigen-Rrteil.

Sleroport hat der englische Fmcms-Sach° Max Kemra m einer Rede erÄSrt: brf» E aufhören afs Kerkermeister zu har»° können die von Deutschtcmd gegebenen angenommen werden. Laßt uns z« ih!~?“Xanb 'sagen, wenn ihr erklärt, daß ihr diese ^trchte mmechmen werdet, dann werden wir euch

Wvn nehmen. Wir haben tetnorta Dor- getroffen, um irgend einen Verzug aus zu begegnen. Wenn ihr nach dieser pZ/cjtn Verpflichtung in Verzug geratet, dann wir unseren Alliierten näher stehen als je ®tr werden auf das Ergebnis warten. Aber 1 ""trauen euch." ^rdetterbewegung in New-Ysrl.

Loudon, 22. April. (Tel.) Auf der nachmittag abgehalkenen Sitzung der fion- ^uabhängigen Arbeiterpartei iu Rero- nu tatlten auch Dr. Adler aus Dien und £ o n- ig-, T 00n der französischen Partei Reden. Dieser >«on' unier„Metern, eine Gefahr des panger- aerrr^05 ^nne man verstehen, niemand sei mehr Attisch dafür als die Rationalisten in Arank- i,?' Konferenz nahm eine Entschließung an, tet ,L6ie Politik der englischen Regierung als ^innerste Weg zur Abrüstung bezeichnet

ÜN -er wen-e?

Äon «nAn besonderen Berliner Mitarbeiker.

Pie Reparattonskommission hat in sechs Se- schlüfsen, die einstimmig Annahme fanden, sich grundsätzlich und tatsächlich aus den Doden der Sachverständigen - Vorschläge ge­stellt.

Das ist eine Tatsache, deren Bedeutung nament­lich für die kommende innere Politik in Deutschland nicht hoch genug eingeschätzt wer­den kann. Mit diesen Beschlüssen ist eine Entschei­dung getroffen, die geeignet ist, eine neue Wende m der gesamten politischen Situation nach innen <mi) außen herbejAissühven. Wir stehen zum ersten­mal vor der Tatsache, daß das Reparatwnsprvd- kem nun wirklich wirtschaftlich aufgezogen wird. Wenn sich die Reparationsko-mmrssion ein« imäitig auf den Doden der Sachverständigen-Gut- achien stellt, so muß man sich darüber klar werden, was das für die weitere Behandlung der Ange­legenheit bedeutet. Diese Sackwerständigen-Äut- «chten sind immer und immer wieder davon mrsge- gzmgen, daß Deutschland di« voll« finanzielle und wirtschaftliche Einheit seiner Reichsorgantsation er­halte und daß ihm auch die Derfügungsfreiheit, vor allen Dingen die Wiederher st ellung der deutschen wirtschaftlichen Hoheit zu- teil werden 'muß. Das Sachverständigen-Gutachten erklärt im Rahmen seiner Ausführungen wohl ein Dichendinal, daß gerade diese Punkte di« Vor­aussetzung für das Gelingen der schöehsichen Vorschläge bLdeten und daß diese Vorschläge selber sich durchaus auf der Verwirklichung dieser voraus- setzrmgen aufhauten.

Was bedeutet nun diese Entscheidung für die kommende innere Politik? Wir stehen vor den Wahlen. Angesichts der gegenwärtigen Situation gewinnen diese Wahlen nunmehr eine ganz be­sondere Bedeutung. Bon Syrern Ergebnis wird «6 «Hhängen, ob der neue Reichstag die Fähigkeit haben wird, den aus der Zustimmung der Reichsnegiemmg sich ergebenden Folgerungen ge­recht M werden und ob er die Kraft besitzt, die ans der Annahme der Sachoerstärchigen-Dorfchläge sich ergehenden gesetzgeberischen Maßnahmen zu treffen.

Es wird ungeheuer viel davon abhängen, ob und rn welcher Form der neue Reichstag diesen Auf­gaben gerecht wird. Denn der Beschluß der Re- parativnskommission fordert von der deutschen Reichsregienmg, daß sie in kürzester Frist auf Grund der Schlußfolgerungen und des Textes der Berichte die Gesetz- und Verordnungs-Entwürfe der Re- paratKms-Kommifsion übermittle, bi« bogu be­stimmt sind, die Vorschläge und Pläne der Se b- tK-rffänhigen ficherzustellen. Daraus ergibt sich schon, daß von emer weiteren Verschiebung der Reichstagswahlen, von der dieser Tag« m ausländischen Blättern gesprochen wurde, keine Rede fein kenn, beim nunmehr haben wir erst recht das Interesse, möglichst rasch zur Wakss zu kommen und aber auch so schnell wie möglich nach Tätigung tiefer Wahlen den neuen Reichstag ein- zuberufen. Und alsdann wird es sich sofort Herausstellen müssen, ob der neue Reichstag di« Zu- fagen der gegenwärtigen Reichsregierung erfüllen will mb ob und mit welchen Mitteln er die Vor­schläge der Sachverständigen auszuführen bereit ist.

Wenn fetzt bi« Rsparationskommission unter Führung Frankreichs so rasch derartige wichtig« Se- schlaffe saht, die von außerordentlicher Bedeutung sowohl für die deuMe Poltest, wie aber auch für die französische Poll fit sind, so geschieht de« vorwiegend ilm deswillen, Deutschland unter einen bestimmten Druck zu stellen, während in Frankreich dies« Bereit, schäft wahltaKsch auogenutzt weiden soll. Denn wir fehen jo jetzt schon, daß hinter bon Kulissen in Frankreich die politischen Tendenzen wieder eine außervidenllich« Rolle fpteten uns baß beispiels­weise Poincar, sich schon mft dem Bedanken trägt, eine Umbildung der Repavakions-Kommsssion vorzunehmen, die natürlich dazu bestimmt wäre, das Uebergewicht Frankreichs, das jetzt schon trorlxmben fft, noch weiter zn verstärken. Eine solche UmbÄ- bmg ist ohne Zustimmung Deutschlands überhauvt nicht möZlich, und wir können ganz und gar kein Interesse daran haben, den französischen Einfluß ui der RsparaktcmskvnÄniAron noch werter zu ver­stärken. Man sieht aber ans diesen vorKänqen, welch« Kräfte am Wert find, um die politische Seite des ReparaÜonsprvblems wieder vor die wirtfchaft- llche zu stellen, thnfo mehr haben rohr ein Interesse daran, daß rote in DeusschlmÄ» alles tun, tun die auf Grund des Sachverständigen-Gutachtens sich an­bahnende wirtsthaftkche Detrachtungsforrn des Re- parationsprobfems weiter zu fördern.

Abreife bet Sachverständige».

wtb. Paris, 22. April (Tel.) Die drei ameri- teuischen EachverftSudigen haben heute Frankreich verlassen mit bem Dampfer „Leviathan".

Ausland.

* Die Auerkennung bet Republik Griechenkaud. Der Berichterstatter der .Thicago Tribüne' in Athen meldet, die vereinigten Staaten und Belgien hätten die neue republikanische Regierung von Griechen­land bereits anerkannt.

* Mussolini all „Civee romanna*. Äu8 Rom meldet man: In Anwesenheit zahlreicher Deputierter und Senatoren und Vertretern der Stadt wurde Mussolini feierlich znm Burger der Stadt Rom er­nannt. Mussolini dankte in 'einer Ansprache für die ihm von der ewigen Stadt erwiesenen Ehre. Er erinnerte dabei an den Ruhm des alten Rom und versprach, die Stadt zu neuem Glanze empor« * zuführen.

Die Mächte im Osten.

Rach Mitteilungen aus den varkanländern sind vechandlungen im Gang, um Rumänien, Frankreich und Japan zu einem gemeinschaft- stchen Zusammengehen m bestimmten roetipofiti- scheu Fragen zusammenzufassen. Zunächst handelt es sich um die Regelung der beffarabischen Frage. Daß Japan mit seinen Sympathien in dieser Ange­legenheit auf Seiten Rumäniens ist, erklärt sich durch seine natürliche Feindschaft gegenüber Ruß­land. Daß aber auch Frankreich einem derartigen Bunde beitritt, ist an sich gewiß zu erklären durch fernen Wunsch, eine möglichste Starte in Rumänien und von dort aus über den Balkan zu gewinnen und zu erhalten. Dieser Schritt Frankreichs ist aber eine offene Kampfansage an Ruß- l a n d. Wenn sich Frankreich zu diesem Vorgehen entschließt, so müssen ganz gewichtige Gründe da­für maßgebend sein. Manches wird wohl klarer, wenn man sich vergegenwärtigt, welche Bemühun­gen Frankreich darauf verwendet, um in der Tür­kei für feine Politik Stimmung zu machen. Es ist auch schon dafür gesorgt, daß die franzosenfreund­liche Richtung in der Türkei einen Anschluß der Türkei an tiefe jetzigen Abmachungen fordert. Man erwartet m tiefen Kreisen offenbar damit eine 3n« ßchochhalttmg einerseits Italiens im örtlichen Mittel­meer, andererseits Rußlands im Schwarzen Meer. Doch sst bei der gegenwärtigen Lage nicht anzu­nehmen, daß sich die Türkei offiziell diesem Bunde «nischlieht, da sehr empfindliche Spannungen zwi­schen der Regierung in Angora mrd Paris bestehen. Die Politik Italiens wird durch tiefe Abmachungen empfindlich berührt und man muß daraus gefpannt fein, welchen Gegenzug nun Mussolini, dessen Ausgaben nach außen hin damit erheblich wachsen, unternehmen wird, um diesen offenbar in höchstem Grade unfreundlichen Schritt Frankreichs gegen die italienischen Interessen im Mttelmeer zu parieren.

Es wird nun auch selbst von französischer Seite nicht mehr bestritten, daß zwffchen Frankreich und Rumänien Dündnisverhandlungen ge­pflogen wenden, die schon sehr west gediehen find. Frankreichs Taktik geht offenbar daraus hin, im ganzen Osten und Südvsten sich eine Berteitigungs- zone zu schäften. Letzten Endes sind alle diese Maßnahmen einerfests gegen Italien, andererseits gegen Rußland gerichtet. Wenn Japan sich dem fpe^teft ftanZösisch-rmnän ischen Abkommen an- schließt, fo braucht man fürs erste gewiß agreffroe Absichten gegenüber Rußland noch nicht zu ver­muten, aber einen besonderen Akt der Frermdlich- kest gegen Rußland sst das auch nicht. Jedenfalls stehen wir am Beginn einer ganz eigenartigen Mächtegruppierung im Osten, die ganz und gar nicht dazu angetan fft, den Frieden in Europa zu sichern, sondern die die Reime neuer schwerer Aus­einandersetzungen in sich trägt

Vom deutschen Standpunkte aus sind wir an diesen Dingen fürs erste nicht unmittelbar interes­siert. Unsere außenpolitische Ohnmacht würbe uns ja auch daran hindern, in die gegenwärtig sich voll- zichende Entwicklung einzugreifen. Aber da aus­gesprochener Maßen alle diese Schritte Frankreichs dayu bestimmt sind, auch die sogenannten Friedens- verträy« zu »sichern", haben wir doch das größte Interesse daran, den Fortgang dieser Dinge auf- merksam zu verfolgen. Was sich hier anbahnt, kann von entscheidender Bedeutung für tie außenpolitische Gestaltens Dinge in den nächsten Jahrzehnten werde».

Engltavds Stellung in Mesopokamten.

Reuter berichtet aus Bagdad, daß gegen die Annahme des Vertrages zwischen England und Ä*>n Irak eine Agitation im Gange sei.

W» verlautet, sollen mir 14 von 100 Abyeokd- neten bereit fein, für den Vertrag zu ftirmhen. Eine klare Zusicherung werte gefordert, daß der Irak, wenn nach Ablauf der Vertragsperiode die Um­stände den Eintritt Iraks m den Völkerbund ver­hindern sollten, vollständig unabhängig fein soll ohne eine Verlängerung des Mandats. Die poli- tssche Lage in Bagdad nähere sich rasch einer Krise. Auf zwei Abgeordnete, tie als Anhänger der MSstzierrmg des Vertrages mit England be­kannt feien, wurde ein Mordanschlag verübt.

Sie new Verfassung bet Hörtel.

w» Parts, 22. Mpttt. (Tel.) tzavar meldet aus koustanliuopel: Die Rafionafoerfamtn- fung hak das Budget für 1924 und die Verfassung ber Republik gebilligt. Die Rationalversammlung wird am Donnerstag auf sechs Monate in die Se­rien gehen. _________________

«achaiische Welt.

" 44. Betbanbsfag des Verbandes Sach. Saafln. Vereine. Der diesjährige 44. Derbcmdstag des Derban- des katholischer kaufmännischer Vereinigungen Deussch. lands, e. D. (Sitz Essen-Ruhr) findet in den Tagen vom S. bis 10. August in Kassel statt. Mit Rücksicht auf tie bedeutsamen wirsschastlichen nd sozialen Fragen, die zur Deratting stehen, ist diesmal die Verhandkungsdauer mn einen Tag verlängert worden. Mit der Tagung wird «ne große Bonifatius-Kundgebung verbun­den werden, bei der voraussichtlich der Vorsitzende des Donifatiusvereins, Wechbischos Dr. chähllng von Lan­zenauer, Paderborn, die Festtede halten wird. Es ist serner geplärrt, hn Rohmen des Derbandstages eine St. St. 53. Wirtschaftsaus st ellung zu veranstal­te"- E ben zahlreichen Besuchern der Tagung die Mög­lichkeit zu geben, geschäftliche lkterbinbungen «trtereman- fcer anzuknüpfen. Wegen der zentralen Lage Kassels darf beide schon mit einem außerordentlich zahlreichen Besuch gerechnet werben.

Entweihter Gftersne-'en.

Blusige Schlägereien zwischen Kommunisten und Rechlsrabikalen.

Buckow in der Mark wurde am Ostersonmag Nachmittag der Schauplatz einer großen Schlä­gerei zwischen Kommunisten und rechtsradikalen Iugendbündlern, wo­bei ein Mitglied der rechtsradikalen Jugendbündler erstochen und ein junger Kommunist durch Mes­serstiche schwer verletzt wurde. Einige in der Nähe weilende Förster trennten mit Gewalt die Kämp­fenden und nahmen zwei Kommunisten fest, deren Freilassung jedoch wieder von den Kommunisten erzwungen wurde. Dem „Lokalanz." zufolge wurde noch ein zweites Mitglied der rechts­radikalen Jugend so schwer verletzt, daß er seinen Verletzungen erlegen sst.

Was dem deutschen Volke bevorsteht, wenn die Vertrauensleute dieser Kampfhähne im Reichstag und in der Regierung ihren Arizona-Betrieb fort­fetzen könnten, der sich jetzt in Wald und Wiese abspielt, kann man sich mit Schaudern denken. Am 4. Mai heißt es: aufgepaßt!

Der Kampf um die Arbeitszeit.

Der Bolksensschsld über den Ackssstundenlag.

We der „Montagmorgen" berichtet, hat ber Allgemeine deutsche Gewerkschafts- b u n d (sozialistisch) auf Anttag des Deutschen Textllavbeiterverbandes beschlossen, di« Frage des Achtstundentages auf dem Wege über ben Dolls- entstheid zur Entscheidung zu bringen. Eine Kom­mission, m der auch der Allgemeine freie Angestell­tenbund und der Allgeimeine deutsche Beamtenbund vertveten sind, ist gegenwärtig mit den technischen Vorbereitungen beschäftigt. Wie das Blatt erfährt, wollen tie freigewerkschaftlichen Spitzenverbände nicht em besonderes Gesetz über den Achtstundentag zur Bollsabstmmnmg stellen, sondern tie Rati­fikation des Washingtoner Abkom­mens verlangen, das die grundsätzliche Festlegung des Achtstundentages enthält. Das Volksbegehren wird erstnachdenWahlen dem neuen Reichs­tage «mgereicht werden.

ßeind endlich erkannt!

Die Deukschnativnalen über die Deukfchvölkischen.

Die Behauptung, daß die weitesten Kreise des deutschen Volkes, u. a. auch die Katholiken» keine Ahnung davon hätten, was wirklich „natio­nal" sei, ist den Deutschnationalen und den Deutschvölkischen gemeinsam. Sonst verlaufen die beiden Richtungen in sehr verschiedenen Bahnen. An Verkleisterungsversuchen hat e» zwar nicht gefehlt. Jetzt aber ist der Kampf entbrannt. Die „Deutsche Tageszeitung", das Organ des deutschnationalen Reichslandbundes, erklärt, nur ungern dem immer dringender wer­denden Verlangen ihrer Leser folgen und zu dem Programm und der ptiitischen ftaltung der Deutschvölkischen Freiheitspartei Stellung nehmen zu müssen. Das Blatt setzt sich bann im einzelnen mit den wirtschaftlichen Forderungen der Deutschvölkischen auseinander, die es unklar und verschwommen nennt. Ihr gesamtes Finanz- und Wirtschaftsprogramm gehe auf Sozialisie- rung und Zwangswirtschaft größten Stiles hinaus.

„Denn beispielsweise tie -Freiheitspartei", schreibt die -Dsussche Tageszeitung", „Ablösung der Vrofitwirt- schast durch die Bedarfswirtschaft fordert, so sst das g«- nau sv eine sozialdemokratische Drundfor- deruna wie die oben Mitgeteilte program­matische Aeuherung zur W oh n in n » f r a a e: rote überhaupt tief» Programm der Parteien, tie den Juden Karl Marx endlich erledigen wollen, mehr geifttge Anleihen beim Marxismus macht, nie beute manche mehr kleinbürgerlich eingestellten Teile ber deutschen Sozialdemokratie. In einem Flugblatt cm die Arbeiterschast Leipzigs wurde auch die „Einführung einer sozialistischen Gesellschaftsordnung auf nationaler Gruntiage" offen als Ziel bezeichnet."

An Deutlichkeit laßt diese Feststellung, die die Völkischen den „Marxisten" gleich stellt, nichts zu wünschen übrig. Sie wird wohl auch allmählich m tie weniger politisch geschulten Kreise im natio­nalistischen Lager bringen und hier und da bei her­vorragenden Wirtschaftsmännern Sympathien für die Völkischen zerstören, die man bisher noch füti sie haben zu müssen glaubte. Wir denken dabeq nicht nur an bas weite Deutschland, sondern auch an unfern engsten Fuldaer Heimatbezirk. Be­sonders pikant wirkt in diesem Zusammenhang noch der Umstand, daß auf der d e u t s ch n a 11 o n a I e »> Bewerberliste für die Stadtverordnetenwahl in Fulda ein Herr steht, der bisher bei allen deutsch- völkischen Versammlungen am Vorstandstisch prangte. Der Feind, der von der „Deutschen Ta­geszeitung" erkannt ist, ist demnach noch nicht überall erkannt, selbst nicht von alten Soldaten.

politische Verwilderung.

In der .Droßdeutschen Zeitung", dem völkischen Organ in München, lesen totr folgenden Bericht:

,Am Montagabend wurde der Abgeordnete Ministerial - rat Rauch auf dem Heimweg von einer Versammlung in Pemfling von drei Männern überfallen. Der Abge­ordnete konnte, sich jedoch seiner Angreifer erwehren. Von Montag auf Dienstag wurde nach einer Versammlung in ObergottSzell der Redner der Bayerischen Volks­partei, Rechtsanwalt Dr. ©tieft, von mehreren politischen Gegnern überfallen und mit Prügeln niedergeschlagen. Er wurde derart zugerichtet, datz er jetzt schwer darniederliegt. Ran scheint also auch draußen in der Provinz von der Bayerischen Volks» Partei genug zu haben".

Diese hämische Schlußbemerkung kennzeichnet die „«roßdeutiche Zeitung", die genau weiß, aus welchen Kressen die Attentäter stammen!