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* Radiokonzert auf hoher See. Der unter der Flagge der Panama-Pacisic Linie fahrende Dampfer Kroonland hat kürzlich bei der Fahrt von Neivhork nach Kalifornien einen lehrreichen Versuch mit einem tragbaren Radio «Lautsprecher gemacht. Während der ganzen Retse über 5200 Seemeilen nahmen die Passagiere an den Borträgen und Aufführungen von im Staate Newyork belegenen Rundfunkstationen teil. An Deck wurde nach einer Musik getanzt, die durch die Luft 3500 Meilen über Land und wertere 500 Meilen über See erklangt. Man hörte abwech­selnd musikalische Vorträge von San Francisco Ka». sas City und Dallas in Texas-

Am 4. Mai gilt es auch, das Wahlrecht aus­zuüben für die Gemeindewahlen. Wie bei den Reichstagswahlen tritt da die Frage an uns heran, Welcher Partei wir unsere Stimme geben sollen.

aus dem Nachbargebiet.

= Horas. Herr Metzgermeister und Gastwirt August Martin und seine Gemahlin begingen am Sonntag im Kreise ihrer Angehörigen die Feier ihrer silbernen Hochzeit.

Magdlor sKr. Fulda). Auf Anregung des Herrn Kaplan Trageser wurde am Samstag, den 12. April, unter Leitung des UntercktrbandSdirektorS Herrn Rech- nungsrat S rinnen berg und des derzeitigen Ver­walters des Kornhauses für die beiden Gemeinden Magdlos und Stork eine Darlehnskasse gegründet. Herr Kaplan Trageser wurde zum Vorsitzenden, Herr Bür­germeister Diel zum stellvertretenen Vorsitzenden und Herr Lehrer Sch lütz zum Rechner einstimmig gewählt.

= Rotenburg (Fulda). In dem benachbarten Braunhausen war em Elektromonteur mit Repara- turen am Ortsnetz beschäftigt. Plötzlich wurde von einem Bewohner des Dorfes der Strom eingeschaltet, wodurch der Mann sofort getötet wurde.

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Dienstag, 15. April 1924.

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laste, die Arbeitnehmer nicht genügend, zu < unterstütze, auf Seiten der Arbeitgeber ftefji Wirtschaftsfchwierigkeiten nicht genügend erkenne, die christlichen Grundsätze zu sehr in den Vorder­grund schiebe, zu oft in Kompromisse sich entlasse usw.

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von -en Hochschulen.

der Münchener kunsthistorische Lehrstuhl. Profefforj Dr. Max Haut! mann, der Vertreter der mittleren und neueren Kunstgeschichte an der Universität Rostock,! hat den Rus nach MünchenalS Nachfolger Wolfflrns angenommen. . _ ___

= ksochschulgebühren für dar Sommersemester 1424-! Wie wir erfahren, wird an den preutztschen Umverfttaten, und technischen Hochschulen die Vorlesungsgebühr für: das kommende Sommersemester auf 2,50 Mark für Me; Wochenstunde festgesetzt. Die Gesamtbelastung betragt für den einzelnen Studierenden durchschntttnch etwa 140 Mark im Semester. Um den tmttschastlrch schwächsten Leit der Studentenschaft zu entlasten, ftnb erhebliche Beträge für Gebühren er mätzigung und -Be. freiung zur Verfügung gestellt worden.

Vermischtes.

Grubenkalastrophe in Mähren.

Nach der Explosion aus dem Gabrielaschacht in Kar­min sammelten sich in dem betroffenen Schacht neue Sprengmassen an, die explodierten. Eine furchtbare E x- ptofion erfolgte im Förderschacht Nr. 1, die die gan­zen Anlagen des Förderturms vernichtete und in den umliegenden Kanzleigebäuden einen Brand verursachte. Alle umliegenden Griräuds, Kanzleien. Maschinenhäuser und Wohngebäude wurden schwer beschädigt. Die Ma­schinen im Maschinenhause blieben aber unversehrt. Auf große Entfernung wurden durch den Lustdruck die Fen­sterscheiben zerstört. Menschenleben hat die Explosion nicht gefordert. Durch Glassplitter wurden aber viele Manschen verletzt. Die Möglichkeit einer neuen Ex­plosion ist nicht ausgeschlossen.

Der östliche Teil des Grubenfeldes ist vom Brande ersaßt und wird überschwemmt. Die Gabrielagrube, die der Berg- und Hüttengesellschaft gehört., hatten die größte Förderung von allen Gruben und lieferte über 200 Waggons Kohlen täglich. Die Förderung auf der betroffenen Grube fft aus lange Zett vollständig ausge­schlossen. Die Beamten- und Arbeiterschaft der Grube wird den übrigen, der gleichen Gesellschaft gehörigen Gruben zugeteist werden.

* Die Katz in der Pappschachtel. In Berlin wollte eine Dame ihren verendeten Kater eingraben lassen, packte ihn deshalb fein säuberlich in eine Pappschachtel und «sachte sich auf den Weg zum Tiergarten, wo zur Zeit die Frühjahrsarbeiten im Gange sind. Unterwegs biederte sich ihr ein Herr an und bat sie, den Karton tragen zu dürfen. In­zwischen waren beide einer anderen Haltestelle der Straßenbahn nähergekommen. Plötzlich schwang sich der Kavalier mit dem Paket auf.einen abfahrenden Wagen und ehe die Dame sich von dem Schrecken erholen konnte, war er davon. Er wird bann später eine großeFreude" gehabt haben, als er sein Paket öffnete.

* Ein Jahr des Rekordes im Schneefall. In den letzten Tagen ist im Hochschwarzwald als Folge des sta^tzn Temperaturwechsels Schneefall eingetreten. Am Sonntag trat Schneesturm ein. Es fielen 55 Zentimeter Neuschnee, sodaß die Schnee­decke bis jetzt wieder ungefähr 2V- Meter beträgt.

* Grubenkatastrophe in Möhren. Auf dem Ga­brieler Schacht K aitotn beiMährisch-Ostrau ereignete sich bei Vermauerung eines Flözes eine starke Explosion Kohlengas im Innern de? eingeschlossenen Flözteiles. Bei der Explosion sind 13 Arbeiter und ein Aufseher ums Leben gekommen. 8 Arbeiter wurden schwer verletzt.

Lin Protestant über dievölkischen".

Daß die gläubigen Katholiken mit allem «vackdruck von denBölkischen" abrücken müssen, » eine in katholischem Lager heute fast aus­nahmslos erkannte Ehrensache. Aber auch bir den gläubigen evangelischen Christen ergibt sich «ine entschieden ablehnende Stellung. Dafür zeugt f>er bekannte konservative protestantische Schriftstel- ter Adam Röder, in deren Süddeutschen Kon­servativen Korrespondenz wir folgendes lesen:

Wie stehen die Völkischen zum Christentum und" der christlichen Kirche? Die Frage ist schon oft beantwortet worden, aber es kann in der Zeit der Wahlagitation, in der man von gewisserkonserva- tinen" Seite, sogar vor positiv-evangelischer, die Sache immer wieder so hinstellt, als sei nur die Sozialdemokratie eine Gegnerin vom Chrt- stentum und Religion, nicht scharf genug betont

Die Partei, die am meisten den Angriffen von offenen und ganz besonders von versteckten Geg­nern ausgesetzr ist, Angriffen, in denen sich die ver­schiedensten Seiten zusammenfinden, die im übrigen sich gegenseitig fchärfstens bekämpfen, diese Partei ist unbestreitbar das Zentrum. Warum? Weil die Angriffe begründet find? Oder well diese Partei den im Allgemeininteresse richtigen Mittel- weg geht? Wären die Angriffe begründet, so wür­den sie nicht von rechts und links erfolgen, würden nicht dahin gehen, daß das Zentrum den einen politisch und wirtschaftlich zu west rechts, den andern zu weit links stehe, die wirtschaftlich Schwa­chen zu wenig und zu viel unterstütze, die Interessen des Mittelstandes überschätze, zu wenig beachte, die tragfähigen Schultern zu sehr schone, zu sehr be- laste, die Arbeitnehmer nicht genügend, zu energisch

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ckrist lich betätigen und an pöbelhaften Schmäh­ungen der Bibel, des Alten und Neuen Testaments, die rabiateste Sozialdemokratie übertreffen.

Der Agitator Dolle führte in einer national­sozialistischen Versammlung in Nürnberg am 10. August v. I. folgendes aus:

«Das alte Sonnenrad, das religiöse Symbol unserer Heilgen Vorfahren, ist mit dem Untergang germanischen Heidentums zmn Hakenkreuz geworden. Darauf ist das ^den-Christentum stärker zum Einfluß gekommen und hat das deutsche Volk immer mehr verweichlicht und «tr Feigheit erzogen. Das Hakenkreuz hat die Form -es Christenkreuzes angenommen. . . Das künftige reli- äöfe Zeichen der Deutschen sei das Sonnenrad. . . . bestich wird die Vernichtung des Christentums und seine Ersetzung durch den atigermarrifdien Götterkult nur unter ungeheuer blutigen Kämpfen möglich fein."

'Der deutschvölkische Schriftsteller Gustav Mül­ler schreibt in einer 1922 erschienenen Flugschrift:

Wenn es gelänge, alle Blutsjuden aus dem Lande zu »gen, das verjudete Innere der heutigen Neudeutschen würde sehr bald neue Waffen blonder Gesin­nungsjuden zeigen. Der der Mbel treubleibende Wt dem religiösen Judengist zum Opfer. . . . Das vererbte Christentum ist seelisch tot. Aus Schutt und Asche m- auf dem Boden der Svanmmgs- febre und Gewissenshochzucht ein neues, edleres Christen- tum geboren werden."

2k. Heinrich Pudor schreibt in der von den Völkischen geförderten ZeitschriftNeues Leben" (1920):

Der Gott des Neuen Testaments ist ebenso rote der des Asten Testaments ein Judengott und entspricht der jüdischen Aufsasfung. Die Bibel ist etn Iuden- buch, ein Buch von Juden für Richsuden. Germanien soll wieder auferstehen. Fort mtt dem Judenbuch, der Wbel."

In desselben Zeitschrift lesen wir 1919:

Dom Judentum können wir nicht eher loskommen, bevor wir nicht unsere eigene, naturverschiedene, völ­kische und raffische Artung vom Christentum be­freit und reinlich losgeschäst haben werden."

In denAlldeutschen Blättern", Jahrgang 1915, Seite 17, ist zu lesen:

Ungermanisch ist auch die christliche Auffassung von der angeblichen Gleichheit und GletchberechtMmg aller Menschen und Völker .... Das Christentum er- kennt keine rassisch bedingten Seelenkräfte an. imb der gekaufte Wedda oder Hottentotte ist unser Bruder m Christa."

InHeimdall", Zeitschrift für reines Deutschtum und Alldeutschtum lesen wir:

Sie deutsche Kirche soll «ne Arwrkirche sein: nie und nimmer, aber eine allgemeine (katholische) wer­den. Welche Kirche das übrige Völkerkruppzeug hat, ist uns furckstbar Michgültig."

In der schon genannten völkischen Zeitschrift Neues Leben" heißt es in Nummer 12 des Jah­res 1919:

Wenn Herkules oder Siegfried, wenn Wolfram v. Eschenbach, ja selbst Goethe oder Schiller zum Leben erweckt wären und etwa im Weltkrieg eine Kompanie Sn sichren müssen sie hätten es gekonnt. Aber t Christus? Nach den Grundsätzen der Bergpredigt? Nein. Ich möge jetzt zu sagen, daß die christliche Lehre gottlos ist.

Das alles steht schon in meinen in den letzten fünf Jahren erschienenen Büchern. Aber es ist notwendig, tmmef wieder darauf hinzuweisen. Und besonders den evangelischen positiven Geistlichen zu zeigen, wohin der Weg mit den WKischen geht und wie sie sich am Evangelium ver­sündigen, wenn sie Ludendorff als eine Art neuen nationalen Messias anpreisen, den nämlichen Lu­dendorf, der das geistige und politische Haupt der

Gottesdienstordnung.

Dienstag, 15. April. Frauenberg. (Siebenter Dienstag der Novene zum hl. AntoniuS.) Aussetzung des Allerheiligsten von morgens 5V. bis zum Schluß der stillen Messe. '/,8hl.M.m. Antonius-And., V.9 stille hl. M. mit Volksgesang, darauf Fastenpred., nachmittag» '/»ö Antonius-Andacht.

Diese sich widersp rechenden Angriffe be­weisen, das das Zentrulm ist, was der Name sagt, eine Mittelpa rtei, eine Partei des Ausgleichs der politischen und wirtschaftlichen Gegensätze auf mittelbarer Linie. Kompaß ist ihm das richtig ver­standene Allge mein in ter esse, Leitstern das praktische Christentum.

Me richtig diese Ausgleichspolitik doch wohl sein muß, zeigt die Tatsache, daß das Zentrum trotz sei­ner prozentual geringen Abgeordnetenzahl 15 Prozent der Gesamtzahl der Reichstagsabgeord- neten immer wieder ine Führung der Reichs- gefchäfte in die Hand nehmen mußte, während andere Parteien in schwerer Stunde versagten. Wie oft drängte sich Führern und Mitgliedern der Partei der Gedanke auf, andern Parteien neidlos die Fiih- rung zu überlassen, die lieber in der Opposition blieben, um nicht Beschlüsse fassen zu müssen,, die der Wahlagitation unbequem werden konnten. Aber immer opferte sich die Partei, der man so gern die Vaterlandsliebe bestreitet, für das Vaterland, für die Allgemeinheft auf, setzte sich hartnäckigen Än-

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griffen von rechts und links, dem Mißverstanden­werden selbst in den eigenen Reihen aus.

So war es in der Reichspolitik, so war es in Preußen, so war es in den Gemeinden. Wer mit offenen Augen die Gemeindepolitik der letzten Jahre verfolgt hat, weiß, wie schwer es oft war, den richtigen Mittelweg zu finden. Reich und Län­der beschnitten den Gemeinden die Einnahmequellen bis züm Erliegen vieler Gemeindeetats, übertrugen aber im Widersinn dazu den Gemeinden immer neue Aufgaben. Die Haupteinnahmequellen zur notdürftigen Speisung der Gemeindeetats waren die Grund- und Gebäudesteuern und die Gewerbe­steuern, das hieß, der Hauptleidträger war notge­drungen meist der Mittelstand. Die Not der Cr- werbsosen lastete auf den Gemeinden. Die Jugend­pflege litt Not. Unruhen mußten vermieden wer­den. Alle Unzufriedenheft richtete sich in erster Linie gegen die Gemeinde-Derwaltungen und -Ver­tretungen. Da stand wiederum das Zentrum sei­nen Mann, unbeirrt von Gunst und Feindschaft.

Daß hier und dort auch ihm Fehler unterlaufen fein mögen, daß auch das Zentrum Vertreter mit menschlicher Unzulänglichkeit auszu- weisen gehabt haben mag, darf nicht den Blick für die grundlegende Tatsache trüben, daß seine Grund­sätze die richtigen sind. Der von ihm nach seinem Parteiprogramm eingehaltsne Mittelweg war und bleibt der allein gangbare. Ihm gehören deshalb die Stimmen aller derjenigen Wöhler, die christ- liche Grundsätze auch in der Gemeindepolitik durch­geführt wissen wollen, die über dem eigenen ©tarn» desinteresse nicht übersehen, daß auch andere Stände Standesinteressen haben, die nach Berück­sichtigung verlangen, und daß es eine unumstößliche Lebenserfahrung ist, daß im Interessenausgleich, wie die Lebenskunst, so auch die Kunst der Der- walttmg und der wirklicher Wahrung des öffent­lichen Gemein deinteresses liegt.

Ein K a m p f a l l er gegen alle müßte ent­stehen, wenn jeder nur fein Standes'nte resse für das allein maßgebliche hatten und demgemäß jede entgegengesetzte Richtung niedertreten wollte. Das dürfte bei einfachstem Nachdenken klar werden, wenn nur guter Wille, geleitet von wirklicher christlicher Gesinnung vorhanden ist, einer Gesinnung, die nicht in schönen Worten und Gebärden sich erschöpft, sondern in mutiger Tat sich offenbart.

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