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Fuldaer Heilung

Reichsverfassung und Revolution

des

3. durch die erhöhte Haftbarkeit des Putzes, 4. durch die

Revolutionäre keinen formeljuristisch einwandfreien Auftrag zur Ausschreibung der Wahlen haben, ober in Wirklichkeit erfüllten sie damit nicht ihre eigenen Pläne, sondern den Willen der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes.

Seitdem ist dieser Mehrheitswille ununterbrv-

Grundlage für die Regierung geschaffen werde, was geschehen könne „durch die Bildung einer National­versammlung, die sich dann die Verfassung zu geben hätte." Diese Voraussetzung ist erfüllt. Der Ver- fassungsgeber der Nationalversammlung trat als unanfechtbarer Vertreter des ganzen deutschen Vol­kes zusammen auf Grund des allgemeinsten und vollkommen gleichen Wahlrechts, das Man sich nur denken kann. Dieses Wahlrecht hat feine nachträg­liche Bestätigung durch die Nationalversammlung selbst erhalten, indem sie es in seinen Grundzügen in die Verfassung aufnahm. Wenn die Rechte die damaligen Wahlen als revolutionär hätten betrach­ten wollen, dann hätten sie selbst zweifelsohne nicht daran teilnehmen dürfen. Das aber habe sie keinen Augenblick erwogen, vielmehr lagen diese Wahlen auch ganz in ihrein Sinn, wie die zitterte Aeußerung Hergts beweist.

Nicht derjenige schafft Recht, der zufällig zu ihm den äußeren Anstoß gibt, sondern die anerkannte Autorität, die es billigt und in aller Form als gül­tige Norm festfetzt. Daran fehlt cs aber bei uns im neuen Deutschland in keiner Weise. Das ist schon in der Nationalversammlung zu Weimar von fast allen Testen ausdrücklich festgestellt worden. Durch den autorattven Willen der Mehrheit des deutschen Volkes, als der allein airzuerkennenden Autoritär sind wir im Jahre 1919 aus dem Chaos und der Unordnung der Revolution herausgekom­men zu neuen geordneten rechtmäßigen und rechts­verbindlichen Zuständen. Die Hypothese, daß auch alles, was feit 1919 bei uns an staatlichem Wieder­aufbau geleistet worden ist, auf R e v o l u t i o n s - recht gegründet sei, ist demnach völlig-^halt­los, sie ist im Munde eines staatspolitisch geschulten Mannes geradezu gewissenlos und sollte auch in der Hitze des Wahlkampfes nicht aufgestellt werden.

Noch immer klafft der tiefe Spalt im Volke zwischen denen, die nur am Alten hängen und fest- halten wollen und denen, die um des Volksganzen Willen den Neubau unserer Staatsgrundlogen in Angriff genommen haben. Daraus erklärt sich der Streit um die Rechtsgülttgkeit unserer Verfassung, der zwar seit Weimar nie ganz aufgehört hatte, aber in unseren Tagen nach dem Münchener Hoch­verratsprozeß wieder besonders lebhaft geworden ist. Die ganze Rechte bemüht sich seitdem, Glauben zu machen, daß unsere Reichsveriassung nicht an­erkannt zu werden brauche, weil sie auf Revolu- t i o n s r e ch t beruhe. Der Reichskanzler hat da­gegen wiederholt m feinen Reden entschieden und überzeugend Stellung genommen; aber die Gegen- seste will nicht überzeugt fein und sucht weiter nach Beweisen. So glaubt Graf Westarp in der „Kreuzzeitung" den Stein der Weisen gesunden zu haben. Er erklärt, die sogenannten Volksbe - austragten hätten die Wahlen zur Nattonal- versaminlung ausgeschrieben. Darum beruhe diese Mit allem, was sie beschlossen, auf der Revolution und fei also selbst revolutionär, d. h. ungesetzlich und rechtlos.

Ebenso einfach wie durchschlagend, nicht wahr? Aber ob man es bei den Rechten glaubt? Wäre die Westarp'sche These richttg, so würde es nach den meisten- Revolutionen überhaupt teine Möglichkeit geben, wieder zu rechtmäßigen Zuständen zu- rückzukehren. Denn sie würde verlangen, daß je­dem netten Rechtszustand eine Restitution des Alten vorausgehe, und die ist meist, wie auch bei uns im Jahre 1919, nicht mehr zu erreichen. Gewiß ist es richttg, daß die Ausschreibung unserer Wahlen zur Nationalversammlung und die Feststellung des Wahlrechts dafür dumh die Usurpatoren des 9. Noo. 1918 erfolgte, aber, was aus dieser Maßnahme rechtlich hervorging, kann nicht mehr als revolutio­när bezeichnet werden, weil diese Maßnahme nicht her Befestigung des Umsturzes diente, sondern im Gegenteil den ersten und entscheidenden Verzicht darauf darstellte, weil sie den Zweck hatte, die poli­tische Macht m die Hände desjenigen zurückzulegen, der von der Gesamtheit des deutschen Volkes als der einzigen, noch vorhandenen naturrechtlichen Staats- autorität dazu bestimmt würde. Das ist denn auch geschehen. Scheidemann hatte am 9. November vom Fenster des Reichstages aus die sozialistische Republik proklamiert. Der Protest des gesamten Bürgertums dagegen bewies den Sozialdemokraten aber, daß Scheidemanns Gewaltstreich nicht durch- mhalten war. Immer wieder und immer lauter kam aus dem nichtfozialisttschen tiager das Verlan­gen nach Einberufung einer verfassunggebenden Nationalversammlung, dem die Doiksbeauftrazten schließlich nachzugeben sich gezwungen sahen. Das ist das entscheidende Mom«,t. Gewiß mochten die

ten Schlackensteine angewandt wissen will. In der Kas­seler Gegend llnd in den letzten Jahren außerordent- lich viel Schlackensteine verwendet worden. Die Bauten, die vor mehreren Jahren in Schlackensteinen unverputzt ausgefüfyrt sind, zeigen nach dem strengen Winter keine Spur von Verwitterung; die Bauten zeichneten sich von Anfang an durch große Trockenheit an®. Bei diesen Schlackensteinen kann keine Rede von Ersatzbaustoffen fein, sie stellen vielmehr einen vollwertigen Bau­stoff dar und sind den Ziegeleien überlegen durch die nachstehenden wertvollen Eigenschaften, und zwar 1. durch die große Luftzellenhaltigkeit, 2. durch die Nagelbarkeit,

3. Blatt.

*** Druck der Fuldaer Artteudruckerei ht Fulda

'M 95.

Freitag, 18. April 1924,

Die Baustoffe.

Im Zusammenhang mit einer kürzlich hier er« folgten Veröffentlichung schreibt man uns:

„Der Artikel über Erfatzbauftoffe ist, soweit er Schla­ckensteine betrifft, geeignet, falsche Darstellungen be­züglich dieser Steine zu erwecken und muß mit Rücksicht auf das große Interesse, welches die Allgemeinheit an guten und billigen Baustoffen hat, richtiggestellt werden. Wir nehmen dabei an, daß der Artikelschreiber die schlech­ten Eigenschaften, die er den Schlackensteinen im Frank- siurter Bezirk beimißt, verallgemeinert und sie auch auf

GotLesdieustordnr ;g.

Katholischer GotteSdien,:. Karfreitag, 18. April.

Dom. 6 Susi. d. Allerhl. im hl: Grabe (Marien, kapelle). 8 Beginn d.'hl. Zeremonien. Nachm. 4 Matutin, danach Andacht in der Marienkapelle. — Stadtpsarr- lirch». 6 Aussetzung im hl. Grab, 7‘ > liturg. Feier, nachmitt. 2 Kreuzweg, abends 6 Schlutzandacht. — Pfarrkirche zum hl. Geist. 8 Liiur ie, nachmittags ö Andacht. — Seoerilffrche. V^S Aussetzung, l> Schlutz- andacht. — Ronuenkirche. Morgens V>ö Liturme, ’-'sß Abendandacht. — Fraseabetg. Morgens um 5 öffentliche Betstunde, um V\<1 Beginn des liturgischen Gottesdienstes, 8 Kreuzwegand. mit Predigt (bei günstiger Witterung auf dem Kalvarienberge); gegen 10 Proz. in die Stadt zum Besuche der hl. Gräber. Nachm. 2 Kreuzwegand^ */i5 Trauermetten, 7 öffentliche Betstunde.

Karsamstag, 19. April.

Dem. 6 Aussetzung des Allerhl. im hl. Grab Die HI. Zeremonien beeginnen um 7; gegen ’A9 ist feier!. Hochamt, danach Auserstehungsseier am hl. Grab u. Uebertragung d. Allerhl. Beichtgele, enheit ist nachm. von 2—3 nur für Schulkinder; von */i5 ab für Er­wachsene. — Stadtpfairkirch». 6 Aussetzung im hl. Grab, 7 liturg. Feier, 8 V. Amt. — Pfarrkirche znm hl. Geist. 7 Feuer; Kerzen, u. Wafferweihe, 8 Auferstehungsamt. — Nonnenkirche. Morgens 6 Liturgie. — Fra««kib»rg..6'^ Beginn des liturg. Gottesdienstes, gegen 8 feierliches Amt mit Ostervesper. Nachmitl. 5 feiert. Komplet mit AuferstehunqSfeier.

chen maßgebend gewesen für alles, was bei uns vo- lstifch geschaffen wurde, insbesondere für die Abkehr van der revolutionär-sozialistischen Republik zur legalen demokratischen Republik und ihre heutige Verfassung. Die volle Gesetzmäßigkest und Verbindlichkeit der letzteren für jeden könnte nur dann bestritten werden, wenn Sie Autorität des deutschen Volkes selbst verneint werden müßte. Daran haben aber früher sogar die Deudschnattona- ten im Ernst nicht gedacht. Im Gegenteil, ihr maßgebender Führer Hergt hat am 15. März 1919 in aller Form verlangt, daß eine gesetzmäßige

krippenwirtfchast?

Die Deuffchnationalen reden immer davon. Die früheren Konservativen hatten keinen Anlaß da­von zu reden, weil die Aemter zumefft ihren Krei­sen, in Sonderheit dem Adel, eben jenen „gebo­renen" Beamteufamilien Vorbehalten waren.

Wie es sich mit der Krippenwirtfchast in Wirk­lichkeit verhält, zeigt Abg. Dr. Heß (ein Beamter) In Nr. 204 der „K. V.". Diejenigen, denen das Ge­genteil immer in die Ohren getrommelt wurde, werden überrascht fein, zu lesen, daß in der inneren Verwaltung Preußens nur 124 „Außenseiter" sind, davon 22 Angehörige des Zentrums, davon gan>e vier christliche Gewerkschaftler.

Einen Vergleich mit anderen parlamentarisch regierten Ländern zeigt, daß Deutschland mst die- fer Zahl parteipolitisch besetzter Stellen sehr -zurückhaltend fft. Nutzt nichts: man fdjreibt „Krippenwirtschaft".

Katholik und Gemeindewahl.

Don Stadto. Prof. Dr. Kahle-Münster.

Wie wenig die Katholiken, wenn es sich um Ihre religiösen Belange handelt, von den nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten gewählten Stadtverordneten und von den anderen Parteien zu erwarten haben, zeigt sich fortwährend und zeigte sich auch jetzt wieder in Münster i. W. Hier fft eine städt. Oberrealschule, die aus der alten katholischen Realschule bezw. dem Realgym­nasium organisch erwachsen und später davon ab­getrennt ist, unter ausdrücklicher „Wahrung ihres sonstigen Charakters" und deshalb vom Maajstrat als katholische Anstalt betrachtet wird, während evangelische Kreise sie als paritättsch behandelt wissen wollen.

Man ist den evangelischen Mitbürgern ent- g>genkommen und hat schon drei evangelische tudienräte an der Anstalt angestellt und hatte auch weiteres Entgegenkommen zugesaat. Da ver­langte eine Versammlung evanaelischer Bürger vom Magistrat, er solle die Anstalt als paritätisch anerkennen und die Wünsche der Evangelischen nicht überhören. Der Magistrat gab nun in einer Denkschrift eine aktenmäßige Darstellung des Werdeganges, woraus alle Juristen den kathol. Charakter der Anstalt folgerten. Da die Entschlie­ßung der evangelischen Versammlung auch den Stadtverordneten zugegangen war, so sandte auch der Magistrat seine Antwort an die Stadtverord­neten und verlangte deren Stellungnahme zu er­fahren. Die andern Parteien, denen diese klare Stellungnahme unbequem war, lehnten ein Ein­gehen auf die Frage ab. Die Zentrumsfraktion stimmte einmütig dem Magistrat zu, und ein Stadt­verordneter bestritt, daß durch die Behauptung, die Oberrealschule sei eine katholische Anstalt, der kon­fessionelle Friede gestört werde; er beantragte Zu­stimmung zur Magistratserklärung und nament­liche Zustimmung über seinen Zusatz, daß durch die Behauptung des konfessionellen Charakters der vberrealschule der konfessionelle Frieden nicht ge­stört werde.

Es stimmte mit dem Zentrum nur ein k a - tholisches Mitglied der Angestelltenpartei, ein zweites derselben Partei verließ während der Abstimmung mutig den Sitzungssaal und kam erst nach der Abstimmung zurück. Alle andern katho­lischen Stadtverordneten der andern Parteien ent­hielten sich der Stimme, nachdem man vorher, um 'der Stellungnahme zu entgehen, gebeten hatte, den Anttag doch zurückzuziehen. Wem da die Augen noch nicht aufgegangen sind, der bleibt ewig blind.

die feit mehreren Jahnen hn Kasseler Bezirk angefertig- Z

genaue gleichmäßige Form und die dadurch bedingte Er sparnis an Putzmaterial, 5. durch das geringe Gewicht.

Die Luftzellenhalttgkest des in hiesiger Gegend vev triebenen Schlackensteines beträgt 30—35 Prozent; sie bewirkt eine isolierende Wirkung gegen Hitze und Kält« und hält den Stein trocken. Der Schlackenstein ist nagel- bar wie Holz, so daß Haken und Nägel an srder Stelle leicht eingeschlagen werden können und nicht erft Mauer­fugen zum Einschlagen der Nägel ausgesucht werde« müssen, wodurch Wände und Tapeten beschädigt werden. Die rauhe Oberfläche des Steines läßt den aufgebrachten Putz leicht in den Stein eindringen und bewirkt eine innige Verbindung zwischen Stein rmd Putz, derart, daß der Stein, der einen Detonkörper darstellt, mit dem auf« getragenen Putz eine homogene Masse bildet. Die Steine werden mit der Maschine gleichmäßig geformt. Sie haben keine Gelegenheit, sich zu verziehen, wie die Ziegel beim Brennen, und geben glatte Wände, sodaß m den meisten Fällen der Dorputz gespart werden kann. Der Schlackenstein, der im Format 25 mal 12 mal 9.5 ge­schlagen wird, ist etwas leichter als der gebrannte Ziegel­stein. Für ein Kubikmeter Mauerwerk werben etwa 280 Steine benötigt, während man 400 Ziegelsteine im Nor­malformat für 1 Kubikmeter Mauerwerk gebraucht. Ent­sprechend der geringen Anzahl der zu verwendenden Steine verringert sich die Fugenzahl, wodurch eine er« heblickie Menge Mörtel gespart wird. 5m gleichen Ver­hältnis wird beim Mauern mit diesen Schlackensteineir an Arbeitslohn gespart. Die Druckfestigkeit der Schlacken- steine genügt den Forderungen, die man im ausgehenden Mauerwerk an die Steine stellen muß, vollkommen.

Es ist zu hoffen, daß die vorstehend aufgeführten Vor­teile des Schlackensteines wie bisher die Veranlassung geben, trotz der Anfeindungen, den Schlackenstein in großem Umfange zu verwenden und weiter zur Herstel« hmg gesunder und billiger Wohnungen in erster Linie zu benutzen." ____________ _____________

kirchlicher.

= Ulmer kirchenmusikalische Kurie. In Ermangelung von kirchenmusikaUschen Zeitschriften, die innerhalb Deutschlands nun sämtlich eingegangen sind, wird auf diesem Weg mitgeleitt, daß vom OsterdienStap, den 22. Aprrl an für Lehrer, Lehrerinnen und sonstige Musik­freunde am Musikkonservatorium Ulm ('Württemberg) unter Leitung des Herrn Msgr. Dr. Bäuerle ein viertägiger Kurs abgehalten wird. Unterrichts,wir wird freigestellt. — Ein Quartal^rrs für ein« gehendere Fortbildung, wofür Ännu^Uiaen bereits vorliegcn, beginnt am 7. Mai. RascherHfntschluh!

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Montag, den 28. April 1924.

Distrikte: Schönberg, Sternbach, Buchwäldchen, Landen" Häuserstein, Heiligkreuz, Stickelstein, Hüttenküppel, Sandwiese Eichwiesemain.

Eichen: 9,39 km Stämme 1.—6. Klaffe, 1,5 rm Nutz­rollen, 8 rm Scheiter, 10 rm Prügel, 36 rm Reisprügel.

Buchen: 140 rm Scheiter, 250 rm Prügel, 175 rm

Reioprügel, 22 rm Reiser 2. Kl., 1127 rm Reiser 3. Kl.

Birten: 1,55 km Stämme 5. u. 6. Kl , 3 rm Rollen, 1 rm Prügel.

Erlen: 2 rm Rollen, 12 m> Prügel.

Niesern: 0,79 km Stämme 4. Kl., 2 rm Rollen, 2 ren

Prügel, 27 rm Reisprügel.

Lärchen: 3,41 km Stämme 6. Kl.

Fichten: 70 rm Schichthausen, 3 rm Rollen, 2 nn Prügel, 15 rm Reisprügel.

Zusammenkunftr 10 Uhr vormittags in der Gast­wirtschaft von Joh. Becker in Stockhausen.

Stockhausen, den 15. April 1924.

Freiherr!. Reviervermuimg.

Adolph.

Fuhren, Stückgut, sowie Waggonladungen werden billigst aus­geführt.

Ww.j Wilhelmstrasse 5.

Speditionsfuhrgesohaft.

Telephon 474,