Ji 88.
«««»tag. 12. April 1924.
Fuldaer Heilung
2. Blatt.
-t, » A.
Druck der «puldaer Aetteuvruckerei in FuldG
völkisches „Christentum".
1. „Der Gott des Neuen Testaments ist ebenso der des Alten em Judengott und entspricht jüdischen Auffassung. . . Wir sagen: die Bibel st ein Judenbuch, ein Buch von Juden für Nicht- «den. Mit solcher Botschaft ist auch den gertnani- Hen Dollem ihr arisches Heidentum aus- uneben worden. Germanien soll wieder nufer« tefym. Fort mit dem Judenbuch, der gjbel." (Heinrich Pudvr in einem Flugblatt.)
2. „--Soll die Erneuerung gelingen, kann
es nur heißen: Los von Christus! Es genügt nicht: Los von Juda; Christus und Christentum sind beide nur feinstes vergeistigtes Judentum."
(Gustav Hildebrand „Neues Leben".)
3. „Christentum und Germanentum scheiden sich wie Wasser und Feuer; — ich wage jetzt zu sagen, baft die chr;istliche Lehre gottlos ist."
(„Neues Leben". 1922. 1—3.)
4. „Die kirchliche Dogmatik ist das verfeu» chende Gift des deutschen Geisteslebens."
(H. I. Oberhoffer: „Die Religion der Deutschen".) ""5. „Der Arier Christus ist illegitim geboren; ein römisch-germanischer Beamter ist fein Vater." („Heimdall" 1901.)
6. „Die Religion rft ahnendes Empfinden des ewigen Gehekmniffes durch das Prisma der Raffe gesehen."
(Karl Otto: „Neues Leben", 1922 Nr. 4.)
7. „Religion ist ein sich Derbundenfühlen dem geahnten Urgrund der Welt; Gott ist uns nicht der allmächtige, alliebende Vater, nich! ein Schöpfer und Lenker der Welt, nicht ein Richter der Lebenden und Toten, sondern ist uns die tiefe, lautere Stimme unseres Herzens, ist uns des Lebens und der Welt Werde- und Entfaltungsgesetz. . ."
(Walter Colsmann, „Neues Leben", 1919, Nr. 12, S. 213 ff.)
8. „Der Schwerpunkt alles Seins fällt für uns sänzlich in das Leben diesseits des Todes!"
(Fritsch,Hunkeft „Neues Leben.")
9. Etwa ein Dutzend „neuer Kirchen" Bünde, Gemeinden. Gemeinschaften, Orden, Logen) Mt die völlische „Religion" hervorgebracht. Was wollen diese „Kirchen"? „Ätfmpf gegen den Dreibund reaktionärer Mächte: Autoritätsstaat, Kleri- kalismus, Orthodoxie, Trennung von Kirche und Schule, völlige Verweltlichung des Staates"; dafür: .rassische Hochzucht, Züchtigungskunst, Nacktkultur". „Alles, was die Zucht zum Ziele hat, die Zucht erhöht, ist züchtig und sittlich."
(Th. Frttsch, „Der Hammer". 145.)
Die feindlichen Brüder.
Die Tageszeitung der Münchener Nationalsozialisten, die „Großdeutsche Zeitung", ist sehr erbost darüber, daß die Deutschnationalen einen völkischen Ausschuß gegründet haben unter Vorsitz des Abg. Graef. Sie erklärt das für ein „gemeines und unanständiges Täuschungsmanöver", das nur auf Stimmenfang einiger nichtorientierter Wähler ausgehe, die den deutschnationalen flerrn Graes mit dem deutschvölkischen Herrn von Graefe verwechseln könnten. Das Blatt unterwirft dann die Dsutschnationale Volkspartei noch einer genaueren Blut Untersuchung und schreibt:
„Gegründet ist sie von dem Inden Stadl: einer ihrer Führer ist Dr. Helfferich, dessen Vater ober Großvater ein Vollblutjude war, ein weiterer Führer ist Herr sHergt, in dessen Adern gleichfalls jüdisches Blut kreist. iFast all« Grasen und Barone, die sich jetzt m Dentsch- ncttwnccken Dolkspartei bekennen, haben eine Jüdin als Frau, Mutter und Großmutter. Solche Verbindungen waren notwendig geworden, um den infolge leichtsinnigen Lebenswandels einzelner Familienangehörigen stark reduzierten Hansbesitz wieder einmal etwas aufzufrischen. Der schwarzlockige, braunäugige, mit Händen und Füßen mauschelnde Profesior Dr. Prey er, seines Zeichens deutschnationaler Abgeordneter, stammt aus der Ukraine und verrät schon von wertem den galizischen Juden."
Ja, ja, wer den Deutschvölkischen nicht paßt, ist immer ein Jude. So haben sie ja jetzt auch entdeckt, daß der von ihnen einst verhimmelte italienische Bauernsohn Mussolini eigentlich Benjamin Mausel heißt und aus einem osteuropäischen Eettho stammt._________
Schule und Volksbildung.
--- Kvwärterordnuna für das Lehramt an höheren schulen Wie der amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat das preußische Staatsministerium an den Staatsrat den Entwurf einer Ordnung der Anwärter für bai Lehramt an höheren Schulen und eines Einführungserlasses mit der Bitte um Aeußerung des StaatsrateS gerichtet. Die Ordnung umfaßt sechs Abschnitte, in deren ersten die allgemeinen Vorschriften niedergelegt sind. Hier wird die Frage der Fähigkeit jum Lehramt, die Tätigkeit der Provinzialschulkollegien sowie die Stellung der Studienassessoren geregelt. Im zweiten Abschnitt finden sich Bestimmungen über die stssessorenliste, in der die Eintragungen nach den Gruppen der Unterrichtsfächer erscheinen. Der dritte Absatz beschäftigt sich mit der Anwärter liste, die im Kultusministerium geführt wird, und für deren äußere Form die Bestimmungen über die Assessorenliste analog Anwendung finden. Rechte und Pflichten der Studien» assessoren werden im vierten Absatz behandelt. Die Studienassessoren sind unmittelbare Staatsbeamte. Bei der Auswahl der Beamten find Wünsche, sowie persönliche und wirtschaftliche Verhältnisse nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Der fünfte Abschnitt regelt die Anstellung. An öffentlichen höheren Lehr- üvstalten werden grundsätzlich nur die in die Anwärter, iiste aufgenommenen Studienassessoren als Studienräte planmäßig angestellt oder bestätigt. Der sechste ^Abschnitt enthält Vorschriften über das Ausscheiden, über die disziplinarische Entlassung usw. Dem Entwurf sind umfangreiche Bemerkungen beigefügt, die zur Einführung, Erläuterung und Ergänzung der neuen An- Wärterordnung dienen sollen.
Deutsche Landwirtschaft.
— 37. Deutscher landwirtschaftlicher Genossenschaftstag. Am 9. Mai findet in Darmstadt der 37. Deutsche landwirtschaftliche Genossenschaftstag statt. Der Deutsche landwirtschaftliche Genossenschaststag ist die Generalversammlung des Reichsverbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften e. 33. in Berlin, dem in 27 Landes- und Prooinzialvsrbänden 25 000 landwirtschaftliche Genossenschaften angeschlossen sind. Am Tage zuvor sindet die Einweihung eines Denkmals für Wilhelm Haar, den Gründer des Reichsverbandes und den Organisator dcs deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens, statt, der 40 Jahre, von 1873—1913 als Generalanwalt den Reichsverband leitete. Für den Genossenschaftstag find folgende Vorträge vorgesehen: Wilhelm Haas und sein Werk (Berichterstatter Anwalt Regierungsrat Gen- Nes-Dcrlin), Das Genossenschaftswesen in schwerer Zeit iDerbandsdneltor Landesökonomierat Hohenegg-Mün. chen), Genossenschaftliche Erneuerung (verband Änrektor Freiherr »ou Loö-Burg Bergershausen, Rheinprovinz).
Krieg oder Frieden.
Don Berthold von Deimling, General d. Inf. a. D.
Wie vor Ausbruch des Weltkrieges vollzieht sich auch jetzt wieder ein wildes Wettrennen der europäischen Staaten im Rüsten (ausgenommen das enttDaffnete Deutschland, Oesterreich-Ungarn und Bulgarien). Die Rüstungen sind sogar heute größer, als vor dem Kriege.
1913 waren in Europa 3% Millionen Mann unter Waffen, heute sind es 4% Millionen. Davon hat Frankreich ollem über % Millionen, während auf seine Gefolgstaaten, die sogen, „kleine Entente", <Polen, Tschechoslowakei, Rumänien, Jugoslawen) zusickmmm 1 Million kommen. Im Kriegsfall kann Frankreich 3% Millionen Mann, die „kleine Entente" 3 Millwnen Mann zur Einkreisung Deutschlands ins Feld stellen.
Die voraussichtliche Kriegsstärke der russischen Armee beträgt 2 Millionen Mann, die der englischen Armee V* Million. Auch die Technik, die ja im modernen Krieg eine größere Rolle spielt, als die Soldaten, ist seit dem Weltkrieg gewallig entwickelt, und sämtliche Staaten (mit Ausnahme der drei entwaffneten) verfügen in reicher Menge über schwere Artillerie, Tanks und Flugzeug«, bei deren Koifftvuktion man alle Erfahrungen des Weltkrieges ausgemcht hat.
In der Luft fft Frankreich stärker gerüstet, als das ganze übrige Europa zufammengenommen. Frankreich besitzt eine Luftflotte von 1550 kriegsbereiten Flugzeugen, während England deren 351 hat. (England hat neuerdings die Dermehnmg der Luftflotte beschlossen.) Im Mobilmachungsfalle kann Frankreich seine Luftflotte mehr als verdoppeln, sodaß mit einer Kriegsstärke von 162 Jagdstaffeln, 96 Bomcenftaffeln und 120 Aufklärungsabteilungen mit im Ganzen 3402 Flugzeugen zu rechnen ist. Für diese gewaltige Vermehrung hält Frankreich eine Kriegsgarnitur von über 4000 Flugzeugen bereit. Die Bombsnfahrzeuge können ein Gewicht bis zu 10 Tonnen tragen, und es ist Ansicht der maßgebenden französischen Stellen, daß es in erster Linie von einem Bombenflugzeug gefordert werden müsse, daß es mit Paris oder Metz als Basis Berlin bombardieren könne, das 900 bezw. 600 Kilometer von der Abflugstelle entfernt liegt
Ganz besonders aber ist die Technik der Giftgase, die die Bombenstaffeln mit sich führen werden, „vervollkommnet", sodaß man heute mit Giftgasen rechnen muh, deren Wirkungen die stärksten der im Weltkrieg verwendeten um ein Hundertfaches übertrifft —
Alle Gase haben die Eigenschaft, daß sie bei einer befthn'mten tiefen Temperatur und einem gewissen Druck in den flüssigen und selbst festen Zustand übergehen. Sie nehmen dann einen so kleinen Raum ein, daß sich leicht eine große Menge des Giftes selbst in einem kleinen Geschoß unter» bringen läßt. Platzt dieses Geschoß infolge Auf- treffens, so sinkt plötzlich der Druck, die Temperatur erhöht sich und der eingeschlossene Giftstoff geht in den gasförmigen Zustand über, was Mit einer enormen Vermehrung seines Volumens verbunden ist. Angriffsort der Giftgase sind die Atemwege und die Haut des Menschen.
Nun ist in Amerika das Levesitegas erfunden worden (wahrscheinlich eine Kombinaiicm von Phosphor und Blausäure). Don diesem Giftgas sagen die Berichte, daß keine Gasmaske vor ihm Schutz biete und daß zwölf große Bomben mit bk fern Gift, die über einer Stadt wie Chicago ober Berlin abgeworfen würden, genügten, uin alles Leben bann in kürzester Frist zu vernichten. Nicht einmal die Keller böten hier Rettung, denn jenes Gas sei schwer, es sinke zu Boden, es bringe in die Tiefe und folge den Abzugskanälen unter ber Erde; selbst alles pflanzliche Leben erlösche, Quellen und Grundwasser würden vergiftet. Zieht man von diesen Schilderungen auch manches ab, was die Phantasie hin,zugetan haben mag, so bleibt doch immer noch ein erschütterndes Bild dessen, was die Menschheit in einem künftigen Kriege vom Giftgas zu erwarten hat. Und der englische General Hamilton wftd nicht umecht haben, wenn er kürzlich m einem Bries an den General von Schönaich schrieb: „Im nächsten Kriege werden die Flugzeuge wie Geier über den Großstädten kreisen. Zivilisten machen sich keinen Begriff von der Wirkung moderner Bomben. Ich als Kenner des Krieges, spreche daher für Frieden und guten Willen zwischen den Völkern. Wenn wir nicht auf ber Hut sind, werden der Kontinent und England von einem Unglück heimgesucht werden, das hrmdertmal schreck- sicher ist, als das japanische Erdbeben.
Der Zukunftkrieg wird über die Front hinweg gegen das Hinterland geführt werden, vor allem gegen die feindlichen Großstädte. Dort wirb man die Frauen und Kinder töten, um einen künftigen Rachekrieg zu verhindern. Im Zukunftskrieg wirb
der Haß regieren u. der kennt kein Erbarmen. Dieser Krieg wftd nicht durch einen Fiedensschluß sein Ende finden, sondern durch die Vertilgung des besiegten Volkes, nach dem Beispiel Karthagos nach dem dritten punifchM Kriege.
Aber nicht nur mMärssch wird gerüstet,^ sondern auch diplomatisch durch gegc.ifeitige Abschlüsse von Misitärbündnissen und Militärverträgen. So der französisch-polnssche Militäroertrag und das Geheimabkommen zwischen Frankreich und der Tschecho- siowakei, beide mit dem Ziel ber Einkreisung Deutschlands. Ferner Bündnisse innerhalb der „kleinen Entente", ein Marinevertrag zwischen Spanien und Italien, em Schutz- und Trutzbündnis zwischen Italien und Jugoflavien und zwischen Italien und Rumänien u. a. m. Kurz, Europa steht wieder mii >rin in der Denkweise der Vorkriegszeit und bei Geheimdiplomatie, mitten drin in den Bölkerinftiger. rivalisierender Mächtegruppierungen mit ihren Bündnissen und Gegenbündnissen. Dazu die phantastischen Rüstungen! Ist es do ein Wunder, wenn eines Tages die Flinten von selber losgehen? Haben wir es nicht beim Ausbruch des Weltkrieges erlebt, daß ein Funken genügt, um das Pulverfaß zur Explosion zu bringen? Gelingt es nicht, die Gefahr zu bannen, so treiben wir unaufhaltsam einem zweiten Weltkrieg entgegen und Deutschland wirb ber Kriegsschauplatz fein. Was das heißt, wissen alle, die mit in Frankreich und Belgien waren! —
Gegen die drohende Katastrophe gibt es für Europa nur eine Rettung: die allgemeine Äb- rüstung ober genauer: die allgemeine Rüstungsbeschränkung, wie sie im Versailler Friedensvertrag bezw. im Artikel 8 des völkerbundsstatuts festgesetzt rft. Im Versailler Friedensvertrag ist die Entwaffnung Deutschlands ausdrücklich begründet mit den Worten: „um die Einleitung einer allgemeinen Rüstungsbeschränkung aller Nationen zu ermöglichen". Und im Artikel 8 des Völkerbundsstatuts bekennen sich die Bundesmitglieder zu dem Grund- satz, „daß die Aufrechterhaltung des Friedens eine Herabsetzung der Rüstungen auf das Mindestmaß erfordert, das Mit ber nationalen Sicherheit und mit der Erzwingung internationaler Berpflichtun- gen durch bas gemeinschaftliche Vorgehen vereinbar ist". Das allgemeine Wettrüsten steht also im krassen Widerspruch zu dem hier ausgesprochenen Grundsatz, und wir haben einen verbrieften An- sprach darauf, daß auch die anderen ihre Rüstungen einschränken. Der Zustand, daß wir allein in unseren Rüstungen beschränkt sind inmitten von Staaten, die bis an die Zähne bewaffnet sind, sst auf die Sauer unerträglich. Deshalb Müssen wir unseren berechtigten Anspruch auf die Rüstungseinschränkung ber Anderen mit Zähigkeit und Energie geltend machen. Das können wir aber mit Aussicht auf Erfolg nur bann, wenn Deutschland Mitglied des Völkerbundes ist. Wenn wft draußen bleiben, so werden wir gar nichts erreichen. Hinein müssen wft m den Völkerbund allem schon wegen dieser Abrüstungsfragen und müssen unsere Stimme immer wieder erheben, und sie wirb gewiß nicht ungehört verhallen. Denn hn Völkerbund sind starke Kräfte am Werk, die energisch auf eine Herabsetzung der Rüstungen drängen, schon deshalb, weil bei der allgemeinen wirtschaftlichen Depression die Last der schimmernden Wehr so schwer drückt, daß die Staaten sie auf die Dauer nicht tragen können. Das gilt besonders für Frankreich. Der englische Premlermimster Macdonalb erftvebt die allgemeine Abrüstimg durch den Bölkerbund. Dieses Streben muß Deutschland unterstützen durch Beitritt zum Völkerbund. In dieser vom Geiste der Verständigung und Versöhnung getragenen Tat würde Frankreich mit Recht eine viel stärkere Garantie für seine Sicherheit erblicken können, als Gewehre, Kanonen und Flugzeuge sie zu bieten vermögen. Es könnte und müßte bann die Last feiner klirrenden Rüstung abwerfen. — So wird ber Eintritt in den Völkerbund immer mehr zu einer Existenzfrage für das deutsche Volk.
Anfangs Mai sind die Reichstagswahlen. Da geht es für das deutsche Volk ums Ganze; es geht um Krieg oder Frieden, um Sein ober Mchtsein. Das muß Jeder wohl bedenken, besonders auch die Frauen.
Wer den Krieg will und es nicht erwarten kann, bis die feindlichen Bombengeschwader über unseren Städten kreisen, der gebe seine Stimme dahin, wo man nichts wissen will von Verständigung unb Erfüllung, wo man den Haß unb die Rache predigt und den Revanchekrieg herbeisehnt.
Wer aber den Frieden will und unseren Weder- aufbau in Ruhe rück» Frieden, der wähle dort, wo man für Dölkeroerföhnung sst.
vermischter.
* 3000 Metalldiebe. Allein in Duisburg sind i n einem Jahre 3000 Diebe von Metallen festgenellt worden; meistens handelt es sich um Arbeiter, die in den bestohlenen Fabriken beschäftigt waren. Die Hehler spielen dabei eine Hauptrolle. Sie setzen sich zumeist aus zugewanderten Althändlern zusammen.
* Mit einem Drilling beschenkte die OekonomenS« gattin zu Fisch in Höllental (Niederbayern) ihren Mann. Zur Taufe mußten den drei Mädchen ein Zettel angehängt werden, um Verwechselungen zu vermeiden.
* Auch die Presse verunglückt. Bei ber Zuverlässigkeitsfahrt für Kleinkrafträder in dem großen Gradepreis 1924 auf der Strecke Magdeburg- Hannover verunglückte der Wagen, in dem sich die Pressevertreter befanden. Fünf der Insassen wurden mehr ober weniger schwer verletzt.
* Der todbringende Speer. Auf dem Spielplatz der Volksschule in Sorbet? (Oldenburg) unterwies ber Lehrer Flathmann bie Knaben im Speer* werfen.^ Der Lehrer warf einen 2V« Meter langen, spitzen Speer unb die in Deckung stehenden Kinder schleuderten ihn zurück. Unversehens sprang ein 13jcihriger Knabe, Müller, aus ber Deckung, als das Wurfgeschoß noch flog unb der Speer traf ibn in die Schläfengegend. Der Knabe starb bald darauf. Das Landgericht Oldenburg verurteilte den Lehrer F., wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgange zu 6 Monaten Gefängnis.
* Alaskafüchse, Hermelin und anderes. Durch die in Hamburg erfolgte Verhaftung der früher in
I Düsseldorf und Köln ansässigen niederländischen ’ Kaufleute Duuren, Beum und Berger, die eine An- i zahl Hamburger Kaufleute durch den Verkauf von großen Mengen gefälschter Alaskafüchse um enorme Summen betrogen haben, wurde fest- gestellt, daß dieses Betrügerkonsortium auch im Ruhrgebiet umfangreiche Schwindeleien ausgeführt hat. So kaufte z. B. ein Händler in Essen von dem Konsortium 3500 Hermelinfelle, für die er eine Anzahlung von 1000 englischen Pfunden leistete, ohne jemals auch nur eine Teilsendung der gekauften Ware erhalten zu haben. Em Kölner Kaufmann wurde um 20 000 Goldmark für 10000 Fuchsfelle geschädigt. Ein Gelsenkirchener Kaufmann wurde für Irans- : aktion für den angeblichen Verkauf einer Partie ; von 300 Stück Kronenzobelfelle um ungefähr ! 15 000 Goldmark geschädigt. Buuren trat in Düs- \ seldorf als Amsterdamer Stadtrat auf und ■ verübte zahlreiche Hochstapeleien. Als er einen ; Fluchtversuch mit der Gattin eines befreundeten i Fabrikbesitzers ausführen wollte, wurde er oer- i haftet.
* Russische Zustände. In Berlin Wurde eine i Bande russischer Paßfälscher festgenommen, s deren Haupt, ein gewisser BionkoWski," mit Hilfe l eines auf dem Paßbüro in Frankfurt a. d. O- ■ beschäftigten Beamten die Fälschung im großen benies. Auch eine Reihe anderer Russen bediente sich de? Beamten für ihre Fälscherzwecke. Der Bc« anite Würbe ebenfalls verhaftet.
* 3h Kaukasien speit rin Vulkan. Bei Bolichoi Dosbat, an ber transkaukasischen Eisenbahnlinie, stieg vor einigen Wochen aus dem Krater eines leit
langem als erloschen geltenden Vulkans eine mächtige Feuersäule auf, und die Umgebung des Serges wurde mit Steinen überschüttet, die ber Krater auswarf. Die Tätigkeit des Vulkans dauerte nur ganz kurze Zeit, wiederholte sich aber später nochmals, wobei sich auch glühende Lava über di, Abhänge des Berges ergoß.
kirchliches.
Pie Serfeilunq ber hl. Oele findet am Gründov nerstaq in bet Zeit von ^11—12 Uhr unb nachmittag, ron 3—%4 Uhr in ber Domfakristei statt. Wir erinnen an die genaue Einhaltung der Bestimmungen über bi, Abholung der hl Oele (Kirchl. Amtst'att 1904 Seite 21>, insbesondere find die betreffenden Boten mtt einem 2UW. weis zu versehen. Filialgemeinden erhalten die hl. Dell nicht in der Domfcncistei, sondern in ihren zuständiger Pfarreien. , ..
Bischöfliches Generalvikariah
Dr. Müller.
GortesöieKftordnnng.
Katholischer Gottesdienst.
Freitag, 11. April. Dom. Nachm. S And. z. E- der schmerzhaften Mutter Gottes.
Evangelischer Gottesdienst.
Sonntag, 13. April. Fulda. Vormittags 9Vi Pfarrer Doll aus Gersfeld, nackmitt. 2 Pfarrer Weber. - Großenlüder. Vormitt. !)>,■« Pfarrer Weber. — Schl»? Biederstein. Vormittags 8Vi (Konfirmation, hl. Abend- mäht) Pfarrer Reich.
Lvanael- landerstirchl. Gemeinschaft, 5ulda, Vuttlarstr. 17.
Sonntag, 13. April. Abends 8 Evangelisation. — Dienstag keine Bibelstunde. — Donnerstag abends 8 Jugendbundstunde.
Frankfurter Vörse.
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10,0
9,75
Megutn Butzbach
—
18,5
Ooyd
5,0
5,0
TTIotorenfab. Deutz
17,5
17,5
Verein. Elbe
3,0
8,8
fieckars.Zahrzeuge
4,75
5,0
oberschtel. Gifenb..
24,25
26,25
SanMlttien.
, 6lfen-3nbuftr
29,625
31,0
Pöge elektr.
2,25
2,4
Barm. Creöltbank
0,4
0,5
Reisholz Papier
10,0
10,0
Bayr. (5. u. wdd.
8,0
2,8
Rhein.Braunkohl.
24,0
25,0
Barmer Bantz-V.
2,0
2,1
Rcmbad)-6ütte
16,0
15,1
BerllnerBanbclsb.
30,5
31,5
Sarottl
1,0
1,3
Commer.banlt
Danz. Prioatbank
4,635
4,25
Slotlwertz Geb
13,25
13,75
8,7
2,8
üoatl. Match. St.
2,5
2,2
Darmstädter bank
7,75
7,75
Wetterregeln
Zettstoff Wald».
18,75
16,25
D, flflat. Bank
17,25
17,0
8,0
8,25
PIAHOS
größteAuswah!, erster Fabrikate Alovs Maler, Fulda Kgl und Päpstlicher Hoflieferant
Gegründet 1846 i«
6 Zylinder erfolgreichster Wagen 1923
Dupont A.6.
Frankfurt am Main
Messe - Ausstellung Kaiserstrasse 64 Tel. Hansa 6836 u. 4694.