51. Zahrg.
Amklicher Anzeiger für den kreis und die Sfabf Fulda.
Nr. ss.
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Samstag, April 1924»
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Reparationsfrage und Zahlungsbilanz
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enger gestalten mögen.
Der König von Rumänien sprach in seiner widerung den Dank des rumänischen Volkes die Unterstützung, die Frankreich ihm
Er- für im
Kriege angedeihen ließ, und für dis Solidarität, die es ihm heute bekunde, aus. Er erinnerte namentlich an die Tätigkeit der französischen Militärmission während des Krieges. Rumänien treibe wie Frankreich eine Politik des Friedens, der die loyale Durchführung der bestehenden Friedensverträge und der rein defensiven Abmachungen mit den befreundeten Völkern zu Grunde liege, wie sie in den Satzungen des Völkerbundes vorgesehen seien und die den Zweck hätten, das Friedenswerk, das der Völkerbund darstelle, noch zu befestigen.
Ob den Festrednern wirklich nicht ein Lächeln auffteigt, wenn sie solch schöne Worte machen?
Mil- Cin- nichi
Jahi
baren Quellen haben kann, wird seine Fähigkeit, die fremden Devisen zur Leistung von Reparationszahlungen y.
erlangen, fast ganz von seinem Außenhandel ab
von nur 6,2 Milliarden im Jahre 1922..
4. Die deutsche Ausfuhr muß daher schon 14 Harden betragen, wenn damit nur die notwendige fuhr bezahlt werden soll. Im Jahre 1922 war sie
Parlaments ist mit 86 gegen 20 Stimmen ein Vertrauensvotum für den Premiermini-' st er Rifa Khan angenommen worden. Bekanntlich wurde vor einigen Tagen gemeldet, daß der als Gegner des Schah tätige Premierminister aus Teheran hätte flüchten müssen, weil er bh? Volksgunst verloren habe.
Aus dem besetzten Gebiet.
Das Erwcrbslofenproblcm.
In langen Bemühungen ist es nunmehr gelungen, bei der Rheinlandkommission die Zulassung der neuen Verordnung über die Erwerbslosenfürsorge vom 16. 2. zu erreichen. Die Verordnung ist für die Reichs- und Landesfinanzen und die Erkaltung der Währung von grosser Bedeutung, Iveil sie durch Heranziehung der Wirtschaft (Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer) eine wesentliche Entlastung von den hohen Aufwendungen für die Erwerbslosenfürsorge herbeisührr.
Frankreich und Rumänien.
Königsbesuch in Varis.
Bei dein Diner, das die französische Regierung Ehren des rumänischem Königspaares gab, und
einmal halb so groß.
5. Deutschlands Fähigkeit, fortlaufend Jahr für Reparationszahlungen zu leisten, wird davon abhängen, um wieviel die Ausfuhr über 14 Milliarden ge-
gusiand.
* Die Krankheit König Alberts von B e l g i en hat sich bedenklich verschlimmert. Sein Geburtstag wurde am Dienstag nur im engsten Familienkreise gefeiert.
* Die ungeklärte Lage in Persien. Reuter meldet aus Teheran: In einer geheimen Sitzung des
Uachalische Welt.
— Köln. Der Herr Kardinal hat unter dem 7. d. M. den Studienrat am Städtischen Gymnasium und Realgymnasium in der Kreuzgasse, Shnodalrichter am Erzbischöflichen Offizialat, Professor Karl Ober, dörfer auf Grund besonderer päpstlicher Vollmacht nach dem Vorschläge der Etaateregieruna zum Dom» kapitular an der hohen Metropolitankiräu- ----nannt.
Die ungelöste Reparationsfrage liegt seit Jahren wie ein bleierner Alpdruck auf der europäischem Wirtschaft. Die Verzögerung und Verhinderung der Regelung dieses Problems hat vor allem darin ihren Grund, daß die „Schöpfer" der Reparations- frage diese mit politischem Dorurtell und Bestrebungen verquickten und auf diese Weise dazu kamen, sich der Anwendung der allein Erfolg verbürgenden wirtschaftlichen Heilmittel zu widersetzen. Diese Vermengung mit politischen Tendenzen verleitete auch zu dem Widerspruch, einesteils von Deutschland ungeheure Leistungen zu solchem, und andererseits demselben Deutschland den Weg zu wirtschaftlicher Gesundung durch Beeinträchtigung der deutschen Wirtschaftseinheit infolge der Ruhrbesetzung usw. zu versperren. Wer Deutschland zu Reparationsleistungen fähig machen will, darf sich nicht den natürlichen Gesetzen der Volkswirtschaft entgegenstellen, und eines dieser unumstößlichen volkswirtschaftlichen Gesetze besagt, daß eine Nation mit passiver Handelsbilanz nicht in der Lage ist, an ausländische Gläubiger Zahlungen zu leisten, und daß die erste Voraussetzung, ein Volk hierzu in Stand zu setzen, darin liegt, seine Zahlungsbilanz erst wieder aktiv zu gestalten.
Wie liegen nun die Dinge hinsichtlich Deutschland? In diesen Tagen, wo alle Welt sich mit dem Gutachten der Sachverständigen befaßt, ist es von besonderem Interesse, wieder einer Schrift sich zu erinnern, die bereits vor einem Jahr m englischer Sprache erschienen und zwei amerikanische Gelehrte zu Verfassern hat: Harald Gr. Moulton und Konstantin E. Mac Guire, Mitglieder des „Instituts rf Economiste", einer Gründung der Carnegie-Gesellschaft. Dieses Buch ist jetzt auch in deutscher lieber» setzung von R. Kuczinski im Verlag für Politik und Wirtschaft (Otto Stolberg u. Co.) herausgegeben worden. Die amerikanischen Autoren gehen bei ihrem gründlichen Studien von dem allseits anerkannten Prinzip aus, „daß als Quelle von Zahlungen ans Ausland für jedes Volk nur der Ueberschuß der Ausfuhr über die Einfuhr in Betracht kommt." In Anwendung dieses Grundsatzes auf Deutschland prüfen sie die Frage, ob Deutschland seit dem Zusammenbruch 1918 über eine solche Quelle verfügt und ob, wenn das nicht der Fall wäre, damit gerechnet werden kann, daß eine solche Quelle bald zmn Sprudeln kommen werde. Diese beiden Fragen sind nach dem Urteil der zwei Gelehrten glatt zu verneinen. Am Schlüsse des Abschnittes über die Außenhandelsbedürfnisse Deutschlands ist diese Erkenntnis in nachstehenden sieben Sätzen formuliert.
1. Da Deutschland jetzt und für viele Jahre hinaus so gut wie kein internationales Einkommen aus unsicht-
Den Fraktionsvorsitzenden war das W a h l g l ü ck im allgemeinen überhaupt nicht günstig. Außer dem sozialdemokratischen Vorsitzenden find, im ersten Anlauf wenigstens, unterlegen der Vorsitzende der Mittelpartei (Deutschnationalen), Dr. Hilpert, der Bauernbundsvorsitzende, Redakteur Staedels, der demokratische Führer Dr. Sirr, dessen Schicksal auch der bekannte Demokrat Dr. Müller-Meiningen teilt. I .. Bauernbündlern ist auch der frühere Landwirt- schaftSminffter Steiner unterlegen.
Die Frauenabgeordneten scheinen durchweg schlecht abgeschnitten zu haben. Bis jetzt ist nur die Wahl der Frau Ammon-Nürnberg für die Sozialdemokraten gesichert.
Hugo Sünnes gestorben.
Der .Großindustrielle Hugo St in ne s ist am Donnerstag abend an dem schweren Gallenleiden, an dem er die letzten Tage schon darniederlag, im Alter von 54 Jahren gestorben.
Hugo Stinnes, der dem Reichstag angehört hat, wurde erst durch sein politisches Auftreten, das auf eine Herrschaft der Wirtschaft über den Staat gerichtet war, weiteren Kreisen bekannt. Er hat wiederholt in entscheidenden Augenblicken die deutsche Außenpolitik wesentlich beeinflußt und zwar in scharfem Gegensatz zu Rathenau u. Dr. Wirch. Im Endergebnis ist Stinnes als Politiker für das deutsche Volk kein Segen gewesen.
Als Wirtschaftsmann muß man Stinnes, obwohl er auch auf diesem Gebiet manches zerstört hat, was wertvoll, aber nicht stark genug war, b e - wundern. Er nannte sich einfach und schlicht: Kaufmann. Dabei hat er als Unternehmer und als Händler ein Netz von Gesellschaften und Konzernen geschaffen, in deren Mittelpunkt er saß, deren Verzweigungen über ganz Deutschland und in das europäische und amerikanische Ausland reichten. So stand er mit Recht in dem Rus, einer der bedeutendsten Wirtschaftler der Welt zu sein. Dabei war sein Leben nur der Arbeit geweiht. Er arbeitete täglich sechszehn Stunden. Aus halb-vollendeten Plänen hat der Tod ihn jetzt herausgerissen. Die deutsche Wirtschaft in ihrer Gesamtheit und damit auch das deutsche Volk haben in seinem Tod einen großen Verlust zu tragen.
Das Echo aus England.
wtb ßonbon, 11. April. (Tel.) Die Blätter veröffentlichen Bilder und Lebensbeschreibungen von Hugo Sünnes. Die „Times" bezeichnet Stinnes als einen der größten Finanzgenies feines Zeitalters. Dank feines Weitblicks und feiner Or- ganisakionssähigkeik habe Deutschlands Industrie die Rachkriegskrise fo erfolgreich überwunden. Stinnes habe stets den Ehrgeiz gehabt, für die Wiedergeburt Deutschlands jn arbeiten. Er habe der Wohlfahrt von Taufenden feiner Angestellten keineswegs gleichgültig gegenübergestanden und den Vorteil erkannt, der darin liege, daß die Arbeiter ein 3nfereffe an dem Unternehmen haben, in dem sie beschäftigt sind.
dem u. a. das diplomatische Korps beiwohnte, erinnerte der Präsident der Republik in seiner Tischrede an den Eintritt Rumäniens in den Weltkrieg und an den gemeinsamen Kampf an der Seite seiner Verbündeten um die jahrhunderte alten Bestrebungen um die nationale Einheit Rumäniens. Das französische Parlament habe erst vor wenigen Tagen das letzte diplomatische Instrument ratifiziert, das durch die Besiegelung der A n g l i e d e r u n g Bessarabiens die Wiederauferstehung Rumäniens abgeschloffen habe; heute sei Großrumänien vollständig. Es habe nur noch den Wunsch, im Frieden zu leben und wie Rumänien, so sei auch Frankreich dem Frieden ergeben (!!). Beide Länder wüßten, daß dieser Frieden nur austecht erhalten werden könne durch die loyale Innehaltung der Friedensverträge, durch die nach dem Sieg der Alliierten Europa reorganisiert worden fei. Diese Auffaffung habe beide Länder geleitet, als sie mit den ihnen befreundeten Nationen Abkommen rein defensiver Natur getroffen hätten, die durch die Satzungen des Völkerbundes vorgesehen gewesen und vom Geiste der Eintracht und des Friedens diktiert worden seien. Der Präsident schloß mit dem Wunsche, daß die Beziehungen zwischen Frankreich und Rumänien in Zukunft sich immer
Gewerkschaftliches.
— Lin Protest der christlichen Eisenbahner Deutsch- landr. Einer Korrespendenzmelduna aus Florenz zufolge hat auf der gegenwärtig dort tagenden Konferenz der christlichen Eisenbahner-Internationale die deutsche Sektion ihren Austritt aus der Internationale erklärt mit der Begründung, daß ein weiteres .Zchammenarbeiten mit den französischen und belgischen Gewerkschaften wegen ihrer Haltung in der Kriegsschuldfrage für die deutsche Sektion unmöglich ser.
w€b Paris, 11. April. (Tel.) Minifierpräsi- Senk poincare Hal heule vormittag mit dem sran- züsischen Delegierten in der Reparationskommission Sarkhou verhandelt. Nachmittags 3 Ahr findet eine Sitzung der Delegierten der Repara - Honsfomtniffion statt, in der die erste Aussprache über den Sachverständigcnbericht erfolgen soll. Richt nur Barthou, sondern auch der englische Delegierte werden über den Standpunkt ihrer Regierung Bericht erstatten. Der zweite belgische Delegierte Gütk hat inzwischen mit dem belgischen Ministerpräsident konferiert.
Es ist nach dem „Petit parisien" nicht ausgeschlossen, daß die offiziöse Sitzung in eine offizielle umgewandelt wird und daß schon heute eine Entscheidung getroffen wird. Das Blatt ist jedoch vorsichtig und meint, es fei nicht wahrscheinlich, weil der italienische Delegierte verlangen werde, daß nichts entschieden wird, bevor er nicht nach Rom gereift, um mit Mussolini zu verhandeln.
Französische VorbehÄte.
wtb Paris, 12. April. (Tel.) Das „Echo de Paris" stellt für die zweite Etappe ein Programm auf. — Die Vorbedingungen, die für Frankreich zu erfüllen feien, feien folgende:
1) Die Bildung eines Garantiesystems müßte alle Sicherheiten gewähren. Vach dieser Richtung würde die Enffcheidung der Reparations- kommission in gleichem Maße bestimmend fein.
2) Die Regelungder alliierten S chul- d e n, mindestens aber die der französischen Schul- den an England.
3) Die Alliierten müßten das versprechen geben, daß sie an der wirtschaftlichen Wieder- befehung des Ruhrgebiets teilnehmen, wenn Deutschland seine Versprechungen nicht hält.
4) Aufrechterhaltung des wirtschaftlichen flatus quo in dem besetzten Gebiet, darunter nennt das Blatt die Eisenbahnregie und die Micumveriräge, die solange mrstecht erhalten werden müffe, solange Deutschland nicht die Vorschläge endgültig angenommen habe und die unerläßlichen Gesetze für die Reorganisation Deutschlands durchgesührk sind und die Kontrolle wirklich gewährt sei, daß die internationale Anleihe, die Durchflihrung des Systems der Sachverständigen erfordere, auf dem deutschen und dem mlcrn«>:onalcu Geldmark emittiert sei.
5) Das Besahungsheer soll weiter 'm» Ruhrgebiet gelassen werden und die rhemisch-wesi- sälischen Eisenbahnen sollen hinfichllich der Sicherheit dec Truppen besonders herange^gen werden.
Die Zweifel, die der „Motin"' zum Ausdruck bringt, übernimmt zum Teil auch das „Oeuvre“ und behauptet, die Sachversiändigenansschüsfe und die Repurationskommffsion hakten in enger Gemeinsamkeit gearbeitet. Ihre Ansichten feien authentisch. Die Reparaiionskommission habe das Wer? zu €bbe zu führen, indem sie die Zahl der Annuitäten bestimme, die Zahlungen auf die Gläubigerstaaten verteilen und die Frage der internationalen Schulden regeln. Infolgedessen glaubt das Blatt insbesondere auf die Vereinigten Staaten Hinweisen zu dürfen, die nach seiner Ansicht nunmehr das Wort ergreifen sollten. Die letzten Verhandlungen muß- kn aber in Washington geführt werden. Die Frage, die zu stellen sei, sei die, wie den Geschädigten in Frankreich und Belgien ein Dach über ihrem Hanse gesichert werde oder ob man vorschußweise an die amerikanischen Banken ein Zuschuß an Dividende Machen solle.
Dawes auf Reisen.
wtb Paris, 11. April. (Tel.) General Dawes ist gestern nachmittag nach Meldungen ans Briiffci von König Albert empfangen worden. heute wird er nach Paris zurückkehren, um morgen nach Italien zu reifen. Am 24. April wird er die Heimreise nach Amerika antreten.
In Amerika.
wtb London, 11. April. (Tel.) Liner Ren- termeldnng aus Rewyork zufolge sind die amerikanischen Blätter der Ansicht, daß das Gutachten der Sachverständigen schließlich die Möglichkeit biete, Deutschlarrd finanziell und wirtschaftlich auf die Beine helfen zu können. Die „Rewyork World" schreibt: Der Erfolg hänge von der Anleihe ab, beten größter Teil in Amerika aereichnek werden müßte.
Wirtschaftliche Uampfbervegungen.
= tzauardeiterstreik in Nürnberg- Die von dem Laudcsschlichter des Bayerischen Baugewerbes gefällten Schiedssprüche über die Löhne und die Arbeitsdauer sind von den Arbeitnehmern abgelehnt worden. Bereits vor Ablauf der Frist traten die Zimmerleute in den Streik und auf einzelnen Baustellen auch die Maurer und Bauhilfsarbeiter.
— Streift der,'chlofifchen Bergarbeiter Der »Schle- fischen Volkszeitung' zufolge sind in Waldenburg die Uebertagearbeiter wegen der Berlängerung der Arbeitsschicht in den Streik getreten. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Untertagearbeiter tn den Konflrkt mit hineingezogen werden.
— Bit sächsischen Eisenbahner Wie der ,Lokal- Anzemer' aus Dresden meldet, beschloß der Eisen- bahnerveiband, vom Eintritt in den Streik vorläufig abzusehen und das Ergebnis toetterer Ver- handlun en mit dem Reichsverkehrsministerium über die Einlegung der zehnten Arbeitsstunde abzuwarten.
— Heue Streifes in England. Trotzdem die Arbeit- geber im Schiffbaugewerbe die allgemeine Aussperrung auf den Wersten verschoben haben, um den in einem wilden Streik befindlichen Arbeitnehmern in Southampton Gelegenheil zu geben, die Arbeit wieder aufzunehmen, beschlossen letztere mit 538 gegen 47 Stimmen, den Streik fortzusetzen.
Deutsche Reich.
* Ans Sachsen. In her Sitzung des Provinziallandtag der Provinz Sachsen haben alle 56 bürgerlichen Abgeordneten den Antrag eingebracht, die Wahl des Sozialdemokraten Dr. Landsberg zum Landeshauptmann wegen formeller Verstöße gegen die Wahlordnung f ü r ungültig zu erklären.
* Im Thüringer Landtag kam es am Donnerstag zu ungeheuren Lärmszenen, als der vokksparteiliche Abg. Bauer neben der Abschaffung des gesetzlichen Feiertags am 1. Mai auch die Abschaffung des 9. November als Feiertag forderte, da dieser Tag eine Schmach für Deuffchland sei. Die Abgeordneten der Linken gingen darauf entrüstet gegen die Rechte vor. Die Sitzung wurde unterbrochen.
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In Berlin.
Das Reichskabinett wird sich am Freitag in einer Sitzung mit dem Gutachten der Sachverständigen beschäftigen. Die deutsche Regierung wird die Lösung der mit den Sachverständigenberichten zusammenhängenden Fragen nicht ettoa bis nach den Neuwahlen verschieben. Die Auffaffung, daß es imJn- tereffe der deutschen Politik liege, einer Aufforderung der Reparationskommission um Stellungnahme zu den Sachverständigengutachten seitens der deutschen Regierung sofort zu entsprechen, werde der „Voss. Ztg." zufolge auch von den großen Wirtschostsver- bänden geteilt, die in den nächsten Tagen ebenfalls jusammenkommen werden, um über die Gutachten
Vom bayerischen Wahlergebnis.
Die dmchgefallenen Fraktionschefs.
Soweit sich die Wahlergebnisse jetzt überblicken lassen, sind von den bekannten Parlamentariern der Bayerischen Dolkspartei wiedergewählt worden: Sozialminister Oswald, der Fraktionsvorsitzende Held, der stellvertretende Frak- üonsoorsitzende Stang, der Generalsekretär der christlichen Bauernvereine, S ch l i t t e n b a iu e r, ferner Graf Pestalozza, Domkapitular W a h l- muth. Der bisherige LandtaZspräsident Königsbauer wird wohl auf Grund des Landesmandats wieder in den Landtag kommen. Unterlegen ist Dr. Horlacher.
Von den Rsherßzen sozial demokratischen Abgeordneten ift der FraktionsvorsitzenÄe Timm sicher unterlegen. Ebenso ist nicht wehr gewählt worden der Bürgermeister von München, Schmid und der Abg. Roßhaupter und der ehem. Militärmimster der Revolutionszeit. Dagegen gelten von den bekannteren Sozialdemokraten als gewählt Auer, Ackermann, Segitz, Dill, Blumtritt.
steigert werden kann.
6. Gegenwärtig ist die gesamte deutsche Einfuhr ar Nahrungsmitteln und Rohstoffen in Verbindung mit der gesamten inländischen Erzeugung völlig unzurei- ch e n d, um die Bevölkerung leistungsfähig zu erhalten und den Betrieb der Fabriken zu ermöglichen. Die industrielle und landwirtschafiliche Erzeugung haben einer Tiefstand erreicht. Der größte Teil der deutschen gewerblichen Bevölkerung ist noch jetzt ernstlich unterernährt.
7. Sie Ausfuhrmärkte für deutsche Waren sind feit dem Kriege sehr wesentlich beschnitten worden und zwar infolge der allgemeinen Verarmung Europas und der allseitigen Errichtung von Zollschranken gegen deutsch« Waren, nicht zuletzt gerade von den Ländern, die er» klaren, Deutschland könne und müsse zahlen."
Die gesamte Schrift zieht zioar nicht selbst die entsprechenden Schlüsse, sie sich auf Grund obiger Feststellungen ergeben, aber diese Schlußfolgerungen liegen ohne weiters auf der Hand: Ehe die deutsche Handelsbilanz nicht eine Ausfuhr von übet 14 Milliarden auf weist, sind Reparationszahlungen praktisch tmmöglich. Die Rsparaiionsgläubigei sehen sich demzufolge vor die Wahl gestellt, entweder die deutsche Ausfuhr auf jedwede Weise zu fördern, oder von Reparationsleistungen Abstand zu nehmen. Der Schlüssel zur Lösung der Repa- rationsfrage liegt also nicht darin, ein einseitiges Diktat auszusprechen, sondern einzig und allein darin, der deutschen Zahlungsbilanz wieder einen aktiven Charakter zu geben. Alle anderen Weg." werden keinen dauernden Erfolg garantieren.
hängen. , ,
2. Da das ganze deutsche Wirtschaftssystem st:q so ent wickelt hat, daß rund 20 Prozent der Bevölkerung mch! ohne die Fortdauer der Nahrunqsmiteleinfuhr leben können, und da die meisten Fabriken unmöglich ohne aus- ländische Rohstoffe leben können, muß die Beschap fung der unentbehrlichen Einfuhr allem an. deren vorangehen. Das ist nicht nur zur Erfüllung der Friedensvertragsverpflichttmgen notwendig, es ist cmch erforderlich, wenn nicht ein bedeutender Prozentsatz der Bevölkerung untergehen soll.
3. Die Einfuhr, die benötigt wird, um die deutsche Bevölkerung im Zustand körperlicher Leistungsfähigkeit zu erhalten, und den deutschen Fabriken das Weiterarbeiten auch nur annähernd im Borkriegsumfang zu ' '2 Urnen, beläuft sich insgesamt auf etwa 14 Milliarden Goldmark gegenüber einer tatsächlichen Einfuhr