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Fuldaer Zeitung

Sonntag, 20'. April 1924«

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5n 6er oerflefienen Woche Haden sich auf da, Witt- schastsleben zwei Strömungen, die im Gstnbe gegenein­ander gerichtet sind, ausgewirkt: Eine ungünstige und eine etwa» günstigere. Di« letztere ist ein« Folge der Sachverständigen berichte tnb erklärt sich al» eine opti­mistischere Beurteilung der bisher beinah für unentmirr« dar gehaltenen Reparationsschwrorigkeiten. Unmittelbar tritt diese Erscheinung zu Tage in einer recht erheblichen Besserung de» Markkurse» im Ausland, der ungefähr seinen allen Stand wieder erlangt hat, und in der hiermit in btrcftxm Zusammenhang stehenden Ab­nahme der Devisenforderungen im Inland.

Allerdings dürste auch die Errichtung der Gold­diskontbank und die Aufnahme des Geschäftsrer» keh« in di.s-r Beziehung entlastend gewirkt haben, da eine große Summe von Kredftforderungen vom Devisen- markt ai4 die Golddiskontbank abgelenkt wurden, die der deutschen Wirtschaft neue Äapitalbeträg« in Höhe von einigen hundert Millionen Goldmark bringen wird. ®rö- Here Kredite scheinen auf indirektem Wege, nämlich durch Rediskontierung von Wechseln aus tte Golddiskontbank, besonders von England und Amerika, gewährt zu wer- den. Mit amerikanischen Finanzkreisen ist erst kürzlich ein Uebevcinkommen getrosten worden, daß ste einen Betrag bi« insgesamt fünf Millionen Pfund, also etwa 100 Millionen Goldmark, bu ch Diskontierung von Wech­seln aus die Golddiskontbank der dorischen Wirtschaft zm Verfügung stellst Die Erweiterung der Kapitalbast, durch einhundert Millionen Roten der Dank durste sich noch einige Zeit verzögern. 3st somit der Z.fluß an neuen Kapitalien in die deutsche Wirtschaft auch ein recht be» fcheLener im Verhältnis zu i derzeitigen Bedarf, so ist dies doch in dar Keile aller Maßnahmen zum Dierchhrl- ten der Wähnungsstabilisienrng bis zur Lösung der Re- paeationssrage ein außerordenllich wertvoll« Glied. Für bie Lösung der Reparatfionssrage hat der Eachverftän- digenbericist zweifellos eine Voraussetzung gegeben, wie sie bisher noch nicht bestanden hast Wie weit allerdings bie rein politiscl-en Schwierigkeiten, die sicherlich von­seiten Frankreich, entstehen werden, ohne Beeinträchti­gung de» Gesamtpläne« übermunben werden können, liegt noch völlig im Dunkeln.

3ft so die außenwirtschaststche Deurterkung Deutsch­lands, die «such im Sachoerständigenbericht Worte bet Anerkennung findet, In der letzten Zeit erheblich günstiger geworden, so zeigt das innerdeutsche Wirtschaftsleben d 1 e chcsra Neristischen Krisenerscheinungen eine« Gesundungsprozesse», bie von allen einsichtigen Wirtschaftlern als unvermeidlich erwartet worden sind. Die Entlastung unserer Wirtschaft von den al» unertrag- bar erklärten Fesseln der Micumverträge ist nicht , «folgst 3m wesenistchen ist der bisherige Zustand auf I zwei weitere Monate verlängert. Am Geldmarkt ist keine fühlbare Erleichterung eingetreten. G» ist mir einer solchen auch nicht zu rechnen, da die scharfe Der- knapprng de» DeldmarNes einen wichtigen Faktor zur Aufrechterhaltung der Währungsstabiliiät barftcOt. Die feit Wochen aufgetretenen Schwierigkeiten, besonders im Bankgewerbe, ziehen immer weitere Kreise. Gewiß mutz zugegeben werden, daß die «mglücksi-lige Frankenspekulci- (ton einen recht beträchtlichen Anteil an der gegenwär­tigen Sage hast Sind hierdurch doch Firmen in Zahlungs­schwierigkeiten geraten, die an der deutschen Wirtschaft bi, in die letzte Zeit hinein über uneingeschränkte» Ver­trauen verfügten. Die Krisis, die nichts andere» darftsllt, al» den Rückbildunasprozeß der aufgeblähten Wirtscha« auf einen, unseren Verhältnissen entsprechenden Rahmen, greift nunmehr «ch in bie 3 n b u ft r i e über. Die eisten Auswirkungen zeigten sich im Metallhandel. 3n ber letzten Zeit sind jedoch auch andere 3ndustriezweigs gosolgt, so ganz kürzlich die S e i f e n i n d u st r i e mit dem Gioth-Konzern in chcmau, dessen bis nach Hol­land reichenden Beziehungen betroffen sind. Dabei ge- noß gerade dieser Konzern bi, in bie jüngste Zsi hinein ei« solche» Vertrauen, daß er ungedeckte Kredite in be- trächtlicher chöhe erhielt. Schwere Bedenken bestehen auch In ber Lederindustrie, deren derzeitige Koniunktur

Wissenschaft und zorschung.

e Wissenschaft und Kurorte. Am Sonntag den 1L ü M fand in Bad Hamburg die Gründung einer Stu, biewfeUfdjaft für Klimatologie und Biologie. statt Vroi. von Noor den. Frankfurt a. M.. begnm^t» die Notwendigkeit einer laichen Forshimasarbe-it auf dem Grenzgebiet zwischen Medizin und Naturm.ffenlhaften mit höchst bemerkenswerten F^Ewattschen Ausfuh. rungen. fierr Regierungspräsident hoeni' * brachte bie Gniße des vberpräsidiums und wies auf do, große Interesse hin. bas von behördlicher C ite für die zu bearbeitenden Probleme vorhanden ist. G heim, rat König. Gießen, sprach :m Namen der .MWn Landesunloersitäten. Auch von anderen eho -N,

Aerzievereinigungen und Kurverwaltungen: wurdet - ssimmungen ausgesprochen. Die Gesellschaft gnn tz

sich mit einem sofortigen Beitritt von etwa 80 EmzU- Mitgliedern, ferner erklärte eine Reche von fiurDc. . U- tunoen ihren sofortigen Beitritt. Es wurde em w. ft. » schaftlicher Ausschuß gewählt, dem Vertreter vieler Kur- orte imd Forschunosstötten des Gebietes anoehoren und ber demnächst in Lcd Nauheim feine erste Sitzung Haden wird. . <

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11. Katharina Kaufhoid 69 Ihr., 8 Mst, 11 Tn. 11 Fabrikdirekror a. D Gnstov Monf uffec 6t gut., 8 »iU 11 SEa. 13. Ehefrau Maria Volk 42 I r . 9 Mt 14 4 0. 14. Ehefrau Elise Faustmann 32 3. 11 M. 27 T 14. Elisabeth Tuffner 2 T. 15. chauehältenn Dmiline Rem- borbt 32 3. 1 M. 14 Z. 15. Dienft^äbdjen Rosa Klitsch, Großenlüder 17 3. 5 M. 7 Z. 15. Eoa Sufanna Schmttt 14 3. 2 M. 6 Z. 15. Werkzeugmacher^ Joseph Schäfer 57 g" 4 M. 2 Z. 16. Anna Wiihelmine L-chaud. Weylier, 4 3 8 M. 5 T. 17. Walter Paul Fladung 6 M. 17 T.

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Das Fußball-Wettspiel gegen

V. f- R. Heilbronn

findet Ostersonntag 3 30 Uhr statt

vermischter.

• Eine Handgranate haben in München Ktnver «,f einer Wie e in e:n von -chren angez-ndeieS Feuer « worfcn; die «rannte cxp hielte und vrrletzte 6 o.nöer; einem 12jLdrugen Knaben wurde bet Bauch .. faer ^n <e daß die Ke arme heran« raten. e • schseSuncen eine» ZechenversanXessers. Die ktra'kammer Essen verhandelte auf Antrag de, neretn, geHM das Destechungsunw-sen, Derltn, hsn früheren Drrsanüieiter Joseph Wiewel- O, einer westfäsischen Zecize. Die Vorgänge spie- LJ in der K ohle n zw a n g s w I r tscha f st Der ; vEHcrgte fälschte Versandoersügun^en und bevor- , Mjtrie Abnehmer, die ihm Schmiergelder zahlten, j Msch^eitig betrog er bie Zeche um den Wett von 70^WaMNS Kohlen. Das Gericht verutteilte den Angeklagten wegen gewinnsüchtiger Urftmbcnfäl- frfnnig und Destechung zu zwei Dohren Gefängnis. Einige wegen Destechung mitostgeklaate Kohlen­händler, die Nachweisen konnten, daß ste von dem dunklen Treiben des Wiewelhose nicht, gewußt toben, kamen mit Geldstrafen davon.

* SdWereBerfchiungen ctneaLParkaflendirektors. 5>je ftädti'cbe Cparkoste in 4)!ünchen-Gladbach ist durch eigenmächtige Kiebitarbung feiten# ihrer Di- TetiorS schwer geschädigt wo den. W e mitgeteilt tonb, bat ber Direktor ber Kaste ber fetzt in Zih- lung?'chwi.rigkeiten geratenen ^irma Loeb n. Co. in Tiier über zwei Millionen Goldmark Krebst gewährt und dieser, sowie ähnliche Geschäfte, abgeschlosten, ohne die Genehmigung bei Vermal. tungSrati einzu'oolen. Ferner hat er sich einer Reihe von Veruntreuungen dadurch fckuldig gemacht, daß «r während der Inflationszeit mst den ihm an. vertrauten Geldern spekuliert hat. Er wurde desbaib sofort seines AmteS enthoben und eS ist ein Straf- und DtSzchiinarverfahren gegen ihn eingeleitet worden. Sein eigenmächtia.ei Vorgehen wurde dadurch erleichtert, daß ei zu einer Zett er« folgte, ali der Oberbürgermeister und mehrere Bet» geoibiete, darunter bet Sparkassendezernent, au!» gewiesen waren.

• Ein verwegener Einbruch. In der Nacht zum Karfreitag wurde bei einem Kaufmann in der Bleibtreuftrafce in Berlin ein Einbruch verübt. Die Einbrecher schloffen alle Bewohner in den einzelnen Rimmern ein und stahlen eine schwere Panzerkassette, in der auch in» und ausländische! Geld und Ju» tnefen im Werte von etwa 100000 Mark befanden. Rür die Wiederbeschaffung der gefloßenen Kostbar- letten ist eine Belohnung von 10 OOO Goldmark ausgesetzt.

• Ein Brand im Finanzamt. Im Landeifinanz' amt von Brandenburg brach in bet letzten Nacht Feuer aus. Ter größte Teil bet Büroräume mit den Akten und Einrichtungen ist ein Raub bet Flammen geworden. Tie Ursache bei Brandei ist völlig ungeklärt, da sich am Karfreitag kein Angestellter 'in den Räumen aufgehalten hat.

• Tie Insel der Edelsteine. Aus Colombo auf Cey'on wirb bie Entdeckung eines großen Edelstein» lager«, besonder» von Saphiren, tn Pelmaduki gemeldet. Einige der gefundenen Steine sollen fast i/s enqlvd’e! Pfund wiegen und einen Wett von 60000 Rup nen haben. _________

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alle» andere al» normal und gesund ist und in brr fiutorl- täten des Leder handel» rbenfaU» zwar mit dner ver­lustreichen, aber doch Im 3nleresse ber Wutsche,Ucch.eU nettoenbigen Rückblick rechnen.

Daß alle diese Tatsachen für ben Effektenmarkt keine günstige Anregung bieten tonnten, versteht sich Dün selbst. Der rein technische Umstand, daß auch in der aö- gelaufenen Woche wieder Zwangsverkäuse vo.genommen werden muhten, führten zu neuen Erschütterungen de» Kursstandes. Aber abgesehen von diesem mehr Aeuger- lidjcn muß als Erklärung für den Tiesstand der einten das geldwirtschaftliche SJloment angesühri werden, dog die Aitie al» Ertragspapicr z. Zt. in keinem Derhalims steh! zu den Zinssätzen des Geldmarktes. Es wurde be­reits früher ausgeführi, daß diese» Moment für künftige Dividenüen-Pol.tik ter Aktiengesellschasen von ganz her- ronagenber Bedeutung sein wird. Wenn die Geiell» fdxtiften dem Aktionär nicht die Mögltchkcu bie­ten können, für seine Anlage in der 3ndu,ttte einen annähernd gleichen Zinsfuß zu rrhaltcn, wie er am Geldmarkt bezahlt wird, wird em Heraus- schöpfen von Kapital aus den Ersparnissen de» Volke, für die Industrie unmöglich sein. Diese» Mamerst steht natürlich in engstem Zusammenhänge mit ber künftigen fjölje der Aktienkapitalien. Und e» ergibt sich ohne Wei- । teres, daß bie Gesellschaften den Anlaß ber Umstellung des Papiermartkapitals auf Eoldmark benutzen werben, ' um da» ßclbtapital auf eine so niebrige Vasi, zu brm- gen, daß eine verhältnismäßig hohe Verzinsung, b. h. Dividende, möglich wirb. 3» Friedenszeiten h.el.en sich die AkÄen etwa auf Parikurs bei einer 6 proj. Der- ziwung. Wenn nun die Berliner Handelskammer m ihren Richtlinien für bie Umstellung des Aktienkaprial» al» Minbeftgrenze für bie im Interesse ter Gesellscha,ten notwendige Verzinsung 10 bis 12 Proz. angibt, fo ist ts fraglich, ob hiermit der Zweck, bie Kreoit- und neue Kapital aus nähme ficherzirftellcn, erreicht wird. Der ge­genwärtige Reichsbankbiskont von 10 Proz. ist kein Aus­druck der roirilidjtn Leidlage. Die Frantsurter Lanken gewähren für Einlagen mit lltagigcr Kündigung 15 Prozent, für Einlagen mit sährliä-er Kündigung wen.en bi» zu 30 Proz. vergütet. Am offenen Öelbmadl liegen bie Sätze noch wesentlich höher.^ ßier wird für lang­fristiges Üeihgelb bi» zu 90 und für Geld auf kurze Sicht 40 bis 60 Proz. geboten. Solange bie Rentabol..ais. aussichten der Lndustrie sich nicht auf ungefähre^ hohe ber Marktzinssätze stellen, ist auch mit einem Entströmen aus- ländischen Kapitals an die Börse, von welcher man eine Hebung be» Kursstandes ai< den wirklichen Wert der Aktien erwarten kann, kaum möglich. Es muß hier ent­gegen vielen landläufigen Ansichten bemertt werden, daß ber gegenwärtige Tiefstand an der Börse auch für bie nicht beteiligten Kreise durchaiuv nicht gleichgültig ist. 2?;e Verluste des Kursstandes bedeuten tatsächlich schwere Eubstanzverluste ber im Besitz von Akten be- fiMichen Personen und 3nftiäute, welche indirekt eine Schädigung ber gesamten deutschen Wirtschaft, einen Echle.berverkauf darstellen. Ts braucht deshalb nicht zu überraschen, roenn auch bei uns in Deutschland ber Gedanke erwogen worden ist. ein E i ü tz u n g » k o n- (ortium für bie Aktien zu bilden, rok es bereit» an ber Wiener Börse seit letzten Montag bestehl uni) eine wei­tere Senkung der Kurse verhindert. Etwas Greifbare» scheint in dieser Hinsicht allerdings noch nicht vorzu- liegen.

Die abgelaufene Wache brachte an ber Börst sehr schwankende Kttrf«. Per Saldo ist zum Wochenende da» Kursniveau nicht wefentlich verändert Zu Begmn der Woche war die Tendenz auf die erste Aftrkung der Eachverständigenberichte hin sthr fett, erlitt jedoch bald wieder einen rech! starken Rückschlag, immerhin liegen die Kurft durchweg gegen die Vorwoche eine Kleinigkeit höher. Natürlich ist da» Geschäft gerade vor ben, Feier- tagen ganz außerordentlich klein geblieben. Besondere Anregung ist auch für die Osterwoche kaum zu erwarten.