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M 83.

Sonntag, 6. Aprtt 1924.

Fuldaer Ezertung

r. Blatt.

Dr»ck der Fuldaer Actie^ornckerei i# Fald»

Hus dem Nachbargebiet.

B. Dtpper$. Man schreibt uns: Vorige Woche >vt der angebliche Reisende einer Kohlenhandlung i Fulda in verschiedenen hiesigen Haushaltungen Briketts an. Niemand bestellte. Der Bursche schrieb aber alle in fein Notizbuch mit einer Bestellung von 10—15 Zentner. In einem Hl ufe handelte er nach fruchtloser Anbietung seiner Ware, ein Ziegen- lämmlem tim den respektablen Preis von 8 Mark. Da er zur Bezahlung nur einen Wechsel auf 150 Mark lautend hatte und man ihm nicht herausgeben konnte, sollte das Geld am anderen Tag« übermit­telt werd«!, wenn di« Briketts mit dem Lastauto der Firma gefthickt würden smvie auch der Sack, in dem das Lämmlem mitgenommen wurde. Bis heute wird auf Geld und Sock vergeblich gewartet. Landleute seid vorsichtig und klug! Glaubt nicht jedem Dahergelaufenen. Erkundigt euch erst, ehe ihr an Weltfremde verkauft! Gebt nichts auf schön« hocht singende Worte!

= Hilders. Der amtliche Sprechtag deS Land- ratsamtes für den Ulstergrund ist am Donners­tag, den 10. d. M., vormittags von 9—11 Uhr, in HilderS im Gasthof Engel.

— Poppenhausen (Rhön). Nach ZOjähriaer Amts­tätigkeit trat am 1. April der Gemeinderechner Herr Damian Schmitt in den Ruhestand. Bon der KreiSbehiftde wurde ihm durch Herrn Landrat Dr. Wichcus für seineverdienfwolle Tätigkeit eine Eh r e n- urkünde überreicht. Die Gemeind« veranstaltete zu Ehren ihres langjährigen Rechners eine würdige Feier, bei der H«r Bürgermeister Bub dem Jubilar den Dank und die Anerkennung für feine unermüd­liche Arbeit aussprach.

= Tann. Am Sonntag veranstaltete §etij Sauermilch hier eine Ausstellung von Gobelins» die in der Rhön angefertigr wurden. Unter den Stücken befanden sich zwei Aubufsonteppiche in der Größe von 4mol 5 und 3mal 4 Metern, sowie einige Wandbehänge und eine Anzahl Möbxlbezüge. Die Ausstellung zeigte den zahlreiche» Besuchern, daß die Rhön in diesem Kunstgewerbe Leistungen zu verzeichnen bat, die den Vergleich mit der franzö­sischen Gobelinkunst nicht zu scheuen brauchen.

= Hünfeld (St. Bonifatiusklofter). Am nächsten Mittwoch, 9. April, kann der hochwürdige Herr P. Joh annes Wallenborn, Dr. phil. und theol. sein silbernes Priesterjubiläum feiern. Der Jubilar ist jetzt über zwanzig Jahre tätig im St. Bonifatius- kloster. Seit Februar 1906 gehört er der Schrift­leitung der im 31. Jahrgang erscheinenden „M o n a t S» blättrr der Oblaten" an, die zu den besten deutschen Volkszeitschriften gehören.

— Hünfeld. Von der hiesigen Lateinschule wurde am Donnerstag unter dem Vorsitz des Studien­direktors Dr. Müller-Fulda die Abschlußprüfung abgehalten. Sämtlichen 18 Prüfligen wurde die Reife für die Untersekunde deS Gymnasiums zuerkannt.

— Hersfeld. Am Donnerstag nachmittag fuhr der Frankfurter D-Zug in der Nähe von BingarteS in eine der dortige» Domäne gehörende Schaf­herde, die teilweise an dem Bahnübergang grast«. Ein Drittel der Tiere wurde getötet, 16 Schafe mußten geschlachtet werden.

— Lauterbach. Am Montag, den 7. April wird der Betrieb auf der neuen Kraftpostlinie Ulrichstein-Lauterbach ausgenommen. Die. Fahrten finden an jedem Werktag statt und zwar: Ulrichstein ab 11.30 Uhr vormittags, Lauterbach an 1 Uhr. Lauterbach ab 6 Uhr nachmittags, Ulrich- stein an 7 30 Uhr nachmittags. Die ganze Strecke ist 20 Kilometer lang. Der Fahrpreis beträgt 10 Pfennig für den Kilometer.

— Kassel. Infolge des in den Kasseler Brotfabriken ausgebrochenen Streiks wurde die Technische Nothilfe am 4. April mit Ge­nehmigung des Oberpräsidiums in der Kasseler Brotfabrik und Nahiungsmiltel-A -G. eingesetzt. Die Technische Noihilfe bewahrte mit dem arbeitslvilligen Personal lediglich die im Produklionsprozeß befind­lichen Teigmassen vor dem Verderben. Der Schutz der Noihelser geschieht seitens der Schupo. Die Technische Norhilfe wurde noch am selben Tage nach Erfüllung dieser Aufgabe zurückgezogen.

— Eisenach. Der O verbürg Hauptmann Hans Lucas von Cranach waltet jetzt 30 Jahve seines Amtes als Kommandant der Wartburg. — Im Hin­blick auf den einsetzenden Fremdswerkshr hat der

von -er Karamelle „Santo Mana" bis zum Riefendampfer „Columbus";

„Santa Maria" — „Columbus' — Mittelalter und Neuzeit auf dem Gebiete der Schiffahrt und des Schiff­baus offenbaren sich uns in diesen beiden Schrffsnamen. Wenn wir zurückblicken auf die Zeit, da schwerfällige nach heutigen Begriffen primitiv zu nennende Fahrzeuge vom Typ der spanischen Karawellen, der hansischen Koggen, and wie st« sonst bekannt sein mögen, die Verkehrsmittel zur See bildeten, und gleichzeitig uns Form und Inhalt unserer modernen überseeischen Pasiagierdampfer ver­gegenwärtigen, so erkennen wir ohne wetteres die gewal- ttgen Fortschritte, die im Laufe der Jahrhunderte in der Entwicklimg der Seeschiffe gemocht sind. So Großes und Glänzendes Menschengeist auch in früheren Zeiten zu­stande gebracht hat — die technische Vollkommenheit, die restlose Ausnutzung der dafür sich bietenden Möglichkeiten fehlte. Sie konnte nicht vorhanden fein, weil die Hilfs­mittel, wie sie die neuere Zett in zunehmendem Maße geboren, noch fchlummetten und erst allmählich geweckt und ausgebildet werden konnten. Während einst geblähte Segel, abhängig von Wind und Wetter, den schwer­fälligen Schiffen unserer Vorfahren nur langsamen Fort­gang brachten, spotten wir heute mit Hilfe der hochent­wickelten modernen Technik der hemmenden und hindern- den Elementargewalten. Die Ozeane trennen nicht mehr, sie verbinden die Völker! ,

Die Technik hat es verstanden, große Kräfte in der Hand eines einzelnen Menschen seoenbri"gend zu ver­einen. Rastlos ist sie bemüht, im Kleinen aus der Natur Kräfte zu sammeln, um diese der ganzen Menschheit in mannigfaltigster Form dienstbar zu machen. Seit die gelernt hat, durch Verbrennung von Kohle oder Oel, Wasterdämpse von hoher Spannung zu erzeugen und die hierdurch gewonnenen Kräfte in d.-r Maschine zu ver­werten, sind wir gewohnt, mit Kräften zu rechnen, die ins fabelhafte steigen.

Die Maschinen des Dampfers „Columbus' leisten beispielsweise 30 000 Pferdestärken und geben dem Schisse eine Geschwindigkeit von ca. 20 Seemeilen in der Stunde (1 Seemeile —. 1852 Meter). Durch Versuche hat man festgestellt, daß etwa 21 Menschen dieselbe Leistung er« zielen, wie eine technische Pferdestärke. Sollten also Menschenhände iuelelbe Artzeit verrichten, wie diese

Leben oder

Der neue Reichstag, der aus den Wahlen des deutschen Volkes am 4. Mai hervorgehen soll, wird vor außerordentlich wichtige und folgenschwere Ent­scheidungen gestellt sein. Es kommt darauf an, ob in stiller, zäher und verantwortungsbewußter Ar­beit der Gesundungsprozeß, der sich unverkennbar angebahnt hat, weiter geführt wird, oder ob eine Politik zur Herrschaft kommt, die nach allem, was man bisher von ihren Verfechtern gehört hat, nach der Ansicht aller Einsichtigen dem Untergang, der Katastrophe zusteuern muß.

Die ganze Entwicklung unseres Staatslebens hängt in erster Linie von der G e st a l t u n g unserer a u ß e n p ol i t i sch en B e zi e hun- gen ob; und deshalb ist es erklärlich, daß gerade die Außenpolitik im Wahlkampf eine große Rolle spielt. Politik ist nicht eine Sache des Herzens und des Gefühls, sondern Politik ist eine Sache küh­ler Vernunft und ernster Pflichterfüllung und gerade die kühle Vernunft zwingt jeden Wähler dazu, sich ernsthaft die Frage vorzulegen, von wel­chen Grundlagen und Voraussetzungen aus im heu­tigen Deutschland Außenpolitik betrieben werden kann. Die Antwort hierauf ist von selbst gegeben, da der Vertrag von Versailles nun einmal die Platt­form ist, auf der wir aufbauen müssen. Mit der Feststellung dieser Tatsache soll nun keineswegs verdunkelt werden, daß dieser Vertrag so schwere Belastungen für das deutsche Volk mit sich bringt, daß er so Unmenschliches und Unmögliches von uns verlangt, und daß er uns so bittere nationale De­mütigungen auferlegt hat, daß ein edles nationales Bewußtsein sich dagegen aufbäumen muß. Aber es ist ein Verbrechen am Volke, diese nationale Em­pörung nun zu einer Auspeitschung natto­nale r Leidenschaften auszunutzen, wie dies im Wahlkampf von rechtsradikaler Seite in gerade- zu erschreckendem Maße geschieht.

Und so sehen wir denn, daß Tausende sich von der Agitation Deutschnationaler und Deutschvöl­kischer Kreise berauschen lassen, ohne vernünftiger Ueberlegung Raum zu geben. Trotz der bitteren Lehren, die jeder einsichtige Deutsche aus den her­ben Erfahrungen des passiven Widerstandes an der Ruhr ziehen muß, lauschen noch weite Kreise des Volkes auf die Fanfarenmusik von Mannesmut und nationaler Entschlossenheit. Begeistert hören sie die Tiraden von bewaffnetem Widerstand und sehen nicht, daß unsere Waffenrüstung zersetzt und zertrümmert ist. In ihrem aufgepeitschten Ratio- nalgefühl übersehen sie auch ganz, daß noch keiner der Demagogen, die ihren Hörern dieses Trugbild hinmalen, einen Weg ober ein Mittel anzugeben wußte, wie ein bewaffneter Widerstand für uns möglich fein sollte. Sollen wir etwa mit Spazer- stöcken gegen Bajonette und Kanonen marschieren?

Ein solcher Wahnsinn würde uns in Wirklichkeit in das bitterste Elend hineinstürzen, und es ist alles andere eher, als national, dttrch Auspeitschung der Leidenschaften die Gefahr eines Zusammenb'-uches heraufzubeschwören. National sein heißt doch, wenn anders nicht Sinn in Unsinn verkehrt werden soll, dem Vaterlands mit allen Kräften nutzen, wo und wie immer man kann. Heute kann unserem Dolk tmb Vaterland aber nur gedient werden durch Uebernahme schwerer und ernster Pflichterfül­lung. ’Rvbtqe Ueberlegung muß uns sagen, daß in der Lage, in der Deutschland sich befindet, nur auf dem Wege friedlicher Verständigung die Be-

Untergang.

freiung unterer Wirtschaft, die Freigabe der wider­rechtlich besetzten Gebiete an Rhein und Ruhr er­reicht werden kann. Nur doch materielle Opfer und nicht durch hohle Phrasen und biflige Heldenposen können wir den Weg zur nationalen, kulturellen und wirtschaftlichen Freiheit wiederfin­den. Und deshalb steht das deutsche Dolk am 4. Mai vor der folgenschweren Entscheidung, ob es Männer und Frauen in den Reichstag entsenden will, die sich bei ihrer Arbeit von der ernsten Er­wägung dessen teilen lassen, was dem Lande, dem Volke frommt, ober solche Vertreter, denen es nur darauf ankommt, durch leere Versprechungen leichte Triumphe zu feiern, die das Dolk hinterher mit dem Verlust feiner Freiheit und dem Untergang der Nation bezahlen muß.

Reichskanzler M a r x hat in feiner Rede in Han­nover dem deutschen Dolk noch einmal einen Weg­weiser aufgerichtet, der ihm die allein mögliche Straße zu seiner Rettung und zu seinem Wieder­aufstieg zeigt, indem er sagte: „Das Wohl des deutschen Volkes, die Wiederaufrich­tung unserer Wirtschaft, die Rettung des Vaterlandes, das müssen die Gesichts­punkte sein, nach denen die Auswahl der Kandi­daten zum kommenden Reichstag erfolgen muß." Und er hat mahnend und warnend noch einmal feine Stimme erhoben für alle diejenigen, die in blinder Begeisterung wie verzaubert den Ratten­fänger-Melodien unverantwortlicher Demagogen nachlaufen. „Ein Sieg der deutschvölkischen Be­wegung bei der nächsten Reichstagswahl", sagte er, „würde geradezu den Untergang unseres Reiches bedeuten." Mit kräftigen Händen hat er dabei den gewissenlosen Volksverführern das fadenscheinige Mäntelchen eines falschen Nationalgefühls von den Schultern gerissen. Was ist wahres, echtes Natio­nalgefühl? In Hannover gab der Kanzler noch einmal unzweideutig die Antwort darauf: „Ich be­streite mit aller Entschiedenheit, daß echte nationale Gesinnung heutzutage in Pathos und in der Aus­peitschung der Dolksleidenschaften ihren Ausdruck finden darf. Weit nationaler sind jene, die in ern­ster Pflichterfüllung alles daran setzen, um möglichst bald widerrechtlich besetztes Land an der Ruhr zu befreien, die offene Wunde unserer Wirtschaft, an der sie verblutet, zu schließen, die Zollgrenze im Westen zu beseitigen und das abgeschnürte Herz unserer Wirtschaft wieder freizumachen."

Das ist das wahre Nationalgefühl, von dem sich die Parteien der Mitte bei ihrer Arbeit für des Reiches und des Volkes Wohl haben leiten lassen. Das ist auch das wahre Nationalgefühl, desien Be­tätigung allein uns wieder einer glücklicheren Zu­kunft und der Freiheit entgegenführen kann. Die Sirenenklänge eines überspannten Nationalgefühls aber und die Wahngebilde einer Politik der Gewalt führen uns rettungslos in den Untergang.

Sorge darum das deutsche Dolk am 4. Mai da- für, daß der Radikalismus in jeder Form nicht über Deutschlands Zukunft bestimmt. Wir -brauchen Frieden und Derständigung mit allen Völkern, und darum brauchen mir einen Reichstag, der mit der Bürgschaft für Ordnung und Ruhe im Inneren die Gewähr gibt, ein friedliches Einver­nehmen auf der Grundlage der Gerechtigkeit mit den anderen Nationen zu erlangen. Nur so wird Deutschland leben.

Stadkdirektor die Polizeistunde auf 1 Uhr nachts festgesetzt.

— AnS Thüringen. Wie aus Jena berichtet wird, tritt in Thüringen die Bisamratte, die beson­ders durch Unterhöbiung von Eiienbahndämmen schädlich ist, immer stärket auf. Während im Jahr 1919 sich die erste Ratte zeigte, sind im vorigen Jahre 198 Ratten erlegt worden. Sie bevorzugen die Flußgebiete der Saale, Elster und Pleisse.

Hu$ Geisa und Umgebung.

— Bacha. In einer der letzten Nächte wurde durch Dubenhände der Eartenzaun vor der hiesigen Svnagoge beschädigt und die im Vorgarten befindlichen Rosen stamme umgeknickt. Die israelitische Gemeinde hat auf die Namhaftmachung der Täter, die auch in letzter Zeit wiederholt Haken­kreuze an die Wände schmierten, eine Belohnung ausgesetzt.

30 000 Pferdestärken, so müßten 30 000 mal 21 = 630 000 Menschen mit gesunden Muskeln ununterbrochen — da dies jedoch nickst möglich ist, die sieben- bis achttägige Fahtt über den Ozean vielmehr in bestimmten Zeit­räumen eine Ablösung der gesamten Menschenmenge be­dingen würde — so müßte mindestens die doppelte An­zahl, also 1260 000 Menschen, tätig sein, um das Schiff mit der eben genannten Geschwindigkeit über den Ozean zu bringen. Das Verspiel zeigt, daß die Technik riesige Kräfte in den Dienst von Handel und Verkehr gestellt hat, und das Wesentlichste ist, daß es rohe Naturkräfte sind, di« in der Maschine gezähmt, von wenigen Men­schen ausgelöst werden und dann zur Nutzanwendung gelangen.

Sehr erheblich ist auch der Einfluß, den in neuerer Zeit die elektrische Kraft in ihrer Nutzanwendung auf die Schiffahrt und die Schisssemrichtung gewonnen hat. Auch hier möge der Dampfer „Columbus" als Beispiel dienen. Elelirlsche Anlagen vermitteln nicht nur die Befehlsübertragung an Bord — der elektrische Funke sorgt auch für stete Verbindung des Schiffes mit dem festen Land- mit Hilfe der Funkentelegraphie. Elektrisch ist die Beleuchtung aller Schiffsräume außen und innen, elektrisch die Heizung der Luxuskamm-rn, der Außen­kammern und der Prlvatböder 1. Klasse, elektrisch zwei Lichtbäder mit zugehörigem Ruheraum und Toilette für Damen und Herren, die 'van ärztlich geprüftem Personal bedient werden. Elektrisch ist ferner die Bäckerei, die Kaffee- und Teeküche, elektrisch die Lüftung und vieles, vieles andere, da- aufzuzählen hier zu weit führen wurde. Bemerken-wert ist, daß, abgesehen davon, daß alle an Bord befindlichen Rettungsboote, die bei einer Gesamt- belegungsfahigkeit von über 3000 Personen (gegenüber einer Passagier- und Vesetzrmgszisfer von zusammen 270') Personen) für den Notfall Roum und sichere Unterkunft bitten, mit Hilfe elektrischer Motore zu Wasser gebrecht werden, zwei Motorrettungebovte mit Clnrichtungsn für drahtlose Telegraph« ausgeftattet sind, so daß sie jederzeit im Falle der Not sich anderen in der Nähe befindlichen Funlstattoncn bemerkbar Machen können.

„Santa Maria" — „Columbus"! — Karamelle und Niesendampfer! Ein Vergleich ist nicht möglich. Wer am 2. Dezember v. I. gelegentlich der Ueberführung des „Columbus" von Danzig nach der Weser Zeuge der im­provisierten Begegnung des modernen Riesen mit der getreuen Nachbildung der Karamelle „Santa Maria" ge-

wiffenschast und Forschung.

--- MssmschasMchr Grondlage ber VNlftlgeblrgslän- der. Gelegentlich der vom 14. bis 16. April in Dod Hornburg v. d. H. stattfindenden Tagung der Deutschen Balneologifchen Gesellschaft soll die Gründung ttner Mttelrheim'schen Studiengesellschaft für Balneologie und Klimatologie vor sich gehen. - Diese schon seit Jahren ge­plante Gesellschaft entspringt der Einsicht, daß die wisien- schastliche Weiterentwicklung der Bäder im Taunus, Vogelsberg, Rhön, Hunsrück und Odenwald in den letzten Jahrzehnten außerordentlich vernachlässigt wor­den ist. Während in den Hochgebirgs- und Seebädern von hervorragenden Gelehrten emsig Untersuchungen angestellt werden, haben die Mittelgebirgsbäder sogar vielfach ihre klimatologischen Beobachtungen aufgegeben. Das ist um so bedauerlicher, als das Klima und insbe- fontdere das Strahlungsklirna als Heillakwr von Jahr zu Jahr mehr anerkannt wird. Unter Führung der naturwiffenschastlichen und medizinischen Institute der Universitäten und sonstiger wissenschaftlicher Institute und Sanatorien in den größeren Badeorten soll eine

wesen ist, wird seine Freude an dem seltenen Bilde ge­habt haben, das die Repräsentanten mittelalterlicher und neuztttlicher Schiffahrt boten, er wird andererseits aber auch erkannt haben, daß bei so gewaltigen grundlegenden Aenderungen in der Größe, in der Schiffsform, in der Schiffsausrüstung, in der Triebkraft rfm. ein Vergleich schlechterdings unmöglich ist. Rur das Eine ist das Gleiche geblieben beute wie ernst: Die Erkenntnis der unumstößlichen Wahrheit des Wortes: „S ch i f f a h r t i st not!“ Dieser Erkenntnis verdankt auch der Dampfer „Columbus" des Norddeutschen Lloyd feine Entstehung.

— Bus dem Reich der Aeiherschwingungen. Jeder Freund der Radiotechnik weiß, daß die lieber» Mittelung der drahtlosen Zeichen mittels „elektro­magnetischer" Wellen geschieht, die im Sender er­zeugt werden und sich von dort aus wie das Licht eines Sternes ausbreiten. Man kennt die Wellen­sänge eines jeden Senders oder ist zum mindesten in der Lage, sie auf einfache Weise zu bestimmen. Es ist auch eine bekannte Ersahrtmg, daß zum Sen­den auf große Entfernungen Wellen von mehren Kilometern Länge günstiger sind als kürzere, da jene weniger stark „absorbiert", d. h. verschluckt wer­den. Für geringere Entfernungen sind dagegen „kurze" Wellen von 200 bis 1000 Meter vorzuzie- hen, denn die Strah'ung einer Antenne ist unter sonst gleichen Verhältnissen um so stärker, je kleinere Wellenlänge die Strahlung besitzt. Noch kürzere Wellenlängen galten bisher als technisch nicht geeig­net; man kennt sie eigentlich nur aus Labordtoriums- versuchen. Die berühmten Versuche von Heinrich Hertz beispielsweise, die vor nunmehr 35 Jahren Mm ersten Male das Dasein elektrischer Strahlung erwiesen und damit den Anstoß für die Entwicklung der drahtlosen Telegraphie gaben, wurden mit Wel­len von wenigen Metern Länge angestellt. Es ge­lang im Lause der Zeit, immer kürzere elektrische Wellen ’u erzeugen und zu messen. Nach „Radio für Alle" soll es neuerdings in Cleve.'and (USA.» gelungen sein, bis zu Millimeter Wellenlänge herunter.zukommen.

— Verhalten der verschiedenen Bodenarten zur Berväsieruss. <ZMdbaden verträgt sehr starke De-

Farschmigs-Aera der mrttelrheinifchen Bäder eingeleit« werden. Aerzte, Naturwissenschaftler und sonstige In- trvefienten werden «ngeladen, an der am Sonntag, den 13. April, nachmittags um 4 Uhr, im Kur häuft zu Bad Hornbura v. d. H. stattfinSenden Sein« dungsoersammlung teilnehmen.

wichtige Versammlung

Ser WtetÄ«ßi)iet m -MlerlMv.

Am Montag, den 7. April. abends 8 Uhr, findet im katholischen G-fellenhause eine

Versammlung der KrdeiterzentrumswShler und.Wahle unnen

statt.

Herr Ollmett wird über die Pflichten der Zentrums- arbttterfchast bei der Reichstags- und Stadtverordneten, wähl sprechen. V ’v"

ArbeilerzenkrumswShler tmb Wählerinnen!

Mit Spannung ermattet das deutsche Dolk den Aus­gang der kommenden Reichstags- und Gemeindewahlen. Die Parteien werben um Wählerstimmen, und es fehlt auch nicht an Versuchen, unsere Zentrumsarbeiterschaft in das Lager anderer Parteien zu locken. Diese Versuche müssen an dem unerschütterlichen Willen der Zentrums- arbeiterschast, treu zur altbewährten Zentrumspartei zu stehen, besonders auch bei den kommenden Wahlen, ohn- mächttg zerschellen. Die Versammlung am Montag soll eine imposante Kundgebung und ein Treugelöbnis für unsere Zentrumspattei fein.

Es sind zu der Versammlung alle Arbeiterzentrums- Wähler und- Wählettnnen dringend eingeladen und Herz« lich willkommen.

Ser MellerWsM vrr ZeattMSSMel.

Kusgewiefene

können am Orte deS gegenwärtigen Aufenthalts wählen, nachdem sie an die lokale Behörde einen Antrag auf Eintragung in die Stimmliste gestellt haben. Das muß während der Auslegungsfrist der Listen geschehen, also sofort! Es kann aber auch, falls die Ausweisung erst nach diesem Zeitpunkt erfolgt, noch nachher geschehen. In Preußen erfolgt die Ausstellung eines Wahlscheines.. Für den christ­lichen und nationale» Mann heißt eS:

Jede Stimme dem Zentrum!

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Wässerung. Tonboden darf nie lange oder unaus­gesetzt bewässett werden, weil er dadurch zu kalt und auch wasserhart wird. Aber auf der anderen Seite darf bei ihm mit der Bewässerung nicht lang« ausgesetzt werden, weil er sonst leicht Risse be­kommt. Sehr dankbar für die Bewässerung sind Lehm- und Kalkboden, begangene Fehler strafen sich hier am wenigsten. Kalkboden bedarf sehr viel Wasser, für ihn kann auch ohne Bedenken Wasser aus Moorbrüchen verwendet werden. Torf- und Vioorboden ist im allgemeinen der für die Bewäs­serung ungeeignetste Boden, er muß jedenfalls vor­her trocken gelegt werden, wäsiert sich ober auch dann erst nach Jahren süß. Den besten und schnell­sten Erfolg erreicht man mit Wasser, welches viel Schlick mit sich führt.

— Vermehrung der Indianer. Während bis­her immer von einer Abnahme ber Indianer be­richtet wurde, kommt jetzt aus Amerika die über­raschende Nachricht, daß sie sich wieder vermehren. Das Bureau für indianische Angelegenheiten teilt nämlich mit, daß die Zahl der in den Bereinigten Staaten lebenden Indianer 344 303 beträgt und daß feit dem Vorjahre eine Zunahme um 1144 zu verzeichnen ist. Bis zum Jahre 1880 hatten die Indianer sich auf 256 127 verringert, so daß in den letzten 40 Jahren eine Zunahme um 88 000 erfolgt wäre. Das ist zwar nicht viel für ein Volk, das allein in Kalifornien und Oregon in einem Jahre 70 000 durch ein Fieber verloren hat, aber die Zu­nahme beweist immerhin, daß es noch Lebenskraft hat. Allerdings darf man nicht vergessen, daß es sich jetzt nicht mehr um Indianer alten Schlags hantelt. Die heutigen Indianer haben sich der Lebensweise der Weißen angepaßt, und wenn sie auch in ihren Reservationen noch auf die Jagd gehen, so haben sie sich doch auch anderen Berufen zugewandt. Es sind unter ihnen Viehzüchter, Molkereibesitzer, Geflügelzüchter, Gärtner, Weber, Töpfer, Teppichmacher, Bergleute, Holzfäller, Füh­rer, ja sogar Maschinenschreiber und Buchhalter. Einzelne haben es sogar zu solchem Wohlstand ge­bracht, daß sie als Rentner leben und ihre Kupons abschneiden können.