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'M 84.

Dienstag, 8. April 1924.

- Fuldaer Heilung

2. Blatt.

Druck der Fuldaer «etien»erntetet tu Fulda

Reichstagswahl 1924.

Bei der Reichstagswahl am 4. Mai 1924 wird enn ersten Male mit amtlichen Einheitsstimmzetteln I^vählt. Diese Art der Wahl ist u. a. in Amerika Mich und hat sich überall, schon aus Gründen der Sparsamkeit, sehr bewährt. Die Stimmzettel werden amtlich hergestellt und enthalten alle Wahlvorschläge unter Angabe der Partei und Hinzufügung der Namen je der ersten vier Bewerber. Die Stimm» obgabe erfolgt derart, daß der Wähler durch ein auf den Stimmzettel gesetztes Kreuz oder auf andere «eise kenntlich macht, welchem Kreiswahlvorschlag «r seine Stimme geben will. Sonstige Vermerke machen den Stimmzettel ungiltig.

Der Stimmzettel hätte, wenn 6 Kreiswahlvor» sthläge eivgerercht werden, folgender Aussehen:

(nachstehend alphabetisch, in Wirklichkeit aber nach dem zeitliches Eingang der Kreiswahlvorschläge bei dem Kreiswahlleiter geordnet):

Deutsche Volkspartei

Kommunist. Partei

Zentrumspartei

2.

SS

S3 o

A O

Deutsch nationale Volkspartei

53 o

Ver. sozlaldem. Partei Deutschlands

Deutsche Demokrat Partei

ss o a

3

In eines der punktierten Vierecke ist da» Kreuz ein» zusetzen, mit dem die Stimmabgabe für die betreffende Partei gekennzeichnet wird. Die Stimmzettel werden bei der kommenden Wahl nicht mehr auf der Straße nsw. verteilt, sondern liegen lediglich tot Wahlraum auf.

aus dem Nachbargebiet.

=* Marbach. Der hiesige Spar- und Darleh n » kafsenverein hat in seiner, Sonntag, den 6. April abgehaltenen außerordentlichen Generalversamm» lung die Neubeyründung des Verein» beschlossen, wo­nach die Mitglieder 10 Goldmark Geschäftsanteil in 2 Raten zur Einzahlung bringen müssen.

— Hanau. Nach dem ,Han. Anz? hat das Ober» Versicherungsamt die Aufsichtsbehörde der hiesigen Ortskrankenkasse darauf aufmerksam gemacht, daß im Vergleich zum Personal anderer wohlver­walteten Krankenkasse« de» Bezirks das Personal der hiesiacn Allgemeinen Ortskrankenkasse — 28 Be­amte und Angestellte bei etner Mitgliederzahl von rund 10000 — ungeheuerlich hoch und daß eine derartige Vergeudung der Kassenmittel zu Per» sonalzwecken bet der jetzigen Wertbeständigkeit deS Geldes, durch nichts zu entschuldigen sei. DaS Ober- verstcherungSamt hält die Hälfte des Personals für ausreichend und ersucht das Personal schleunigst zu verringern.________________________

vermischter.

♦ „Immer feste druff!" In Berlin stieß ein mit drei Personen besetztes Auto an der Potsdamer­brücke mit einem Kraftwagen der Interalliierten Kommission zusammen. Ehe der Schutzpolizeibe­amte den Namen des ChaufferS feststellen konnte, fuhr dieser in rasendem Tempo die PotSdamerstraße weiter. An der nächsten Straßenkreuzung stieß der Wagen mit einem Autobus zusammen. Die beiden Insassen wurden durch die Scheibe de» Borderfensters geschleudert und blutüberströmt aus

Der Silberkönig von Flowershill.

Ein Filmroman von Hermann Weber.

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Nicht besinnungslos, aber doch sehr geschwächt ernt der Überstandenen Todesangst, bemühte fich her ©«rettete, sich aufrecht zu hatten und diesen Schreckensort zu ver­lassen.

Als ich nun mit ihm in Ms Licht einer Laterne ge­langte, sah ich. daß der Mann wohl fünfzig bis sechzig 3a^re zählte, elegant gekleidet und glatt rasiert war und tote ein Ausländer ausfah.

Nachdem er noch meine Hand gedrückt und Dankes- toorte gemurmelt hatte, schien seine Kraft endgültig zu Ende zu sein; denn er sank haltlos in sich Mammen.

Nun hätte ich einen Krankenwagen rufen und den Fremden ins Hospüal schassen lassen können; aber ein unbestimmtes Gefühl hielt mich davon ab.

Halb getragen, wobei mir die Armwunde arge Ee^nerzen bereitete, brachte ich ihn dann nach manchen Ruhepausen zum Haufe meines Bekannten, wo ich mit großem Erstaunen empfangen wurde.

Aber ich achtete nicht darauf, sondern brachte den gänzttch erschöpften Mann' auf mein Zimmer, entkleidete ihn und bettete ihn fürsorglich.

Dann gab ich ihm ein Glas heißen Wein zu trinken, wehrte seine abermaligen' Donkesworte ab und wartete geduldig, bis er tief und fest eingeschlafen mar.

Nun erst zog ich meinen Nock aus und reinigte und wtbanb meine Armwunde, so gut es mir möglich war.

Nachdem ich so das Notwendigste besorgt hatte, setzte ich mich an den Tisch, legte den Kops in die Hand und schlief mit dem erfreuenden Bewußtsein, ein Menschenleben gerettet gu haben, bis in den hellen Morgen.

Mein Erwachen sollte indes anderer Art s«n, als ich te mir vorgestellt hatte!

fl. Eine Verpflichtung aus Tod und Leben.

Als ich die Augen auffchlug, war es hell« Tag.

Trotz meiner starken Statur fühlte ich eine unange-

Zehnte frankfurter Internationale Messe.

(Sonderbericht der „Fuldaer Zeitung'.)

Die Eröffnung der zehnten Frankfurter internationa­len Messe am Sonntag stand im Zeichen eines langsamen Ausschwungs des deutschen Wirtschaftslebens. Schon kurz nach Messebeginn setzte der riesige Zustrom der Be­sucher so stark ein, daß die Verkaufsstellen für Messe­ausweise kaum des Andranges Herr werden konnten. Noch bei keiner Messe wurden an die Organisationskraft des Messeamtes so hohe Anforderungen gestellt wie zu dies« Messe. Nur durch tatkräftige Mithilfe der Bürger­schaft war es möglich, alle Gäste unterzubringen. Auf Setten d« Aussteller war der Ansturm auf Ausstellungs­räume so groß, daß sich das Meßamt gezwungen sah, über 5000 Finnen, die gerne noch einen Stand gehabt hätten, auszuweisen. Auch in Behelfsbauten, die man in letzter Stunde noch in Angriff nahm, konnte man nur noch wenig Aussteller unterbringen. Neubauten zu er­richten war dem Meßamt infolge der Nachwirkungen der Inflation unmöglich. Nach Beendigung biefer Früh­jahrsmesse will man solche allerdings sofort in Angriff nehmen. Der Aiusstelleransturm, bet schon in Leipzig zu beobachten war, hat hier groteske Formen angenommen. Erfreulicherweise sehen wir, daß die Firmen des besetzten Gebietes roietoer auf der Frankfurter Messe vertreten sind, die ungeachtet aller Zoll- und Grenz­schwierigketten Produkte deutschen Fleißes auf den Meß­markt bringen.

Mehrere taufend Aussteller der T e x t i l m e s s e hat bie große Festhalle vereinigt. Sämtliche Unterabteilun­gen der Textilbranche, von der einfachen blauen Druck- schürze bis zum eleganten Anzug bet Konsektionsschnei- berei sind vertreten, ergänzt von den Ausstellungen des Nohmaterials in allen Dessins und Qualitäten. Gerade die Textilbranche hat augenblicklich eine starke Hausse- stimmung. Die Fabriken sind bis in den H«bst hinein mtt Aufttägen gut versehen, was natürlich nicht ohne Ein- stutz auf das Messegeschäft ist. Geringere Qualitäten sind noch preiswert zu haben, bessere Sachen dagegen sind langsam, doch merklich, hn Presse gestiegen. Die Knapphett an ausländischer Wolle — Deutschland oermag bekanntlich feinen Bedarf in Texttlien bei weitem nicht selbst zu decken — und der starke Verbrauch ton ihr übri­ges. Sehr scharf ist die Nachfrage nach elsässischen Fa­brikaten, die jedoch, da die dortigen Fabrikanten aus den letzten Schwankungskursen des Franc, die ein gutes Ge­schäft oft illusorisch machten, gelernt haben, nur gegen Edelvaluta verkauft werden. Sehr häufig hört man erfreulicherweise wieder auch Geschäftsabschlüsse auf der Basis unserer deutschen Goldmark. Man konnte sest- stellen, daß die Umsätze in der Textilmesse am Eröff­nungstage wieder bedeutend waren. Zwar wurde nur in kleineren Posten gekauft — verständlich durch den Mangel an billigen Krediten — doch herrscht starke Nach­frage; vor allem aber sind mittlere Qualttäten sehr be­gehrt, einerlei, ob cs sich um Stoffe, Halb- und Fertig- wäre handelt. Die Zurückhaltung der Detailliften, die man in Leipzig noch stark bemerkte, hat ziemlich auf­gehört, da die Sommerläger neu aufgefüllt werden müs­

sen. Erstklassige Ware war oft nachgefragt, ohne daß der Bedarf sofort gedeckt werden konnte.

Sehr stark ist auch der Zustrom der technischen Messe, die diesmal mtt d« Messe der Fahrzeuge ver­bunden war. Alle Maschinen, von b« Drehbank bis zur komplizierten Druckmaschine, von dem einfachen Hondsäge-Apparat bis zur neuesten landwirsschastlichen Dreschmaschine sind hier vertreten in erstklassigen Fabri­katen, durchweg in tadelloser Aufmachung. Auch hi« fehlen nicht bie vielen Hilssindustrieen der Maschinen- brauche, als da sind Schrauben, Muttern, Werkzeuge usw. Das Geschäft der technischen Messe geht nur sehr langsam oonstatten. Erfahrungsgemäß warten hi« die Einkauf« ab, wie sich das Bild in den nächsten Tagen geftaltet, denn immer richtet sich der Erfolg der technischen Messen eigentlich erst nach dem Verlauf dieser Messe, da die Einkäufer in d« Regel ihren Sfclftraggebern über das Geschehene berichten und bann erst zu endgültigen Ab­schlüssen kommen. Trotzdem sind die Aussteller mit dem Verlauf des erften Messetages nicht unzufrieden.

Gleich starkes Interesse findet auch die Radio- messe, auf der alle führenden Firmen in der neuesten Messebranche vertreten sind. Alle Apparate werden in praxi vorgefühtt und der Einkäufer kann sich in Ruhe bas Fabrikat wählen, bas er für seine Zwecke für bas geeignete hält. Die Radiomesse macht im Gegensatz zu Leipzig einen imposanten Eindruck, zumal alle Firmen für sorgfältigste Aufmachung Sorge trugen. Bekannt- sich findet gleichzeitig mit der Messe der große Radiotag für alle Radivinteressen Deutschlands statt.

Sttller tft's im Hause Werkbund, das immer noch unter den wirtschaftlichen Nöten zu leiden hat. D« kann such heute all' bie schönen Erzeugnisse des Kunst­gewerbes kaufen? Der Mittelstand, ber stütz« als Haupt- abnehmer in Frage kam, hat kaum noch genügend Kauf­kraft. Es bleibt somit der kleine Kreis ber „oberen Zehntausend" und das Ausland. Letzteres kaust zwar, doch nur langsam, da bie deutschen Erzeugnisse immer noch über Weltmarktparität liegen. Tatsache ist jeden- falls, baß die kunstgewerblichen Ausstell« mit einem kleinen Geschäft durchaus zufrieden sind.

Sehr belebt war am ersten Messetag ber Geschäfts­gang in ber Halle Schuhe und Leder. Dor allem Offenbach und Pirmasens brachten ihre schönsten Er­zeugnisse zur Ausstellung. Bei billigen Qualitäten ten­diert der Preis infolge der starken Konkurrenz mehr nach unten im Gegensatz zur Luxus- und gut« Ge­brauchs wäre, bie noch reichlich hoch bezahlt werden muß.

Noch lufllos ist das Geschäft in Bijouterie und ihr verwandten Branchen. Für alte übrigen Branchen läßt sich bas Ergebnis natürlich nur in großen Zügen folgen- dermaßen zusammenfassen. Möbel: mittel bis gut. Haus- wirtschaftliche Gegenstände: genügend, Beleuchtungs- orttkel: schwach, landwirtschastl. Maschinen: starke Nach- frage, Fahrzeug«: gut, Parfümerien: zufriedenstellend, Papier- und Schreibwaren: mittel bis gut. Dr. H.

dem Wagen geholt. Der Chauffeur verschwand, ohne sich um seine Fahrgäste zu kümmern. Während Poltzeibeamte die Verletzten nach dem Krankenhaufe schafften, erschien der Führer wieder und fuhr mit dem Wagen davon. Wie sich nachträglich heraus» stellte, ist der Wagen wenige Minuten vor seinem ersten Zusammenstoß gestohlen worden.

* Kaffee statt Oel. In Berlin arbeitet ein Schwindler, der bei Hausfrauen, Portiers usw. an­geblich vom Ehemann bestellte Flaschen mit „Oel" ablieferte und sich den gesamten Rechnungsbetrag oder eine größere Anzahlung geben läßt. Das Oel stellt sich als gefärbtes Wasser oder verdünnter Kaffee heraus. Die Korken sind zum Schein mit Oel beschmiert.

* Die Geißel der Hundetollwut. Das südliche Mecklenburg scheint von der zur Zeit herrschenden Hundetollwut besonders stark betroffen zu fein. So sind im Monat März allein im Kreise Ludwigslust nicht wenig« als sechszehn Fälle von Tollwut festgestellt worden. Merkwürdigerweise tritt die Seuche stärker auf dem Lande als in den Städten auf. So ist z. B. die Hauptstadt Schwerin vollkommen ver­schont geblieben. Außerordentliche Streifen von Schutzpolizei-Kommandos sind gegen die Seuchenge» fahr eingesetzt.

* Der verhängnisvolle Mörtelkarren. In Bre­men stürzte auf dem Neubau der Kommerz- und Privatbank ein Schiebkarren mit Mörtel, der zum dritten Stock emporgewunden werden sollte, in die

nehme Mattigkeit in den Gliedern unb meine Skmbe schmerzte. Vielleicht war bie Klinge des Banditen doch tiefer gedrungen als ich gedacht hatte.

Mein erster Blick war zum Lag« des Fremden hin­über, den ich noch fest schlafend wähnte.

Doch fast erschrocken zuckte ich zusammen; denn ber Mann saß bereits fertig angekleidet auf dem Dsttrcmb, schien mein Erwachen abgewartet zu haben und hielt eine Schußwaffe in b« Hand.

„Wo bin ich? Was ist mit mir geschehen?" stieß er herrisch hervor.

Ich war zu erstaunt, um sofort antworten zu können.

Der bejahrte Mann, btt nach Rettung aus ber Todes- gefahr kraftlos zufammengebrochen war, hatte sich wäh­rend der Ruhestunden gänzlich verändert.

Eine ungewöhnliche Tatkraft prägte sich in seinem ; ganzen Aeußeren aus.

Seine Augen blitzten mich stahlhart unb drohend an. Eine tiefe Furche war in feine Stirn gegraben. Sein I Mund war fest geschlossen, unb auf feinem Gesicht lag bie finstere Ruhe eines gesahrgwöhnten Mannes, der bereit ist, einer neuen Bedrohung kaltblütig entgegen- getreten.

Langsam wollte ich mich erheben; doch er ließ den Hahn des Revolvers knacken.

„Sterben Sie sitzen!" befahl er drohend. „Unb er­zählen Sie ausführlich, was man von mir will und wie ich hierhergekommen bin!"

„Keine Sorge, Herr!" sagte ich ein wenig mißgestimmt über den sonderbaren Erfolg meines Samariterwerkes, tmb beutete erklärend auf meinen Arm, durch dessen Ver­band währen» meines Schlafes frische Blutstropfen ge­drungen war." „Ich habe mich Ihretwegen in Gefahr begeben unb eine Wunde davongetragen; würde ich Ihnen beigeftanben haben, wenn ich Ihnen hätte Uebles zusügen wollen?"

Sein Blick wurde ruhiger, ohne aber ganz an Miß­trauen zu verlieren.

„Das laßt sich hören!" antwortete er mildem Tones. „Aber ich bin überfallen nud gewürgt worden und mir ist manches so unklar, daß es mir wie ein böser Traum erscheint."

Tiefe unb erschlua einen Bauarbeiter. Ein Lehrling erlitt einen Echädelbruch.

* Eine Million Ausländer in Paris. Einem statistischen Ausweis der Polizeidirektion zufolge be­finden sich augenblicklich eine Million Ausländer in Paris. Für den Sommer, anläßlich der Olym­pischen Spiele, wird noch eine weitere Zunahme dieser Ziffer erwartet.

* Pestepidemie iw Astrachangebiet. Wie polnischen Blättern aus Moskau telegraphiert wird, beginnt die Pestepidemie in den nördlichen Gebieten deS Kaukasus und in der Umgebung von Astrachan in erschreckender Weise sich auszubreiten. ES fehlt an Arzneimitteln und auch die Zahl der in diese« Landstrich ansässigen Aerzte ist verhältnis­mäßig sehr gering. Die Sowjetregierung hat den Betrag von 250000 Goldrubel zur Bekämpfung der Epidemie anweisen lasten und eine Aktion zur An­werbung deS erforderlichen AerztepersonalS einge- leitet.

Märkte.

t berliner Produktenbörse vom 8. April. Amt- iich festgesetzte Preise. Getreide unb Oelsaaten per 1000 kg, sonst pro 100 kg. (In Goldmark der Goldanleihe oder in Rentenmark): Weizen märk. 169—175, Mecklenburg. 000—000, Roggen märt. 134—140, meckl. 000—000, westpreuß. 131—132, Futtergerste 155—165, «Sommergerste 170—180, Hafer mark. 124—131, Pommer- scher 120—128, westpr. 000—000, Mais loko Berlin

Nun war es an ber Zeit, ihm Aufklärung zu geben. Also «zählte ich ihm, was seit dem vorhergehenden Abend mit ihm geschehen war. Berichtete ausführlich, wie ich ihn mit dem Tuch um den Kopf nahezu erstickt aufgeftm- den, daß ich bei dem Rettungswerk einen Messerstich «halten, bie Verbrecher aber bann verscheucht hätte. Unb wie ich ihn bann mühevoll hierher unb m Sicherheit ge­bracht hätte.

Als ich geendet hatte, saß er sinnend, mtt tiefem Ernst auf b-r Stirn.

»Kein Zweifel — bas ist fein Werk!" murmelte er zwischen den zusammengepreßten Zähnen hinburch. „Er hat sie wie Wölfe auf meine Fährte gesetzt, — aber es soll ihm nicht gelingen!"

Dann fragte er laut, mit tiefer Bitterkeit im Gesicht: „Die, sagten Sie doch, sahen die Männer aus?"

„Der eine klein unb schwarzhaarig, so weit ich bas im Nebel feststellen konnte; der andere, ber mir den Rücken zukehrte, war grüß« von Gestalt, aber anfallend schmal in den Schultern."

Er nickte finster unb seine Züge versteinerten sich srömljch in innerer Erregung.

„Haben Sie Dank, Herr!" sagte er dann freundlicher. „Hier — er zog eine Brieftasche aus feinem Rock unb reichte mir eine Handvoll Banknoten hin — „nehmen Sie dieses als kleine« Lohn für Ihre Hilfe!"

Gleichmütig aber schob ich feine Hanb zurück.

„Rein Geld, Herr wenn ich bitten dars!" erwiderte ich abwehrenb. „Was ich für Sie getan habe, hätte ich auch für ben Allerärmsten getan! Es genügt mir, einen Mit­menschen aus Not unb Gefahr errettet zu haben. Die kleine Wunde, bie ich bei ber Geschichte erhalten habe, wirb gewiß bald geheilt sein."

„Sie wollen kein Geld? — Das hatte ich nicht er» wartet!" rief er überrascht.

Nun betrachtete et mich voller Interesse unb fügte nachdenklich hinzu: „Dann müßte ich sehen. Ihnen auf andere Weise meinen Dank zu bezeigen!"

Gr schwieg unb schien zu überlegen.

Plötzlich mußte ihm wohl ein besonderer Gedanke gekommen sein, denn er fragte mich nach meinem Namen

Waggon frei Hamburg COO, Weizenmehl pro 100 kg frei Berlin brutto in kl. Sack (feinste Marken üb« Notiz) 25,00—27,00, Roggenmehl pro 100 kg frei Berlin brutto inkl. Sack 21,00—23,25, Weizenkleie frei Berlin 10,60—10,70, Roggenkleie frei Berlin 8,60—0,00, Raps 310—315, Leinsaat410—4l5, Viktoriaerbsen 27,00—29,00. kleine Speiseerbfen 16,00—17.00, Futtererbsen 13,50 bi» 14,00, Peluschken 12,50—14,00, Ackerbohnen 16,00 bi» 18.00, Wicken 13,00-14,50, Lupinen, blaue 13,00 bi» 14,00, gelbe 1600—17,00, Seradella 12,50-15,00, Rap»- kuchen 11,40—11,50, Leinkuchen 22,00-23,00, Trocken, schnitzel 0,00—9,60, vollw. Zuckerschnitzel 17,00-22,00, Torfmelasse 30/70 8,30-8,50, Kartoffelflocken 19,70-20,Oq

Was jeder Deutsche oom Saargebiet unb Butte „Saar-Verein" wissen mutz!

Dieses Merkblatt mit Bildern und Karte des Saargebietes kann von der Geschäftsstelle „Saar-Verein" in Berlin SW11, Konr^ gräher Straße 9411, bezogen werden. ES lst ein Aufruf an alle DolkSkreife des nichtbesetzte« Deutschlands, in dem eS heißt:

Das urbeutidje Saargebiet ist durch da» Frieden»« diktat von Versailles am härtestenS getroffen.

Wir müssen uns deshalb mit den Kämpfen unb Nöten unserer deutschen Brüder und Schwestern im Saargebiet vertraut machen. Ihnen gegenüber der französischen wirtschaftlichen unb kulturellen Pro» praganda nach Kräften Helsen, ihren bedrohten Volks» Beben, ihre nute deutsche wirtschaftliche Blüte, tote deutsche Muttersprache verteidigen. Alles fördern, wa» geeignet ist, in ihnen deutsches Volksbewusitsein und Liebe zur Muttersprache und zum Mutierlande leben» big zu erhalten. DaS geschieht am besten dadurch, daß jeder Deutsche Mitglied des Bunde» „Saar-Verein", ober, wo solche bestehen, Mitglied einer Ortsgruppe de» Bundes „Saar-Verein" wird. Seit fünf Jahren arbet» ten die Geschäftsstelle „Saar-Verein" und der Bund „Saar-Verein" selbstlos und unbekümmert um politische oder konfessionelle Unterschiede an ber Aufgabe, tot nichtbesetzten Deutschland Aufklärung über ben schweren Kampf der Bevölkerung im Saargebiet zu geben. Die weiteren Hauptaufgaben des „Saar- Vereins" find: allen aus dem Saargebiet vertriebenen unb geflüchteten Deutschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen; für die Interessen geschädigter Saardeutscher sowie überhaupt für die Interessen der Saarbevölkerung und des Saargebietes, wo es nur fein mag, einzutreten; für alle das Saargebiet betreffenden Fragen eine Aus­kunftsstelle zu fein; alle Laardeutschen und Freunde bei Saargebiets in Saar-Vereinigungen und al» Mitar­beiter zu sammeln.

Die Saarbevölkerung hält fest am deutschen Vater» lande, um so lauter erhebt sie aber auch ihren Notruf: „Vergesset unS nicht!" Dieser Notruf darf nicht ungehört bei unS verhallen. Das Saargebiet ist unb muß auch deutsch bleiben, das ist der Wahlspruch, unter dem gearbeitet wird. Drum Helse jeder bei unserer Arbeit für das Saargebiet mit durch Beitritt zum Bund „Saar-Verein" ober zu einer Ortsgruppe de» Bunde» „Saar-Verein".

Der Durchführung dieser Aufgaben de» Bunde» „Saar-Verein" dient die Geschäftsstelle „Saar-Verein" in Berlin SW 11, Königgrätzer Straße 94, deren wer­bende und aufklärende örtliche Organe die Ortsgruppen sowie Einzelmitglieder in allen Orten des Deutschen Reiches barstellen.

Asm aus Den leglfietn des SlmdesWks Ma.

Sterbefälle vom 28. März bi» 4. April 1924.

28. März. Adolf Mettbach, 1 M. 8 T. 29. Maria Sabine Heil aus Flieden, 27 I. 5 M. 25 T. 30. Arbeiter Heinrich Deutschmann, 64 I. 1 M. 6 T. 31. Renten­empfängerin Theresia Zwenger, 88 I. 11 M. 6 T. 31. KaufmannS-Wltwe Helene Rose, 59 I. 11 M. 6 T. 31. Rudolf Eller, 1 T. 81. Oberkanonier, 2. Batt. Art. RegtS. Nr. 5, Max Martin Miekan, 21 I. 5 M. 2. April. Ehefrau Johanna Trapp, 52 I. 10 M: 8 T. 3. Privatmann Witwer Moses Juda Trepp, 84 I. 5 T. 28 $. 4. Ehefrau Martha Therese Müller, 44 I. 10 M. 3 T. 4. Lehrer a. D. Witwer Theodor Rost, 80 I. 5 M. 12 T.

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unb meinem Akt« unb bat mich, ihm recht ausführlich aus meinem Leben zu erzählen.

Da ich nichts zu verschweigen hatte, folgte ich seinem Wunsche und erzählte ihm aus meiner Jugend, sprach von ben Eltern und berichtete über meinen jetzigen Beruf.

Meine Art unb Werse schien ihm zu gefallen, denn er hörte aufmerksam zu unb nickte mehrmals zufrieden vor sich hin.

Als ich nun nichts mehr zu erzählen wußte, reichte « mir bie Hand unb brückte sie herzlich.

„Sie haben mir bas Leben gerettet", sagte er in einem Tone, der voll Dank unb Freundlichkeit war. „Unb nach Ihren Worten unb Ihrer Handlungsweise hege ich keine Zweifel mehr, daß Sie ein ehrlicher Mann und auch tatkräftig und entschlossen sind. — Darum will ich mich Ihnen ganz anvertrauen. Rücken Sie dicht zu mir heran: ich habe Ihnen wichtiges mitzuteilen!"

Von dem ernsten Ton seiner Stimme sonderbar be- rührt, rückte ich meinen Stohl dicht an den seinen Heron.

„Ich heiße Walker", begann der Fremde, „unb ich will Ihnen nichts verheimlichen, damit Sie sich ganz dr meine gefahrvolle Sage hineindenken können. Mei« Wohnort sst Ehihuahua, im mexikanischen Staate gleichen Namens, und die dort liegenden Silberminen von Flo- wers-Hill sind mein Eigentum. Der Volksmund nennt mich darum den „Silberkönig"; doch bin ich ttotz meines Reichtums ein genügsam« Mann und führe mtt mein« Tochter Helene und meinem Schwiegersöhne John Open- shaw ein einfaches Leben.

Meine Tochter hängt mit großer Liebe an mir; uni wenn sie wüßte, in welche Bedrängnis ich geraten bin nun, da ich so weit von ihr entfernt, sie wurde kein« ruhige Stunde haben. Mein Schwiegersohn indes ist ein rastlos Dormärtsftrebenber Geschäftsmann, dem Geld und Macht über alles gehen unb ber für weichliche Gefühle kein Serftänbnis hat. Da ich aber mit feinem kürzlich verstorbenen Vater in guter Geschäftsverbindung stand, lag es sehr in unferm Interesse, diese Verbindung durch eine Heirat zwischen den jungen Leuten noch inniger zu gestalten. Unb so ist bie Heirat zwischen mein« Tochter unb dem jungen Openshaw ohne große Siebe juftanbe «komm (Forts, folgt)

Husten-